Archiv der Kategorie: Rezensionen

Das A-cappella-Ensemble – I FAGIOLINI – begeistert Hannover


Hallo,

eine kleine Rezension will ich nicht vorenthalten und berichte von dem Konzert vom 1. Mai 2009 in der Marktkirche Hannover über das „A-cappella-Ensemble „I Fagiolini“ aus England, die zu begeistern wussten mit ihrem „Quintessential Renaissance Programm.“ Sie traten im Rahmen der  9. INTERNATIONALE  A-CAPPELLA-WOCHE in HANNOVER, auf.

Marktkirche Hannover

Marktkirche Hannover

I Fagiolini – (Die Böhnchen) aus Oxford erregte erstmals Aufsehen, als das Ensemble unter der Leitung von Robert Hollingworth den vom englischen Early Music Network ausgerichteten Wettbewerb für junge Künstler gewann.

Robert Hollingworth erhielt seine musikalische Grundausbildung von seiner Mutter und als Chorknabe an der Kathedrale von Hereford. Nach intensivem Violin- und Cembalo-Unterricht studierte er als akademisches Mitglied des Kirchenchors Musik am New College der Oxford University. Während seines Aufenthalts in Oxford gründete Robert Hollingworth 1986 die Gruppe I Fagiolini, deren musikalischer Leiter er seither ist.

Musikalischer Leiter der Gruppe I Fagiolini: Robert Hollingworth

Musikalischer Leiter der Gruppe I Fagiolini: Robert Hollingworth. (Fotorechte: Homepage I Fagiolini)

Seit dem hat es sich mit einem Kernrepertoire aus Renaissance-, Barock- und Gegenwartsmusik als eines der innovativsten und unterhaltsamsten Gesangsensembles in Europa, aber auch in Hongkong, China, Marokko, Ägypten, Israel, Südafrika, der Ukraine und den USA profiliert.

Seit 1999 arbeitet I Fagiolini regelmäßig mit dem Regisseur Peter Wilson an dem einzigartigen Projekt »Theatre of Music«, das sich darum bemüht, dem Publikum ein ungewöhnliches Repertoire der Renaissance auf neue Weise nahe zu bringen. Dabei werden venezianische Madrigalkomödien mit Masken der Commedia dell‘ Arte dargeboten.

(Text-Auszüge von: a-capella-woche, Hannover)

Programm:

Programm von "I Fagiolini" in der Marktkirche Hannover

Programm von "I Fagiolini" in der Marktkirche Hannover

Mitwirkende:

Robert Hollingworth (Leitung)

Nicholas Hurndall Smith (Tenor); Charles Gibbs (Bass); Anna Crookes (Sopran); Helen Neeves (Sopran).

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A-capella-Ensemble "I Fagiolini" in der Marktkirche Hannover

Foto: A-capella-Ensemble „I Fagiolini“ in der Marktkirche Hannover. Mitwirkende: Anna Crookes (Sopran); Helen Neeves (Sopran); Robert Hollingworth (Leitung); Nicholas Hurndall Smith (Tenor); Charles Gibbs (Bass);      (Fotorechte: V. Hege)

In der gut gefüllten Marktkirche wurde dem Besucher ein Anspruchsvolles a-capella-Programm aus der Renaissance-Zeit geboten.

Der musikalische Leiter Robert Hollingworth von der Gruppe „I Fagiolini“ – (übersetzt: „Die Grünen Böhnchen“) –  fand zu den erläuternden Programmpunkten – im perfekten Deutsch – jeweils eine humorige Einleitung zu der nun beginnenden Renaissance-Zeitreise durch Europa. Das Ensemble war mit zwei Gesangs-Solistinnen und drei Gesangs-Solisten besetzt.

Phänomenal, wie sie die Tonbilder mit Begeisterung und Temperament zu erzeugen im Stande sind – hier zeigten sie höchste Gesangskunst in Dynamik und Ausdruck und bewiesen auch mit Mimik und Gestik, wie lebendig und unterhaltsam unterschiedlichster Inhalte der Alten Musik interpretiert werden können.

Bewundernswert, wie sie diese Materie in wechselnden Besetzungen schlicht perfekt in Töne verwandeln. Ansatzlos wechseln sie Dynamik, Stimmeinstellung und Gefühlslage.  Dem Gesangsvortrag setzen die Sänger die Krone auf mit ihrem Sinn für Humor.  Sie tun es mit einer überragenden Humor – Choreografie – und die musikalische Perfektion leidet nicht im Geringsten darunter, im Gegenteil, das ist perfekt einstudiert und überzeugend dargeboten.

Szenenfoto: "I Fagiolini" In Aktion Marktkirche Hannover (Fotorechte: V. Hege)Fotorechte: V. Hege) Szenenfoto: „I Fagiolini“ In Aktion Marktkirche Hannover

In der ständig wechselnden Besetzung von Sopran, Alt, Tenor, und Bass und des öfteren mit Robert Hollingworth am Cembalo  – wurden Liebe, Leidenschaft und die heranstürmende Kavallerie – sehr stilsicher und stimmlich überzeugend in einer textverständlicher Interpretation dargeboten. Sie besitzen viel komödiantisch und darstellerisches Talent  und mitreissendes Format. Die Besucher waren hingerissen von ihrer perfekten Darbietung und geizten nicht mit dem wohlverdienten Applaus – mit Bravo-Rufen verabschiedeten sie eine gesangliche Komödiantenschar der Extra-Klasse. Bravo – pravissimo…!!

Foto: Einmal Komödiantisch - I Fagiolini - in Aktion  (Fotorechte: V. Hege)Foto: Einmal komödiantische Züge – I Fagiolini – in Aktion (Foto: V. Hege)

Zur größeren Ansicht in das jeweilige Foto klicken..!!

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Nachstehend gibt es dazu eine Rezension der HAZ vom 4.5.2009 – den Link unten anklicken..!!

rezension-der-haz-von-i-fagiolini-hannover

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Und hier ein brandaktueller Videoclip:

Tallis in Wonderland from Silicon19 on Vimeo.

Grüße

Volker

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Der Versuch einer harmonischen Verbindung Bachs Passionen mit arabischer Musik


Hallo,

aufgerüttelt durch einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 9.4.09 gab es ein Thema: 

Eine „Arabische Passion“, die eine harmonische Verbindung von Bachs Passionen mit arabischer Musik sowie Elementen der Modernen Musik und des Jazz versprach.

 

Arabische Musikanten

Arabische Musikanten

Das Urteil von dem Konzert durch den Rezensenten war vernichtend . Richtig ärgerlich wurde die Formel Bach light plus perkussivem Klimbim beim finalen „Erbarme dich“ aus der Matthäus-Passion: Eines der ergreifendsten Stücke der Musikgeschichte wurde hier zu einer Art Filmmusik marginalisiert. Von Bachs Wucht und Wirkung keine Spur mehr. 

Fazit: gut gemeint, intellektuell ehrenwert und sichtlich arbeitsintensiv, aber zugleich mutlos und letztlich uninspiriert.

Link zum gesamten Artikel der Süddeutschen Zeitung

http://www.sueddeutsche.de/256389/303/2839613/Mutlos.html

Mein Fazit dazu:

Was scheint da für ein Hintergrund zu bestehen, Bach’s Passionsmusik so aufzuführen, ist es eine Sensationshascherei um die neugierigen Besucher in die Veranstaltung zu locken? Es reicht doch, wenn die Matthäus Passion von Bach tänzerisch aufgeführt wird und nun noch arabische Elemente dazuzugeben ist meines Erachtens des Guten zu viel und möchte ausrufen: „Schuster bleib bei deinen Leisten.“ Eine Verunglimpfung der großartigen Passionsmusik von Bach sollte unterbleiben und in authentischer Form zu Gehör gebracht werden, das sind wir J.S. Bach mehr als schuldig.

 

Gruß

Volker

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In der Münsterkirche Herford erklang eine wunderbare – Johannespassion von Arvo Pärt


Hallo,

gestern habe ich mich doch auf den Weg nach Herford zur „Johannespassion“ von Arvo Pärt gemacht; … und ich hab`s nicht bereut.

Münsterkirche Herford

Münsterkirche Herford

Samstag, 04.04.2009

Münsterkirche in Herford, 18:00 Uhr

Programm:

Arvo Pärt: „Passio Domini Jesu Christi Secundum Joannem“

für Soli, Chor und Instrumentalsolisten

Vokalsolisten der HfM Detmold Vokalsensemble „Cantio Sacra“
Ulf Bunde (Jesus)
Tomasz Adam Nowak (Orgel)
Leitung: Monika Bovenkerk-Jackowiak

Innenansicht Münsterkirche Herford

Innenansicht Münsterkirche Herford


Ein erstes Fazit: ein toller Chor; hervoragende Solisten und ein winzig kleines Orchester (1 Geige, 1 Klarinette, 1 Cello, 1 Fagott) und natürlich mit Orgel. (Studierende der Hochschule für Musik, Instrumentalisten der Hochschule für Musik, Detmold, Leitung: Monika Bovenkerk)

Ich hatte mit dem „Verkraften“ dieser Musik keine Schwierigkeiten. Klar, waren es ungewohnte Klänge, starke Dissonanzen, aber immer noch so, dass ein ruhig fließendes Melodiemuster zu erahnen war. Einen besonderen Reiz hatte für mich das Johannesevangelium in lateinischer Sprache gesungen (die dt. Übersetzung stand zum Glück daneben). Jesus und Pilatus sangen von der Orgelempore aus. Es klang teilweise überirdisch.

Bass-Bariton: Ulf Bunde (Fotorechte: www.ulfbunde.de/)

Bass-Bariton: Ulf Bunde (Fotorechte: http://www.ulfbunde.de/)

Für mich war der Baß „Jesus“ (Ulf Bunde) fast zu schön. In seiner Stimme lag eine solche Ruhe, eine solche Ausgeglichenheit, ein solches „über den Dingen schweben“, dass Pärt wahrscheinlich bei seiner Komposition den erhöhten, den überirdischen, den göttlichen Christus der Johannespassion dargestellt hat. Der Chor – ca. 30 Personen – erinnerte sehr stark an die Turbochöre der Passionen von J. S. Bach. Sie haben hervorragend gesungen. Zum Schluß bekam ich eine Gänsehaut: der Chor sang a capella – sogar die Instrumentalisten sangen stehend mit: „Qui passus es pro nobis, miserere nobis – Amen (Der du für uns gelitten hast, erbarme dich unser. Amen). Es war gewaltig, beeindruckend, einfach Atemberaubend wie sich im „Amen“ alles in einen strahlenden D-Dur Akkord auflöste.

Schade war nur, dass der Ortspfarrer der Münsterkirche noch einmal das Wort ergriff und meinte, alles zusammen fassen zu müssen.

Gruß

Iris

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Kantorei Herrenhausen beeindruckte mit der Brockes Passion von G.F. Händel


Hallo,

ich bin angetan von einer wunderbaren barocken Wiedergabe der „Brockes-Passion“ von Georg Friedrich Händel, die in der schönen Herrenhäuser Kirche – mit einer guten Akustik ausgestattet, von der Herrenhauser Kantorei aufgeführt wurde.

Foto: Herrenhäuser Kirche in Hannover-Herrenhausen
Foto: Herrenhäuser Kirche in Hannover-Herrenhausen (für alle Fotos gilt, Fotorechte: V. Hege)

Vorab ein wenig historisches zum Text der „Brockes Passion“:

Im Jahr 1712 erschien in Hamburg die Passionsdichtung „Der für die Sünde der Welt gemarterte und sterbende Jesus“ des Juristen und Ratsherrn Barthold Heinrich Brockes (1680-1747), die im selben Jahr von Reinhard Keiser vertont wurde. 1716 komponierte Georg Philipp Telemann den Text.

Anfang des 18. Jahrhunderts galt ein Libretto nach dem Muster der Brockes-Passion als modern und aktuell, ein Textbuch einer Johannes Passion dagegen rückständig. Davon zeugen auch die vielen Vertonungen der Brockes-Passion.

Der Text des Oratoriums erzählt die Geschichte von der Abendmahlseinsetzung bis zum Tod Jesu am Kreuz. Das Stück wird durch Choräle gegliedert. Es beinhaltet außerdem Rezitative, Arie, Arioso für zahlreiche Solisten, eine einleitende Sinfonie und zahlreiche Chorstücke.

Die Reise Georgs I. – (Kurfürst von Hannover und König Georg I von England ab 1714) – nach Hannover im Sommer 1716 machte Händel im großen Gefolge des Königs mit. Im zweiten Halbjahr 1716 schuf Händel eine oratorische Passion nach dem Text des Hamburger Barthold Heinrich Brockes (1680-1747). Sein Oratorium „Der für die Sünden der Welt gemarterte und sterbende Jesus.“ Die Dichtung von Brockes wurde später von vielen damals bedeutenden Komponisten vertont.

Händel schickte die Partitur 1717 seinem Freunde Johann Mattheson, der ebenfalls eine Brockes-Passion geschrieben hat, nach Hamburg. Dort führte Mattheson Händels Werk 1719 als Uraufführung im Hamburger Dom auf.

Georg Friedrich Händel
Brockes Passion

Ausführende:
Uta Kraus, Barbara Rotering, Sopran
Jean-Sébastien Stengel, Altus
Götz Phillip Körner, Steffen Wolf, Tenor
Torsten Gödde, Michael Humann, Bass

Le Concert Lorrain, Metz-Frankreich
auf historischen Instrumenten

Foto: Flyer der Herrenhauser Kantorei "Brockes Passion"
Foto: Flyer der Herrenhauser Kantorei „Brockes Passion“

Eine gut gefüllte Herrenhäuser Kirche erwartete froh gestimmt die ersten Klängen von Händels Oratorium der „Brokes Passion.“ Die einleitende „Sinfonia“ der Brockes Passion erklang in barocker Pracht durch das angereiste Ensemble aus Frankreich – Le Concert Lorrain, hier waren wahre Könner am Musizieren und spielten aus einem Guss eine großartige barocke Musik. In dieser Sinfonia lassen sich schon Vergleiche zwischen Bach und Händel ziehen, ihre Kompositionen liegen in etwas auf der gleichen Linie und entsprechen einem gleichwertigen tonalen barocken Klangempfinden ihrer Zeit.

Foto: Ensemble "Le Concert Lorrain" aus Frankreich auf historischen Instrumenten

Foto: Ensemble "Le Concert Lorrain" aus Frankreich auf historischen Instrumenten

Mit dem Eingangschor „Mich vom Stricke meiner Sünden zu entbinden“ erklang ein gewaltig besetzter Chor. Es mögen zwischen 70 bis 80 Chormitglieder gewesen sein, die eine gut fundierte Chorische Ausbildung besitzen und es entsprechen umzusetzen wussten, trotz der Größe waren die einzelnen Stimmen gut heraushörbar und ergaben in der gesamten Werkswiedergabe eine klangliche Einheit von bewundernswerter Qualität. Hier muss dem Kantor und Leiter der Kantorei Herrenhausen „Martin Ehlbeck“ Bewunderung gezollt werden, wie der diesem Mammutchor eine gepflegte Klangqualität und Gesangs-Kultur zu bilden im Stande ist, das ist schon eine außergewöhnliche Leistung, zumal es sich um einen ausgesprochen Laienchor handelt.

Foto: Kantor und Leiter der Herrenhauser Kontorei: Martin Ehlbeck"

Foto: Kantor und Leiter der Herrenhauser Kontorei: Martin Ehlbeck"

Foto: Chormitglieder der Kantorei Herrenhausen

Foto: Chormitglieder der Kantorei Herrenhausen

Die eingesetzten Gesangs-Solisten konnten allesamt in ihrem Part überzeugen – hervorheben möchte ich aus dieser Riege die Sopranistin „Uta Kraus“, (Gläubige Seelen); was für ein Stimmvolumen, oder ein in sich gekehrtes Singen sie beim Vortrag: „Die Rosen krönen sonst der rauhen Dornen Spitzen“, offenbarte, war mehr als berührend gesungen, diese Wiedergabe auf gleich hohem Niveau konnte sie auch im: „Die zarten Schläfen sind bis ans Gehirne durchlöchert und durchbohrt“, umsetzen. Ein filigranes Singen auf hohem Niveau, einfach grandios, eine Top-Gesangs-Solistin.

Foto: Von rechts: Uta Kraus; (Magd - Gläubige Seelen) Sopran, Barbara Rotering; (Tochter Zion) Sopran, Mitte, Jean-Sébastien Stengel (Judas) Altus.

Foto: Von rechts: Uta Kraus; (Magd - Gläubige Seelen) Sopran, Barbara Rotering; (Tochter Zion) Sopran, Mitte, Jean-Sébastien Stengel (Judas) Altus

Foto: Gesangs-Solisten von links: Steffen Wolf; (Evangelist) Tenor, Götz Phillip Körner; (Petrus) Tenor,  Jean-Sébastien Stengel; (Judas) Altus,  Michael Humann; (Kaiphas) Bass.Foto: Gesangs-Solisten von links: Steffen Wolf; (Evangelist) Tenor, Götz Phillip Körner; (Petrus) Tenor, Jean-Sébastien Stengel; (Judas) Altus, Michael Humann; (Kaiphas) Bass.

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Die gesamte Brockes Passion wurde gekürzt wiedergegeben, von verschiedenen Arien und Chorsätzen wurde nur ein Anfangsteil zu Gehör gebracht um die Aufführungsdauer nicht ins Uferlose ausarten zu lassen. Probleme hatte ich mit einem teilweise hanebüchenen Text, hier hilft mir die grandiose Musik von Händel das ertragen zu können. Mein persönliches Fazit zu der Brockes Passion fällt zwiespältig aus, – ( ich habe sie das erste Mal gehört..!!) – wie tiefgründiger und gehaltvoller im Text gestalten sich die Passions-Oratorien von J.S. Bach, stark vermisst habe ich die herrlichen Luther-Choräle (z.B. „O Haupt voll Blut und Wunden..“, etc.) und feinsinnigen Rezitative und Arien. Tue ich dem Komponisten Händel hier Unrecht? – denn alle Komponisten stürzten sich zu seiner Zeit auf diesen irrelevanten Text – es war eben eine Modeerscheinung der Zeit, sich von den biblischen Evangelistenworten loszusagen, was mehr als bedauerlich erscheint, hier scheint J.S. Bach als ein Bewahrer des wahren biblischen Wortes zu sein und zu bleiben mit seiner dazugehörenden überirdischen barocken Passions-Musik.

Trotz der erwähnten textlichen Mängel erklang ein bewundernswertes Passions-Oratorium von Händel, alle Aufführenden waren mit Begeisterung bei der Sache und dieser Funke zündete auch bei dem Besucher, der die Protagonisten am Ende frenetisch feierte. Es war wieder so ein Abend, der Begeisterung hervorrief aber mich doch zum Nachdenken veranlasste, was wäre gewesen, wenn der textliche Inhalt zu der grandiosen Musik ebenfalls stimmig dazu passen würde…??

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Als Ergänzung ( ab 2.4.2009) – stelle ich dem Forum Textauszüge der Brockes-Passion mit einer kurzen historischen Sichtweise – zur Verfügung:

pdf Link: brockes-passion-auszuge-der-textfassung

Beim Download des PDF ein wenig Geduld, die Speicherung erfolgt auf dem persönlichen Rechner…!!!

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Auf dem Markt gibt es nicht gerade viele Einspielungen von der Brockes-Passion von G.F. Händel, eine bemerkenswerte CD stelle ich nachstehend vor, sie ist über amazon zu erhalten.

Cover: G.G. Händel "Brockes Passion"

Cover: G.F. Händel "Brockes Passion"

Link zu amazon: http://astore.amazon.de/blogdiskubach-21/detail/B00008US1E

Am 2, April 2009 wurde ich bei amazon mit einer weiteren Einspielung der Brockes-Passion von Händel fündig:

Cover: Brockes Passion Händel, Wenzinger, Regensburger Domsp. von 2002

Cover: Brockes Passion Händel, Wenzinger, Regensburger Domsp. von 2002

Dirigent: August Wenzinger, Regensburger Domsp. von 2002, diese Aufnahmen sind auch im mp3-Format bei amazon preisgünstiger als die CDs – erwerbbar.

Link: http://astore.amazon.de/blogdiskubach-21/detail/B00005MJ10

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31.3.2009 P.S.

Wie soeben gemeldet wird, hat „Harmonia mundi“ eine Neuveröffentlichung der Brockes-Passion von Telemann seit Mitte März 2009 veröffentlicht. Die Ausführenden sind:

Cover: Brockes Passion von Telemann

Cover: Brockes Passion von Telemann

TELEMANN. Brockes-Passion
Künstler:

Birgitte Christensen, sop.
Lydia Teuscher, sop.
Marie-Claude Chappuis, mez.sop.
Donát Havár, ten.
Daniel Behle, ten.
Johannes Weisser, bar.
RIAS Kammerchor
Akademie für Alte Musik Berlin
René Jacobs, dir.

Eine Bestellung mit Hörprobe über dem Label j p c

Hörproben bei j p c : 2 CDs

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Grüße
Volker

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Das „Calmus Ensemble“ aus Leipzig gastierte in Bad Oeynhausen / OWL


Hallo,

ich war am Samstag, 21.3.2009 in Bad Oeynhausen in der „Heilig-Geist-Kirche“ und habe dort das „Calmus Ensemble“ aus Leipzig kennengelernt. Vier ehemalige Thomaner (!) und eine Sopranistin. Von Reger über J. H. Schein, F. M. Bartholdy, J. S. Bach und W. Weismann (1900 – 1980) erklangen traumhaft schöne Gesänge.

Foto: Das Calmus Ensemble in Bad Oeynhausen (Fotorechte:NW)

Foto: Das Calmus Ensemble in Bad Oeynhausen (Fotorechte:NW)

Foto: Heilig Geist Kirche in Bad Oeynhausen

Foto: Heilig Geist Kirche in Bad Oeynhausen

Diese 5 Stimmen waren eine solche Einheit, hatten einen gemeinsamen Atem, einen gemeinsamen Pulsschlag, vom leisesten Pianissiomo bis zum stärksten Fortissiomo waren sie eine Einheit. Jede Stimme für sich war einmalig, die Sopranistin Anja Lipfert; der Countertenor Sebastian Krause (einsame Spitze); der Tenor Tobias Pöche; Ludwig Böhme – (Sohn vom Organisten der Thomaskirche) und Joe Roesler als Bass waren für uns so ergreifend, haben uns so begeistert, dass ich sofort den 25. 10. 09 im Gewandhaus in Leipzig gebucht habe – da feiert diese kl. Truppe ihr 10-jähriges und wir wollen dabei sein.

Internet: http://www.calmus.de

Weitere Inhalts-Angaben zum „Calmus-Ensemble“ Leipzig, mit Kozertangaben in 2009.

Zur Vergrößerung in das jeweilige B i l d k l i c k e n !!

Foto: Informationen zum Calmus-Ensemble, Leipzig

Foto: Informationen zum Calmus-Ensemble, Leipzig

Foto: Calmus-Ensemble, Leipzig - Konzerttermine 2009

Foto: Calmus-Ensemble, Leipzig - Konzerttermine 2009

Herzl. Gruss
Iris

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Anliegend der Artikel zu dem Konzert von der NW vom 23.3.2009.

Zur größeren Ansicht in das Foto unten k l i c k e n !!

Foto: Rezension der NW über das "Calmus Ensemble" in Bad Oeynhausen

Foto: Rezension der NW über das "Calmus Ensemble" in Bad Oeynhausen

Rezension-Besprechung: CD’s von SDG 147 – Vol.5 – CD zwei – veröffentlicht vom Label: SDG – Monteverdi im Oktober 2008


Hallo,

meine Rezension von SDG 147, Vol. 5 / CD z w e i ; Aufführungsort: Dom „St. Blasii“ in Braunschweig


Cover: SDG 147, Vol. 5 / zwei CD’s Kantaten für den zehnten Sonntag nach Trinitatis

BWV 46 – Schauet doch und sehet, ob irgendein Schmerz sei
BWV 101 – Nimm von uns Herr, du treuer Gott
BWV 102 – Herr, deine Augen sehen nach dem Glauben!

(Aufführungsort: 27 / 08 / 2000 Braunschweig Dom)

Soloists: Joanne Lunn; Sopran | Daniel Taylor; Altus
Christoph Genz; Tenor | Gotthold Schwarz; Bass

Aufführungsort: Braunschweiger Dom St. Blasii

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Click hereGardiners-Reisetagebuchfor a German Translation of the sleeve notes.
von Jane Rogers, Bratsche
zur SDG 147 Vol. 5




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Rezension CD z w e i – SDG 147, Vol. 5 –

Kantate: BWV 46 „Schauet doch und sehet, ob irgendein Schmerz sei“

(Kantate für den 10. Sonntag nach Trinitatis)

1) Bach hat diese Kantate in seinem ersten Leipziger Amtsjahr komponiert und am 1. August 1725 zum ersten Mal aufgeführt. Der Eingangschor ist ein gross angelegtes Klagelied, formal eine Kombination von motettischen und konzertanten Elementen. Motettisch ist daran die enge Beziehung zum gesungenen Text. Dem Satzbau des Bibelwortes entsprechend ist der gesamte Eingangschor in zwei grosse Teile gegliedert, einen freipolyphonen Satz und eine Fuge. Auch die Themenbildung ist in auffallender Weise textbezogen mit ihrer Anhebung betonter Wörter („Schauet“, „sehet“) und ihren dissonanten Halbtonschritten auf „Schmerz“ und „Jammers“. Motettisch ist auch das Prinzip der Chorfuge (zweiter Teil des Satzes), wobei die Instrumente meist mit den Singstimmen zusammengehen, während die Blockflöten als deren gleichberechtigte Partner selbst eine Fugenstimme übernehmen.

Eine einleitende, entzückende Sinfonia im 1. Satz wird durch einen anschließenden ausdrucksstarken Chor des „Jammers“ eindrucksvoll interpretiert.

Beeindruckend ist der 3. Satz: „Dein Wetter zog sich auf“. 1) Dieser Satz ist in ihrer barocken Bildlichkeit der dramatische Höhepunkt der Kantate. Zum Streichorchester tritt die Trompete als Sinnbild göttlicher Hoheit; punktierte Rhythmen markieren das Drohende des aufziehenden Wetters, abwärtsgleitende Skalenfiguren das Einbrechen des Rachstrahls. Der Bassist: Gotthold Schwarz punktet in einer fantastischen Art, dies entsprechend gesanglich umzusetzten.

Im 5. Satz: „Doch Jesus will auch bei der Strafe“ – glänzt der Altus Daniel Taylor. In diesem Satz dominieren die Flöten als Bassstimme, die das Bild eines Rache kündigen Propheten heraufbeschwören.

Satz 6; Schlusschoral: „O großer Gott“ ist nicht wie üblich in schlicht-vierstimmigem Satz gehalten, sondern mit Zeilenzwischenspielen der doppelt besetzten Blockflöten ausgestattet. Ausdrucksstark präsentiert sich hier der Monteverdi Chor mit seiner bewundernswerten Artikulation.

Kantate BWV 101 „Nimm von uns Herr, du treuer Gott“

(Kantate für den 10. Sonntag nach Trinitatis)

1) Das Werk ist eine Choralkantate und wurde am 13. August 1724 erstmals aufgeführt. In seiner Form unterscheidet sich der Eingangschor wenig vom Normaltyp der Choralkantaten. Die Singstimmen werden durch einen Posaunenchor verstärkt, dessen Oberstimme wie üblich vom Zink (Cornetto) gebildet wird; außerdem wird der Cantus firmus durch eine den Sopran oktavierende Querflöte mitgespielt. Der ganze Satz ist im Grunde eine großangelegte Cantus-firmus-Motette, deren Besonderheit im Mitwirken eines eigenthematischen Instrumentalparts besteht.

In dem Eingangssatz agiert der Monteverdi Choir in seiner bekannt gekonnten Art ich kann mich aber des Eindrucks nicht erwehren, dass der Tenor und Bass zeitweise zu dominant Auftritt und die Flöten erscheinen etwas unrein und piepsig zu klingen.

Satz 2 ursprünglich mit obligater Flöte geplant, dann aber mit Solovioline besetzt, verhilft nun dem konzertanten Element in dieser Arie zu seinem Recht und wird von Christoph Genz (Tenor) in seiner bekannten Art vorgetragen.

Der Satz 4 ist von ungewöhnlicher Art, die ihre Ursache in Bachs Bestreben hat, eine leidenschaftlich- dramatische, konzertante Arie zu präsentieren. Hier ist Gotthold Schwarz (Bass) diesem Part großartig gewachsen.

Als musikalischer Höhepunkt der Kantate ist wohl in Satz 6 das Duett für Sopran (Joanne Lunn) und Altus (Daniel Taylor) – mit obligater Flöte und Oboe da caccia anzusehen. Traumhaft passen die zwei Gesangs-Solisten zusammnen und lassen ein herrliches Duett erklingen

.Englische Sopranistin Joanne Lunn

Englische Sopranistin Joanne Lunn
Englischer Altus: Daniel Taylor

Englischer Altus: Daniel Taylor

In Satz 7 endet die Kantate mit einer schlichten vierstmimigen Schluss-Strophe des Liedes mit: „Leit uns mit deiner rechten Hand.“ Getragen, ruhig aussingend erklingt fein nuanciert der Monteverdi Choir.

Kantate BWV 102Herr, deine Augen sehen nach dem Glauben!

(Kantate für den 10. Sonntag nach Trinitatis)

1) Die Kantate, von Bach zum 25. August 1726 komponiert, gehört zu jenen, die demselben Textjahrgang entnommen sind wie die von Bach aufgeführten Kantaten des Johann Ludwig Bach. Auffällig ist dabei, dass Bach diesmal den II. Teil der Kantate mit Satz 5 beginnen lässt. Der Eingangschor gehört zu den grossen Leistungen des reifen Bach und zeigt in seiner formalen Vielgliedrigkeit steten Wechsel zwischen Dominanz des Orchestersatztes bei häufigem Choreinbau und des Chorsatzes mit eigenständiger überaus sprachgerechter, textgezeugter Thematik. Eingeleitet wird der Satz durch eine Instrumentalsinfonie von 2 Oboen, Streichern und Continuo.

Was hier abgeht ist atemberaubend grossartig, die Sopranistin „Joanne Lunn“ brilliert, der Monteverdi Choir in Glanzform – da kann nur angemerkt werden – „Weltklasse“, einmalig, so etwas bekommt man nicht alle Tage geboten, was muss Gardiner da wieder gefeilt haben, das Orchester stimmig, Gesangssolisten ebenbürtig und ein Chor, der wieder einmal brilliert, das ist wieder eine Kantatenstelle, die bei mir auf „da Capo“ gestellt ist und die berühmte Gänsehaut erzeugt….

Dieses Klangerlebnis möchte ich den Besuchern des Forums nicht vorenthalten und stelle den Eingangs-Satz der Kantate – BWV 102 – als Hörprobe zur Verfügung.

Hörprobe: „BWV 102 Satz 1“, den L i n k – nachstehend kräftig anklicken:

2-14-bwv-102-herr-deine-augen-sehen-nach-dem-glauben-part-i-coro1

1) Der Satz 3 ist ein schlichtes Alt-Seccorezetativ – (Daniel Taylor, Altus), deren Gestik an eindringlicher Wirkung wohl nicht zu überbieten ist. Mit einem langanhaltenden, dissonanten „des“ einsetzend, scheint die obligaten Oboe ein „Weh!“ über die unbußfertige Seele auszurufen, und die gesamte Melodik des Satzes mit ihren Querständen und ungewöhnlichen Intervallschritten ist ein einziges, höchst anschauliches Abbild der Seele. Hier ist der Altus Daniel Taylor ein vortrefflicher Gesangs-Solist der dieses Abbild der zerrissenen Seele berührend zu interpretieren weiss.

In Satz 4, Rezetativ für Bass (Gotthold Schwarz), präsentiert sich ein ausdrucksstarker Bassist mit dem „Verachtest du den Reichtum seiner Gnaden.“

Deutscher Bassist: Gotthold Schwarz

Deutscher Bassist: Gotthold Schwarz

1) Mit dem Satz 5 beginnt der zweite Teil der Kantate mit der Alt-Arie: „Erschrecke doch, Du allzu sichere Seele!“ Hier wird versucht, den Sünder wachzurütteln. Die musikalischen Mittel sind weiträumige Melodik – zumal in der obligaten Flöte, aber auch in der Singstimme – und lebhaften Bewegung. Hier punktet der Altus Robin Tysson mit seiner klaren und wortverständlichen Aussage des „Erschreckens..!“ Das Flötenspiel ist ebenso im gleichen Atemzug als vorrtrefflich anzumerken.

Ein zweistrophiger schlichter Choralsatz mit dem „Heut lebst du, heut bekehre dich“ mit der Melodie von: „Vater unser im Himmelreich“ – beschliesst dieser Choral eine wunderschöne Kantate. Mich beeindruckt hier der Monteverdi Chor, wie hinreissend und innig dieser wunderbare Choral vorgetragen wird, ruhig, getragen ein in sich gekehrter Gesang – damit ist die Seele gesanglich gerettet und der Hörer wird davon berührt und eingenommen. Das ist Bachgesang pur und wiederum ein Verdienst von Gardiner, der in diesem Kantatenwerk die gewissen Akzente zum richtigen Zeitpunkt zu setzen weiss, Danke, grandios..!!

Die Kantate BWV 102 ist als das Highlight der gesamten SDG 147 – Einspielung anzusehen, diese Werk hat mich ungemein berührt und wie bereits erwähnt, bei mir das entsprechende Gänsehaut-Erlebnis erzeugt und ich wurde bis zum letzten Schlusston ungemein gefesselt. Und das ist es, was wir immer so an Gardiner, seinem Orchester, seinem Monteverdi-Choir so schätzen und bewundern.

Grüße

Volker

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1) Textauszüge: Alfred Dürr, die Kantaten

Rezension: Gardiner mit einem Beethovenkonzert in der Essener Philharmonie


Liebe Musikfans,

allen voran der Sir natürlich, war das London Symphony Orchestra mit den drei Beethovenwerken einsame Spitze.

Blumen für J.E. Gardiner in der Philharmonie Essen

Foto: Blumen für J.E. Gardiner in der Philharmonie Essen

Das LSO ist rund um den Globus erlebbar. LSO Live soll denn auch das erfolgreichste orchestereigene Label der Welt sein, das am meisten auftritt und bei den Klassik-Downloadcharts regelmäßig Platz 1 erreicht.

Auf dem Programm stand Beethoven:

Ouvertüre zur Namensfeier
4. Symphonie in B-Dur
5. Symphonie c-moll

Die „Ouvertüre zur Namensfeier“ ist ein heiteres Stück. Hier brauchte Gardiner nicht zu kleckern, er konnte richtig klotzen. „Beethoven hatte diese Ouvertüre zum Namenstag unseres Kaisers geschrieben“. Fast ausgelassen und fröhlich kommt sie daher. Es war eine Freude, zuzuhören wie die Stimmen sich auf einander zu bewegten und dann mal wieder auseinanderliefen.

Für mich war die 4. Symphonie der eigentliche Höhepunkt. Sie kommt zwischen der 3. und 5. immer ein bißchen zu kurz. Das Adagio war für mich schon überirdisch schön, es war einfach perfekt und die Art und Weise, wie der Sir uns diesen Beethoven rüberbrachte, einfach genial.

Aber die 5. hat uns auch Gänsehaut über den Rücken gejagt. Meisterhaft gespielt, konnten wir kaum noch ruhig auf unseren Plätzen sitzen. So ergreifend habe ich sie noch nie gehört.
Zwei Sachen möchte ich Euch nicht vorenthalten. Ihr dürft ruhig lachen: In den ersten 10 Minuten des Konzerts hab` ich gedacht: irgendwas ist anderes! Was wohl?

Ich musste mich ziemlich mühsam von dem Gedanken lösen, dass Gardiner nicht nur Bach dirigiert.


2. Eine kleine Passage aus dem Textheft von gestern Abend zur Uraufführung der 5. Synphonie. „Bei Eiseskälte und überdimensioniertem Programm – vier Stunden soll es gedauert haben – (wir haben 4 Stunden Fahrt gebraucht) wurde die 5. Symphonie im Theater an der Wien am 22. Dezember 1808 uraufgeführt. Wie überwältigend der Eindruck der Symphonie war, zeigt sich u.a. darin, dass sie trotz der katastrophalen Umstände und der ´in jedem Betracht mangelhaften Exekutierung`, wie es die Allgemeine Musikalische Zeitung berichtete, ihren schnellen Siegeszug durch ganz Europa antreten konnte.

Bis zum nächsten Lebenszeichen alles Liebe und Gute!

Gruss
Iris

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Es existiert ein Blog vom LSO mit einem Artikel über die Beethoven-Tour mit interessanten und köstlichen Anmerkungen, den ich nachstehend einfüge:

Original-Link vom LSO: http://lsoontour.wordpress.com/2009/02/16/there-snow-business

LSO - Blog

LSO - Blog

Its snowing once again. The roads are gritted and clear and life continues as normal in Munich. The pavements have so much salt on them I can feel my blood pressure rising just by walking on them. To be honest there is so much grit that despite the fact that I am walking on snow, it looks like ice cream full of chocolate chunks and has a unnerving grippy surface. Walking back from the restaurant, Chi, Tom and I try to skid along the main platz but are unsuccessful. These clever Germans have managed to take all the fun out of the snow. I think they may have used all of our grit supplies as well. In the main Rathausplatz, there is more of the stuff in a small area than Boris managed to find for the whole of Greater London. Where I live, on a hill in Surrey, the council never salted our roads, so to get to work we had to borrow some Maldon from the neighbours darling.

Anyway, it does look very pretty here; the beautiful buildings in the centre of town look like the icing sugar dusted cakes in the bakery and the warm and inviting cellars with their vaulted ceilings, roaring fires and local food and beer look especially tempting today. However, on this whistlestop tour of Germany, there isn’t enough time today-maybe after the concert…

The hall in Munich is interesting. Although it is quite reverberant, it isn’t always easy to hear what everyone else is doing on the stage-a bit of a problem. They have these plastic discs hanging above our heads which I think can change the acoustic a bit, although to be honest, I can’t hear any difference. JEG really uses these seating calls to try out different seating arrangements. Quite often, he will move the trombones from one side of the hall to the other because it sounds better. Last night he moved the horns closer to my section, and in Beethoven 4, Dave Pyatt was sat right next to me! I enjoy this aspect of working with JEG. He’ll often start the rehearsal with the overture and then jump down off the stage to walk around the hall to listen. Then he’ll jump back up and ask Andrew Haveron to jump down and have a listen. He hasn’t asked me to jump down yet though. When he is happy with the arrangement, we will often just play through a few bits that didn’t go as well as we would have liked and then we go off to get changed.

On this occasion I trot off down the road to the nearest Irish pub with Alan, our Irish stage manager to watch Wales (hopefully) beat the English. Being half Welsh and half English, I can’t really lose, but in all honesty, my shirt is always red. Its incredible how many rugby matches we end up watching abroad, I remember a very memorable match we watched at 2am in Beijing a few years ago. Alan and I have already planned to watch the final match of the 6 nations at midnight in a bar in Chicago-but today we are both singing from the same hymn sheet. Frustratingly, I have to leave 10 minutes into the second half when the outcome is far from decided, but I do really need to be on stage for the overture. I am promised the final score by text message as soon as it happens.

The hall is full, and I spot Anne Sophie Mutter in the audience and also Madge from neighbours, although it could just be her doppelganger. But its definitely Anne Sophie-better play well. After a quick chat with JEG about appogiaturas and stuff we take to the stage and launch into the overture and then No.4. This is one of my favourites although it has a terrifying opening where the woodwind and horns have to hold a unison B flat very quietly for what seems like hours. All goes very well and the audience really enjoy the energy produced in the performance. I really enjoy the text message that confirms the Welsh victory. JEG remarks that I now have a smile on my face and he now doesn’t! I guess the other half of his family doesn’t come from Wales then.

The second half of the show is our last performance of No.5 and the orchestra really goes for it. Next stop Leipzig.

Leipzig, when we arrive on the train still shows a lot of its East German past. The hotel looks like its in the middle of a building site, but the welcome is very warm. Just as well as its snowing again. The Gewandhaus is a modern concert hall with a long tradition and I really like the sound we can make. The concert is sold out and when i walk onto the stage it seems that everyone is wearing a grey suit. It is quite an intimidating hall as the audience is seated all around the orchestra. There are about 10 rows of seats to the side and behind, I feel a little like we are about to be fed to the lions. There is a little light relief however when Alan and Dan have a little trouble with the conductors rostrum. There followed a brief Laural and Hardy homage as they both struggled to get the safety bar from JEG’s box-he’s such a risk taker- and eventually they give up and Alan slams it back down onto the stage. The audience laugh and applaud them both and the tension is broken. There is a slightly tense atmosphere before we start the piano concerto as earlier in th rehearsal we discovered that it had been tuned to 444 which is much higher in pitch than we play. So much hand wringing and handbag bashing ensues and finally the tuner is made to bring it down to pitch! Its not until the end of the long first tutti when she comes in that we discover if he has done it or not. I feel like Han solo waiting to see if Obi Wan has managed to disable the tractor beam in Star Wars.

He did.

Anyway, for us the tour is over. We are now sitting in a very snowy Berlin airport for our plane which is already 2 hours delayed. I don’t know what time I’ll get home and tomorrow I have to be at the US embassy at 8am for my visa appointment and then the concert at the barbican. Maybe I’ll see you there, I hope you enjoy the Beethoven as much as I have.

Ende des Blog-Artikels vom LSO

Ende des Blog-Artikels vom LSO

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Saul in Hamburg – Eine Sternstunde


Ich habe mein persönliches Händeljahr jetzt in Hamburg in der Laeiszhalle begonnen – mit dem Oratorium Saul.

Laeiszhalle-Konzerthalle, Hamburg

Laeiszhalle-Konzerthalle, Hamburg

Saul ist das erste große Werk, das nach dem gesundheitlichen Zusammenbruch Händels entstanden ist. Der schlichte Bibeltext wird hier hochdramatisch dargestellt, wobei der zentrale Punkt „die psychologische Darstellung der eigenen Selbstdarstellung des israelitischen Königs aufgrund der tiefen seelischen Zerrüttung“ (Laut Programmheft) ist. Hier erst einmal die Mitwirkenden:

Saul – Andrew Foster-Williams
Jonathan – James Gilchrist
David – Daniel Taylor
Michal – Malin Christensson
Merab – Lisa Milne
Hoherpriester, Hexe von Endor
– Daniel Norman (kurzfristig eingesprungen)
sowie die Chorsolisten Frederick Martin und Dantes Diwiak

Elbipolis Barockorchester Hamburg
NDR Chor
Leitung: Philipp Ahmann

Wenn ich jetzt „nur“ die Rollennamen weiterverwende, so hat das einen Grund. Diese Aufführung war so unglaublich intensiv, hatte eine solche Geschlossenheit, wie ich es noch nie erlebt habe. Sie war einfach aus einem Guss. Die Sänger sangen keine Rollen, sie „waren“ Saul, Jonathan usw. Und alles, was dieses Oratorium so überreich an Emotionen zu bieten hat, brachten diese wunderbaren Stimmen zum Ausdruck.

Da war Saul, der zuerst mit sehr viel Wärme David bei sich behält und seiner Tochter zur Frau geben will und dann aufgrund der neuen Kriegserfolge eifersüchtig auf ihn wird und dabei wahnsinnig vor Wut wird.
Jonathan, der Sohn Sauls, der ungeachtet der Standesunterschiede David seine Freundschaft anträgt und dann diesen tiefen Konflikt durchleben muss zwischen dem Gehorsam seinem Vater gegenüber, der von ihm verlangt David zu töten, und der Freundschaft zu David. Welche eine Ehrlichkeit war hier zu hören. Mit wie viel Einsatz kämpft er um das Leben seines Freundes. Welch ein Glück für jeden, der einen solchen Freund zu haben.
David, der einfach lieb und gut war, sodass er nicht von dieser Welt zu sein schien. In seiner Arie „O Herr, des‘ Güte endlos ist“ beschwört er mit so viel Wärme und Süße in der Stimme Gottes Güte, dass für mich die Welt fast stehen blieb. Selbst Herzen aus Stein mussten hier aufweichen. Fragt sich, aus welchem Material Sauls Herz ist, dass er kurz danach seinen Speer auf David schleudert.
Michal, die jüngere Tochter Sauls, die auch unglaublich innig ihre Liebe zu David und ihre Trauer um Jonathan zum Ausdruck bringt.
Merab, die ältere Tochter Sauls, die voller Standesdünkel entsetzt ist darüber, dass ihr Vater sie David zur Frau geben will und sehr gehässig auf diesen Knaben niederer Geburt herabblickt. Doch auch sie findet später, wenn David mit Michal vermählt wird und und weiter sehr aggressiv von Saul bedroht wird, sehr weiche Töne des Mitgefühls, auch in ihrer Trauer um Saul und Jonathan.
Die Hexe von Endor – wie gespenstisch. Ein kalter Schauer lief über den Rücken.
All dies musste man nicht dem Textheft entnehmen, es war hörbar.

Chor und Orchester hatte zwischen Trauer, Schlachtenlärm und Jubel viel zu bewältigen und ließen sich von Philipp Ahmann mitnehmen zu einem unglaublich farbenreichen intensiven Musizieren, wo all die Emotionen, die die Solisten so überzeugend auslebten, ihren Widerhall fanden.

Wer noch ein wenig mehr über das Stück, wie Händel ungewöhnliche Orchesterinstrumente verwendet oder auch nur den Text lesen möchte, kann sich im Programmheft, das der NDR als PDF-Datei veröffentlicht hat, noch ein wenig schlau lesen.

Programmheft Saul NDR

Dieses Konzert wurde von NDR aufgezeichnet und wird am 20.2. gekürzt gesendet. Ich weiß nicht, wo sie kürzen wollen, ich möchte keine einzige Note missen.

Ein überwältigender Abend – ich bin immer noch nicht auf Planet Erde angekommen.

Barbara

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Rezension-Besprechung: CD’s von SDG 147 – Vol.5 veröffentlicht vom Label: SDG – Monteverdi im Oktober 2008


Hallo,

meine Rezension von SDG 147, Vol. 5 / CD eins; Aufführungsort: Christkirche in Rendsburg

Cover: SDG 147, Vol. 5 / zwei CD’s

Kantaten für den achten Sonntag nach Trinitatis

BWV 178 – Wo Gott der Herr nicht bei uns hält
BWV 136 – Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz
BWV 45 – Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist

(Aufführungsort: 13/08/2000 Christkirche, Rendsburg)

Soloists: Robin Tyson; Altus
Christoph Genz; Tenor | Brindley Sherratt; Bass


Aufführungsort: Christkirche Rendsburg (Fotorechte: http://www.die-netzwerkstatt.de)

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Click here Gardiners-Reisetagebuch

for a German Translation of the sleeve notes.

Hier klicken zur „Meinungsäußerung“ von Jane Rogers, Bratsche
zur SDG 147 Vol. 5


oder bei amazon.de“

und amazon.uk (England)

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Rezension
CD eins SDG 147, Vol. 5

Kantate: BWV 178„Wo Gott der Herr nicht bei uns hält“ (für den 8. Sonntag nach Trinitatis)

Das Werk ist eine Choral-Kantate und erfuhr am 20. Juli 1724 seine erste Aufführung. Das zugrunde gelegte Kirchenlied ist eine Nachgliederung des 124. Psalms durch Justus Jonas (1524).

Der Eingangschor: „Wo Gott der Herr nicht bei uns hält“ des 1. Satzes verkörpert den von Bach bevorzugten Typus des eröffnenden Choralchorsatzes: In einen thematisch selbständigen Orchestersatz ist der vom Chor vorgetragene Choral zeilenweise eingefügt. Die Liedweise liegt im Sopran verstärkt durch ein Horn.

Ein kontropunktisches Meisterwerk ist der Choral, Satz 2, „Was Menschenkraft und -witz anfäht“, dieses gelingt dem Monteverdi Choir entsprechend umzusetzten.

Der 3. Satz lebt von dem beschwingt herrlich anzuhörenden BC und Violinen – der Bassist Brindley Sherratt glänzt durch ein starkes Stimmvolumen mit der Bass-Arie: „Gleichwie die wilden Meereswellen“ ein vortrefflicher Bass, der die Wellenbewegung gesanglich vortrefflich umzusetzen weiß.


Bass: Brindley Sherratt (Fotorechte Staatsoper Hamburg)

Gut anzuhören ist das Orchester im 6. Satz für Tenor als Arie: „Schweig, schweig nur, taumelnde Vernunft!“ ebenso präsentiert sich der Tenor: Christoph Genz.


Nuanciert gesungen wird der schlichte vierstimmige Schluss-Choral im 7. Satz: „Die Feind sind in all in deiner Hand.“


Kantate:
BWV 136 – „Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz“ (für den 8. Sonntag nach Trinitatis)

In der überlieferten Fassung entstammt dieses Werk dem ersten Leipziger Kantatenjahrgang Bachs und wurde am 18. Juli 1725 erstmals aufgeführt. Verschiedene Anzeichen des Quellenbefundes lassen jedoch vermuten, dass Bach dabei auf früher Komponiertes zurückgegriffen hat.

Der Eingangschor „Erforsche mich Gott“ hat die Form einer weitläufigen Fuge. Zwei gleichthematische Chorfugenkomplexe werden durch Instrumentalpartien umrahmt und voneinander abgegrenzt. Ein Horn präsentiert zu Beginn des Ritornells das Hauptthema und ist auch im weiteren Verlauf des Satzes selbständig geführt. Beschwingt in seiner unnachahmlicher Art singt der Monteverdi Choir den 1. Satz.

Der 3. Satz mit der Alt-Arie „Es kommt ein Tag“, gesungen von Robin Tyson, wird mit obligater Oboe d’amore begleitet, und besitzt eine ausdrucksvolle Figuration, die mich sehr angesprochen hat.

Der 5. Satz „Uns treffen zwar der Sünden Flecken“ mit dem Arien-Duett für Tenor: (Christoph Genz); und Bass: (Brindley Sherratt); überzeugen in dem Duett mit einem harmonischen Gesang und werden durch ein beeindruckendes Violinspiel unterstützt.

Im 6. Satz „Dein Blut der edle Saft“, ein schlichter vierstimmiger Schlußchoral nach der Melodie „Auf meinen lieben Gott“, beschließt dieses Kantatenwerk.

Kantate: BWV 45 – „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist“ (für den 8. Sonntag nach Trinitatis)

Diese Prunk-Kantate wurde für den 11. August 1726 geschrieben und gehört zu jenen Werken, deren Texte demselben Jahrgang entstammen wie die Kantaten des Vetters von J.S. Bach, dem Meininger Kapellmeister „Johann Ludwig Bach.“

Der großartige Eingangs-Choral – „Es ist dir gesagt, Mensch“, ist wieder eines jener Beispiele, wie Bach vielgestaltig und beeindruckend aus einem einzigen Thema ein gewaltiges Klangvolumen entwickeln hat. Es ist für mich das Herzstück dieser Kantate und wird von dem fantastischen Monteverdi Choir entsprechend umgesetzt, die Beschwingtheit und Freude des Musizierens und Singens überträgt sich spontan auf den Zuhörer, das ist reine Bach-Kultur vom Feinsten..!!

Diese überschwengliche Musizierform setzt sich im 3. Satz mit der Arie für Tenor: (Christoph Genz) – „Weiß ich Gottes Rechte“, entsprechend fort. Ein vortreffliches Orchester weiß klanglich zu überzeugen und hat in dem Tenor einen vorzüglichen Vortragenden.

Ein orchestrales Feuerwerk wird am Anfang von Satz 4„Es werden viel zu mir sagen“ – zu Gehör gebracht, spritzig, beschwingt phrasierend, präsentiert sich das Spitzenorchester und finden mit dem Bass-Vortrag – ((Brindley Sherratt); einen genialen Partner.

Es folgt ein inniger 5. Satz – Arie für Alt: (Robin Tyson) „Wer Gott bekennt aus wahrem Herzensgrund“ wird in Begleitung der Flöte und BC zu einem weiteren Prunkstück. Der Altus-Gesang gelingt entsprechend der trostvollen Text-Aussage in bewundernswerter Weise – perfekt.

Der gelöst klingende Schlusschoral im 7. Satz: – „Gib dass ich tu mit Fleiß“ – beendet ein großartig zu bennendes Kantatenwerk. Ruhig und getragen singt der Monteverdi-Choir in bewegender Manier diesen wunderbaren Choral.

Fazit:
Die Kantate BWV 45 ist der Höhepunkt dieser SDG-Veröffentlichung von CD eins. Wieder zu bewundern, wie Gardiner in diesem Bach-Werk die entsprechenden Akzente zu setzen weiß, Orchester, Sänger und Gesangs-Solisten werden von ihm dementsprechend herausgefordert und erzielen so gemeinsam eine vortreffliche Werks-Wiedergabe.

Grüsse
Volker

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Spanische Trompeten an der Collon-Orgel erobern den Herforder Stiftberg


Hallo,

eine perfekte und bemerkenswerte Orgeleinführung und ein dazu gegebenes Orgelkonzert spielte sich in St. Marien, Herford ab.


Foto: St. Marien Herford, (Fotorechte: V. Hege)

Im Rahmen einer Orgelreise nach Westfalen, durchgeführt von dem Verein “Musikfreunde St. Cosmae e. V.” Stade, in Zusammenarbeit mit der Orgelakademie Stade, wurde am 11. und 12. Oktober 2008 eine Zwischenstation in Herford eingelegt. Hier galt das besondere Interesse für das außergewöhnliche, an südeuropäischen Vorbildern orientierte Instrument der Kirche St. Marien in Herford, die „Collon-Orgel.“ Der Referent Martin Böcker, Stade, erwies sich an den zwei Tagen als ein perfekter Kenner mit der Aufführungspraxis alter Musik für Tasteninstrumente.

Collon-Orgel in St. Marien, Herford (Fotorechte: V. Hege)
Am Samstag gab es durch den Orgel-Sachverständigen und Experten für „Alte Musik“ Martin Böcker, auch für den Orgel-Laien sehr verständlich nachzuvollziehen, eine Einführung in die unterschiedlichsten Orgelarten der Barockzeit aus Frankreich, Spanien, Italien, Süd- und Mitteldeutschland. Alle Werke der Barockzeit aus den vorgenannten Ländern lassen sich an der wunderbaren Collon-Orgel wiedergeben. Seine Ausführungen zu den Spanischen Trompeten an der Collon-Orgel sorgten für Erheiterung und Bewunderung. Nach einer 1 1/2 -stündigen Erläuterung der unterschiedlichsten Facetten der Orgel mit Klangbeispielen, wurde der Besucher mit neuen Erkenntnissen und Wissen durch einen vorzüglichen Referenten und Orgelkenner – vertraut gemacht.
Das am Folgetag, Sonntag, 12.10.2008, gegebene Orgelkonzert durch Martin Böcker, Stade, untermauerten die erlangten Kenntnisse über die Klänge der Orgeln aus den genannten Ländern durch eine geschickte Werks-Auswahl.

Beginnend mit dem französischen Orgelkomponisten Nicolas de Grigny (1672-1703), wurde das

„Ave maris stella“ (Plein jeu mit c.f. im Tenor))
Fugue a 4,
Duo Dialogue sur les Grand jeux
aus „Les Hymnes des Principal Fetes de I ‚ annee“ (1699)
zu Gehör gebracht, es wurde traumhafter französischer Barockklang erzeugt, das war meisterlich und gekonnt vorgetragen worden.
Im Anschluss daran erklangen Werke spanischer Orgelkomponisten, die die St. Marien-Kirche fast erschüttern liessen.
Pablo Bruna (1611-1679)
„Tiento de segundo tono sobre la letania de la Virgen“
Mit diesem Abschnitt begann feurige spanische Orgelmusik der feinsten Art. Die ungewöhnlichen spanischen Trompeten-Klänge erbrachten eine ganz neue Sicht auf ungewöhnliche Orgelliteratur, – für uns Mitteleuropäer schmunzelnd zur Kenntnis nehmende Musik, – die begeisternd wirkt. Da wird aus der Collon-Orgel ein Spektakulum fabriziert, die den Hörer begeistert mitreisst.
Noch eins darauf gesetzt wurde mit dem anschließenden Werk des Komponisten

Juan Bautista Jose Cabanilles (1644-1712)
Tiento de Batalla de 5″ tono
Was hier zu Gehör gebracht wurde, lässt Händel mit seiner Feuerwerksmusik vor Neid erblassen. Man sieht geistig vor Augen die Batallione durch die Trompetenstösse animiert – Stellung zu beziehen, die Heerscharen werden durch diese trompetenhafte Orgelmusik ermuntert, den Angriff zu beginnen. Feuriger und grandioser kann dieses Werk dem Hörer nicht näher gebracht werden. hier erweist sich der Organist als ein Kenner der iberischen Musik und weiss das fantastisch an der hierfür hervorragend geeigneten Collon-Orgel entsprechend umzusetzten. Die Kirche bebt, der „Herforder Stiftberg“ ist bildlich im Sturm genommen worden, Dank dem hervorragenden Orgel-Interpreten „Martin Böcker“ aus Stade.
Wer mehr davon hören möchte mit dem gleichen Interpreten: „Martin Böcker“, sollte sich am

Dienstag, 4. November 2008, um 20:00 Uhr
auf den Weg machen, um diesen großartigen Orgel-Interpreten mit
„Iberische Orgelmusik aus drei Jahrhunderten“
nochmals hören und erleben zu können. Das Konzert, gegeben zum 2. Internationalen Orgelwettbewerb, in St. Marien, Herford, sollte ein weiterer Höhepunkt und Highlight sein.
Nach diesem Feuerzauber erklang Süddeutsche Musik der besonneren Art.
Georg Muffat (1653-1704), aus dem Elsass stammend. Er war Komponist und Organist in Straßburg, Wien, Salzburg und Passau tätig und schrieb das Werk:
Toccata sexta
aus „Apparatus musico organisticus“ (1699)
und von Johann Kaspar Ferdinand Fischer (1656-1746), geboren in Karlsbad/Egerland und tätig als Hofkapellmeister in Rastatt-Württemberg. Erklang die
„Passacaglia in d“
Diese süddeutschen Interpreten wurden wunderbar registrierend und mit einer brocken Klangfülle ausgestattet, prägend wiedergegeben.
Ein kleiner Ausflug nach England erfolgte mit John Blow (1649-1708)
Voluntary for single organ
A Verse for the Double Organ
Ein weiterer Höhepunkt erschloss sich anschließend mit den Werken von Johann Sebastian Bach.
„Meine Seele erhebet den Herrn“ (Magnificat)
a 2 Clav. et Pedal, BWV 648 aus den „Schübler-Chorälen“
Fuge über das Magnificat pro organo Pleno BWV 733
„Suscepit Israel“ aus dem BWV 243, Magnificat, Satz 10, Arie, Terzett für Sopran I & II, Alt,
in einer Bearbeitung für Orgel
Herausgreifen möchte ich das BWV 243, Satz 10, aus dem Magnificat als eine Orgelbearbeitung. In dem normalen Vokal-Werk ist ein zartes, ruhig fließenden Frauen-Terzett „Suscepit Israel“ zu hören hier greift der Thomaskantor in der Oboenstimme auf eine gregorianische Weise des Magnificat zurück; ebenso wie sich der Hörer an diese altvertraute Melodie erinnern mag, so entsinnt sich Gott seines bereits zugesicherten Erbarmens („recordatus misericordiae suae“).
Dieser Orgelsatz berührte mich ungemein, fantastisch wie der Interpret innig und zu Herzen gehend diese Umarbeitung als ein Orgelstück vorzutragen weiss, das war wieder die berühmte Stelle, die als ein Gänsehauterlebnis einem die Gewissheit gibt, Bach ist der „Große“, egal wie seine Musik zu Gehör gebracht wird, er ist immer stimmig und weiss die Besucher in seinen Bann zu ziehen.
Dieser Dank muss weitergegeben werden an einen fantastischen Orgel-Interpreten. Martin Böcker weiss die Barockepoche und Marienverehrung künstlerisch hervorragend vorzutragen, es war eine anderthalb-stündige Aufführung mit bewegender Orgelmusik. Die zahlreichen Besucher waren ihm zu Dank verpflichtet und spendeten enthusiastischen Schlussapplaus, was mit einer Zugabe durch den Künstler honoriert wurde.

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Hier geht es nachstehend zur Hörprobe aus dem BWV 243, Satz 10 aus dem Magnificat von J.S. Bach

mit dem „Suscepit Israel“ das linke Dreieck links vom Banner betätigen, ein wenig Geduld, das Hörbeispiel wird geladen..!!

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Hier nochmals ein Hinweis auf den 2. Internationalen Orgelwettbewerb in St. Marien in Herford im November 2008..!!
Flyer zum 2. Internationalen Orgelwettbewerb, in Herford im November 2008

An dieser Stelle gilt nochmals mein Dank an @Wolfgang, der uns diesen schönen Tipp gegeben hatte und die OWL-Orgeltruppe daraufhin in Marsch gesetzt hat. Es waren zwei ausgiebige und inhaltsreiche Tage die wir in Herford miteinander erleben durften.

Grüsse

Volker

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Zu den Rezensionen der "Mitteldeutschen Zeitung" vom 22. Bachfest in Köthen


Hallo zusammen,

für alle, die nicht zum 22. Bachfest in Köthen anwesend sein konnten, stelle ich vorab die Link-Angaben zur „Mitteldeutschen Zeitung“ Köthen, hier bekannt.


Foto: Bannerwerbung am Köthener Schloss für die 22. Bachwoche (Fotorechte: V.Hege)

Aufführung der Johannes Passion von J.S. Bach als Eröffnungskonzert in der St. Jakob Kirche am 3.9.2008 in Köthen zur 22. Bachwoche, Monteverdi Choir, The English Baroque Soloists, Leitung Sir John Eliot Gardiner.


Foto: St. Jakob Kirche in Köthen (Fotorechte: V.Hege)

Rezension von Gardiner und dem Monteverdi Choir und English Baroque Soloists von der Johannes Passion in der St. Jakob Kirche, Köthen, als Eröffnungskonzert am 3. September 2008 von der MZ.

Köthen/MZ. Nach dem letzten Ton verharren John Eliot Gardiners Hände in der Luft, als wolle der Dirigent seinen Musikern den Segen spenden. Wie in Zeitlupe sinken sie schließlich herab – und dann nehmen die aus dem Bann entlassenen Zuhörer das Geschehen in die eigene Hand: Applaus für die „Johannes-Passion“ mit den English Baroque Soloists und dem Monteverdi Choir, Jubel zum Auftakt der Bach-Festtage in Köthen.

Es ist der 22. Jahrgang dieses Barockfestes, das einen relativ kurzen Abschnitt im Leben des Komponisten feiert. Mag sein, dass Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer die hier zwischen 1717 und 1723 entstandenen Werke auf die normale menschliche Produktivität umrechnete, als er Bach in seiner Eröffnungsansprache ganze 15 Jahre in Köthen andichtete. Immerhin bewies die Anwesenheit von vier Kabinettsmitgliedern aber das Wohlwollen, das Sachsen-Anhalt dem Festival entgegenbringt – und das es sich mit stetig wachsender Resonanz auch verdient. Bei der Güte der Interpreten sind hingegen naturgemäß Grenzen gesetzt. Denn wie will man ein Fest steigern, bei dem Sir Gardiner Stammgast ist?

Schon in den ersten Sekunden der dramaturgisch heiklen „Johannes-Passion“ war klar, dass hier abermals Außerordentliches geschehen sollte. Wie lose Fäden einer Überlieferung musizierten die britischen Barock-Solisten den Auftakt, der sich im chorischen „Herr“ zur Mischung aus Euphorie und Schrecken verdichtete. Der Monteverdi Choir war fortan Hauptakteur und Mitleidender im Passionsgeschehen, in seiner Mitte fand Gardiner nach bewährter Manier die Solisten, aus ihm schöpfte er szenische Dramatik wie innige Andacht.

Zwei Partien aber sind so wuchtig und wichtig, dass sich ihre Interpreten erst gegen Ende in die relativ kleine, aber mächtige Schar einreihen können. Peter Harvey singt einen gleichermaßen selbstbewussten wie schicksalsergebenen Christus, dessen Entrückung auf die Kanzel der Erniedrigung im Leiden zu widersprechen scheint. Und James Gilchrist ist ein Evangelist, wie man ihn kaum besser wünschen könnte: verlässlich und einfühlsam, ohnmächtig beobachtend und wütend kommentierend.

Da ereignet sich das Karfreitagsgeschehen wirklich Anfang September – und das in allen Farben optimal genutzte Orchester fegt wie ein schneidender Wind über Golgatha, während der Chor verzagt sein irrlichterndes „Wohin?“ flüstert. Es gibt an diesem Abend natürlich keine Erlösung – aber einen Choral wie einen Weckruf, dessen letzte Zeile als Motto über der Lebensreise Bachs wie über der Spurensuche Gardiners stehen könnte: „Ich will dich preisen ewiglich!“

(Die Genehmigung zur Veröffentlichung am 8.9.2008 von der MZ erteilt !)

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Bach strömt durch Köthen

Auftritte der Ensembles von Thomas Hengelbrock und John Eliot Gardiner krönen das Fest

von Ute van der Sanden und Andreas Hillger, 07.09.08, 17:45h, aktualisiert 07.09.08, 20:44h

Bach-Nacht in Köthen

Foto: Auch einheimische Ensembles wie das Schlossconsortium beteiligen sich an der Bach-Nacht. (MZ-Foto: Heiko Rebsch)

Köthen/MZ. Die 22. Köthener Bachfesttage sind am Sonntag mit einem Konzert der Berliner Barocksolisten zu Ende gegangen. Intendant Hans Georg Schäfer sagte zum Abschluss, es seien weit mehr als die erwarteten 5000 Besucher gekommen. Auf dem Programm des Festivals standen 14 Veranstaltungen. Erstmals wurde auch im Bach-Saal gespielt, der in der einstigen Reithalle des Schlosses 450 Plätze bietet.

Vielleicht hätten die englischen Barock-Solisten Johann Christoph Bachs „Ach, dass ich Wassers gnug hätte“ doch nicht so inbrünstig spielen sollen: Bei der Köthener Bach-Nacht erhörte der Himmel die Bitte jedenfalls und überschüttete das Publikum im Vorhof des Schlosses mit schweren Tropfen. Die gute Laune ließ man sich vom Regen freilich nicht vertreiben – und lauschte dem Jazz des König-Trios wie dem Kammerpop des Duos Cappriccio, den a-cappella-Piecen der blutjungen Nobiles und dem Schlossconsortium.

Drama und Andacht

Als Stargast der langen Nacht waren noch einmal jene Gäste angekündigt, die bereits zuvor in der Jakobskirche für Begeisterung gesorgt hatten. Thomas Hengelbrock hatte mit Balthasar-Neumann-Chor und -Ensemble jene beiden Klangkörper nach Köthen gebracht, die untrennbar mit seiner eigenen steilen Karriere in der Alten-Musik-Szene verbunden sind – und aus dem überreichen Kantatenschatz des Johann Sebastian Bach zudem drei Beispiele gewählt, die das Spektrum der Gattung von strenger Reflexion bis zur dramatischen Vergegenwärtigung ausschritten.

Dabei erwies sich Hengelbrock einmal mehr als energischer Durcharbeiter des musikalischen wie geistlichen Gehalts, der die Überblendung von religiöser und erotischer Verzückung in den Duett-Arien von „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ so stilsicher balanciert wie die altväterlich-kuriosen Ermahnungen in „Siehe zu, daß deine Gottesfurcht nicht Heuchelei sei“. Zu Gebote stand ihm dafür ein Orchester, das mit federnder Energie und geschmeidigem Volumen akzentuiert – und ein Chor, dessen Virtuosität in der Motette „Jesu, meine Freude“ voll zum Tragen kam. Diese Sänger sind in kunstvollster Verwirrung so sicher wie in einträchtiger Andacht – bravo!

Für das Fest-Kontinuum aber sorgten andere Stars: Nachdem sie die Bachfesttage bereits mit der „Johannespassion“ eröffnet hatten, legten John Eliot Gardiner und sein Orchester mit allen sechs Brandenburgischen Konzerten nach – drei im neuen Bach- und drei im alten Spiegelsaal. In beiden wurde die Luft schnell dick, vom alten Saal darf indes nichts anderes erwartet werden. Im Schloss fand zugleich die intensivere Begegnung der musikalischen wie der menschlichen Art statt. Die Freude war beiderseits: Das Publikum saß so nah am Podium, dass es in ehrfürchtige Dauerstarre fiel, die Musiker genossen den Schwung des Vormittags und die helle, direkte Akustik.

Die kammermusikalischen Dauersitzungen – es gab keine Pausen – strapazierten die Geduld der Zuhörer, musikantische oder aufführungspraktische Offenbarungen standen nicht an. Gleichwohl teilte sich in den kleinstmöglichen Besetzungen eine herrliche Vielfalt des Ausdrucks mit. Manchmal nur sieben, höchstens aber elf English Baroque Soloists intonierten aristokratisch, aber nicht verklemmt, mit sehr weichem Toneinsatz in den hohen Streichern und feuriger Grundierung durch Gamben, Celli und Bass. Sie nahmen die Ecksätze quicklebendig, sprühend virtuos, die langsamen betont verhalten und spirituell enthoben; jeder Satz ähnelte einem Pendel, der einen einzigen Impuls benötigt, um zum Schlussakkord durchzuschwingen.

Bravi vom Meister

Gute Laune verbreiteten die exponierten Hornstimmen im ersten Konzert, darin Jagdmotive mit fetzigen Schleifern über die Tutti-Teile gellten. Nach den Bläsern waren am Sonnabend im fünften, sechsten und dritten Konzert die Streicher dran – und der Finalsatz des letzteren swingte ungemein. Die große Cembalo-Partie: brillant und überraschend dezent. Claire Wilkinson, Altistin beim Monteverdi Choir, sah wunderschön aus und litt ebenso am Text. Nur besitzt ihre Stimme ein ganz flaches Brustregister, womit Johann Christoph Bachs Lamento nicht gedient war.

Das Publikum war dennoch hingerissen. Was sonst passierte: Der Oboist verlor sein Mundstück, die Bratscherin legte eine Ersatzsaite unters Pult. Sir Johns freitäglicher Sturz vom Podest war glimpflich abgegangen, tags darauf dirigierte er nur die Kantate „Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“ und überließ die Konzerte den sich aufs Vorzüglichste organisierenden Instrumentalisten – offenbar zur Zufriedenheit, denn Gardiner war stets der erste, der Bravi in den Saal warf.

(Die Genehmigung zur Veröffentlichung am 8.9.2008 von der MZ erteilt !)

Eine weitere Rezension von der Akademie für Alte Musik, Berlin, zum 22. Köthener Bachfest, nachstehend:


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(Genehmigung zur Veröffentlichung von MZ am 8.9.2008 erteilt !)

Grüsse an alle

Volker

Evgl. Kirche in Bielefeld-Ummeln, Orgelkonzert mit Elisabeth Roloff, 06.08.2006


Evgl. Kirche in Bielefeld-Ummeln, Orgelkonzert mit Elisabeth Roloff, 06.08.2006


Foto: Ev. Kirche Bielefeld-Ummeln


Elisabeth Roloff
gehört zu den bekanntesten und gefragten Konzertorganistinnen der Welt,geboren am 18.02.1937 in Bielefeld_ Ostwestfalen. Elisabeth Roloff studierte an den Hochschulen für Musik in Berlin und Köln. Im Fach Orgel legte sie die Reifeprüfung ab. Von 1974 bis 1982 war sie „Organiste Titulaire“ an der Deutschen Kirche in Paris und studierte französische Orgelmusik mit Marie-Claire Alain.


Organistin Elisabeth Roloff an der Kleucker-Orgel der Evgl. Kirche Bielefeld-Ummeln (Copyright: V.Hege)

Seit 1982 ist die Kirchenmusikerin Dozentin an der Rubin Academy of Music in Jerusalem. Außerdem wirkt sie als Organistin an der Erlöserkirche in Jerusalem / Israel. Mit ihren Konzerten in den meisten Ländern Europas, den USA und in Südamerika hat sie internationales Renommee und Anerkennung gewonnen. Neben vielen Rundfunkauftritten und Schallplattenaufnahmen hat die Künstlerin mit der bekannten Firma Dabringhaus und Grimm in Detmold zahlreiche CDs herausgebracht.

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Starker Besucherstrom vor der Kirchentür lässt das Konzert verspätet beginnen, das Interesse an diesem Orgelkonzert ob dieser großartigen Künstlerin ist riesengroß. Ein sehr ausgewogenes Konzertprogramm beginnt mit Präludium und Fuge d-Moll (BWV 539) von J.S. Bach das Werk erklingt in schönen Klangfarben auf der schmucken Kleuker-Orgel


Die Kleuker-Orgel in der Evang. Kirche Bielefeld-Ummeln (Foto: Copyright. V.Hege)

Herleitend aus der 1. Violinsonate g-moll, 2. Satz (BWV 1001) aus der Köthener Zeit, (1720) komponiert Bach es als eine Geigenfuge mit reich figurierten, spielerischen Elementen zwischen den drei einzelnen themengebundenen Teilen. Einfühlsam registrierend und als eine profunde Bachinterpretin erweist sich hier die Organistin.

Zum Mozartjahr erklingt die kleine Fantasie f-Moll, KV 594; W .A. Mozart benennt es „Ein Stück für ein Orgelwerk in einer Uhr“. Zur Ehre von Feldmarschall v. Laudon, Sieger von Belgrad in den Türkenkriegen, dürfte dieses Werk als Trauermusik für das Mausoleum in Wien entstanden sein. Das Adagio leitet das Werk ein, im Mittelteil in F-Dur erklingt eine kleine Sonatensatzform. Die beiden Themen werden sehr prägnant durchgeführt sodass ein klangliches Kabinettstück entsteht. Das Anfangs-Adagio beschließt das Werk. Hier erweist sich die Orgel und Organistin geradezu prädestiniert, dieses schöne Orgelwerk zu Gehör zu bringen.

Die Orgelsonate c-Moll, op. 65 Nr .2; von Felix Mendelssohn Bartholdy, wurden in der orgelfeindlichen Zeit zwar geduldet aber als belächeltes Relikt angesehen. Seine Orgel-Werke werden erst seit neuerer Zeit anerkannt und richtungsweisend zwischen Barock und Romantik als großartige Kompositionswerke angesehen. In diesem Werk werden vom Künstler hohe Ansprüche in der Spieltechnik eingefordert. Hier konnte die Organistin virtuos und überzeugend in der Registrierung und Klangfarbe dem Werk mehr als gerecht werden.

Als ein Ohrwurm in mozartischen Charme und Klangfarben wurde die Trio-Sonate Nr. 1, Es-Dur (BWV 525) von J.S. Bach zu Gehör gebracht. Bach komponierte die 6 Triosonaten als musikalische und technische Übungsstücke zu Beginn der Leipziger Zeit für seinen Sohn Wilhelm Friedemann und seinen Schülern. In der Anlage völlig gleich, umschließen zwei schnelle Sätze einen langsamen Mittel-Satz. Man kann von dieser Schönheit an Kompositionsform und Klangfarben nur immer wieder ins Schwärmen kommen. Genial in der klanglichen und technischen Ausführung und Wiedergabe in den einzelnen Satzteilen war hier wirklich eine großartige Organistin als Bachinterpretin zu bewundern.

Anschließend erklang das Adagio und Rondo, c-Moll, C-Dur, KV 617 von W. A. Mozart.

Dies Werk hatte Mozart im Mai 1791 für die damals 21-jährige, seit ihrer Jugend erblindete Glasharmonika-Virtuosin Marianne Kirchgäßner geschrieben. Aufgrund des Glasharmonika- Klanges lassen sich die verschiedenen Farb- und Klangflächen auf einer mehrmanualigen Orgel sehr reizvoll wiedergeben. Was ist uns da leider für ein Orgel-Genie verloren gegangen, wenn er weitere Kompositionen für die Orgel geschrieben hätte, gehörte Mozart mit zu den Größten in der Orgelgeschichte und wäre ein geeigneter und profunder Nachfolger von Bach gewesen. So muss sich die Nachwelt leider fast nur mit Transkriptionen zufrieden geben.

Aber auch in diesem Werk bestach die Organistin durch ihre Interpretation als eine wahrhaft großartige Künstlerin, die in der Registrierung und den Klangnuancen vollends zu überzeugen wusste.

Zum Abschluss erklang die Sonate I, f-Moll, op. 65 I, von Felix Mendelssohn Bartholdy . Im 1. Satz sind Überlagerungen von lauten und leisen Klängen vornehmlich anzutreffen und üben einen gewissen Reiz an diesem großartigen Werk aus. Vielstimmiger Konzertsatz mit akkordischen Einleitungstakten. Erst im Mittelteil ist der Choral „Was mein Gott will“ als Umrahmung zu erkennen. Der 2. Satz “Adagio“ ist ein liedhafter Satz mit Echowirkungen. Im 3. Satz „Andante Recitativo“ ist ein klanglicher Wechsel von einstimmigen zu polyphonen Takten erkennbar. Der 4. Satz „Allegro assai vivace“ ist mit virtuosen Läufen und gebrochenen Akkorden versehen, der diesem Schlussatz ein grandioses Finale beschert. Auch hier überzeugte in der Darbietungsform und Interpretation die Organistin vollendends.

Die riesige Zuhörerschaft in der Kirche bewunderte einen Orgelnachmittag von einer außergewöhnlichen Qualität und dankte mit einem lang anhaltenden Applaus einer Künstlerin, die Orgelmusik auf höchstem Niveau zelebrierte.

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Auf YouTube ist ein Video von Elisabeth Roloff mit dem BWV 654 „Schmücke dich, o liebe Seele“ anzusehen.

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