Schlagwort-Archive: Rudolf Lutz Musikalischer Leiter

Ein emotionales Konzert von der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen fand am 17.8.2012 in Trogen statt


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J.S. Bach-Stiftung St. Gallen das vorgesehene Programm für den 17.08.2012

J.S. Bach-Stiftung St. Gallen das vorgesehene Programm für den 17.08.2012

Liebe Bachfreunde/innen!

Unser Besuch des vorgesehenen Konzertes der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen mit der Bach-Kantate –

BWV 199  „Mein Herze schwimmt im Blut“

wurde durch einen tragischen Unglücksfall abgeändert. Im Vorfeld musste bereits die vorgesehene Sopranistin Dorothee Mields durch Krankheit mit der Sopranistin Ulrike Hofbauer neu besetzt werden.

Durch einen tragischen Unglücksfall eines Continuisten der J.S. Bach-Stiftung in der Nacht vor dem Konzert wurde die Kantate kurzfristig abgesagt und durch Instrumentalwerke von J.S. Bach ersetzt.

Nähere Einzelheiten sind durch einen Nachruf der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen auf ihrer offiziellen Web-Seite zu erhalten.

H i e r 

In Memoriam des Verstorbenen gestaltete sich der Bach-Abend zu einer emotionellen Veranstaltung, die in uns unvergessen bleiben wird. Im vergangenen Jahr konnten wir sein bezauberndes Continuo-Spiel bewundern und erlebten einen warmherzigen Menschen. Das ging tief unter die Haut, ihn nicht mehr in der Gruppierung erleben zu dürfen und waren zutiefst betroffen, als uns die Nachricht im Vorfeld mitgeteilt wurde.

Aus diesem Grund möchte ich auf das Memoriam-Konzert vom 17.8.2012 nicht weiter eingehen da ich immer noch zutiefst betroffen bin und mich aufraffen muss, um überhaupt etwas dazu ausdrücken zu können.

Ich bitte darum um Nachsicht und werde aus den vorgenannten Gründen als ein Nachruf meinerseits einige Videos der J.S. Bach-Stiftung unter Mitwirkung des verstorbenen Continuisten einfügen.

Im Nachgang binde ich einige Bilder des Tages von Trogen mit ein.

Besucher-Gruppen zum Konzert in Trogen am 17.8.2012 an der Ev. reform. Kirche

Besucher-Gruppen zum Konzert in Trogen am 17.8.2012 an der Ev. reform. Kirche

Besucher-Gruppen zum Konzert in Trogen am 17.8.2012 am Vorplatz der Ev. reform. Kirche

Besucher-Gruppen zum Konzert in Trogen am 17.8.2012 am Vorplatz der Ev. reform. Kirche

Voll besetzte Reihen in der Ev. reformierten Kirche Trogen am 17.8.2012

Voll besetzte Reihen in der Ev. reformierten Kirche Trogen am 17.8.2012

Zum Abschluss ein Landschaftseindruck der herrlichen Umgebung von St. Gallen-Trogen..!!

Das herrliche landschaftliche Umfeld von St. Gallen-Trogen

Das herrliche landschaftliche Umfeld von St. Gallen-Trogen

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YouTube-Videos der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen als Memoriam unter Mitwirkung des verstorbenen Continuo-Spielers.

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Information zur J.S. Bach-Stiftung St. Gallen-Trogen / Schweiz:

Die J. S. Bach-Stiftung führt innerhalb von rund 25 Jahren das gesamte Vokalwerk von Johann Sebastian Bach auf. Jeden Monat wird im appenzellischen Trogen eine der über 200 Kantaten von Bach gespielt. Sämtliche Konzerte, Workshops und Reflexionen erscheinen auf DVD, die Texte auch in Buchform.

Link zur Bach-Stiftung: http://www.bachstiftung.ch/de/

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Traurige Bach-Grüße

Volker

Lutz in Lipz-Die Schweizer J.S.Bach-Stiftung mit Rudolf Lutz bei Bachfest


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So, da sind wir wieder auf Gralsgebiet. Diesmal konnte ich sogar meinen Mann dafür gewinnen, Leipzig incl. dem Meister einen Besuch abzustatten. Nachdem wir zuerst ein bisschen durch Gohlis geradelt sind mit einem Besuch des Schillerhauses, haben wir uns dann in einer Pinte mit Karl-Heinz und Iris getroffen. Die beiden waren ja nun schon eine Woche da und hatten musikalisch und privat einiges zu erzählen. Nach meinen letztjährigen Bachfest-Exzessen habe ich mich Konzert-technisch etwas zurückgehalten und habe für uns lediglich ein Konzert auf Volkers wärmste Empfehlung gebucht: J.S .Bach-Stiftung mit Rudolph Lutz / Musik von Thomaskantoren.

Ev.reform. Kirche Leipzig Konzert J.S. Bach-Stiftung St. Gallen

Ev.reform. Kirche Leipzig Konzert der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen

Dieses Jahr feiert der Thomanerchor nun sein 800 jähriges Bestehen, so ist es auch als Besonderheit anzusehen, dass sämtliche Thomaskantoren auch als Komponisten teils in überragender Qualität hervortraten, sie haben so ein Kompendium an geistlicher Musik geschaffen, dass in ihrer Geschlossenheit als ein Höhepunkt abendländischer Musik angesehen werden darf. Zudem haben sich viele um die Wiederbelebung, wenn nicht sogar Popularisierung des Bach´schen Erbes verdient gemacht. Heute werden folgende Werke von 3 Thomaskantoren aufgeführt

Johann Sebastian Bach: Christ unser Herr zum Jordan kam BWV 7

Moritz Hauptmann: Mein Seel ist stille zu Gott op 53 No. 1 / Nimm von uns, Herr Gott op. 34 / Kyrie aus Messe f-moll op. 18 / Herr, höre mein Gebet op. 40 Nr. 1

Johann Schelle: Christus der ist mein Leben

Solisten: Alex Potter, Altus / Julius Pfeifer, Tenor / Dominik Wörner, Bass

von links im Bild: Anselm Hartinger und Dirigent Rudolf Lutz

von links im Bild: Anselm Hartinger und Dirigent Rudolf Lutz

Um 19.00 Uhr gibt es dann eine Konzerteinführung von Rudolf Lutz, unterstützt von Anselm Hartinger, persönlich, in der kuscheligen, reformierten Kirche ist Lutz live und in Farbe und vor allem „nah dran“  zu erleben. Das ist schon echt stark, die Begeisterung für die Musik ist in jeder Bewegung zu spüren. Wir erfahren wie Schelle den Engelschor anstimmt, seine ersten Violinen als Fanfaren der Verkündigung einsetzt, wie die Musik den Atem anhält im Moment des Sterbens, angeblich wären die Leute, extra wegen der „zuckersüßen“ Musik in die Kirche geströmt! Wir hören wie Hauptmann seine ineinander verschmelzenden Chorsätze aufgebaut hat und dass er ursprünglich nicht die erste Wahl für das Thomaskantorat war, da er als Bratschist keinerlei Chorerfahrung hatte und auch Bach gesündigt hat, na wer hätt´s gedacht!

Die Kantate berichtet uns mit ihrem archaischem Charakter mit Untermalung der dahinrauschenden Wellen des Jordans und dem drastischen, missionarischen Text („ersäufen auch den bitteren Tod“) von der Taufe des Johannes. Sie kommt mit dem erhobenen Zeigefinger daher, was der Altus Alex Potter ausdrucksstark rüberbringt. Auch der Bass Dominik Wörner hat mir sehr gut gefallen, bei manchen koloraturreichen Arien werde ich jedoch das Gefühl nicht los, dass selbst waschechte Profis Bach´s Schwierigkeitsgrad nur mit Abstrichen bestehen.

Das ist bei den „Hauptmännern“ anders. Mit tollem Chorklang, präzisen Absprachen (kann mich nicht erinnern wann ich bei ´nem A-cappela Chor derartig gute End-Konsonant-Absprachen gehört habe) und schmelzigem Sound präsentieren sich die Schweizer. Auch die Abschnitte, die solistisch besetzt sind, bestechen durch glockenreinen, gut in den Gesamtklang eingepassten Passagen. Wunderschön auch die dynamischen Passagen.

Werkeinführung "Thomaskantoren" durch Rudolf Lutz - J.S. Bach-Stiftung

Werkeinführung „Thomaskantoren“ durch Rudolf Lutz – J.S. Bach-Stiftung St. Gallen

Dann Schelle: Das ist der melodiöse Höhepunkt des Abends. Von dem Enthusiasmus durch R. Lutz angesteckt, hören wir jetzt „Schelle – transparent“ und lassen uns von der phantastischen Musik mitnehmen. Mit Ausnahme von Bach waren dies keine Werke, die pompös daherkommen, sondern dies ist Musik von bodenständigen, bescheidenen Komponisten, die ihr Bestes für SOLI DEO GLORIA gegeben haben. Lutz verfügt über ein tolles Ensemble, viel Musikverständnis sowie auch musikdidaktische Fähigkeiten; es war kein spektakuläres Konzert (vielleicht habe ich auch jetzt zuviel Wagner gehört) -ohne dem ganzen einen negativen Anstrich zugeben-, eher mit der Aussage, hört zu, es gibt neben Johann Sebastian Bach auch noch andere Thomaskantoren, die tolle, hörenswerte Musik gemacht haben, die es nicht verdient haben ungehört zu bleiben, auch wenn sie  Bachs Genius nicht überstrahlen können. Wir dürfen also gespannt sein, was demnächst für ein frischer Wind aus der Schweiz weht.

Vokal- und Instrumental-Gruppe der J.S. Bach-Stiftung

Vokal- und Instrumental-Gruppe der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen

Was aber wirklich negativ war, dass Lutz trotz Standing Ovations keine Zugabe gegeben hat. Tipp von mir für dieses Programm: „Hauptmann-Die Nacht ist kommen“

Claudia

Sonderkonzert der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen zum Bachfest Leipzig 2012 am 13.6.2012 in der Ev. ref. Kirche


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Bachfest Leipzig 2012

Bachfest Leipzig 2012

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Liebe Leipziger Bachfest-Besucher/innen !

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Die J.S. Bach-Stiftung St. Gallen (Schweiz) veröffentlicht folgende Zusatzangaben zu ihrem Sonder-Konzert im Rahmen des Bachfestes 2012 in Leipzig.

Am Mittwoch, 13. Juni 2012 findet das Sonder-Konzert um 20:00 Uhr in der Ev. reformierten Kirche in Leipzig statt.

Eine Einführung zum Konzert wird an gleicher Stätte um 19:00 Uhr gegeben. Eine Platz-Reservierung findet zu beiden Veranstaltungen nicht statt so dass ein rechtzeitiges Erscheinen ratsam erscheint..!!

Programm:

Moritz Hauptmann (1792-1868)

 Thomas-Kantor

„Meine Seel‘ ist stille zu Gott“, op. 53 Nr. 1 /

„Herr, höre mein Gebet“, op. 40 Nr. 1

Kyrie, aus: Messe f-Moll, op. 18 /

„Nimm von uns, Herr Gott“, op. 34

Johann Schelle (1648-1701)

Thomas-Kantor

„Christus, der ist mein Leben“ /

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J.S. Bach-Stiftung St. Gallen Kantate: BWV 7 "Christ unser Herr zum Jordan kam"

J.S. Bach-Stiftung St. Gallen Kantate: BWV 7 „Christ unser Herr zum Jordan kam“

Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Thomas-Kantor

Kantate BWV 7 

Christ unser Herr zum Jordan kam

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Solisten:

Leitung:

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 Vorverkauf:

www.bachfestleipzig.de

oder www.eventim.de

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Die J.S. Bach-Stiftung führte im April 2012 in St. Gallen und im Mai 2012 beim Bach-Fest in Schaffhausen die Matthäus-Passion auf. Die nachfolgende Rezension dazu war überwältigend. Ein Download der Rezension – als PDF – der örtlichen Zeitung aus Schaffhausen kann vorgenommen werden.

   Download PDF-Rezenion – Matthäus-Passion 

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Ein neues Video von der J.S. Bach-Stiftung wurde auf  – YouTube – veröffentlicht:

Auszug vom BWV 184 „Erwünschtes Freudenlicht“

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Die Vorfreude auf Leipzig steigt und wünsche uns allen ein wunderbares Konzert-Erlebnis mit der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen.

Ich schlage vor, dass für alle Blog-Teilnehmer ein Treffen um 18:30 Uhr vor der Ev. reformierten Kirche in Leipzig vereinbart werden sollte.

Die Einführung zum Konzert beginnt um 19:00 Uhr.

Link zur Ev. reform. Kirche Leipzig: https://maps.google.de/maps?hl=de

Bis zum Wiedersehen in Leipzig herzliche Bach-Grüße

Volker

Ein bewegendes Konzert von der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen „Bach im Fluss“ am 23.9.2011


Evangelisch reformierte Kirche in St. Gallen-Trogen (Schweiz)

Liebe Bachfreunde/innen!

Es war eine fantastische Begegnung zum Konzert der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen-Trogen

„Bach im Fluss“

am 23. September 2011. Wir fühlten uns sofort mit eingebunden Dank der hervorragenden und liebevollen Betreuung vor Ort. Solches ist uns noch nie widerfahren und zeugt von der hervorragenden Gastfreundschaft, die die Schweizer Bachfreunde uns zu Gute kommen liessen es war ein Traumerlebnis das wir fest im Gedächtnis verankert haben..!! Dir lieber Daniel von der Bachstiftung herzlichen Dank für deinen selbstlosen Einsatz der umso großartiger anzurechnen ist, weil Du deinen Urlaub wegen uns unterbrochen hast.

Evangelisch reformierte Kirche St. Gallen-Trogen

Programm-Auszug:

Eine thematische Collage mit Ausschnitten aus Kantaten und Instrumentalwerken. Zusammengestellt von Arthur Godel und Rudolf Lutz.

Mit dem Spezialprogramm „Bach im Fluss“ wagen wir es, aus dem fast unermesslichen Oeuvre von J. S. Bach eine Auswahl zu treffen; Kantatensätze und Instrumentalwerke verbinden wir zu einem Kontinuum, einer «Strömung».

Die Urheber des Programms, der profunde Bach-Kenner (und frühere Programmleiter von Radio DRS 2) Arthur Godel und der musikalische Leiter der J. S. Bach-Stiftung, Rudolf Lutz, sind sich der Gefahren eines solchen Unterfangens wohl bewusst. Es könnte gekleistertes Potpourri entstehen, ein unerträgliches Bach-Gulasch anstelle einer gelungenen Bach-Collage.

Indes vermag der rote Faden einer klaren Programmidee dies zu vermeiden. «Bach im Fluss» beginnt mit der Choralzeile «Ach wie flüchtig, ach wie nichtig sind der Menschen Sachen» und mündet zum Schluss ins unendliche Meer der Ewigkeit. Am Ohr des Zuhörers ziehen insgesamt 17 Ausschnitte aus 10 Werken des Thomaskantors vorbei. Sie werden zusammengehalten durch den vitalen Grundpuls von Bachs Musik und eine theologische Vision: die flüchtige, irdische Zeit endet in der himmlischen Ewigkeit.

Diese Lebensreise wird von einem Gesangsquartett und dem Orchester der J. S. Bach-Stiftung St. Gallen unter der Leitung von Rudolf Lutz nachgezeichnet. Als Orientierungshilfe bekommen die Zuhörer ein Textheft mit auf den Weg. Die Erwartung der Programmschaffenden liegt darin, dass mit «Bach im Fluss» einer der bedeutendsten und originellsten Komponisten der Musikgeschichte für viele zur längst fälligen persönlichen Entdeckung wird.

Solisten

Beginn

  • 17.30 – 18.15 Einführungsworkshop mit Rudolf Lutz und Arthur Godel
  • 19.00 – 20.00 Spezialkonzert „Bach im Fluss“
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Die Anfahrt von unserem Übernachtungsquatier Hittisau im Bregenzer Wald nach Trogen ins Appenzeller Land  war ein landschaftlicher Hochgenuss. Nach passieren der österreichischen Grenze ging die Fahrt entlang des traumhaft liegenden Bodensees in Richtung St. Gallen und wurden von einer wunderbar im Appenzeller Land eingebetteten Ortschaft Trogen empfangen. Würdige und schmucke Häuser umsäumen den Landsgemeindeplatz an der Trogener Kirche und durften trotz Parkraumnot unseren PKW dort abstellen.

Wunderbar erhaltenes Gemeindehaus am Landsgemeindeplatz von St. Gallen-Trogen

Gegen 15:30 Uhr haben wir die Reformierte Kirche am Landsgemeindeplatz in Trogen erreicht und unternahmen für das Archiv eine kleine Fotosafari durch den herrliche Ort. Aufgrund einer ausgiebigen Zeitspanne – bis zum Beginn des Workshops konnten wir eine Probe in der Ev. reform. Kirche beiwohnen und waren von dem Eifer und Enthusiasmus des Orchesters ganz begeistert wie locker und im ständigen Gesprächsaustausch der rührige Leiter Rudolf Lutz mit seinem Orchester umging.

Probe am Nachmittag in der Ev. reformierten Kirche in St. Gallen-Trogen (Schweiz)

Als sehr gelungen und nicht akademisch vorgetragen empfanden wir  den ersten Höhepunkt den Einführungs-Workshop vor Beginn des Konzertes:  „Bach im Fluss“ mit dem Referenten und frühere Programmleiter von Radio DRS 2 – Arthur Godel  und dem Leiter/Dirigenten der Bachstiftung Rudolf Lutz. Eindrücklich und humorvoll wurde es so zu einem Zwiegespräch unter diesen zwei Bach-Experten das von Rudolf Lutz mit kenntnisreichen musikalischen Bachauszügen eindrücklich manifestiert wurde. Das ist das Besondere, was die J.S. Bach-Stiftung St. Gallen-Trogen dem Konzertbesuchern mit einem vorab gegebenen Einführungs-Workshop anbietet mit musikalischen Kantaten-Auszügen und textlichernAussagen zu den Bach-Werken ein Hintergrundwissen zu vermitteln was voll aufgeht und Schule machen sollte. Wir haben sehr viel Neues dazu in Erfahrung bringen können und im eigentlichen Konzert davon sehr profitiert.

Workshop-Referenten von links: ehemaliger Programm-Leiter von DRS 2 - Arthur Godel und Rudolf Lutz - Dirigent der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen-Trogen

Nach einer 3/4stündiger Pause mit einem Imbiss im gegenüberliegenden Gasthof Krone mit Köstlichkeiten aus dem Appenzeller Land angereichert, gab es den gewaltigen Höhepunkt mit dem Konzert: „Bach im Fluss“ mit Auszügen aus 10 verschiedenen Bach-Kantaten zu dem vorgegebenen Thema. Es wurden folgende Bach-Werke mit Auszügen daraus aufgeführt:

1. Teil Nachdenkliches zu Zeit und Ewigkeit;

So eilen unsere Lebenstage:

BWV 26 Choral: „Ach wie flüchtig, ach wie nichtig“  /

... bleibt ewig stehen…

BWV 1003 Andante aus der Sonate für Violine solo /

Wo gehest du hin?

BWV 166 Arie und Rezitativ für Bass: „Gleichwie die Regenwasser bald verfliessen“ / 

…..so kann die letzte Stunde schlagen…..

BWV 971 Cembalo-Improvisation nach dem „Italienischen Konzert, 2. Satz

BWV 26  „Ach wie flüchtig ach wie nichtig“ Eröffnungschor und

Tenor-Arie (A-Teil) „So schnell ein rauschend Wasser schiesst“

….so eilen unsere Lebenstage…..

BWV 1066 Forlane aus der Orchestersuite Nr. 1

….Ich hatte viele Bekümmernis in meinem Herzen….

BWV 21 Sinfonia aus der gleichnamigen Kantate

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2. Teil: Wir folgen all zum Freudensaal

BWV 172  Sopran „Komm lass mich nicht länger warten“ / Alt „Ich erquicke dich mein Kind“ / Sopran „Liebste Liebe, die so süsse aller Wollust Überfluss“ / Alt „Nimm von mir den Gnadenkuss“ /  Sopran „Sei im Glauben mir willkommen“ / Duett Sopran  und Alt (Zwiesprache von Seele und heiliger Geist) „Ich bin dein, und du bist mein!“

….komm du sanfter Himmelswind….

BWV 846 Präludium C-dur 1. Teil „Wohltemperiertes Klavier“

BWV 140 „Zion hört die Wächter singen“

…von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig….

BWV 1079 Sechsstimmiges Ricercar aus dem „Musikalischen Opfer“

BWV 245 Schlusschoral aus der Johannespassion: „Ach Herr, lass dein lieb Engelein“

…dass meine Augen sehen dich…

BWV 1011 Sarabande aus der Suite für Cello solo

BWV 31 Schlusschoral: „So fahr ich hin zu Jesu Christ“

…wird die Himmelstür auftun….

BWV 31 Eröffnender Orchestersatz: „Der Himmel lacht, die Erde jubilieret“

BWV 21 Schluss-Chor: „Das Lamm, das erwürget ist“

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Wer empfindet nicht beim Anhören Bach’scher Musik den grossen rhythmischen Fluss, den Puls der Zeit? Und hinter diesem Schlagen der Stunden die Vorstellung von Ewigkeit. Alle Ströme des Daseins gehen davon aus und fliessen dahin zurück…

(Auszüge aus dem Programmheft der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen-Trogen)

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Eine sehr gut gefüllte Kirche lies uns Großartiges erwarten. Die Vielfalt der o.a. Bachwerke waren von Arthur Godel und Rudolf Lutz zum Thema „Bach im Fluss“ fantastisch ausgewählt worden. Es wurden so herrliche Instrumental- und Vokalwerke zu Gehör gebracht so dass es einem sehr schwer fällt, hier etwas als ein Highlight zu benennen. Erwähnenswert die überragende Akustik der Trogener Kirche. So ist es nicht verwunderlich, dass diese Kirche für die Aufnahmen der Bach-Kantaten der ideale Ort ist..!!

Das Cello-Solo (Maya Amrein) – BWV 1011 „Sarabande „war ein akustischer Hochgenuss und ebenso das Violin-Solo  von Renate Steinmann mit dem „Andante“ aus dem BWV 1003, das wurde berührend vorgetragen und offenbarte ihre großartige Klasse  und Können.

Hervorheben möchte ich das „Zwiegespräch von Seele und heiliger Geist “ im Duett für Sopran und Alt aus dem BWV 172 „Ich bin dein, und du bist mein“ das war berührend, was diese großartigen Gesangs-Solisten: Ulrike Hofbauer (Sopran) und  der englische Altus – Alex Potter  vortrugen, das war himmlischer Gesang in Perfektion und trug uns für einen Moment in eine andere  h e i l e  Welt…!!

Gesangs-Solisten von links: Ulrike Hofbauer (Sopran) Alex Potter (Altus)

Der Chor bestand aus einer schlanken Variante mit einer Sängerin oder Sänger pro Stimme. Zwischen Vokal- und Instrumentalensemble soll so eine Gleichberechtigung bestehen und das war wunderbar gelungen. Die Heraushörbarkeit der Einzelstimmen wurde durch so eine Minimal-Besetzungzu einem Hörgenuss…!!

Sicherlich gehört der Schluss-Choral aus der Johannespassion sowie der Schlusschoral aus dem BWV 31 „So fahr ich hin zu Jesu Christ“ und der Schlusschoral aus dem BWV 21 „Das Lamm, das erwürget ist“ zu den zu erwähnenden Besonderheiten, da sie sehr emotional uns zu packen wussten. Da diese Werke zum Schluss des Konzertes angestimmt wurden, war es mit der Fassung vollends vorbei. Frenetischer Jubelgesang mit Pauken und Trompeten bezeugten den Hörer: „Die Himmelstür ist weit geöffnet worden“ und lässt unsere Herzen freudig zur Ruhe kommen……

Als Lohn aller Bemühungen brauste frenetischer Jubel am Ende des Konzertes auf, der nicht enden wollte nur durch eine Zugabe waren die aus dem Häuschen geratenden Hörer zu beruhigen. Es war ein Traumkonzert von einer Großartigkeit, das lange in uns haften bleiben wird.

Standing Ovations am Schluss für ein überragendes Bach-Konzert in der Ev. reformierten Kirche in St. Gallen-Trogen

Wir können nur folgendes empfehlen:

„Wer ein Bachkonzert live erleben möchte“ muss unbedingt die
Evangelisch reformierte Kirche in St. Gallen-Trogen/Schweiz 
aufsuchen, hier wird man mit großartigen Aufführungen von Bach-Werken verzückt..!!

Dank an alle hervorragenden Solisten und Instrumentalisten sowie dem rührigen Leiter: Rudolf Lutz und Arthur Godel, die uns einen wunderbaren Querschnitt aus den Kantaten von J.S. Bach zu kredenzten wussten. Ein unvergesslicher Konzert-Tag in der Schweiz verbunden mit einer liebevollen Gastfreundschaft ging leider viel zu schnell zu Ende. Die Gewissheit bleibt: „Wir kommen wieder“ denn der Leitspruch der J.S. Bach-Stiftung sagt es so genial aus: „B a c h  er lebt“ und das werden wir mit einem weiteren Besuch zu beherzigen wissen..!!

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Information zur J.S. Bach-Stiftung St. Gallen-Trogen:

Die J. S. Bach-Stiftung führt innerhalb von rund 25 Jahren das gesamte Vokalwerk von Johann Sebastian Bach auf. Jeden Monat wird im appenzellischen Trogen eine der über 200 Kantaten von Bach gespielt. Sämtliche Konzerte, Workshops und Reflexionen erscheinen auf DVD, die Texte auch in Buchform.

Link zur Bach-Stiftung: http://www.bachstiftung.ch/de/

Der Fernsehsender – tvo – strahlt jeweils am Sonntag um 11:00 Uhr eine Bachkantate von der Bach-Stiftung aus. Diese Sendung kann nach der Ausstrahlung nochmals für 6 Tage (Montag bis Samstag) aufgerufen und angesehen werden.

Link zum tvo:  http://www.tvo-online.ch/index.php?article_id=1594

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Herzliche Grüße

Volker

J.S. Bach-Stiftung in St. Gallen spielt sämtliche Bach-Kantaten-Werke ein


Durch einen reinen Zufall bin ich im Internet auf die hervorragende Web-Site der

„J. S. Bach-Stiftung“ in St. Gallen-Schweiz

gekommen und möchte einmal dieses tolle J.S. Bach-Projekt vorstellen.

Orchester «Schola Seconda Pratica» und Chor der Bach-Stiftung St.Gallen Schweiz

Es ist ein Kreis von großen Enthusiasten unter der Musikalische Leitung von Rudolf Lutz. In fünfundzwanzig Jahren – seit 2006 – werden sämtliche Bach-Kantaten aufgeführt und in Anderthalb Stunden vor dem Konzert finden für Interessierte Einführungs – Workshops durch den musikalischen Leiter der Gesamtaufführung, Rudolf Lutz, statt. Pro Abend gelangt lediglich eine Kantate, dafür aber zweimal, zur Aufführung. Zwischen den beiden Aufführungen wird eine Reflexion über den jeweiligen Kantaten-Text vermittelt. Danach wird man die Kantate anders hören als zuvor. Das ist ein genialer Weg, J.S. Bach dem Konzert-Besucher näher zu bringen und sollte auch in Deutschland Schule machen.

Aus der Sammlung der Reflexionen entsteht nach und nach eine «J. S. Bach-Kantaten anthologie des 21. Jahrhunderts»* in Buchform.

Buch-Veröffentlichung "Bach-Anthologie 2008" Bach-Stiftung St. Gallen-Schweiz

Die Bach-Kantaten werden außerdem auf DVD veröffentlicht. Meine Bestellung der ersten DVD mit dem Magnificat ging heute online raus und bin ganz gespannt auf der beiliegenden Broschüre zur Werksbeschreibung.

Link zum Online-Bücher-Shop der Bach-Stiftung in St. Gallen:

http://bach.omc.net/shop/index.php?cat=c1_DVD-s.html

Rudolf Lutz Musikalischer Leiter

Rudolf Lutz ist Dozent für Improvisation an der Schola Cantorum Basiliensis. An dieser Hochschule für Historische Aufführungspraxis unterrichtet er zusammen mit zwei Kollegen und zwei Assistenten rund 35 Studentinnen und Studenten der Abteilung Tasteninstrumente. An der Musikhochschule Basel erteilt er das Fach Generalbass und an der Hochschule für Musik und Theater Oratorienkunde. In Konzerten und Workshops ist er ein gefragter Spezialist für historische Improvisations-Praxis. 2006 wurde Rudolf Lutz zum künstlerischen Leiter der J.S. Bach-Stiftung, St.Gallen, berufen. Im Hinblick auf die geplante Gesamtaufführung von Bachs Vokalwerk hat Rudolf Lutz in Zusammenarbeit mit andern Musikern das Orchester «Schola Seconda Pratica» sowie ein ständiges Ensemble von Solisten und Chorsängern aufgebaut.

Auf  YouTube sind Konzertausschnitte von dem Orchester «Schola Seconda Pratica» mit den bereits aufgeführten Bach-Kantaten veröffentlicht worden.

Link: http://www.youtube.com/user/Bachstiftung

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Eine Einführung zum Projekt wurde in 2008 vom DRS gesendet und kann nachstehend aufgerufen werden.

DRS2 aktuell (15.12.08) „Bachs gesamtes Vokalwerk in Trogen“

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Diesbezügliche inhaltliche Angaben von der Web-Site der Bachstiftung St.Gallen:

«Seconda Pratica» bedeutet die «zweite Praxis» und meint die «nachfolgende» Schreibart. Dieser musikologische Fachbegriff bezeichnet jene basszentrierte Musik, welche sich um 1600 in Italien zu profilieren wusste. Bekannteste Beispiele dieser «modernen Art» sind die rezitativischen Teile von Monteverdis Opern. Man spricht deshalb bei der barocken Epoche auch vom Generalbasszeitalter.

Im Gegensatz dazu stand die altbewährte Schreibart, die «Prima Pratica». Diese «erste Praxis» meint die Vokalpolyphonie der verschiedenen niederländischen Schulen von Dufay bis Di Lasso. Es ist eine Musik, deren Stimmen gleichberechtigt nebeneinander stehen. Obschon das Bach’sche Oeuvre das Resultat seiner grossen musikalischen Neugierde für alte und neue Stile ist – es ist bekannt, dass Johann Sebastian Bach sich Zeit seines Lebens mit zeitgenössischen Strömungen wie auch historischen Stilen beschäftigte sind wir der Ansicht, dass seine Kantaten hauptsächlich aus dem Kern des Generalbasses zu verstehen und aufzuführen sind. Deshalb haben wir das Ensemble, das für die J. S. Bach-Stiftung konzertiert, «Schola Seconda Pratica» getauft.

Die Besetzungen für die verschiedenen Kantaten sind variabel. So können die oberen Streicherstimmen solistisch oder auch in der Grösse von 3 ersten und 3 zweiten Violinstimmen und 2 Violastimmen ausgeführt werden. Bach hat in seinen Aufführungen beide Varianten benützt. Die Generalbassgruppe ist mit einem Violoncello, Kontrabass, Cembalo und/oder Orgel das Zentrum der Musik. Die Bläserbesetzung ergibt sich aus den Anforderungen der einzelnen Kantaten. Für den Chor wählten wir eine schlanke Variante mit je drei bis vier Sängerinnen oder Sängern pro Stimme. Zwischen Vokal- und Instrumentalensemble soll eine Gleichberechtigung bestehen. Das modulare Personalkonzept erlaubt uns allerdings, den Chor bei Bedarf deutlich zu erweitern. Der Begriff «Schola» weist darauf hin, dass im Hinblick auf die langjährige Dauer unseres Vorhabens eine historisch orien tierte Orchesterschulung vorgesehen ist.

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Adresse: J. S. Bach-Stiftung
Jacqueline Neuburger, Sekretariat
Postfach 164
9004 St.Gallen-Schweiz

Telefon: 071 242 58 58
E-Mail: info@bachstiftung.ch

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