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Weltberühmte Knabenchöre waren zum Abschluss der Feiern in der Thomaskirche Leipzig zu hören


Liebe Bachfreunde/innen!

Nach dem fantastischen Hinweis von @Barbara auf die zukünftigen Radiosendungen über die Thomaner, etc. fand ich heute einen bemerkenswerten Artikel zum Abschluss der Feierlichkeiten 800 Jahre Thomaner vom Samstag, 24.3.2012.

Eine Sendung über die Thomaner wird es heute um 22:00 Uhr im MDR-Fernsehen geben.

22:10 Uhr Die Thomaner
800 Jahre Thomanerchor – Singen für Gott und die Welt

Hier zum Artikel:

Weltberühmte Knabenchöre waren bei der Feier zum 800-jährigen Bestehen der Thomaner

Auch die Domspatzen sangen mit

Optisch unterschiedlich, aber im Gesang vereint: In Eaton-Suit, Anzug und Kieler Bluse traten die berühmtesten Knabenchöre der Welt am Samstag zum Abschluss der Feierlichkeiten anlässlich 800 Jahren Thomanerchor in Leipzig auf.

Eine Jungsclique von 18- und 19-Jährigen lehnt lässig am Geländer. Die warme Frühlingssonne scheint auf die müden Gesichter, verstohlen führt einer eine Zigarette zum Mund. Die Hemden stehen offen, die Sackoärmel sind hochgekrempelt, die Haare verstrubbelt. Noch deutet nichts daraufhin, dass sie in wenigen Stunden im sogenannten Eton Suit, einem traditionellen Anzug aus schwarzer Jacke und weißem Hemd, als Choir of King“s College Cambridge geschlossen in die Thomaskirche in Leipzig einmarschieren und vor mehreren hundert Besuchern „Illuminare Jerusalem“ singen werden.

Zum Abschluss der Festwoche zum 800-jähigen Bestehen des Leipziger Thomanerchors gaben sich am Samstag die großen Knabenchöre dieser Welt ein Stelldichein: Neben dem britischen Chor traten auch der Dresdner Kreuzchor, die Regensburger Domspatzen und natürlich der Thomanerchor auf. Krönender Abschluss der Motette war ein gemeinsam gesungenes Werk, die italienische Laude „Alta trinità beata“. Rund 250 Knaben- und Männerstimmen waren dabei zu hören. Es war das erste Mal, dass die Chöre in dieser Formation zusammen sangen.

„Wir freuen uns wirklich sehr, hier zu sein“, sagte stellvertretend einer der englischen Jungs. Am Freitagabend waren sie in Leipzig eingetroffen. Nach einer Nacht im Hostel ging es für sie direkt zur Probe in die Thomaskirche. „Den großen Unterschied zwischen uns und den Thomanern sieht man gleich“, meint ein anderer und ergänzt: „Sie sind deutlich jünger.“ Während die Leipziger Chorknaben bereits in der 4. Klasse anfangen und spätestens mit bestandenem Abitur wieder austreten, ist der englische Chor auch mit Männerstimmen von 18- bis 22-Jährigen besetzt, die ihrem zeitaufwändigen Hobby neben ihrem Alltag als Student nachgehen.

„Ich glaube, es ist gut, die Tradition der anderen Chöre mal richtig mitzubekommen“, sagt Leiter Stephen Cleobury. Wie die Thomaner kann auch der Choir of King“s College Cambridge auf eine jahrhundertelange Geschichte zurückblicken. 1441 von König Heinrich VI., dem Gründer des King“s College, ins Leben gerufen, ist er heute vor allem für seine Auftritte an Heiligabend bekannt, die von dem britischen Sender BBC übertragen werden.

Als vor dem eigentlichen Auftritt die Probe in der Kirche beginnt, steht der Choir of King“s College Cambridge vor dem Altar, die anderen Chöre haben sich auf der Empore formiert. Neben Thomaskantor Georg Christoph Biller hat sich ein Thomaner postiert. Mit einem Mikro in der Hand übersetzt der zweisprachig aufgewachsene Junge Wort für Wort die Anweisungen des Chorleiters ins Englische. Immer wieder wird neu angesetzt. „Das ist schön“, ruft der Leiter der Dresdner Kreuzchores, Roderich Kreile, von unten Richtung Biller, der ein skeptisches Gesicht aufgesetzt hat. „Ich glaube nicht, dass man das besser hinkriegt“, meint Kreile.

Während sich die Domspatzen und der Choir of King“s College Cambridge nur alle paar Jahre mit den Thomanern treffen, verbindet die Dresdner und Leipziger eine lockere Freundschaft, die über das Singen hinaus geht. Einmal im Jahr treffen sich die Chorknaben sogar zum gemeinsamen Fußballturnier. „Das ist ein freundschaftliches Konkurrenzverhältnis“, kommentiert Kreile die Beziehung der Chöre untereinander.

Auch für die Regensburger Domspatzen ist Leipzig trotz der weiten Entfernung bereits ganz nah. „Wir haben alle den Film gesehen“, erzählt einer der Jungs nach der Probe. „Es war super interessant zu sehen, wie die so leben“. Der knapp zweistündige Dokumentar-Film der Regisseure Paul Smaczny und Günter Atteln ist zum 800-jährigen Bestehen des Chors in diesem Jahr entstanden und kam vor knapp einem Monat bundesweit in die Kinos. Zwar wurde über die Regensburger Domspatzen, die mit ihrer Gründung 975 die längste Historie vorzuweisen haben und UNICEF-Botschafter sind, auch eine Reportage gedreht. „Aber die war nicht so spannend“, meint einer der Knaben.

( Stephanie Höppner / epd )

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Das Programm der Abschlussfeier am 24.3.2012 in der Thomaskirche

   Programm Motette 24 März 2012

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Thomaner-Video 

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P.S.

Heute erschien in Leipzig ein weiterer interessanter Zeitungsartikel:

LEIPZIG/Thomaskirche/800 Jahre Thomana: FEST DER CHÖRE
Leipzig, 800 Jahre Thomana: Jubel beim „Fest der Knabenchöre“, 24.03.2012

Die Stimmung rund um die Thomaskirche ist an diesem Nachmittag ebenso fröhlich wie der Anlass: das „Fest der Knabenchöre“ als großartiger Abschluss der ersten Festwoche für 800 Jahre Thomana.

Die Sonne strahlt, und so setzt sich Leipzig ins rechte Licht zum Willkommen der drei Gastchöre, die nun mit dem Thomanerchor sein acht Jahrhunderte währendes Bestehen feiern: der Choir of King’s College, Cambridge, der Dresdner Kreuzchor und die Regensburger Domspatzen……

Zum ganzen Artikel:

Link:
http://www.der-neue-merker.eu/leipzigthomaskirche800-jahre-thomana-fest-der-chore

Grüße
Volker

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Ich wünsche allen einen schönen und sonnigen Sonntag.

Grüße

Volker

Radiotipps 19.3. – 25.3.2012


Links zu den Radiosendern sind auf der Seite WebRadios zu finden:

Ausnahmsweise werden die Radiotipps diesmal nicht nach Datum sortiert. Ich ziehe eine ganzen Block von Sendungen zum Thema „800 Jahre Thomanerchor“ vor.
Jenseits der Thomaner gibt es natürlich auch interessante Sendungen. Zuerst der letzte Teil einer interessanten Serie über die historische Aufführungspraxis, dann eine kurze Sendereihe über das Abenteuer Gambenspiel und zuletzt für alle Großeltern, Eltern, Kinder, Enkelkinder und alle Junggebliebenen einen anderen Einstieg in Bachs Matthäuspassion.

19.3..

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NDR
13-14
Klassik à la Carte
800 Jahre Thomanerchor

Eva Maria Lemke im Gespräch mit Christoph Biller und Tobias Künzel

Georg Christoph Biller ist der 16. Thomaskantor nach Johann Sebastian Bach.So ein Jubiläum ist selten: Ein Knabenchor wird 800 Jahre alt.

Der Thomanerchor Leipzig steht in Gänze für das große Wort „Tradition“. Über Jahrhunderte hinweg wurde die Trinität von „Singen, Lernen, Glauben“ aufrechterhalten. Auch der heutige Thomaskantor Georg Christoph Biller sieht sich und sein Wirken als Chorleiter in dieser Tradition.

Doch der Chor hat auch ganz ungewöhnliche Laufbahnen, abseits der rein klassischen Wege, hervorgebracht. Die Mitglieder der „Prinzen“ – einer der beliebtesten deutschen Popgruppen – haben sich einst im Thomanerchor kennengelernt. Tobias Künzel sang hier ab 1973.

„Wir sind nichts Besonderes, aber wir tun etwas Bedeutendes“
Auch der Musiker Tobias Künzel, einer der „Prinzen“, war bei den Thomanern.Als der 1964 geborene Tobias Künzel zu den Thomanern kam, war Georg Christoph Biller bereits in der 12. Klasse. Als Neuling von Heimweh geplagt, erinnert sich Tobias Künzel noch gut an das Verständnis und die Fürsorge der älteren Schüler: „Die Älteren habe immer Verantwortung für die Jüngeren übernommen“, sagt Künzel. Die Musik erwies sich wieder einmal als prägend fürs ganze Leben: Tobias Künzel studierte nach seinem Abitur Musik (Schlagzeug und Gesang an der Musikhochschule Leipzig), heute ist er neben seinen musikalischen Aktivitäten noch Gastdozent für Popmusik an mehreren Hochschulen.

Georg Christoph Biller, geboren 1955, ist nunmehr der 16. Thomaskantor nach Johann Sebastian Bach. Er studierte im Hauptfach Dirigieren an der Leipziger Hochschule für Musik und leitete von 1980 bis 1991 den Chor des Leipziger Gewandhauses.

Über seinen Job als Thomaskontor hat Georg Christoph Biller einmal gesagt: „Wir sind nichts Besonderes, aber wir tun etwas Bedeutendes“. Das Arbeitspensum ist „riesengroß“. Neben den schier endlosen Proben singt der Chor dreimal wöchentlich in blau-weißen „Kieler Blusen“ in der Thomaskirche, macht Fernsehproduktionen und geht auf weltweite Konzerttourneen.

Über ihre Kindheit im Internat, die Identität eines Thomaners und darüber, wie man die Institution „Thomanerchor“ zukunftssicher und modern gestalten kann, spricht Eva-Maria Lemke mit Georg Christoph Biller und Tobias Künzel ausführlich in „Klassik à la carte“.

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20.3.

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mdr figaro
20:05-22:00
800 Jahre THOMANA – glauben, singen, lernen

Im Jahr 2012 werden Thomaskirche, Thomanerchor und Thomasschule auf ihr 800jähriges Bestehen zurückblicken – drei Institutionen Leipzigs, drei Säulen kulturellen Lebens, die sich auch heute ihrem Auftrag stellen: Glauben zu leben, Musik und Kultur zu gestalten, Menschen zu bilden.
In der Sendung blicken wir auf die lange Tradition des Thomanerchores zurück, berichten vom Festakt „800 Jahre THOMANA“ vom Vormittag in der Leipziger Thomaskirche, sind im Gespräch mit jetzigen und ehemaligen Mitgliedern des Thomanerchores und werden die Thomaner auch hören – nicht nur mit Musik des großen Thomaskantors Johann Sebastian Bach.
Moderation: Grit Schulze

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Deutschlandradio Kultur
22:00-22:30

Soli Deo Gloria –
Die Leipziger Thomasschule (1/4)
Frühgeschichte: Von der Klosterschule zum musikalischen Eliteinternat
Von Michael Maul
(Teil 2 am 22.5.12012)

Die Thomaskantoren des 17. und 18. Jahrhunderts gehörten zu den bedeutendsten Komponisten ihrer Zeit. Aber was zog diese herausragenden Künstler – allen voran den Köthener Kapellmeister Johann Sebastian Bach – in eine städtische Knabenschule und spornte sie an, hier auf höchstem Niveau kontinuierlich neue Werke zu schaffen?

Ein Repertoire, das insgesamt für die protestantische Kirchenmusik stehen sollte? Was machte die Strahlkraft der Schule aus, deren berühmter Chor schon 1648 von Heinrich Schütz als einzigartig gerühmt wurde? Und: Wie prägten die Thomaskantoren von Sethus Calvisius bis Johann Adam Hiller Schule und Chor?

In der ersten von insgesamt vier Sendungen ergründet Michael Maul auf Basis umfangreicher Quellenstudien und zahlreicher neuer Dokumentenfunde, wie es zur Etablierung des für lange Zeit einzigartigen musikalischen Profils der Schule kam. Ein Profil, dessen Ursprünge bislang im Dunkeln lagen, an dessen Etablierung aber, wie sich nun herausstellt, die Leipziger Bürgerschaft den entscheidenden Anteil hatte. Sie legte bald nach der Reformation, zu Zeiten von Kantor Calvisius, den Grundstein für die beispiellose Erfolgsgeschichte des Thomanerchors.

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22.3.

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SWR 2

20:03-21:00
Alte Musik
„Aus der Seele muss man spielen, und nicht wie ein abgerichteter Vogel“
Die wichtigsten Quellen der historischen Aufführungspraxis (7/7)
Ursprünge, Wege und Entwicklungen (7/7)
Doris Blaich im Gespräch mit Peter Reidemeister, dem langjährigen Leiter der Schola Cantorum Basiliensis

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19.3. – 22.3.

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Ö1
9:45-10:00
Radiokolleg
Die Gambe im Gepäck

Vier Musikerinnen reisen durch die Zeit . Gestaltung: Margarethe Engelhardt-Krajanek

Detektivarbeit nennt die Gambistin Johanna Valencia ihr Musizieren. Denn die Musik, die sie zum Erklingen bringt, hat in den vergangenen 300 Jahren nur ein kleiner Kreis von Musikliebhabern gehört. Sie erarbeitet eine Sarabande aus Handschriftensammlung Goes, die erst vor wenigen Jahren entdeckt wurde. Jede der 143 Kompositionen will enträtselt werden. Die Notationen sind die Fragmente einer musikalischen Tradition. Sie sind Bruchstücke der Erinnerung, die wieder zum Leben erweckt werden. Doch: Lässt sich die Musik der Renaissance rekonstruieren? Gibt es einen authentischen Klang? Beim Interpretieren alter Musik wird jeder Musiker zum Komponisten.
Die Gambistin Hille Perl erkennt in den Noten und Traktaten ein musikalisches Grundgerüst. Über dieses improvisieren die Musiker.
Die Komponistin Eva Reiter wiederum kombiniert den Klang dieses höfischen Instrumentes mit elektronischen Soundfiles und schlägt damit eine musikalische Brücke zwischen den Zeiten.

25.3.

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BR-klassik
17:05-18:00 (anschließend als Podcast downloadbar)

Starke Stücke für Kinder
Johann Sebastian Bach – „Matthäuspassion“
Von Sylvia Schreiber
Hörspiel in zwei Teilen (I)
Teil II: Sonntag, 1. April 2012

Leipzig, ungefähr im Jahr 1727. Heimlich schleicht Carl Philipp Emanuel Bach seinem Vater in die Thomaskirche nach, als dieser für sein neues Stück an der Orgel herumprobiert. Eine Gänsehaut bekommt er in seinem dunklen Versteck, weil die Musik zur „Matthäuspassion“, so soll das neue Stück heißen, so schaurig, so schön und so traurig ist. Aber er darf sich bloß nicht erwischen lassen, sonst gibt es ein Donnerwetter. Vater Johann Sebastian Bach, der Thomaskantor von Leipzig, kann nämlich ganz schön zornig werden – vor allem, wenn er bei der Arbeit an der Matthäuspassion gestört wird, die ihm doch so gar nicht von der Hand gehen will …

Hörspiel mit Stefan Wilkening, Stefan Hunstein, Michael Schwarzmaier, Anna Silvia Lilienfeld u.v.a.
Regie: Sylvia Schreiber
Redaktion: Leonhard Huber

Koproduktion BR-KLASSIK und IGEL-Records

Fernsehfilm über J.S. Bach im Bayerischen Fernsehen am 30.7.2010


Nicht BACH – Meer sollt er heißen!
Fernsehsendung auf BR am 30. Juli 2010 um 00:10 Uhr bis 01:10 Uhr

Wer diesen wunderbaren Film über J.S. Bach verpasst hat sollte am 30.7.2010 um 00:10 Uhr das Bayerische Fernsehen einschalten.

Bach, dieser Ozean, ist unendlich und unausschöpfbar in seinem Reichtum an Einfällen und Harmonien! Mehr als 250 Jahre nach Bachs Tod stimmt der Vergleich mit dem Ozean noch immer. Wie die Musikwelt das Bach-Jahr 2000 beging, davon zeigt der Film von Friedrich Müller stattliche Portionen: mit den Großmeistern Rilling, Koopman, Herreweghe, Krapp, Schneidt, Perahia und Maisky, den Thomanern und Jacques Loussir.

FilmTrailer Ausschnitt:

Bach hält alles aus – die Swingle Singers, Chöre mit hundert Gurgeln oder mit zehn, Cembalo, Steinway und Akkordeon, Schlagzeug und Synhtesizer. Der Ozean Johann Sebastian Bach – unausschöpfbar noch heute. Der Film verschweigt nicht, dass vom Leben des Riesen fast nichts sicher überliefert ist außer ein paar ärgerlichen Episoden: eine Schlägerei, eine deprimierend kleinkarierte Affäre, ein einziges authentisches Bild. Verschollen aber sind hundert Kantaten und zwei Passionen.

Viel Freude am Bach-Film

Gruß Volker