Bei meinen täglichen Rundgängen in der Internet-Welt wurde ich auf folgende Übersetzung geleitet und habe mich darüber köstlich amüsiert:
Übersetzung von Portugiesisch nach Deutsch
Das Glaubensbekenntnis über J.S. Bach !
„Ich glaube an Bach, der Musiker, der Schöpfer der himmlischen Harmonien, und durch seine Kunst der Fuge, sein großes Werk, das durch die Kraft seines meisterhaften Geistes gezeugt wurde, geboren von der ewigen Muse, gelitten und verletzt unter Leipzig, seine Musik war tot und begraben, hinabgestiegen zu den Vergessenen, wiederauferstanden bei der Berührung durch Felix Mendelssohn Bartholdy, aufgefahren in den Himmel.“
„Ich glaube an Bach, seine Musik im Himmel und die Gemeinschaft der Interpreten. Von dort „WIRD ER KOMMEN“ zu beurteilen und zu richten alle seine Interpreten die Vergebung der Sünden einer barocken Inszenierung.
Im Alter von 93 Jahren verstarb am 7. April 2011 in Göttingen der weltbekannte Bachforscher
„Alfred Dürr“
Geboren am 3. März 1918 in Berlin-Charlottenburg, † 7. April 2011 in Göttingen war ein deutscher Musikwissenschaftler, der wesentlich zum Verständnis der Entstehungsgeschichte und Überlieferung der Werke „Johann Sebastian Bach’s“ beigetragen hat.
Nach dem Studium und der Promotion in Göttingen („Studien über die frühen Kantaten J. S. Bachs“, 1950) war der in Berlin-Charlottenburg Geborene von 1951 bis 1983 Mitarbeiter des Johann-Sebastian-Bach-Instituts Göttingen, davon von 1962 bis 1981 als stellvertretender Direktor. Seit 1976 war er Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Bedeutende Ehrungen wie die beiden Ehrendoktorwürden des Baldwin-Wallace College in Berea (Ohio) und der Oxford University wurden ihm zuteil.
Dr. Alfred Dürr war in der Lage, komplizierte Sachverhalte verständlich darzustellen. Sein Handbuch „Johann Sebastian Bach „Die Kantaten“ (Bärenreiter-Verlag) ist seit seinem ersten Erscheinen 1971 (damals dtv/Bärenreiter) bis heute das unangefochtene Standardwerk über die Bach-Kantaten. Auch seine Werkeinführungen zur „Johannes-Passion“ und zum „Weihnachts-Oratorium“ fanden viele Leser unter Musikfreunden und in der Musikwissenschaft lebhafte Anerkennung.
Wir werden ihn zwar als Bach-Forscher sehr vermissen aber seine überlieferten Beschreibungen der Bach-Kantaten werden für uns weiterhin täglich in unserer Arbeit Bestand haben und als Nachschlagewerk unentbehrlich sein und das ist tröstlich!
J.S. Bach 326. Geburtstag (Foto: via Margarita Pollini)
Leipzig feiert Bach’s Geburtstag !
326 Jahre ist es her, dass Johann Sebastian Bach in Eisenach das Licht der Welt erblickte. Auch in Leipzig hat er Spuren hinterlassen – als Kantor und Musikdirektor. Große Spuren, für einen großes Talent – kein Wunder, dass sein Geburtstag auch in diesem Jahr mit vielen Veranstaltungen gefeiert wurde. Leipzig ist immerhin Bach-Stadt.
Eine besondere Überraschung hat sich die J.S. Bach-Stiftung aus St. Gallen einfallen lassen, sie überreichten einen Scheck für das Alumnat der Thomaner, dafür ein Kompliment für diese großartige Geste.
Ein Video zum 326. Geburtstag von J.S. Bach kann im Leipzig-Fernsehen nachverfolgt werden. Ebenso die Scheckübergabe aus der Schweiz.
Die Kandidaten für den zweiten und dritten Platz sind dann Mozart und Beethoven. Auf Platz vier landet Schubert. Debussy ist für Tommasini die Nummer 5 – vor Strawinsky und Brahms. Und schon die Überlegungen in Tommasinis Text zeigen: Hier fangen die Unsicherheiten an. Hier streiten sich auch die Leser im Forum, wer alles in die engere Wahl für die Top 10 gehört. Bei Verdi und Wagner fällt es Tommasini schwer, die richtige Reihenfolge zu finden. Er setzt dann nach reiflichem Abwägen Verdi auf 8 und Wagner (und damit den zweiten Leipziger Komponisten) auf 9.
eine Orgel-Highlight-Überraschung aus den USA zum Jahresende.
Prof. James Kibbie - Organist University Michigan - Bach-Gesamt-Orgelwerke
Der Organist James Kibbie ist Professor für Orgel an der Universität von Michigan-USA und hat in den Jahren 2007 bis 2009 auf sieben original barocken Orgeln in Deutschland das Gesamt-Orgelwerk von J.S. Bach eingespielt. Diese 270 Bach-Gesamt-Orgeleinspielung wird von dem amerikanischen Organisten „James Kibbie“ als ein
Möglich wurde dieses Projekt durch eine großzügige Unterstützung von Dr. Barbara Flurin Sloat zu Ehren ihres verstorbenen Ehemannes: Baryy Sloat und von der University of Michigan School of Music – USA, Theater & Tanz und erfuhr eine zusätzliche Unterstützung aus dem Amt des Vizepräsidenten für Forschung der University of Michigan-USA.
Das Ziel (Credo) des Projektes:
„Durch diese Website sollen kostenlos alle Hörer auf der ganzen Welt sich an dieser Bach-Musik erfreuen.“
James Kibbie trat in ganz Nordamerika und Europa auf darunter in der Kathedrale von Notre Dame Paris, Royal Festival Hall in London, Dvorka Hall in Prag und das Lincoln Centerin New York. Während seine einmonatigen Konzertreise durch die Sowjetunion im Jahre 1991 wurde er von der Prawda „als ein wunderbarer Organist und brillanter Interpret“ gelobt. Kibbie ist Jurymitglied bei internationalen Orgelwettbewerben. In zahlreiche Rundfunk- und Fernsehsendungen trat er auf und CD-Einspielungen wurde von James Kibbie veröffentlicht, er gilt als ein großartiger Bach-Interpret. Als einziger Amerikaner gewann er den renommierten Orgelwettbewerb „Grand Prix d’Interpretation“ von Chartres, Frankreich, sowie den internationalen Orgelwettbewerb des Festivals „Prager Frühling“ in der Tschechoslowakei.
Seine jüngsten Orgel-Aufnahmen der kompletten Bach-Werke auf historischen barocken Orgeln in Deutschland fanden ein begeistertes Publikum und wurden von der Fachwelt hervorragend bewertet – James Kibbie spielt mit vollendeter Klarheit, Brillanz und Größe und besitzt eine technisch perfekte Leistungsfähigkeit.
Nennenswerte Link-Angaben stelle ich dem Orgel-Freund zur Verfügung, ein Link für die sieben barocken Orgeln in Deutschland mit Bild und Dispositions-Angaben und dem kostenlosen Download.
Die Einspielungen wurden an folgenden Orgeln und Kirchen aufgezeichnet mit Foto-, Orgel- und Dispositions-Angaben.
Gesamtangaben und Hinweise zu den sieben Kirchen-Orgeln:
Es ist möglich sich das komplette Orgelwerk von J.S. Bach kostenlos runterzuladen. Eingespielt von James Kibbie, liegen die Dateien ordentlich geordnet in verschiedenen Qualitätsstufen auf den Servern der Universität Michigan. Das auf deutschen Orgeln eingespielte Werk ist ebenfalls sortiert und durchsuchbar. Möchte der Interessent alles herunterladen, gibt es ein ZIP-Dateien nach Gruppen sortiert.
Die Auswahl der Arbeiten für diese Serie basiert auf den BWV – Kleine Ausgabe (Breitkopf & Härtel, 1998) – ergänzt durch andere neueren Forschungen, einschließlich der Arbeit von Prof. Christoph Wolff und der Erforschung durch das Johann-Sebastian-Bach-Institut Göttingen.
Ein historischer Dokumenten-Fund über Johann Sebastian Bach im Erzgebirge sorgt für Furore in der Internet-Welt. Erst erschien ein Artikel darüber in dem Herbst-Magazin 2010 vom Gewandhaus-Orchester in Leipzig und im Hörfunk berichtete der WDR3 in seinen Kultur-Nachrichten davon.
Ein bekannter Hobby-Forscher aus dem Gewandhaus-Orchester – Kontrabassist Eberhard Spree – hat sich mit dem Verzeichnis des Nachlasses von J.S. Bach beschäftigt.
+) Der Kontrabassist des Gewandhausorchesters war beim Lesen in einem 130 Jahre alten Buch auf den
Zechen-Foto mit Förderturm
Namen der Zeche St. Ursula in Kleinvoigtsberg bei Freiberg gestoßen, hatte ein wenig recherchiert und sich schließlich an den im gleichen Ort wohnenden Geologen Jens Kugler mit der Bitte um weitere Informationen gewandt.
Nach nicht einmal einem Monat dann der Treffer: Man habe in zwei Quartalsregistern wirklich den Eintrag »Johann Sebastian Bach, Capellmeister in Leipzig« gefunden, meldete sich der Geologe und erzählte, dass der Freiberger Archivleiter sehr begeistert sei. Bisher hatte nämlich noch niemand in den 140 000 Zechenregistern des Sächsischen Bergarchivs nach dem Namen des Thomaskantors geforscht.
Nun galt es, den ersten Eintrag Bachs in den Zechenregistern zu finden. Und tatsächlich: Im letzten Quartalsregister von 1746 war sein Name erst nachträglich eingefügt worden an einer Stelle, die eigentlich als leerer Zwischenraum gedacht war. Da er in den Registern unmittelbar davor nicht verzeichnet ist, schien nun festzustehen: Bach erwarb 1746 einen Anteil an dem Silberbergwerk.
Wer aber regte den Kantor zum Kuxkauf an? Hier müssen die Historiker spekulieren. Beim ersten Erwerb 1741 deutet sich eine Verbindung zu einem Leipziger Kaufmann an, beim Neuerwerb 1746 könnte der Freiberger Orgelbaumeister Gottfried Silbermann Pate gestanden haben………..
weiter zum spannenden Bericht und sensationellen Fund als „PDF des Herbst-Magazin 2010 vom Gewandhaus-Orchester Leipzig“ nachstehend:
Auslöser für diesen sensationellen Bericht war eine EMail von @Irisan mich übermittelt. @Iris, hab ganz herzlichen Dank für deinen Hinweis, ich habe es unter meinem Namen verfasst und weitere Recherchen zu diesem Thema vorgenommen und hoffe, dass Du damit einverstanden bist.
Herzliche Bach-Historie-Grüße und Bericht-Urheberin von
Blinde sollen in Zukunft die Thomaskirche-Leipzig erfühlen können. Dazu kann ein Video von der Presse-Konferenz des Vereins „Thomaskirche-Bach 2000 e.V“. im Internet aufgerufen werden. Zum Video:
Bis März 2012 soll ein Modell der Thomaskirche auf der Südseite des Hauses aufgestellt werden
Diese Epitaphe ist rund 400 Jahre alt. Es ist die Grabplatte des ehemaligen Bürgermeisters der Stadt Daniel Leicher. Zu finden ist das Kunstwerk aus Marmor und Alabaster in der Thomaskirche. Allerdings hat das Denkmal seine besten Tage bereits hinter sich, weshalb es jetzt restauriert werden soll wie Pfarrer Christian Wolff weiß.
Oben auf der Webseite von „info-tv-Leipzig“ – Mitte – das abgebildete Video anklicken!
BACH & friends "A documentary film by Michael Lawrence"
Ein beeindruckendes Bach-Projekt – „BACH & friends“
A documentary film by Michael Lawrence – gibt es auf der nachstehenden Webseite zu bestaunen, J.S. Bach’s Musik in allen seinen Facetten von internationalen Könnern vorgetragen, kann ich nur empfehlen, einmal da rein zu schauen..!!
Auf You Tube sind einige Trailer zu dem Film-Projekt vorhanden:
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P.S. Dies habe ich soeben auf YouTube entdeckt und bin davon begeistert was man mit Weingläsern nicht alles anstellen kann, Bach klingt eben mit jeder Materie:
„Glass harp-Toccata and fugue in D minor-Bach-BWV 565“
Nach fast 300 Jahren wurde „Johann Sebastian Bach“ in Weimar – dokumentarisch im Film festgehalten – rehabilitiert..!!
Die erste BACH BIENNALE WEIMAR 2008 war eine unmissverständliche Liebeserklärung: J.S. Bach wurde in Weimar „rehabilitiert“, seine Entlassung aus Weimar anno 1717 „in angezeigter Ungnade“ wurde urkundlich offiziell annulliertdurch Michael Prinz von Sachsen Weimar Eisenach als direkten Nachkommen von J.S. Bach’s damaligem Dienstherrn.
Bach-Handschrift BWV 44 Kantate "Sie werden euch in den Bann tun"
Johann Sebastian Bach ist im digitalen Zeitalter angekommen, und das in höchster Qualität!
www.bach-digital.de führt die verstreut aufbewahrten musikalischen Autographe Johann Sebastian Bachs, seine Abschriften von Werken anderer Komponisten sowie für Bach hergestellte Aufführungsstimmen zum ersten Mal virtuell zusammen. Die Webseite eröffnet einen neuen und umfassenden Zugang zum reichen musikalischen Erbe Johann Sebastian Bachs. Nach mehr als zwei Jahren intensiver Arbeit ist http://www.bach-digital.de nun online.
Die meisten Werkautographe und Originalstimmen, insgesamt über 90% der gesamten Überlieferung, befinden sich in Berlin, Leipzig, Dresden und Krakau. Im Moment sind etwa 40% des Bestandes von über 20.000 Seiten der 697 Handschriften eingearbeitet. Bis 2011 sollen diese Bestände vollständig über www.bach-digital.de verfügbar sein.
Das Projekt ist von hoher Bedeutung für die Wissenschaft, aber auch für die kulturelle Überlieferung. Der Schutz der Originale und die wissenschaftliche Verwendung stehen im Zentrum der Aufmerksamkeit: Sicherheit, Genauigkeit und Sorgfalt haben höchste Priorität, sowohl im Umgang mit den Autographen als auch bei der Aufbereitung der gewonnenen Daten.
Bach Digital ist eine digitale Bibliothek der Autographe Johann Sebastian Bachs, der von ihm verwendeten Aufführungsstimmen und seiner Abschriften fremder Werke. Diese digitale Bibliothek ist eingebettet in den Bach-Quellenkatalog. Wenn Sie also im Bach-Quellenkatalog im Datenmodel ‚Quellen‘ aus dem Pulldown-Menü ‚Projekte‘ ‚Bach-Digital‘ auswählen, dann gelangen Sie über ’suchen‘ zu einer Liste von Handschriften, zu denen bereits Digitalisate verfügbar sind.
Bis 2011 werden die Autographe und Originalquellen aus den Sammlungen aller am Projekt beteiligten Partner – der Staatsbibliothek zu Berlin, dem Bach-Archiv Leipzig und der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden – veröffentlicht und damit immerhin 90 % des weltweit erhaltenen Bestandes erfasst. Die Einbindung der Autographen weiterer Sammlungen soll folgen.
Bach Digital ist ein gemeinsames Projekt der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, des Bach-Archivs Leipzig und des Universitätsrechenzentrums Leipzig.
Es ist erfreulich, dass es noch seriöse Zeitungen gibt, die unvoreingenommen einen wirklich gut fundierten Artikel über den „Thomaner Chor“ Leipzig und seine Probleme darstellt.
Thomaner Chor im Alumnat Leipzig
Ich spreche von der Zeitung „DIE ZEIT“
Dieser Beitrag erschien am 3. Mai 2010 und berichtet in dem Artikel:
Entscheidung in der Villa Thomana
über das Problem: »Wir wollen nur die Besten, doch wegen der demografischen Entwicklung haben wir immer weniger Auswahl.«
Thomaner-Alumnat Leipzig
Zum gesamten Artikel über die Thomaner in „DIE ZEIT“ nachstehend.
In letzter Zeit wird in der pädagogischen Diskussion immer wieder betont, dass die Erziehung vor allem durch persönliche und gesellschaftliche Werte geprägt sein muss. Das chorische Zusammenleben der Thomaner erfüllt durch die Heranführung an eine strukturierte Tagesplanung, die lebendige Pflege des reichen musikalischen Erbes und einem sich entwickelnden Verantwortungsgefühl in der Gemeinschaft der Thomaner diesen Anspruch. Das Einhalten der gemeinsam erarbeiteten Hausordnung ist eine wichtige Bedingung für das Gefühl der Zusammengehörigkeit der Sänger unterschiedlichen Alters. Das gemeinsame Musizieren, Erarbeiten und Erleben der Musik schafft dabei eine zusätzliche Bande.
Eindrucksvolle Videos auf YouTube aus dem Jahr 1979 unterstreicht das tägliche Miteinander der Thomaner im Alumnat in Leipzig.
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In 2012 feiert der Thomaner Chor seinen 800. Geburtstag mit umfangreichen Festveranstaltungen.
Bis zum Jahr 2012 entsteht in Leipzig das forum thomanum – ein international ausgerichtetes Bildungszentrum bestehend aus einer Kindertagesstätte, einer Grundschule, einer internationalen Jugendmusikakademie und der Lutherkirche. Die Lutherkirche bildet das Zentrum des entstehenden Campus und ist zugleich Gottesdienststätte, Schulaula, Konzert-, Theater- und Aufnahmeraum.
Am 21. März 2012 geben die Thomaner erstmals ein Konzert in der Leipzig-ARENA.
• Die besten Chöre der Welt erweisen Leipzig die Ehre: Kings College Choir (Cambridge), St. Thomas Boys Choir (New York), Wiener Sängerknaben, Regensburger Domspatzen…..
Im September 2012 will die Thomasschule eine eigene Festwoche feiern und einen Monat später dann die Thomaskirche.
Eingestimmt durch einen wunderbaren Gottesdienst, der sich wie immer in der Thomaskirche durch eine reichhaltige lutherische Liturgie auszeichnete, konnte ich nach dem Besuch des Bundespräsidenten das neu-alte Bach-Museum endlich erkunden. Doch zuerst wurde noch eine große Geburtstagstorte hereingetragen und es steigerte sich die Spannung auch noch zusätzlich dadurch, dass der Stellvertretender des Thomaskantors im Innenhof einen mehrzeiligen Geburtstagskanon mit uns einübte.
Eröffnung Bach-Museum durch den Bundespräsidenten Horst Köhler
Natürlich konnten die Kuratoren des Museums nicht drumherum, Bach auch ‚interaktiv‘ und ‚medial‘ zu präsentieren und ‚aufzuarbeiten‘. So konnte man im ersten Raum an einem ‚digitalen Wühltisch‘ Bach-Dokumente für sich zusammenstellen, ordnen und vergrößern. Weiter oben hingen Orgelpfeiffen von der Decke, die beim Berühren mit dem Ohr Bach-Melodien tief in dich hineinsummten. Nebenan konnte man Bach-Choräle in bestimmten Instrumentierungen zum besseren Verständnis herausstreichen.
Und stundenlang konnte man in der Hörbar Bach-Werke aufsuchen und selbst bestimmen, was aus dem gesammten Bach-Werke-Verzeichnis jetzt für mich erklingen sollte. Wie der Titel eines in unserem Blog schon besprochenen Bach-Taschenbuchs konnte ich sagen: „Bach und ich.“ Er entsteht jetzt durch mich neu!!.
Die alte Thomasschule zu J.S. Bach's Zeiten als Modell
Irritiert kehrte ich zurück in die sog.Schatzkammer: Wichtige Orthographe von Bach-Kantaten und Bestallungsurkunde stellten fest: Bach gehört zu den Grundlagen unserer Kultur. Nach drei Stunden konzentriertem Aufnehmens bin ich dann fast ‚bach-trunken‘ auf den Thomas-Kirchhof getorkelt. Auf dem Weg in mein Schlafquartier fragte ich mich: Was hat Dich denn jetzt wirklich berührt?
Gut-, das man Abstand gewinnen kann. Also zunächst zurück zum Gottesdienst für den Sonntag Judika mit dem Thema ‚Maria Verkündigung‘. Bach geht ja in seiner Kantate zu diesem Sonntag BWV 1 mit keinem Ton oder Wort auf die biolgischen Verwirnisse einer Jungfrauengeburt ein. Er konzentriert sich auf das Wunder, das bei Gott alles möglich ist. So will Bach den hellen Schein des Morgensterns darzustellen. In diesem Licht verändern sich die an den Menschen gebundenen Normalitäten und erleuchten das Wesentliche: Gott geht aus vom Unscheinbaren, Nicht-Verständlichen. Pfr. Wolff hatte diese Botschaft des Predigttexts und der Kantate prägnat und nicht zu lang ausufernd den Hörern vermittelt.
Weiter zurück dann in den Innenhof des Bose-Hauses. Was standen da für merkwürdige weiße Schiebekarren herum. Kinder probierten sich daran und zeigten es uns Erwachsenen: ‚Presto – Largo – Andante … (vgl.Bild) . Bach-Melodien wurden durch die eigene kindliche Schubkraft schneller oder langsamer zum Erklingen gebracht. Mir dämmerte es: Bach selbst, der 14 Kinder sein eigen nannte, mußte doch in seinem Museum des Jahres 2010 auch mit Kinder anregenden ‚Musikmöbeln‘ vertreten sein‘. Und so hatten es die Kuratoren auch vorgesehen. Der Lernerfolg stelle sich dann bei mir dann so ein:
Im Bach-Museum melodische Kinder-Schubkarren Presto - Largo - Andante
Erst meine eigene Anstrengung ermöglicht es mir, Bach-Töne aufzunehmen und in mir selbst zu interpretieren uns für mich wirken zu lassen.
Musikalischer Schubkarren im Bach-Museum
Mit diesem ‚Lernerfolg‘ ging ich dann weiter im Museum herum. Beeindruckt hat mich die Rekonstruktion der abgerissenen Thomasschule und eine alte Fotografie der Komponier-Stube des Thomaskantors.
In welchen kümmerliche Verhältnissen mußte sich Bach immer wieder neu auf die wöchentlich neue Aufgabe konzentrieren: jede Woche ein Meisterwerk!
Altes Foto: Die Komponierstube von J.S. Bach
Zum Schluss: was fehlte an der Bach-Repräsentation? Wie bereits festgestellt, verließ ich ganz ‚bach-trunken‘ das neue Bach-Domiziel. Doch ich merkte: wenn man den Bach-Virus nicht in sich trägt, bleiben alle medialen Kunststücke l’art pour l’art. Darum bleibt es unsere Aufgabe, die auch ohne große musikalische Kenntnisse gut nachvollziehbare bachische Sprache und Vorstellungswelt zu vermitteln, die ja versucht, das Unvorstellbare und Geheimnisvolle, aber uns Verheißene auszudrücken.
Immer wieder werden sich Kinder und Erwachsene danach sehnen, das unbestimmter Gefühl nach Gott und irdischer Ordnung Gestalt werden zu lassen. Im Leipziger Bach-Haus finden sich dazu vielfältige Anregungen. Gerne war ich bei der Eröffnung dabei.
überall ist Begeisterung zu verspüren, denn das nach zweijähriger Umbauphase für 7 Mill. € wiedereröffnete Bach-Museum und Bach-Archiv in Leipzig kann mit spektakulären Neuigkeiten aufwarten.
Besucher konnten sich am ersten Öffnungstag kostenlos in der ebenfalls neu konzipierten Ausstellung über Leben und Wirken des berühmtesten Leipziger Thomaskantors informieren.
Neueröffnung Bach-Museum und Bach-Archiv in Leipzig
Am gestrigen Sonntag, 21. März 2010, zum 325. Geburtstag von J.S. Bach, kam Bundespräsident Horst Köhler zum Festakt in das Rathaus von Leipzig und wurde mit einer Motette von dem Thomaner Chor empfangen. Anschließend begaben sie sich zu Ehren des Komponisten ins Bach-Museum (ehemalige Bose-Haus) nahe der benachbarten Thomaskirche. Köhler würdigte die Leipziger Forschungsstätte als „kulturellen Leuchtturm“ in Deutschland. Bei der Arbeit des Archivs gehe es um den „Erhalt des kulturellen Gedächtnisses der Nation“, erklärte Köhler bei einem Besuch.
Zwei Videos nachstehend zur Eröffnung des Bach-Museums am 20/21. März 2010:
Beim Starten des 1. YouTube-Videos einen kleinen Zeitraum warten, der Anfang ist total schwarz aber nach ein paar Sekunden startet das Video normal weiter, schein wohl eine kleine Macke zu haben..!!
Per Knopfdruck - historische Instrumente erklingen im Bach-Museum
Visuelle Bach-Kompositionen im Bach-Museum
Zu den neuen Exponaten zählen unter anderem der Spieltisch der Leipziger Johanniskirchorgel und Relikte aus dem vermuteten Bach-Grab. In der neuen „Schatzkammer“, einem Teil des Anbaus, werden unter anderem drei Autographe Bachs aus dem eigenen Archiv gezeigt. In einem anderen Teil wird es etwa alle sechs Monate eine neue Sonderausstellung geben. Den Beginn macht die Präsentation „Meisterwerke im Wochentakt“ über die „unheimliche Produktivität“ Bachs beim Komponieren von Kantaten in seinem ersten Jahr als Thomaskantor. Ebenfalls erweitert wurde die Fläche für das Bach-Archiv, das historische Dokumente rund um Leben und Schaffen des Komponisten beherbergt. Der Forschungs- und Dokumentationsstätte steht mit insgesamt 3.000 Quadratmetern künftig ein Drittel mehr Raum zur Verfügung.
Ich freue mich riesig darauf während des Bachfestes 2010 diese neue Highlight-Stätte über J.S. Bach besuchen zu können. Einen Vorgeschmack davon hat @Wolfgang während seines Berlin-Leipzig-Besuches wohl erfahren dürfen und wird uns darüber etwas berichten.
Erwachsene: 6,00 € / ermäßigt: 4,00 €
Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre: frei
Gruppen (ab 10 Personen): 5,00 € pro Person
Jahreskarte: 15,00 € (nicht übertragbar)
von vielen ist der Tod vorausgesagt worden, aber die „Klassische Musik“ lebt weiter und das mit überragenden Verkaufszahlen in 2009. Sowohl beim Umsatz wie auch beim Absatz konnten Klassik-Produkte zweistellige Zuwachsraten verbuchen.Das gab der Bundesverband Musikindustrie e.V. (BVMI) in Berlin bekannt. In einem insgesamt leicht rückläufigen Musikmarkt stieg der Umsatz mit klassischer Musik um 10 Prozent von 108 auf 119 Millionen Euro.
Eine eigentlich verlorene, 1729 entstandene Bach’sche Begräbniskantate, komponiert von J.S. Bach aufgrund des Todes vom Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen im November 1728 – erlebt eine Wiederaufführung als Rekonstruktion. Es entstand die Köthener Trauermusik (BWV 244a), von der heute bis auf das Libretto allein die Begeisterung des ersten Bachbiographen Johann Nikolaus Forkel geblieben ist, dem letzten Besitzer der Partitur. Letztere verschwindet nach Forkels Tod spurlos.
Nun erfährt nach einer Rekonstruktionsgeschichte von einhundertvierzig Jahren eine bewegende Wiederaufführung. Schauplatz: Kammermusiksaal im Deutschlandfunk, Forum Alte Musik.
Das klingende Ergebnis war verblüffend. Nichts erinnerte in dieser inspirierten Aufführung an das grob Technische einer „Rekonstruktion“. Wer befürchtet hatte, im Kammermusiksaal des Deutschlandfunk einem Bach-Gerippe zu begegnen, das wie zur vorgerückten Geisterstunde an Fäden gezogen zum Laufen gebracht werden würde, sah sich angenehm überrascht. Alles, was Wolfgang Katschner seiner Lautten Compagney und der durch vier Solisten von Theatre of Voices verstärkten Capella Angelica entlockte, war aus Fleisch und Blut, hatte Stil und Charakter. +)
Davon gibt es einen Konzertmittschnitt beim Deutschlandfunk am 30.03.2010 um 21:05 Uhr.
die Wiedereröffnung der J.S. Bach Dauerausstellung fand am 19. Dezember 2009, im Schlossmuseum Arnstadt, Schlossplatz 1, statt.
Schlossmuseum mit J.S. Bach-Dauerausstellung Arnstadt
„Im Jahre 1703, so schrieb Carl Philipp Emanuel Bach rückblickend über seinen berühmten Vater, erhielt er den Organistendienst an der neuen Kirche in Arnstadt. Hier zeigt er eigentlich die ersten Früchte seines Fleisses in der Kunst des Orgelspielens und in der Composition.“
Was im Laufe seines Lebens aus den ersten Früchten des jungen Johann Sebastian Bach in Arnstadt geworden ist, hat bis in die Gegenwart Generationen von Menschen tief beeindruckt.
In Arnstadt überlagerten sich verschiedene Lebens-, Erfahrungs- und Berufsbereiche des jugendlichen Bachs, die für sein weiteres Leben und Schaffen prägend waren. Johann Sebastian lebte in mitten der weitverzweigten und alteingesessenen Bach-Familie und ihrer Verwandten. In Arnstadt begann seine Berufslaufbahn als Organist. Er hatte an der Neuen Kirche seine erste Anstellung in diesem Amt und er erlebte in Arnstadt seine erste Liebe.
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Schwerpunkte der Ausstellung im „Schlossmuseum Arnstadt“ sind:
Biografisches über Johann Sebastian Bach selbst, besonders seine Zeit in Arnstadt
Johann Sebastian Bachs in Arnstadt musikalisch tätigen Verwandte, deren Wohn- und Wirkungsstätten
Johann Sebastian Bachs Dienst in Arnstadt
Johann Sebastian Bachs musikalischen Frühwerke aus seiner Arnstädter Zeit
Die Geschichte der Neuen Kirche und der Kirchenbetrieb in Arnstadt
Eine thüringische Residenz an der Wende zum 18. Jh. und die damit verbundenen Zeitgenossen und Wegbegleiter Johann Sebastian Bachs in Arnstadt: Theologen, Juristen, Naturwissenschaftler, Regierungssekretäre, Bürgermeister, Kapellmeister und Lehrer
Musikleben in Arnstadt im 17. und frühen 18. Jh.
Thüringer Orgelbautradition anhand des Orgelspieltisches der Wenderorgel von 1703 und zweier Nachfolge-Spieltische aus der Neuen Kirche
Literatur zu Johann Sebastian Bach und seiner Arnstädter Zeit
Bachrezeption seit Ende des 19. Jahrhunderts
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Das Schlossmuseum in Arnstadt
Anhand von Faksimiles überlieferter Dokumente aus dem Kreisarchiv Arnstadt, dem Kirchenarchiv Arnstadt, dem Thüringer Staatsarchiv Rudolstadt und den Universitäts- und Forschungsbibliotheken in Gotha, Jena und Erfurt können wichtige Stationen aus dem Leben des jungen Musikers aufgezeigt werden. Ergänzt durch wertvolle Exponate aus dem Schlossmuseum Arnstadt wird das gesellschaftliche Leben der Zeit des 17. und 18. Jh. wieder lebendig. Besonders sehenswert sind zwei Musikinstrumente, die nach historischem Vorbild nachgebaut wurden. Die Meisterwerkstatt für Metallinstrumente Voigt in Markneukirchen fertigte eine Es-Alt-Barockposaune nach dem Vorbild der Nürnberger Instrumentenbauer Ehe aus dem 18. Jahrhundert. Die Posaune war eines der gebräuchlichsten Instrumente der Stadtmusikanten seit dem 16. Jahrhundert. Zu sehen ist auch ein Dulcian, Nachbau der Firma MOECK Musikinstrumente in Celle. Ein Dulcian ist eine Frühform des Fagotts, welches nachweislich Caspar Bach in Arnstadt spielte. (1)