Archiv für den Monat August 2011

Biografie Andreas Scholl – Altus


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Andreas Scholl, © James McMillan/Decca
© James McMillan/Decca

Andreas Scholl wurde am 10. November 1967 im hessischen Städtchen Eltviller geboren und sammelte als Sopran bei den “Kiedricher Chorbuben” erste Erfahrungen mit dem klassischen Repertoire.

Andreas Scholl gelang es, seine Kopfstimme über den Stimmbruch hinaus zu erhalten. Seine außergewöhnliche Begabung wurde entdeckt und er entschloss sich, eine musikalische Ausbildung an der Schola Cantorum Basiliensis aufzunehmen. Zwischen 1987 und 1993 studierte Scholl bei Richard Levitt und René Jacobs in Basel. Mittlerweile ist er selbst als Dozent an der Schola Cantorum Basiliensis tätig.

Mit klarem Timbre, brillanter Artikulation und der Neugier für noch ungehörtes Repertoire machte er sich daraufhin einen Namen als Motor der Szene, indem er zum Beispiel seltene Kantaten und Motetten von John Dowland bis Antonio Vivaldi wieder vorstellte.

Die regelmäßige Arbeit mit angesehenen Ensembles wie dem Freiburger Barockorchester und der Akademie für Alte Musik Berlin, aber auch mit dem Australian Brandenburg Orchestra ließen ein breites Spektrum an Repertoire entstehen, dass von Duetten mit Laute (u.a. mit Andreas Martin, Laute, Werke von J.S. Bach) über Besetzungen mit Gambe und Cembalo bis hin zu großen Ensembleeinspielungen reicht.

Die Liste seiner Mitstreiter ist lang und umfasst unter anderem Philippe Herreweghe, René Jacobs, William Christie, John Eliot Gardiner, Paul McCreesh und Ensembles wie den Netherlands Bach Choir, Cantus Cölln, das Orchestra of the Age of Enlightenment, die Musica Antiqua Köln, der Akademie für Alte Musik und oder auch die Accademia Bizantina.

So ließen auch Auszeichnungen nicht auf sich warten. Bereits 1996 gewann Andreas Scholl den Baroque Vocal Prize bei den Gramophone Awards für seine Aufnahme von Vivaldis “Stabat Mater” mit dem Ensemble 415. Seither hat er viele weitere Ehrungen erhalten, so u.a. den Prix de l’Union de la Presse Musicale Belge oder den Vierteljahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik 1/2004. Im Mai 2006 erhielt Andreas Scholl für seine Einspielung „Arias for Senesino“ mit der Accademia Bizantina den Classical Brit Award als Sänger des Jahres.

Als Opernsänger wirkte Andreas Scholl bisher in verschiedenen Opern Händel’s mit. Sein Operndebüt erfolgte 1998 in Rodelinda als Bertarido unter der Leitung von William Christie. Den Julius Caesar spielte er in der gleichnamigen Oper u.a. in Kopenhagen.

Im Bereich der Popmusik verfolgt Andreas Scholl diverse Projekte, unter anderem in Zusammenarbeit mit der Band „Orlando und die Unerlösten“.

 

http://www.andreasscholl.ch/

http://www.bach-cantatas.com/Bio/Scholl-Andreas.htm

 

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Biografie Christoph Prégarien- Tenor


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Christoph Prégardien, Photo Marco Borggreve
© Marco Borggreve

Geboren 1956 in Limburg begann Christoph Prégardien seine musikalische Laufbahn als Domsingknabe. Später studierte er Gesang bei Martin Gründler und Karlheinz Jarius in Frankfurt, Carla Castellani in Milano und Alois Treml in Stuttgart, sowie Liedgesang bei Hartmut Höll an der Frankfurter Musikhochschule.

Als einer der herausragenden lyrischen Tenöre unserer Zeit arbeitet Christoph Prégardien u. a. mit den Dirigenten Barenboim, Chailly, Gardiner, Harnoncourt, Herreweghe, Luisi, Metzmacher, Nagano, Sawallisch, Thielemann u.a. zusammen. Zu seinem Repertoire gehören die großen Oratorien und Passionen aus Barock, Klassik und Romantik, aber auch Werke des 17. (Monteverdi, Purcell, Schütz) und des 20. Jahrhunderts (Britte, Killmayer, Rihm, Strawinsky).

Ganz besonders geschätzt ist Christoph Prégardien als Liedsänger. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet ihn mit seinen bevorzugten Klavierpartnern Michael Gees und Andreas Staier. Regelmäßig wird er zu Liederabenden nach Paris, London, Brüssel, Berlin, Köln, Amsterdam, Salzburg, Zürich, Wien, Barcelona und Genf und zu Konzertreisen durch Italien, Japan und Nordamerika eingeladen.

Oft wird Christoph Prégardien als Gastsolist von bedeutenden Orchestern verpflichtet. So trat er mit den Berliner und Wiener Philharmonikern, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, The English Baroque Soloists, dem Concertgebouworkest Amsterdam, der Dresdener Staatskapelle, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Philharmonia Orchestra London, der Philharmonie de Radio France, dem Boston und dem St. Louis Symphony Orchestra auf.

Einen wichtigen Teil seines Repertoires hat der Sänger auf inzwischen über 130 Tonträgern bei den Labels BMG, EMI, DG, Philips, Sony, Erato und Teldec dokumentiert. Seine zahlreichen Aufnahmen des deutschen romantischen Liedes – von Publikum und Fachpresse umjubelt – wurden mit Preisen wie dem Orphée d’Or der Académie du Disque Lyrique – Prix Georg Solti, dem Preis der deutschen Schallplattenkritik, dem Edison Award, dem Cannes Classical Award und dem Diapason d’Or ausgezeichnet.

Eine neue langfristige Zusammenarbeit verbindet Christoph Prégardien mit dem niederländischen Label Challenge Classics: als erste Produktion erschien 2008 Schuberts „Die schöne Müllerin“ mit Michael Gees, der im gleichen Jahr eine Aufnahme von Schuberts „Schwanengesang“ mit Andreas Staier folgte. „Die schöne Müllerin“ wurde während der MIDEM, der größten Musikmesse der Welt, mit dem MIDEM ,Record of the Year’ Award 2009 ausgezeichnet, zusätzlich erhielt das Duo Christoph Prégardien/Michael Gees den MIDEM ,Vocal Recitals’ Award 2009. Bereits im letzten Jahr wurde die Aufnahme mit hervorragenden nationalen und internationalen Rezensionen überhäuft (u.a. Grammophone, Editor‘s Choice & „Best of 2008“). Im Januar 2009 erschien ein Live-Mitschnitt als DVD beim Label EuroArts. Seit kurzem ist bei Challenge seine neue CD ”Between Life and Death” mit Michael Gees (Lieder von Schubert, Mahler, Wolf, Loewe u.a.) erhältlich und im September 2010 wurde seine Aufnahme des ”Italienische Liederbuchs” von Hugo Wolf mit Julia Kleiter und Hilko Dumno veröffentlicht. Im September 2011 wird das neue Programm Wanderer auf CD veröffentlicht, das – in Kammerensemblearrangements für das ensembleKONTRASTE – einen thematischen Bogen zwischen Liedzyklen von Schumann und Liedern von Killmayer und Mahler spannt.

Auf dem Gebiet der Oper hat Christoph Prégardien Fachrollen wie Tamino (Die Zauberflöte), Almaviva (Der Barbier von Sevilla), Fenton (Falstaff), Don Ottavio (Don Giovanni) und Monteverdis Ulisse an großen europäischen Häusern gesungen. Im Mai/Juni 2005 sang er die Titelrolle in „La Clemenza di Tito“ von W.A. Mozart an der Opéra National de Paris unter der Leitung von Sylvain Cambreling. Die Wiederaufnahme dieser Produktion erfolgt im September 2006. Sie erschien als DVD bei Opus Arte.

Ein wichtiger Aspekt im musikalischen Leben Christoph Prégardiens ist die intensive und vielfältige pädagogische Arbeit. Von 2000 bis 2005 leitete er eine Klasse an der Hochschule für Musik und Theater Zürich. Seit 2004 ist er Professor an der Musikhochschule Köln. In einer neuartigen Kombination aus DVD und Buch in der Reihe „Schott Master Class“ stellt er erstmals Fragen der Gesangstechnik und Interpretation in Wort, Bild und Ton vor. Filmbeispiele begleiten ihn in seinem Unterricht mit Meisterschülern.

Zusätzlich zu seinem Wirken als Sänger und Lehrer wird Christoph Pregarien im Frühjahr 2012 erstmals als Dirigent auftreten. Er wird J.S. Bachs Johannespassion dirigieren und mit dem Ensemble Le Concert Lorrain, dem Nederlands Kamerkoor und namhaften Solisten auf europaweite Tournee gehen.

http://www.pregardien.com/

http://www.bach-cantatas.com/Bio/Pregardien-Christoph.htm

 

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Radiotipps 29.8. – 3.9.2011


29.8.

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NDR
13-14
Klassik à la Carte

Sein Weg hieß Bach
Friederike Westerhaus im Gespräch mit Masaaki Suzuki

Seit 1995 spielt der Japaner Masaaki Suzuki gemeinsam mit seinem Ensemble, dem Bach Collegium Japan, die kompletten Bach-Kantaten ein. Zahlreiche CDs sind bisher erschienen und weitere werden folgen. Im Rahmen des diesjährigen Musikfestes Bremen wird unter seiner Leitung am 29. August um 20.00 Uhr in der St. Wilhadikirche in Stade die Matthäus-Passion zu hören sein.

„Sei eigenwillig!“

Masaaki Suzuki begann im Alter von 12 Jahren beim sonntäglichen Gottesdienst Orgel zu spielen. Nach seinem Studium an der Tokyo National University of Fine Arts and Music in den Fächern Komposition und Orgel setzte er seine Studien am Sweelinck-Konservatorium in Amsterdam bei Ton Koopman und Piet Kee fort. Seit 1990 ist er künstlerischer Leiter des Bach Collegium Japan, das sich vor allem durch seine Aufnahmen der Kantaten einen Namen gemacht hat. Suzuki lehrt als Professor für Orgel und Cembalo in Tokio und ist seit 2009 Professor für Chorleitung an der Yale University (USA). Noch heute prägt und begleitet ihn der Lehrsatz Ton Koopmans: „Mach es nicht so, wie ich es mache. Sei eigenwillig!“

Über die Eigenwilligkeit seiner Musik und seiner Aufführungspraxis spricht Masaaki Suzuki in Klassik à la carte. 

BR-klassik
20:03-22:00
Festspielzeit: Bachwoche Ansbach
Ensemble Baroque de Limoges
Viola da gamba und Leitung: Christophe Coin
Solist: Jan Willem Jansen, Cembalo
Johann Sebastian Bach: Französische Ouvertüre d-moll, BWV 831; Brandenburgisches Konzert Nr. 5 D-dur, BWV 1050;
Jean-Philippe Rameau: „Les fêtes d’Hébé“, Suite de danses;
Jean-Joseph Cassenéa de Mondonville: Sonate Nr. 4
Aufnahme vom 29. Juli 2011

3.9.

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BBC
Summer CD-Review
Darin:
ca. 11:45 – 12:00 (12:45 – 13:00)
Es werden Ausschnitter der neuen CD mit Arien und Motetten von Johann Christoph Bach „Welt, gute Nacht“ mit The English Baroque Soloists und Sir John Eliot Gardiner gesendet.
http://www.bbc.co.uk/programmes/b0145yyh

BR-Klassik
20:05-22:00

Festspielzeit: Bachwoche Ansbach
Ensemble Resonanz
Solisten: Hanna Elisabeth Müller, Sopran; Jan Kobow, Tenor; Michael Nagy, Bass
Johann Sebastian Bach: „Schweigt stille, plaudert nicht“, BWV 211; „Mer hahn en neue Oberkeet“, BWV 212; Benjamin Britten: „Simple Symphony“, op. 40; Bernd Alois Zimmermann: Konzert
Aufnahme vom 5. August 2011

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den 10. Sonntag nach „Trinitatis“


Thomas-Kirchhof in Leipzig

Thomas-Kirchhof in Leipzig

Liebe Bach-Freunde !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 28.08.2011 begehen wir den  10. „Sonntag nach Trinitatis“

Der 10. Sonntag nach Trinitatis bildet den ungefähren Mittelpunkt der Trinitatiszeit und hat daher eine besondere Stellung. Dies wird dadurch unterstrichen, dass er sich dem Verhältnis der Kirche zum Volk Israel widmet, ein Thema, das von großer Bedeutung für die christliche Kirche ist. Die Überlegungen dazu werden selbstverständlich auch den Holocaust und die neonazistischen Strömungen in unserer Gesellschaft beinhalten müssen. Auf der anderen Seite dürfen die Unterschiede nicht übersehen werden.
Allerdings ist es wichtig, dass wir erkennen, dass unsere Wurzeln im Volk Israel, dem Volk Gottes, verankert sind, und nicht ins Leere greifen. Die Erkenntnis des Paulus, dass das Volk Israel nicht verworfen ist (Röm 11, 25-31), muss maßgeblich sein für unser Reden über und vor allem mit diesem Volk.

Am 10. Sonntag nach Trinitatis denkt die Kirche besonders an das Volk Israel und daran, dass Jesus selbst diesem Volk angehört. Das Leid, das Jesus um sein Volk trug, weil es sich nicht bekehren wollte, gibt uns kein Recht, Israel als das verworfene Volk zu bezeichnen. Vielmehr hören wir von Paulus, dass Israel um unsretwillen mit Blindheit geschlagen ist, damit wir selig werden; danach aber auch das Volk Israel als das wahre Volk Gottes.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den 10. Sonntag nach Trinitatis

BWV    46 –  Schauet doch und sehet, ob irgend ein Schmerz sei

BWV 101 –  „Nimm von uns, Herr, du treuer Gott

BWV 102 –  Herr, deine Augen sehen nach dem Glauben

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Im Radio Live: 

„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 28.08.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-

Link: http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 „Geistliche Musik“ – Programmauszug:

Johann Sebastian Bach

BWV 46  „Schauet doch und sehet, ob irgend ein Schmerz sei“,  Kantate zum

10. Sonntag nach Trinitatis für Alt, Tenor, Bass, Bläser, Streicher und Basso continuo;

Bogna Bartosz, Alt; Jörg Dürmüller, Tenor; Klaus Mertens, Bass; Amsterdam Baroque Orchestra,

Leitung: Ton Koopman

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/ YouTube: BWV 46 – 

 Schauet doch und sehet, ob irgend ein Schmerz sei“  (Interpret: J.E. Gardiner)

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Kantaten-Beschreibung zum BWV 46, 101 und 102

für den 10. Sonntag nach Trinitatis !

(Kantaten für den 10. Sonntag nach Trinitatis, Aufführungsort: Dom in Braunschweig 

am 27. August 2000)

Gardiner – Ausführungen zum BWV 46  – Schauet doch und sehet, ob irgend ein Schmerz sei

Nur hin und wieder während der Trinitatiszeit, in der fast unablässig die Dinge in den Vordergrund gestellt werden, die den Glauben eines guten Lutheraners ausmachen, vom Nicänischen Bekenntnis zu den zehn Geboten über das Vaterunser bis hin zum Katechismus und so fort, verweist ein heftiger Pfeil auf die Geschichte des Neuen Testamentes und das Leben Christi. Am zehnten Sonntag nach Trinitatis erfahren wir nun aus der Lesung des Evangeliums (Lukas 19, 41–48), wie Jesus die Zerstörung Jerusalems weissagte und in welcher Beziehung diese Prophezeiung zu seiner eigenen Leidensgeschichte steht. Diese Verbindung wäre zu Bachs Zeiten durch die damals gängige Praxis untermauert worden, an diesem Sonntag im Vespergottesdienst Josephus’ Bericht über die Einnahme Jerusalems durch den Kaiser Titus zu verlesen, die im Jahre 70 tatsächlich stattgefunden hatte und die wohl immer noch die Gemüter der Menschen bewegte, deren Familien im Dreißigjährigen Krieg erlebt hatten, wie zahlreiche deutsche Städte verwüstet oder zerstört worden waren.

So begegnen in diesem Libretto eines anonymen Autors, der Bachs erste Leipziger Kantate für diesen                           Sonntag, BWV 46 „Schauet doch und sehet, ob irgendein Schmerz sei“, mit einem Zitat aus dem Alten Testament (Klagelieder Jeremias 1,12) einleitet, die Zeitalter von Jeremia, Jesus und Josephus plötzlich zur Einheit verschmolzen – ein Zeichen dafür, wie beeindruckend diese Geschichte war mit ihren lebendigen, aufrührenden Mustern von Zerstörung und Wiederaufbau, Gottes Zorn und Christi Barmherzigkeit. Sollte unter den Gläubigen, die an jenem warmen Sonntagmorgen im August 1723 in der Leipziger Kirche versammelt waren, jemand einen Augenblick wankelmütig werden, so war eine geballte Ladung fällig! Josephus’ erschütternder Augenzeugenbericht taucht noch einmal in einer Leipziger Choralsammlung aus dieser Zeit auf, vom Pfarrer wurde sowieso erwartet, dass er wetterte und in seiner Predigt eine scharfzüngige Tracht Prügel verabreichte, und Bach, der sich mit einer rein verbalen Schimpftirade nie aus dem Feld schlagen ließ, trat mit einer Kantate auf den Plan, die mit jeder Note ebenso aufrüttelte, wie es BWV 105 Herr gehe nicht in Gericht am vergangenen Sonntag getan hatte, mit der sie thematisch und in ihrer formalen Anlage einige Merkmale teilt.

Bach steht in einer langen Reihe von Komponisten, angefangen bei Gesualdo und Victoria, die das Zitat aus dem Klageliedern, ‚Schauet doch und sehet, ob irgendein Schmerz sei wie mein Schmerz’, auf bewegende Weise vertont haben (dazu gehört natürlich auch Händel mit seinem Messiah zwei Jahrzehnte später). Bachs Anfangschor ist auf Anhieb vertraut als das ‚Qui tollis’ aus der Messe in h-moll, zu dem es ein früher Entwurf war, allerdings mit ein paar kleinen Unterschieden: in der Tonart (d-moll statt h-moll), in der Rhythmik (kein neuer Impuls durch die Celli auf allen drei Zählzeiten der Takte) und in der Instrumentierung (Blockflöten statt Traversflöten und zusätzlich zwei Oboen da caccia und ein corno a tirarsi zur Verdopplung der Gesangslinien bei ihrem zweiten Einsatz, was dem Vortrag des Chors und dem Gesamtgefüge eine unerwartete Intensität gibt).

Hinzu kommt ein atmosphärisches, sechzehn Takte umfassendes Instrumentalvorspiel, das dazu dient, das Schicksal Jerusalems als Symbol für den bröckelnden Glauben der Christen zu präsentieren, kommentiert von einem untröstlichen Schluchzen aller drei hohen Streichinstrumente. Mit der nächsten Überraschung wartet die Choralfuge auf, die aus dieser vertraut klingenden Klage hervorbricht. Sie beginnt mit nur zwei, vom Continuo begleiteten Gesangslinien, die sich auffächern zu einem Gefüge, an dem zuweilen bis zu neun Stimmen beteiligt sind. Sie ist kompromisslos in ihrer kontrapunktischen Wildheit und grimmigen, dissonanten Harmonik. Christus mag weinen über Jerusalem, erklärt uns Bach (Präludium), doch das hindert Gott nicht daran, ihn ‚voll Jammers’ zu machen ‚am Tage seines grimmigen Zorns’ (Fuge). Whittaker beschreibt die Wirkung dieser Fuge als ‚ungeheuer kraftvoll und grausig’ und kommt zu dem Schluss‚ für den Chor sei sie ‚das schwierigste Werk, das Bach je geschrieben hat’. Das sicherlich nicht. Mir fallen mindestens ein halbes Dutzend andere Werke ein, mit denen wir uns allein in diesem Jahr befasst haben und die technisch schwieriger zu bewältigen sind. Aber sie ist ganz bestimmt eine der mächtigsten und kämpferischsten Fugen in Bachs Kirchenkantaten überhaupt – und am Ende sind alle völlig ermattet.

Das Accompagnato für Tenor (Nr. 2) verweist auf Jerusalems Schuld als Grund für die Zerstörung der Gottesstadt. Da Jesu Tränen (klagende, fünfnotige Figuren auf den paarigen Blockflöten) unbeachtet geblieben sind, werden nun bald ‚des Eifers Wasserwogen’ ihre sündigen Bewohner verschlingen – das Stichwort für eine der seltenen ‚Tsunami’-Arien bei Bach, für Bass, Trompete und Streicher (Nr. 3). Ist es wirklich nur die bessere Qualität und der größere Reiz, den diese Musik bietet, dass sie so sehr viel imposanter und auch beängstigender wirkt als jede andere opernartige ‚Sturm’-Arie dieser Zeit – von Vivaldi oder Händel zum Beispiel? Man könnte auch auf die in ihr enthaltene Anspielung auf die göttliche Rache verweisen – ‚dein Wetter zog sich auf von weitem’ –, auf die Besonderheit, dass hier nicht der Solist oder eine ‚Figur’ donnert und tobt, sondern dass dieses Wüten durch den Sänger und Prediger objektiviert und durch Trompete und Streicher zu seinem ‚Soundtrack’ verdichtet wird und auf diese Weise den Hörer vor seinem drohenden Untergang warnt – der aufziehende Sturm ‚muss dir unerträglich sein’.

Eine völlig konträre Stimmung bietet die folgende Alt- Arie (Nr. 5), die als Quartett mit zwei Blockflöten und zwei unisono geführten, die Basslinie liefernden Oboen da caccia angelegt ist und das Toben des Sturms und der Vergeltung unterbindet. Das Versprechen der Erlösung durch die versöhnliche Rolle Jesu, der Gott in seinem Zorn davon abhält, ‚seinen Schafen und Küchlein’ Leid geschehen zu lassen, war im Jahrhundert zuvor für die Deutschen in den Zeiten der Not der Rettungsanker gewesen, und falls es sich nun, da sich der Sturm verzogen hat, jemand zu gemütlich gemacht haben sollte, ist er auch gleich wieder da in fünf dramatischen Takten, als sollte betont werden, auf welche Weise Jesus dafür sorgt, ‚dass die Frommen sicher wohnen’.

In seinem abschließenden Choral führt Bach beide Enden seines instrumentalen Spektrums zusammen, Trompete und Streicher, die bisher Gottes grimmige Seite vertreten haben, und die flauti dolci (oder Blockflöten), die das Symbol für Christi Tränen und Barmherzigkeit waren und nun zwischen den Zeilen des Chorals vereinzelte kleine Episoden zugewiesen bekommen. Erst in den letzten paar Takten gelangen die Blockflöten, die in ihren merkwürdigen kleinen Arabesken erniedrigte und natürliche E ausgetauscht haben, zur Einigung und etablieren sich auf E. Sollen wir also den abschließenden D-(dur)- Akkord als Tonika, als symbolische Rückkehr zur Tonart (d-moll) des Anfangssatzes hören, oder als Dominante – oder in absichtlicher Doppeldeutigkeit irgendwo in der Schwebe dazwischen? Gehörte diese letzte Zeile, ‚uns nicht nach Sünden lohne’, von Anfang an zu Meyfahrts Choral (1633), oder ist sie eine spätere Ergänzung, Bachs besondere Art, seine Hörer darauf hinzuweisen, dass für Gottes Barmherzigkeit keine Garantie gegeben ist, sondern dass sie auf seine Gnade angewiesen sind? Das sind nur einige der ungeklärten Fragen, abgesehen von den sogar noch größeren Unstimmigkeiten bei der Artikulation der erhalten gebliebenen Instrumentalparts, als wir sie angesichts des unvollständigen Materials, das wir für unsere Aufführungen zur Verfügung haben, gewohnt sind.

Die Antithese zwischen Gottes Zorn und Barmherzigkeit tritt noch einmal in den beiden späteren Kantaten Bachs für diesen Sonntag zutage, doch ohne direkten Bezug auf den Bericht des Evangeliums, Jesus habe über das Schicksal Jerusalems geweint.

© John Eliot Gardiner 2008
Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen für den 8. und 10. Sonntag nach Trinitatis:

               Link:     h i e r  zum Download als PDF  Gardiner 

  Künstler-Beitrag –  Link: Künstlerbeitrag Jane Rogers, Bratsche  

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/ YouTube: BWV  101 – 

  „Nimm von uns, Herr, du treuer Gott (Interpret: unbekannt)

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/ YouTube: BWV 102 – 

 Herr, deine Augen sehen nach dem Glauben“   (J.E. Gardiner)

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CD für den 10. Sonntag nach „Trinitatis“ 
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Link:   CD’s  Bach-Kantaten:
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Cover: CD’s – SDG 147 – Vol.  5
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BWV 46  “Schauet doch und sehet, ob irgend ein Schmerz sei“ 

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 147 – Vol.  5 – CD  2

BWV 101 “Nimm von uns, Herr, du treuer Gott“ 

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 147 – Vol.  5 – CD  2

BWV 102  Herr, deine Augen sehen nach dem Glauben“ 

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 147 –  Vol. 5 – CD 2
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Ich wünsche allen Besuchern einen schönen 10. Trinitatis-Sonntag..!!

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Herzliche Urlaubs-Grüße aus Österreich

Volker

Biografie Julia Fischer – Violine


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Julia Fischer, © Decca, Uwe Arens
© Decca, Uwe Arens

1983 in München als Tochter deutsch-slowakischer Eltern geboren, gehört Julia Fischer zu den führenden Geigensolisten, die Zuhörer rund um die Welt mit ihrer Musik begeistern. Sie begann ihren musikalischen Lebensweg im Alter von knapp vier Jahren und wurde bereits im Alter von neun Jahren als Jungstudentin von der renommierten Geigenprofessorin Ana Chumachenco unterrichtet.

Ein entscheidender Meilenstein ihrer rasanten Karriere war der Gewinn des internationalen Yehudi-Menuhin-Wettbewerbs 1995 unter der Leitung des großen Geigers. Im Jahr darauf gewann sie den 8. Eurovisionswettbewerb für Junge Instrumentalisten. Seither musiziert Julia Fischer mit namhaften Dirigenten und führenden Orchestern der Welt. Viele ihrer Konzerte wurden vom Fernsehen und Rundfunk live übertragen oder aufgezeichnet. 2006 wurde Julia Fischer in die Jahrhundert-Geiger-CD-Edition der Süddeutschen Zeitung aufgenommen. 2007 erhielt sie den international hoch angesehenen Gramophone Award als Artist of the Year und 2009 erhielt sie den gleichen Titel bei der MIDEM Klassik in Cannes. Im Mai 2011 verlieh ihr die Stiftung Kulturförderung den Deutschen Kulturpreis.

Die Saison 2010/2011 begann Julia Fischer mit einem Auftritt bei den BBC Proms mit dem London Philharmonic Orchestra unter Vladimir Jurowski. Ein Höhepunkt ihrer Laufbahn war ihr „vorzügliches Philharmoniker-Debüt“ (Salzburger Nachrichten) bei den Salzburger Osterfestspielen 2011 mit den Berliner Philharmonikern, wo sie das Violinkonzert von Glazunow spielte. 2010/2011 ist Julia Fischer Artist in Residence beim Orchestre Philharmonique de Monte Carlo und in Baden-Baden.

Eine Rezitaltournee mit Martin Helmchen, mit dem sie in der vergangenen Saison eine viel gepriesene Einspielung der Schubert-Sonaten herausgebracht hat (Pentatone), führte Julia Fischer Ende 2010 durch Deutschland, nach Spanien und London. Eine enge Zusammenarbeit verbindet Julia Fischer mit der Academy of St. Martin in the Fields, die sie regelmäßig leitet, so in dieser Saison bei einer Schweiz-Tournee.

Im Mai 2011 war Julia Fischer beim Cleveland Orchestra unter Franz Welser-Möst zu Gast. Sie gastiert regelmäßig in den USA: beim Chicago Symphony Orchestra, Cincinnati Symphony Orchestra, San Francisco Symphony Orchestra, Philadelphia Orchestra, Los Angeles Philharmonic, Boston Symphony Orchestra oder beim New York Philharmonic Orchestra.

Julia Fischer ist eine leidenschaftliche Kammermusikerin. Zu ihren Kammermusikpartnern zählen u. a. Jean-Yves Thibaudet und Daniel Müller-Schott.

Sie ist zu Gast bei den großen Festivals weltweit, so u. a. bei London’s Mostly Mozart Festival, dem Aspen Music Festival, dem Ravinia Festival, dem Festival Lucerne, dem Prager Frühling, dem St. Petersburg Winter Festival, beim Schleswig-Holstein Musik Festival und den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern. Ihr eigenes Festival Julia Fischer und Freunde findet dank der Kreissparkasse München-Starnberg alle zwei Jahre in ihrer Heimat statt, so wieder im Sommer 2012.

In der Saison 2007/2008 gab Julia Fischer, die nie das Klavierspielen aufgegeben hat, in der Alten Oper Frankfurt ihr Debüt als Pianistin mit Griegs Klavierkonzert und spielte im selben Konzert auch noch ein Violinkonzert von Saint-Saëns. Dieses viel gelobte Konzert wurde von der Unitel mitgeschnitten und im August 2010 als DVD bei Julia Fischers Exklusiv-Label Decca veröffentlicht.

Mit den Bach-Konzerten brachte Julia Fischer 2009 ihr Debüt-Album bei der Decca heraus (Academy of St. Martin in the Fields), 2010 folgten die Caprices von Paganini. Im April 2011 erschien ihre aktuelle CD Poème mit Werken von Chausson, Respighi, Suk und Vaughan Williams. Ihre Einspielungen stoßen auf höchstes Lob bei den international wegweisenden Medien.

Ihre ersten CDs veröffentlichte Julia Fischer bei dem Label PentaTone: darunter die Russischen Violinkonzerte (2004) und Tschaikowskys Violinkonzert (2006) – jeweils mit dem Russischen Nationalorchester unter Yakov Kreizberg -, die beide mit dem Echo Klassik ausgezeichnet wurden. Für Bachs Sonaten und Partiten erhielt sie den BBC Music Magazine Award 2006 Best Newcomer, den französischen Choc der Monde de la Musique und den Diapason d’Or de l’Année. Im Rahmen einer großen Tournee spielte sie die Sonaten und Partiten Anfang 2010 in den renommiertesten Sälen Europas.

Julia Fischer beschäftigt sich auch mit zeitgenössischer Musik: Gemeinsam mit Jean-Yves Thibaudet und Daniel Müller-Schott brachte sie ein Klaviertrio von Matthias Pintscher zur Uraufführung. In der Saison 2006/2007 spielte sie gemeinsam mit dem Netherlands Philharmonic Orchestra Lorin Maazels Violinkonzert, außerdem das Violinkonzert von Nicholas Maw beim Aspen Music Festival. Im September 2012 wird sie das ihr gewidmete 2. Violinkonzert von Matthias Pintscher uraufführen.

Julia Fischer wird zum 1. Oktober 2011 auf eine Professur an die Hochschule für Musik und Theater München berufen. Sie kehrt damit als Dozentin an die Hochschule zurück, an der sie von Ana Chumachenco ausgebildet wurde. Da sie weiterhin weltweit konzertiert, unterrichtet sie an der Hochschule im Umfang einer halben Stelle. Im Alter von gerade mal 23 Jahren hatte Julia Fischer 2006 bereits in Frankfurt eine Professur übernommen.

Julia Fischer spielt auf einer Geige von Giovanni Battista Guadagnini aus dem Jahre 1742.

http://www.juliafischer.com:8080/index.jsp?lang=de

http://www.ks-gasteig.de/kuenstleragentur/kuenstler/violine/julia-fischer/index.html

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Biografie Gerd Türk – Tenor


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Gerd Türk
Gerd Türk

Gerd Türk erhielt seine erste stimmliche und musikalische Ausbildung als Singknabe an der Kathedrale zu Limburg. Nach dem Studium von Musikerziehung, Kirchenmusik und Chorleitung in Frankfurt/Main setzte er seine gesangliche Ausbildung an der «Schola Cantorum Basiliensis» bei Richard Levitt und René Jacobs und in Meisterkursen bei Ernst Haefliger, Hanno Blaschke und Norman Shetler fort.

Als Konzertsänger arbeitete er mit führenden Ensembleleitern der Alten Musik zusammen, wie Ton Koopman, René Jacobs, Philippe Herreweghe, Jordi Savall, Frans Brüggen u.a. Konzertreisen führten ihn in nahezu alle europäischen Länder, nach Australien, Nord-/Südamerika, Südostasien und Japan. Mittlerweile gilt er als einer der führenden Bach-Tenöre in Deutschland und wird für seine farbige Gestaltung der Evangelisten-Partien gerühmt. So war er an der szenischen Aufführung der Matthäus-Passion beim Perth International Art Festival (2005) beteiligt. 2008 sang er erstmals für die J.S.Bach-Stiftung in St. Gallen.

Gerd Türk war mehr als 10 Jahre Mitglied des Ensembles «Cantus Cölln» unter Konrad Junghänel und arbeitet seit langem mit dem Ensemble «Gilles Binchois» (Ltg. Dorninique Vellard) zusammen, das sich auf die Wiedergabe mittelalterlicher Musik spezialisiert hat.

Opernproduktionen führten ihn an die Bühnen in Montpellier, Innsbruck, Antwerpen und Madrid. Zuletzt nahm er an einer Produktion der «Nederlandse Reisopera» mit MonteverdiMadrigalen und in Monteverdi‘s «Orfeo» am «Teatro del Liceu» in Barcelona teil.

Seine Diskographie umfasst rund 100 CD-Produktionen, von denen zahlreiche mit internationalen Schallplattenpreisen ausgezeichnet wurden. Er ist regelmäßig beteiligt an der Gesamtaufnahme des Vokalwerks von J.S. Bach mit dem «Bach Collegium Japan» (unter Masaaki Suzuki), die von der internationalen Presse mit viel Anerkennung aufgenommen wurde.

Gerd Türk ist seit dem Jahr 2000 Lehrer für Barockgesang und Ensemble an der «Schola Cantorum Basiliensis» und gibt Meisterkurse in Spanien und an der „University of Fine Arts“ in Tokyo

http://www.scb-basel.ch/index/112691

http://www.bach-cantatas.com/Bio/Turk-Gerd.htm

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J.S.Bach-Stiftung St. Gallen – eigene wöchentliche TV-Sendung mit Bach-Aufführungen auf Schweizer Sender TVO


Die Schweizer J.S.Bach-Stiftung aus St. Gallen bekommt ihre eigene TV-Sendung! Ab sofort werden ihreBach-Aufführungen jeden Sonntag ab 11 Uhr auf TVO ausgestrahlt. Die 90-minütigen Sendungen umfassen Werkeinführung, Kantate und Reflexion.
Weitere Infos unter www.bachstiftung.ch

Die erste Sendung „Bach er lebt“ vom 21.8.2011 auf TVO kann jetzt im Archiv nachgeschaut werden: Einführungsworkshop, Kantate BWV 156 „Ich steh mit einem Fuss im Grabe“ sowie Reflexion von Gottfried Schatz. Alles in voller Länge. Viel Vergnügen!

Hier der Link zu dieser Sendung:
http://www.tvo-online.ch/index.php?article_id=1594

Das Abendprogramm ist als PDF verfügbar:
http://www.bachstiftung.ch/media/filer_public/2011/01/13/2010_abendprogramm_bwv_156.pdf

Biografie Gotthold Schwarz – Bass


 

Gotthold Schwarz wurde im sächsischen Zwickau geboren und hatte schon frühzeitig intensiven Kontakt zur Musik durch seinen Vater, der Kantor an der dortigen Pauluskirche war. 1964 wurde er Mitglied des Leipziger Thomanerchores, dem er seitdem auf das engste verbunden ist: zunächst als Stimmbildner des Chores, berufen 1979 vom damaligen Thomaskantor Hans-Joachim Rotzsch; später dann als ständiger Solist bei den Kantaten- und Oratorienaufführungen des Chores; und schließlich 1992 und 1999 sowie abermals 2002/2003 als interimistischer Thomaskantor bzw. dessen Stellvertreter, als er sämtliche gottesdienstlichen und konzertanten Aufführungen des Chores übernahm und die Thomaner ebenso auf ihren Konzertreisen leitete wie auch bei den Konzerten im Gewandhaus, in der Thomaskirche oder bei den Leipziger Bachfesten.

Nach Abschluss seines kirchenmusikalischen Studiums in Dresden, studierte Gotthold Schwarz Kirchenmusik und Gesang an der Leipziger Hochschule für Musik. Dabei zählten zu seinen wichtigsten Lehrern Hans-Joachim Rotzsch, Max Pommer, Gerda Schriever und Hermann-Christian Polster. Daneben konnte er seine Studien bei Peter Schreier, Helmuth Rilling und Phillippe Huttenlocher weiter vervollständigen. Zu jener Zeit schon begann er mit seiner regen Konzerttätigkeit als Solist, die ihn zu einem der am meisten gefragten Oratoriensänger machte. Dabei ist er mit den namhaftesten Ensembles und Dirigenten aufgetreten, so dem Monteverdi Choir, den English Baroque Soloists und John Eliot Gardiner, dem Collegium Vocale Gent und Phillippe Herreweghe, mit Il Giardino Armonico und Gustav Leonhard, dem Kammerchor Stuttgart und Frieder Bernius, dem Kölner Kammerchor und Peter Neumann, der Rheinischen Kantorei und Hermann Max, dem RIAS Kammerchor und Marcus Creed, dem Nederlands Kammerkoor oder der Nederlands Bachverniging, dem Leipziger Gewandhausorchester sowie der Dresdner Staatskapelle.

Als Oratoriensänger hat sich Gotthold Schwarz jedoch stets verpflichtet gefühlt, sich mit dem jeweiligen Werk nicht allein unter sängerischen, sondern auch unter dirigentischen und chorleiterischen Aspekten auseinanderzusetzen. Diese Einstellung hat ihn ebenso zu einem überaus geschätzten Sängerkollegen gemacht, wie sie von Bedeutung wurde für seine zahlreichen eigenen Dirigierverpflichtungen – ob bei den Thomanern, oder den eigenen Ensembles. Gotthold Schwarz, der aus dieser Einstellung heraus schon zu Beginn der 80er Jahre das Concerto Vokale und 1989 dann das Sächsische Barockorchester gegründet hatte, vereinigt auf diese Weise in einer für die Chormusik geradezu idealen Weise den Sänger und den Dirigenten in einer Person. Dabei gilt sein besonderes Interesse den Vokalwerken der Bach-Familie sowie insgesamt der Musik des deutschen Barock. Zahlreiche CDs und Rundfunkproduktionen belegen seine umfassende künstlerische Tätigkeit.

Neben Konzert und Oper widmet sich Gotthold Schwarz in den letzten Jahren verstärkt dem Liedgesang, wobei ihn ein weit reichendes Repertoire vom Barock bis zur Moderne auszeichnet. Mit den aktuellen Programmen “Bach und Norddeutschland“ und Schuberts “Winterreise“ sowie als Solist bei verschiedenen Oratorienaufführungen wird er in dieser Saison bundesweit sowie u. a. in der Schweiz, Russland und Argentinien zu hören sein. Am 10. Juni 2016 wurde Gotthold Schwarz vom Stadtrat Leipzig zum offiziellen 17. Thomaskantor gewählt. Am 4. Oktober 2017 zeichnete der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue den Leipziger Sänger, Chorleiter und Dirigenten Gotthold Schwarz mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland aus. Der Leiter des Thomanerchores und Kantor der Thomaskirche habe sich um die Förderung Alter Musik verdient gemacht. Außerdem habe er in den vergangenen Jahrzehnten wesentlich dazu beigetragen, dass der Thomanerchor ein kulturelle Aushängeschild der Bundesrepublik sei.

http://www.barocktrio-gotthold-schwarz.de/index.php

http://www.bach-cantatas.com/Bio/Schwarz-Gotthold.htm

 

Radiotipp 24.8.2011


24.8.

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BR-klassik
13:05-14:00

Musik im Originalklang

Viktoria Mullova, Violine
Orchestre Révolutionnaire et Romantique
John Eliot Gardiner

Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 1 C-dur;
Felix Mendelssohn Bartholdy: Violinkonzert e-moll, op. 64

(Deutsche Grammophone / Philips)

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Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den 9. Sonntag nach „Trinitatis“


J.S. Bach-Stadt Leipzig mit Rathaus

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Liebe Bach-Freunde !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 21.08.2011 begehen wir den  9. „Sonntag nach Trinitatis“

Der  9.  Sonntag nach Trinitatis wird durch das Evangelium von den anvertrauten Zentnern bestimmt. Gott hat uns etwas gegeben, das zu vermehren durch unseren eigenen Einsatz möglich ist. Wir werden daran gemessen werden, wie wir diese „Gaben“ fruchtbar einsetzen. Der Sonntag soll uns auch daran erinnern, dass was wir sind und haben, wir unserem himmlischen Vater zu verdanken haben. 

Am 9. Sonntag nach Trinitatis hören wir das Gleichnis von den anvertrauten Talenten und erfahren, dass Gott selbst uns mit Gaben beschenkt, die wir einsetzen können und sogar sollen. Dabei brauchen wir nicht zu sorgen, etwas zu verlieren, denn Gottes Gaben können nicht verloren gehen.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den 9. Sonntag nach Trinitatis

BWV    94 –  Was frag ich nach der Welt

BWV  105 –  „Herr, gehe nicht ins Gericht

BWV 168 –  „Tue Rechnung! Donnerwort

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Im Radio Live: 

„Ein Gardiner-Monteverdi-Choir Sonntag“

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8:04 Uhr – 9:00 Uhr

SR2 Kulturradio

Allgemein http://www.sr-online.de/sr2/74/
Programm http://www.sr-online.de/sr2/1356/

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SR2 Kulturradio – Bach-Kantate

BWV 168  ‚Tue Rechnung! Donnerwort‘,

Kantate am 9. Sonntag nach Trinitatis,

Katharine Fuge, Sopran 
Daniel Taylor, Countertenor 
James Gilchrist, Tenor 
Peter Harvey, Bass 
Monteverdi Choir London 
English Baroque Soloists 
Leitung: John Eliot Gardiner

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8:03 Uhr – 8:30 Uhr
SWR 2

Allgemein http://www.swr.de/swr2/-/id=7576/otnbb1/index.html
Programm http://www.swr.de/swr2/programm/-/id=661104/1rcmvqp/index.html#aktuell

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SWR 2  Kantate

BWV 105  „Herr, gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht“ ,

Kantate am 9. Sonntag nach Trinitatis,

Katharine Fuge, Sopran
Daniel Taylor, Countertenor
James Gilchrist, Tenor
Peter Harvey, Bass
Monteverdi Choir London
English Baroque Soloists
Leitung: John Eliot Gardiner

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„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 21.08.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-

Link: http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 „Geistliche Musik“ – Programmauszug:

Johann Sebastian Bach

BWV 94 „Was frag ich nach der Welt“,  Kantate zum 9. Sonntag nach

Trinitatis für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo;

Katharine Fuge, Sopran; Daniel Taylor, Altus; James Gilchrist, Tenor;

Peter Harvey, Bass; Monteverdi Choir; English Baroque Soloists, Leitung:

John Eliot Gardiner

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/ YouTube: BWV 94 – 

 Was frag ich nach der Welt

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Kantaten-Beschreibung zum BWV 94, 105 und 168

liegen für den 9. Sonntag nach Trinitatis leider nicht vor !

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen für den 8. und 10. Sonntag nach Trinitatis:

               Link:     h i e r  zum Download als PDF  Gardiner 

  Künstler-Beitrag –  Link: Künstlerbeitrag Jane Rogers, Bratsche  

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/ YouTube: BWV  105 – 

  „Herr, gehe nicht ins Gericht (Interpret: Philippe Herreweghe)

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/ YouTube: BWV 168 – 

 Tue Rechnung! Donnerwort“   (Harnoncourt)

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CD für den 9. Sonntag nach „Trinitatis“ 
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……Cover:  DG-Archiv 463 590-2 (2000)

        BWV    94 –  Was frag ich nach der Welt

       BWV  105 –  „Herr, gehe nicht ins Gericht

      BWV 168 –  „Tue Rechnung! Donnerwort

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Ich wünsche allen Besuchern einen schönen Trinitatis-Sonntag..!!

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Herzliche Urlaubs-Grüße aus München

Volker

Biografie Stephan Loges – Bass-Bariton


Stephan Loges, © Ana Alvarez Prada
© Ana Alvarez Prada

Stephan Loges wurde in Dresden geboren und bekam dort seine erste musikalische Ausbildung als Mitglied des Dresdener Kreuzchores. Er studierte an der Hochschule der Künste Berlin sowie der Guildhall School of Music and Drama in London und gewann 1999 die Wigmore Hall Song Competition in London.Er gibt regelmäßig und weltweit Liederabende, u. a. an der Wigmore Hall in London, der Carnegie Hall in New York, dem Concertgebouw in Amsterdam, beim Klavierfestival Ruhr, am La Monnaie in Brüssel, beim Schleswig-Holstein Musik Festival, dem Kuhmo Festival in Santiago de Compostela und im Rahmen der Vocal Arts Series in Washington mit Pianisten wie Roger Vignoles, Simon Lepper, Alexander Schmalcz und Eugene Asti.

In Konzerten war Stephan Loges unter anderem in Benjamin Brittens »War Requiem« mit dem Melbourne Symphony Orchestra und dem Royal Philharmonic Orchestra, in Haydns »Die Schöpfung« mit dem Iceland Symphony Orchestra unter Paul McCreesh und mit dem Mozarteumorchester in Salzburg zu hören; darüber hinaus in Haydns »Die Jahreszeiten« an der Semperoper Dresden unter Peter Schreier, Edward Elgars »The Dream of Gerontius« in Stuttgart und Darmstadt, in Mendelssohns »Elias« unter Paul McCreesh, in »Messiah« mit dem National Symphony Orchestra in Washington und den Sinfonieorchestern aus San Francisco und Detroit. Zudem in Kaija Saariahos »The Tempest Songbook« mit dem Scharoun Ensemble in der Kölner Philharmonie und in regelmäßigen Auftritten mit dem Scottish Chamber Orchestra, unter anderem in Brahms’ »Vier ernste Gesänge« und Arrangements von Schubert-Liedern unter dem Dirigat von Olari Elts.

Stephan Loges hat in Aufführungen der Kantaten unter Sir John Eliot Gardiner bei der Bach Cantata Pilgrimage 2000 (Aufnahmen bei SDG) und der Passionen Johann Sebastians Bachs mit dem Gabrieli Consort unter Paul McCreesh gesungen (Aufnahme bei Deutsche Grammophon). Bei den BBC Proms gab er 2002 sein Debüt in Bachs »Matthäus-Passion« unter Trevor Pinnock und ist seitdem mit vielen Ensembles der historischen und der modernen Aufführungspraxis aufgetreten, so mit dem Münchner Bach-Chor und -Orchester, dem Schwedischen Rundfunksinfonieorchester unter Daniel Harding und dem Melbourne Symphony Orchestra. Ebenso singt er regelmäßig in Bachs »Weihnachtsoratorium«, zuletzt mit dem Tonhalle-Orchester Zürich unter Paul McCreesh und mit dem Russian National Orchestra unter Vladimir Jurowski.

Sein Operndebüt gab Stephan Loges am La Monnaie in Brüssel in einer Uraufführung des Komponisten Luca Francesconi und kehrte später als Wolfram in Richard Wagners »Tannhäuser« und zuletzt als Papageno in Mozarts »Die Zauberflöte« an das Haus zurück. Weitere Opernauftritte umfassten die Londoner Produktion von James Macmillans »Parthanogenesis«, als Graf in Mozarts »Le nozze di Figaro«, Schaunard in »La Bohème«, Mercutio in Charles Gounods »Roméo et Juliette« und Demitrius in Brittens »A Midsummer Night’s Dream« an der Opera North in Leeds; Moritz in Benoit Merniers »Frühlings Erwachen« an der Opéra national du Rhin und als Graf in Richard Strauss’ »Capriccio« und Bill in Kurt Weills »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« beim Edinburgh Festival.

http://www.maxinerobertson.com/index.php?load=artists&artist=sl&section=home

http://www.staatsoper-berlin.de/person_detail.php?personId=57139&language=de_DE&TB_iframe=true&height=500&width=650

http://www.bach-cantatas.com/Bio/Loges-Stephan.htm

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Biografie Kati Debretzeni – Violine


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Kati Debretzeni, © Joe Plommer
© Joe Plommer

Kati Debretzeni wurde in Transsilvanien geboren und emigrierte am Alter von 15 Jahren nach Israel. Sie studierte Violine an der Musikakademie von Tel Aviv bei Ora Shiran. Aufgrund ihres Interesse an historischer Aufführungspraxis setzte sie ihre Studien im Fach Barockvioline bei Catherine Mackintosh und Walter Reiter in London fort. Im Jahr 2000 nahm sie an der Bach Cantata Pilgrimage John Eliot Gardiners als Konzertmeisterin teil. Sie kann auf vielen der kürzlich veröffentlichten Liveaufnahmen des Labels SDG gehört werden. Seither wurde sie von verschiedenen Orchestern wie Orchestra of the Age of Enlightenment, King’s Consort, English Concert, Sevilla Baroque Orchestra und Balthasar Neumann Ensemble eingeladen. Sie ist nach wie vor eine der KonzertmeisterInnen der English Baroque Soloists und führte gemeinsam mit dem Pianisten Robert Levin ein rekonstruiertes Doppelkonzert von Mozart bei den Salzburger Festspielen 2006 auf. Sie spielte Vivaldis Vier Jahreszeiten in Island und Polen. Ein weiteres Projekt war eine Tournee und CD-Einspielung der Brandenburgischen Konzerte von Bach gemeinsam mit Trevor Pinnock und seinen European Brandenburg Ensemble. Als aktive Kammermusikerin war sie von 2000 bis 2006 Mitglied von Florilegium, mit denen sie im Wiener Konzerthaus, der Wigmore Hall, dem Concertgebouw Amsterdam u.a. Konzerte gab.

Einspielungen des Amsterdam Baroque Orchestra für Channel Classics, bei denen sie als Gast-Konzertmeisterin mitwirkte, wurden mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. Die Aufnahme der Pariser Quartette von Telemann mit Florilegium wurde für den Gramophone Award nominiert. Ihre Forschungen zu Werken von Heinrich Biber sind auf einer CD mit dem von ihr mitgegründeten Ensemble Ricardo (LINN) dokumentiert, die als Kammermusik-CD des Monats im Fachmagazin „The Strad“ ausgewählt wurde. Dieses Ensemble ist spezialisiert auf den „Stylus Phantasticus“ des 17. Jahrhunderts.

Kati Debretzeni gab Kurse und Workshops in Europa und Israel. Sie unterrichtet im Fachbereich Alte Musik am königlichen Konservatorium in Den Haag.

Ein Interview auf Englisch:
http://oaeblog.wordpress.com/2010/10/12/speed-interview-kati-debretzeni/

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Biografie Jean-Claude Zehnder – Organist


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Jean-Claude Zehnder wurde 1941 in Winterthur / Schweiz geboren. Er studierte in Winterthur am dortigen Konservatorium und an der Universität Zürich, später an der Musik-Akademie in Wien bei Anton Heiller und bei Gustav Leonhardt in Amsterdam. 1966 wurde er Organist und Chorleiter der Evangelischen Stadtkirche Frauenfeld, danach war er Orgel- und Cembalolehrer am Konservatorium in Winterthur. Seit 1972 war er in Basel tätig.

Der Künstler und Wissenschaftler unterrichtete von 1972 bis 2006 die Orgelklasse der Schola Cantorum Basiliensis. Als Organist am Dom zu Arlesheim bei Basel spielt er die Johann-Andreas-Silbermann-Orgel von 1761 regelmäßig in den Gottesdiensten und Domkonzerten.

Jean Claude Zehnder ist international angesehen als Interpret alter Orgel- und Cembalomusik. Zugleich ist er in der Bach-Forschung tätig, speziell auf dem Gebiet der Stilentwicklung im Frühwerk und der Interpretationsforschung. Sein Buch über die frühen Werke Johann Sebastian Bachs erschien 2009 im Schwabe-Verlag, Basel. Es etabliert erstmals eine chronologische Ordnung von etwa 120 Stücken, die im Zeitraum von 1695 bis 1708 entstanden sind. Die Erfassung von stilistischen Parametern dient darüber hinaus der Darstellung von Bachs Werdegang, seiner jugendlichen Experimente und der allmählichen Herausbildung einer „Tonsprache”, die unser abendländisches Musikverständnis stark geprägt hat. Er ist Dozent bei der Sommerakademie für Alte Musik in Innsbruck und Mitinitiator der Orgelwochen in Muri und Arlesheim.

Wegen seiner künstlerisch-wissenschaftlichen Doppelbegabung wurde Jean Claude Zehnder im Januar 2002 die Ehrendoktorwürde der Universität Dortmund verliehen.

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Fernsehsender „TVO“ ein Interview mit dem musikalischen Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen, Rudolf Lutz


Screenshot: TVO-Fernsehen Sommerinterview Bach-Stiftung St. Gallen - mit Rudolf Lutz und Konrad Hummler

Liebe Bachfreunde/innen!

Am Sonntag, 14.08.2011 strahle das Private Schweizer Fernsehen (TVO) aus St. Gallen ein Interview mit dem Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen – „Rudolf Lutz“ – und dem Förderer der Stiftung: „Konrad Hummler“ – aus.

Die J. S. Bach-Stiftung St. Gallen wurde im Jahr 1999 gegründete.

Ziel der Stiftung ist, das gesamte Vokalwerk von Johann Sebastian Bachs (1685–1750) in einer Gesamtaufführung zu bewältigen.

Ziel der Bachstiftung:

Bei einer Aufführung pro Monat dauert das Vorhaben an die 25 Jahre, geht es doch um mehr als 200 Kantaten, sechs Motetten, diverse Messen-Sätze, Oratorien, Passionen und die h-Moll-Messe. Die Stiftung bezweckt gemäss Gründungsurkunde «die Förderung des Kulturlebens in der Region Ostschweiz, indem sie Trägerschaften und Einzelpersonen unterstützt, die sich in edukativer Weise um die öffentliche Aufführung des Gesamtwerkes von Johann Sebastian Bach bemühen, um so insbesondere der Jugend die Bedeutung seines musikalischen Schaffens näherzubringen».

Ein weiteres formuliertes Ziel der Stiftung ist es, in regelmässigen Abständen Konzertmitschnitte des gesamten Vokalwerks von guter Qualität und in genügender Abdeckung zu liefern, da solche bisher fehlten.

Abfolge:

Pro Abend wird nur eine Kantate, diese dafür aber zweimal, aufgeführt. Vor jedem Konzert findet ein Einführungs-Workshop statt, und zwischen den beiden Aufführungen erfolgt eine Reflexion über den Kantatentext.

Gründer:

Gründer der J. S. Bach-Stiftung sind der Musiker Rudolf Lutz (künstlerische Leitung) und der Privatbankier Konrad Hummler. Aus privaten Mitteln wurde der Grundstock gelegt.

Instrumentalensemble:

Schola Seconda Pratica

DVD und Anthologie:

Aus der Sammlung der Reflexionen entsteht mit der Zeit eine «J. S. Bach-Kantatenanthologie des 21. Jahrhunderts» in Buchform. Eine Sammlung von allen DVDs mit Konzertmitschnitten eines Bachjahres erscheint ebenfalls jährlich.

Örtlichkeiten:

Die Kantaten werden in der Grubenmann-Kirche im appenzellischen Trogen aufgeführt.

Weblink:

Webpräsenz der J. S. Bach-Stiftung

(Quelle: Wikipedia)

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YouTube-Video: Auszüge vom Sommerinterview der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen

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Über den nachstehende Link kann das gesamte Interview angesehen werden.

Das Schweizerdeutsch im Interview ist ein wenig gewöhnungsbedürftig – da muss genau hingehört werden – dann versteht man schon die getätigten Aussagen. Ich wünsche Allen viel Spaß mit dem Interview von unseren Bach-Freunden St. Gallen in der Schweiz.

Link: http://www.tvo-online.ch/index.php?article_id=100&day=2011-08-14

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Ich verabschiede mich für heute vom Blog……..!!

Herzliche Grüße

Volker

Biografie Daniel Roth – Organist


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Daniel Roth
Daniel Roth

Daniel Roth wurde 1942 im elsässischen Mulhouse geboren. Die erste musikalische Ausbildung bekam er am Konservatorium seiner Heimatstadt Mulhouse-Alsace. Durch seine Bewunderung für Albert Schweitzer gelangte er frühzeitig zur Orgel. Ab 1960 studierte er am Pariser „Conservatoire National Superieur de Musique“. Dieses Studium beendete er mit fünf ersten Preisen in den wichtigsten Fächern: Orgelinterpretation und -improvisation (bei Rolande Falcinelli), Klavierbegleitung (bei Henri Puig-Roget), Kontrapunkt und Fuge (bei Marcel Bitsch) und Harmonielehre (bei Maurice Duruflé). Es folgten intensive Studien in Alter Musik bei Marie-Claire Alain und Vorbereitung auf internationale Wettbewerbe. 1963 startete er seine Laufbahn als Organist an der Cavaillé-Coll-Orgel der Pariser Basilika Sacré-Coeur als Stellvertreter seiner Lehrerin Rolande Falcinelli. In den folgenden Jahren wurde Roth Preisträger der Orgelwettbewerbe in Arnheim, München und Aosta.

1966 gewann er den „Prix de haute exécution et d’ improvisation des Amis de l’Orgue-Paris“ und 1971 den bedeutenden Orgelwettbewerb in Chartres in beiden Disziplinen – Interpretation und Improvisation. Zwei Jahre später wurde Roth Nachfolger von Rolande Falcinelli als Titularorganist an der Basilika Sacré-Coeur in Paris.

Seit diesen Jahren macht Daniel Roth eine internationale Karriere als Konzertorganist und Solist bei berühmten Orchestern. Er hält Meisterkurse, Konferenzen, wirkt als Jurymitglied bei Wettbewerben mit. Zahlreiche Rundfunk- und Fernsehaufnahmen (Filmportrait ZDF, 3 Sat., BBC, Rick Steeve USA, Video-Film Dallas, Texas), Schallplatten- CD Aufnahmen bei Philips, EMI, Erato, Arion, Motette (Düsseldorf), Wergo ,IFO (Schott-Mainz), Priory (London), Aeolus, JAV (USA) zeugen von seiner Vielseitigkeit.

Im Jahr 1973 erfolgte seine Berufung zum Professor am „Conservatoire National de Région“ in Marseille. Im darauf folgenden Jahr wurde er Leiter der Orgelklasse an der Katholischen Universität Washington, wo er als „Artist-in-Residence“ auch die Orgel der National-Shrine-Cathedral spielte.

Von 1979 bis 1988 versah Roth eine Orgelprofessur am „Conservatoire National de Région“ in Strasbourg. In diesen Zeitraum fiel auch eine der ehrenvollsten Berufungen seiner Karriere: 1985 wurde Roth Titularorganist an der berühmten Cavaillé-Coll-Orgel der Pariser Pfarrkirche Saint-Sulpice und somit Nachfolger einiger der bedeutendsten Musiker der französischen Orgelkultur: Clérambault, Séjan, Lefébure-Wély, Widor, Dupré und Grunenwald.

1988 erhielt Roth eine Professur an der Musikhochschule des Saarlandes in Saarbrücken. Seit 1995 unterrichtet er als Nachfolger von Helmut Walcha und Edgar Krapp an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main.

Als Komponist verschiedener Werke für Orgel, für Flöte und Orgel, für Chor und Orgel sowie für Orchester, bei Leduc, Bärenreiter, Schott(Mainz), Novello und Butz veröffentlicht, wurde er mit dem Florent-Schmitt-Preis von der Académie des Beaux-Arts (Institut de France) ausgezeichnet. Einige sind auch auf CD erhältlich.

Er ist Mitglied der französischen staatlichen Kommission für Historische Orgeln, und Mitglied von „Fellow of the Royal College of Organists“ in London.

Am 11 November 2005 weihte Daniel Roth die neue Schuke-Orgel, im Großherzogtum Luxemburg “Salle de Concerts Grande-Duchesse Joséphine-Charlotte.” Erbaut wurde das Werk von der Berliner Orgelbaufirma Schuke, die Disposition stammt vom nDaniel Roth.

Am 29.06.2006 wurde Roth für seine Maßstäbe setzenden Interpretation der europäischen Orgelliteratur und seine Improvisationskunst von der deutschen Stadt Schwäbisch Gmünd der Preis der „Europäischen Kirchenmusik 2006“ verliehen.

Zwei wesentliche Charakteristika französischer Orgelkunst müssen als prägende Einflüsse in Daniel Roths musikalischer Ausbildung genannt werden: in kompositorischer und improvisatorischer Hinsicht die äußerst differenzierte impressionistische Klanglichkeit der Werke Duruflés, in organistischer Hinsicht die technische und gestalterische Souveränität Duprés, die sich – wie jede Meisterschaft – besonderer Disziplin und Hingabe verdankt.

Das geistige und künstlerische Fundament, auf dem diese musikalischen Einflüsse und Eigenständigkeit entwickeln konnten, bilden für Daniel Roth seine Verehrung Albert Schweitzers und Johann Sebastian Bachs sowie in letzter Instanz seine tiefe Verwurzelung im katholischen Glauben, der durch die Vorbilder Schweitzer und Bach immer auch ökumenisch ausgerichtet ist.

http://www.danielrothsaintsulpice.org/deutsch/

 

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Radiotipps 15.8. – 20.8.2011


15.8.

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BR-klassik
20-21:35
Festspielzeit: Altenberger Sommer
Festkonzert mit dem Tölzer Knabenchor
L’arte del mondo
Leitung: Werner Ehrhardt
Solisten: Katja Stuber, Sopran; Ingeborg Danz, Alt; Krystian Adam, Tenor; Raimund Nolte, Bass
Johann Sebastian Bach: „Lobet Gott in seinen Reichen“, BWV 11;
„Erschallet, ihr Lieder“, BWV 172;
Michael Haydn: Requiem c-moll
Aufnahme vom 28. Mai 2011

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17.8.

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ARD Radiofestival
20-22:30
Bachwoche Ansbach
Le Concert des Nations, Viola da gamba und Leitung: Jordi Savall
Johann Sebastian Bach
Ein musikalisches Opfer, BWV 1079
Aufnahme des BR vom 4. August aus St. Johannis

Wie letzte Woche schon angekündigt, wird dieses Konzert jetzt von den anderen ARD-Kultursendern übertragen.
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20.8.

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SWR 2
19-20
Hector Berlioz: Messe solennelle
Donna Brown (Sopran)
Jean-Luc Viala (Tenor)
Gilles Cachemaille (Bassbariton)
Monteverdi Chor
Orchestre Révolutionnaire et Romantique
Leitung: John Eliot Gardiner
(Philips/Universal)

 

 

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den 8. Sonntag nach „Trinitatis“


In 1750 erstellt das Volbach Portrait J.S. Bach in seinem Sterbejahr 1750

Liebe Bach-Freunde !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 14.08.2011 begehen wir den – 8. „Sonntag nach Trinitatis“

Der 8. Sonntag nach Trinitatis fragt nach der Antwort des Menschen auf das Handeln Gottes in seinem Leben. Diese Antwort erfordert nicht viel; es ist eigentlich ein schlichtes „Nichtverbergen“ dessen, was man bekommen hat. Schwerpunkt der Texte ist aber auch das Licht, das von denen, die dem Volk Gottes angehören, ausgeht, oder an dem sie teilhaben. Die Zusage Jesu: Ihr seid das Licht der Welt – läßt uns fragen, wodurch diese Zusage gerechtfertigt ist. Wir erkennen, dass es nicht unser Handeln ist, sondern der Glaube an den, der selber das Licht dieser Welt ist. Dieser Glaube läßt uns teilhaben an der Liebe Gottes, die sich uns in Jesus Christus erwiesen hat, und indem wir von dieser Liebe durch unser Leben zeugen, tragen wir das Licht in diese Welt.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den 8. Sonntag nach Trinitatis

BWV    45 –  Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist

BWV  136 –  „Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz

BWV 178 –  „Wo Gott der Herr nicht bei uns hält

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Im Radio Live: 

„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 14.08.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-

Link: http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 „Geistliche Musik“ – Programmauszug:

Georg Böhm

Warum toben die Heiden, Kantate für Soli, Chor, Bläser, Streicher und

Basso continuo; Irmela Brünger und Inga Schneider, Sopran; Beat Duddeck,

Altus; Jörn Lindemann, Tenor; Markus Flaig, Bass; Capella Sancti Georgi;

Musica Alta Ripa, Leitung: Ralf Popken

Johann Sebastian Bach

BWV 178 „Wo Gott der Herr nicht bei uns hält“, Kantate zum 8. Sonntag nach Trinitatis

für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo;

Matthew White, Altus; Makoto Sakurada, Tenor; Peter Kooij, Bass; Bach

Collegium Japan, Leitung: Masaaki Suzuki

Dietrich Buxtehude

Magnificat noni toni für Orgel; Kei Koito an der Scherer-Orgel der St.

Stephanskirche in Tangermünde

Johann Christian Bach

Magnificat C-dur für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo;

Elisabeth Scholl, Sopran; Ruth Sandhoff, Alt; Andreas Karasiak, Tenor;

Gotthold Schwarz, Bass; Dresdner Kammerchor; La Stagione Frankfurt,

Leitung: Michael Schneider

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/ YouTube: BWV 45 – 

 Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist

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Kantaten-Beschreibung zum BWV 45, 136 und 178

von „Sir John Eliot Gardiner“ ist als PDF-Download nachstehend hinterlegt!

Kantaten für den 7. Sonntag nach  „Trinitatis“ 

(Kantaten für den achten Sonntag nach Trinitatis Christkirche, Rendsburg am 13. August 2000)

Gardiner – Ausführungen zum BWV 45  – Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist

Kantaten für den 8. Sonntag nach Trinitatis:

In der letzten Kantate, die für diesen Sonntag überliefert ist, ging Bach auf eine deutlich andere Art zu Werke. BWV 45 Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist beginnt mit einem kunstvoll ausgearbeiteten Choralsatz in E-dur mit Streichern, zwei Flöten und zwei Oboen (auch hier muss, trotz fehlender Angaben, die eine Oboe eine d’amore, die andere eine normale Oboe sein, wenngleich auch diese sich außerhalb ihres Tonbereichs und über ihn hinaus bewegt). Wie der für einen Christen richtige Weg auszusehen habe, erfahren wir auf eine sehr direkte Weise: ‚Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert’, während ‚Qual und Hohn drohet deinem Übertreten’.

Hier fällt mir besonders auf, wie glänzend es Bach gelungen ist, Fugentechnik und eine sich am Madrigalstil orientierende Textvertonung miteinander zu verschmelzen. Nachdem er – vor allem in den einleitenden Phrasen ‚Es ist dir gesagt’ – seine Stimmen und sogar die Instrumente paarig angeordnet und damit bis zu einem gewissen Grade die Dynamik festgelegt hat (Angaben dazu sind überhaupt keine vorhanden), reserviert er das gesamte Tutti für die gewichtige Weisung: ‚Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott’. Die den Übeltätern drohende Strafe ist das Thema der ersten Tenor- Arie in cis-moll (Nr. 3), wo die von Gott eingeforderte ‚scharfe Rechnung’ eine bedeutungsschwere Ausdeutung erhält und sich, abgesetzt gegen einen ansonsten ruhigen Hintergrund, bei den Worten ‚Qual und Hohn’ – Signal für einen Wald aus Erhöhungszeichen, einschließlich eis und fisis – in einer Folge jeweils eine übermäßige Sekunde weiter aufsteigender Phrasen die Spannung aufzubauen beginnt.

Der zweite Teil der Kantate beginnt mit einem Satz für Bass und Streicher, der als Arioso ausgewiesen ist – und auf eine falsche Fährte führt (es ist Bachs Manier, Äußerungen von Christus persönlich gegen Abschnitte in indirekter Rede abzusetzen). In Wahrheit ist dieser Satz eine vollwertige, ausgesprochen virtuose Arie, halb Konzert à la Vivaldi, halb Opernszene. Wir sind wieder an unserem Ausgangspunkt angelangt, bei den falschen Propheten. Sehr deutlich gibt Bach zu verstehen, was all jene, die nur Lippenbekenntnisse ablegen, zu gewärtigen haben, und schildert als Kontrast dazu in der folgenden Arie mit obligater Flöte das Schicksal derer, die Gott ‚aus wahrem Herzensgrund’ bekennen. Der Choral ‚Gib, dass ich tu mit Fleiß’, eine Vertonung von Johann Heermann, ist ein vortrefflicher und überzeugender Schluss: Gott vollbringt sein Werk durch mich, sein Wille geschehe, ‚zu der Zeit, da ich soll’, und er gebe, ‚dass es gerate wohl’.

Rendsburg ist eine sehr hübsche Stadt zu beiden Seiten des Nord-Ostsee-Kanals in Schleswig-Holstein. Obwohl Bach nie so weit nach Norden gekommen war (der nördlichste Ort war das hundert Kilometer südöstlich gelegene Lübeck, wo wir die gleichen Kantaten am Tag zuvor aufgeführt hatten), gewinnt man den Eindruck, er hätte sich in dieser wunderschönen, während seiner Jugend auf Geheiß des dänischen Königs Christian V. erbauten, in Kreuzform angelegten Kirche mit Holzgewölbe sicher sehr zu Hause gefühlt. 

© John Eliot Gardiner 2008

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen: h i e r  zum Download als PDF  Gardiner 

  Künstler-Beitrag –  Link: Künstlerbeitrag Jane Rogers, Bratsche  

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/ YouTube: BWV 136 – 

  „Erforsche mich, Gott, und erfahre mein HerzPart 1

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/ YouTube: BWV 136 – 

  „Erforsche mich, Gott, und erfahre mein HerzPart 2

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/ YouTube: BWV 136 – 

  „Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz“ Part 3

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/ YouTube: BWV 178 – 

 Wo Gott der Herr nicht bei uns hält“  Part 1 (Harnoncourt Tölzer Knabenchor)

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/ YouTube: BWV 178 – 

 Wo Gott der Herr nicht bei uns hältPart 2

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/ YouTube: BWV 178 – 

 Wo Gott der Herr nicht bei uns hält“ Part 3

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CD für den 8. Sonntag nach „Trinitatis“ 
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Link:   CD’s  Bach-Kantaten:
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Cover: CD’s – SDG 147 – Vol.  5
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BWV 45  “Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist“ 

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 147 – Vol.  5 – CD  1

BWV 136 “Erforsche mich Gott, und erfahre mein Herz“ 

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 147 – Vol.  5 – CD  1

BWV 178  Wo Gott der Herr nicht bei uns hält“ 

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 147 –  Vol. 5 – CD 1

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Ich wünsche allen Besuchern einen schönen Trinitatis-Sonntag..!!

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Herzliche Grüße

Volker

Biografie Ewald Kooiman – Organist


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Ewald Kooimann,  © Peter Kooimann
© Peter Kooimann

Ewald Kooiman, geboren 1938, studierte Orgel in Amsterdam und in Paris (Prix de Virtuosité an Jean Langlais), an der Schola Cantorum bei Jean Langlais, das er 1963 mit dem Prix de Virtuosité beendete. Er ist außerdem habilitierter Romanist. Als Konzertorganist, Wissenschaftler, Dozent und Juror trat er bei unzähligen internationalen Festivals und Symposien in Erscheinung. Weltweite Bekanntheit erlangte Kooiman durch die intensive Beschäftigung mit der Interpretation der Bachschen Orgelwerke.

Er ist der Herausgeber der beiden Publikationsreihen “Incognita Organo” und “Repro Organo”, die etwa 50 Bände mit Orgelmusik des 17. bis 19. Jahrhunderts umfassen. Über 70 Tonträger mit Kooimanschen Interpretationen sind erhältlich, darunter zwei Aufnahmen des gesamten Orgelwerks von Johann Sebastian Bach, gespielt auf historischen Instrumenten in den Niederlanden, in Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Er erhielt den Preis der deutschen Schallplattenkritik.

Ewald Kooiman war Professor für Orgelkunst an der Freien Universität Amsterdam und Professor für Orgelspiel am Sweelinck Konzervatorium in Amsterdam; an der Internationalen Sommerakademie in Haarlem unterrichtet er die Interpretation der Orgelwerke Bachs. Er war Gastprofessor an Universitäten und Hochschulen in mehreren Ländern Europas, in Süd-Afrika, in Korea und in den USA. Der Königliche Niederländische Organisten Verein ernannte Ewald Kooiman zum Ehrenmitglied. Im Jahre 2003 wurde Ewald Kooiman von niederländischen Königin zum Ritter in den “Orde van de Nederlandse Leeuw” ernannt. 2005 hat die Stadt Haarlem ihn mit ihrer Ehrenmünze für seine Verdienste als Konzertorganist und als langjährigen Vorsitzenden des berühmten Internationalen Orgelfestivals Haarlem geehrt.

Ewald Kooiman starb plötzlich und unerwartet während eines Urlaubs im Januar 2009.

http://www.ewaldkooiman.com/de/home.html

http://www.bach-cantatas.com/Bio/Kooiman-Ewald.htm

 

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Gesamtaufführung der geistlichen und weltlichen Kantaten, Oratorien, Passionen, Messen, Motetten, Choräle, Arien und Lieder von Johann Sebastian Bach


Liebe Bachfreunde/innen!

Kay Johannsen Dirgent-Organist

Es ist nun auch in Deutschland vorgesehen, sämtliche geistlichen, weltliche Kantaten, Oratorien, Passionen, Messen, Motetten, Choräle, Arien und Lieder von „Johann Sebastian Bach“ aufzuführen in einem Zeitrahmen von 10 Jahren. Ausführende dieses J.S. Bach-Mammutprojektes unter der Leitung von „Kay Johannsen“ ist die „Stuttgarter Kantorei“, Stiftsbarock Stuttgart. Der Aufführungsort wird jeweils in der Stiftskirche Stuttgart sein innerhalb von Konzerten und Gottesdiensten.

Die Ensembles des Zyklus‘ „Bach : vokal“ sind vor allem das professionelle solistenensemble stimmkunst, deren 16 Mitglieder sowohl die solistischen als auch die chorischen Aufgaben wahrnehmen, sowie das auf Barockinstrumenten spielende Ensemble Stiftsbarock Stuttgart (früher: Ensemble 94) mit der ersten Konzertmeisterin Christine Busch.

Bei zahlreichen Aufführungen singt auch die Stuttgarter Kantorei (1. Preis beim Deutschen Chorwettbewerb).

Laiensänger und -instrumentalisten können bei „Bach : vokal“  aktiv mitwirken durch die Teilnahme beim Projekt Stiftsmusik für alle, in dessen Rahmen zweimal im Jahr eine Bach-Kantate im Gottesdienst aufgeführt wird.

Im Verlauf des Zyklus‘ sollen auch ausgewählte Gastensembles die Gelegenheit erhalten, bei „Bach : vokal“ mitzuwirken.

Dieses Bach-Projekt steht unter dem Motto: Zyklus‘ „Bach : vokal“

Beginn und Eröffnungskonzert
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am Freitag, 30. September 2011 – 19:00 Uhr
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Stiftskirche Stuttgart

Solisten, Stuttgarter Kantorei, Stiftsbarock Stuttgart | Leitung: Kay Johannsen

Kantate „Lobe den Herrn, meine Seele“ BWV 69a
Messe A-Dur BWV 234
Motette „Singet dem Herrn ein neues Lied“ BWV 225

Lydia Teuscher, Sopran
Nohad Becker, Alt
Andreas Karasiak, Tenor
Dominik Wörner, Bass
Stuttgarter Kantorei
Stiftsbarock Stuttgart
Leitung: Kay Johannsen

Infos:

Stiftsmusik Stuttgart
Altes Schloss / Schillerplatz 6
70173 Stuttgart
Telefon: 0711-226-5581
Fax: 0711-226-2631
info@stiftsmusik-stuttgart.de
www.stiftsmusik-stuttgart.de

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Stiftskirche Stuttgart

Kay Johannsen, der künstlerische Leiter des Zyklus‘, ist seit 1994 Stiftskantor in Stuttgart und beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit der Musik Johann Sebastian Bachs. 1997 und 2007 spielte er Gesamtaufführungen des Orgelwerks, wobei der Zyklus 2007 auf 17 CDs (Produktion der Stiftsmusik Stuttgart) dokumentiert ist. Für die edition bachakademie bei hänssler nahm er fünf CDs auf, die unter anderem mit dem Diaposon d’or ausgezeichnet wurden. Neben der Orgelmusik hat er sich in Konzerten als Cembalist, Kammermusiker und Dirigent den meisten Gattungen des Bachschen Werkes gewidmet, von den Goldbergvariationen über die Brandenburgischen Konzerte und die Kunst der Fuge bis zur Matthäuspassion.

Die Aufführungen des neuen Stuttgarter Zyklus‘ „Bach : vokal“ finden vor allem statt im Rahmen von jährlich vier Bach-Wochenenden mit Konzerten jeweils donnerstags und freitags um 19 Uhr sowie im Gottesdienst um 10 Uhr am Sonntag. im Rahmen dieser Wochenenden werden jeweils 6 bis 7 Kantaten erklingen. Die geistlichen Kantaten werden so ausgewählt, dass sie im Zusammenhang mit ihrer ursprünglichen Bestimmung im Kirchenjahr zu hören sind. So stehen auf dem Programm des ersten Wochenendes vom 19.-22. Januar 2012 die Kantaten zu Neujahr und zur Epiphaniaszeit. Im Rahmen des traditionellen Karfreitagskonzerts ist am 6. April 2012 die Messe h-Moll zu erleben, in späteren Jahren stehen die großen Passionen auf dem Programm.

Video-Link: http://www.kirchenfernsehen.de/fileadmin/video_upload/110519_Stiftsmusik.mp4

Weitergehende Informationen zu dem Bach-Projekt –  h  i  e  r  –

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Stuttgart Stiftsmusik Fuer Alle

Nächstes Mitmach-Wochenende

Stiftsmusik für alle 15./16. Oktober 2011

Unter der Leitung von KMD Kay Johannsen wird auch im Oktober wieder fleißig gesungen und musiziert! Diesmal wird die Kantate BWV 114 „Ach, lieben Christen, seid getrost“ einstudiert und im Gottesdienst am Sonntag zur Aufführung gebracht. Das Anmeldeformular mit allen weiteren Informationen finden Sie hier – wir freuen uns auf Ihre Anmeldung!

Gemeindebrief der Stiftskirche Stuttgart als PDF-Datei  Anmeldeformular

Wir bedanken uns nochmals bei allen 130 ChorsängerInnen und 50 Orchestermusikern für die engagierte Probenarbeit und die gelungene Aufführung im Mai 2011!

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Grüße Volker

Biografie Peter Kooij – Bass


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Peter Kooij, Bass
Peter Kooij, Bass

Peter Kooij sang bereits im Alter von sechs Jahren im Chor seines Vaters im Domchor von Utrecht und machte als Knabensopran viele Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen.

Nach einem Violinstudium am Utrechter Konservatorium studierte er Gesang bei Max van Egmond am Sweelinck-Konservatorium in Amsterdam, wo er sein Solistendiplom mit Auszeichnung erwarb.

Peter Kooijs Konzerttätigkeit führte ihn an die wichtigsten Musikzentren der ganzen Welt, wie z. B. Concertgebouw Amsterdam, Musikverein Wien, Carnegie Hall New York, Royal Albert Hall London, Teatro Colon Buenos Aires, Berliner und Kölner Philharmonie, Palais Garnier Paris, Suntory Hall und Casals Hall Tokio, wo er unter der Leitung von u. a. Philippe Herreweghe, Ton Koopman, Frans Brüggen, Gustav Leonhardt, René Jacobs, Sigiswald Kuijken, Roger Norrington und Iwan Fisher sang.

Neben allen vokalen Werken Bachs umfasst sein umfangreiches Repertoire Werke von H. Schütz bis A. Webern und wird durch mehr als 130 CD-Produktionen dokumentiert (Philips, Harmonia Mundi, Sony und Virgin Classics, Erato, EMI und BIS). Von BIS wurde er für die Gesamtaufnahme der Bach-Kantaten mit dem Bach Collegium Japan unter der Leitung von Masaaki Suzuki eingeladen.

1999 gründete er gemeinsam mit einigen anderen Musikern das Ensemble De Profundis. Im Jahr 2001 rief er das aus jungen Nachwuchssängern zusammengesetzte Vokalensemble “Sette Voci” ins Leben und übernahm dessen künstlerische Leitung. Seit 2002 ist er Mitglied des Solistenquartetts „Tanto Canto”, in dem er zusammen mit Monika Frimmer, Christa Bonhoff und Dantes Diwiak schwerpunktmäßig die Literatur des Barock und der Romantik gestaltet.

Von 1991 bis 2000 hatte Peter Kooij eine Professur für Gesang am Sweelinck-Conservatorium in Amsterdam inne, von 1995 bis 1998 einen Lehrauftrag an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater Hannover.

Seit 2000 lehrt er als Gastdozent an der Tokyo University of fine Arts and Music und 2005 wurde er außerdem auf eine Professur für Gesang am Koninklijk Conservatorium in Den Haag berufen, eine der in den letzten Jahren bedeutendsten Ausbildungsstätten im Bereich der Alten Musik.

Daneben wird er immer wieder für Meisterkurse nach Deutschland, Frankreich, Portugal, Spanien, Belgien, Finnland und Japan eingeladen.

www.peterkooij.de

http://www.bach-cantatas.com/Bio/Kooy-Peter.htm

 

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