Archiv der Kategorie: Videos Konzertausschnitte

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für das “ Christfest III “ 3. Weihnachtsfeiertag


Thomanerchor mit dem WO in der Nikolaikirche Leipzig

Liebe Bach-Freunde/innen !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 27.12.2011 begehen wir das  „Christfest III“ – (Namenstag des Heiligen Johannes)

3. Weihnachtsfeiertag  

Am Christfest III  denken wir an den Apostel und Evangelisten Johannes, dessen Verkündigung wir hören als Worte der Liebe und Fürsorge Gottes für seine Schöpfung. Weil das Christfest das Fest der Liebe Gottes ist, die Johannes sein Leben hindurch gepredigt hat, ist sein Tag so nah an dieses Fest gelegt worden. Von ihm lassen wir uns zur Liebe untereinander aufrufen.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)———————————————————————

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Bach-Kantaten für den 3. Weihnachtsfeiertag

BWV 64 – Sehet, welch eine Liebe

BWV 133 – Ich freue mich in dir

BWV 151 – Süßer Trost mein Jesus kömmt

BWV 248 – Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen – (Weihnachtsoratorium Kantate III)

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„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

WDR3 – Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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NDRkultur – (Kantate)

Livestream – Link:  

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/livestream243.html

Programm – Link:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/programmuebersichten/index.html

Archiv zum Nachhören:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/zum_nachhoeren/ndr2234.html

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SWR2

Programm: 

http://www.swr.de/swr2/programm/-/id=661104/1rcmvqp/index.html

Webradio:  

http://www.swr.de/swr2/-/id=7576/nid=7576/did=1586900/pv=mplayer/10idhq8/index.html

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rbb kulturradio

Programm:  http://www.kulturradio.de/programm/index.html

Livestream http://www.kulturradio.de/livestream/index.html

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Bayern-Klassik
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./ YouTube: BWV 64 – „Sehet, welch eine Liebe hat uns der Vater erzeuget“ 

  „BWV 64 – „Sehet, welch eine Liebe“  (Interpret: Rilling)

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/ YouTube: BWV 133  Ich  freue mich in dir  (Interpret:Leonhardt)

BWV 133  – „Ich freue mich in dir“  Part 1

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/ YouTube: BWV 133  – Ich  freue mich in dir  (Interpret:Leonhardt)

BWV 133  – „Ich freue mich in dir“  Part 2

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/ YouTube: BWV 151  –  „Süßer Trost mein Jesus kömmt“ (Interpret: Leonhardt)

BWV 153 –  „Süßer Trost mein Jesus kömmt

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/ YouTube: BWV 248  –  WO –  Kantate III   (Interpret: Sir Gardiner, Monteverdi Choir)

BWV 248  – „Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen“ – (Kantate III)“

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Kantaten-Beschreibung 

zum  BWV 64 – Sehet, welch eine Liebe“

Kantaten für den 2. Weihnachtsfeiertag –  Aufführungsort:  St Bartholomew’s, New York

am 27.12.2000 

Da wirst du von einem Organisten in die Enge getrieben, der auf seinem Steckenpferd – der Traktur – davongaloppiert und sich darüber ergeht, dass die Orgelwerke selbstverständlich Bachs gesamten übrigen Œuvre überlegen seien, und du brauchst nur auf BWV 64 „Sehet, welch eine Liebe“ zu verweisen, um besagten Organisten in fassungsloses Schweigen zu versetzen. Es stimmt, dass der Anfangssatz, als vierstimmige Motette über einer unabhängigen Continuolinie angelegt, nichts hat, was auf der Orgel nicht durchaus respektabel und wirkungsvoll klänge. Doch aufgeputzt mit Bachs recht unweihnachtlicher Besetzung, einem Posaunenchor zusätzlich zu den üblichen Streichern zur Verdopplung (nicht Überdeckung) der Gesangslinien –, während der Text den Kontrapunkt mit all seinen Gegenryhthmen und ausgedehnten Melismen beseelt und mit Leben erfüllt, wird auch dieser ‚theologisch bedeutsame, aber hinsichtlich seines Affektgehalts neutrale Lehrsatz’ (Daniel Melamed) lebendig. Wir können die Freude genießen, die Bach für seine Hörer bereit hält, die zur Weihnachtszeit Kinder Gottes genannt werden.

Wie in BWV 40 „Dazu ist erschienen“ am Tag zuvor, mit der diese Kantate thematisch verbunden ist, und auch wie in der viel früheren Weihnachtskantate „Christen, ätzet diesen Tag“ BWV 63 liegt das Gewicht auf der Beschreibung, die Johannes von Jesus als Christus victor gibt. Da der 27. Dezember auch der Namenstag des Heiligen Johannes ist, Bachs Lieblingsevangelisten, macht sich der Komponist diesen Umstand zunutze, um die aus der typischen Sicht des Apostels geschilderte Inkarnation noch ein Stück weiterzuführen, als es die übliche Auslegung normalerweise gestattet hätte. Seiner Schilderung liegt eine vertikale Aufteilung der Welt in ‚oben’ (voller Wahrheit und Licht) und ‚unten’ (voller Dunkelheit und Sünde) zugrunde. Gott steigt in menschlicher Gestalt vom Himmel herab, um die Menschen von der Sünde zu erretten, während das Trachten des Menschen darauf abzielt, dorthin aufzusteigen, wo er zu Gottes Kindern gehören wird. Bach lässt diese grundlegende Antithese in seinem Stil sehr deutlich hervortreten: In einem alt klingenden Idiom, dem die Posaune seine archaische Färbung gibt, legt er mit dem Eingangschor und seiner Fortsetzung, einer feinsinnigen Vertonung von Luthers Choral ‚Gelobtet seist du, Jesu Christ’, im Hörer das unerschütterliche Fundament von Gottes Liebe und wechselt in den folgenden Sätzen zu moderneren, der weltlichen Tanzmusik entlehnten Mustern.

Es ist sehr ungewöhnlich, dass das erste Rezitativ einer Bach- Kantate der bislang dramatischste Satz ist, aber das gilt auf jeden Fall hier für Nr. 3. Mächtige auf- und absteigende Läufe im Continuo schildern die brüske Ablehnung, die der Solist gegenüber der Welt empfindet – er will mit weihnachtlichem Tand nichts zu tun haben. Unvermittelt stimmt ihm der Chor über einer nunmehr regelmäßigen, doch absichtsvollen Basslinie zu – ‚Was frag ich nach der Welt?’ (die erste Strophe von Pfefferkorns Choral aus dem Jahre 1667) und schließt mit den Worten ‚Jesus… Du bist meine Lust’. Der Sopran tritt hervor, und die Streicher stimmen eine recht stilisierte höfische Gavotte (mit ihrem typischen doppelten Auftakt) an. Doch mit dem dritten Takt lockert die Solovioline ihre steife Förmlichkeit und lässt sich von einer Figuration emportragen, die an die Skalen im Alt-Rezitativ erinnern und, sobald der Sopran einsetzt, als die weltlichen Dinge erklärt werden, die ‚wie ein Rauch vergehen’ müssen.

Die verlässliche Alternative – Jesu Gabe an den Gläubigen – wird auf gewinnende Weise im ‚B’-Teil geboten, musikalisch die ‚unbezahlbare Perle’. Eingangs verstummt der Continuo. Dieser Technik, ‚Bassettchen’ genannt, sind wir übers Jahr schon mehrfach begegnet, und Bach verwendet sie, jedes Mal mit voller Absicht, als Symbol für Jesu Unschuld, Freiheit von der Sünde und seine Liebe zu den Menschen (auf unübertroffene Weise in ‚Aus Liebe’, der seraphischen Sopranarie aus der Matthäus-Passion). Je länger der Sopran bei den Schlüsselwörtern ‚bleibet fest und ewig stehen’ verweilt, desto mehr Gelegenheiten bieten sich, Kontraste einzusetzen – unstete, das Terrain erkundende Modulationen, das weltliche Gavottethema, das in Fragmente aufgelöst wird, daneben die Rauchfahne der Solovioline.

Das Bass-Rezitativ verdeutlicht den Überdruss des Pilgers, wandelnd auf der Welt zu verweilen (Nr. 6) – für uns sehr treffend, da dies unser vorletztes Konzert auf unserer Pilgerreise war. Der Alt verzichtet in seiner Arie von wesenhafter melodischer Schönheit nun endgültig auf die weltlichen Dinge und richtet den Blick entschlossen auf die Gaben des Himmels (Nr. 7). Der Text wird wortgetreu vertont, und von besonderem Reiz ist das Spiel mit der Doppeldeutigkeit der schwingenden Rhythmen: nacheinander Einheiten im 3/4-Takt, die gegen die 6/8 des Fundaments gesetzt sind, dann 6/8 mit 3/4- Synkopierungen und schließlich eindeutige 3/4-Takte in den oberen und unteren Linien, während sich der 3/8-Takt gelegentlich selbst überlassen bleibt. Merkwürdigerweise ist der Gesamteindruck nicht ein wirres Durcheinander, sondern die Freude am Austausch zwischen Oboe d’amore, Altstimme und Continuo und zuweilen auch an der ekstatischen Lyrik, wenn die Stimme in ihrer Sehnsucht nach dem Himmel zu einem hohen D aufsteigt und dort verweilt. Ein anderer Komponist hätte mit dem frommen Text seine Probleme haben können, doch nicht so Bach. Die Lösungen, die er findet, sind voller Humor und zeigen, welch ein Vergnügen es ihm bereitet, die ‚Pracht’ weltlicher Güter zurückzulassen und dem ‚Lasterleben’ im abschließenden Choral ‚gute Nacht’ zu sagen.

Eliot Gardiner 2005

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen für den 1. Weihnachtsfeiertag:

               Link:    h i e r  zum Download als PDF  Gardiner   

  Künstler-Beitrag –  

              Link:   Künstler-Meinungen; Kati Debretzeni – Violine

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/ YouTube: BWV  248 – Kantate 4 WO Fallt mit Danken,  fallt mit Loben

BWV 248 „Fallt mit Danken“  Kantate 4 –  (Interpret: Gardiner, Monteverdi Choir)

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CD –  für den 3Weihnachtsfeiertag
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Link:   CD’s  Bach-Kantaten – SDG 127, Vol. 15
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Cover:
CD’s SDG 127
Vol. 15
CD – eins –
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BWV 57 – Selig ist der Mann  (Kantate für den 2. Weihnachtsfeiertag)
BWV 64 – Sehet, welch eine Liebe hat uns der Herr erzeuget
BWV 133 – Ich freue mich in dir
BWV 151 – Süßer Trost, mein Jesus kömmtUnser Mund sei voll Lachens
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Ich wünsche allen Besuchern ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches und gesundes neues Jahr !

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Grüße

Volker

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für das „Christfest II“ 2. Weihnachtsfeiertag


Weihnachtliche Stimmung an der Thomaskirche Leipzig

Liebe Bach-Freunde/innen !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 26.12.2011 begehen wir das  „Christfest II“

2. Weihnachtsfeiertag

Das Christfest II ist zugleich der Tag des Erzmärtyrers Stephanus. Inhaltlich ist dieser Tag, wenn er als „Tag nach der Geburt des Herrn“ gefeiert wird, nur noch ein Abglanz. Seine Existenz geht auf das Verlangen zurück, die Weihnachtsbotschaft immer und immer wieder zu hören, gewissermaßen das Geschehen der Christnacht zu einem andauernden Erlebnis werden zu lassen. Eine besondere Stellung erhält dieser Tag jedoch durch das Evangelium, das den Prolog des Johannes-Evangeliums enthält und so die Geburt Jesu in den Kontext der Schöpfung stellt. Von daher ist dieser Tag vielleicht gerade heute von besonderer Bedeutung. Am 2. Christtag denken wir besonders darüber nach, was die Fleischwerdung Gottes bedeutet. Wir spüren, dass das große Geschenk der unmittelbaren Nähe Gottes uns unermesslich reich macht dadurch, dass er selbst arm wurde.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)———————————————————————

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Bach-Kantaten für den 2. Weihnachtsfeiertag

BWV 40 – Darzu ist erschienen der Sohn Gottes

BWV 57 – Selig ist der Mann – (Stephanus-Kantate)  *)Siehe Dürr, Seite 145

BWV 121 – Christum wir sollen loben schon

BWV 248 – Und es waren Hirten in derselben Gegend – (Weihnachtsoratorium Kantate II)

*)Siehe Dürr, Seite 145

Unter den Kantaten Bachs zum 2. Weihnachtstag ist dies die eigentliche „Stephanus-Kantate, weil sie auf das Fest der Geburt Christi überhaupt keine Bezug nimmt und gleich mit einem Preis des Marttyriums einsetzt. Zugleich ist dies aber auch die persönlichste Kantate des Tages; denn ihr Gegenstand ist – das erweist sich sofort an Satz 2 – nicht die Anfechtung von außen, die Verfolgung, sondern die Bedrängnis durch die Anfechtung der Sünde, als deren Besieger Christus gefeiert wird…..

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„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Montag, 26.12.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

WDR3 – Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 – „Geistliche Musik“ – Programmauszug:

Andreas Hammerschmidt
Gelobet seist du Jesu Christ, geistliches Konzert für Alt, Bläser und Basso continuo; Weser-Renaissance, Leitung: Manfred Cordes

Anonymus
Christum wir sollen loben schon,

BWV 121, Choral im Satz für Harfe  Andrew Lawrence-King

Johann Sebastian Bach

BWV 121 „Christum wir sollen loben schon“ Kantate zum 2. Weihnachtstag

für Soli, Chor, Streicher und Basso continuo; Monteverdi Choir; English Baroque Soloists, Leitung: John Eliot Gardiner 

Johann Rosenmüller
Ich freue mich in dir, geistliches Konzert für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo; Cantus Cölln; Concerto Palatino, Leitung: Konrad Junghänel

Johann Schelle
Uns ist ein Kind geboren, Kantate zu Weihnachten für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo; La Capella Ducale; Musica Fiata Köln, Leitung: Roland Wilson

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NDRkultur – (Kantate)

Livestream – Link:  

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/livestream243.html

Programm – Link:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/programmuebersichten/index.html

Archiv zum Nachhören:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/zum_nachhoeren/ndr2234.html

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Montag, 26.12.2011

08:03 Uhr bis O8:40 Uhr

NDRkultur – Kantate

08:03 – 08:40 Uhr Kantate

Geistliche Musik am 3. Sonntag im Advent

Johann Sebastian Bach:

BWV 57 „Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet“ Kantate  – Dialogus –

Dorothea Röschmann, Sopran
Thomas Quasthoff, Bariton
Mitglieder des RIAS-Kammerchors
Berliner Barock Solisten / Ltg.: Rainer Kussmaul

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Montag, 26.12.2011

SWR2

Programm: 

http://www.swr.de/swr2/programm/-/id=661104/1rcmvqp/index.html

Webradio:  

http://www.swr.de/swr2/-/id=7576/nid=7576/did=1586900/pv=mplayer/10idhq8/index.html

08:03 bis 08:30 Uhr

Johann Sebastian Bach:

BWV 57 „Selig ist der Mann“ 

Hana Blaziková (Sopran – Seele)
Peter Kooij (Bass – Jesus)
Bach Chor und Collegium Japan
Leitung: Masaaki Suzuki

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Montag, 26.12.2011
09:30 bis 10:00 Uhr
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rbb kulturradio

Programm:  http://www.kulturradio.de/programm/index.html

Livestream http://www.kulturradio.de/livestream/index.html

09:30 bis 10:00 Uhr

BWV 57 – „Selig ist der Mann“ 

Kantate zum 2. Weihnachtsfesttag
Gerlinde Sämann, Sopran
Christoph Genz, Tenor
Jan van der Crabben, Bass

La Petite Bande
Leitung: Sigiswald Kuijken

BWV 733 Fuga sopra il Magnificat 
Heinrich Hamm, Orgel

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Montag, 26.12.2011
08:05 bis 08:30 Uhr
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Bayern-Klassik
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 08:05 bis 08:30 Uhr
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Bach-Kantate
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BWV 57  „Selig ist der Mann“
Kantate zum 2. Weihnachtsfesttag,
Vasiljka Jeszovsek, Sopran; Sarah Conolly, Alt;
Mark Padmore, Tenor; Peter Kooij, Bass;
Collegium Vocale Gent:
Philippe Herreweghe
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/ YouTube: BWV 40 – „Darzu ist erschienen der Sohn Gottes“ 

  „BWV 40 – „Darzu ist erschienen der Sohn Gottes“  (Interpret: Fritz Werner )

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/ YouTube: BWV 57  –  Part 2 & 3 – (Interpret: Harnoncourt)

BWV 57 – „Selig ist der Mann“  (Stephanus-Kantate)  

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/ YouTube: BWV 57  –  Part 6 & 7 & 8     (Interpret: Guillermo Eduardo Dora) 

BWV 57 – „Selig ist der Mann“  (Stephanus-Kantate)

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/ YouTube: BWV 121  –  (Interpret: Harnoncourt)

BWV 121 – „Christum wir sollen loben schon“ 

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/ YouTube: BWV 248  –  WO –  Kantate II   (Interpret: Sir Gardiner, Monteverdi Choir)

BWV 248 – „Und es waren Hirten in derselben Gegend – (Kantate II)“ 

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Kantaten-Beschreibung 

zum  BWV 40 – „Dazu ist erschienen der Sohn Gottes

Kantaten für den 2. Weihnachtsfeiertag –  Aufführungsort:  St Bartholomew’s, New York

am 25.12.2000 

Dann folgte die ein Jahr vorher und – wie BWV 121 – für den zweiten Weihnachtstag komponierte Kantate BWV 40 „Darzu ist erschienen der Sohn Gottes.“  Zu allererst fällt auf, dass Bach offensichtlich die Tage verwechselt hat. Anstatt als Ausgangspunkt für diesen Tag das Matthäus-Evangelium zu nehmen, legt er diesem Werk die Epistel für den dritten Weihnachtstag zugrunde: ‚Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre’ (1. Johannes 3, 8). Bei der Aufnahme dieser aufsässigen Worte in den Eingangschor (mit paarigen Oboen, Hörnern und der Streichergruppe) verwendet Bach den stilo concitato (wörtlich den ‚erregten’ Stil), den Monteverdi über hundert Jahre vorher eingeführt hatte. War Bach diesem farbigen Idiom als Knabe in Lüneburg begegnet? Man stutzt und bewundert die Vollendung, mit der er es in den musikalischen Kontext so integriert, dass jede Stimme oder jedes Instrument, denen er die martialischen Rhythmen zuweist, abwechselnd in den Vordergrund tritt und dem militärischen Feldzug gegen die Sünde und den Teufel, der mit Jesu Geburt in Gang gesetzt wurde, mächtigen Nachdruck verleiht. Trotz der positiven, optimistischen Stimmung und der abschließenden pikardischen Terz vertont Bach diesen Chor in f-moll – eine Erinnerung daran, dass Jesu Sieg durch seine Passion noch ein paar Monate fern ist.

Bach reagiert hier und auch im folgenden Rezitativ achtsam auf diese dramatische Symbolik mit ihrer Antithese zwischen Dunkelheit und Licht, Wort und Fleisch, die der Johannes des Evangeliums so sehr schätzte. Hier begegnet sie als Abstieg des ‚großen Gottessohnes’, dem es ‚gefällt, ein kleines Menschenkind zu werden’. Bach baut in seine Kantate nicht weniger als drei Choräle ein, alle in Moll und an strategisch wichtigen Punkten. Der erste Choral, ‚Die Sünd macht Leid’, spricht von dem Trost, den Jesus den Gläubigen spendet – ‚Die Sünd macht Leid; Christus bringt Freud’ (das der Johannes-Passion zugrunde liegende Thema); der zweite Choral, ‚Schüttle deinen Kopf’, bestätigt, dass die Gläubigen von Jesus gelernt haben, die Schlange zu verlachen, da nun ihr Kopf ‚zerknickt’ ist und ihre Giftzähne keine Gefahr mehr bedeuten; der letzte Choral schließlich, ‚Jesu, nimm dich deiner Glieder an’, resümiert die Vision des Johannes, der Christus in seiner Herrlichkeit schaut: Er bringt der Welt ‚Freude über Freude’ und ‚Wonne über Wonne’.

Die mittlere Satzgruppe konzentriert sich auf den Kampf, den Jesus den Menschen zuliebe mit dem Teufel ausficht, und seinen Sieg über die ‚höllische Schlange’. In seiner munteren, ausgelassenen Arie in d-moll (Nr. 4) scheint der Bass-Solist von der Sicherheit der Marklinie aus das glitschige Ungeheuer höhnisch zu verlachen. In dem folgenden Accompagnato, einer sanften Barkarole, erklärt der Altist, dass der Heiland ‚ins Fleisch gekommen’ ist und der Schlange, ‚so im Paradies auf alle Adamskinder (also die ganze Menschheit) das Gift der Seelen fallen ließ’, alles Gift genommen und damit Gottes Plan erfüllt hat. Dass ‚Satans Grimm’ noch immer vorhanden ist, wird in der Tenor-Arie (Nr. 7) klar, die mit zwei Oboen, zwei Hörnern und Continuo besetzt ist. Sie beginnt recht freundlich, erinnert ein wenig an den dritten Satz des ersten Brandenburgischen Konzerts, doch die Gesangslinie wird bald bis an ihre Grenze gedehnt, ironischerweise durch Melismen, die den ‚Christenkindern’ Mut machen sollen, sich zu freuen. Die autographe Partitur lässt allerdings vermuten, dass es nicht der geduldige Tenorwar, sondern die Bläser, die sich als erste beschwerten und Bach zwangen, seinen B-Teil um sechs Takte zu erweitern (diese sind unten auf der Seite eingefügt), um ihnen, nicht dem Tenor Zeit zu geben, vor dem Da Capo Atem zu schöpfen. Da hier Jesus mit einer Henne verglichen wird, die ihre Küken beschützt, konnten wir auf einen gar nicht so feinsinnigen Humor besonderer Art gefasst sein. 

© John Eliot Gardiner 2005

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen für den 1. Weihnachtsfeiertag:

               Link:    h i e r  zum Download als PDF  Gardiner   

  Künstler-Beitrag –  

              Link:   Künstler-Meinungen; Peter Harvey – Bass  

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/ YouTube: BWV  248 – Kantate 3 WO Herrscher des Himmels

BWV 248 „Herrscher des Himmels“  Kantate 3 –  (Interpret: Gardiner, Monteverdi Choir)

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CD –  für den 1. und 2. Weihnachtsfeiertag
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Link:   CD’s  Bach-Kantaten – SDG 113, Vol. 14
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Cover:
CD’s SDG 113
Vol. 14 
CD – eins –
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BWV 91 – Gelobet seist du, Jesu Christ
BWV 110 – Unser Mund sei voll Lachens
BWV 40 – Darzu ist erschienen der Sohn Gottes
BWV 121 – Christum wir sollen loben schon
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Ich wünsche allen Besuchern ein gesegnetes und frohes Weihnachtsfest !

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Grüße

Volker

Weihnachts- und Neujahrswünsche 2011 – für die Besucher: „Volkers Klassikseiten J.S. Bach“


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Ich wünsche allen Lesern ein besinnliches und frohes Weihnachtsfest

und ein glückliches, gesundes und erfolgreiches neues Jahr 2012.
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Zur Einstimmung auf das Weihnachtsfest 2011 hinterlege ich ein Video von J. S. Bach mit dem
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Weihnachtsoratorium BWV 248
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Kantate 4 – Chor „Fallt mit Danken,  fallt mit Loben“
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aufgeführt am 23.12.1999 in der Herderkirche in Weimar.
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„Season Greetings from the Monteverdi Choir & Orchestra“
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Herzliche Weihnachtsgrüße von
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Volker

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für das „Christfest I“ 1. Weihnachtsfeiertag


Herrnhuter Stern und Krippe

Liebe Bach-Freunde/innen !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 25.12.2011 begehen wir das  „Christfest I“

1. Weihnachtsfeiertag

Das Christfest I ist der eigentliche Geburtstag Jesu, ist jedoch völlig hinter dem Heiligen Abend zurückgetreten. Der Gottesdienst ist in der Regel nur schwach besucht. Er greift aber mit seinen Perikopen den Gedanken der liebenden Zuwendung Gottes, die in der Geburt von Jesus Christus handgreiflich geworden ist, am stärksten auf.

Der erste Christtag ist der Festtag der Geburt des Herrn, an dem die Christenheit Gott dafür dankt, dass er durch das Opfer seines geliebten Sohnes, der ganz Mensch wurde, uns als seine Kinder angenommen hat, damit wir durch ihn frei werden und nicht mehr Knechte der Sünde sind. 
oder Gott kam aus seinem Licht in unser Zwielicht, aus seinem Reichtum kam er in unsere Armut, aus seiner Herrlichkeit in unsere Schwachheit, aus seinem Frieden in unsere von Streit und Gier geschundene Welt. 
Diese Botschaft, die wir so gerne zum Anlass besinnlicher Feiern nehmen, ist alles andere als besinnlich: sie stellt eigentlich eine Herausforderung dar, die unser ganzes Leben umkrempeln soll. Wo ist das gelungen?

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)———————————————————————

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Bach-Kantaten für den 1. Weihnachtsfeiertag

BWV 63 – Christen, ätzet diesen Tag

BWV 91 – Gelobet seist du, Jesu Christ

BWV 110 – Unser Mund sei voll Lachens

BWV 191 – Gloria in excelsis Deo

BWV 197a – Ehre sei Gott in der Höhe

BWV 248  – Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage – Weihnachts-Oratorium Teil I

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„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 25.12.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

WDR3 – Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 – „Geistliche Musik“ – Programmauszug:

Johann Sebastian Bach

BWV 63 „Christen, ätzet diesen Tag in Metall und Marmorsteine“ 

Kantate zum 1. Weihnachtstag für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo;

Ingrid Schmithüsen, Sopran; Yoshikazu Mera, Altus; Makoto

Sakurada, Tenor; Peter Kooij, Bass;

Bach Collegium Japan,

Leitung:

Masaaki Suzuki

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NDRkultur – (Kantate)

Livestream – Link:  

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/livestream243.html

Programm – Link:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/programmuebersichten/index.html

Archiv zum Nachhören:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/zum_nachhoeren/ndr2234.html

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Sonntag, 25.12.2011

08:03 Uhr bis O8:40 Uhr

NDRkultur – Kantate

08:03 – 08:40 Uhr Kantate

Geistliche Musik am 3. Sonntag im Advent

Johann Sebastian Bach:

BWV 191 „Gloria in excelsis Deo“ Kantate

Sarah Wegener und Johanna Winkel, Sopran Franziska Gottwald, Alt / Julian Prégardien, Tenor Konstantin Wolff, Bass / NDR Chor

Elbipolis Barockorchester Hamburg
Ltg.: Philipp Ahmann 

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Sonntag, 25.12.2011

SWR2

Programm: 

http://www.swr.de/swr2/programm/-/id=661104/1rcmvqp/index.html

Webradio:  

http://www.swr.de/swr2/-/id=7576/nid=7576/did=1586900/pv=mplayer/10idhq8/index.html

08:03 bis 08:30 Uhr

Johann Sebastian Bach:

BWV 110  „Unser Mund sei voll Lachens“

Dorothee Mields (Sopran)
William Towers (Countertenor)
Charles Daniels (Tenor)
Stephan MacLeod (Bass)

Niederländische Bach-Gesellschaft
Leitung: Jos van Veldhoven

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 Sonntag, 25.12.2011
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rbb kulturradio

Programm:  http://www.kulturradio.de/programm/index.html

Livestream http://www.kulturradio.de/livestream/index.html

09:30 bis 10:00 Uhr

BWV 63 „Christen, ätzet diesen Tag“
Kantate am 1. Weihnachtstag

Ingrid Schmithüsen, Sopran
Yoshikazu Mera, Countertenor
Makoto Sakurada, Tenor
Peter Kooij, Bass

Bach Collegium Japan
Leitung: Masaaki Suzuki

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Sonntag, 25.12.2011
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Bayern-Klassik
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 08:05 bis 08:30 Uhr
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Bach-Kantate
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BWV 110 „Unser Mund sei voll Lachens“
Kantate zum 1. Weihnachtsfesttag,
Monteverdi Choir; English Baroque Soloists:
John Eliot Gardiner
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/ YouTube: BWV 63  –  

  „BWV 63 – Christen, ätzet diesen Tag“  (Interpret: Philippe Herreweghe)

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/ YouTube: BWV 63  –  Satz 5

  „BWV 63 – Christen, ätzet diesen Tag“ –  (Interpret: J.S. Bach-Stiftung St. Gallen)

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/ YouTube: BWV 63  –  Satz 7  (Schluss-Choral)

  „BWV 63 – Christen, ätzet diesen Tag“ –  (Interpret: Harnoncourt)

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/ YouTube: BWV 91  –  Part 1 – (Interpret: Leonhardt-Consort, Knabenchor Hannover)

„Gelobet seist du, Jesu Christ“ 

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/ YouTube: BWV 110  –  (Interpret: unbekannt)

„Unser Mund sei voll Lachens“ 

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/ YouTube: BWV 191  –  (Interpret: J.S. Bach-Stiftung St. Gallen)

„Gloria in excelsis Deo“ 

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/ YouTube: BWV 248  –  Weihnachtsoratorium (Interpret: Sir Gardiner, Monteverdi Choir)

„Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage“ 

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Kantaten-Beschreibung 

zum  BWV 91 – „Gelobet seist du, Jesu Christ

Kantaten für den 1. Weihnachtsfeiertag –  Aufführungsort:  St Bartholomew’s, New York

am 23.12.2000 

23. Dezember: Es ist genau ein Jahr her, dass wir das erste unserer drei Konzerte in Weimar gegeben haben – Teile I bis III des Weihnachtsoratoriums. Welch ein seltsames Gefühl, wieder an der Wintersonnenwende angelangt zu sein: Nach einem Jahr mit nichts anderem als Bach hat sich der Kreis geschlossen! Wir sind nach Manhattan gekommen, in Leopold Stokowskis alte Kirche, St Barthlomew’s auf der Park Avenue. Es ist nicht nur sehr viel kälter hier in New York (minus 10 Grad), auch die Bezüge sind völlig andere, die Festlichkeiten und der ganze Putz lassen kaum Zugeständnisse an ihren historischen oder geistlichen Ursprung erkennen. Der Mammon regiert diese Welt. Wo vor einem Jahr in Weimar der Weihnachtsmarkt und die riesige norwegische Fichte als lebende Symbole den Marktplatz beherrschten, kommen hier in den Eingangshallen der bombastischen Hotels die Weihnachtslieder aus der Konserve und die unechten Weihnachtsbäume sind mit Flitter und glänzenden Päckchen beladen, prächtigen exotischen Früchten vergleichbar.

Heiligabend/Erster Weihnachtstag: Der Groschen fängt gerade an zu fallen – wir sind fast am Ende unserer Pilgerreise angelangt. Ich schwanke zwischen dem Gefühl der Erleichterung, dass das Ziel nur noch sieben Tage entfernt ist, und einer überwältigenden Traurigkeit, dass nun bald alles zu Ende sein wird. Tatsache ist, dass wir im Großen und Ganzen erreicht haben, was wir uns vorgenommen hatten – allen Widrigkeiten, Hindernissen, Teufelchen im Detail, Enttäuschungen und Frustrationen aller Art und vor allem der finanziellen Unsicherheit zum Trotz, die uns am meisten zu schaffen gemacht hat. Wir hielten uns über Wasser durch die erstaunliche Großzügigkeit einiger weniger Gönner und blieben auf Kurs dank der heroischen Anstrengungen (und Gutmütigkeit) wichtiger Mitglieder der Belegschaft und wunderbarer Musiker, die Welle auf Welle kamen, und ihrer geduldigen Familien. Zum Glück sind nun viele von ihnen hier, um bei dieser letzten Runde dabei zu sein, und so konnten wir gemeinsam Heiligabend feiern, auf eine sehr viel fröhlichere Art als letztes Jahr in Weimar, wo das Fest zu früh begonnen und schon um acht Uhr abends allen Schwung verloren hatte.

Alle scheinen sich darüber im Klaren zu sein, dass es riesige Anstrengungen kosten wird, mit dieser Musik hier Erfolg zu haben. Es ist sicher eine schwierige Aufgabe: Zwölf neue Kantaten, verteilt auf drei Konzerte in sieben Tagen (sehr viel mehr, aachs Zeitplan vorgesehen hatte!), und sehr wenig Zeit, um in der Kirche selbst zu proben. Auf der Habenseite lässt sich immerhin verbuchen, dass Bach in der Weihnachtszeit unwiderstehlich ist – und ich meine damit nicht bloß das Weihnachtsoratorium, sondern diese herrlichen Kantaten, die wechselweise wunderbar festlich und anrührend sind. In Wahrheit ist es überhaupt nicht gerechtfertigt, dass ihnen das Publikum weniger Wertschätzung zuteil werden lässt als dem Oratorium.

Zweiter Weihnachtstag, und es stellte sich heraus, dass das Konzert am gestrigen Weihnachtsabend gesegnet war. Es kam uns vor wie eine richtige Feier, alle in der Gruppe waren aufgeschlossen und engagiert, tauschten glückliche Blicke, lächelten einander zu und freuten sich über kleine Dinge, die ihnen bis zum Augenblick der Aufführung entgangen waren.

Das Konzert begann mit BWV 91 „Gelobet seist du, Jesu Christ“ der Vertonung von Luthers Lied als majestätische Choralkantate. Die einleitende Fantasie stolziert voller Elan daher und vermittelt – durch die sich über oder unter ausgehaltener Terzen in den Hörnern aufbauenden Läufe in G-dur – jenes besondere Gefühl der Vorfreude, welches das Markenzeichen Bachs in Weihnachtsstimmung ist. Sie ist einer jener Sätze, die ihre Wurzeln aus dem 17. Jahrhundert deutlich erkennen lassen – Wurzeln zum Beispiel in den Zwiegesängen von Praetorius in der Weise, wie selbstvergessen und unbefangen ‚das ist wahr’ und das synkopierte ‚Kyrie eleis’ vertont ist. Die Stimmung bleibt in dem Sopran-Rezitativ, das mit der zweiten Strophe des Chorals verflochten ist, und in der festlichen Tenor-Arie erhalten, in der die drei Oboen swingen, als wären sie Vorläufer des Saxophons: barocke Bigband-Musik in der Stadt des Village Vanguard! Selbst in der Weihnachtszeit wäre Bach nicht Bach ohne Verweis auf das ‚Jammertal’, aus dem uns der wieder Mensch gewordene Christus führen wird.

Er ist, wie es sich gehört, mit einem langsamen, chromatischen Accompagnato (Nr. 4) für Bass und Streicher gefällig, die sich in Gegenrichtung bewegen, was aufhorchen lässt. Ein ausgedehntes Duett für Sopran und Alt mit einem punktierten Motiv für die unisono geführten Violinen schildert die Armut, die Gott auf sich nimmt, indem er in die Welt kommt, sowie den ‚Überfluss an Himmelsschätzen’, die für die Gläubigen bestimmt sind. Als Bach diese Kantate in den 1730er Jahren überarbeitete, fügte er den Gesangslinien muntere Synkopierungen hinzu, um das Streben der Menschen zu verdeutlichen, wie die Engel zu singen (und folglich auch zu tanzen). Diese stoßen gegen die punktierte Figur der Violinen, und der Gegensatz zwischen ihnen wird durch aufwärts gerichtete Modulationen verstärkt, hier mit Erhöhungen (um das Streben der Menschen zu den ‚Engelsherrlichkeiten’ zu symbolisieren), dort mit Erniedrigungen (um Jesu ‚menschlich Wesen’ darzustellen). Der abschließende Choral verfügt mit den beiden Hörnern und Pauken, die auf eine strahlende zweitaktige Kadenz zusteuern, über eine reiche Harmonik. 

© John Eliot Gardiner 2005

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen für den 1. Weihnachtsfeiertag:

               Link:    h i e r  zum Download als PDF  Gardiner   

  Künstler-Beitrag –  

              Link:   Künstler-Meinungen; Peter Harvey – Bass  

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/ YouTube: BWV  70

Wachet! betet! betet! wachet!“   (Interpret: Gardiner)

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CD –  für den 1. Weihnachtsfeiertag
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Link:   CD’s  Bach-Kantaten – SDG 113, Vol. 14
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Cover:
CD’s SDG 113
Vol. 14 
CD – eins –
BWV 91 – Gelobet seist du, Jesu Christ
BWV 110 – Unser Mund sei voll Lachens
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CD –  für den 1. Weihnachtsfeiertag
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Link:   CD’s  Bach-Kantaten – SDG 174, Vol. 18
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Cover:

CD’s SDG 174
Vol. 18
CD – eins-——————————————————————————————————————————————————————————————————–BWV 63 –
BWV 63 – Christen, ätzet diesen Tag
BWV 191 – Gloria in excelsis Deo

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Ich wünsche allen Besuchern ein gesegnetes und frohes Weihnachtsfest !

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Grüße

Volker

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den 4. Advent


Advent in der Thomaskirche Leipzig

Liebe Bach-Freunde/innen !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 18.12.2011 begehen wir den  “ 4. Advent “

In den Evangelienlesungen nach Lukas, die am 4. Sonntag im Advent vorgesehen sind, steht Maria im Vordergrund. Das Magnifikat sowie der Besuch des Engels, dessen Verkündigung sie sich unterwirft, werden allerdings von einer weiteren Erzählung über Johannes, den Täufer, aus dem Johannes-Evangelium ergänzt. Alttestamentliche und Epistellesung verkünden von der Freude, die wir schon haben, weil uns das Kommen des Herrn verkündet ist, der Frieden in diese Welt bringt.
Es entfällt das „Gloria in excelsis“.

Am 4. Advent erfüllt sich unser Herz mit Freude, denn das Fest der Geburt des Herrn ist nahe. Wir hören den Lobgesang Marias, der Mutter Jesu, und preisen mit ihr die Größe des Herrn, denn mit Jesus Christus sind alle Verheißungen, die seinem Volk Israel und uns zugesprochen sind, bestätigt. Durch ihn wissen wir, dass auch die Verheißungen, die noch nicht erfüllt sind, zur Vollendung kommen werden.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)———————————————————————

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Bach-Kantaten für den 4. Advent

BWV 132 – Bereitet die Wege, bereitet die Bahn
BWV 147 – Herz und Mund und Tat und Leben

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„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 18.12.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

WDR3 – Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 – „Geistliche Musik“ – Programmauszug:

Johann Sebastian Bach

BWV 10 „Meine Seel erhebt den Herren“

Kantate für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo;

Lisa Larsson, Sopran; Daniel Taylor, Altus; James Gilchrist, Tenor; Stephen Varcoe, Bass; Monteverdi Choir; English Baroque Soloists, Leitung: John Eliot Gardiner

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NDRkultur – (Kantate)

Livestream – Link:  

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/livestream243.html

Programm – Link:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/programmuebersichten/index.html

Archiv zum Nachhören:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/zum_nachhoeren/ndr2234.html

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Sonntag, 18.12.2011

08:03 Uhr bis O8:40 Uhr

NDRkultur – Kantate

08:03 – 08:40 Uhr Kantate

Geistliche Musik am 3. Sonntag im Advent

Johann Sebastian Bach:

BWV 132 „Bereitet die Wege, bereitet die Bahn“

Barbara Schlick, Sopran, Kai Wessels, Altus, Christoph Pregardien, Tenor, Klaus Mertens Bass, Amsterdamer Barockorchester und Chor, Leitung: Ton Koopman

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Sonntag, 18.12.2011

SWR2

Programm: 

http://www.swr.de/swr2/programm/-/id=661104/1rcmvqp/index.html

Webradio:  

http://www.swr.de/swr2/-/id=7576/nid=7576/did=1586900/pv=mplayer/10idhq8/index.html

08:00 bos 08:30 Uhr

Johann Sebastian Bach:

BWV 132  „Bereitet die Wege, bereitet die Bahn“

Emma Kirkby (Sopran)
Erika Schmidt-Valentin (Alt)
Christer Bladin (Tenor)
David Thomas (Bass)
SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg
Leitung: Christopher Hogwood

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 Sonntag, 18.12.2011

rbb kulturradio

Programm:  http://www.kulturradio.de/programm/index.html

Livestream http://www.kulturradio.de/livestream/index.html

09:30 bis 10:00 Uhr

BWV 132 „Bereitet die Wege, bereitet die Bahn“

Kantate am vierten Advent

Brigitte Geller, Sopran
Michael Chance, Alt
Jan Kobow, Tenor
Dietrich Hensel, Bass
English Baroque Soloists
Monteverdi Choir
John Eliot Gardiner

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Sonntag, 18.12.2011
Bayern-Klassik
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 um 08:05 bis 08:36 Uhr
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Bach-Kantate
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BWV 132 zum 4. Advent,
„Bereitet die Wege, bereitet die Bahn“Ingrid Schmithüsen, Sopran; Yoshikazu Mera, Countertenor; Makoto Sakurada, Tenor;Peter Kooij, Bass; Bach Collegium Japan: Masaaki Suzuki
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/ YouTube: BWV 132  –  

  „Bereitet die Wege, bereitet die Bahn“  (Interpret: Masaaki Suzuki )

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/ YouTube: BWV 147  –  Part 1 (Interpret: Gardiner)

„Herz und Mund und Tat und Leben“ 

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/ YouTube: BWV 147  –  Part 2

„Herz und Mund und Tat und Leben“ 

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/ YouTube: BWV 147  –  Part 5

„Herz und Mund und Tat und Leben“ 

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/ YouTube: BWV 147  –  Part 10

„Herz und Mund und Tat und Leben“ 

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Kantaten-Beschreibung 

zum  BWV 70 – Wachet! betet! betet! wachet!

Kantaten für den 4. Advent –  Aufführungsort: Michaeliskirche, Lüneburg

am 10.12.2000 

Auf der letzten Etappe unserer einjährigen Pilgerreise durch Europa sahen wir uns mit der Herausforderung konfrontiert, drei der faszinierendsten Kirchenkantaten Bachs aufzuführen, die einander am Anfang und Ende des Kirchenjahres begegnen. Alle drei gehen auf Adventskantaten zurück, die Bach nach seiner Beförderung zum Konzertmeister 1715 in Weimar komponierte, und alle drei haben Libretti des Hofpoeten, Bibliothekars und Numismatikers Salomo Franck. Die Zeit zwischen dem ersten Advent und Weihnachten war dort nicht, wie in Leipzig, ein tempus clausum, eine ‚geschlossene Zeit’, in der keine Figuralmusik aufgeführt werden durfte. Im Gegenteil, die Vorfreude auf Weihnachten kommt in allen drei Kantaten deutlich zum Ausdruck, nicht nur in BWV 132 und 147, die ursprünglich in Weimar in zwei Jahren nacheinander (1715 und 1716) am Vierten Advent zu hören waren, sondern auch in BWV 70, das anfangs für den Zweiten Advent 1716 bestimmt war und, in der Vorweihnachtszeit nicht weiter überraschend, Jesu Wiederkehr als Richter der Welt zum Thema hat.

Alle drei Werke lassen erkennen, welch eine erstaunlich schöpferische und entwicklungsträchtige Zeit es für Bach war, der jetzt, was seine Kantatenkompositionen betraf, dreißig geworden war, ein reiches Reservoir stilistischer – italienischer, französischer und heimisch- deutscher – Einflüsse bewältigte, diese seinen Zwecken anpasste und, aus Ehrfurcht vor seinen Wurzeln und seiner musikalischen Vergangenheit, sich weigerte, sich auf den neuen ‚Neumeister-Typ’ der Kantate mit ihrer charakteristischen Abfolge von Rezitativ und Arie zu beschränken. Die Musik ist in der musikalischen Auslegung der Franck’schen Texte voller blitzender Gedanken, Überschwang und Dramatik und, im Gegensatz zu dem, was einige Gelehrte behaupten mögen, unverkennbar original und von den Kantaten aller seiner Zeitgenossen deutlich unterschieden. Man möchte vor Bedauern laut aufschreien, wenn man bedenkt, dass viele (keiner weiß genau, wie viele) der übrigen Kantaten Bachs aus diesen Jahren (1713–17) verloren sind, vielleicht verbrannt oder von seinem Dienstherrn Herzog Wilhelm Ernst beschlagnahmt, dessen Unmut er sich zugezogen hatte, so dass wir zum einen nun nicht mehr die Möglichkeit haben, sein vokales Schaffen im Vergleich zu den zahlreichen einzigartigen Meisterwerken für Klavierinstrumente (darunter das Orgelbüchlein) zu würdigen, und uns zum anderen ein entsprechend gewichtiges und umfangreiches Korpus an Kantaten fehlt, das mit den großen, Mitte der 1720er Jahre in Leipzig entstandenen Zyklen zu vergleichen wäre.

Unser Programm in Lüneburg begann mit BWV 70 Wachet! betet! betet! wachet! in der musikalischen Form, in der diese Kantate erhalten ist – der Erweiterung, die Bach auf der Basis der kürzeren, sieben Jahre vorher in Weimar komponierten sechssätzigen Adventskantate (BWV 70a), von der nur noch drei hohe Streicherstimmen vorhanden sind, für die Aufführung am 21. November 1723 in Leipzig vornahm. Francks Libretto wurde von dieser Bearbeitung nicht beeinträchtigt, da das an beiden Sonntagen behandelte Thema (Christi Kommen und das Jüngste Gericht) an diesem zentralen Punkt des Jahres, wo sich das ‚alte’ Jahr auf die Zeit Israels und das ‚neue’ Jahr auf die Zeit des Lebens Christi auf Erden bezieht, gewissermaßen identisch ist. Franck fordert dazu auf, aus der Zeit ‚Ägyptens’ (der Gefangenschaft des Volkes Israel) in ein ‚himmlisch Eden’ zu ziehen – aus der ‚Not und Qual’ des irdischen Jammertals in himmlische ‚Freud und Herrlichkeit’, ein Weg, den Bach in einer aufwärts gerichteten Modulation in Terzschritten (a – C – e – G) widerspiegelt.

Darüber hinaus betonten Franck und Bach das Nebeneinander von menschlicher, nicht rückgängig zu machender Zeit und Gottes ewiger, unveränderlicher Zeit. Durch den hinzugefügten zweiten Choral und die zusätzlichen vier Rezitative (zwei secco, zwei accompagnato), die das Evangelium paraphrasieren (Matthäus 25, 31– 46), wird aus der ursprünglichen Kantate nun ein zweiteiliges Werk, das sich mit dem Gegensatz zwischen Zerstörung und Wiederherstellung befasst. Bach versucht das Unmögliche: die Linearität zu überwinden, in der sich die musikalische (und damit menschliche) Zeit entfaltet, indem er Möglichkeiten vorschlägt, durch die sie Gottes ewiger Zeit untergeordnet und demnach in sie einbezogen wird. Hier und da lässt er durchblicken, genau wie in seinem Actus tragicus und in der Matthäuspassion, dass er letztere bevorzuge, nicht nur indem er in der Sopran-Arie (Nr. 5) auf holzschnittartig-bildhafte Weise Schlüsselwörtern wie ‚bestehen’ (im wörtlichen wie metaphorischen Sinn) besonderen Nachdruck verleiht, sondern indem er die grenzenlosen – in der Tat zeitlosen – Möglichkeiten ausschöpft, die in einer Folge musikalischer Gedanken enthalten sind.

Das Ergebnis ist eine einzigartige Fusion wunderbarer Musik aus zwei seiner fruchtbarsten Perioden der Kantatenkomposition, jener grundlegenden Durchbrüche, zu denen er in den Jahren 1716 und 1723 gelangte. Man könnte vorgeben, man bemerke die stilistischen Nahtstellen zwischen den beiden Versionen und Stilen, doch das wäre unredlich. Was in Wahrheit hier so beeindruckt, das ist, auf welch überzeugende und dramatische Weise das erste Accompagnato (Nr. 2, Leipzig) aus dem Eingangschor (Weimar) hervorbricht und wie nahtlos die gleichermaßen dramatische Ankündigung des Jüngsten Gerichts (Nr. 9, Leipzig) mit der beschwichtigenden Arie (Nr. 10, Weimar) verknüpft wird. Joshua Rifkin meint, der Trompetenpart sei dem ersten Chor und der letzten Arie erst für die Wiederaufführung in Leipzig hinzugefügt worden und die Oboe bringe dem musikalischen Gefüge des ersten Aktes nichts wesentlich Neues, und er kommt gar zu dem Schluss, es klinge besser nur mit Streichern und der Dialog zwischen Trompete und Singstimme im zehnten Satz (Takte 36–37) sei lediglich ein glücklicher Zufall gewesen.

Nun ja… Selbst angesichts der Schwierigkeiten, mit denen die Bläser (deren Instrumente vermutlich auf den französischen Kammerton A = 392 Hz gestimmt waren) zu kämpfen haben mochten, um sich dem Weimarer Chorton anzupassen, spielen sowohl Trompete als auch Oboe im Anfangssatz und in Bachs experimentellem Wechsel zwischen nur dem Orchester, dann dem Chor mit begleitendem Orchester und schließlich mit den Stimmen, die nur in die Wiederholung der orchestralen Sinfonia einbezogen werden, eine entscheidende Rolle, in der sie wie Turnierkämpfer agieren. Dank dieser Technik (Choreinbau) gelingt es Bach, vor unseren Augen den furchterregenden Augenblick (aus der Petrus-Epistel für den Tag) erstehen zu lassen, ‚an welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen’. Das geschieht, bevor jene, die numerologischen Kriterien einen hohen Wert beimessen, die Wiederkehr der auf- und absteigenden Arpeggio-Figur in der Trompetenlinie – eine Art reveille, der die Rufe ‚Wachet!’ vorantreibt – abzählen und auf vierzehn kommen, die symbolische Zahl, die für Alpha und Omega steht, eine Metapher (aus dem Buch der Offenbarung) für Jesus als Anfang und Ende des Lebens.

An dem folgenden Accompagnato (Nr. 2) für Bass, Streicher, Oboe und Trompete und seinem Zwilling (Nr. 9) beeindruckt mich am meisten, dass sie so opernhaft wirken. Beginnend mit wiederholten Sechzehnteln, die sie in Monteverdis stilo concitato (wörtlich ‚erregter’ Stil) heraushämmern, nehmen sie um viele Jahre die wunderbar opernhaften Ausbrüche zweier der vorzüglichsten Heroinen Händels vorweg: Dejanira, die in Raserei geratende Ehefrau in Hercules (1745) (‚Where shall I fly?’), und Storge, die entrüstete Mutter in Jephtha (1752) (‚First perish thou!’). Aber es sind nicht nur die vollmundigen Anfänge, die diese wunderbaren scene mit Bachs Kantate verbinden – Bach kann sich hier in seiner mächtigen vokalen Deklamation, in den feinen Abstufungen der Stimmung und der nachdrücklich stützenden Orchesterbegleitung, die er erfindet, um die verheerende Zerstörung der Welt und schließlich den engelhaften Übergang (vom Rezitativ zur Bass-Arie, Nr. 10) zu schildern, wenn Jesus den Gläubigen ‚zur Stille, an den Ort, das Lust die Fülle’ führt, mit Händel durchaus messen. Selbst jene Leipziger Gemeindemitglieder, die sich gegen Opernmusik in der Kirche am meisten wehrten, müssen bewegt gewesen sein, wenn die Melodie des Adventschorals – ‚Es ist gewisslich an der Zeit’, eine Weise, die während des Dreißigjährigen Krieges ein Talisman, eine Art Dies irae wurde – von der einsamen Trompete über dem Chaos des Jüngsten Gerichts angestimmt wird. 

© John Eliot Gardiner 2009

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen für den 1. Advent:

               Link:    h i e r  zum Download als PDF  Gardiner   

  Künstler-Beitrag –  

              Link:   Künstler-Meinungen; Hildburg Williams Violine 

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/ YouTube: BWV  70

Wachet! betet! betet! wachet!“   (Interpret: Rilling)

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Aus Italien in einem atemberaubenden Tempo das

BWV 70 Wachet ! betet ! betet ! wachet !

(Interpret: Gabriele Cassone, tromba / Concerto tenutosi l’11 luglio 2011 nell’ambito della rassegna „Soli Deo Gloria – Organi, Suoni e Voci della Città“ presso la Chiesa di s. Filippo Neri a Reggio Emilia)

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CD für den 4. Advents-Sonntag
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Cover:
CD’s SDG 162
Vol.13
CD – zwei-——————————————————————————————————————————————————————————————————–……………………………………………………………………………………………………………………………………———————————————————————————————————————————————————-……………………………………………………………….
BWV  70 – Wachet! betet! betet! wachet!
BWV 132 – Bereitet dei Wege, bereitet die Bahn
BWV 147 – Herz und Mund und Tat und Leben

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Ich wünsche allen Besuchern eine schönen Advent-Sonntag.

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Grüße

Volker

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den 3. Advent


J.S.Bach-Büste und Spiegelsaal im Schloss Köthen (Sachsen-Anhalt)

Liebe Bach-Freunde/innen !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 11.12.2011 begehen wir den  “ 3. Advent “

Am 3. Sonntag im Advent steht der „Vorläufer des Herrn“, Johannes der Täufer, im Vordergrund. Während die Evangelienlesungen und die alttestamentliche Lesung dieses Thema aufgreifen, betrachten die Epistellesungen unseren Umgang mit der Botschaft, die wir empfangen haben, als Haushalter über die Geheimnisse Gottes (1. Kor 4, 1-5), als Hoffende (Röm 15, 4-13) und als die, die schlafen und das Kommen des Herrn verpassen, wenn sie nicht aufwachen (Offb 3, 1-6). Diese drei Aspekte sind schwer dem Thema unterzuordnen, es sei denn, man sieht darin die Reaktion auf die Botschaft des Propheten, denn alle drei sind geschrieben in der Erwartung, dass der Herr kommt, aber noch nicht endgültig da ist.
Es entfällt das „Gloria in excelsis“.

Am 3. Adventssonntag denken wir besonders an Johannes den Täufer, dessen Aufruf zur Buße uns auch heute erklingt. Aber er ist es auch, der hingewiesen hat auf das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt trägt. So bekennen wir unsere Schuld in dem Vertrauen, dass wir in Christus die Erlösung haben.

Mit diesem Wochenspruch aus dem 40. Kapitel des Buches des Propheten Jesaja werden wir heute am 3. Adventssonntag aufgefordert, Gott den Weg zu bereiten. Das bezieht sich nicht auf das Kommen zum Christfest, und es hat nichts mit dem schmücken der Weihnachtsstube zu tun. Wir sollen vielmehr den Weg bereiten für den Messias, den Erlöser der Welt, der alles neu macht. Er kommt, und zwar gewaltig.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)———————————————————————

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Bach-Kantate für den 3. Advent

BWV    186 a  –   Ärgre dich, o Seele, nicht

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„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 11.12.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

WDR3 – Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 – „Geistliche Musik“ – Programmauszug:

Johann Sebastian Bach

BWV 30 „Freue dich, erlöste Schar“
für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo

Sandrine Piau, Sopran
Bogna Bartosz, Alt
James Gilchrist, Tenor
Klaus Mertens, Bass
Amsterdam Baroque Choir and Orchestra
Leitung: Ton Koopman

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NDRkultur – (Kantate)

Livestream – Link:  

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/livestream243.html

Programm – Link:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/programmuebersichten/index.html

Archiv zum Nachhören:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/zum_nachhoeren/ndr2234.html

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Sonntag, 11.12.2011

08:03 Uhr bis O8:40 Uhr

NDRkultur – Kantate

08:03 – 08:40 Uhr Kantate

Geistliche Musik am 3. Sonntag im Advent

Johann Sebastian Bach:

BWV 62 „Nun komm, der Heiden Heiland“
Nancy Argenta, Sopran / Petra Lang, Mezzosopran
Anthony Rolfe Johnson, Tenor / Olaf Bär, Bariton
Monteverdi Choir London / English Baroque Soloists
Ltg.: John Eliot Gardiner

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11.12.2011

SWR2

Programm: 

http://www.swr.de/swr2/programm/-/id=661104/1rcmvqp/index.html

Webradio:  

http://www.swr.de/swr2/-/id=7576/nid=7576/did=1586900/pv=mplayer/10idhq8/index.html

8:03-8:30 Uhr

Joseph Rheinberger:

9 Advent-Motetten für gemischten Chor a cappella op. 176
Vocalensemble Rastatt
Leitung: Holger Speck
Ingo Bredenbach:
Improvisation über „Wie soll ich dich empfangen“
Ingo Bredenbach (Orgel)
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11.12.2011
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SR2 (Saarland)
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Webradio: http://www.sr-online.de/sr2/351/

8:04-9:00 Uhr
Bach-Kantate
BWV 140  ‚Wachet auf, ruft uns die Stimme‘, Kantate am 27. Sonntag nach Trinitatis,
Julia Kleiter, Sopran Kurt Streit, Tenor Anton Scharinger, Bass Arnold-Schönberg-Chor Concentus musicus Wien Leitung: Nikolaus Harnoncourt

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 11.12.2011

rbb kulturradio

Programm:  http://www.kulturradio.de/programm/index.html

Livestream http://www.kulturradio.de/livestream/index.html

9:30-10:00 Uhr

J.S. Bach Kantate BWV 61

„Nun komm der Heiden Heiland“

Christine Schäfer, Sopran
Werner Güra, Tenor
Gerald Finley, Bass
Arnold-Schönberg-Chor Wien
Concentus musicus Wien
Nikolaus Harnoncourt

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11.12.2011
Bayern-Klassik
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 um 08:05 bis 08:36 Uhr
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Bach-Kantate
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Kantate, BWV 186  „Ärg’re dich, o Seele, nicht“
(Ruth Ziesak, Sopran; Elisabeth von Magnus, Alt; Paul Agnew, Tenor; Klaus Mertens, Bass; Amsterdam Baroque Choir and Orchestra: Ton Koopman)
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/ YouTube: BWV 186 a  –  

  „Ärgre dich, o Seele, nicht“ (Interpret: Ton Koopman )

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/ YouTube: BWV 186   –  

 „Ärgre dich, o Seele. nicht  –  (Interpret: Gardiner)

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/ YouTube: Josef Rheinberger: 

„Der Stern von Bethlehem“ op. 164  –  (Interpret: Monteverdi Chor Würzburg)

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Kantaten-Beschreibung 

zum  BWV 61 – „Nun komm der Heiden Heiland

Kantaten für den 1. Advent –  Aufführungsort: St. Maria im Kapitol, Köln

am 03.12.2000 

In der frühesten der drei Kantaten, BWV 61, die 1714 in Weimar entstand, setzte Bach den alten mittelalterlichen Gesang über die avantgardistischste Musik, die er damals kannte, die französische Ouvertüre Lullys, der am Hofe Ludwig XIV. das Monopol hatte, und er gibt damit diesem ersten Tag im liturgischen Kalender eine aus Erhabenheit, Ehrfurcht und Erwartung genau richtig gemischte Würze. Zehn Jahre später, in Leipzig, ist nun seine Vorlage für BWV 62 italienisch, ein Violinkonzertsatz mit dem typischen rhythmischen Schwung und der Gestik Vivaldis – italienisch auch in der Art, wie er die Vision eines ätherischen Engelorchesters heraufbeschwört, das an ein Fresko Filippino Lippis erinnert.

Aus diesem festlichen instrumentalen Hintergrund donnern in der Basslinie die acht Töne des zur Ikone gewordenen Hymnus hervor, wandern dann aufwärts zu den Oboen und von dort aus zu den Singstimmen, zuerst diminuiert, dann sich zu voller Pracht entfaltend, wenn sie von den Sopranstimmen (vom Zinken verdoppelt) vorgetragen werden. Sieben Jahre später, 1731, findet Bach neue Möglichkeiten, den Choral in BWV 36 zu integrieren: zunächst in alle drei Stränge des Sopran/Alt-Duetts mit ausgefeilter Continuolinie, dann in langen Notenwerten von den Tenorstimmen vorgetragen, während er sich den Weg durch das Geflecht einer Triosonate mit zwei Oboen d’amore und Continuo (Nr. 6) bahnt, und schließlich in die vierstimmige Harmonisierung der siebten Strophe von Luthers Choral (Nr. 8).

Von dem festlichen Zauber abgesehen, der diese drei gegensätzlichen Werke vereint, wohnt ihnen ein Gefühl der Erregung zu Beginn der Adventszeit inne. Diese ist ebenso auf den Charakter der Choralmelodie selbst zurückzuführen wie auch auf den zentralen Platz, den Bach Luthers Text zuweist. Trug er, indem er diesen besonders beliebten Choral so einfühlsam und phantasievoll verarbeitete, der lokalen Tradition und der Verbundenheit der Menschen mit diesem Lied bewusst Rechnung? Der Adventssonntag bot seiner Leipziger Gemeinde die letzte Gelegenheit, vor Weihnachten in der Kirche figurale Musik zu hören, und er eröffnete somit eine Zeit der Vorfreude und des Wartens.

Man kann sich auch vorstellen, wie sehr es die Gemeinde in Weimar wie auch in Leipzig begrüßt haben musste, sich von diesen Gefühlen der Schuld und der Angst vor Verdammnis und Höllenfeuer, die sich immer nur auf sie selbst konzentriert und die letzten Sonntage der Trinitatiszeit beherrscht hatten, endlich verabschieden zu können. Dieses Empfinden, endlich über dem Berg zu sein, fasst das strahlend freundliche Accompagnato für Sopran und Alt ‚Wir ehren diese Herrlichkeit’ zusammen, der vorletzte Satz von

BWV 62. Die beiden Stimmen bewegen sich in heiterer Stimmung in Paaren aus Quarten und Sexten im rhythmischen Unisono vorwärts, und nur ein flüchtiger Missklang beschwört die Düsternis des Winters herauf, der für die Gläubigen nun nichts Bedrohliches mehr hat. 

© John Eliot Gardiner 2009

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen für den 1. Advent:

               Link:    h i e r  zum Download als PDF  Gardiner   

  Künstler-Beitrag –  

              Link:   Künstler-Meinungen; Hildburg Williams Violine 

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/ YouTube: BWV  61

„Nun komm, der Heiden Heiland“   (Interpret: Harnoncourt)

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/ YouTube: BWV  36

  „Schwingt freudig euch empor  (Interpret:  Gardiner )

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CD für den 1. Advents-Sonntag“ 
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Cover:
CD’s SDG 162
Vol.13
CD – eins-———————————————————————————————————————————————————————————————————–……………………………………………………………………………………………………………………………………———————————————————————————————————————————————————-……………………………………………………………….
BWV 36 – Schwingt freudig euch empor
BWV 61 – Nun komm, der Heiden Heiland
BWV 62 – Nun komm, der Heiden Heiland

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Ich wünsche allen Besuchern eine schönen Advent-Sonntag.

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Grüße

Volker

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den 2. Advent


Altar in der Thomaskirche Leipzig

Liebe Bach-Freunde/innen !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 04.12.2011 begehen wir den  “ 2. Advent “

Die Adventszeit als Vorbereitungszeit auf das Christfest ist erst im 4. Jahrhundert entstanden, wobei es zunächst erhebliche Unterschiede in der Dauer (von einer Woche bis zu 40 Tagen) gab. Vier Sonntage im Advent gibt es für die römische Kirche, deren Praxis die Reformation übernommen hat, seit etwa 600, der 1. Sonntag im Advent wird aber erst seit Mitte des 8. Jahrhunderts als Beginn des Kirchenjahres besonders gefeiert. Von Anfang an hatte die Adventszeit den Charakter der Bußzeit als Vorbereitung auf das Christfest, den „Geburtstag“ Jesu Christi.

Im Advent sehen wir nicht nur zurück auf die Ankunft des Herrn, wie sie uns in der Bibel als „Weihnachtsgeschichte“ überliefert ist, sondern auch voraus auf die zukünftige Ankunft des Herrn als Herrscher dieser Welt und Begründer des Neuen Jerusalem. In der Spannung zwischen beiden erfahren wir im Advent den Herrn als den, der auf uns zukommt, sich uns immer wieder neu zuwendet und uns zur Buße zur Umkehr zu ihm hin einlädt.

Der Advent eröffnet einen Kreis, der sich erst kurz zuvor mit den drei letzten Sonntagen des Kirchenjahres, die auf das zukünftige Reich schauten, geschlossen hat. Nun beginnen wir das Kirchenjahr mit dem Einzug in Jerusalem, dem Kommen Jesu in diese Welt.
Auch wenn wir das Kirchenjahr als einen Zyklus feiern, so will es uns doch wie eine Spirale auch vorwärts führen, weiter auf einem Weg, der unser Lebensweg ist. So wird uns auch der Advent als Neuanfang nicht wie eine Wiederholung, sondern wirklich wie ein neues Erlebnis in unserem Leben erscheinen.

Im Advent gewinnt das Wort Gestalt: „Ich bin das A und O der Anfang und das Ende der da ist und der da war und der da kommt der Allmächtige.“ (Offb 1, ..) Während wir uns einerseits auf die Erscheinung Gottes im Fleisch freuen, so werden wir uns doch andererseits unserer Unwürdigkeit bewußt, diesen großen Herrn zu empfangen. Darum lassen wir uns in dieser Zeit mahnen an die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden (Johannes der Täufer), umfassen auf unserem Weg zur Krippe das Kreuz des Herrn, das allein uns würdig macht, ihm entgegenzusehen und -zugehen. Weil wir uns um dieses Kreuzes willen auch freuen können, singen wir mit Maria in der Adventszeit das „Magnifikat“: „Meine Seele erhebt den Herrn und mein Geist freut sich Gottes meines Heilands!“ (Lk 1, 46f).

Früher fiel am 2.-4. Sonntag im Advent nicht nur das „Gloria in excelsis“, sondern auch das „Halleluja“ weg. Mit dem neuen Evangelischen Gottesdienstbuch darf nun das Halleluja auch an den 2.-4. Sonntagen im Advent gesungen werden.

Das Thema des 2. Sonntags im Advent wendet sich jetzt dem erlösenden Aspekt Gottes zu, nachdem am 1. Sonntag im Advent die Macht des Herrschers im Vordergrund stand. Der Erlöser wirkt auf vielerlei Weise – wiederum durch Macht, oder durch den Opfertod am Kreuz. Das Kommen wird aber auch als Erlösung von den Leiden dieser Welt angesehen, d.h. der Herr, wenn er kommt, wird endlich ein Ende machen mit der hiesigen Trübsal (Epistel).

Ab diesem Sonntag entfällt das „Gloria in excelsis“.

Am 2. Advent denken wir besonders an den Tag, an dem Gott diese Welt erlösen wird. Noch stehen wir in dieser Welt der Not und der Schuld, noch warten wir auf den Erlöser, der schon naht. In aller Trübsal unseres Lebens hören wir die Verheißungen, die uns mit Hoffnung erfüllen und deren Einlösung wir geduldig erwarten.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)———————————————————————

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Bach-Kantaten für den 2. Advent

BWV   70 a  –   Wachet ! betet ! betet ! wachet !

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„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 04.12.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

WDR3 – Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 – „Geistliche Musik“ – Programmauszug:

Johann Sebastian Bach

BWV 62, „Nun komm der Heiden Heiland“  Kantate für Soli, Chor, Bläser,

Streicher und Basso continuo;

Yukari Nonoshita, Sopran; Robin Blaze, Countertenor; Makoto Sakurada, Tenor;

Peter Kooij, Bass; Bach Collegium Japan

Leitung: Masaaki Suzuki

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NDRkultur – (Kantate)

Livestream-Link:  

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/livestream243.html

Programm-Link:  http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/programmuebersichten/index.html

Archiv zum Nachhören:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/zum_nachhoeren/ndr2234.html

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Sonntag, 04.12.2011

08:03 Uhr bis O8:40 Uhr

NDRkultur – Kantate

08:03 – 08:40 Uhr Kantate

Geistliche Musik am 2. Sonntag im Advent

Kantate BWV 61 „Nun komm, der Heiden Heiland“

Ingrid Schmithüsen, Sopran / Makoto Sakurada, Tenor Peter Kooy, Bass
Bach Collegium Japan / Ltg.: Masaaki Suzuki

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4.12.2011

SWR2

Webradio:  

http://www.swr.de/swr2/-/id=7576/nid=7576/did=1586900/pv=mplayer/10idhq8/index.html

8:03-8:30 Uhr
Johann Sebastian Bach:
„Nun komm, der Heiden Heiland“ BWV 61
Ingrid Schmithüsen (Sopran)
Makoto Sakurada (Tenor)
Peter Kooij (Bass)
Bach Collegium Japan
Leitung: Masaaki Suzuki
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4.12.2011
SR2

Webradio: http://www.sr-online.de/sr2/351/

8:04-9:00 Uhr
BWV 70  ‚Wachet! betet! betet! wachet!‘,
Kantate am 26. Sonntag nach Trinitatis,
Sibylla Rubens, Sopran Bernhard Landauer, Countertenor
Christoph Prégardien, Tenor Klaus Mertens, Bass
Amsterdam Baroque Choir & Orchestra Leitung: Ton Koopman

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 4.12.2011

rbb kulturradio

Livestream http://www.kulturradio.de/livestream/index.html

9:30-10:00 Uhr
BWV 36 Schwingt freudig euch empor
Hana Blaziková, Sopran
Robin Blaze, Countertenor
Satoshi Mizukoshi, Tenor
Peter Kooij, Bass
Bach Collegium Japan
Leitung: Masaaki Suzuki
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/ YouTube: BWV 70 a  –  Part 1 + 2

 Wachet ! betet ! betet ! wachet ! –  (Interpret: Harnoncourt)

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/ YouTube: BWV 70 a  –  Part 3 bis 6

 Wachet ! betet ! betet ! wachet ! –  (Interpret: Harnoncourt)

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/ YouTube: BWV  70

 Wachet ! betet ! betet ! wachet !“  (Interpret: Gardiner )

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Kantaten-Beschreibung 

zum  BWV 62 – „Nun komm der Heiden Heiland

Kantaten für den 1. Advent –  Aufführungsort: St. Maria im Kapitol, Köln

am 03.12.2000

Bachs zweite Vertonung von „Nun komm, der Heiden Heiland“  BWV 62, gerät im Vergleich zu den neuen Freuden und der vortrefflich wiedergegebenen Abfolge von Adventsstimmungen seiner Weimarer Kantate zwangsläufig ein wenig ins Hintertreffen. Doch die Unterschiede machen gerade den Reiz dieses Werkes aus: nicht nur in dem vollendeten Wohlklang des Sopran/Alt-Duetts (Nr. 5) und dem mitreißenden Schwung der einleitenden Choralfantasie, sondern auch in den beiden charaktervollen Dacapo-Arien.

Die erste, für Tenor und Streicher mit zwei verdoppelnden Oboen, basiert auf einem graziösen Passepied und fordert die Menschen dazu auf, ‚dies große Geheimnis’ zu bewundern, wenn ‚der höchste Beherrscher erscheinet der Welt’, denn mit ihm ‚werden die Schätze des Himmels entdecket’, ‚wird uns ein göttliches Manna bestellt’, und auch ‚die Keuschheit wird gar nicht beflecket’. Die zweite, ein unisono geführtes Continuo für alle Streicherstimmen (Nr. 4), mag in ihrem pompösen, kampflustigen Charakter ein wenig an Händel anklingen, aber sie wirkt auf mich eher wie eine Skizze zu ‚Großer Herr’, die mitreißende Bass-Arie im ersten Teil des Weihnachtsoratoriums, und bewundernswert ist, wie sich Bach über die konventionelle Form und Stimmung geschickt hinwegsetzt, indem er die Länge der Phrasen und Nuancen des Textes variiert.

Er war von dieser Kantate immerhin so angetan, dass er am ersten Advent 1736 wieder auf sie zurückgriff, diesmal mit einem neuen Part für violone in allen sechs Sätzen, den Anna Magdalena herausschrieb und der zweifellos den ‚großen Violone’, den die Thomasschule 1735 bei einer Auktion erworben hatte (‚ein sechzehnfüssiges bassirendes Instrument’ – wie C.P.E. Bach das Instrument beschrieb, das sein Vater gewöhnlich in Leipzig verwendete), besonders zur Geltung kommen lassen sollte. 

© John Eliot Gardiner 2009

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen für den 1. Advent:

               Link:    h i e r  zum Download als PDF  Gardiner   

  Künstler-Beitrag –  

              Link:   Künstler-Meinungen; Hildburg Williams Violine 

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/ YouTube: BWV  62

„Nun komm, der Heiden Heiland“   (Interpret: Gardiner)

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/ YouTube: BWV  36

  „Schwingt freudig euch empor  (Interpret:  Gardiner )

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CD für den 1. Advents-Sonntag“ 
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SDG 162 Vol. 13

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Cover:
CD’s SDG 162
Vol.13
CD – eins-———————————————————————————————————————————————————————————————————–……………………………………………………………………………………………………………………………………———————————————————————————————————————————————————-……………………………………………………………….
BWV 36 – Schwingt freudig euch empor
BWV 61 – Nun komm, der Heiden Heiland
BWV 62 – Nun komm, der Heiden Heiland

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Ich wünsche allen Besuchern eine schönen Advent-Sonntag.

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Grüße

Volker

CD-DVD-Neueveröffentlichungen in 2011 – J.S. Bach Weihnachtsoratorium BWV 248


DVD J.S. Bach WO - BWV 248 Mittschnitt von Dez. 2010 aus dem Herkulessaal München

Liebe Bachfreunde(innen),

wie in den Vorjahren von mir praktiziert möchte ich Neuveröffentlichungen im Kalenderjahr 2011 als CD oder DVD von J.S. Bach das

Weihnachtsoratorium“ BWV 248

vorstellen. Fündig wurde ich mit einer Neueinspielung von Dezember 2010 aus dem Herkulessaal in München.

Produktinfo:

DVD-Mitschnitt der »zauberhaften« Aufführung des Weihnachtsoratoriums mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks und der vielfach ausgezeichneten Akademie für Alte Musik Berlin unter der Leitung von Peter Dijkstra. Die besondere farbliche Lichtgestaltung im Herkulessal der Münchner Residenz macht dieses Konzert vom Dezember 2010 auch optisch zu einem besonderen Erlebnis.

Künstler:

Rachel Harnisch – Sopran, Anke Vondung – Mezzosopran,
Maximilian Schmitt – Tenor, Christian Immler – Bass, Chor des Bayerischen Rundfunks, Akademie für Alte Musik Berlin, Dirigent: Peter Dijkstra

Die DVD wurde Mitte November 2011 veröffentlicht, Laufzeit 157 Minuten, 2 DVD. Bei jpc für 24,99 € als ein Sonderpreis bis zum 24.12.2011, danach erhört sich der Preis auf 29,99 €.

Amazon bietet die Doppel-DVD für 23,84 € an ohne eine Limitpreisangabe..!!

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DVD BWV 248 Behringer Windsbacher Knabenchor

Eine Neuauflage in 2011 als Alt-Einspielung von 1991:

DVD BWV 248 Leiter Behringer und der Windsbacher Knabenchor. 

Aufnahme aus dem Münster Heilsbronn. Wer die vorliegende, mittlerweile 20 Jahre alte, jedoch noch immer Maßstäbe setzende Aufnahme von Bachs Weihnachtsoratorium hört, den mag ein Alleinstellungsmerkmal stets aufs Neue faszinieren: Die Rede ist von den Chorälen – kleinen, unscheinbaren Meditationen, die für Beringer stets wichtige Partien, vielleicht sogar die wichtigsten sind.

Als Karl-Friedrich Beringer 1991 mit dem Windsbacher Knabenchor und den

Solisten

Juliane Banse, Cornelia Kallisch, Robert Swensen, Markus Schäfer und Thomas Quasthoff

das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach aufnahm, war er seit 13 Jahren im Amt. Noch weitere 20 Jahre sollte er als musikalischer Chef bei den Windsbachern bleiben. In diesen 33 Jahren formte Beringer den Ruf des Windsbacher Knabenchores, der heute weltweit als eines der besten Ensembles seiner Art gilt. Im Februar 2012 endet die Amtszeit Beringers und Rondeau Production veröffentlicht aus diesem Anlass eine DVD mit dem Weihnachtsoratorium, aufgenommen im Münster Heilsbronn, die Beringer und seine Windsbacher in Bestform zeigt.

Preis der DVD bei Amazon: 22,99 €

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Ein YouTube-Kurzausschnitt mit der Akademie für Alte Musik Berlin, Dirigent: Peter Dijkstra, Herkulessaal München nachstehend:

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Grüße

Volker

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den 1. Advent


Gemälde: "Johann.Sebastian Bach"

Liebe Bach-Freunde/innen !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 27.11.2011 begehen wir den  „1. Advent“

Der 1. Sonntag im Advent steht unter dem Zeichen des Evangeliums vom Einzug Jesu in Jerusalem. Vordergründig hat diese Erzählung nichts mit Advent und schon gar nicht mit dem Christfest zu tun. Wenn man aber etwas weiter darüber nachdenkt, fällt gerade in unserer Zeit auf, dass wir selbst unseren Herrn ja so begrüßen wie damals die Menschen in Jerusalem – als den Sohn Davids, den Messias – um ihn dann wenig später zu verachten und ans Kreuz zu bringen. Heute ist es wohl unser Konsumverhalten, das unseren Herrn ans Kreuz bringt.
Als Anfang des Kirchenjahres wird dem 1. Advent liturgisch eine hervorgehobene Bedeutung gegeben, was sich vor allem in den Gebeten niederschlägt. Mit dem 1. Advent beginnen wir das Kirchenjahr und denken dabei besonders an den Einzug Jesu in Jerusalem. Wir begrüßen ihn als den Herrn und König dieser Welt und freuen uns darüber, dass er gekommen ist und uns befreit hat zur Gemeinschaft mit ihm und untereinander.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)———————————————————————

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Bach-Kantaten für den 1. Advent

BWV   36  –   Schwingt freudig euch empor

BWV   61  –  „Nun komm, der Heiden Heiland“

BWV  62  –  „Nun komm, der Heiden Heiland“

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„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 27.11.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

WDR3 – Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 – „Geistliche Musik“ – Programmauszug:

Dietrich Buxtehude

Kommst du, Licht der Heiden, Kantate für 2 Soprane, Bass, Chor,

Streicher und Basso continuo; Vocalensemble Rastatt; Les Favorites,

Leitung: Holger Speck

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Johann Hermann Schein

„Mach dich auf, werde Licht, Zion“ – geistliches Konzert

für Sopran, Tenor, Chor und Instrumentalensemble; Claire Lefilliâtre, Sopran;

Hans-Jörg Mammel, Tenor; Choeur de Chambre de Namur; La Fenice,

Leitung: Jean Tubéry

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Johann Sebastian Bach

BWV 36, Kantate am 1. Advent „Schwingt freudig euch empor“

für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo; Gerlinde Sämann, Sopran;

Petra Noskaiová, Alt; Christoph Genz, Tenor; Jan van der Crabben, Bass;

La Petite Bande, Leitung: Sigiswald Kuijken

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NDRkultur – (Kantate)

Livestream-Link:  

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/livestream243.html

Programm-Link:  http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/programmuebersichten/index.html

Archiv zum Nachhören:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/zum_nachhoeren/ndr2234.html

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Sonntag, 27.11.2011 um 08:03 Uhr bis O8:40 Uhr

NDRkultur – Kantate

08:03 – 08:40 Uhr Kantate

Geistliche Musik am 1. Sonntag im Advent

Felix Mendelssohn Bartholdy:

‚Lasset uns frohlocken‘ aus „Sechs Sprüche zum Kirchenjahr“ op. 79 Nr. 5
NDR Chor / Ltg.: Frieder Bernius

Johann Sebastian Bach:

Nun komm, der Heiden Heiland, Choralbearbeitung BWV 659
Ton Koopman, Orgel

Kantate BWV 36 „Schwingt freudig euch empor“

Sandrine Piau, Sopran / Bogna Bartosz, Alt /James Gilchrist, Tenor / Klaus Mertens, Bass Amsterdamer Barockorchester und Chor
Ltg.: Ton Koopman

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/ YouTube: BWV 61  –  Part 1 

 Nun komm der Heiden Heiland –  (Interpret: Karl Richter)

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/ YouTube: BWV 61  –  Part 3 

 Nun komm der Heiden Heiland –  (Interpret: Karl Richter)

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/ YouTube: BWV  62 

 Nun komm der Heiden Heiland“  (Interpret: Gardiner )

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Kantaten-Beschreibung 

zum BWV 36  – Schwingt freudig euch empor

Kantaten für den 1. Advent –  Aufführungsort: St. Maria im Kapitol, Köln

am 03.12.2000

In gewisser Weise ist es nur logisch, wenn eine besonders schöne weltliche Geburtstagskantate noch einmal als Kantate zur Eröffnung des Kirchenjahrs verwendet wird – und genau das tat Bach in BWV 36 „Schwingt freudig euch empor“ –  zuerst in einer fünfsätzigen Adventskantate und dann in dieser doppelstöckigen Form mit acht Sätzen, die am 2. Dezember 1731 aufgeführt wurde. Ihr Anfangssatz lässt sich am besten als geistliches Madrigal beschreiben – kapriziös, leichtgefügt und zutiefst befriedigend, wenn erst einmal alle technischen Anforderungen, die ihre Virtuosität ausmachen, bewältigt wurden: diese kniffligen Läufe, Rouladen und chromatischen Intervalle in allen Stimmen und die Ketten aus Triolenfigurationen in den unisono geführten Oboen d’amore und ersten Violinen.

Vorbei ist es mit dem Verhätscheln der Diskantstimmen wie in den Choralkantaten von 1724/25, einem Jahrgang, in dem ihre wesentlichste Funktion darin bestand, den schlichten, sich langsam fortbewegenden Cantus firmus der einleitenden Choralfantasien anzustimmen. So hatte er entweder 1731 ein unvergleichlich besseres Angebot, oder Bach war diesmal bereit, alle Bedenken über Bord zu werfen und ihnen derart akrobatische Linien anzuvertrauen. Auf jeden Fall sind die einzelnen Phrasen kurz und durch sängerfreundliche Pausen voneinander getrennt, und der ganze Satz ist ein Wunder an geschickt rhythmisierten Motiven, die Stimme um Stimme imitiert werden, dazu als Gegensatz ein gleichermaßen abgerundeter homophoner Vortrag des Textes. Die kleinen ‚Haltet ein!’-Figuren im B-Teil erinnern an die wiederholte Frage ‚Wohin?’ in der Bass-Arie ‚Eilt, eilt’ der Johannespassion (BWV 245/24).

In ihrer endgültigen Form ist diese oft überarbeitete Kantate formal insofern ungewöhnlich, als ihr Eingangschor und die drei schönen Arien nicht durch Rezitative getrennt sind, sondern durch Choralstrophen. Die erste ist ein Duett für Sopran und Alt, von Oboen d’amore verdoppelt und mit Continuobegleitung. Ihre Abschnitte bestehen aus einander überlappenden Sequenzen von zehn Takten (zweimal), dann elf Takten und sechzehn Takten, die der wichtigsten Verszeile, ‚Gott solch Geburt ihm bestellt’, vorbehalten sind, der ein dreieinhalb Takte umfassendes abschließendes Ritornell folgt. Die sanfte Arie im Dreiertakt für Tenor mit obligater Oboe d’amore (Nr. 3) tändelt mit der gängigen Vorstellung von der Seele als Braut und Jesus als Bräutigam und dem Entzücken, das sie bei seinem Anblick empfindet, abgerundet durch die mitreißende vierstimmige Harmonisierung von Nicolais ‚Morgenstern’-Choral, mit der Teil I endet.

Man hätte erwarten können, dass Bach die nächste Arie einem Sopran zuweist, da er das Thema der Seele als Braut weiterführt, doch er hat etwas anderes im Sinn. Der Bass-Solist ist es, dem diese temperamentvolle, an den ersten Satz anklingende, sehr kunstvoll (doch in keiner Weise pedantisch) gearbeitete und einer regelmäßigen Dacapo-Form ausweichende Arie (Nr. 5) zugewiesen wird. Luthers sechste Strophe, in der es um die Sünden des Fleisches und Christi Auftrag geht, die Menschen zu erretten, ist in einen Wirbel aus Sechzehnteln mit der Vortragsbezeichnung molt’ allegro eingebettet und wirkt wie der Satz einer Triosonate für zwei Oboen d’amore mit Continuo.

In einer Berceuse, die reines Entzücken ist, erklärt der Sopran in der abschließenden Arie (Nr. 7), dass Gottes Majestät auch ‚mit gedämpften, schwachen Stimmen’ verehrt werden könne, und er wird entsprechend von einer gedämpften Violine begleitet. Wäre nicht eine entfernte Ähnlichkeit mit der Echo-Arie ‚Flößt, mein Heiland’ aus dem Weihnachtsoratorium vorhanden, man wäre versucht, diese Kantate einzigartig in Bachs Kantatenschaffen zu nennen, nicht zuletzt wegen ihrer zärtlichen Lyrik, dem vertraulichen Wechselspiel der sich ineinander verflechtenden Violine und Singstimme, das von einer sehr viel älteren Form des Dialogs herrührt: Michael Praetorius’ Zwiegesängen. Der abschließende Choral ist die achte von Luthers Strophen, ein kerniger öffentlicher Aufruf zum Lobpreis.

Die romanische Basilika St. Maria im Kapitol wurde im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört und danach wieder aufgebaut. Wir waren im Kirchenraum so verteilt, dass wir Verbindung zu dem in allen drei Apsisbereichen sitzenden Publikum hatten. Angesichts der beachtlichen Größe der Kirche und ihres ungewöhnlichen Grundrisses (wie ein stilisierter Baum in einer Kinderzeichnung), mit einem Lettner am Ende des Schiffes, war erstaunlich, welch eine intime und ehrfurchtsvolle Atmosphäre während des Konzertes entstand. Die Themen Licht und Finsternis, die sich durch diese Kantaten ziehen, waren in dieser Umgebung gut aufgehoben. 

© John Eliot Gardiner 2009

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen für den 1. Advent:

               Link:    h i e r  zum Download als PDF  Gardiner   

  Künstler-Beitrag –  

              Link:   Künstler-Meinungen; Hildburg Williams Violine 

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/ YouTube: BWV  36

  „Schwingt freudig euch empor  (Interpret:  Gardiner )

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Ein weiteres Video vom BWV 36 ist von der „J.S. Bach-Stiftung St. Gallen“ auf YouTube zur Verfügung gestellt worden und enthält den berührenden 7. Satz – Sopran-Arie: „Auch mit gedämpften, schwachen Stimmen“ – Ausführende: Nuria Rial (Sopran).

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CD für den 1. Advents-Sonntag“ 
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SDG 162 Vol. 13

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Cover:
CD’s SDG 162
Vol.13
CD – eins-———————————————————————————————————————————————————————————————————–……………………………………………………………………………………………………………………………………———————————————————————————————————————————————————-……………………………………………………………….
BWV 36 – Schwingt freudig euch empor
BWV 61 – Nun komm, der Heiden Heiland
BWV 62 – Nun komm, der Heiden Heiland

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Ich wünsche allen Besuchern eine schönen 1. Advent-Sonntag.

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Grüße

Volker

Ein überwältigende Kantaten-Einspielung von der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen gibt es auf dem Fernsehsender – tvo – Ostschweiz zu bewundern


Flyer J.S. Bach-Stiftung St. Gallen

Liebe Bachfreunde(innen)

Der Sonntagabend ist von mir seit geraumer Zeit reserviert für die Kantaten-Einspielungen der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen (Schweiz) zu sehen auf dem

privaten Fernsehsender der Ostsschweiz

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Auf eine fantastische Kantaten-Einspielung möchte ich von der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen hinweisen und zum Ansehen und Anhören sehr empfehlen, es ist das

BWV 42 «Am Abend aber desselbigen Sabbats»

von Johann Sebastian Bach.

Vollends hingerissen bin ich von der einleitenden Sinfonia und Satz 6 – Arie für Bass – (Markus Volpert): „Jesus ist ein Schild der Seinen“

Da geht mir vollends das Herz auf und ich verspüre Gardiners Atem so berauschend setzt das Orchester: „Schola Seconda Pratica“ und der Bassist: Markus Volpert das so umwerfend um..!!

Die vollständige Kantate BWV 42 ist auf dem Fernsehsender der Ostschweiz – tvo – bis einschließlich Samstag, 26.11.2011 aufrufbar..!! Ein Workshop und Reflexion ist ebenfalls vorhanden..!!

Link: http://www.tvo-online.ch/index.php?article_id=1631&day=2011-11-20

Die Bach-Stiftung besitzt einen YouTube-Kanal dort ist in Auszügen vom BWV 42 dritter Satz (aria alto) aus der Kantate BWV 42 („Am Abend aber des selbigen Sabbats“), aufgeführt durch die J. S. Bach-Stiftung St. Gallen. Solistin: Irène Friedli. Musikalischer Leiter: Rudolf Lutz.

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Weitere Informationen zur Bachstiftung unter http://www.bachstiftung.ch. Die DVD mit der gesamten Kantate und Einführungsworkshop sowie Reflexion ist hier erhältlich:

http://www.bachstiftung.ch/de/shop/items/j-s-bach-kantate..

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Herzliche Bach-Grüsse

Volker

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den 22. Sonntag nach „Trinitatis“


Zimmermannisches Caffee-Hauß in Leipzig! Im März 1729 übernimmt Bach das von Telemann gegründete Collegium Musicum, einem studentischen Ensemble, mit dem er deutsche und italienische Vokal- und Instrumentalstücke aufführt. Die Musiker treffen sich zur Probe auf dem Zimmermannischen Caffe-Hauß ausser der Messe einmahl, in der Cather-Strasse Freytags Abends von 8 biß 10 Uhr, in der Messe aber die Woche zweymahl, Dienstags und Freytags zu eben der Zeit.Das musikliebende Leipziger Publikum kommt zu den regelmäßigen Konzerten und lässt sich unterhalten, aber auch die wöchentlichen Proben haben ihr Stammpublikum. 1734 hat das studentische Orchester die große Ehre, vor dem Kurfürsten höchstpersönlich zu spielen. Unter den zwischen 1730 und 1740 entstandenen Werken findet man wieder unzählige kirchliche, aber auch für das Collegium Musicum komponierte weltliche Kantaten, die von Bach mit "Dramma per musica" überschrieben sind:

Liebe Bach-Freunde/innen !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für     Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 20.11.2011 begehen wir den 22. Sonntag nach „Trinitatis“

Der 22. Sonntag nach Trinitatis befasst sich mit Schuld    im weiteren Sinne, bekommt aber sein Thema vom Gleichnis vom „Schalksknecht“, das die Bitte des Vaterunsers „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern“ deutlich unterstreicht.

Andere Aspekte der Schuld, die an diesem Sonntag durch die Perikopen angesprochen werden, sind die der Sündenvergebung und -bindung (!) durch die Nachfolger Jesu, der unbedingten Sündhaftigkeit des Menschen, selbst gegen seinen Willen, durch das Gesetz, und die der Unfähigkeit des Menschen, seine Schuld wieder gutzumachen.

Die Vielschichtigkeit von Schuld macht es unmöglich, dieses Thema letztgültig abzuhandlen, da man auch immer selbst in der Schuld verhaftet ist und sich damit auch nicht zum Richter über andere erheben kann.

Am 22. Sonntag nach Trinitatis hören wir das Gleichnis vom Schalksknecht. Wir erfahren das kostbare Geschenk der Vergebung unserer unermesslichen Schuld durch den Tod Jesu Christi und danken Gott dafür, indem wir selbst unser Leben durch die Kraft der Vergebung gestalten und uns unserem Nächsten vergebend zuwenden.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den 22. Sonntag nach Trinitatis

BWV   55  –   Ich armer Mensch, ich Sündenknecht

BWV   89  –  „Was soll ich aus dir machen, Ephraim

BWV  115  –  Mache dich, mein Geist, bereit

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„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 20.11.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

WDR3 – Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 – „Geistliche Musik“ – Programmauszug:

 Johann Michael Bach

Ach, wie sehnlich wart ich der Zeit,

Arie für Singstimme, Streicher und

Basso continuo; Monika Mauch, Sopran; Cantus Cölln, Leitung: Konrad Junghänel

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Johann Christoph Bach

Herr, wende dich und sei mir gnädig,

Dialog für 4 Singstimmen, Streicher

und Basso continuo; David Cordier, Altus; Hein Meens und Paul Elliott,

Tenor; Michael Schopper, Bass; Phoebe Carrai, Violoncello continuo;

Jean-Michel Forest, Violone continuo; Andreas Staier, Orgelpositiv;

Musica Antiqua Köln, Leitung: Reinhard Goebel

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Johann Sebastian Bach

Wachet auf, ruft uns die Stimme, BWV 140, Kantate am 27. Sonntag nach

Trinitatis für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo; Susan

Hamilton, Sopran; William Kendall, Tenor; Peter Harvey, Bariton;

Monteverdi Choir; English Baroque Soloists, Leitung: John Eliot Gardiner

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NDRkultur – (Kantate)

Livestream-Link:  

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/livestream243.html

Programm-Link:  http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/programmuebersichten/index.html

Archiv zum Nachhören:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/zum_nachhoeren/ndr2234.html

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Sonntag, 20.11..2011 um 08:03 Uhr bis O8:40 Uhr

NDRkultur – Kantate

08:03 – 08:40 Uhr Kantate

Geistliche Musik am letzten Sonntag des Kirchenjahres

Johann Sebastian Bach:

Fürchte dich nicht, ich bin bei dir, Motette BWV 228 NDR Chor / Ltg.: Michael Gläser

Wachet auf, ruft uns die Stimme, Kantate BWV 140 Heike Heilmann, Sopran / Henning Kaiser, Tenor Stefan Geyer, Bass / Balthasar-Neumann-Chor Balthasar-Neumann-Ensemble
Ltg.: Thomas Hengelbrock

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/ YouTube: BWV 55  –  Part 1 

 Ich armer Mensch, ich Sündenknecht –  (Interpret: Leonhardt)

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Kantaten-Beschreibung 

zum BWV 115  – „Mache dich, mein Geist

Kantaten für den 22. Sonntag nach Trinitatis

Aufführungsort: All Saints, Tooting

am 17.11.2000

Die allerbeste dieser drei Kantaten ist fraglos BWV 115 „Mache dich, mein Geist, bereit“

bereits aus Bachs zweitem Leipziger Jahrgang. Zehn Strophen aus Johann Burchard Freysteins Choral (1695), zu sechs Nummern verdichtet, sorgen dafür, dass sie keinen unnötigen Ballast enthält (‚keine Behinderung durch überflüssige oder problematische Inhalte’, kommentiert Whittaker). In der einleitenden Choralfantasie in G-dur ist das Orchester vierstimmig und mit Flöte, Oboe d’amore, unisono geführten Violinen und Bratschen sowie Continuo besetzt, außerdem einem in G notierten Zinken zur Verdopplung der Choralmelodie, die in langen Noten von den Sopranstimmen vorgetragen wird. Der Instrumentalsatz ist subtil und muss sehr sorgfältig ausbalanciert werden, da vor allem das Unisono der Violinen und Bratschen die Flöte und Oboe d’amore leicht in den Hintergrund drängen kann. Die Streicher übernehmen die Führung mit einem Oktavsprung, der später mit der Aufforderung der drei tieferen Stimmen des Chors ‚Mache dich, mein Geist, bereit’ verknüpft wird.

Ein vierstimmiger Kanon, mit zwei Themen in der Unterseptime und Unterquarte zwischen Flöte, Oboe und ineinander verschlungenen Violinen und Viola, dient als Ritornell zwischen den Textzeilen und bricht oft mitten im Satz ab, während der Gedanke über die Lücken weitergetragen wird. Trotz der im Text angelegten Warnungen ist das eine überzeugte Schilderung des Gläubigen, der zuversichtlich ist und sich dagegen wehrt, durch ‚Satans List’ (ausgedrückt durch eine heftige Bariolage-Figur aus Sechzehnteln) oder das Erschallen der letzten Posaune aus der Bahn geworfen zu werden. So originell und robust diese Choralfantasie ohne Frage ist, die beiden folgenden Dacapo-Arien sind beide lang, unglaublich anspruchsvoll und absolut faszinierend: die eine für Alt, ein langsamer Siciliano in e-moll im 3/8-Takt, mit Oboe d’amore und Streichern, die andere in h-moll, noch langsamer (molto adagio), für Sopran mit Flöte und Violoncello piccolo.

In der ersten Arie schildern die in Viertelwerten wiederholten E in der Basslinie, die kaum einen Pulsschlag erkennen lassen, den tiefen Schlaf der Seele. Darüber verdoppelt die Oboe d’amore zunächst die erste Violine, unternimmt dann Anstrengungen, sich zu befreien, indem sie eine steigende und wieder fallende Figur webt, den unwillkürlichen Streckbewegungen eines Träumenden ähnlich. Die Singstimme scheint den Standpunkt der schlummernden Seele wie auch des mahnenden Betrachters einzunehmen – eine ergreifende Überschneidung der Rollen, die den Aufruf ‚ermuntre dich doch’ umso mühevoller macht, als er wie aus tiefem Schlaf gesungen wirkt. Diese Aufforderung spornt den Continuo dazu an, fünfmal eine Oktave aufwärts zu springen, ‚als würde der träge Schläfer mit aller Kraft geschüttelt’ (Whittaker).

Nach hundertneun Takten wechselt die Musik zu Allegro, um in zweiundzwanzig Takten energisch davor zu warnen, welcher Preis für den Mangel an Wachsamkeit zu zahlen sein wird – das ist nichts weniger als die Aussicht auf ewiges Vergessen, jetzt wieder adagio in gewundenen und düsteren Harmonien kundgetan, wenn die Altstimme über einem Dominantseptakkord auf Eis zu einem hohen D klettert. Das Pathos, die Schläfrigkeit und der innere Kampf in diesem wunderbaren Siciliano sind hypnotisierend. Doch hat das auf Bachs Sonntagsgemeinde in Leipzig Eindruck gemacht? Haben sie mit gespannter Aufmerksamkeit zugehört (wie unser Publikum in Bath Abbey und auch in Eton Chapel), um erkennen zu lassen, dass sie willens sind, ihre Passivität zu verlassen und sich einzubinden, oder bedurfte es der barschen Strafpredigt des Bassisten (Nr. 3), um sie aufzuwecken? ‚Die ganze Welt und ihre Glieder / sind nichts als falsche Brüder’, konstatiert er, ‚doch macht dein Fleisch und Blut hierbei / sich lauter Schmeichelei’.

Noch viel schöner ist die Sopran-Arie (Nr. 4), in der sich der Akzent von der Notwendigkeit, wachsam zu sein, zum Gebet verlagert. Man kann sich kaum eine subtilere und abwechslungsreichere Palette an Klangfarben vorstellen als die von Sopran, Flöte und Cello piccolo: Gemeinsam geben sie kund, wie sehr sich die Seele nach der göttlichen Gnade sehnt. Der Continuo beschränkt sich darauf, die Taktschläge zu markieren, und lässt das Trio frei vorangleiten. Für mich gehörte die Art, wie diese drei – Joanne Lunn in andächtige Stille versunken und mit einer engelhaften Reinheit des Klangs bei den wiederholten Appellen ‚bete’ und ‚bitte’, Rachel Becketts wunderbare, doch zarte Barockflöte und David Watkins zauberhaftes Cello piccolo – einander begegnen, zu den bisherigen Höhepunkten der ganze Pilgerreise: drei vorzügliche Interpreten, die völlig in ihrer Aufgabe aufgehen, jede(r) mit der erforderlichen Meisterschaft und Sensibilität füreinander.

Die zuhörenden Musiker und das Publikum waren sichtlich fasziniert. Daran anschließend kam der Schlusschoral mit seiner würdevollen Schlichtheit und der Aufforderung, ‚immerdar [zu] wachen, [zu] flehen, [zu] beten, / weil die Angst, Not und Gefahr / immer näher treten’, umso wirkungsvoller zur Geltung. 

© John Eliot Gardiner 2010

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen für den 22. Sonntag nach Trinitatis:

               Link:    h i e r  zum Download als PDF  Gardiner   

  Künstler-Beitrag –  

              Link:   Künstler-Meinungen; Annette Isserlis, Viola

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/ YouTube: BWV  115

  „Mache dich, mein Geist, bereit  (Interpret:  Gardiner )

 

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/ YouTube: BWV  89 

 Was soll ich aus dir machen, Ephraim“  (Interpret: Leonhardt)

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CD für den 22. und 23. Sonntag nach „Trinitatis“ 
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SDG 171 Vol. 12

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Cover:
CD’s SDG 171
Vol.12
CD – eins-———————————————————————————————————————————————————————————————————–……………………………………………………………………………………………………………………………………———————————————————————————————————————————————————-……………………………………………………………….
BWV 55 – Ich armer Mensch, ich Sündenknecht
BWV 89 – Was soll ich aus dir machen, Ephraim
BWV 115 – Mache dich, mein Geist, bereit
BWV 60 – O Ewigkeit, du Donnerwort II

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Ich wünsche allen Besuchern eine schönen Trinitatis-Sonntag.

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Grüße

Volker

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den 21. Sonntag nach „Trinitatis“


Thomaner Thomaskirche Leipzig

Liebe Bach-Freunde/innen !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 06.11.2011 begehen wir den 21. Sonntag nach „Trinitatis“

Der Der 21. Sonntag nach Trinitatis wird von der Epistel her bestimmt. Es ist dort die Rede von der „Waffenrüstung Gottes“ – Paulus vergleicht die Instrumente des Krieges mit denen des Glaubens. Dem ist das Evangelium von der Feindesliebe entgegengestellt – es handelt sich bei diesem Text allerdings nur um die Zusammenfassung der längeren Liste aus Epheser 6. Der alttestamentliche Text scheint nicht viel mit „geistlicher Waffenrüstung“ zu tun zu haben, es sei denn, man betrachtet den Vers 7 als Hinweis auf die Waffe, mit der das jüdische Volk sich im Exil am Leben erhalten hat. Von einer Waffenrüstung zu reden – gleich ob geistlich oder nicht – trifft heute normalerweise auf Befremden. Diese Bilder gehören in eine extremistische Welt, nicht aber in die friedvolle Welt der Kirche. Dabei übersehen wir oft, dass es auch in der Kirche menschlich zugeht und auch dort Waffen benutzt werden – diese sind dann allerdings oft nicht die, von denen Paulus redet.

Die Rede Jesu von der Feindesliebe zeigt uns am 21. Sonntag nach Trinitatis, welche Waffen wir gegen unsere Feinde einsetzen können und sollen. Die Waffe der Liebe hat die Verheißung, dass Gott durch sie wirkt; darum können wir uns getrost auf sie verlassen, auch dann, wenn uns diese Waffe als wirkungslos erscheint. oder
Auch Christen benutzen Waffen, aber ihre Waffen verletzen nicht – zumindest nicht in der Regel – denn es sind geistliche Waffen, die uns sicher und fest machen und zugleich dazu dienen, Menschen, denen wir begegnen, die Liebe Gottes spürbar zu vermitteln. So rüsten wir uns in diesem Gottesdienst, um für die Herausforderungen des Alltags gewappnet zu sein.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den 21. Sonntag nach Trinitatis

BWV   38  –   Aus tiefer Not schrei ich zu dir

BWV   98  –  „Was Gott tut, das ist wohlgetan

BWV  109  –  Ich glaube, lieber Herr, hilf meinem Unglauben

BWV  188  –  IIch habe meine Zuversicht

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„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 13.11..2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

WDR3 – Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 – „Geistliche Musik“ – Programmauszug:

 Johann Sebastian Bach

Kantate: BWV 116 „Du Friedefürst, Herr Jesu Christ“
Kantate am 25. Sonntag nach Trinitatis
für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo

Lisa Larsson, Sopran
Annette Markert, Alt
Christoph Prégardien, Tenor
Klaus Mertens, Bass
Amsterdamer Barockchor und -orchester
Leitung: Ton Koopman

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NDRkultur – (Kantate)

Livestream-Link:  

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/livestream243.html

Programm-Link:  http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/programmuebersichten/index.html

Archiv zum Nachhören:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/zum_nachhoeren/ndr2234.html

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Sonntag, 13.11..2011 um 08:03 Uhr bis O8:40 Uhr

NDRkultur – Kantate

08:03 Uhr Kantate
Geistliche Musik am vorletzten Sonntag des Kirchenjahres

Dietrich Buxtehude:

Kantate: Herzlich lieb hab ich dich, o Herr,
Cantus Cölln / Laute und Ltg.: Konrad Junghänel

Johann Sebastian Bach:

BWV 632  Choralbearbeitung: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend !

Wolfgang Zerer, Orgel

Kantate BWV 98 „Was Gott tut, das ist wohlgetan,“

Johanette Zomer, Sopran / Bogna Bartosz, Alt Christoph Prégardien, Tenor / Klaus Mertens, Bass Amsterdamer Barockorchester und Chor
Ltg.: Ton Koopman

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Weitere  Rundfunksender mit Kantaten:

SR2

08:04 Uhr – 09:00 Uhr

Kantate am 21. Sonntag nach Trinitatis BWV 188 „Ich habe meine Zuversicht“

Sybille Rubens, Sopran – Bogna Bartoz, Alt – James Gilchrist, Tenor, Klaus Mertens, Bass – Ton Koopman Orgel und Leitung – Amsterdam Baroque Choir & Orchestra.

Livestream http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/index.jsp?rubrik=23746

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BR Klassik

08:05 – 08:31 Uhr

Kantate zum 21. Sonntag nach Trinitatis – BWV 109 „Ich glaube, lieber Herr, hilf meinem Unglauben“

Robin Blaze, Countertenor – Gerd Türk, Tenor – Chor und Orchester des Bach Collegium Japan – Leitung: Masaaki Suzuki

Livestream:  http://streams.br-online.de/br-klassik_2.m3u 

oder folgende Übersicht:  http://www.br.de/unternehmen/inhalt/technik/rundfunktechnik-radio-livestreams100.html

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Kulturradio rbb  (Radio Brandenburg)

09:30 Uhr bis 10:00 Uhr

Kantate am 21. Sonntag nach Trinitatis – BWV 38 „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“

Deborah York, Sopran – Franziska Gottwald, Alt – Paul Agnew, Tenor – Klaus Mertens, Bass –

Amsterdam Baroque Orchestra, Leitung: Ton Koopman

Livestream http://www.kulturradio.de/livestream/index.html

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/ YouTube: BWV 109 –  Part 1 

 Ich glaube, lieber Herr, hilf meinem Unglauben! –  (Interpret: Rilling)

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/ YouTube: BWV 109 –  Part 2 

 Ich glaube, lieber Herr, hilf meinem Unglauben!

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/ YouTube: BWV 109 –  Part 3 

 Ich glaube, lieber Herr, hilf meinem Unglauben!

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Kantaten-Beschreibung 

zum BWV 109  – Ich glaube, lieber Herr, hilf meinem Unglauben!

Kantaten für den 21. Sonntag nach Trinitatis

Aufführungsort: Greenwich, Old Royal Naval College Chapel,

am 11. und 12.11.2000

Nach unserer Rückkehr aus Italien und weil der Abstecher nach Osten in die Baltischen Staaten, den wir mit so großer Ungeduld erwartet hatten, nun doch nicht zustande kam, fanden wir uns in London wieder, und wieder einmal in Greenwich, in der Old Royal Naval College Chapel, die ein perfektes architektonisches und akustisches Ambiente bot. Jemand in unserer Gruppe hatte vor kurzem eine deutsche Rundfunksendung gehört, in der ein prominenter Leipziger Bach- Forscher und Theologe behauptete, unsere Pilgerreise mit Bach- Kantaten sei ‚suspekt’, weil Bach seine Kantaten nie in einem Stück hintereinander und erst recht nicht ‚in einem Konzert’ aufgeführt habe. Wenn man so verfahre, so sagte er, sei das nicht nur unauthentisch, sondern auch eine Gewähr dafür, dass sich vieles wiederhole, denn es ließe sich doch nicht vermeiden, dass Bach die für einen bestimmten Tag vorgegebenen Texte aus den Evangelien und Episteln auf gleiche Art und Weise verarbeite.

Wer sich vom Gegenteil überzeugen möchte, braucht sich nur die Musik anzuhören, die Bach für diesen Sonntag geschrieben hat. Er schuf nicht weniger als vier überragende Werke, denen der Bericht des Evangeliums zugrunde liegt, wie Jesus den Sohn des königlichen Beamten heilt (Johannes 4, 46–54).

Sie unterscheiden sich alle erstaunlich und weisen in ihrer Stimmung und Instrumentierung fein differenzierte Nuancen auf. In der frühesten dieser Vertonungen, BWV 109 „Ich glaube, lieber Herr, hilf meinem Unglauben!“ schafft Bach eine Reihe wunderbarer Antithesen, die den inneren Konflikt zwischen Zweifel und Glaube ausdrücken und zeigen sollen, dass der Glaube erst nach einer Zeit des Zweifels gewährt wird. In dem faszinierenden Gewebe des Eingangschors in d-moll, einer Vertonung des Textes aus dem Evangelium (‚Herr, ich glaube, hilf meinem Unglauben’), unterteilt er die Stimmen zunächst nach Art eines Concerto grosso in Concertisten und Ripienisten, wie er sie in seiner Terminologie nennt (die Quellen nehmen keine verbindliche Aufteilung vor, doch diese ergab sich während der Proben und durch Ausprobieren).

Einer Triosonate im Miniaturformat, für eine einzelne Violine und entweder eine oder zwei Oboen mit Continuo, oder zwischen Solostimme, Violine und Oboe, werden weitere Rufe (mit der Anweisung forte) der gesamten Concerto-grosso-Gruppe an die Seite gestellt. Die ‚Solo’-Stimmen melden sich mit der ersten Aussage zu Wort: ‚Ich glaube, lieber Herr’ (beginnend mit einer aufsteigenden Quarte, über die sich eine aufsteigende Quinte der zweiten Stimme erhebt), woraufhin die ‚Tutti’- Stimmen den zweiten Teil beisteuern: isolierte Rufe ‚hilf’ und dann die sich windende, in die Tiefe zerrende Phrase ‚hilf meinem Unglauben’. Unendlich faszinierend ist hier, wie diese beiden Aussagen vorgetragen, nebeneinander gesetzt und in einem sich immer weiter verdichtenden Austausch zwischen dem Orchester und dem fugierten Teppich, den alle vier Stimmen gemeinsam weben, verarbeitet werden. Bachs Vertonung hebt die Spannung zwischen Glaube und Zweifel auf eine so persönliche Weise hervor, dass man sich fragt, ob sie nicht seinen eigenen Glaubenskampf widerspiegelt.

Zwei sehr eindringliche Sätze schließen sich an: ein Rezitativ und eine Arie für Tenor, in der dieser innere Kampf weiter dramatisiert wird. Im Rezitativ (Nr. 2) verstärkt Bach die Dichotomie zwischen Glaube und Zweifel, indem er ihr zwei, vom selben Sänger gesungene ‚Stimmen’ zuordnet, die eine mit forte bezeichnet, die andere mit piano, und diese Phrase um Phrase – und in Bachs Rezitativen sicherlich auf einzigartige Weise – miteinander wechseln lässt. (Wie hätte Schumann das geliebt – er, der Schöpfer von Florestan und Eusebius, der es hasste, sich mit einer einzigen einheitlichen Stimme auszudrücken!)

Der grundlegende Kampf findet zwischen B-dur und e-moll statt, Tonarten, die durch einen Tritonus getrennt sind. Bach heischt um Mitleid, indem er die Phrasen in diese tonal entgegengesetzten Richtungen lenkt: Die (Furcht ausdrückenden) piano-Phrasen ziehen zunächst nach unten, während die lauten Glaubensproteste nach oben und zu Dur streben. In den abschließenden Phrasen verliert die Figur, die auf Eusebius verweist, offenbar die Geduld und lässt einen langen ohrenbetäubenden Schrei hören: ‚Ach Herr, wie lange?’, den sie in ihrer Verzweiflung zu einem hohen A (mit der Vorgabe forte und im Tempo adagio) treibt, während das Continuo eine Duodezime nach unten taucht, um sich auf einem tiefen E niederzulassen – eine düstere Vorschau auf die sich anschließende Arie. Bislang hat es keine Lösung gegeben. Gott hat nicht geantwortet.

Bach geht nun daran (Nr. 3), das angstvolle Zittern der Seele zu schildern: durch zerrissenen melodische Formen, instabile Harmonien, die zu quälenden Akkorden in der zweiten Umkehrung gelenkt werden, sowie persistierende Figuren in puntiertem Rhythmus. Er plündert die tragischen Ausdrucksreserven der französischen Ouvertüre à la Lully mit verheerender Wirkung, so dass sich anbietet, dieses Stück als frühe Skizze zu Petrus’ Reue-Arie in der Johannes-Passion zu interpretieren. Wie in ‚Ach, mein Sinn’ ist die Stimmung turbulent, verzweifelt und qualvoll. Alle Energie versackt im ‚B’-Teil, einer meisterhaften Untermalung der Worte: ‚Des Glaubens Docht glimmt kaum hervor, es bricht dies fast zustoßne Rohr, die Furcht macht stetig neuen Schmerz’. Die Instrumentierung wird dünner, die Harmonien steuern in entgegengesetzte Richtungen, erst nach d-moll, dann fis-moll, weg vom e-moll der Tonika und, kurz vor dem vollständigen Dacapo, mit einer abrupten Seitwärtswendung von der Dominante (h-moll) hin zu a-moll.

An diesem Dreh- und Angelpunkt in der Kantate ‚versetzt Bach absichtlich, da bin ich sicher’, wie Eric Chafe darlegt, die entsprechenden symbolischen Bedeutungen der Erhöhungs- und Erniedrigungszeichen aus dem Rezitativ (# aufsteigend, positiv; b negativ) in die geschlossenen Sätze (b positiv; # negativ). So kehrt das folgende Rezitativ für Alt (Nr. 4) mit Worten des Zuspruchs, ‚weil Jesus itzt noch Wunder tut’, zu d-moll zurück und liefert das Präludium zu einer sonnigen Arie für Alt und zwei Oboen in F-dur.

Als französischer Passepied angelegt, bringt sie, trotz ihrer Betonung des inneren Konflikts zwischen Fleisch und Geist, die ersten willkommenen Zeichen der Ermutigung. Bach schließt jetzt anstelle der üblichen vierstimmigen Choralharmonisierung mit einer überschwänglichen Fantasie, die ein Gefühl der Erleichterung und des Wohlbefindens vermittelt. Sie beginnt in d-moll und steuert auf a-moll zu – eine neutrale Tonart, die ‚alle vorangegangenen Tonarten zu relativieren scheint, ähnlich wie der Glaube letztendlich den Zweifel überwindet’ (Chafe). Ob man nun eine solche allegorische Interpretation akzeptieren mag oder nicht, eins ist sicher: Bach ist sich bewusst, dass viele seiner Zuhörer hin und wieder in ihrem Glauben schwanken, und er hat dafür Verständnis. Luther betonte, der Glaube werde ‚zuweilen öffentlich, zuweilen heimlich’ gewährt. Am Ende der Kantate hat man den Eindruck, dass man gehörig in die Mangel genommen wurde. 

© John Eliot Gardiner 2010

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen für den 20. und 21. Sonntag nach Trinitatis:

               Link:    h i e r  zum Download als PDF  Gardiner   

  Künstler-Beitrag –  

              Link:   Künstler-Meinungen; Suzanne Flowers – Sopran 

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/ YouTube: BWV  38

  „Aus tiefer Not schrei ich zu dir  (Interpret: Herreweghe )


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/ YouTube: BWV  98 

Was Gott tut, das ist wohlgetan“  (Interpret: Gardiner  )

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/ YouTube: BWV  188

Ich habe meine Zuversicht“  (Interpret:  Rilling )


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CD für den 20. und 21. Sonntag nach „Trinitatis“ 
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Cover:
CD’s SDG 168
Vol.11
CD – zwei –———————————————————————————————————————————————————————————————————–……………………………………………………………………………………………………………………………………———————————————————————————————————————————————————-……BWV 38 – Aus tiefer Not schrei ich zu dir
.. …BWV 98 – Was Gott tut, das ist wohlgetan
……BWV 109 – Ich glaube, lieber Herr, hilf meinem Unglauben
……BWV 188 – Ich habe meine Zuversicht

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Ich wünsche allen Besuchern eine schönen Trinitatis-Sonntag.

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Grüße

Volker

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den 20. Sonntag nach „Trinitatis“


In Eisenach das Bach-Museum mit Erweiterung - links der Neubau

Liebe Bach-Freunde/innen !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 06.11.2011 begehen wir den 20. Sonntag nach „Trinitatis“

Der 20. Sonntag nach Trinitatis widmet sich der Frage nach dem Sinn von Ordnungen. Dabei werden auch die unumstößlichen Zusagen Gottes berücksichtigt, die uns den Rahmen geben, in dem wir uns bewegen können. Vom Evangelium her klingt deutlich die Prämisse durch: Der Mensch ist nicht um des Gesetzes willen, sondern das Gesetz um des Menschen willen gemacht. Am 20. Sonntag nach Trinitatis hören wir das Evangelium von der Rede Jesu über die Ehe und Ehescheidung und erfahren, dass Gottes Ordnungen auch unseren persönlichen Lebensbereich durchdringen und zum Schutz allen Lebens eingesetzt sind. Diese Ordnungen werden von Jesus Christus bestätigt und erneut eingesetzt, und es ist gut, dass uns Gott auf diese Weise hilft, die Verantwortung anderen Menschen und der Kreatur gegenüber wahrzunehmen. – oder:

An diesem Sonntag geht es um die Ordnungen Gottes und die Frage, wie wir uns zu solchen Ordnungen stellen gerade angesichts der Freiheit, in die wir durch durch Christus gestellt sind. Haben die Ordnungen, so wie sie in der Bibel dargelegt sind, überhaupt noch eine Bedeutung? Oder sollten wir sie als gute Christen gerade besonders ernst nehmen? Gibt es für uns etwa eine neue Ordnung? Diesen Fragen wollen wir heute in Lied, Wort und Gebet nachgehen. – oder:

Um die Ordnungen Gottes geht es heute, um den Lebensrahmen, um das, was wir tun und lassen sollen. Schon immer haben diese Ordnungen in Spannung gestanden zu dem Drang des Menschen, frei zu sein und seinen Lebensrahmen selbst zu bestimmen. Wie lässt sich das Leben so gestalten, dass Freiheit und Ordnung einander ergänzen und nicht einander ausschließen? Das wollen wir heute im Hören auf Gottes Wort, im gemeinsamen Gesang und Gebet bedenken.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den 20. Sonntag nach Trinitatis

BWV   49  –   Ich geh und suche mit Verlangen

BWV   162  –  „Ach! ich sehe, itzt, da ich zur Hochzeit gehe

BWV  180  –  Schmücke dich, o liebe Seele

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„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 06.11..2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

WDR3 – Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 – „Geistliche Musik“ – Programmauszug:

 Johann Sebastian Bach

Orgel: Fuge g-moll, BWV 578; Gerhard Weinberger

an der Johann-Caspar-Rommel-Orgel der Kirche St. Blasii in Zella-Mehlis

Johann Sebastian Bach

BWV 115 – „Mache dich, mein Geist, bereit“ für den 22. Sonntag nach Trinitatis – Kantate für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo;

Barbara Schlick, Sopran; Andreas Scholl, Altus; Christoph Prégardien, Tenor; Gotthold Schwarz, Bass; Concerto Vocale Leipzig; Ensemble Baroque de Limoges, Leitung: Christophe Coin

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NDRkultur – (Kantate)

Livestream-Link:  

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/livestream243.html

Programm-Link:  http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/programmuebersichten/index.html

Archiv zum Nachhören:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/zum_nachhoeren/ndr2234.html

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Sonntag, 06.11..2011 um 08:03 Uhr bis O8:40 Uhr

NDRkultur – Kantate

Geistliche Musik am drittletzten Sonntag des Kirchenjahres

Felix Mendelssohn Bartholdy:

Richte mich, Gott, Motette op. 78 Nr. 2
NDR Chor / Ltg.: Michael Gläser
Präludium und Fuge B-Dur op. 35 Nr. 6
Christoph Schoener, Orgel

Johann Sebastian Bach:

BWV 180 „Schmücke dich, o liebe Seele“ Kantate für den 20. Sonntag nach Trinitatis:

Barbara Schlick, Sopran / Andreas Scholl, Altus Christoph Prégardien, Tenor / Gotthold Schwarz, Bass Concerto Vocale Leipzig / Ensemble Baroque de Limoges / Ltg.: Christophe Coin

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/ YouTube: BWV 49 –  Part 1 Sinfonia

 Ich geh und suche mit Verlangen –  (Interpret: Harnoncourt)

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/ YouTube: BWV 49 –  Part 2 Arie Sopran

 Ich geh und suche mit Verlangen

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 Kantaten-Beschreibung zum BWV 180

Kantaten für den 20. Sonntag nach Trinitatis

Aufführungsort: San Lorenzo, Genua  am 04.11.2000

…….., Das gilt nicht für die Choralkantate BWV 180 Schmücke dich, o liebe Seele, obwohl ihr Kopfsatz recht lang ist – einer jener im 12/8- Takt gleich einer Prozession gemessen voranschreitenden Sätze, in denen Bach so großartig ist. Hier kombiniert er verhaltene Abschnitte der Bläser (zwei Blockflöten, zwei Oboen, eine davon da caccia) mit einem Thema für die unisono geführten hohen Streicher, dann teilt er die Bläser in Paare auf, zwischen denen über einer fragmentarischen (immer noch unisono gespielten) Streicherfigur ein kreuzrhythmischer Austausch stattfindet. Die Choralfantasie, die mit einer heiteren Cantus-firmus-Melodie in den Sopranstimmen über den verzierten Gesangslinien der drei tiefen Stimmen beginnt, ist geradezu maßgeschneidert für die Seele, die sich für ihre Hochzeit herausputzt. Das Stück schildert anfangs eine Atmosphäre der Zärtlichkeit und Erwartung: das Ankleiden und den Gang zum Hochzeitsfest. Plötzlich (bei Takt 71) steigert sich die Spannung: die Braut ist angekommen (in den getragenen Streicherakkorden wird sogar ihre lange Schleppe angedeutet) – ein Verweis auf die sich in ähnlicher Weise steigernde Spannung in Wachet auf (BWV 140, Nr. 1).

Die folgende Arie für Tenor und obligate Flöte (Nr. 2), mit deutlichen Anklängen an die Badinerie aus der Orchestersuite in h-moll (BWV 1067), nur in langsamerem Tempo, lässt an eine Mittelfest-Darbietung oder einen Tanz für Einhandflöte und Trommel denken. Doch statt tanzender Mädchen kommt als Antwort auf Jesu Klopfen (in den wiederholten Achteln im Continuo zu hören) die Aufforderung: ‚Ach, öffne bald die Herzenspforte’. Diese Arie ist frisch, unbeschwert und mitreißend. Vor allem in dem Konzert in Rom inspirierte sie unsere beiden Klavieristen zu einer Darbietung spontanen Überschwangs – mit Boogierhythmen, flippigen Gegenthemen, Skalen, synkopierten Akkorden –, für mich der Stimmung des Stückes und den Gegebenheiten durchaus angemessen, aber für die ortsansässigen Stilwächter Anlass zu grimmigem Stirnrunzeln.

Die auf das Hochzeitsfest bezogene Symbolik ist auch im dritten Satz vorhanden, wo der Sopran mit einer verzierten Version der Choralmelodie, abgesetzt gegen ein sanft arpeggiertes Moto perpetuo für Cello piccolo, die Worte ausdeutet: ‚Ach, wie hungert mein Gemüte! Ach, wie pfleg ich mich nach dieser Kost zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebensfürsten!’ Die zweite Arie für Sopran (Nr. 5) ist als Polonaise angelegt, unterteilt in Einheiten zu vier und sechs Takten, in denen eine der beiden Oboen und beide Blockflöten gemeinsam mit den ersten Violinen die strahlende Melodie vortragen. Was sich Bach dabei dachte, diese zauberhafte, in sich abgerundete Musik durch die Sopranstimme zu ergänzen, ist rätselhaft. Sie singt nur immer und immer wieder denselben Text (was hätte Johann Mattheson dazu wohl zu sagen gehabt?), über zwanzig Takte lang: ‚Lebens Sonne, Licht der Sinnen, Herr, der du mein Alles bist!’ Dieses Stück ist eines der wenigen Beispiele für einen Kantatensatz, den Bach offenbar wie im Schlaf komponiert hat, auf jeden Fall hat er sich um den Text wenig geschert.

Der abschließende Choral, ein Musterbeispiel seiner Art, führt alle Fäden der früheren Sätze zusammen – die Thematik des himmlischen Hochzeitsfestes, der Nahrung für die Seele und der Vereinigung mit Gott. Johann Francks eucharistischer Choral ist in Bachs vierstimmiger Harmonisierung unbeschreiblich zärtlich. So sagt Whittaker über diese Kantate: ‚Sie ist in dieser Reihe diejenige, deren Glückseligkeit ungetrübt bleibt; da gibt es keine Kriege oder Gerüchte von Kriegen, keine beunruhigenden Dämonen oder falschen Propheten, keine Seelenfolter, keine Gedanken an vergangene Sünden, keine Furcht vor dem Jenseits; die Seele gibt sich voller Verzückung ihrem Bräutigam hin, und alles andere ist vergessen.’

Es fügte sich sehr gut, dass wir diese Kantaten mit ihrer weltlichen Symbolik in zwei so farbenprächtigen italienischen Kirchen aufführten: San Lorenzo in Genua ist eine herrliche gotische Kathedrale mit Streifen in polychromem Marmor, der sie aussehen lässt wie ein heiliges Zebra. Die Mischung aus sakralen und profanen Elementen kann kaum deutlicher zutage treten als in der Basilika Santa Maria sopra Minerva in Rom, jener prächtigen gotischen Kirche aus dem 13. Jahrhundert, die der Überlieferung zufolge auf den Fundamenten dreier heidnischer Tempel ruht – für Isis, Serapis und für Minerva, deren Heiligtum Pompeius der Große um 50 v. Chr. errichtete. Sie ist eine wunderbare Schatzkammer mit einer Mischung unterschiedlichster Stile. Mein besonderer Favorit ist die Grabstätte Giovanni Albernes aus dem 15. Jahrhundert, wo auf einem schönen griechischem Sarkophag aus dem fünften vorchristlichen Jahrhundert dargestellt ist, wie Herkules mit dem nemeischen Löwen kämpft, zwei Renaissance-Engel ihm zur Seite und darüber in voller Länge die liegende Figur des Kardinals. Dieses Grabdenkmal bringt die stilistische Heterogenität dieser zauberhaften Kirche auf den Punkt.

Schätzungsweise viertausend Zuhörer fanden sich zu unserer Aufführung dreier wenig bekannter Bach-Kantaten ein. Sie saßen auf Balustraden, drängten sich in die Seitenkapellen, standen in allen drei Schiffen. Ich kam mir ein bisschen wie ein Gladiator vor, als ich mir einen Weg zum Orchester zu bahnen suchte. Die Temperatur stieg beträchtlich. Die Gegenwart so vieler Menschen, die so lange still ausharrten, so aufmerksam und voller Wertschätzung waren, überwältigte uns alle. Ich fand es erhebend und war mir ständig der einander überlagernden Schichten heidnischer und christlicher Gottesverehrung und der strahlenden Farben bewusst, die Händel so beeindruckt hatten, als er Rom besuchte.

Der für Kultur aus dem Vatikan zuständige französische Kardinal saß unmittelbar hinter mir auf seinem herrlichen Thron, von Publikum umgeben. Als ich irgendwann ein paar Schritte zurücktrat, geriet ich versehentlich ein Stück näher an ihn heran, als ich wollte, doch ihn schien das nicht weiter zu stören. Mir war gesagt worden, ich würde schon merken, wenn das Konzert zu Ende sei, weil sich der Kardinal dann erheben und an mich ein paar Worte richten würde. Das tat er denn auch in gemessenem Französisch: ‚Vous avez evoqué les anges par votre musique: ils sont venus avec leur bénédiction. Merci!’ [Sie haben mit Ihrer Musik die Engel herbeigerufen. Sie sind gekommen und haben ihren Segen gegeben. Danke!’]. Hinterher fragte mich jemand, warum ich seinen Ring nicht geküsst hätte. Nun ja, was hätte darauf wohl der lutherische Pfarrer in Wittenberg erwidert? 

© John Eliot Gardiner 2010

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen für den 19. und 20. Sonntag nach Trinitatis:

               Link:    h i e r  zum Download als PDF  Gardiner   

  Künstler-Beitrag –  

              Link:   Künstler-Meinungen; Suzanne Flowers – Sopran 

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/ YouTube: BWV  162 –

  „Ach! ich sehe, itzt, da ich zur Hochzeit gehe  (Interpret: Harnoncourt )

 

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/ YouTube: BWV  180 –  Part 1

Schmücke dich, o liebe Seele“  (Interpret:  Gardiner )

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/ YouTube: BWV  180 –  Part  3 + folgende 

Schmücke dich, o liebe Seele

 

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CD für den 20. und 21. Sonntag nach „Trinitatis“ 
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Cover:
CD’s SDG 168
Vol.11
CD – eins –———————————————————————————————————————————————————————————————————–……………………………………………………………………………………………………………………………………—————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————–………………..BWV  49 – Ich geh und suche mit Verlangen

 ……………….BWV  162 – Ach! ich sehe, itzt, da ich zur Hochzeit gehe

……………….BWV  180 – Schmücke dich, o liebe Seele

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Ich wünsche allen Besuchern eine schönen Trinitatis-Sonntag.

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Grüße

Volker

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den 19. Sonntag nach „Trinitatis“


Die berühmte Mühle von Veit Bach in Wechmar-Thüringen

Liebe Bach-Freunde/innen !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 30.10.2011 begehen wir den 19. Sonntag nach „Trinitatis“

Der 19. Sonntag nach Trinitatis hat die ganzheitliche Heilung zum Thema. „Ganzheitlich“ ist ein Schlagwort unserer Zeit, und es wäre hilfreich, wenn eine Verbindung zum heutigen Verständnis von den Predigttexten her abgeleitet werden könnte. 

Die Erzählung von der Heilung des Gichtbrüchigen macht uns am heutigen 19. Sonntag nach Trinitatis deutlich, dass der Mensch nicht allein aus dem Leib besteht, der krank werden und sterben kann. Wenn Jesus heilt, so heilt er immer den ganzen Menschen, so dass auch die Seele wieder gesund wird.
oder: Krankheit zeigt uns unsere Grenzen. Sie macht uns bewusst, dass wir unseren Körper nicht unendlich belasten können. Zuletzt bereitet sie uns auch auf den Tod vor.
Insofern ist Krankheit etwas Gutes. Sie hilft uns, unsere Ziele neu zu stecken und an unsere Grenzen, die uns von Gott gesetzt sind, anzupassen. Sie gibt uns die Möglichkeit, auszuruhen und uns auf das Wesentliche zu besinnen.
Auch die Seele kann nicht unbegrenzt belastet werden. Auch sie braucht Phasen der Ruhe und Entspannung; einer hat es mal so formuliert: die Seele baumeln lassen, das ist es, was wir brauchen.
Wenn Gott sich uns mit seiner heilenden Kraft zuwendet, dann immer so, dass er beides meint, unseren Leib und unsere Seele. Das Heil, das er uns schenkt, seine Heilung ist vollkommen und lässt nichts aus.
Darum lautet der Wochenspruch, der beim Propheten Jeremia im 17. Kapitel steht:

Heile du mich, Herr, so werde ich heil. Hilf du mir, so ist mir geholfen. (Jer 17, 14)

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den 19. Sonntag nach Trinitatis

BWV    5  –   Wo soll ich fliehen hin

BWV   48  –  „Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen

BWV  56  –  Ich will den Kreuzstab gerne tragen
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„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 30.10.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

WDR3 – Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 – „Geistliche Musik“ – Programmauszug:

 Dietrich Buxtehude

Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort, Kantate für Soli, 2 Violinen und

Basso continuo; Lautten Compagney, Leitung: Wolfgang Katschner

Heinrich Schütz

Wir gläuben all an einen Gott, geistliches Konzert für Singstimmen und

Basso continuo; Susanne Rydén und Nele Gramß, Sopran; Jan Kobow, Tenor;

Wolf-Matthias Friedrich, Bass; Weser-Renaissance, Leitung: Manfred

Cordes

Johann Sebastian Bach

Vater unser im Himmelreich, BWV 682; David Franke an der

Hildebrandt-Orgel der Stadtkirche St. Wenzel in Naumburg

Caspar Othmayr

Ein feste Burg ist unser Gott, Liedmotette für Singstimmen und Basso

continuo; Himlische Cantorey

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NDRkultur – (Kantate)

Livestream-Link:  

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/livestream243.html

Programm-Link:  http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/programmuebersichten/index.html

Archiv zum Nachhören:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/zum_nachhoeren/ndr2234.html

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Sonntag, 30.10.2011 um 08:03 Uhr

NDRkultur – Kantate

Geistliche Musik am 19. Sonntag nach Trinitatis

Leonard Lechner:

Wohl dem, der den Herren fürchtet Cantus Cölln / Christoph Anselm Noll, Orgel
Laute und Ltg.: Konrad Junghänel

Samuel Scheidt: In te Domine speravi, Toccata aus „Tabulatura nova“
Franz Rami, Orgel

Johann Sebastian Bach:

Ich will den Kreuzstab gerne tragen, Kantate BWV 56
Thomas Quasthoff, Bass-Bariton
Albrecht Mayer, Oboe / RIAS-Kammerchor
Berliner Barock Solisten / Ltg.: Rainer Kussmaul

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/ YouTube: BWV 48 – 

 „Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen –  (Interpret: Orquesta y Coro de La Capilla Real de Madrid)


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Kantaten-Beschreibung zum BWV 48

Kantaten für den 19. Sonntag nach Trinitatis

Aufführungsort: Erlöserkirche Potsdam am 29.10.2000

J.S. Bach war zweiundsechzig Jahre alt, als er im Frühjahr 1747 die lange Reise von Leipzig nach Potsdam antrat, um seinen zweiten Sohn Carl Philipp Emanuel zu besuchen, der damals Kammercembalist in der preußischen Hofkapelle war. Nachdem er den Schock überwunden hatte, zu Friedrich dem Großen gerufen zu werden, während er noch die von der Reise angeschmutzte Kleidung trug, wurde er einer sehr öffentlichen Prüfung seiner improvisatorischen Kunstfertigkeit unterzogen (manche glauben, das teuflische Thema regium, auf das er eine Fuge improvisieren sollte, sei eine Falle gewesen, die ihm der sadistische König oder vielleicht der missgünstige Sohn gestellt hatte, der seinen Vater in Verlegenheit bringen wollte). Am nächsten Tag wurde er durch Potsdam geführt und gebeten, die verschiedenen Kirchenorgeln zu spielen und zu taxieren. Die Erlöserkirche, ein neogotischer Bau im Wilhelminischen Stil, wo wir auftreten sollten, war viele Jahre nach Bachs Besuch errichtet worden.

Da nun das Ende der Trinitatiszeit heranrückte, lag der thematische Schwerpunkt auf den heiklen und unlösbaren Fragen des Glaubens und des Zweifels. Je mehr sich der Herbst dem Winter nähert, desto grimmiger und strenger werden die für die sonntägliche Lesung bestimmten Texte; sie heben entweder hervor, dass die Gerechten der Welt entsagt haben und darauf hoffen können, letztendlich mit Gott vereint zu sein, oder sie betonen, welche Schrecken die Ausgeschlossenen zu gewärtigen haben. Von Woche zu Woche scheint diese Dichotomie schroffer zu werden. Am Neunzehnten Sonntag nach Trinitatis konzentriert sich die Epistel, aus dem Epheserbrief, auf die Ermahnungen des Apostels Paulus, der einen reinen Geist kompromisslos gegen einen verdorbenen Körper setzt, während die Lesung – wie so oft gegen Ende der Trinitatiszeit – aus dem Matthäus-Evangelium (9, 1–8) das Wunder erzählt, wie Jesus einen Gelähmten heilt, weil er Vertrauen hat. Wie bei so vielen früheren Gelegenheiten während des Kirchenjahres mildert Bach den Ernst der Worte und macht sie menschlich, ohne damit in irgendeiner Weise ihre Wirkung abzuschwächen: Er versteht es auf unnachahmliche Weise, die Botschaft der christlichen Lehre lebendig zu machen, und vermittelt sie, so es angebracht ist, mit einem heftigen dramatischen Querschlag, jedoch ausbalanciert durch eine Musik von herzerweichender Zärtlichkeit.

BWV 48 „Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen“  aus Bachs erstem Leipziger Zyklus, war die erste Kantate unseres Programms. Sie beginnt mit einer Klage in g-moll, einem Chor, der als langsames Menuett angelegt ist und wie eine urromantische Tondichtung anmutet. Das einleitende, aus zwölf Takten bestehende Orchestervorspiel bringt ohne Worte in einer Folge aufsteigender zweitaktiger Phrasen in den ersten Violinen Paulus’ Angstschrei ‚Wer wird mich erlösen vom Leibe dieses Todes’ (Römer 7,24) zum Ausdruck. Darüber hinaus liefert es das Gerüst für den gesamten Satz, indem es die verschiedenen Interjektionen des Chores miteinander verbindet, nicht nach einem vorhersagbaren oder systematisch angelegten Muster, sondern indem es die aufeinander folgenden Einsätze der Stimmen vorwegnimmt oder sie teilweise überdeckt und dabei ihre Reihenfolge ständig verändert.

Die Sopranstimmen beginnen als strenger Kanon, die Altstimmen folgen im Abstand einer Quarte und zwei Takte später. Bach legt einen zweiten Kanon für Trompete und zwei Oboen darüber, die deutlich vernehmbar, jedoch mit der vokalen Textur verwoben sind und eine wortlose ‚Antwort’ beinhalten. Die flehenden Fragen des Paulus-Textes beantwortet Bach seinen Hörern mit dem ermutigenden Choral von Johann Heermann ‚Herr Jesu Christ, ich schrei zu dir’, der im Dresdner Gesangbuch von 1725/36 für diesen Sonntag vorgesehen ist und trostreiche Bezüge enthält. Das Schema klingt einfach, doch im Laufe der sich über 138 Takte erstreckenden Ausarbeitung legt sich die (im Kanon geführte) Choralmelodie in Schichten über das sich ständig verändernde Geflecht der Chorstimmen (ebenfalls im Kanon), während das Streicherritornell unerbittlich wiederkehrt, entweder eigenständig oder im Verein mit den anderen Instrumenten und Stimmen. Ich fand es ergreifend und herzbewegend.

Bach erläutert dann die Beziehung zwischen dem leidenden Gläubigen und dem Gelähmten im Matthäus-Evangelium. Ein düsteres, von den Streichern begleitetes Rezitativ (Nr. 2) für Alt mit instabilen chromatischen Harmonien moduliert über eine Folge von Molltonarten von e-moll nach b-moll, erreicht dann Durtonarten durch enharmonische Verwechslung und kehrt schließlich wieder zu B (dur) zurück. Diese plötzliche Gegenwart von Erhöhungszeichen, die in Luthers Symbolik das Kreuz darstellen, in einer Kantate, in der alle sieben Sätze Tonartvorzeichnungen mit Erniedrigungszeichen haben, ist überwältigend, vor allem dann, wenn E-dur genau an der Stelle erscheint, wenn ‚allein die Seele fühlet den stärksten Gift, damit sie angestecket’. E-dur ist eine Tonart, die in Bachs Kirchenmusik gemeinhin mit heiterer Gelassenheit und Erlösung assoziiert wird, doch hier, wo sie ‚eine verzweiflungsvolle und ganz tödliche Traurigkeit’ hervorruft, ‚mit nichts als einer fatalen Trennung des Leibes und der Seelen [zu] vergleichen’, kommt sie offensichtlich der Charakteristik von Johann Mattheson näher. Die sich anschließende Vertonung für vierstimmigen Chor ist die perfekte Fortsetzung, drückt sie doch das ‚brünstig Seufzen’ aus, mit dem die Altstimme die vorige Nummer beendet hatte.

Mit dem Bezug auf den Gelähmten und den gläubigen Sünder, der ‚im Geist erneuert’ wird, geht die zweite Hälfte der Kantate viel leichter ins Ohr. Die Arie für Altstimme, die mit der obligaten Oboe einen engen Dialog aufnimmt, wirkt wie ein intimes Gespräch zwischen dem Gläubigen und Gott. Jeder sporadische Verweis auf die frühere ‚Schwäche des Leibes’ wird in der Arie für Tenor und Streicher (Nr. 6) durch die heilende Kraft des Erlösers weggefegt – in abgewandelter Da- Capo-Form, einer jener betörenden und heiklen Arien im Dreiertakt, die Bach so sehr liebte. Nachdem er hier ein scheinbar regelmäßiges Muster einander abwechselnder 3/4- und 3/2-Takte angelegt hat, fügt er plötzlich eine ganze Kette von Hemiolen hinzu – vielleicht ein Zeichen dafür, dass die Gesundheit wieder hergestellt ist, ein Feiern der Gesundheit von Leib und Seele? –, wobei der Tonfall das ungewöhnliche rhythmische Muster wenn nicht zu bestimmen, so doch stark zu beeinflussen scheint. Danach ist die einfache, aber stark harmonisierte Choralmelodie, die bereits im Eröffnungssatz angekündigt wurde, reiner Balsam. 

© John Eliot Gardiner 2005

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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Ein eigenständiger Kantaten-Beitrag für das Reformationsfest kann nachstehend aufgerufen werden.

Link: https://meinhardo.wordpress.com/2009/10/30/j-s-bach-reformations-kantaten/

 

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen für den 19. Sonntag nach Trinitatis und Reformationsfest.

               Link:    h i e r  zum Download als PDF  Gardiner   

  Künstler-Beitrag –  

              Link:   Künstler-Meinungen;:Anne Schumann Violine

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/ YouTube: BWV  5 –

  „Wo soll ich fliehen hin  (Interpret: unbekannt)

 

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/ YouTube: BWV  56 –  Part eins

Ich will den Kreuzstab gerne tragen“  (Interpret: Holland Boys Choir. Netherlands Bach Collegium. )

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/ YouTube: BWV  56 –  Part fünf

„Komm, o Tod, du Schlafes Bruder“

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CD für den 19 Sonntag nach „Trinitatis“  und Reformationsfest..!!
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Cover:
CD’s SDG 159
Vol.10
CD – eins –———————————————————————————————————————————————————————————————————–……………………………………………………………………………………………………………………………………—————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————–………………..BWV  5 – Wo soll ich fliehen hin

 ……………..BWV  48 – Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen

……………..BWV  56 – Ich will den Kreuzstab gern tragen

……………..BWV  90 – Es reißet euch ein schrecklich Ende

Kantaten zum Reformationsfest:  

BWV 79 „Der Herr ist Sonn und Schild“ 

BWV 80 „Ein feste Burg ist unser Gott“

BWV 192 „Nun danket alle Gott“

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Ich wünsche allen Besuchern eine schönen Trinitatis-Sonntag.

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Grüße

Volker

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den 18. Sonntag nach „Trinitatis“


Thomaskirche Leipzig Blick auf den Altar

Liebe Bach-Freunde/innen !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Gezielt möchte ich auf Gardiners Konzert vom 22. Oktober 2000 in der Thomaskirche Leipzig hinweisen, die er so eindrücklich und emotional in seinem Reisetagebuch von der Bach-Cantata-Pilgrimage 2000 – für die Bach-Kirche beschrieben hat. Einen Auszug davon gibt es in diesem Beitrag als Kantaten-Beschreibung für das BWV 116 und BWV 668..!!

Am 23.10.2011 begehen wir den 18. Sonntag nach „Trinitatis“

Der 18. Sonntag nach Trinitatis ist bestimmt vom Evangelium über das „höchste Gebot“, das sowohl von der Gottesliebe als auch der Nächstenliebe redet. Dies gibt uns erneut Gelegenheit, über das Verhältnis der Christen zum jüdischen Volk nachzudenken, denn dieses höchste Gebot stammt in seiner zweifachen Ausrichtung vollständig aus der jüdischen Tradition. Allerdings haben die anderen Texte nicht immer das „höchste Gebot“ im Sinn, sondern reden auch von der Nachfolge im Allgemeinen. Der alttestamentliche Text ist die Perikope mit den „10 Geboten“. Am 18. Sonntag nach Trinitatis hören wir die Antwort Jesu auf die Frage, was das höchste Gebot sei, als das Gebot, nach dem wir unser Leben ausrichten sollen. Es ist nicht leicht, diesem Gebot in jeder Situation zu folgen, und wir erfahren oft, dass wir an Gott und unserem Nächsten schuldig werden. Um so wichtiger ist für uns, dass einer dieses Gebot vollständig erfüllt hat: Jesus Christus.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den 18. Sonntag nach Trinitatis

BWV    96  –  „Herr Christ, der einge Gottessohn

BWV   169  –  „Gott soll allein mein Herze haben“

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„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 23.10.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 – „Geistliche Musik“ – Programmauszug:

 Johann Sebastian Bach

BWV 96 „Herr Christ, der einge Gottessohn“  Kantate am 18. Sonntag nach Trinitatis

für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo;

Katharine Fuge, Sopran; Nathalie Stutzmann, Alt; Christoph Genz, Tenor;

Gotthold Schwarz, Bass; Monteverdi Choir; English Baroque Soloists,

Leitung: John Eliot Gardiner

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/ YouTube: BWV 116 – 

 Du Friedefürst, Herr Jesu Christ“ –  (Interpret: Harnoncourt)


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Kantaten-Beschreibung zum BWV 116

Kantaten für den 18. Sonntag nach Trinitatis –

Aufführungsort: Thomaskirche Leipzig am 22.10.2000

Zu Bachs Zeit bestimmte der lutherische Kirchenkalender mit den beiden großen Festen Ostern (beweglich) und Weihnachten (unbeweglich) über Anlage und Inhalt der Kantatensammlungen. Die Trinitatiszeit musste deutlich vier Wochen vor Weihnachten enden, so dass in einem Jahr wie 1724, als Ostern spät fiel, von den siebenundzwanzig möglichen Sonntagen nach Trinitatis vor Beginn des Tempus clausum, der ‚geschlossenen Zeit’ zwischen dem ersten Adventssonntag und Heiligabend, in der keine Kantaten oder Konzerte aufgeführt werden durften, nur fünfundzwanzig Sonntage übrig blieben.

Das bedeutete 2000, dass wir die Kantaten, die von Bach für das Ende der Trinitatiszeit erhalten sind, irgendwo in unseren früheren Programmen unterbringen mussten. So ergab sich bei unserem Konzert in Leipzig die Möglichkeit, die herrliche Choralkantate BWV 116 „Du Friedefürst, Herr Jesu Christ“ einzufügen, die am 26. November 1724 als letzte Kantate der Trinitatiszeit in Bachs zweitem Jahrgang aufgeführt worden war. Themen der lutherischen Theologie sind an diesem Ende des liturgischen Jahres häufig das Jüngste Gericht, die Wiederkunft des Herrn oder der im Evangelium verkündete ‚Greuel der Verwüstung‘. Obwohl sich der Text des siebenstrophigen Chorals von Jakob Ebert (1601), der für die beiden Ecksätze wörtlich übernommen, in den Innensätzen jedoch paraphrasiert wurde, auf die Übertretung der Gebote durch die Menschen konzentriert und ‚ein erschreckt geplagtes Land’ benennt, ist im Kopfsatz von Jesus als ‚Friedefürst’ die Rede, der im Leben und im Tod ‚ein starker Nothelfer’ sei.

Das steht im Einklang mit der liturgischen Zweckbestimmung, die in Gesangbüchern dieser Zeit über der Melodie erscheint: ‚in allgemeiner Not’, oder um speziell ‚zur Zeit des Krieges um Frieden zu bitten’). Das Orchesterritornell für Streicher mit zwei Oboen d’amore wirkt dabei wie ein umgearbeiteter Konzertsatz in A-dur: merkwürdig positiv, sicher und lebendig, ein Eindruck, den die gegen unabhängiges instrumentales Material gesetzten Blockharmonien der ersten Choralzeilen bestätigen. Erst in der vorletzten Zeile des Abgesangs (dem B-Teil der Barform A-A-B) erfolgt ein Hinweis auf das Jüngste Gericht in der Weise, wie die drei tiefen Stimmen auf den Cantus firmus (Sopran und Cornetto) reagieren – mit einem nervösen, zerrissenen, homophonen Kommentar in imitierender Komplizenschaft mit den instrumentalen Linien.

Das Grauen, das die verängstigte, vor das Gericht beorderte Seele erlebt, kommt deutlicher in der Alt-Arie mit ihrem verschlungenen Obligato für Oboe oboe d’amore zum Ausdruck (Nr. 2). Singstimme und Oboe verschachteln sich wie in einem richtigen Duett, wobei der zugrunde liegende ausdrucksstarke Text in der Oboenlinie ständig mitschwingt – eine schlagfertige Antwort auf Beaumarchais’ Ausspruch, was nicht wert sei, gesagt zu werden, werde gesungen. Manch einer, freilich unter Leuten, die mit Bachs Cembalowerken vertrauter sind als mit seinen Kantaten und die Bach in der formalen Disziplin seiner Kompositionen einer nüchternen Vornehmheit bezichtigen (oder ihn dafür rühmen), dürfte von der Intensität dieses erschütternden Angstschreis überwältigt sein. Er ist in der Weise, wie er den chromatischen Tonbereich der neu erfundenen Oboe d’amore und ihre extreme Chromatik ausnutzt, wie er ungemein instabile tonale Zentren wie gis-moll auslotet, so dass man sich fortwährend fragt, wohin die Modulation steuert, ganz und gar seiner Zeit verhaftet, greift jedoch auch auf jene frei experimentierenden Möglichkeiten des Ausdrucks zurück, die Bachs älterer Cousin Johann Christoph erkundet hatte.

Eine Erinnerung an die grundlegende Bedeutung dieses Chorals von Jakob Ebert begegnet in der Continuoeinleitung zum Tenor- Rezitativ (Nr. 3), wo Jesus als ‚Fürst des Friedens’ angerufen wird. Statt in einer zweiten Arie vertont Bach in Nr. 4 das Bekenntnis menschlicher Schuld als ein Terzett (in seinen Kantaten relativ selten), das vom Continuo gestützt wird, so wie er es vier Wochen zuvor in BWV 38 Aus tiefer Not getan hatte. In beiden Terzetten scheint er sich absichtlich vertrackte kompositorische Aufgaben gestellt zu haben – in dem früheren Terzett musste zwischen ‚Trübsal’ und ‚Trost’ eine wechselseitige und völlig aussichtslos scheinende Beziehung geschaffen werden, und hier geht es darum, das thematische Potenzial des Motivs aus dem Eingangsritornell zutage zu fördern und dessen modulatorische Permutationen in einem Zirkel fallender Quinten zu erforschen, die den Hörer durch ein weiträumiges unterirdisches Tunnelsystem führen, bei dem ständig unklar bleibt, wo sich der Ausgang befindet.

Nachdem er eine gewisse Normalität einkehren lässt, indem er den B-Teil in der verwandten Molltonart (cis) beschließt, lässt er uns ein Dacapo des A-Teils in abgewandelter Form erwarten, bringt es dann jedoch unverändert und führt uns zum Ausgangspunkt zurück, der Grundtonart E-dur. Ein Schlüssel zur Lösung dieser Verwicklungen und ausgeprägten auf- und absteigenden Muster, die Eric Chafe ‚klangliche Allegorie’ nennt, ist vielleicht in den Worten des Mittelteils zu finden, ‚Es brach ja dein erbarmend Herz, als der Gefallnen Schmerz dich zu uns in die Welt getrieben’, die Bach mit ungewöhnlichem Pathos vertont. Im vorletzten Satz erscheint wieder das Streicherensemble, und die Bitte der Altstimme um Frieden, jetzt mit einem Hoffnungsschimmer, führt uns zurück in die heitere Ruhe von A-dur und in ein gemeinschaftliches Gebet um die Erleuchtung von ‚Sinn und Herz’.

Es erschien uns angebracht, unser Konzert im Chorraum dieser berühmten Kirche zu beenden, dort, wo Bach in den letzten siebenundzwanzig Jahren seines Lebens gewirkt, frohlockt und gelitten hat, und uns in Hufeisenform um seine letzte Ruhestätte aufzustellen, zu beiden Seiten die Porträts von Theologen mit ihren langen Talaren und spitzenbesetzten Beffchen, darunter vielleicht seine einstigen klerikalen Peiniger. Von dort aus sangen wir den vierstimmigen ‚Sterbebettchoral’ BWV 668, den die Legende voller Ehrfurcht als sein letztes Werk identifiziert und den ‚der selige Mann’, wie Marpurg in der postumen Erstausgabe der Kunst der Fuge (1752) anmerkt, ‚in seiner Blindheit einem seiner Freunde aus dem Stegreif in die Feder dictiret hat’.

Diese ergreifende Geschichte gerät durch die Existenz mindestens zweier früherer Fassungen eines Choralpräludiums (BWV 641 und BWV 668a) ins Wanken. Beweise dafür, dass sich Bach während seiner Krankheit vor dem Tod mit unvollendeten Werken beschäftigte, sind vorhanden, so dass es durchaus möglich ist, dass er zumindest die imitierenden Passagen in den dreistimmigen (in BWV 641 nicht vorhandenen) Abschnitten, die partielle Entfernung der filigranen Ornamentierungen in der Diskantlinie und einige kleinere Verbesserungen in der vorzüglichen abschließenden Coda ‚dictiret’ hat. Wie auch immer die Fakten liegen mögen, nichts behindert die herzzerreißende Schönheit dieses zweistrophigen Gesangs, dessen ursprünglicher Wortlaut ‚Wenn wir in höchsten Nöten sein’ durch den besser geeigneten Text ‚Vor deinen Thron tret ich hiermit’ ersetzt wurde, der ebenfalls nach dieser Melodie gesungen wurde. Es klingt überzeugend: Dieser Mann, der während seines gesamten Schaffens nach musikalischer Perfektion gestrebt hatte, korrigiert und ändert hier in den letzten Augenblicken, die er in seinem Leben bewusst erlebt und in denen er sich auf seinen eigenen, auf lutherische Weise ‚guten’ Tod vorbereitet. Dieses Werk ist die Quintessenz jener ‚überirdischen Heiterkeit’, die Edward Said das Kennzeichen späten Stils und letzter Werke nannte.

Während die Klänge der abschließenden Kadenz noch in der Luft schwebten, herrschte absolute Stille: kein Applaus, kein versessenes Streben nach dem Ausgang, einfach nur Stille. Es war, als hätte das Publikum stillschweigend begriffen, dass dies unsere gemeinschaftliche Huldigung an das Genie war, dessen Musik als Morgenstern unsere Schritte auf unserer Pilgerreise über einen Gutteil des Jahres gelenkt hatte. Dann begann schließlich der Beifall, und Leute kamen nach vorn, um uns zu danken, sichtlich bewegt und nicht willens, diesen Ort zu verlassen. Man hatte tatsächlich den Eindruck, als seien während des Konzertes die bösen Geister in die Flucht geschlagen worden, als hätte Luthers ‚alter böser Feind’ einen heftigen Rippenstoß erhalten und sei mit eingekniffenem Schwanz fortgerannt. 

Wie© John Eliot Gardiner 2009

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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Der vollständige Text vom BWV 668

Vor deinen Thron tret ich hiermit O Gott, und dich demütig bitt wend dein gnädig Angesicht von mir, dem armen Sünder, nicht.                                                                                      

Ein selig End mir bescher, am jüngsten Tag erwecke mich, Herr, dass ich dich schau ewiglich: Amen, amen, erhöre mich.

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen für den 17. und 18. Sonntag nach Trinitatis:

               Link:     h i e r  zum Download als PDF  Gardiner    

  Künstler-Beitrag –  Link:   Künstlerbeitrag Katharine Fuge, Sopran 

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/ YouTube: BWV  96 –

  „Herr Christ, der einge Gottessohn  (Interpret: Leonhardt)

 

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/ YouTube: BWV  169 – 

Gott soll allein mein Herze haben“  (Interpretin: Nathalie Stutzmann)

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/ YouTube: BWV  668 – 

„Choral: Vor deinen Thron tret ich hiermit“ (Interpret: Gardiner)

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CD für den 18. Sonntag nach „Trinitatis“ 
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Cover: CD’s SDG 159 Vol. 9 CD-2  ———————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————-
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 BWV 96 – Herr Christ, der einge Gottessohn

 BWV 116 – Du Friedefürst, Herr Jesu Christ

BWV 169 – Gott soll allein mein Herze haben

BWV 668 – Choral: Vor deinen Thron tret ich hiermit

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Ich wünsche allen Besuchern eine schönen und sonnigen Trinitatis-Sonntag.

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Grüße

Volker

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Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den 17. Sonntag nach „Trinitatis“


Hinweistafel auf J.S. Bach an der St. Agnus-Kirche in Köthen (Bach-Kirche)

Liebe Bach-Freunde/innen !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 16.10.2011 begehen wir den 17. Sonntag nach „Trinitatis“

Der 17. Sonntag nach Trinitatis befasst sich mit dem Glauben, wobei der bedingungslose Glaube, der dann auch zum „Erfolg“ führt, im Vordergrund steht. Es werden also Geschichten aus den Evangelien erzählt, in denen der Glaube des einzelnen zu einem Wunder geführt hat. Die alttestamentlichen Texte hingegen reden von nicht so sehr vom Glauben, als vielmehr von Gottes Wirken im Leben des Volkes Israel und in Jakobs Leben. Die Episteltexte wiederum reden über den Glauben und stellen dar, wie es zum Glauben kommt bzw. wie der Glaube eine vereinende Funktion wahrnimmt. Am 17. Sonntag nach Trinitatis hören wir die Geschichte von der kanaanäischen Frau, deren Glaube Jesus zu Handeln bewegt, obgleich sie nicht zu den Schafen Israels gehört. Solcher Glaube macht uns gewiß, dass Jesus auch in unserem Leben grundlegende Veränderungen bewirkt, so dass wir dankbar seinen Namen verkündigen.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den 17. Sonntag nach Trinitatis

BWV    47  –  „Wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden

BWV   114  –  „Ach, lieben Christen, seid getrost“

BWV  148 –  „Bringet dem Herrn Ehre seines Namens

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„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 16.10.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 – „Geistliche Musik“ – Programmauszug:

 Johann Sebastian Bach

BWV 148 „Bringet dem Herrn Ehre seines Namens“ Kantate am 17. Sonntag nach Trinitatis

für Alt, Tenor, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo; Robin Blaze, Altus; Gerd Türk, Tenor;

Bach Collegium Japan,

Leitung: Masaaki Suzuki

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Eine weitere Programmankündigung:

MDR-Figaro für den Sonntag, 16.10.2011

Allgemein:    http://www.mdr.de/mdr-figaro

Livestream:  von http://www.radio.de Link: http://mdrfigaro.radio.de/ 

(Achtung Radio.de sendet einen kurzfristigen ca. 1 Minute langen Werbespot danach folgt die Original-Sendung..!!)

Programm:  http://www.mdr.de/mdr-figaro/programm/

MDR Figaro

6:25 bis -6:30 Uhr
Einführung zu Kantate
6:30-7:10 Uhr

Johann Sebastian Bach:

BWV 114 „Ach, lieben Christen, seid getrost“
Lisa Larsson, Sopran
Annette Markert, Alt
Christoph Prégardien, Tenor
Klaus Mertens, Bass
Amsterdam Baroque Choir, Amsterdam Baroque Orchestra
Leitung: Ton Koopman

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/ YouTube: BWV 148 – 

 Bringet dem Herrn Ehre seines Namen  –  (Interpret: Gardiner)


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Kantaten-Beschreibung zum BWV 148 

Kantaten für den 17. Sonntag nach Trinitatis –

Aufführungsort: Allhelgonakyrkan, Lund am 14.10.2000

Es war wirklich schwer, die herrliche Musik der vergangenen Woche – vier wunderbare Kantaten (BWV 161, 27, 8 und 95), die alle Schmerz und Trost zum Inhalt hatten, aus dem Kopf zu bekommen und fortzufahren. Wenn die drei Kantaten für diesen Sonntag zunächst nicht von allererster Güte zu sein schienen, so enthielt doch jede wenigstens einen Satz, der auf Anhieb beeindruckte. In der vermutlich frühesten, BWV 148 Bringet dem Herrn Ehre seines Namens, war es der erste Chor, der mit einem ungewöhnlich langen, fanfareartigen Ritornell für Solotrompete und Streicher beginnt (dazu einer stillschweigend vorausgesetzten Verdopplung durch die drei Oboen, die später in der Kantate eine markante Rolle spielen werden). Dieses Ritornell wird die Startrampe für den Chor, der mit einer mitreißenden homophonen Darbietung des Psalmverses ‚Bringet dem Herrn Ehre seines Namens, betet an den Herrn im heil‘gen Schmuck’ einsetzt.

Dann fängt der Spaß an. Durch die Wiederholung der ersten drei Takte des Chors – nach zehn dazwischen geschobenen Takten nur für Orchester – verschleiert Bach, dass die erste seiner Fugen schon unterwegs ist! Erst wenn sich die beiden Oberstimmen von den übrigen lösen, dämmert uns, dass er vorhat, zwei Fugenexpositionen nacheinander zu liefern, eine für jeden Halbsatz des Psalmverses, und beide erwachsen aus dem instrumentalen Material, beide erweitern sich aus den vier Gesangslinien auf fünf Stimmen, hoch über ihnen ergänzt durch ein unabhängiges Clarino. Das ist eine aufwühlende Angelegenheit, und wenn Bach seinen Chor über die Reprise der orchestralen Sinfonia setzt, scheint sich ein imposanter Schluss anzubahnen – endet dann jedoch abrupt, zwei Takte früher, als man erwarten würde. Vielleicht hatte Anna Magdalena aus der Küche gerufen, das Mittagessen stehe auf dem Tisch und die Suppe werde kalt.

Der erste Teil des Tagesevangeliums (Lukas 14,1–11) befasst

sich mit der Frage, ob es recht sei, am Sabbat zu heilen, doch hier liegt die Betonung auf der Notwendigkeit, die Unverletzlichkeit des Feiertags zu achten – für einen Kirchenmusiker immer eine recht knifflige Sache, denn dieser ist für ihn der arbeitsreichste Tag der Woche, und ein Tag, den Bach in der Tenor-Arie (Nr. 2) geschickt präsentiert, indem er nicht nur die Vorteile des sonntäglichen Gottesdienstbesuchs herausposaunt, bei dem man Gelegenheit habe, ‚die Lehren des Lebens zu hören’, sondern wo auch ‚frohes Getöne zum Lobe des Höchsten’ zu vernehmen sei. Zu seiner Zeit gingen schätzungsweise 9.000 Einwohner Leipzigs (von insgesamt unter 30.000) jeden Sonntagmorgen zur Kirche. Bach schildert das fröhliche Eilen in das ‚heilige Haus’ in der Weise, wie die Violine von Anfang bis Ende ohne großen Aufenthalt in Bewegung gehalten wird, aber man fragt sich, warum er nicht auch seine eigene sonntägliche Hetze durch die Stadt anklingen lässt, von St. Thomas zu St. Nikolai und zurück (beide mit 2.500 Plätzen).

Sehr viel schmerzlicher wirkt, wie er in dem Accompagnato für Alt und Streicher (Nr. 3) und in der langgehaltenen Note, die kurz vor der pastoralen Arie für Alt (Nr. 4) auf sein ‚Ruhebette’ verweist, die flehentliche Bitte um Ruhe auf sich zu beziehen scheint. Mit ihren drei begleitenden Oboen (zwei d’amore, eine da caccia) ist diese Arie ein ungewöhnliches Stück, nicht zuletzt in der Weise, wie das Continuo (wir entschieden uns für Fagott und Orgel) häufig verstummt, wenn die Altstimme einsetzt – vielleicht ein Symbol für die Sehnsucht der Seele, der Anziehungskraft der Erde (deren formgetreues Symbol die Basslinie ist) zu entkommen. Im B-Teil werden die Konturen der Gesangslinie durch kleine Pausen oder Seufzer und gelegentliche Anspielungen auf jene von der Kirche sanktionierte Erotik aufgebrochen, der wir schon in anderen Dialogen Bachs zwischen der Seele als Braut und Jesus als Bräutigam begegnet sind. Diese Sehnsucht nach der Vereinigung mit Gott kommt auch in dem Tenor-Rezitativ zum Ausdruck, zehn kurzen, doch beredten Takten, in denen Bach für diese Kantate die Richtung der Modulation ändert und, als Echo auf die Anrufung des Heiligen Geistes, die Abwärtsbewegung, von D über h-moll nach G, nun aufwärts, von e-moll nach fis-moll, verlaufen lässt.

Der abschließende Choral ist uns leider ohne Text überliefert. Von Bach-Forschern wurden verschiedene Lösungen vorgeschlagen, doch da die Melodie Bezüge zu dem bekannten Choral ‚Auf meinen lieben Gott’ aufweist, haben wir beschlossen, uns auf die erste Strophe zu beschränken, in der, passend zum Thema, der Gläubige die Unterwerfung unter Gottes Willen gelobt. Selbst Alfred Dürr, der mit seiner kritischen Neuausgabe der Werke Bachs und revidierten Chronologie der Kantaten eine einzigartige Leistung vollbracht hat, konnte nicht entscheiden, ob dieses Werk zu Bachs erstem Leipziger Zyklus gehört und am 19. September 1723 oder erst zwei Jahre später, nach der Veröffentlichung von Picanders Libretto, uraufgeführt wurde. 

 © John Eliot Gardiner 2009

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen für den 17. und 18. Sonntag nach Trinitatis:

               Link:     h i e r  zum Download als PDF  Gardiner    

  Künstler-Beitrag –  Link:   Künstlerbeitrag Katharine Fuge, Sopran 

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/ YouTube: BWV  47 –

  „Wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden  (Interpret: Harnoncourt)

 

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/ YouTube: BWV  114 – 

„Ach, lieben Christen, seid getrost“  (Interpret: Leonhardt)

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CD für den 17. Sonntag nach „Trinitatis“ 
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              Cover: CD’s – SDG 104 – Vol.  9  (CD 1)
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BWV   47 – Wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden

BWV 114 – Ach, lieben Christen, seid getrost

BWV 148 – Bringet dem Herrn Ehre seines Namens

BWV 226 – Motette: Der Geist hilft unser Schwachheit auf

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Ich wünsche allen Besuchern eine schönen sonnigen und musikalischen Sonntag.

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Grüße

Volker

Orgel-Konzert „Klang und Licht Wandelkonzert“ am 9.10.2011 in der Ev. Bartholomäuskirche Bielefeld-Brackwede


Ev. Bartholomäuskirche in Bielefeld Brackwede

Liebe Orgelfreunde !

Ein bemerkenswertes Orgel-Konzert in einer neuen Form fand am Sonntag, 9.10.2011, in der Ev. Bartholomäuskirche in Bielefeld-Brackwede statt.

„Klang und Licht Wandelkonzert“

mit Orgelmusik von J.S. Bach In der Einladung zum Konzert heisst es:

Herzlich willkommen zu unserem Wandelkonzert ! Wir möchten Sie heute Abend in einer knappen Stunde durch die Kirche führen, musikalisch und mit kurzen Texten zu markanten Punkten der Kirche.

 Seien Sie mutig, und erkunden Sie während der Orgelmusik die verschiedenen  akustischen Räume der Kirche:

Wie klingt die Musik im Mittelgang, wie klingt sie im Altarraum?

Was verändert sich, wenn ich an der Wand entlang gehe?

Was höre ich noch unter der Empore oder im Querschiff?

Klingt es anders, ob ich steh oder sitze?

Will ich die Orgel im Rücken hören oder ihr beim Spielen zusehen?

Beginn, zwischendurch und am Schluss hören Sie die

  „Acht kleinen Präludien und Fugen“

die in einer Abschrift Johann Sebastian Bachs überliefert sind, aber wohl von seinem Schüler“Johann Ludwig Krebs“ komponiert wurden.

 7 Stationen auf dem Weg durch die Kirche sind:

Fensterzyklus: (Licht der Welt, im Hauptschiff vorn)  –

Chorraum: (Altar, Kanzel, Lesepult und Kreuz, hinter dem Altar)  –

Taufe: (Taufstein und Taufwand, treffen  vor dem Taufstein und Taufwand)  –

Kirchenmusik: (Glocken, Orgel, Cembalo, vor der Orgelempore) –

Gotischer Torbogen: (Brand und Wiederaufbau, unter der Orgelempore) –

Turm: (Ursprungsgeschichte, im Turm) –

Vierung: (Architektur,Kronleuchter, im Hauptschiff vorn)

Wir versammeln uns jeweils an diesen Orten zu kurzen Betrachtungen. Sie können natürlich auch an einem Platz in der Bank mithören, die Texte werden über Lautsprecher übertragen.

Ausführende:  Walter Haverkamp, Orgel

Sprecher: Pf. i.R. Wolfgang Bergmann

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Beeindruckende Stimmung im Orgelkonzert "Klang und Licht Wandelkonzert"

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Glasfenster mit einem Bibel-Spruch nach Lukas verfasst..!!

Die Batholomäuskirche in Brackwede brannte 1990 vollkommen aus. Anschließend erfolgte der Wiederaufbau in der alten Form. Es haben sich nur wenige ältere Ausstattungsstücke erhalten, darunter der Taufstein von 1685, zwei Reliefs mit der Darstellung der Verkündigung und der Kreuzigung, die vermutlich 1603 entstanden sind und das neugotische Altarbild von 1892.

Die moderne Fensterverglasung stammt von Raphael Seitz aus Heilbronn und beeindruckt in ihrer Schlichtheit und mit Bibelversen sowie mit einem Notenabbild vom Magnificat von J.S. Bach.

Die gläserne Taufwand erstellte ein Bielefeld Künstler. Auf der gläsernen Taufwand sind bei den einzelnen Fischen die Täuflinge mit Foto, Vornamen und Namen dokumentiert für das laufende Kirchenjahr und wirkt sehr beruhigend auf den Betrachter..!!

Gläserne Taufwand in der Ev Bartholomäiskirche Brackwede

Anschließendes Foto:

Die in den Jahren 1992-1994 nach dem verheerenden Brand der Kirche neu erstellte Rowan West Orgel…!!

Rowan West Orgel von 1994 in der Ev. Bartholomäuskirche Brackwede

Die jetzige Orgel mit 43 Registern auf drei Manualen und Pedal mit barockisierendem Prospekt wurde 1994 vom Orgelbauer Rowan West aus Ahrweiler in Anlehnung an Werke von dem westfälischen Orgelbauer Johann Patroclus Möller (1698-1772) aus Lippstadt – geschaffen. Aus dessen erhaltener Orgel in der Abteikirche Marienmünster übernahm man nicht nur einen großen Teil der Disposition, sondern auch Mensur und Intonation. Die weitestgehende Anwendung alter Bau- und Intonationskunst ermöglicht bei flexiblem Wind und ungleichschwebender Stimmung größte Annäherung an stilgerechte Interpretation barocker Musik auf einer neuen Orgel. Die Brackweder Rowan West Orgel gilt als Impuls für eine Neuorientierung in westfälischer Orgeldenkmalpflege.

Ein Video von dem Orgelabend „Klang und Licht Wandelkonzert“

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Die Rowan West Orgel wurde vor kurzer Zeit vollständig neu Intoniert und der Kirchenakustik angepasst. So präsentiere sich diese wunderbare Orgel in dem Konzert von seiner besten Klangseite und beglückte die Besucher mit herrlichen Präludien und Fugen von J.S. Bach. Es war ein Genuss, im Gehen, Stehen oder  im Sitzen dieses Konzert mit der unterschiedlichen räumlichen Orgelakustik wahrzunehmen. Diese unterschiedlichen Klangquellen zu erleben waren wirklich etwas Besonderes an diesem Orgelabend. So eine Möglichkeit gibt es nur sehr selten und sollte seine Nachahmer finden.

Der Hörer erlebt durch den Rundgang und seine Positionierung  in der Kirche – betrachten der Kirchenfenster mit Sprüchen und Noten, Altarraum, Turmbesteigung, gläserne Taufwand, Taufbecken, Orgelempore, Glockengeläut, Seitenschiffe, etc. und durch die vorangegangenen textlichen Aussagen ganz neue Eindrücke von der Bach-Musik und dem Orgel-Klang. Ich war davon sehr angetan und wünsche, es werden weitere Orgelabende in dieser Form von dem Kontorat der Ev. Bartholomäus-Kirchengemeinde Brackwede durchgeführt. Ein bewegender Abend ging viel zu schnell zu Ende und entließ die frohe gestimmten Besucher in den Abend..!!

Grüße

Volker

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den 16. Sonntag nach „Trinitatis“


J.S. Bach-Denkmal Leipzig von Felix Mendelssohn-Bartholdy gestiftet

Liebe Bach-Freunde/innen !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 09.10.2011 begehen wir den 16. Sonntag nach „Trinitatis“

Der 16. Sonntag nach Trinitatis ist geprägt vom Evangelium von der Auferweckung des Lazarus. In dieser Geschichte sowie in den Epistellesungen wird deutlich, dass mit Jesus weit mehr gekommen ist als nur ein großer Prediger. Er hat das Leben in diese Welt gebracht und den Tod besiegt. Dieser Sieg wird schon durch sein Handeln auf Erden sichtbar. Am 16. Sonntag nach Trinitatis hören wir das Evangelium von der Auferweckung des Lazarus und wir staunen über die Worte Jesu. Diese Worte sprechen in keine alltägliche Situation, sondern sind Trauernden und bedrückten zugesprochen. Wir können getrost sein darüber, dass Gott alles Geschehen in userem Leben kennt und weiß, wann wir seiner besonderen tröstenden Hilfe bedürfen. Es ist gut zu wissen, dass nichts ohne seinen Willen geschieht.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den 16. Sonntag nach Trinitatis

BWV    8 –  „Liebster Gott, wenn werd ich sterben

BWV   27 –  „Wer weiß, wie nahe mir mein Ende

BWV   95 –  „Christus, der ist mein Leben

BWV   161 –  Komm, du süße Todesstunde

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„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 09.10.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 – „Geistliche Musik“ – Programmauszug:

 Johann Sebastian Bach

BWV 95 „Christus, der ist mein Leben“ Kantate zum 16. Sonntag nach Trinitatis für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo;

Dorothee Mields, Sopran; Hans Jörg Mammel, Tenor; Thomas Bauer, Bass;

Collegium Vocale Gent, Leitung: Philippe Herreweghe

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Eine weitere Programmankündigung:

NDR-Kultur für den Sonntag, 09.10.2011

Online-Radio-Livestream: http://www.ndr.de/ndrkultur/livestream154.html

PDF-Programm: 

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/programmuebersichten/programmuebersicht106.html

08:05 Uhr bis 08:40 Uhr Kantate
Geistliche Musik am Sonntagmorgen
08:00 Nachrichten, Wetter

Geistliche Musik am 16. Sonntag nach Trinitatis

Ernst Friedrich Richter:
Da Israel aus Ägypten zog, Motette
Junges Vokalensemble Hannover Ltg.: Klaus-Jürgen Etzold

Alexandre-Pierre-François Boëly:

sechs Kyrie-Versetten Eberhard Lauer, Orgel

Johann Sebastian Bach:
Christus, der ist mein Leben, Kantate BWV 95

Dorothee Mields, Sopran / Hans Jörg Mammel, Tenor Thomas Bauer, Bass /

Chor und Orchester des Collegium Vocale Gent / Ltg.: Philippe Herreweghe

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/ YouTube: BWV 161 – 

 „Komm du süße Todesstunde  – Part 1  (Interpret: Harnoncourt)

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/ YouTube: BWV 161 – 

 „Komm du süße Todesstunde  – Part 2  (Interpret: Harnoncourt)

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Kantaten-Beschreibung zum BWV 8 – BWV 27 – BWV 95 BWV 161

Kantaten für den 16. Sonntag nach Trinitatis –

Aufführungsort: Santo Domingo de Bonaval, Santiago de Compostela (Spanien) am 07.10.2000

Nordgalizien war in warmes Herbstlicht getaucht, die Sonne strahlte von einem wolkenlosen Himmel, als wir zum berühmtesten aller Pilgerziele flogen. Die vier Kantaten für den 16. Sonntag nach Trinitatis gehen auf die Geschichte aus dem Evangelium von der Auferweckung des Jünglings zu Nain zurück. Alle vier – BWV 161, 27, 8 und 95 – drücken die lutherische Todessehnsucht aus, und alle bis auf eine enthalten das Läuten der ‚Leichenglocken’. Doch ungeachtet der gleichen Thematik weisen Satz, Form und Stimmung eine ungeheure Vielfalt auf, und zusammen bilden sie eine überzeugende und tief bewegende Tetralogie – eine Musik, die heilsam und erhebend ist.

Es war eine Freude, „Komm, du süße Todesstunde“ BWV 161,

jene erstaunliche Kantate aus Bachs Weimarer Jahren, noch einmal aufzuführen, nachdem wir sie an Bachs Todestag (28. Juli) in der Abtei Iona gegeben hatten. Während dort in erster Linie die pastorale Textur den stärksten Eindruck hinterlassen hatte, ohne Zweifel deshalb, weil sie sich so herrlich in die Landschaft der Insel fügte, war es hier die herzzerreißende Schönheit der Tenorarie ‚Mein Verlangen’ (Nr. 3) mit ihrem sinnlichen Streichersatz, die besonders berührte, vor allem in der Weise, wie Mark Padmore sie sang.

Mit zwei ihrer Sätze im Dreiertakt (Nr. 3 und 5) scheint die Kantate BWV 161 für Bachs spätere Kantaten, die sich mit dem Ruf nach dem Tod befassen, das Muster vorzugeben – oder ist das nur ein Zufall? Könnte es ein absichtlicher Kunstgriff gewesen sein, das bekümmerte Herz zu beschwichtigen? Drei der vier Hauptsätze in BWV 95 weisen einen Dreierrhythmus auf. Das gilt auch für den zauberhaften Anfangschor von BWV 27 Wer weiß, wie nahe mir mein Ende, eine elegische Klage, in die Bach die modale Melodie des Kirchenliedes ‚Wer nur den lieben Gott lässt walten’ von Georg Neumark einflochten hat und die Ausführende und Hörer jedes Mal, wenn sie auf unserer Pilgerroute begegnete, in gleicher Weise begeisterte.

Die Vergänglichkeit der Zeit wird hier durch die langsamen Pendelschläge in den Bässen des Orchesters angedeutet; als Gegengewicht dazu schaffen die fallende Figur in den hohen Streichern und ein schmerzlich aufgebrochenes Thema in den Oboen den Hintergrund für die bedrückende Choralmelodie, die mit dem besinnlichen Rezitativ verflochten ist. Sogar das obligate Cembalo und die Continuolinie der munteren Altarie (Nr. 3) scheinen vom Geist der gemessenen Zeit inspiriert (hier im harten Anschlag der Cembalotasten zu hören), ein Merkmal, das in diesen Totenglocken-Kantaten häufig wiederkehrt. Die Bassarie in g-moll (Nr. 5) weist eine enge Verwandtschaft mit Petrus’ Verleugnungsarie ‚Ach mein Sinn’ in Bachs Johannespassion auf, zumindest in den einleitenden Takten des Abschieds vom eruptierenden ‚Weltgetümmel’, das die scheidende Seele mit Freuden zurücklassen wird.

Der kraftgeladene Streichersatz hier, eine Aktualisierung von Monteverdis stilo concitato, ist nicht Bachs einziger Blick zurück in die Vergangenheit. In dem abschließenden Choral (Nr. 6) zitiert er, was bei ihm ganz ungewöhnlich ist, fast unverändert die Komposition eines Vorgängers – Johann Rosenmüllers fünfstimmige Aria ‚Welt, ade! ich bin dein müde’, die 1652 in Leipzig im Druck erschienen war. Sie wirkt durchaus passend. Bach, der auf so unnachahmliche Weise Choräle vertonte, war vielleicht der Meinung, dass hier nichts besser gemacht werden konnte.

Der Anfangssatz von BWV 8 „Liebster Gott, wenn werd ich sterben?“ ist ein ungewöhnliches Klangtableau. Es besteht aus einer fast ununterbrochenen Bewegung im 12/8-Takt der beiden Oboen d’amore über einer gedämpften Staccato-Begleitung der hohen Streicher und einem Pizzicato im Bass. Über diese hinaus erhebt sich die Flöte, die außerhalb ihres normalen Tonbereichs spielt.2 Der Oboensatz lässt an Brahms denken, aber auch an Berlioz und an L’Enfance du Christ in der Instrumentierung und einigen der harmonischen Fortschreitungen, während der Beginn der vom Sopran gesungenen (und vom Zinken verdoppelten) Choralmelodie fast den Schwung einer Jahrmarktsmusik aufweist. Der ganze Satz ist von einer elegischen und schillernden Zärtlichkeit geprägt, die ihm seinen besonderen Charme verleiht. Die Totenglocken kehren (zumindest als Schlussfolgerung) in den lose aneinander gefügten Achtelnoten der Tenorarie (Nr. 2) bei den Worten ‚wenn meine letzte Stunde schlä-ä-ä- ä-ä-ä-gt’ und im Pizzicato der Continuobegleitung wieder. Als schönes Gegengewicht versichert die Bassarie (Nr. 4) voller Zuversicht, Jesus werde den Menschen ein besseres Leben zuteil werden lassen. Hier stattet Bach Sänger, Flöte und Streicher mit einer ungenierten Tanzmusik aus, einer Gigue in A-dur und im 12/8-Takt, die in ihrem prahlerischen Überschwang an das Finale des sechsten Brandenburgischen Konzertes erinnert.

 © John Eliot Gardiner 2004

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen für den 15. und 16. Sonntag nach Trinitatis:

               Link:     h i e r  zum Download als PDF  Gardiner    

  Künstler-Beitrag –  Link: Künstlerbeitrag Mark Padmore, Tenor   

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/ YouTube: BWV  8 –

  „Liebster Gott, wenn werd ich sterben  (Interpret: J.E. Gardiner)

 

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/ YouTube: BWV  27 – 

„Wer weiß, wie nahe mir mein Ende“  (Interpret: J.E. Gardiner)

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/ YouTube: BWV  95 –  Part 1

„Christus, der ist mein Leben“  (Interpret: Harnoncourt)

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/ YouTube: BWV  95 –  Part 2

„Christus, der ist mein Leben“  (Interpret: Harnoncourt)

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CD für den 16. Sonntag nach „Trinitatis“ 
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……Cover: CD’s – SDG 104 – Vol.  8  (CD 2)
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BWV 8 – Liebster Gott, wenn werd ich sterben

BWV 27 – Wer weiß, wie nahe mir mein Ende

BWV 95 – Christus, der ist mein Leben

BWV 161 – Komm, du süße Todesstunde……….

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Ich wünsche allen Besuchern eine schönen Sonntag.

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Grüße

Volker

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den 15. Sonntag nach „Trinitatis“


Die Musikstadt Leipzig auf einem Stich von J. C. A. Richter, um 1835..!!

Liebe Bach-Freunde/innen !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 02.10.2011 begehen wir den 15. Sonntag nach „Trinitatis“

Der 15. Sonntag nach Trinitatis hat „Irdische Güter“ zum Thema. Es geht ums Sorgen, die Angst um die Zukunft, um das, was morgen kommt, die Sorge um das leibliche Wohl, um das Dach über dem Kopf. Mancher Predigttext legt eine gewisse Leibfeindlichkeit nahe, etwas, das einzuüben heute gewiss nicht ganz verkehrt ist. Dabei sollte man sich allerdings davor hüten, die Gaben Gottes, von denen wir leben, zu verteufeln. m 15. Sonntag nach Trinitatis wird unser Blick fortgelenkt von den irdischen Gütern. Sie sollen nicht unsere erste und alleinige Sorge sein. So werden wir frei zu einem Leben in der Nachfolge Jesu. oder oft haben wir uns durch mühsame Arbeit einen Lebensstandard geschaffen, der uns ein Gefühl der Behaglichkeit und des Wohlstandes vermittelt. Diesen Lebensstandard zu erhalten, wird jedoch immer schwieriger, und Sorge um die Zukunft bestimmt unser Leben zusehends. Heute, am 15. Sonntag nach Trinitatis, werden wir durch die Lesungen daran erinnert, dass alles, was wir hier schaffen, vergänglich ist. Es ist tröstlich zu wissen, dass Gott uns nicht im Stich lassen wird, selbst wenn das, was wir haben, verloren geht.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den 15. Sonntag nach Trinitatis

BWV   51 –  „Jauchzet Gott in allen Landen

BWV   99 –  „Was Gott tut, das ist wohlgetan

BWV   138 –  „Warum betrübst du dich, mein Herz

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„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 02.10.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 – „Geistliche Musik“ – Programmauszug:

Heinrich von Herzogenberg

Alle gute und vollkommene Gabe / Schmecket und sehet / Danket dem Herren

/ Halleluja / Amen, aus „Zum Erntedank“, op. 99;

Rheinische Kantorei, Leitung: Hermann Max

Dietrich Buxtehude

Wie schmeckt es so lieblich und wohl für 3 Singstimmen, Streicher und

Basso continuo; Katherine Hill, Sopran; Matthew White, Altus; Paul

Grindlay, Bass; Ariadna Ensemble, Leitung: Kevin Mallon

 Johann Sebastian Bach

BWV 99, „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ Kantate am 15. Sonntag nach Trinitatis für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo;

Yukari Nonoshita, Sopran; Daniel Taylor, Countertenor; Makoto Sakurada, Tenor; Peter Kooij, Bass;

Bach Collegium Japan, Leitung: Masaaki Suzuki

Johann Sebastian Bach

Präludium und Fuge C-dur, BWV 553 für Orgel; Gerhard Weinberger an der

Hoffmann-Orgel der Marienkirche Mechterstädt

Georg Philipp Telemann

Nun danket alle Gott, Kantate für Erntedankfest und andere Dankfeiern

für Soli, Chor, Bläser, Streicher, Pauken und Basso continuo; Gerhild

Romberger, Alt; Hans Jörg Mammel, Tenor; Gotthold Schwarz, Bass; Basler

Madrigalisten; L´arpa festante, Leitung: Fritz Näf

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Eine weitere Programmankündigung:

NDR-Kultur für den Sonntag, 02.10.2011

Online-Radio-Livestream: http://www.ndr.de/ndrkultur/livestream154.html

08:05 Uhr bis 08:40 Uhr Kantate
Geistliche Musik am Sonntagmorgen
08:00 Nachrichten, Wetter

Geistliche Musik am Erntedanktag

Heinrich Schütz:
Lasset uns doch den Herren, unseren Gott, loben Geistliches Konzert aus „Symphoniae Sacrae“, 3. Teil

Kammerchor Stuttgart mit Solisten / Musica Fiata Ltg.: Frieder Bernius

Johann Pachelbel:
Was Gott tut, das ist wohlgetan, Choralvariationen

Reinhard Ruge, Orgel

Johann Sebastian Bach:
Jauchzet Gott in allen Landen, Kantate BWV 51

Ruth Ziesak, Sopran / Reinhold Friedrich, Trompete Berliner Barock Compagney

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/ YouTube: BWV 51 – 

 „Jauchzet Gott in allen Landen  

(Interpret: Nancy Argenta, sopranoCrispin Steele-Perkins, trumpet

Ensemble Sonnerie Monica Huggett, conductor)

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Kantaten-Beschreibung zum BWV 51 – BWV 99 – BWV 138

Kantaten für den 15. Sonntag nach Trinitatis –

Kantaten für den 15. Sonntag nach Trinitatis, Aufführungsort: Kirche Unser Lieben Frauen, Bremen am 28.09.2000

Da im Jahr 2000 zwei Feiertage so dicht aufeinander folgten – Erzengel Michael (29. September) und der 15. Sonntag nach Trinitatis (1. Oktober) – und die Finanzlage unserer ‚Cantata-Pilgrimage’-Projektes angespannter denn je war, machten wir von dem Angebot Gebrauch, beim Musikfest Bremen zwei Konzerte aufzuführen. Die einst wohlhabende Hafenstadt Bremen war im 16. Jahrhundert Schauplatz einer langen blutigen und ausweglosen Auseinandersetzung zwischen den missgestimmten Anhängern beider Ausprägungen des Protestantismus – den Kalvinisten, die vorwiegend dem Kaufmannsstand angehörten, und den Lutheranern unter der Führung des Adels. Für uns bedeutete das Angebot, dass wir unsere beiden Konzerte an einem einzigen Ort (in der Kirche Unser Lieben Frauen) aufführen (und einspielen) und beide Programme dann in der Franziskanerabtei Neviges und – am 15. Sonntag nach Trinitatis – in der Bonner Münsterbasilika wiederholen konnten.

Ein Teil der Kantatenmusik Bachs enthält mehr Dunkelheit als Licht; in den Kantaten jedoch, die er für den 15. Sonntag nach Trinitatis komponiert hat, wird eine tiefe, satte Dunkelheit von zartem Lichtglanz durchflutet.

BWV 138 „Warum betrübst du dich“ ein herzzerreißendes Werk aus Bachs erstem Leipziger Zyklus, ist dafür ein typisches Beispiel: Es schildert, unterbrochen von aufmunternden Rufen des Chores, standhaft zu bleiben, die Reise des bekümmerten Christen aus tiefer Verzweiflung zur Festigkeit im Glauben. Die Form der Kantate wurde heftig kritisiert. Philipp Spitta (1881) vermochte nicht einzusehen, dass zwei auf unterschiedliche Weise angelegte Choralsätze aufeinander folgten (warum eigentlich nicht?), während Albert Schweitzer (1911) die Meinung vertrat, Bach habe ohne einen sehr klaren Plan zu komponieren begonnen. Ich fand, dass dergleichen heftige Kritik nicht mehr angemessen ist, sobald das Werk aufgeführt wird. Es steht außer Frage, dass BWV 138 eine ausgesprochen originelle, neue Möglichkeiten auslotende Komposition ist, zum einen altertümlich, vor allem in dem motettenartigen Satz in den Nummern 1 und 2 (die an seine frühen Stücke aus Mülhausen und Weimar erinnern), und gleichzeitig modern in der Weise, wie Bach drei aufeinander folgende Strophen eines Chorals aus dem 16. Jahrhundert in den Griff bekommt und dabei den auf Chorälen basierenden Satz der Kantaten aus seinem zweiten Leipziger Zyklus vorwegnimmt. Es ist ein kluger Kunstgriff, der ihm die Möglichkeit gibt, zwischen Angst (den rezitativischen Einwürfen des Solisten) und Glauben (den vom Chor dargebotenen Choralversen) die Spannung aufzubauen. Die Kantate gelangt nach halber Wegstrecke zu ihrem Wendepunkt – dem Gläubigen beginnt die Vorstellung zu dämmern, dass Gott zu seiner Rettung kommen wird (in Nr. 3), und er äußert sein Vertrauen in die göttliche Fürsorge (in Nr. 4). Die kunstvoll ausgestaltete Fantasia im 6/8-Takt des Schlusschorals bietet ein perfektes – und wohlkalkuliertes – Gegengewicht zu der düsteren und bekümmerten Stimmung der Anfangssätze.

„Jauchzet Gott in allen Landen“ BWV 51, von den uns erhaltenen Kantaten Bachs eine der sehr wenigen, die wirklich populär wurden, scheint nie ihren gleißenden Charme zu verlieren – vorausgesetzt allerdings, Sopran und Trompete sind den gewaltigen technischen Anforderungen gewachsen (was hier auf die beiden Schweden, Malin Hartelius und Niklas Eklund, mit Sicherheit zutrifft). Bei aller Brillanz der Ecksätze, die der Trompete den ersten Rang einräumen, sind meiner Meinung nach die Binnensätze – das Accompagnato (Nr. 2) und die himmlische Aria ‚Höchster, mache deine Güte’ im 12/8-Takt – von musikalisch größerem Reiz. Wäre es zu weit hergeholt, in dieser Musik Bachs zärtliche Gefühle gegenüber seiner zweiten Frau zu entdecken? Sie war eine arrivierte Kammersängerin, und mir ihr hat er möglicherweise in den 1730er Jahren das Werk am Weißenfelser Hof aufgeführt.

© John Eliot Gardiner 2004

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen für den 15. Sonntag nach Trinitatis:

               Link:     h i e r  zum Download als PDF  Gardiner    

  Künstler-Beitrag –  Link: Künstlerbeitrag Mark Padmore, Tenor   

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/ YouTube: BWV  99 –

  „Was Gott tut, das ist wohlgetan  (Interpret: Carità by W. Bouguereau)

 

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/ YouTube: BWV  138 – 

„Warum betrübst du dich, mein Herz“  (Interpret: unbekannt)

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CD für den 15. Sonntag nach „Trinitatis“ 
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……Cover: CD’s – SDG 104 – Vol.  8  (CD 1)
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BWV 51 – Jauchzet Gott in allen Landen

BWV 99 – Was Gott tut, das ist wohlgetan

BWV 100 – Was Gott tut, das ist wohlgetan III

BWV 138 – Warum betrübst du dich, mein Herz

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Ich wünsche allen Besuchern eine schönen Trinitatis-Sonntag.

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Grüße

Volker

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den 14. Sonntag nach „Trinitatis“


Johann Sebastian Bach-Denkmal in Eisenach

Liebe Bach-Freunde/innen !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 25.09.2011 begehen wir den  14. „Sonntag nach Trinitatis“

Der 14. Sonntag nach Trinitatis redet von der heilenden Kraft Gottes. Das Thema dieses Sonntags ist diesmal von der Epistel her abgeleitet. Die anderen Texte haben wenig mit dem Thema zu tun. Wir hören am 14. Sonntag nach Trinitatis die Erzählung von der Heilung der zehn Aussätzigen. Wir erfahren die Kraft Gottes, durch die Menschen, die Außenseiter waren, wieder zu Gliedern der Gemeinde werden. Die lebendige Kraft des Geistes Gottes hat auch uns zur Gemeinde hinzugetan; in ihr bringen wir unseren Dank gegen Gott zum Ausdruck dafür, dass wir seine Kinder sein dürfen, indem wir einander achten und lieben.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den 14. Sonntag nach Trinitatis

BWV    17 –  „Wer Dank opfert, der preiset mich

BWV   25 –  „Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe

BWV   78 –  „Jesu, der du meine Seele

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„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 25.09..2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 – „Geistliche Musik“ – Programmauszug:

Johann Sebastian Bach

BWV 25 

„Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe,“

Kantate zum 14. Sonntag nach Trinitatis für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo;

Malin Hartelius, Sopran; James Gilchrist, Tenor; Peter Harvey, Bass;

Monteverdi Choir; English Baroque Soloists,

Leitung: John Eliot Gardiner

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Eine weitere Programmankündigung:

NDR-Kultur für den Sonntag, 25.09.2011

Online-Radio-Livestream: http://www.ndr.de/ndrkultur/livestream154.html

08:05 Uhr bis 08:40 Uhr Kantate
Geistliche Musik am Sonntagmorgen
08:00 Nachrichten, Wetter

Geistliche Musik am Tag des Erzengels Michael und aller Engel

Johann Christoph Bach:
Es erhub sich ein Streit, Kantate
Maria Zedelius, Sopran / Ulla Groenewold, Alt
Paul Elliott, Tenor / Michael Schopper und Stephen Varcoe, Bass / Rheinische Kantorei
Musica Antiqua Köln / Ltg.: Reinhard Goebel

Franz Tunder:
Herr Gott, dich loben wir, Choralfantasie
Albert Behrends, Orgel

Johann Sebastian Bach:

Kantate BWV 149

„Man singet mit Freuden vom Sieg“

Ausführende:  Malin Hartelius, Sopran / William Towers, Altus  / James Gilchrist, Tenor / Peter Harvey, Bass

Monteverdi Choir London / English Baroque Soloists  / Ltg.: John Eliot Gardiner 

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/ YouTube: BWV 25 – 

 Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe“  (Interpret: Gardiner)

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Kantaten-Beschreibung zum BWV 17, 25  und 78

Kantaten für den vierzehnten Sonntag nach Trinitatis –

Aufführungsort: Abbaye d’Ambronay, am: 24.9.2000

Manchmal bekommt man das Gefühl, Bach hätte Beethovens inneren Aufruhr verstehen können, auch wenn ihm die musikalische Sprache, in der er geäußert wurde, zum Teil (und zu jener Zeit schrecklich) fremd vorgekommen wäre. Aber Tatsache ist, dass auch Bach die Gladiatorenkämpfe zwischen Gut und Böse, Geist und Fleisch in der Brust des Menschen erlebte und seine Erfahrungen kundig zum Ausdruck brachte. Das erzählt uns seine Musik, und das erzählen auch die privaten Notizen und Unterstreichungen in seinem Exemplar des Kommentars zur Calov-Bibel. Diese ganze Trinitatiszeit hindurch hatte er uns ein Beispiel nach dem andern für die harschen moralischen Alternativen geboten, vor die wir täglich in unserem Leben gestellt werden. Da seine Bezüge und die vertonten Texte dieser Trinitatiskantaten eindeutig lutherisch sind, haben wir uns schnell daran gewöhnt, auf welche Weise der menschliche Akteur in Szenarien von Glaube und Fall, Sünde und Satan positioniert wird. Doch das schmälert keineswegs weder die zutiefst menschliche Sicht Bachs noch die Kühnheit seiner musikalischen Antworten.

Nehmen wir diese drei Kantaten für den vierzehnten Sonntag nach Trinitatis, die alle direkt oder im weitesten Sinne auf dem Evangelium des Tages basieren, der Geschichte, wie Jesus die zehn Aussätzigen heilt (Lukas 17:11–19). In seinem ersten Versuch, der Kantate BWV 25 Es ist nicht Gesundes an meinem Leibe, die am 29. August 1723 uraufgeführt wurde, behandeln Bach und sein anonymer Librettist das Thema Aussatz als Metapher für die ganze Menschheit, in einer Sprache plastischer Extreme: ‚Der erste Fall hat jedermann beflecket / und mit dem Sündenaussatz angestecket’ – die ganze Welt ist ‚nur ein Hospital’ für die unheilbar Kranken. Die Lösung? ‚Du, mein Arzt, Herr Jesu, nur / weißt die beste Seelenkur’ (Nr. 3). So wird auf typische Weise, wie in so vielen seiner Kantaten, für den einzelnen Sünder in seiner Verzweiflung der Plan zu einer spirituellen Reise aufgestellt; ein Weg wird gewiesen, und der schmerzhafte Prozess des Heilens kann beginnen. Manche meinen vielleicht, der Text und überhaupt das ganze Konzept seien schwierig zu verdauen, aber wie immer, wenn wir uns Bachs Musik zuwenden, werden erkennen wir, dass er alles daran setzt, die schlimmsten verbalen Exzesse auszugleichen.

In der Tat, was dieser Kantate eine überraschende Wende gibt, ist die Rolle, die der Musik im Genesungsprozess zugewiesen wird. Die zweite Arie (Nr. 5) bringt die Hoffnung des Sünders/Komponisten zum Ausdruck, dass seine ‚schlechten Lieder’ gnädig angenommen werden mögen, und es ist durchaus möglich, dass es hier für Bach persönliche Bezüge gab: Er stellt zwei Instrumental-‚Chöre’ nebeneinander, einen irdischen (Oboen und Streicher) und einen himmlischen (drei Blockflöten), als Vorfreude auf den Chor der Engel, in deren Mitte sein ‚Danklied besser klingen’ werde. Es ist ein Freudentanz im Dreiertakt, der nach dem vorherigen Geschehen eine willkommene Atempause schafft und Linderung gewährt. Doch gerade in diesen früheren Sätzen hat der Komponist auf seine besondere Art und mit unbeabsichtigter Ironie seine Marschrichtung zu erkennen gegeben.

Im Anfangschor steht hinter den Noten und jeder Zeile kontrapunktischer Verflechtung das klare Bewusstsein – und das Erschrecken darüber –, dass der Mensch durch die Sünde krank geworden ist. Es ist zum Beispiel bezeichnend für seine Art, wie er ein zweites Thema (‚und ist kein Friede in meinen Gebeinen’) über eine rastlose Basslinie legt, die aus einer Kette paariger Sechzehntel gebildet wird, ein so überzeugendes Symbol für das aufgewühlte Gemüt, wie man es sich nur vorstellen kann. Noch eindrucksvoller ist, wie er ein ganz neues Orchester aus drei Blockflöten, drei Posaunen und einem Zinken über die übliche Streicher-plus-Oboe-Gruppe setzt, um dem Passionschoral Herzlich tut mich verlangen, der bereits in langen Noten im Continuoteil vorgestellt wurde, besonderes Gewicht zu geben. Als Bass des Chorals trifft die Bassposaune zuweilen mit dem Generalbass zusammen, an anderer Stelle geht sie jedoch ihren eigenen Weg. Sie steht für den Felsen, auf dem zwölf separate Linien errichtet und verarbeitet werden können, eine Tour de Force kontrapunktischer Meisterschaft, selbst nach Bachs Maßstäben. (Es ist auch selten, dass Bach Posaunen auf diese Weise verwendet, völlig unabhängig von den Gesangslinien – und in Vorgriff auf das Finale zu Beethovens Fünfter Symphonie.)

Nach diesem opulenten Anfangschor beschränken sich die nächsten drei Sätze auf eine Continuobegleitung, so als sollte betont werden, dass der Patient persönlich spirituelle Heilung benötigt. Auf die Gefühle des Hörers oder eine drohende Übelkeit wird keine Rücksicht genommen. Krankheit, hitziges Fieber, Aussatzbeulen und der ‚hässliche Gestank’ der Sünde werden ausführlich geschildert und türmen sich zu einem leidenschaftlichen Appell an Christus als ‚Arzt und Helfer aller Kranken’, Erbarmen zu zeigen und zu heilen. Man könnte vermuten, das Ausforschen tonaler Modulationen, mit der Bach die Vorstellung von einer spirituellen Reise allegorisch zu wenden sucht, vor allem in dem Eingangsrezitativ des Tenors (Nr. 2), dürfte die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer garantieren, heißt es doch in seinem Nachruf: ‚Hat jemals ein Tonkünstler die verstecktesten Geheimnisse der Harmonie in die künstlichste Ausübung gebracht; so war es gewiss unser Bach.’ 

© John Eliot Gardiner 2006

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen für den 12. und 13. Sonntag nach Trinitatis:

               Link:     h i e r  zum Download als PDF  Gardiner  

  Künstler-Beitrag –  Link: Künstlerbeitrag James Gilchrist, Tenor

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/ YouTube: BWV  17 – Part 1

  „Wer Dank opfert, der preiset mich  (Interpret: Harnoncourt)

 

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/ YouTube: BWV  17 – Part 2  (Interpret: Harnoncourt)

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/ YouTube: BWV 78 –  Part 1

 Jesu, der du meine Seele“   (Interpret: J.S. Bach-Stiftung St. Gallen)

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/ YouTube: BWV 78 –  Part 2  (Interpret: Harnoncourt)

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/ YouTube: BWV 164 –  Part 4  (Interpret: Harnoncourt)

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CD für den 14. Sonntag nach „Trinitatis“ 
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……Cover: CD’s – SDG 124 – Vol.  7  (CD 1)
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…….BWV 17 – Wer Dank opfert, der preiset mich
……BWV 25 – Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe
………………..BWV 78 – Jesu, der du meine Seele.
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Herzliche Urlaubsgrüße aus der Schweiz und ich wünsche allen Besuchern eine schönen

Trinitatis-Sonntag.

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Grüße

Volker