Foto: Der Thomanerchor und das Gewandhausorchester unter Leitung von Gotthold Schwarz in der Leipziger Thomaskirche (Gert Mothes/Bachfest Leipzig)
Kaum ein Komponist hat so viel getan für die Verbreitung von Bachs Musik wie Max Reger. Anlässlich des Reger-Gedenkjahres steht sein Schaffen im Mittelpunkt des Bachfests Leipzig, auch in diesem Konzert des Thomanerchores mit der Staatskapelle Weimar.
Max Reger war Organist, Komponist, Universitätsmusikdirektor und Chorleiter. In diesem Jahr begeht die Musikwelt seinen 100. Todestag. Leipzig ist mit dabei, denn Reger hat vielschichtige Spuren in dieser Stadt hinterlassen, auch im Zusammenhang mit dem Werk Bachs.
Das Gewandhausorchester Leipzig hat so manches Werk von Max Reger aus der Taufe gehoben. Karl Straube, seit 1902 Thomasorganist, später auch Thomaskantor und lebenslanger Freund Regers, war ein idealer Interpret für Regers Orgelwerke. Durch sein Engagement wurden diese Kompositionen in ganz Deutschland bekannt. Straube war es auch, der dem Freund zu gesellschaftlicher Anerkennung verhalf. Schließlich wurde Reger 1907 zum Musikdirektor der Leipziger Universität berufen. Wenig später erhielt er eine Professur am Königlichen Konservatorium der Musikstadt, die er bis zu seinem Tod innehatte. Max Regers Geist umweht also viele Orte in Leipzig. Dieser Komponist, der einen ganz eigenen Weg zwischen Tradition und Moderne gewählt hat, ist hier eine feste Größe.
„Es gibt nichts so Kompliziertes in unserer modernen Harmonik, was nicht der alte Bach längst vorweg genommen hätte“, so beschrieb Max Reger sein musikalisches Vorbild Bach. Reger bewunderte die „Geheimnisse der Harmonie“ in Bachs Werken und dessen Fugentechnik, die er als Basis allen Komponierens verstand: „Sebastian Bach ist für mich Anfang und Ende aller Musik; auf ihm ruht und fußt jeder wahre Fortschritt“.
Auch das Bachfest Leipzig ehrt Max Reger in diesem Jahr. „Trauer und Trost“‘ war der Titel eines Konzerts in der Thomaskirche am 17. Juni mit Kantaten, Gesängen und einem Requiem. Neben Max Regers Stücken wurden auch Werke seiner kompositorischen Vorbilder Johannes Brahms und Johann Sebastian Bach aufgeführt. Geleitet wurde der Abend vom neuen Thomaskantor Gotthold Schwarz.
Mehr als ein Jahr lang suchte Leipzig einen Nachfolger für Georg Christoph Biller. Ende Mai fiel die Entscheidung – überraschend – für Gotthold Schwarz.
Der Sänger und Dirigent, für kurze Zeit selbst Mitglied des Thomanerchores, leitete den Knabenchor im vergangenen Jahr schon kommissarisch. Da keiner der insgesamt 40 anderen Kandidaten das Wahlgremium überzeugen konnte, wurde der Interimskantor nun offizieller Leiter des weltberühmten Knabenchores.
Im Interview in der Konzertpause spricht Gotthold Schwarz über das Programm des Konzertabends und über seinen alten-neuen Job.
Bachfest Leipzig Thomaskirche Aufzeichnung vom 17. Juni 2016
Max Reger
„Der Mensch lebt und bestehet“ für achtstimmigen gemischten Chor op. 138 Nr. 1
Johannes Brahms
„Begräbnisgesang“ für gemischten Chor, zwölf Blasinstrumente und Pauken op. 13
Max Reger
„O Tod, wie bitter bist du“, Motette für fünfstimmigen gemischten Chor op. 110 Nr. 3
Requiem für Bariton, gemischten Chor und Orchester op. 144b
Johann Sebastian Bach
Kantate „Ich hatte viel Bekümmernis“BWV 21
(Einrichtung von Robert Franz)
Julia Sophie Wagner, Sopran
Nicole Pieper, Mezzosopran
Martin Lattke, Tenor
Henryk Böhm, Bariton
Thomanerchor Leipzig
Staatskapelle Weimar
Leitung: Gotthold Schwarz
Deutschlandfunk-Kultur um 20:03 Uhr am Donnerstag, 30.06.2016 /
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 26.06.2016 begehen wir den 5. Sonntag nach „Trinitatis“
Der 5. Sonntag nach Trinitatis befaßt sich wieder mit der Gemeinde, diesmal ihrer Antwort auf Gottes Ruf. Nachfolge scheint so einfach, so schwierig, so abwegig, weil wir nicht so recht wissen, was Nachfolge ist. Die Lesungen dieses Sonntags wollen uns den Weg leiten.
Am 5. Sonntag nach Trinitatis denken wir darüber nach, warum wir Jesus nachfolgen, und stellen fest, dass es dafür keine vernünftigen Gründe gibt. Der Glaube ist es, der uns an Jesus hält, auch dann, wenn andere, die Beweise sehen wollen, uns auslachen oder verspotten. Das wollen wir gerne ertragen, denn auch unser Herr wurde ausgelacht und verspottet.
Wochenspruch:
Aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es. (Eph 2, 8)
Wochenlied:
„Preis, Lob und Dank sei Gott, dem Herren“ (EG 245
Max Bruchs„Lied von der Glocke“Vertonte „Bibel des Kleinbürgers“
Max Bruch bezeichnete sein weltliches Oratorium über Friedrich Schillers Ballade „Das Lied von der Glocke“ als ‚das beste Werk seines Lebens‘.
Die Älteren mussten es noch in der Schule auswendig lernen: Friedrich Schillers „Lied von der Glocke“, jenes Gedicht, das den Vorgang eines Glockengusses beschreibt und dabei mit verschiedenen Stationen im Leben der Menschen in Verbindung bringt. Schiller schrieb sein Gedicht 1799 auch unter den Eindrücken der Auswirkungen der Französischen Revolution, was sich in der detaillierten Beschreibung des bürgerlichen Lebens niederschlägt. Der Text dieser Ballade ist einige Male vertont worden.
Der gebürtig aus Köln stammende Komponist und Dirigent Max Bruch vollendete seine Vertonung im Jahr 1878. Damals herrschte in der Musikwelt ein erbitterter Streit zwischen Anhängern des Oratoriums und denen, die die szenische Darstellung von Werken als Oper bevorzugten. So kam es, dass auch weltliche Inhalte zum Gegenstand von Oratorien wurden. Bruchs „Lied von der Glocke“ für Chor, Soli, Orchester und Orgel kann man als ein solches weltliches Oratorium bezeichnen. Es wird auch die vertonte „Bibel der Kleinbürger“ genannt.
Der Komponist identifizierte sich stark mit diesem Werk, widmete es dem großen Dichter Friedrich Schiller und bezeichnete es als ‚das beste Werk seines Lebens‘. Dementsprechend nannte er frühere Vertonungen von Schillers Ballade wie die von Andreas Romberg (1808) Schöpfungen „kleiner Leute“ und empfand die von Bernhard Scholz aus dem Jahr 1887 als direkten Angriff auf seine Person…….
Kantate BWV 88 zum 5. Sonntag nach Trinitatis in der Aufnahme der Bach-Rilling-Edition mit den Solisten Ingeborg Reichelt, Verena Gohl, Adalbert Kraus und Wolfgang Schöne.
Außerdem zu hören: der Choral „Wer nur den lieben Gott lässt walten“. Hauke Ramm spielt die Orgelpartita von Georg Böhm und Chor und Orchester der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen unter Rudolf Lutz musizieren den EIngangschor der Bachkantate BWV 93.
—————————————————
Videos:
Videos mit Bach-Kantaten zum 5. Sonntag nach Trinitatis
Johann Schelle* 6. September 1648 in Geising (Erzgebirge); † 10. März 1701 in Leipzig war ein deutscher Komponist des Barock.
Der Sohn des Kantors und Rektors Jonas Schelle wurde bereits im Alter von sieben Jahren Diskantist der Sächsischen Hofkapelle zu Dresden unter Heinrich Schütz. Auf dessen Empfehlung wurde Schelle 1657 als Chorsänger in die Herzogliche Kapelle in Wolfenbüttel aufgenommen, für die Heinrich Schütz als Kapellmeister tätig war.
Von 1665 bis 1667 war Schelle Sänger beim Thomanerchor an der Thomasschule zu Leipzig. Seine Immatrikulierung an der Universität Leipzig erfolgte am 31. Januar 1667. Auf Empfehlung von Sebastian Knüpfer wurde er 1670 Kantor an der Stadtschule in Eilenburg. Er führte als einer der Ersten deutschsprachige oratorische Evangelienkantaten im Gottesdienst auf. Vom 31. Januar 1677 bis zu seinem Tode war Schelle Thomaskantor in Leipzig, als Nachfolger von Sebastian Knüpfer und Vorgänger von Johann Kuhnau. Gleichzeitig war er „Director chori musici“ für die Stadt Leipzig. Er führte in Leipzig die Verbindung von vertontem Evangelientext mit geistlichen Liedern und die Choralkantate ein und komponierte vor allem vokal-instrumentale Kirchenmusik.
Kantaten-Beschreibung: BWV 93 “Wer nur den lieben Gott lässt walten“
Bach war zweiundzwanzig Jahre alt, als er sein zweites offizielles Amt antrat – in Mühlhausen. Er blieb dort nur ein Jahr, von Juni 1707 bis 1708. Alten Gerüchten zufolge hätten ihn die ständigen Streitereien zwischen dem Pietisten Johann Adolf Frohne, der das Pfarramt an der Blasiuskirche versah, wo er selbst angestellt war, und Georg Christian Eilmar, dem orthodox orientierten Pfarrer an St. Marien, der anderen Hauptkirche, aus der Stadt vertrieben. Eher plausibel für seine verfrühte Abreise ist die Erklärung, dass sich ihm die Gelegenheit bot, am Weimarer Hof die neue Orgel einzuweihen, ein Angebot, das er kaum ablehnen konnte, stand doch in Aussicht, in einem anspruchsvollerem Umfeld mit einer Gruppe von Musikern zu arbeiten, die besser ausgebildet waren als jener zusammengewürfelte Haufe aus Nebenberuflern, Dilettanten und Stadtpfeifern, die ihm in Mühlhausen zugeteilt waren.
Doch Mühlhausen war eine freie Reichsstadt wie Lübeck, wo er unlängst erlebt hatte, wie Buxtehude ungehindert schaltete und waltete. Solche Städte waren weitgehend autonom, ihre Stadträte dem Kaiser in Wien direkt verantwortlich, nicht irgendeinem kleinen Landesfürsten der Umgebung, und so muss Mühlhausen für Bach durchaus reizvoll gewesen sein. Und hier formulierte er sein musikalisches Ziel – mit dem ‚Endzweck, nemlich eine regulirte kirchen music zu Gottes Ehren, und Ihren [der Gemeinde] Willen nach’ einzurichten, ein ungeheuer ehrgeiziges Unternehmen, wie seine spätere Leipziger Produktion beweisen würde. Vor seinem Weggang nach Weimar erklärte er in seinem Entlassungsgesuch den Mühlhausener Stadtvätern, ‚dass eine Enderung mir unvermuthet zu handen kommen, darinne ich mich in einer hinlänglicheren subsistence und Erhaltung meines endzweckes wegen der wohlzufaßenden kirchenmusic ohne verdrießlichkeit anderer ersehe’. Gleichwohl blieb Bach der Stadt danach noch viele Jahre in Freundschaft verbunden, kehrte zurück, um weitere ‚Rats-Stücke’ aufzuführen, und behielt wohl auch den Umbau der Blasiusorgel im Auge.
In der ersten seiner beiden Leipziger Kantaten für diesen Sonntag, BWV 93, verlegt sich Bach auf das Rezept, das gesamte Werk auf einen Choral zu gründen, der für den fünften Sonntag nach Trinitatis bestimmt ist und zu seinen deutlichen Favoriten gehört (wie es offensichtlich auch bei Brahms der Fall war, als er sein Deutsches Requiem schrieb): ‚Wer nun den lieben Gott lässt walten’, mit Text und Melodie von Georg Neumark (1641). Obwohl dieses Werk zu seinem zweiten Kantatenjahrgang gehört und die am Anfang stehende Choralfantasie entsprechend anspruchsvoll ist, scheint sich Bach zurück zu den Wurzeln seiner Kindheit zu begeben, nicht nur weil er dieses Lied so liebte, sondern auch in der Manier, wie er es in zweien der Sätze (Nr. 2 und 5) aufgliedert – nach der Frage-und-Antwort- Methode, mit der er seinen Katechismus lernte. Also nimmt er eine Strophe aus Neumarks Choral und sagt sie zeilenweise auf: ‚Was helfen uns die schweren Sorgen?’, ‚Was hilft uns unser Ach und Weh?’, immer vom Solisten ein wenig verziert.
Dann fügt er als freies Rezitativ den Antworttext ein: ‚Sie drücken nur das Herz mit Zentnerpein, mit tausend Angst und Schmerz’, und so weiter, wie bei einem mittelalterlichen Tropus. Das bedeutet, dass wir ständig auf der Hut sein müssen, was er mit Neumarks Choral anstellen wird (der ihm selbst wie auch seiner Gemeinde äußerst vertraut war), wie er ihn auf immer wieder überraschende Weise variiert, ausschmückt, verkürzt oder wiederholt – alles aus Gründen der Rhetorik und zur Steigerung des Ausdrucks. In der einleitenden Fantasie übernehmen die vier vokalen Concertisten paarweise die Führung und singen eine verzierte Version aller sechs Zeilen des Chorals, bevor er ‚sauber und ordentlich’ mit Blockakkorden harmonisiert vom (vollständigen) Chor vorgetragen wird, wobei sich die tiefen Stimmen schließlich zu einem schmückenden Kontrapunkt auffächern. Im mittleren Satz (Nr. 4) dieses symmetrisch gebauten Werkes hebt sich der Choral in seiner reinen Form von der Umgebung ab, wie die goldenen Initialien in einem mittelalterlichen Missale.
Vorgetragen wird er von den Violinen und Bratschen, während sich Sopran und Alt darauf beschränken, eine lyrische Verkürzung der Melodie auszuschmücken. In den beiden Arien ist ihre Verkleidung sogar noch subtiler. Paraphrasiert kehrt sie in der von Streichern begleiteten Tenor-Arie (Nr. 3) wieder. Wenn wir uns fragen, warum die Schritte dieses eleganten Passepieds aller zwei Takte abgebremst werden, so stellt es der Tenor klar: ‚Man halte nur ein wenig stille’ – und höre auf das, was Gott zu sagen hat. In der abschließenden Arie (Nr. 6), ‚Ich will auf den Herren schaun’, werden wir noch einmal zum Narren gehalten. In ihrem unbekümmerten Wortwechsel scheinen uns Sopran und Oboe zu versichern, dass wir uns in der Kantate zum ersten Mal in einer ‚choralfreien’ Zone befinden. Da eilt bei den Worten ‚Er ist der rechte Wundermann’ die Choralmelodie herbei und liefert unverändert den Abgesang. Man fragt sich, ob eine solche Fülle geistreicher und witziger Einfälle von Bachs Hörern goutiert wurde oder auf sie verschwendet war.
Kantaten für den “4. und 5. Sonntag nach Trinitatis”
Tewkesbury Abbey am 16. Juli 2000
Divi Blasiuskirche, Mühlhausen am 23.. Juli 2000
———————————————————
CD – e i n s – Inhalte:
Kantaten für den “4. Sonntag nach Trinitatis”
BWV 24 – Ein ungefärbt Gemüte
Gardiner Pilgrimage CD 141 Vol. 3
BWV 185 – Barmherziges Herze der ewigen Liebe
Gardiner Pilgrimage CD 141 Vol. 3
BWV 177 – Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ
Gardiner Pilgrimage CD 141 Vol. 3
—————————————————
CD – z w e i – Inhalte:
Kantaten für den “5. Sonntag nach Trinitatis”
BWV 71 – Gott ist mein König
Gardiner Pilgrimage CD 141 Vol. 3
BWV 93 – Wer nur den lieben Gott lässt walten
Gardiner Pilgrimage CD 141 Vol. 3
BWV 88 – Siehe, ich will Fischer aussenden
Gardiner Pilgrimage CD 141 Vol. 3
—————————————————————-
Bachfest Leipzig 2017 vom 09.06 – 18.06.2017
“EIN SCHÖN NEW LIED” – MUSIK UND REFORMATION
Das Bachfest 2017 steht unter dem Motto ““EIN SCHÖN NEW LIED” – MUSIK UND REFORMATION Martin Luther sah in „Frau Musica“ eine göttliche Kunst, da sie den Teufeln zuwider sei. Entsprechend stellte er die Musik in eine Reihe mit der Theologie, erhob das deutschsprachige geistliche Lied zu einem festen Bestandteil des reformatorischen Programms und hielt ließ es Eingang in den Gottesdienst finden. Häufig als „schöne newe Lieder“ betitelt, verbreitete sich das neue reformatorische Liedrepertoire rasant….
Der Ticketverkauf für das BachfestLeipzig 2017beginnt 14. Oktober 2016.
——————————————————
Programm zum Download als PDF –>>> Programm Bachfest Leipzig 2017 <<<
Telefonische Kartenbestellung:
Mo–Fr: 8–21 Uhr, Sa: 8–20 Uhr, So: 10–20 Uhr Aus Deutschland: 0 18 06-56 20 30
(0,20 € pro Anruf aus den dt. Festnetzen, max. 0,60 € pro Anruf aus den dt. Mobilfunknetzen) Aus dem Ausland: +49 -3871-2 11 41 91
(lokale Tarife) – See more at:
——————————————————
V i d e o vom Thomanerchor
Thomanerchor Leipzig
„Gelobet sei der Herr, mein Gott“BWV 129 vom MDR FIGARO am 19.6.2015
Zum Abschied des Thomaskantors Georg Christoph Biller – Leipziger Kirchenmusiken des 18. und 21. Jahrhunderts
Video Bach Archiv – Leipzig
Das Bach-Archiv Leipzig möchte mit diesem Konzert zum 100. Geburtstagvon William Scheide seinem langjährigen Kurator und Freund seine Dankbarkeit erweisen. Herzlichen Glückwunsch, Bill! – Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Christoph Wolff, Direktor i. R. des Bach-Archivs Leipzig
Aufgenommen am 23. Februar 2014 im Sommersaal des Bach-Museums Leipzig
Programm Johann Sebastian Bach (1685–1750) Sonate G-Dur, BWV 1038 (Anh. II) für Traversflöte, Violine und Basso continuo Largo — Vivace — Adagio — Presto
Georg Philipp Telemann (1681–1767) Fantasie Es-Dur, TWV 40: 20 für Violine Dolce — Allegro — Largo — Presto
Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788) Sonate G-Dur, Wq 134 für Traversflöte und Basso continuo Adagio — Allegro — Vivace
Georg Philipp Telemann Sonate F-Dur, TWV 43: F 4 für 2 Violinen, Viola und Basso continuo Largo — Vivace — Siciliana — Presto
Johann Sebastian Bach Brandenburgisches Konzert Nr. 5 D-Dur, BWV 1050 für Traversflöte, Violine, Cembalo, Streicher und Basso continuo Allegro — Affettuoso — Allegro
Leipziger Barockorchester: Matthias Kiesling (Traversflöte) • Cornelia Strobelt (Violine) • Almuth Reinhold (Viola) • Ulrike Becker (Violoncello) • Felix Görg (Violone) • Francesco Corti (Cembalo; Gewinner des Int. Bach-Wettbewerbs Leipzig 2006) Leitung: Konstanze Beyer (Violine)
Einer der grössten Komponisten aller Zeiten trifft diesen Sommer erneut auf das Appenzellerland und seine Eigenheiten. Die Appenzeller Bachtage – ein kleines Festival, das bewusst mit Konventionen bricht. Ein Brückenschlag zwischen der Gregorianik des St. Galler Mönchs Notker und dem Kirchenlied des Reformators Luther in der St. Galler Kathedrale, musikalische Überraschungen auf Holzbrücken, klangvolle Begegnung in erlesenem Ambiente privater Häuser stimmungsvolle Atmosphäre in Grubenmann-Kirchen und Festsälen des Appenzeller Mittellandes.
Zuhörendes Erforschen, gemeinsames Erleben und der Austausch in einer ungezwungenen Atmosphäre stehen im Vordergrund der Appenzeller Bachtage. Kein künstlerischer Monolog, sondern ein echter Dialog mit dem Publikum auf allen Ebenen.
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
NeuJ. S. Bach – BWV 583 – Orgelwerk „Trio in d-moll“ vom 24.06.2016
Info zum BWV 583
Entstehungszeit: (?)
Die spärliche Quellenlage, die kaum Schlüsse auf die Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte der Komposition erlauben, und ihre im Vergleich zu Bachs Triosonatensätzen etwas geringere Qualität haben diesem schönen Adagiosatz ein gewisses Mauerblümchenschicksal unter Bachs Trios beschert. Da auch mit Frühfassungen der Triosonatensätze zusammen überliefert, liegt die Vermutung nahe, es dem Vorrat derjenigen Triosätze zuzurechnen, aus dem Bach bei der Zusammenstellung und Redaktion seiner Triosonaten schöpfte (BWV 525-30; Leipzig um 1730). Überlieferungslage und das Fehlen ausgesprochen Bachischer Charakteristika könnten hartnäckig Zweifelsüchtige dazu verführen, die Authentizität des Trios in Frage zu stellen. Nähe zu Bach zeitigt der Umstand, daß der knappe thematische Hauptgedanke des Trios eine gewisse Verwandtschaft zum Themenkopf der g-moll-Fuge (BWV 542) aufweist.
an jährlich vier Bach-Wochenenden (Donnerstag, Freitag & Sonntag) und in ergänzenden Sonderkonzerten das gesamte Vokalwerk von Johann Sebastian Bach auf. Die geistlichen Kantaten erklingen dabei im Zusammenhang mit ihrer ursprünglichen Bestimmung im Kirchenjahr.
Auf der Webseite zum Projekt finden Sie alle Informationen rund um Termine, Karten, Künstler:
Professionelle Qualität in Bild und Ton: Jede Woche kommt ein Chorsatz, eine Arie oder ein Choral hinzu! So können Sie mit Bach:vokal verbunden bleiben, auch wenn gerade kein Konzert ansteht.
Unter dem nachstehenden Link sind veröffentlichte Videos auf YouTube einsehbar..!!
Kantate für das Fest des heiligen Johannes des Täufers!
Info: zum BWV 30
„Freue dich, erlöste Schar“ BWV 30, ist eine Kirchenkantate komponiert von Johann Sebastian Bac . Er komponierte sie in Leipzig für das Fest des heiligen Johannes des Täufers ( auch „Johannistag“) und führte sie erstmals am 24. Juni 1738 auf.
Bach komponierte die Kantate in Leipzig für St. John Tag . Die vorgeschriebenen Lesungen für den Festtag waren aus dem Buch Jesaja , „die Stimme eines Predigers in der Wüste“ ( Jesaja 40: 1-5 ), und aus dem Lukas – Evangelium , die Geburt des Johannes der Täufer und der Benedictus von Sacharja ( Lukas 1: 57-80 ). Die Kantate wurde komponiert Leipzig in oder um 1738, basierend auf einer säkularen Kantate, Angenehmes Wiederau, BWV 30a , im Jahre 1737 in Leipzig komponiert den Erwerb des Schlosses und Gut in Wiederau von Johann Christian von Hennickes zu feiern.
Christian Friedrich Henrici ( Picander ), der Librettist der weltlichen Kantate BWV 30a, wurde als Autor des vorgeschlagenen Libretto für die Kirchenkantate. Der Text des Chorals ist von Johann Olearius , aus der dritten Strophe seines 1671 Hymne „tröstet, tröstet meine Lieben“. Der Choral Thema ist „Freu dich sehr, o meine Seele“.
Die Kantate ist für vier Vokalsolisten (Sopran , Alt , Tenor , Bass ), einen vierstimmigen Chor , zwei Oboen , zwei flauti traversi , Oboe d’amore , zwei Violinen , Viola und Basso continuo.
Die Kantate besitzt zwölf Sätze , in zwei Teile geteilt, um vor und nach der Predigt durchgeführt zu werden:
Teil I
Chorus: Freue dich, erlöste Schar
Rezitativ (Bass): wir haben Rast
Arie (Bass): Gelobet sei Gott, gelobet sein Namens
Rezitativ (Alt): Der Herold kommt und meldt den König ein
Arie (Alt): Kommt, ihr angefochtnen Sünder
Chorale: Eine Stimme Lässt sich hören
Teil II
Rezitativ (Bass): Also bist du denn, mein Heil, bedacht
Arie (Bass): Ich will Nonne Hassen
Rezitativ (Sopran): Und obwohl sonst der Unbestand
Arie (Sopran): Eilt, ihr Stunden, kommt herbei
Rezitativ (Tenor): Geduld, der angenehme Tag
Chorus: Freue dich, geheilgte Schär
Der Eingangschor ist in einer Dur – Tonart und zeigt kontinuierliche dynamische musikalische Bewegungen. Es nimmt einen synkopierten einleitenden Rhythmus, der in der Alt – Arie erscheint wieder später. Die Form ist zwischen einem da capo und rondo : Der Abschnitt in der Mitte des B – Teil erscheint. Die Bewegung auch umgekehrt die Erwartungen in Bezug auf Einleitungen, mit einem kombinierten Vokal- und Instrumental thematische Aussage beginnen , bevor es ohne Stimmen zu präsentieren.
Alle der Rezitative in Teil I sind Secco . Die „blendend und brillante“ Bass – Arie von Teil I ist gekennzeichnet durch Triplett – Figuren und schließt volle Streicherbegleitung in Rouladen . Es ist das gleiche grundlegende Motiv wie die Alt – Arie enthält, und ist formal in modifizierter ternäre . Die Alt – Arie ist bemerkenswert für seine binary-Form Ritornell und „Blues-like“ Schlusskadenz; strukturell, ist die Bewegung eine Gavotte. Craig Smith stellt fest , dass „man kaum von einem anderen Bach – Arie denken kann , die so tiefgreifend einen Zustand der Gnade zeigt. Die sanften Tanzrhythmen himmlisch sind und himmlisch in ihrem unaufhaltsamen Fortschritt“.Teil I schließt mit dem einzigen Choral der Kantate.
Teil II beginnt mit der einzigen Kantate Recitativo accompagnato , für Bass mit Oboen und Continuo. Dies bereitet eine Bass – Arie, die mit einem „aggressiven“ Scotch – Snap ‚ „öffnet , die während der gesamten Bewegung wiederholt. Ein Secco Sopran – Rezitativ bereitet eine 9/8 Sopranarie mit chromatischen Bass, Gigue Rhythmen und ein Opernstil. Der vorletzte Satz ist ein Tenorrezitativ mit „verlängerten Phrasen und seltsam chromatischen Harmonien“, eine gequälte Seele darstellt. Das Stück endet mit einer Wiederholung des Chores auf einen anderen Text.
Video: Kantate BWV 30 „Freue dich, erlöste Schar“
ACHTUNG !
Nach jedem Satz in der Kantate kommt eine kleine Pause im Video es erscheint ein Flyer der Stiftsmusik. Das Video ist leider ohne Satz – Sieben – das nicht veröffentlicht wurde.
Lateinische und Deutsche Kirchenmusik in der Nikolaikirche Leipzig am Samstag, 11.06.2016, das Englische Ensemble „Solomon’s Knot baroque collective“ unter der Leitung von Jonathan Sells, im Foto v.l.n.r. Thomas Herford, Zoë Brookshaw, Martha McLorinan, Jonathan Sells. Das Ensemble sorgte für Furore am 2. Tag des Bachfestes. Foto: Bachfest Leipzig/Gert Mothes.
Liebe Bach-Freunde/innen !
Eine Übersicht der Bach-Kantaten zum aktuellen Sonntag im Kirchenjahr steht zum Download bereit:
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 19.06.2016 begehen wir den 4. Sonntag nach „Trinitatis“
Der 4. Sonntag nach Trinitatis wendet sich der Gemeinde zu. Sie wird als Gemeinde der Sünder gesehen, die der Gnade Gottes bedarf. Ohne die Erkenntnis der eigenen Sünde ist es unmöglich, die Gnade Gottes anzunehmen, weil man sie nicht für nötig hält. Selbstgerechtigkeit entsteht, die dann in Überheblichkeit und Menschenverachtung mündet. Wichtig ist der Aspekt der Gemeinschaft; wir sind Sünder eben nicht (nur) als Individuen, sondern als Gemeinschaft, indem wir z.B. durch Schweigen teilhaben an dem Unrecht, das an anderen durch Menschen unserer Gemeinschaft geschieht.Das Gleichnis vom verlorenen Schaf zeigt uns am 3. Sonntag nach Trinitatis, dass Gott gerade dem nachgeht, der in seiner Sünde gefangen ist. Wir freuen uns darüber, dass auf diese Weise auch Menschen zu seiner Gemeinde hinzukommen, die uns erst fremd und unbehaglich waren. Durch die Liebe Gottes, die in gleicher Weise uns wie ihnen gilt, werden wir fähig, diesen Menschen liebend zu begegnen.
Am 4. Sonntag nach Trinitatis werden wir daran erinnert, dass wir eine Gemeinde von Sündern sind, die der Vergebung bedarf. So haben wir auch nicht das Recht, unseren Nächsten zu richten. Wir wissen aber um die große Gnade, dass Gott gerade denen nachgeht, die in Schuld gefangen sind.
Wochenspruch:
Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.(Gal 6,2)
Das Werk entstand in den 1920er Jahren und besticht bis heute mit einer ganz eigenen Tonsprache. Die Chorkomposition überrascht mit schwungvollen Rhythmen, reizvollen Dissonanzen und großen klanglichen Effekten. Der Komponist verzichtet auf den Einsatz eines Orchesters oder Solo-Sängern und nennt das Werk schlicht nach der Besetzung: Messe für zwei vierstimmige Chöre.
Obwohl Martin Wort für Wort die Text der Katholischen Messe vertont und das Werk bis heute regelmäßig im Gottesdienst aufgeführt wird, überrascht jeder der 5 Messteile mit einer spezieller Tonsprache.
Das Kyrie und die meisten anderen Teile der Messe entstanden 1922, der Rest dann 1926. Die Kirchenmusik war eigentlich kein besonderer Schwerpunkt im Schaffen von Frank Martin, gerade deshalb überrascht die Originalität des Werkes. Martin wurde 1890 in der Schweiz geboren. Er wirkte als Cembalist, Komponist und Hochschullehrer, sowohl in der Schweiz wie auch in Deutschland. Er komponierte Kammer- und Orchestermusik. Der Schwerpunkt seines Schaffens war die Vokalmusik vor allem in Form von Oratorien oder Vokalkonzerten, einige Werke wurden bei den Salzburger Festspielen aufgeführt. Dass Martin gut die Möglichkeiten der menschlichen Stimme auszunutzen wusste, zeigt sich auch bei der Messe für zwei vierstimmige Chöre.
Johann Schelle* 6. September 1648 in Geising (Erzgebirge); † 10. März 1701 in Leipzig war ein deutscher Komponist des Barock.
Der Sohn des Kantors und Rektors Jonas Schelle wurde bereits im Alter von sieben Jahren Diskantist der Sächsischen Hofkapelle zu Dresden unter Heinrich Schütz. Auf dessen Empfehlung wurde Schelle 1657 als Chorsänger in die Herzogliche Kapelle in Wolfenbüttel aufgenommen, für die Heinrich Schütz als Kapellmeister tätig war.
Von 1665 bis 1667 war Schelle Sänger beim Thomanerchor an der Thomasschule zu Leipzig. Seine Immatrikulierung an der Universität Leipzig erfolgte am 31. Januar 1667. Auf Empfehlung von Sebastian Knüpfer wurde er 1670 Kantor an der Stadtschule in Eilenburg. Er führte als einer der Ersten deutschsprachige oratorische Evangelienkantaten im Gottesdienst auf. Vom 31. Januar 1677 bis zu seinem Tode war Schelle Thomaskantor in Leipzig, als Nachfolger von Sebastian Knüpfer und Vorgänger von Johann Kuhnau. Gleichzeitig war er „Director chori musici“ für die Stadt Leipzig. Er führte in Leipzig die Verbindung von vertontem Evangelientext mit geistlichen Liedern und die Choralkantate ein und komponierte vor allem vokal-instrumentaleKirchenmusik.
Kantaten-Beschreibung: BWV 185 “Barmherziges Herze der ewigen Liebe“
BWV 185 “Barmherziges Herze der ewigen Liebe”ist viel älteren Datums. Bach komponierte das Werk 1715 in Weimar auf einen Text von Salomo Franck, führte es 1723 noch einmal in Leipzig auf und zuletzt 1746/47. Unserer eigenen Aufführung legte wir die letzten Überarbeitungen zugrunde. Whittakers Analyse verfängt sich in dem ‚Dornenrosen’ des Franck’schen Textes, die ‚in so reichem Maße dem jungen Komponisten auf den Weg’ gestreut werden, während Albert Schweitzer der Meinung ist, die Schönheit dieser Kantate werde‚ durch den trockenen moralisierenden Text etwas beeinträchtigt’. Ich bin mir nicht so sicher. Bach findet geeignete Mittel, Francks harmlose Paraphrase der Weisung des Evangeliums ‘Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist’ auf überzeugende Weise wiederzugeben.
Das einleitende Duett, für Sopran und Tenor mit Cellobegleitung und als Siciliano angelegt, wird von einem warmen Glanz umhüllt, und Triller auf betonter Zählzeit deuten auf die ‚Flamme der Liebe’ hin, die uns ‚zerschmelzen’ möge. Unterdessen wird Agricolas Choralmelodie ‚Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ’ von einem Clarino intoniert, das über den beiden liebeheischenden Verszeilen schwebt. Das sanfteste Accompagnato für Alt und Streicher (Nr. 2), das sich vorstellen lässt, rühmt die Tugenden der Barmherzigkeit und Vergebung – und scheitert fast an den Worten: ‚Macht euch ein Kapital, das dort einmal Gott wiederzahlt mit reichen Interessen’. Der Gedanke, der diesem Bild zugrunde liegt, wird in den üppigen instrumentalen Texturen der mittleren Arie für Alt, Oboe und Streicher näher erläutert: ‚Sei bemüht in dieser Zeit, Seele, reichlich auszustreuen’ (Nr. 3), dem einzigen Satz der Kantate in einer Durtonart, darin Bach die Gesten des Sämanns in der Melodieführung nachzeichnet und gleichzeitig auf die in Aussicht stehende reiche Ernte verweist. Nathalie Stutzmanns volle, doch klare Altstimme schien für diese Arie wie geschaffen, erst recht im gleißenden Nachmittagslicht der Tewkesbury Abbey.
Die abschließende Arie ist für Bass und eine Continuobegleitung im Oktavabstand bestimmt, an der sich alle Streicher beteiligen. Zu Beginn, wo sie aus dem Arsenal der zeitgenössischen Scarlatti-Oper schöpft, lässt sie das Allerschlimmste befürchten. Doch sobald ein Text das Wort ‚Kunst’ enthielt, spornte er Bach offenbar zu schöpferischen Höhenflügen an, und hier werden wir nicht enttäuscht, weder durch die genialen Lösungen, die er zur Verarbeitung des nicht gerade verheißungsvollen Materials findet (darunter ein Kanon mit einer Zählzeit Abstand zwischen Stimme und Continuo), noch durch die behutsame parodistische Manier, in der er das rhetorische Imponiergehabe eines großspurigen Predigers porträtiert. Herzog Wilhelm Ernst neigte dazu, seiner Entourage mitsamt Diensboten Predigten zu halten oder ihre Kenntnisse des Katechismus stichprobenweise zu überprüfen. War er hier die Zielscheibe? Sicher nicht, auch wenn sich das Verhältnis zwischen ihm und seinem Konzertmeister bald verschlechtern würde.
Christian Tetzlaff, Martin Stadtfeld und das Klenke-Quartettwerden das Programm mit außergewöhnlichen Kammermusikbeiträgen bereichern. Unter dem Motto »nichts als Meisterstücke« erklingen, besonders am »Kantatentag«, zahlreiche Kantaten aus Bachs erstem Leipziger Kantatenjahrgang in chronologischer Abfolge.
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2016 beginnt am 15. Oktober 2015.
Ein weiterer Link zur Eröffnung auf Facebook vom Bach-Archiv
Der neue Thomaskantor Gotthold Schwarz, der Thomanerchor Leipzig und das Gewandhausorchester haben gerade in der Thomaskirche das Bachfest 2016 eröffnet: u.a. mit einer Aufführung der Kantate „O Ewigkeit, Du Donnerwort“ BWV 20
Lateinische und Deutsche Kirchenmusik in der Nikolaikirche Leipzig am Samstag, 11.06.2016, das Englische Ensemble „Solomon’s Knot baroque collective“ unter der Leitung von Jonathan Sells
Das Konzert in der Nikolaikirche vom 11.6.2016 wurde vom Deutschlandfunk – Kultur aufgezeichnet und ist im Blog hinterlegt und kann nachstehend
als AUDIO angehört werden.
————————————————————-
Video vom Bach-Archiv
Nicolaus Adam Strungk: „Laudate pueri“
Nicolaus Adam Strungk (getauft 15. November 1640 in Braunschweig; † 23. September 1700 in Dresden) war ein deutscher Komponist und Violinist des Barock.
Nicolaus Adam Strungk: Laudate pueri, Geistliches Konzert für Tenor, Violine, Zink und Basso continuo.
Nicolaus Adam Strungk war der Sohn Delphin Strungks. Nicolaus Adam, der bereits von seinem Vater Orgelunterricht erhielt, studierte an der Universität Helmstedt. Später lernte er bis 1660 Violine bei Nathanael Schnittelbach. Als Violinist trat Strungk vor dem Herzog von Wolfenbüttel, sowie vor Kaiser Leopold I. in Wien als Geigen- und Klavierspieler auf. 1665 trat er als Kammermusikant in den Dienst Johann Friedrichs in Hannover. Die 1672 geborene Dichterin Christine Dorothea Lachs war seine Tochter.
1679 wurde Strungk Direktor der Hamburger Ratsmusik. 1688 wurde er als Nachfolger von Christian RitterVizekapellmeister und Kammerorganist in Dresden. 1693 übernahm er die Nachfolge Christoph Bernhards als Hofkapellmeister. Diesen Posten verließ er 1696, um schließlich in Leipzig Direktor der dortigen Oper zu werden. Strungk, der sein ganzes Leben unter finanziellen Schwierigkeiten litt, verstarb einige Jahre später „am hitzigen Fieber“.
Ausführende:
Georg Poplutz – Tenor
Johann-Rosenmüller-Ensemble:
Volker Mühlberg – Violine
Dennis Götte – Chitarrone
Jörg Meder – Violone
Jürgen Banholzer – Orgel
Leitung: Arno Paduch – Zink
Einer der grössten Komponisten aller Zeiten trifft diesen Sommer erneut auf das Appenzellerland und seine Eigenheiten. Die Appenzeller Bachtage – ein kleines Festival, das bewusst mit Konventionen bricht. Ein Brückenschlag zwischen der Gregorianik des St. Galler Mönchs Notker und dem Kirchenlied des Reformators Luther in der St. Galler Kathedrale, musikalische Überraschungen auf Holzbrücken, klangvolle Begegnung in erlesenem Ambiente privater Häuser stimmungsvolle Atmosphäre in Grubenmann-Kirchen und Festsälen des Appenzeller Mittellandes.
Zuhörendes Erforschen, gemeinsames Erleben und der Austausch in einer ungezwungenen Atmosphäre stehen im Vordergrund der Appenzeller Bachtage. Kein künstlerischer Monolog, sondern ein echter Dialog mit dem Publikum auf allen Ebenen.
Wir führen unsere 100. Bach-Kantate auf – diesen Freitag. 17.6.2016 – Rudolf Lutz, unser musikalischer Leiter, und unser Geschäftsführer Xoan Castineira, im TVO-Interview zu diesem tollen Ereignis
im nachstehenden Video zu sehen..!!
Die 100. Kantate wird von der J.S. Bachstiftung St. Gallen im Juni 2016 eingespielt.
Kammermusikwerke für Flöte sind unter Johann Sebastian Bachs Namen insgesamt sieben erhalten: Ein Werk für Flöte solo sowie je drei Werke für Flöte mit Continuo und Flöte mit Cembalo. In allen Fällen ist das Soloinstrument eine Traversflöte; Blockflöten hat Bach in seiner Kammermusik (soweit diese erhalten ist) nicht eingesetzt. Da Bach seine Kammermusikkompositionen intensiv überarbeitete, werden hier in einigen Fällen Urfassungen, teilweise auch für andere Besetzungen, angenommen.
Bach unterhielt gute Kontakte zum Dresdner Hof, wo der Flötist Pierre-Gabriel Buffardin wirkte; zumindest einige der Kompositionen dürften für diesen entstanden sein. In Leipzig wird Bach einen Teil der Kompositionen im Rahmen seiner Konzerte im „Zimmermannischen Caffee-Hauß“ aufgeführt haben.
BWV 1030
Andante, , h-Moll
Largo e dolce, 6/8, D-Dur
Presto, , h-Moll
Allegro, 12/16, h-Moll
Ein kurzes Fragment einer Fassung in g-Moll ist erhalten; hier dürfte eine Blockflöte das Soloinstrument sein. Wahrscheinlich geht auch diese auf eine Erstfassung für zwei Instrumente und Continuo zurück.
Info: J.S. Bach BWV 720„Ein feste Burg ist unser Gott“
„Ein feste Burg ist unser Gott“ ist eines der bekanntesten Choräle durch den Reformator Martin Luther, der viele Choräle geschrieben hat. Luther entnahm Textpassagen von Psalm 46 und komponierte die Melodie zwischen 1527 und 1529. Dieser Choral wurde in mindestens siebzig Sprachen übersetzt.
Das BWV 720 ist ein Choralvorspiel, das Bach während seiner Mühlhausener Zeit an der Divi Blasii Kirche verfasst hat.
Video: J.S. Bach BWV 720 Orgelchoralvorspiel: „Ein feste Burg ist unser Gott“
an jährlich vier Bach-Wochenenden (Donnerstag, Freitag & Sonntag) und in ergänzenden Sonderkonzerten das gesamte Vokalwerk von Johann Sebastian Bach auf. Die geistlichen Kantaten erklingen dabei im Zusammenhang mit ihrer ursprünglichen Bestimmung im Kirchenjahr.
Auf der Webseite zum Projekt finden Sie alle Informationen rund um Termine, Karten, Künstler:
Professionelle Qualität in Bild und Ton: Jede Woche kommt ein Chorsatz, eine Arie oder ein Choral hinzu! So können Sie mit Bach:vokal verbunden bleiben, auch wenn gerade kein Konzert ansteht.
Unter dem nachstehenden Link sind veröffentlichte Videos auf YouTube einsehbar..!!
Kantate für das Fest des heiligen Johannes des Täufers!
Info: zum BWV 30
„Freue dich, erlöste Schar“ BWV 30, ist eine Kirchenkantate komponiert von Johann Sebastian Bac . Er komponierte sie in Leipzig für das Fest des heiligen Johannes des Täufers ( auch „Johannistag“) und führte sie erstmals am 24. Juni 1738 auf.
Bach komponierte die Kantate in Leipzig für St. John Tag . Die vorgeschriebenen Lesungen für den Festtag waren aus dem Buch Jesaja , „die Stimme eines Predigers in der Wüste“ ( Jesaja 40: 1-5 ), und aus dem Lukas – Evangelium , die Geburt des Johannes der Täufer und der Benedictus von Sacharja ( Lukas 1: 57-80 ). Die Kantate wurde komponiert Leipzig in oder um 1738, basierend auf einer säkularen Kantate, Angenehmes Wiederau, BWV 30a , im Jahre 1737 in Leipzig komponiert den Erwerb des Schlosses und Gut in Wiederau von Johann Christian von Hennickes zu feiern.
Christian Friedrich Henrici ( Picander ), der Librettist der weltlichen Kantate BWV 30a, wurde als Autor des vorgeschlagenen Libretto für die Kirchenkantate. Der Text des Chorals ist von Johann Olearius , aus der dritten Strophe seines 1671 Hymne „tröstet, tröstet meine Lieben“. Der Choral Thema ist „Freu dich sehr, o meine Seele“.
Die Kantate ist für vier Vokalsolisten (Sopran , Alt , Tenor , Bass ), einen vierstimmigen Chor , zwei Oboen , zwei flauti traversi , Oboe d’amore , zwei Violinen , Viola und Basso continuo.
Die Kantate besitzt zwölf Sätze , in zwei Teile geteilt, um vor und nach der Predigt durchgeführt zu werden:
Teil I
Chorus: Freue dich, erlöste Schar
Rezitativ (Bass): wir haben Rast
Arie (Bass): Gelobet sei Gott, gelobet sein Namens
Rezitativ (Alt): Der Herold kommt und meldt den König ein
Arie (Alt): Kommt, ihr angefochtnen Sünder
Chorale: Eine Stimme Lässt sich hören
Teil II
Rezitativ (Bass): Also bist du denn, mein Heil, bedacht
Arie (Bass): Ich will Nonne Hassen
Rezitativ (Sopran): Und obwohl sonst der Unbestand
Arie (Sopran): Eilt, ihr Stunden, kommt herbei
Rezitativ (Tenor): Geduld, der angenehme Tag
Chorus: Freue dich, geheilgte Schär
Der Eingangschor ist in einer Dur – Tonart und zeigt kontinuierliche dynamische musikalische Bewegungen. Es nimmt einen synkopierten einleitenden Rhythmus, der in der Alt – Arie erscheint wieder später. Die Form ist zwischen einem da capo und rondo : Der Abschnitt in der Mitte des B – Teil erscheint. Die Bewegung auch umgekehrt die Erwartungen in Bezug auf Einleitungen, mit einem kombinierten Vokal- und Instrumental thematische Aussage beginnen , bevor es ohne Stimmen zu präsentieren.
Alle der Rezitative in Teil I sind Secco . Die „blendend und brillante“ Bass – Arie von Teil I ist gekennzeichnet durch Triplett – Figuren und schließt volle Streicherbegleitung in Rouladen . Es ist das gleiche grundlegende Motiv wie die Alt – Arie enthält, und ist formal in modifizierter ternäre . Die Alt – Arie ist bemerkenswert für seine binary-Form Ritornell und „Blues-like“ Schlusskadenz; strukturell, ist die Bewegung eine Gavotte. Craig Smith stellt fest , dass „man kaum von einem anderen Bach – Arie denken kann , die so tiefgreifend einen Zustand der Gnade zeigt. Die sanften Tanzrhythmen himmlisch sind und himmlisch in ihrem unaufhaltsamen Fortschritt“.Teil I schließt mit dem einzigen Choral der Kantate.
Teil II beginnt mit der einzigen Kantate Recitativo accompagnato , für Bass mit Oboen und Continuo. Dies bereitet eine Bass – Arie, die mit einem „aggressiven“ Scotch – Snap ‚ „öffnet , die während der gesamten Bewegung wiederholt. Ein Secco Sopran – Rezitativ bereitet eine 9/8 Sopranarie mit chromatischen Bass, Gigue Rhythmen und ein Opernstil. Der vorletzte Satz ist ein Tenorrezitativ mit „verlängerten Phrasen und seltsam chromatischen Harmonien“, eine gequälte Seele darstellt. Das Stück endet mit einer Wiederholung des Chores auf einen anderen Text.
Video: Kantate BWV 30„Freue dich, erlöste Schar“
ACHTUNG !
Nach jedem Satz in der Kantate kommt eine kleine Pause im Video es erscheint ein Flyer der Stiftsmusik. Das Video ist leider ohne Satz – Sieben – das nicht veröffentlicht wurde.
Was soll ich da noch schreiben? Diese drei Begriffe sagen eigentlich alles. Wir erlebten ein unglaublich intensives Konzert. Ich scheue mich eigentlich, diesen Abend Konzert zu nennen, so stark fühlte ich mich in das Geschehen mitten im Kirchenschiff hinein gezogen.
Aber von vorne.
Die Bühne (Foto: mb)
Die Bühne war wieder in der Mitte des Kirchenschiffes aufgebaut, sodass das Publikum rechts und links davon saß und selbst auf den besten Plätzen zum Teil deutliche Sichteinschränkungen hatten. Einige wenige Plätze gab es auch frontal zum Orchester im Seitenschiff, aber auch dort werden die Säulen die Sicht beschränkt haben. Akustisch war es auch nicht ideal. Die „Turbo“-Turba-Chöre verschwanden dann schon mal wie „Blitze und Donner“ in den Wolken, sprich, manches der sehr filigranen Chöre waren doch etwas verwaschen. Je nachdem, welchem Zuschauerblock die Solisten entgegensangen, waren sie mal intensiver und mal weniger intensiv zu hören. Und manchmal gab es dann auch, je nach unterschiedlichem Schallweg, schwebende Harmonien, die Bach so nicht vorgesehen hatte. Oder hatte er doch? Denn auch das machte für mich einen Teil der Magie dieses Abends aus. Es war kein Konzert, in dem die einzelnen Nummern so gut und so schön wie möglich musiziert wurden, nein, alles war im Schwingen, es wogte hin und her und so entstand etwas jenseits der reinen Schallwellen, was mich zutiefst berührte.
Der Chor und alle Solisten sangen auswendig! Ich denke, das erklärt zum Teil die ungeheure Intensität. Sie hatten das Werk wirklich „in sich“ und konnten es nun „leben“.
„Kommt, ihr Töchter, helft mir klagen“ (Foto: mb)
Dies begann mit dem Evangelisten James Gilchrist, der die Geschichte mit einer solchen Inbrunst erzählte, dass auch mal (gewollt) die Stimme versagte. Er putschte je nach Situation die anderen Mitwirkenden oder wies ihnen mit ganz viel Empfindsamkeit den Weg zur folgenden Musik. Nur eins ließ er nicht zu: unbeteiligt und distanziert zu sein. Ihm gegenüber stand Stephan Loges, der Jesus mit wunderbar warmem Bass sang. Dadurch entstand ein Dialog zwischen beiden Sängern, der fesselte. Überhaupt Dialog: dass das Orchester durchaus kammermusikalisch musiziert und damit einen große Lebendigkeit entstehen lässt, kennen wir von den English Baroque Soloists. Dass Solisten auch im Konzert miteinander agieren, haben wir auch schon gesehen. Aber dass ein Chor, oder wie hier ein Doppelchor sich die Stichworte zusingt, das habe ich so noch nicht gesehen. Dieses Miteinander und aus dem Herzen kommende Musizieren war schon außergewöhnlich. Die Solisten waren durch die Bank weg einfach wunderbar, nun gut mit einer Arie als Ausnahme. Sie haben die Grenzen in alle Richtungen ausgelotet, sei es mit der herzzerreißenden Arie “ Aus Liebe will mein Heiland sterben“ oder dem verzweifelten und auch aggressiven „Gebt mir meinen Jesum wieder“. Da bebte das Dach. Auch wenn ich hier die Solisten nicht einzeln mit ihren Arien vorstelle, möchte ich doch einen Sänger herausstellen. Es ist vielleicht noch bekannt, dass ich nicht gerade bekennender Countertenor-Fan bin. Aber so schön und so zu Herzen gehend wie hier von Reginald Mobley habe ich die Alt-Arien selten gehört. Diesen Namen wird man sich merken müssen. Dem stand auch Eleanor Minney in nichts nach. So intensiv und „gelebt“ habe ich das „Erbarme dich“ noch nie gehört. Dabei dachte ich schon manches Mal, dass es nicht mehr intensiver geht.
Es ist unfassbar, wie John Eliot Gardiner es immer wieder schafft, solche magischen Momente entstehen zu lassen. Besonders die Ausdeutung der Choräle mit der gewaltigen Intensität in alle Richtungen war für mich sehr bewegend. Da bin auch ich als Zuhörer Teil des Ganzen gewesen.
Es war nicht alles perfekt. Aber mir hat es wieder gezeigt, dass mein Credo „Perfektion ist langweilig“ immer noch gilt und Besonderes nur entstehen kann, wenn das Unmögliche gewagt wird. Wir haben wieder eine Sternstunde erleben dürfen. Dafür bin ich zutiefst dankbar.
Und nein, mit Flipflops habe ich niemanden gesehen. Das Publikum war auf meiner Seite auch sehr konzentriert, auf der anderen Seite war das wohl nicht so der Fall. Aber man kann nicht alles haben.
Meine Gedanken, meine Gefühle – ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit.
Seid gegrüßt
Barbara
Konzertbericht vom Klangvokalfestival in der Probsteikirche Dortmund
Am vergangenen Donnerstagabend fand im Rahmen das Klangvokalfestivals in der Dortmunder Probsteikirche ein Konzert unter dem Titel „Wege zu Bach“ statt, dessen Schwerpunkt Motetten von J.S. Bach und Komponisten mit einem Bezug zur venezianischen Musikszene bildeten.
Propsteikirche in Dortmund
Der Grund, warum ich trotz sehr stressiger Woche abends noch nach Dortmund fuhr, um dabei zu sein, war eine Sternstunde im November letzten Jahres, als das hier auch aufführende Ensemble Pygmalion die Essener Philharmonie besuchte und neben anderen Bach`schen Motetten und Kantaten Werken die eher selten gehörte Kantate BWV 190 „Singet dem Herrn ein neues Lied“. Die Balance aus schwunghafter Spritzigkeit, Präzision und Strahlkraft auf der einen, aber auch den für die Bach´schen Werke so charakteristischen Tiefgang auf der anderen Seite, mit der dieses noch junge Ensemble unter seinem künstlerischen Leiter Raphael Pichon die Werke auf die Bühne brannte, ließ mich alten Gardiner-Fan schwer beeindruckt zurück.
Countenor und Dirigent Raphaël Pichon (*1984) gründete 2005 das Ensemble Pygmalion.
Und so organisierte ich mir noch eines der letzten verfügbaren Tickets im vorderen Teil der Probsteikirche und fand mich in Reihe 2 wieder, was doppelt interessant war: Einerseits stand Pichon etwa in meiner Höhe im Mittelgang, so dass ich seine Mimik und Gestik beim Leiten des Konzerts exzellent sehen konnte. Andererseits war die Erfahrung neu, den Klang der Stimmen zu hören, kurz bevor er sich wirklich ausbreitet, was so in etwa ab Reihe 6 der Fall gewesen sein dürfte.
Das Programm bestand nun also aus:
Hans Leo Hassler (1564 – 1612)
„Cantate Domino“ zu zwölf Stimmen
Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
„Lobet den Herrn“ BWV 230
Vincenzo Bertulosi (ca. 1550 – 1608)
„Osculetor meo“ zu sieben Stimmen
Johann Sebastian Bach
„Komm, Jesu komm“ zu acht Stimmen BWV 229
„Jesu meine Freude“ zu fünf Stimmen BWV 227
Nach der Pause:
Johann Sebastian Bach
„Komm, o Tod du Schlafes Bruder“ BWV 56-5
(Die dann an dieser Stelle angekündigte Arie „Vergiss mein nicht, mein allerliebster Gott“ entfiel)
„Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn“ zu acht Stimmen BWV sup.159
(Die an dieser Stelle angekündigte Wiederholung des Chorals „Komm, o Tod..“ entfiel ebenfalls)
„Der Geist hilft unser Schwachheit auf“ zu acht Stimmen BWV 226
Giovanni Gabrieli (1557 – 1612)
„Jubilate deo“ zu acht Stimmen
Johann Sebastian Bach
„Singet dem Herrn ein neues Lied“ zu acht Stimmen BWV 225
Die Auswahl der Werke erfolgte aufgrund der Tatsache, dass lange, bevor Bach das Licht der Welt erblickte, Venedig als Innovationsquelle der Musik, als „nuova musica“ galt. Viele namhafte Kapellmeister wie Adrian Willaert, die Corellis und natürlich Claudio Monteverdi wirkten hier und zogen auch deutsche Komponisten in ihren Bann, die den weiten Weg nicht scheuten, um sich vor Ort inspirieren zu lassen. Dabei galt speziell die Basilika di San Marco stets als akustische Experimentierbühne. Hier wurden Echoeffekte genutzt und die vielen Winkel, Emporen und Nischen für die Mehrchörigkeit genutzt.
Die Probsteikirche Dortmund ist sicher kein so bekannter Ort wie der venezianische Markusdom, die Akustik jedoch ist fantastisch und so wurde man in Klangwelten entführt, die zumindest mich süchtig machen. Pichon beherrscht es, seine insgesamt um die 30 Sänger und das kleine Continuo-Ensemble (zwei Orgeln, ein Cembalo, ein Cello, ein Bass) exakt, aber lebendig ihren Linien folgend durcheinanderwirbeln zu lassen und dabei immer wieder unerwartete Akzente zu setzen. Immer wieder hat man bei den schnellen Passagen das Gefühl, die Sänger würden die Worte wie Lichtblitze durch die gewaltige Akustik der Kirche schicken. In den Chorälen dann strahlt das Ensemble eine warme, volle, homogene Farbe aus.
Alle Musiker scheinen, als hätten sie die Werke nicht nur als interpretatorische Herausforderung verstanden, sondern auch mit einem gewissen sportlichen Ehrgeiz angefasst, Text und Noten plastisch, aber niemals trocken zu singen. Dazu gelingt ihnen eine frische, schwungvolle Lebendigkeit und ein oft hohes, aber nicht übertriebenes Tempo und eine ausgezeichnete Präzision. Hier wird keine einzelne Note verschludert. Dabei hat Pichon meiner Meinung nach etwas, was ich bisher in dieser Ausprägung nur von Gardiner kenne: Den offensichtlich starken Willen und das Können, dem Werk in all seinen Facetten auf sehr hohem Niveau gerecht zu werden und niemals nachzulassen, noch etwas mehr Bach aus den Noten herauszukitzeln und bei all der Detailversessenheit aber nie den Blick für die Schönheit des Großen und Ganzen zu vernachlässigen.
Die volle Kirche und der schon zur Pause ausgesprochen kräftige Applaus unterstrich, dass im Ruhrpott noch Luft für mehr hochwertige Barockmusik ist. Und er unterstrich, dass selbst in Zeiten der scheinbar immer weitergehenden Niveauverflachung herausragende Talente ihren Platz finden.
Am Mittwoch folgt dann Gardiner in Königslutter. Nach meinen Erfahrungen im dortigen Kaiserdom bei der Aufführung der Matthäsupassion 2005 und den Oster- und Himmelfahrtsoratorien 2013 sind die Erwartungen höchstens gemischt. Die Musik wird wie immer hochwertig sein, aber der Rahmen ist mir bei den genannten Gelegenheiten als sehr unwürdig aufgefallen und hat bisher Enttäuschung und Ärger zurückgelassen. Wieder soll diesmal nun also die Bühne quer mitten im Kirchenschiff stehen und damit dieses Weltklasseensemble vor die Wand musizieren, was der Akustik nicht sonderlich zuträglich ist.
Vorarbeiten für das Konzert am 15.06.2016 mit Sir John Eliot Gardiner im Kaiserdom Königslutter
Selbst die Höchstpreistickets geben nur Blick auf die Rücken maximal der Hälfte der Aufführenden frei. Dazu Publikum (verdiente Mitarbeiter von Sponsoren, die aber mit der Musik nichts anfangen können?) in Badelatschen, wichtigtuerischem Husten (immer ein wenig lauter als nötig), gelangweiltem Rumgehampel auf den knarzenden Stühlen und ein zweifellos sehr verdienter Veranstalter, der jedoch dank seiner augenscheinlich auf Aufmerksamkeit heischende Gesten nicht zwingend zu dem Rahmen beiträgt, den diese Ensembles und vor allem das Werk verdient hätten. Ist es nicht das schönste, wenn man dann am Ende positiv überrascht wird und das Konzert in vollen Zügen genießen kann?
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 12.06.2016 begehen wir den 3. Sonntag nach „Trinitatis“
Der 3. Sonntag nach Trinitatis stellt in gewisser Weise die Fortsetzung des 2. Sonntags nach Trinitatis dar, denn nun geht es um die offenen Arme, die den empfangen, der schon lange eingeladen ist. Die Gleichnisse vom „Verlorenen“ oder die Geschichte vom Zachäus unterstreichen dies sehr deutlich. Gott will die Sünder selig machen, darum geht es, und er hindert keinen einzelnen, zu ihm zu kommen.
Das Gleichnis vom verlorenen Schaf zeigt uns am 3. Sonntag nach Trinitatis, dass Gott gerade dem nachgeht, der in seiner Sünde gefangen ist. Wir freuen uns darüber, dass auf diese Weise auch Menschen zu seiner Gemeinde hinzukommen, die uns erst fremd und unbehaglich waren. Durch die Liebe Gottes, die in gleicher Weise uns wie ihnen gilt, werden wir fähig, diesen Menschen liebend zu begegnen. oder Gott geht dem Sünder nach – das sagt uns das Gleichnis vom Verlorenen Schaf. Das Gleichnis vom Verlorenen Sohn deutet auf die vergebende Liebe Gottes hin. In allem erleben wir: Gott will nicht den Tod des Sünders, sondern dass er sich bekehre und lebe(Ez 33, 11). Dazu hat er seinen Sohn in die Welt gesandt, damit wir seine Gnade erfahren und durch seine Barmherzigkeit zum Leben gelangen.
Wochenspruch:
Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. (Lk 19, 10)
Diese Messvertonung gibt es vom Titel her zweimal. 1782 entstand von Haydn die Missa Cellensis, die dem großen Marienwallfahrtsort Mariazell im heutigen Österreich zuzuordnen ist. Diese Komposition ist erheblich kürzer als die zweite Missa Cellensis, um die es in Cantica geht. Sie ist Haydns umfangreichste Vertonung der Katholischen Messe. Besser bekannt ist sie unter dem Beinamen „Cäcilienmesse“, vorbei diese Bezeichnung nicht auf Haydn zurückgeht.
Von der Gattung her ist sie eine so genannte Kantatenmesse. Das heißt, innerhalb eines Messteiles wechselt abschnittsweise die Besetzung. Der erste Kyrie eleison-Ruf zum Beispiel wird durch Chor und Orchester interpretiert. Doch schon beim Christe eleison singt der Tenor-Solist, der Chor singt nur noch kurze Einwürfe. Beim letzten Kyrie-Ruf wechselt dann erneut die Besetzung. Dieses Prinzip durchzieht die gesamte Messvertonung und ist typisch für Messvertonungen des 18. und 19. Jahrhunderts. Im letzten Abschnitt des Kyrie Haydn komponiert zudem eine Fuge – diese Form des Komponierens war eigentlich zu seiner Zeit schon etwas veraltet, wurde aber von Musikern von Bach bis Beethoven gerne verwendet als eine Art Reminiszenz an die lange kirchliche Tradition der Messe.
Die Missa Cellensis komponierte Haydn zwischen den Jahren 1766 und 1773. Zu dieser Zeit war er als Kapellmeister beim Fürsten Esterhazy und damit auch für die Kirchenmusik an dessen Hof zuständig….. weiter zum Text von Domradio
———————————————————————
Neu ERF – Plus (Evang. – Rundfunksender)
Sendung: Sonntag Bach-Kantate im Wechsel mit Bach-Musik
Die Sonntagskantaten des Thomaskantors gespielt und erklärt.
Aufnahme vom 14. April 2013 im Sommersaal des Bach-Museums Leipzig.
Klaus Mertens, Bass-Bariton Thomas Fritzsch, Viola da gamba, Violoncello & Basse de Violon Stefan Maass, Barocklaute Michael Schönheit, Orgel, Cembalo
Georg Philipp Telemann:
Fast allgemeines Evangelisch-Musicalisches Lieder-Buch- Praeludium /
GOTT des Himmels und der Erden – Mit Ernst o Menschen-Kinder – Freuet euch ihr Christen alle – Nun laßt uns gehn und treten-
Allemande par M[onsieu] r E.T. Baron
aus: Der getreue Music-Meister-
Herr nun läß’st du deinen Diener im Friede fahren – O Lamm Gottes unschuldig – O Haupt voll Blut und Wunden – Jesus meine Zuversicht- Trio IIdo [G-Dur], TWV 42: G6
– Ein feste Burg – Wenn dich Unglück hat betreten – Aus tiefer Noth schrey ich zu dir – Befiehl du deine Wege – Jesu, meine Freude meines Hertzens Weyde- Trio IIdo [G-Dur], TWV 42: G6
aus: Essercizii musici- Wer weiß wie nahe mir mein Ende?
– Auf meinen lieben GOTT – Nun lob mein Seel den HErren – Ach wie nichtig ach wie flüchtig- Courante par M[onsieu]r E.T. Baron
aus: Der getreue Music-Meister-
Wach’t auf ruf’t uns die Stimme / Auf auf! und laßt uns wachsam seyn
– O Wonn‘ o Freud‘ o Herrlichkeit – Wie der Hirsch im großen Dürsten – Nun danket alle Gott
Kantaten-BeschreibungenKantaten für den 3. Sonntag nach Trinitatis
Fraumünster, Zürich 8. und 9. Juli 2000
———————————————————————-
Kantaten-Beschreibung: BWV 135 “Ach Herr, ich armer Sünder“
Bachs einzige andere Kantate für diesen Sonntag,
BWV 135 “Ach Herr, mich armen Sünder”, wurde im Juni 1724 komponiert und vermutlich einstudiert, bevor er nach Gera reiste, um dort die Orgel zu prüfen, und das bedeutet, dass er das Werk eigentlich nie beaufsichtigte oder selbst aufführte. Diese kurze, kernige Bußkantate ist die vierte in seinem zweiten Leipziger Zyklus, Teil einer eindrucksvollen Folge, von BWV 7, mit einer einleitenden Fantasia, die einem Concerto für Violine ähnelt, und dem Cantus firmus im Tenor, über BWV 20, mit einer französischen Ouvertüre am Anfang und dem Cantus firmus im Sopran, bis hin zu BWV 2 der vergangenen Woche, die im alten Motettenstil anfängt und den Cantus firmus in der Altstimme hat. Diese Werke fügen sich zu einem faszinierenden und kontrastvollen Portfolio einleitender Chorfantasien.Im ersten Tableau verflechtet Bach zwei Oboen über einem schlichten Unisonovortrag der Melodie des Passionschorals in den hohen Streichern (bis jetzt noch keine Basslinie!), bevor auch diese sich im Flechtwerk der Oboe verfangen. Dann setzen die Bässe ein, Cello, Bass, Fagott und Bassposaune spielen das Thema in diminuierter Form. All das fügt sich zu einem langsamen, ritualhaften Porträt eines büßenden, Gnade suchenden Sünders zusammen und ist sehr bewegend, vor allem dort, wo Bach den Schmerz durch eine Folge selbstbezichtigender erster Umkehrungen übersteigert: ‚Mein Sünd, mein Sünd, mein Sünd…’.
Diese Stimmung bleibt im Tenor-Rezitativ (Nr. 2) erhalten, wo der ‚Arzt der Seelen’ angefleht wird, den kranken und schwachen Sünder zu heilen. Trost liefert die Tenor-Arie mit zwei Oboen, indem sie schildert, wie im Tod ‚alles stille… stille… stille’ ist. Ein Alt-Rezitativ beginnt adagio, wie eine Arie, ‚Ich bin von Seufzen müde’, und fährt fort: ,mein Geist hat weder Kraft noch Macht, weil ich die ganze Nacht … in großem Schweiß und Tränen liege. Ich gräme mich fast tot und bin vor Trauern alt’ – Worte, die mich im Hinblick auf unser gegenwärtiges Finanzproblem besonders schmerzlich berührten. Und ich konnte mich mit der wunderbar trotzigen Bass-Arie identifizieren, wo sich die ersten Violinen gerieren wie virtuose Sturmschwalben: ‚Weicht, all ihr Übeltäter!’. Das ist herrrlich zornige Musik, und man kann sich vorstellen, wie Bach gegen schändliche Bösewichte wütete (von denen ihm in seinem Berufsleben genug begegneten). Er schließt mit einem erhebenden ‚Ehr sei ins Himmels Throne’ zu demselben Passionschoral von Cyriakus Schneegaß (1597), mit dem er begann.
Christian Tetzlaff,Martin Stadtfeld und das Klenke-Quartettwerden das Programm mit außergewöhnlichen Kammermusikbeiträgen bereichern. Unter dem Motto »nichts als Meisterstücke« erklingen, besonders am »Kantatentag«, zahlreiche Kantaten aus Bachs erstem Leipziger Kantatenjahrgang in chronologischer Abfolge.
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2016 beginnt am 15. Oktober 2015.
Video: Das Bachfest Leipzig 2016 wurde am 10.06.2016 eröffnet !!
Fehler
Dieses Video existiert nicht
Ein weiterer Link zur Eröffnung auf Facebook vom Bach-Archiv
Der neue Thomaskantor Gotthold Schwarz, der Thomanerchor Leipzig und das Gewandhausorchester haben gerade in der Thomaskirche das Bachfest 2016 eröffnet: u.a. mit einer Aufführung der Kantate „O Ewigkeit, Du Donnerwort“ BWV 20
Ein spannendes Forschungsgebiet für Musiker und Musikwissenschaftler sind auch weniger berühmte mitteldeutsche Komponisten und deren Werke, vor allem wenn es sich um Zeitgenossen J. S. Bachs handelt und sich Rückschlüsse zur Musizierpraxis im 18. Jahrhundert ziehen lassen. J. M. Molter, der ebenfalls aus Thüringen stammt, hinterließ eine Reihe an interessanter Instrumentalmusik und Kantaten, die vermutlich bis heute noch selten Wiederaufführungen erfuhren.
Johann Sebastian Bach: „Ich habe genug“BWV 82, Kantate zum Fest Mariae Reinigung für Sopran, Traversflöte, Streicher und Basso continuo
Camerata Bachiensis
Julia Kirchner – Sopran
Roberto de Franceschi – Traversflöte
Anne Kaun – Violine
Friederike Lehnert – Viola
Magdalena Schenk-Bader – Viola
Isolde Winter – Violoncello
Julia Chmielewska – Truhenorgel
Einer der grössten Komponisten aller Zeiten trifft diesen Sommer erneut auf das Appenzellerland und seine Eigenheiten. Die Appenzeller Bachtage – ein kleines Festival, das bewusst mit Konventionen bricht. Ein Brückenschlag zwischen der Gregorianik des St. Galler Mönchs Notker und dem Kirchenlied des Reformators Luther in der St. Galler Kathedrale, musikalische Überraschungen auf Holzbrücken, klangvolle Begegnung in erlesenem Ambiente privater Häuser stimmungsvolle Atmosphäre in Grubenmann-Kirchen und Festsälen des Appenzeller Mittellandes.
Zuhörendes Erforschen, gemeinsames Erleben und der Austausch in einer ungezwungenen Atmosphäre stehen im Vordergrund der Appenzeller Bachtage. Kein künstlerischer Monolog, sondern ein echter Dialog mit dem Publikum auf allen Ebenen.
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
J.S. Bach – Orgelchoralvorspiel: BWV 720 „Ein feste Burg ist unser Gott“
———————————————————-
Info: J.S. Bach BWV 720„Ein feste Burg ist unser Gott“
„Ein feste Burg ist unser Gott“ ist eines der bekanntesten Choräle durch den Reformator Martin Luther, der viele Choräle geschrieben hat. Luther entnahm Textpassagen von Psalm 46 und komponierte die Melodie zwischen 1527 und 1529. Dieser Choral wurde in mindestens siebzig Sprachen übersetzt.
Das BWV 720 ist ein Choralvorspiel, das Bach während seiner Mühlhausener Zeit an der Divi Blasii Kirche verfasst hat.
Video: J.S. Bach BWV 720 Orgelchoralvorspiel: „Ein feste Burg ist unser Gott“
Info: J.S. Bach – Kantate BWV 131„Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir“
Es handelt sich bei diesem Werk um eine der ältesten erhaltenen Kantaten Bachs (gemeinsam mit den Kantaten BWV 150, 196, 106 und 4). Aus einem handschriftlichen Vermerk des Komponisten geht hervor, dass das Werk zu seiner Zeit in Mühlhausen 1707 oder 1708 vom Pastor der Marienkirche Georg Christian Eilmar in Auftrag gegeben wurde.
Albert Schweitzer schreibt in seinem Werk Johann Sebastian Bach, dass dieser Geistliche „ein großer Verehrer der Kirchenmusik und ein persönlicher Freund Bachs“ gewesen sei. Der Umstand, dass Bach an dieser Kirche nicht tätig war, gibt der Bachforschung Anlass zu Spekulationen, dass Bachs Vorgesetzter am kompositorischen Schaffen des jungen Organisten kein Interesse hatte. Der Stil und die umfangreiche Beschreibung der Komposition deutet auf eine Entstehung 1707, also zu Beginn von Bachs Amtszeit in Mühlhausen. Der Text enthält keine freie Dichtung, sondern besteht aus dem Psalm 130 sowie den Strophen 2 und 5 des Chorals Herr Jesu Christ, du höchstes Gut von Bartholomäus Ringwaldt aus dem Jahre 1588. In beiden Textquellen wird das Flehen um Vergebung der Sünden thematisiert. Daher ist vermutet worden, dass der Anlass zur Komposition ein Bußgottesdienst gewesen sein könnte, möglicherweise in Zusammenhang mit einer Feuersbrunst, die kurz vor Bachs Ankunft in Mühlhausen weite Teile der Innenstadt zerstörte.
Allerdings ist ein solcher Gottesdienst nirgendwo in den zeitgenössischen Quellen belegt. Es ist auch nicht auszuschließen, dass es sich wie beim Actus tragicus (BWV 106) um eine Begräbniskomposition handelt.
Besetzung:
Die originale Besetzungsnotiz lautet „a una Oboe. una‘ Violino. doi Viole. Fagotto. C. A. T. B: è Fondamento“, die Besetzung ist also wie folgt: Gesangsstimmen: Sopran, Alt, Tenor, Bass; ein Chor ist nicht ausdrücklich gefordert, eindeutig solistische Passagen haben Tenor und Bass; Instrumente: Oboe, Violine, Viola I/II, Fagott, Basso continuo.
Besonderheiten:
Die Kantate weist in formaler Hinsicht zahlreiche Ähnlichkeiten mit der zeitnah entstandenen Kantate Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit (BWV 106) auf. Wie auch sonst in den frühen Kantaten Bachs wird auf Rezitative und Da capos verzichtet; die Sätze gehen fließend und mit kontrastierenden Tempi ineinander über. Die Abfolge zeigt dabei einen symmetrischen
Aufbau:
Sinfonia/Tutti (Adagio–Vivace) Solo (Bass) mit Choral als Cantus firmus im Sopran (Andante) Tutti (Adagio–Largo–Adagio) Solo (Tenor) mit Choral als Cantus firmus im Alt (Lento) Tutti (Adagio–Un poc‘ allegro–Adagio–Allegro–Adagio)
Die Thematik des Klagens und Flehens wird expressiv von Instrumenten und Gesang ausgemalt (z. B. Passus duriusculus). Das Werk verrät bereits die große Meisterschaft des jungen Komponisten und gehört zu den bekannteren Kantaten Bachs.
Video: J.S. Bach – Kantate BWV 131 „Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir“
an jährlich vier Bach-Wochenenden (Donnerstag, Freitag & Sonntag) und in ergänzenden Sonderkonzerten das gesamte Vokalwerk von Johann Sebastian Bach auf. Die geistlichen Kantaten erklingen dabei im Zusammenhang mit ihrer ursprünglichen Bestimmung im Kirchenjahr.
Auf der Webseite zum Projekt finden Sie alle Informationen rund um Termine, Karten, Künstler:
Professionelle Qualität in Bild und Ton: Jede Woche kommt ein Chorsatz, eine Arie oder ein Choral hinzu! So können Sie mit Bach:vokal verbunden bleiben, auch wenn gerade kein Konzert ansteht.
Unter dem nachstehenden Link sind veröffentlichte Videos auf YouTube einsehbar..!!
„Der Geist hilft unser Schwachheit auf“BWV 226 ist eine doppelchörige Motette von Johann Sebastian Bach.
Im Gegensatz zu vielen anderen Bach-Werken kann der Anlass für diese Motette eindeutig angegeben werden, da ihn Bach von eigener Hand auf der Komposition vermerkt hat: „J. J. Motetta à doi Cori bey Beerdigung des seel. Hrn. Prof. und Rectoris Ernesti di J. S. Bach.“ Johann Heinrich Ernesti (1652–1729) war zu seinem Tod Professor Poeseos,Assessor der Philosophischen Fakultät, Senior und Decem-Vir der Universität Leipzig und Rektor der Thomasschule.
Verbreitet wird in der Bachliteratur als Datum der Gedächtnispredigt mit Aufführung der Motette der 24. Oktober 1729 angegeben. Dieses Datum der Beisetzung Ernestis resultiert von Auseinandersetzungen zwischen städtischen und universitären Behörden her. Vom Titel der Leichenpredigt ist jedoch bekannt, dass der Gedächtnisgottesdienst bereits am 20. Oktober 1729 in der Universitätskirche St. Pauli stattfand, nach anderen Angaben am 21. Oktober 1729. Letztere Angabe wird gestützt durch einen Abkündigungszettel, der im Archiv der Nikolaikirche vorhanden war.
Das 1729 komponierte Werk zählt zu den Festmusiken zu Leipziger Universitätsfeiern. Von diesen Kompositionen, die Bach im Auftrag der Universität fertigte, sind heute zwölf Werke vollständig erhalten. Der Geist hilft unser Schwachheit auf ist eine von zwei Bach-Motetten, deren Originalmanuskripte erhalten sind.
Besetzung:
Die Motette ist für zwei vierstimmige Chöre (SATB/SATB) angelegt. Diese werden begleitet von zwei Oboen, zwei Englischhörnern, Fagott, zwei Violinen, Viola, Violoncello und Basso continuo.
Der Motettentext kombiniert eine Bibelstelle des Römerbriefs (Röm 8,26–27 LUT) mit der dritten Strophe des Kirchenliedes Komm, heiliger Geist, Herre Gott(EG 125), das Martin Luther 1524 geschrieben hat.
Der Geist hilft unser Schwachheit auf, denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sichs gebühret; sondern der Geist selbst vertritt uns aufs beste mit unaussprechlichem Seufzen.
Der aber die Herzen forschet, der weiß, was des Geistes Sinn sei; denn er vertritt die Heiligen nach dem, das Gott gefället.
Du heilige Brunst, süßer Trost,
Nun hilf uns, fröhlich und getrost
In deinem Dienst beständig bleiben,
Die Trübsal uns nicht abtreiben.
O Herr, durch dein Kraft uns bereit
Und stärk des Fleisches Blödigkeit,
Daß wir hie ritterlich ringen,
Durch Tod und Leben zu dir dringen.
Halleluja, halleluja.
Gotthold Schwarz ist der neue Leiter des Thomanerchores Leipzig. Das hat der Stadtrat Leipzig heute in einer Sondersitzung mit großer Mehrheit beschlossen. Der 63-Jährige war nach dem krankheitsbedingten Rücktritt von Georg Christoph Biller schon als Interimskantor tätig.17. Thomaskantor nach Bach.
Eine Überraschung ist der Beschluss des Stadtrates nicht. Denn Schwarz war der Vorschlag der Findungskommission, die sich unter anderem aus Vertretern der Stadt, des Fachausschusses Kultur, des Thomanerchores, der evangelisch-lutherischen Landeskirche Sachsen und des Bach-Archivs zusammensetzt. Das monatelange Auswahlverfahren wurde damit vor knapp zwei Wochen beendet; alle renommierten Bewerber wurden abgelehnt. Bis zu diesem Zeitpunkt war Schwarz für das Amt nicht im Gespräch gewesen.
Insgesamt gab es 42 Bewerber für das Amt des Thomaskantors; vier wurden zu Probedirigaten und Auftritten eingeladen. Im Finale standen schließlich Clemens Flämig und Markus Teutschbein. Nun tritt Gotthold Schwarz das Amt des 17. Thomaskantors nach Johann Sebastian Bach (1685-1750) an, der das Thomaskantorat 27 Jahre innehatte.
Thomaskantor mit Solistenerfahrung
Gotthold Schwarz wurde 1952 in Zwickau geboren und sang als Kind selbst für kurze Zeit im Thomanerchor. Seine musikalische Ausbildung erhielt er in Dresden und Leipzig, wo er Kirchenmusik, Gesang und Dirigieren studierte. Ab 1979 war Schwarz als Stimmbildner bei den Thomanern tätig. Außerdem sammelte er zahlreiche Erfahrungen als Chor- und Orchesterleiter und Solist. Als Oratorien- und Liedsänger machte er sich international einen Namen. Mehrfach vertrat er in den 1990er-Jahren den künstlerischen Leiter des Thomanerchores zu Leipzig und übernahm im Februar 2015 nach dem Rücktritt von Georg Christoph Biller die Proben und Konzerte des Chores.
(Textquelle: mdr)
Zum Abschied des Thomaskantors Georg Christoph Biller – Leipziger Kirchenmusiken des 18. und 21. Jahrhunderts
MDR FIGARO im Konzert 19.06.2015
Bachfest Leipzig 2015
Johann Sebastian Bach:
– „Wer mich liebet, der wird mein Wort halten“, BWV 74
– „Herr Jesu Christ, wahr` Mensch und Gott“, BWV 127
– „Gelobet sei der Herr, mein Gott“, BWV 129
Stephan König: „Haddock“, Chorkantate op. 205 (UA)
»Haddock« wird musiziert von der Leipziger Cantorey und der Staatskapelle Weimar unter der Leitung von Alt-Thomaskantor Georg Christoph Biller.
Ich finde es großartig, dass der Entschluss endlich verwirklicht wurde, dass ein verdienstvoller Chorleiter und Pädagoge zum 17. Thomaskantor offiziell ernannt worden ist. Von dieser Seite meinen „Herzlichen Glückwunsch“ und weiterhin ein gedeihliches Wirken mit dem Thomanerchor.
Die Treutmann-Orgel in der Stiftskirche St. Georg in Grauhof bei Goslar mit 42 Registern und rund 2 500 Pfeifen auf drei Manualen und dem Pedal erweist sich heute wieder besonders geeignet für die Interpretation des umfangreichen kompositorischen Werkes von Johann Sebastian Bach. Der große Leipziger Thomas-Kantor liebte vor allem die ihm aus seiner thüringischen Heimat vertrauten Streicher-Register. Bach-Interpreten, die den Klangvorstellungen des Meisters nahe kommen wollen, schätzen daher die Grauhofer Orgel besonders.Disposition der Trautmann-Orgel!
Liebe Bach-Freunde/innen !
Eine Übersicht der Bach-Kantaten zum aktuellen Sonntag im Kirchenjahr steht zum Download bereit:
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 05.06.2016 begehen wir den 2. Sonntag nach „Trinitatis“
Der 2. Sonntag nach Trinitatis hat „die Einladung“ zum Thema. Es leitet sich ab vom Evangelium vom großen Abendmahl – der Einladung, die von den Wohlhabenden abgelehnt wird, woraufhin die Einladung an die Außenseiter und Ausgestoßenen ergeht, die sie freudig annehmen. Es geht an diesem Sonntag wohl mehr darum, darüber nachzudenken, wo Gottes Einladung an uns ergeht und wie wir darauf antworten. Die übrigen Perikopen nehmen das Thema in vielfältiger Weise auf.
Am 2. Sonntag nach Trinitatis hören wir die Einladung zum großen Abendmahl und danken Gott, dass er uns durch Jesus Christus teilhaben läßt an seinem Reich. Die Freude über die Einladung macht uns selbst zu Einladenden.
Wochenspruch:
Christus spricht: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. (Mt 11,28)
G.F. Händel`s krasse Psalmenvertonung „Dixit Dominus“ Knochen werden brechen
„Er zerschmettert Könige am Tage seines Zorns“ – Psalm 110 zeichnet von Gott das Bild eines Kriegers, der auch vor Gewalt gegenüber seinen Feinden nicht zurückschreckt. Da der Text oft in der Vesper der Katholischen Kirche gebetet wurde, gibt es von ihm zahlreiche Vertonungen. Eine besonders eindrucksvolle ist Georg Friedrich Händel vor rund 300 Jahren gelungen.
Er schrieb sie in jungen Jahren, zu einer Zeit, als er sich sein Handwerkszeug als Komponist durch Reisen und Studien aneignete. Aus diesem Grund hielt er sich zu dieser Zeit in Italien auf und daher lassen sich viele musikalische Einflüsse des Landes auf den 22jährigen Komponisten in dem Werk erkennen. Die Deutung des Textes durch farbige Musik steht an erster Stelle, Händel probiert viel aus, um den martialischen Text musikalisch zu deuten.
Die 30 Minuten der Psalmvertonung wirken wie eine Vorwegnahme des kompositorischen Wirkens Händels in späteren Jahren. In seinen Opern und Oratorien findet sich genau die gleiche Tonmalerei, die er in der lateinischen Vertonung des Psalms bereits zeigt.
Psalm 110 thematisiert zwei Dinge: die Treue-Zusage Gottes an seine Anhänger und die Beschreibung Gottes als Krieger. Händel unterteilt den Psalm in 9 Abschnitte und variiert dabei die Besetzung. Insgesamt setzt er 5 Gesangssolisten, fünfstimmigen Chor und Orchester ein. Während der erste Teil des Psalms noch recht versöhnlich daher kommt, rückt bald das Bild des gewalttätigen Kriegsgottes in den Vordergrund. Fast bedrohlich wirkt die Musik an der Stelle „Confregit in die irae suae reges“. Der lateinische Text heißt übersetzt: Der Herr zerschmettert Könige am Tage seines Zornes. Permanent wiederholen die Streicher und der Generalbass ein durchlaufendes Motiv, während die 5 Stimmen des Chores immer wieder einsetzen, in einer für die Barockzeit sehr kühnen Harmonik…..
Bach-Kantate BWV 2 „Ach Gott, vom Himmel sieh darein“
Kantate zum 2. Sonntag nach Trinitatis
Auf dem Programm: die Kantate von Johann Sebastian Bach
zum 2. Sonntag nach Trinitatis in der Aufnahme der Bach-Rilling Edition.
Mit der Gächinger Kantorei und dem Bach-Collegium Stuttgart sowie den Solisten Aldo Baldin Helen Watts, und Walter Heldwein.
Ein interessanter Vergleich ist möglich, wenn drei Vertonungen von Psalm 19 „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“ nebeneinander gestellt werden: von Heinrich Schütz, Johann Sebastian Bach (BWV 76) und Joseph Haydn (aus der „Schöpfung“).
Zum Ausgang des Programms ist Johannes Unger mit dem Präludium in Es-Dur (BWV 552) zu hören.
Sebastian Knüpfer (auch Knüpffer, getauft am 6. (oder 7. September 1633 in Asch; † 10. Oktober 1676 in Leipzig) war ein deutscher Komponist und Kirchenmusiker.
Der Sohn des Ascher Kantors und Organisten Thomas Knüpfer erhielt die erste Ausbildung bei seinem Vater. Es ist überliefert, dass er bereits mit zehn Jahren in seinem Heimatort den Organistendienst versah. Von 1646 bis 1654 besuchte er das Gymnasium in Regensburg, wo zu seinen wichtigsten Lehrern der dortige Ephorus Balthasar Balduin, der Sohn Friedrich Balduins wurde. Später ging er nach Leipzig, wo er unter anderem unter Johann Adam Scherzer Philosophie studierte. Hier konnte er 1657 mit Unterstützung Johann Philippis die Nachfolge Tobias Michaels im Amt des Thomaskantors der Thomasschule antreten.
Um Knüpfer bildete sich ein Kreis angesehener Musiker (u. a. der Nikolaikantor Elias Nathusius, die Thomasorganisten Gerhard Preisensin und Jakob Weckmann und der Arzt Johann Kaspar Horn), der Leipzig den Ruf eines bedeutenden Musikzentrums einbrachte. In der Laudatio zum Tode Knüpfers hieß es: „Die Wahl Knüpfers gereichte dem Musikleben Leipzigs zum Heile und dem Thomaskantorat zum Segen.“ Neben seiner musikalischen Tätigkeit machte er sich auch als Philologe einen guten Namen. 1658 heiratete er Maria Sabina Hagen, mit der er drei Söhne und zwei Töchter hatte.
In Asch wurde 1925 ein Platz nach ihm benannt.
Die meisten Werke Knüpfers sind nie gedruckt worden. Er schrieb Motetten, Geistliche Konzerte, Kantaten und Messen. Er komponierte für die Kaiserkrönung Leopolds I. 1658 und für den Aachener Frieden von 1668. 1663 erschien eine Sammlung von Madrigalen und Kanzonetten im Druck.
——————————————————————–
Video auf YouTube
u.a. Sebastian Knüpfer (1633-1676).
1. Sethus Calvisius Freut euch und jubiliert, motet
Ein Tag in deinen Vorhöfen
2. Symphonia
Jacob Weckmann
3. Ein Tag in dein Vorhöfen ist besser …
Jacob Weckmann
4. Ich will lieber der Tür hüten …
Jacob Weckmann
5. Denn Gott der Herr is Sonn und Schild.
Jacob Weckmann
6. Herr Zebaoth …
Jacob Weckmann
7. Alleluja
Jacob Weckmann
8. Barmherzig und gnädig ist der Herr
Johann Schelle
9. Christ unser Herr zum Jordan kam, hymn for 4 voices (& continuo) (Cantional…)
Johann Hermann Schein
10. Welt ade, ich bin dein müde
Johann Rosenmüller
11. Siehe der Gerechte kömpt umb
Tobias Michael
12. O nomen Jesu, nomen dulce
Johann Rosenmüller
13. Paduana 17 zu fünf Stimmen
Werner Fabricius
Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn
14. Sonata ab 15. Sebastian Knüpfer 15. Herr, strafe mich nicht …
Sebastian Knüpfer
16. Wird wohl ein Mensch …
Sebastian Knüpfer
17. Denn dein Pfeile stecken …
Sebastian Knüpfer
18.Es wird auf mich vom Himmel abgeschicket …
Sebastian Knüpfer
19. Ich kann es nicht …
Sebastian Knüpfer
20. Allein für dir ist alles mein Begehren …
Sebastian Knüpfer
21. Ich harre auf Gott
Sebastian Knüpfer
22. Drum wirst du mich … Sebastian Knüpfer
23. Paduana Nr. 43 zu fünf Stimmen
Werner Fabricius
24. Proprium-Stücke zum Epiphaniasfest (from Thomaskirche Gradual, 14th cent.)
Anonymous, German
25. Ecce dilectus meus
Heinrich Isaac
Kantaten-Beschreibung zum BWV 2 „Ach Gott, vom Himmel sieh darein“
Martin Luthers Choral nach Psalm 12 beklagt, wie sehr sich die Menschen durch ‚eitel falsche List’ in die Irre führen lassen. Er liefert den Rahmen zu Bachs Kantate BWV 2 Ach Gott, vom Himmel sieh darein, während die Kopplungen von Rezitativ und Arie in den mittleren
Strophen den Liedtext paraphrasieren. Gewiss war es dieser grimmige Blick auf die versprengten Häuflein von Gläubigen in einer heidnischen Welt der Verfolgung, der Bach bewog, Luthers Anfangsvers – in deutlichem Gegensatz zu den instrumental ausgefeilten
Choralfantasien, mit denen die Kantaten seines zweiten Leipziger Jahrgangs (1724/25) begannen – als archaische Choralmotette zu vertonen.
In dieser strengen, vokal dominanten Textur sticht der in langen Noten von den Altstimmen gesungene, von zwei Oboen verdoppelte Cantus firmus hervor, die der Choralmelodie besondere Prägnanz und Glanz verleihen. Jeder Textzeile gehen fugierte Einsätze
der übrigen Stimmen voraus, die vom Zinken, drei Posaunen und Streichern verdoppelt werden. Die schrittweise Erhöhung der vokal und instrumental ausgeführten Linien vor jedem neuen Einsatz des Cantus firmus führt in diesem Satz zu einer ‚besonderen strukturell bedingten Dynamik’ (Alfred Dürr).
Wie andere Kantaten im archaischen Motettenstil, zum Beispiel BWV 121 Christum wir sollen loben schon, birgt sie die Faszination eines ritualisierten Gottesdienstes – ein musikalisches Äquivalent zu jenen ernsten, hageren Gesichtern, denen wir auf religiösen Bildern flämischer Maler des 15. Jahrhunderts begegnen. Auf seine eigene Art mildert Bach die Strenge der
ausgedehnten, chromatisch um eine Quarte (passus duriusculus) absteigenden Fuge in d-moll, indem er die Continuolinie in die entgegengesetzte Richtung führt, sie chromatisch ansteigen lässt.
Wie ein Prediger, der sein Thema aus dem vorangegangenen 2 Choral der Gemeinde herausarbeitet, wettert der Tenor gegen die Bande der Götzendiener – ‚Sie lehren eitel falsche List’. Wie zu erwarten, ist das wieder Luther, und es ist dieselbe anonyme
Choralmelodie, die Bach jetzt mit dem Continuo in einen langsamen Kanon setzt. Die Zielscheibe seines Zorns ist hier die ‚törichte Vernunft’, die den Menschen als ‚Kompass’ dient und zu einer wütenden Anprangerung der fruchtlosen Versuche führt, ihre Rettung aufgrund
ihrer eigenen kümmerlichen Bemühungen zu erwarten: ‚Sie gleichen denen Totengräbern / die, ob sie zwar von außen schön, / nur Stank und Moder in sich fassen / und lauter Unflat sehen lassen’.Der abrupte Wechsel in der Alt-Arie mit obligater Violine zum aktuellen konzertanten Stil trifft wie ein Schock, wenngleich das permanente Wüten gegen Ketzer und ‚Rottengeister’ nicht nachlässt –zu hören in den streitlustigen Ketten aus Sechzehnteltriolen im Violinpart, dem trotzigen Staccato des Continuos und in der Weise, wie im ‚B’-Teil der Arie (Takte 56–59) die Choralmelodie wieder zutage gefördert wird.
Der klägliche Appell, den der gequälte Sünder an Gott richtet, findet schließlich dort Gehör, wo sich das zweite Rezitativ (Nr. 4) zum Arioso wandelt. Wir erfahren, wie Gott antwortet: ‚Ich muss ihr Helfer sein! / Ich hab ihr Flehn erhört… / Ich will mich ihrer Not erbarmen’, dies in einer Reihe skalenartig aufsteigender Phrasen, die dem insgesamt absteigenden Klangmuster dieser kurzen Kantate entgegenwirken. Die mächtige Tenor-Arie (Nr. 5) setzt dieses
wiederkehrende Muster aus aufsteigenden Linien in den hohen Streichern und Oboen gegen eine Reihe gegenläufig rotierender Figuren im Continuo. Analog zur reinigenden Wirkung des Feuers –‚durch Feuer wird das Silber wieder rein’ – verweist Bach auf das Kreuz, durch das sich das Wort bewahrheitet und auch der Christ wieder rein wird. Diese Anspielung und die Art, wie Bach fließende Bewegung oder den Fluss des geschmolzenen Metalls andeutet, erinnert nicht einfach nur an sein Interesse an edlen Metallen und Münzen, sondern auch an 3 die zu seiner Zeit emsig betriebene Suche nach dem Stein der Weisen durch Apotheker und Alchemisten, die für August den Starken in Dresden in geheimer Mission unedle Metalle in Gold verwandeln sollten und stattdessen das Geheimnis (Arcanum) des Porzellans entdeckten.
Christian Tetzlaff, Martin Stadtfeld und das Klenke-Quartettwerden das Programm mit außergewöhnlichen Kammermusikbeiträgen bereichern. Unter dem Motto »nichts als Meisterstücke« erklingen, besonders am »Kantatentag«, zahlreiche Kantaten aus Bachs erstem Leipziger Kantatenjahrgang in chronologischer Abfolge.
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2016 beginnt am 15. Oktober 2015.
♪ CantataBWV 22 „Jesus nahm zu sich die Zwölfe“ (Köthen / Leipzig, 1723)
für den Sonntag Estomihi
i. Arioso & Chorus: Jesus nahm zu sich die Zwölfe und sprach
ii. Aria (alto): Mein Jesu, ziehe mich nach dir
iii. Recitativo (bass): Mein Jezu, ziehe mich, so werd ich laufen
iv. Aria (tenor): Mein alles in allem, mein ewiges Gut
v. Chorale: Ertöt uns durch dein Güte
Thomaner Paul Bernewitz, soprano (chorus)
Thomaner Stefan Kahle, alto
Patrick Grahl, tenor
Matthias Weichert, bass
Thomanerchor Leipzig
Gewandhausorchester
Georg Christoph Biller
Rudolf Lutz – Dirigent und musikalischer Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen
J.S. Bach – Kantate BWV 66 „Erfreut euch, ihr Herzen“
J.S. Bach komponierte die Kantate für den 2. Osterfesttag
Aus der reformierten Kirche Trogen, Schweiz
Chor und Orchester der J. S. Bachstiftung St. Gallen
Rudolf Lutz – Musikalische Leitung
Solisten
Alex Potter – Alt
Julius Pfeifer – Tenor
Dominik Wörner – Bass
I. Chorus: Erfreut euch, ihr Herzen
II. Recitativo (Bass): Es bricht das Grab und damit unsre Not
III. Arie (Bass): Lasset dem Höchsten ein Danklied erschallen
IV. Recitativo (à 2) (Alt, Tenor): Bei Jesu Leben freudig sein
V. Arie (à 2) (Alt, Tenor): Ich furchte zwar/nicht des Grabes Finsternisse
VI. Choral: Alleluja! alleluja! alleluja!
J.S. Bach – Kantate BWV 131„Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir“
Info: J.S. Bach – Kantate BWV 131„Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir“
Es handelt sich bei diesem Werk um eine der ältesten erhaltenen Kantaten Bachs (gemeinsam mit den Kantaten BWV 150, 196, 106 und 4). Aus einem handschriftlichen Vermerk des Komponisten geht hervor, dass das Werk zu seiner Zeit in Mühlhausen 1707 oder 1708 vom Pastor der Marienkirche Georg Christian Eilmar in Auftrag gegeben wurde.
Albert Schweitzer schreibt in seinem Werk Johann Sebastian Bach, dass dieser Geistliche „ein großer Verehrer der Kirchenmusik und ein persönlicher Freund Bachs“ gewesen sei. Der Umstand, dass Bach an dieser Kirche nicht tätig war, gibt der Bachforschung Anlass zu Spekulationen, dass Bachs Vorgesetzter am kompositorischen Schaffen des jungen Organisten kein Interesse hatte. Der Stil und die umfangreiche Beschreibung der Komposition deutet auf eine Entstehung 1707, also zu Beginn von Bachs Amtszeit in Mühlhausen. Der Text enthält keine freie Dichtung, sondern besteht aus dem Psalm 130 sowie den Strophen 2 und 5 des Chorals Herr Jesu Christ, du höchstes Gut von Bartholomäus Ringwaldt aus dem Jahre 1588. In beiden Textquellen wird das Flehen um Vergebung der Sünden thematisiert. Daher ist vermutet worden, dass der Anlass zur Komposition ein Bußgottesdienst gewesen sein könnte, möglicherweise in Zusammenhang mit einer Feuersbrunst, die kurz vor Bachs Ankunft in Mühlhausen weite Teile der Innenstadt zerstörte.
Allerdings ist ein solcher Gottesdienst nirgendwo in den zeitgenössischen Quellen belegt. Es ist auch nicht auszuschließen, dass es sich wie beim Actus tragicus (BWV 106) um eine Begräbniskomposition handelt.
Besetzung:
Die originale Besetzungsnotiz lautet „a una Oboe. una‘ Violino. doi Viole. Fagotto. C. A. T. B: è Fondamento“, die Besetzung ist also wie folgt: Gesangsstimmen: Sopran, Alt, Tenor, Bass; ein Chor ist nicht ausdrücklich gefordert, eindeutig solistische Passagen haben Tenor und Bass; Instrumente: Oboe, Violine, Viola I/II, Fagott, Basso continuo.
Besonderheiten:
Die Kantate weist in formaler Hinsicht zahlreiche Ähnlichkeiten mit der zeitnah entstandenen Kantate Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit (BWV 106) auf. Wie auch sonst in den frühen Kantaten Bachs wird auf Rezitative und Da capos verzichtet; die Sätze gehen fließend und mit kontrastierenden Tempi ineinander über. Die Abfolge zeigt dabei einen symmetrischen
Aufbau:
Sinfonia/Tutti (Adagio–Vivace) Solo (Bass) mit Choral als Cantus firmus im Sopran (Andante) Tutti (Adagio–Largo–Adagio) Solo (Tenor) mit Choral als Cantus firmus im Alt (Lento) Tutti (Adagio–Un poc‘ allegro–Adagio–Allegro–Adagio)
Die Thematik des Klagens und Flehens wird expressiv von Instrumenten und Gesang ausgemalt (z. B. Passus duriusculus). Das Werk verrät bereits die große Meisterschaft des jungen Komponisten und gehört zu den bekannteren Kantaten Bachs.
Video: J.S. Bach – Kantate BWV 131„Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir“
Zu den originellsten und überzeugendsten Orgelstücken des jungen Bach gehört die c-moll-Fuge BWV 575. Ihr Erfolg liegt in dem unkonventionellen Thema (einem wirklichen Einfall!) ebenso begründet wie in der individuellen, dem Thema adäquaten Ausarbeitung. Um bei dem Thema für einen Augenblick zu verweilen:
Seinen effektvollen Kunstpausen, die im weiteren Verlauf natürlich humoristisch verspielte Einwürfe der Gegenstimmen herausfordern, begegnen wir ungefähr gleichzeitig in der D-Dur-Fuge (BWV 532), später in der Fuge der C-Dur-Tokkata (BWV 564) wieder. Da das Thema technisch wie klanglich für das Pedal wenig geeignet ist, bleibt die eigentliche Fuge ein Manualstück. Erst in der abschließenden Tokkata (Takte 65ff.) ergreift das Pedal wirkungsvoll das Wort.
Bachs Kontrapunktik bewegt sich hier noch auf recht einfachem Niveau, doch wird dies durch geschickte und bewegliche musikalische Gestaltung des Ablaufes vorzüglich kompensiert. Dem quasi rat- und rastlosen Gestus des Themas entspricht die ununterbrochene, den gesamten Tastenraum zwischen C und c′′′ kontrastreich durcheilende Sechzehntelmotorik. Obwohl das Thema selbst die Grundtonart nicht verläßt und die großen Zusammenhänge im c-moll/g-moll-Bereich verharren, tut sich im Detail auch harmonisch einiges. Nach älterer Art ist das Stück noch in c-dorisch notiert, und die “dorische Sexte” (hier = a) wird in der überraschenden und interessanten Wendung nach F-Dur in Takt 44 harmonisch wirklich noch virulent!
Eine hübsche Steigerungswirkung geht von den ab Takt 47 zweimal zu beobachtenden mehrfachen Vorimitationen des Themenkopfes, den extrem weiträumig gegen das Thema gesetzten Kunstpausen-Einwürfen in Takt 58/59 (hoher Sopran gegen tiefsten Baß) und von der weiträumig abfließenden, allmählich sich “festfressenden” Fortspinnung des Themenschlusses Takt 60ff. aus: all das macht den markanten Pedaleinsatz in Takt 65 vorbereitend plausibel und zeugt von Bachs auch hier schon bewußt tätiger Gestaltungskraft!
Die Schlußtokkata bezieht ihre recht dramatische Wirkung, aus “buxtehudisch” insistierender Auswertung des Rhythmus
anhand dessen auch die typischen Sopranorgelpunkte in den Takten 67/68 bzw. 69/70 auskomponiert werden (das zweite Mal komplementärrhythmisch mit dem Pedal). Manualsolo in Zweiunddreißigsteln, Adagio-Kadenz und ein Pedalsolo bringen das Stück pompös zu Ende. Wie so oft, fällt auch hier wieder der abgerissene Achtelschlußakkord auf, mit dem Bach das Stück wie beiläufig aufhören läßt.
an jährlich vier Bach-Wochenenden (Donnerstag, Freitag & Sonntag) und in ergänzenden Sonderkonzerten das gesamte Vokalwerk von Johann Sebastian Bach auf. Die geistlichen Kantaten erklingen dabei im Zusammenhang mit ihrer ursprünglichen Bestimmung im Kirchenjahr.
Auf der Webseite zum Projekt finden Sie alle Informationen rund um Termine, Karten, Künstler:
Professionelle Qualität in Bild und Ton: Jede Woche kommt ein Chorsatz, eine Arie oder ein Choral hinzu! So können Sie mit Bach:vokal verbunden bleiben, auch wenn gerade kein Konzert ansteht.
Unter dem nachstehenden Link sind veröffentlichte Videos auf YouTube einsehbar..!!
„Ach Gott, vom Himmel sieh darein“ (BWV 2) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er schrieb sie in Leipzig für den zweiten Sonntag nach Trinitatis und führte sie am 18. Juni 1724 zum ersten Mal auf. Sie beruht auf dem gleichnamigen Lied von Martin Luther, das 1524 im Achtliederbuch veröffentlicht wurde. Die Kantate ist die zweite in Bachs zweitem Leipziger Kantatenjahrgang, der auch als Choralkantatenjahrgang bekannt ist.
Dem Werk liegt der gleichnamige reformatorische Choral, Ach Gott, vom Himmel sieh darein, von Martin Luther vom Ende des Jahres 1523 zugrunde. Die erste und die letzte Choralstrophe wurden im Wortlaut in den Sätzen 1 und 6 übernommen, während die anderen Texte Umdichtungen eines unbekannten Dichters sind. Den direkt übernommenen Strophen liegt jeweils die im Kern auf vorreformatorisches Gut zurückgehende modale Melodie zugrunde.
Das Lied, eine Umdichtung von Psalm 12 LUT, war Hauptlied für den 2. Sonntag nach Trinitatis und steht in engem Bezug zu den in der Perikopenordnung vorgesehenen Lesungen des Sonntags: 1 Joh 3,13−18 LUT als Epistel und Lukas 14,16−24 LUT, das Gleichnis vom großen Abendmahl als Sonntagsevangelium.
Auffällig im Vergleich zu anderen Kantaten Bachs ist die Gestaltung des Eingangssatzes, in dem die Instrumente sich ganz auf die Begleitung der Choralmelodie beschränken und der so wie eine Choralmotette von vorsätzlich altertümlichem Zuschnitt wirkt.
Der cantus firmus wird vom Alt in langen Noten gesungen, verstärkt von den Oboen. Jede Zeile wird durch imitatorische Einsätze der Unterstimmen über dieselbe Thematik vorbereitet.
Satz 2 ist ein secco-Rezitativ, das in zwei Zeilen zum Arioso erweitert ist. Diese Zeilen zitieren den Text wörtlich aus dem Choral und sind adagio überschrieben. Die Alt-Arie ist in neuem Stil geschrieben und wird von lebhaften Figurationen einer Solo-Violine begleitet. Das Bass-Rezitativ wird von Streichern begleitet. Im ersten Teil der Tenor-Arie konzertieren Oboen und Streicher, während der Mittelteil nur vom continuo begleitet wird. Der Schlusschoral ist ein schlichter vierstimmiger Satz, in dem alle Instrumente colla parte spielen
—————————————————-
Video: Kantate BWV 2 „Ach Gott, vom Himmel sieh darein“
ACHTUNG !
Nach jedem Satz in der Kantate kommt eine kleine Pause im Video es erscheint ein Flyer der Stiftsmusik. Das Video ist leider ohne die Sätze 2 und 3 veröffentlicht worden.