Webradios im Internet mit klassischer Musik


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Die Radioliste mit Sendern, die überwiegend klassische Musik senden, habe ich vollständig überarbeitet. Die Sender senden in der Regel mit 128 kbps, so werde ich nur Ausnahmen angeben, soweit mir das bekannt ist. Der Livestream ist über die Hauptseite bzw die Programmseite aufrufbar, ich gebe nur noch Ausnahmen an.

Eine sehr komfortable Übersicht gibt auf dieser Website, wo sich Sender aus ganz Europa mit Livestreams und Websites finden lassen:
http://www.listenlive.eu/

Schattenblick bietet Programmübersichten aller deutschen Öffentlich-rechtlichen Radiosender:
http://www.schattenblick.de/infopool/ip_medien_hoerpro.html

Öffentlich rechtliche Sender aus Deutschland
Ausländische Sender mit klassischer Musik
Privatsender

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Öffentlich rechtliche Sender aus Deutschland 


NDRkultur

allgemein
http://www.ndrkultur.de/
Programm http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/index.html
Livestream http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/livestream243.html

Archiv zum Nachhören: http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/zum_nachhoeren/ndr2234.html

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Nordwestradio (Radio Bremen)
Allgemein http://www.radiobremen.de/nordwestradio/
Programm http://www.radiobremen.de/nordwestradio/programm/index.html

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MDR Figaro
allgemein http://www.mdr.de/mdr-figaro
Programm http://www.mdr.de/mdr-figaro/programm/

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RBB Kulturradio
Allgemein http://www.kulturradio.de/
Programm http://www.kulturradio.de/programm/download/index.html

Livestream http://www.kulturradio.de/livestream/index.html

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WDR3 – 128/256 kbps
Allgemein http://www.wdr.de/radio/wdr3/
Programm http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0
Livestream http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html
(hier auch 256 kbps)

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HR2
Allgemein http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/index.jsp?rubrik=3752
Programm http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/programm3758.jsp?rubrik=3758
Livestream http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/index.jsp?rubrik=23746

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SR2 Kulturradio
Allgemein http://www.sr-online.de/sr2/74/
Programm http://www.sr-online.de/sr2/1356/

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SWR2
Allgemein http://www.swr.de/swr2/-/id=7576/otnbb1/index.html
Programm http://www.swr.de/swr2/programm/-/id=661104/1rcmvqp/index.html#aktuell

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Bayern Klassik
Allgemein http://www.br-online.de/br-klassik/
Programm http://www.br-online.de/br/jsp/global/funktion/programmvorschau/programmfahne.jsp?programm=B4

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Deutschlandradio Kultur
Allgemein http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/konzert/
Programm http://www.dradio.de/dkultur/vorschau/
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Ausländische Sender mit klassischer Musik

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Belgien (französisch)

musiq3
Allgemein http://www.musiq3.be/index.htm
Programm  http://www.musiq3.be/programmes/index.htm

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Frankreich

france musique
Allgemein http://sites.radiofrance.fr/francemusique/accueil/
Programm  http://sites.radiofrance.fr/francemusique/prog/ant/

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Großbritannien

BBC Radio 3 – vermutlich 48 kbps (in UK HD Qualität)
Allgemein  http://www.bbc.co.uk/radio3/
Programm  http://www.bbc.co.uk/radio3/schedule/
Proms  http://www.bbc.co.uk/proms/

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Niederlande

Radio 4 – 160 kbps
Allgemein http://www.radio4.nl/
Programm  http://www.radio4.nl/gids-en-gemist

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Norwegen

NRK klassisk – 384 kbps
Programm http://www.nrk.no/programoversikt/avansert/?p_artikkel_id=&p_forhandsvis_flg=0&p_format=HTML&p_type=prog&p_periode=neste7dager&p_ak=AK&p_knapp=Vis+nedenfor

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Österreich

Ö1 – von 64 kbps (Wortsendungen) bis zu über 300 kbps(Konzerte)
A
llgemein http://oe1.orf.at/
Programm  http://oe1.orf.at/programm

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Portugal

RTP Antena 2 – 64 kbps
Allgemein http://www.rtp.pt/antena2/index.php
Programm http://www.rtp.pt/antena2/?headline=10&visual=5

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Schweiz

deutsch
DRS II
Allg
emein http://www.drs2.ch/www/de/drs2.html
Programm  http://www.drs2.ch/www/de/drs2/sendungen.html

französisch
Espace 2
Allg
emein http://www.rsr.ch/#/espace-2/

italienisch
Rete due
Allg
emein http://retedue.rsi.ch/home/networks/retedue.html
Programm  http://retedue.rsi.ch/home/networks/retedue/palinsesto.html

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Spanien

Radio Clásica
Allgemein http://www.rtve.es/radio/radioclasica/
Programm  http://www.rtve.es/rne/rc/programa/index.php

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Privatsender

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Klassikradio
Allgemein http://www.klassikradio.de/

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Domradio Köln
Allgemein http://www.domradio.de/
Programm http://www.domradio.de/programm/
Bach-Kantaten zum jeweiligen Sonntag im Kirchenjahr mit Kantaten-Beschreibung;
Sonntags um 06:33 Uhr Wiederholung am Sonntag um 22:33 Uhr

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Radio Stephansdom Wien
Allgemein http://www.radiostephansdom.at/
Programm http://www.radiostephansdom.at/programm/

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Evangeliumsfunk Wetzlar
Allgemein http://www.erf.de/index.php?PHPSESSID=74f65ef852a045f2b632b546a3462c56&node=1962&PHPSESSID=74f65ef852a045f2b632b546a3462c56 Sonntag ab 11.15 Bachkantate mit Einführung

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Johannes-Passion in der Schwabenmetropole Stuttgart 22.04.11


Liederhalle in Stuttgart

JOHANN SEBASTIAN BACH – Johannes-Passion BWV 245

Ditte Andersen-Sopran

Annelie Sophie Müller-Alt

Daniel Johannsen-Tenor/Evangelist

Motti Kastón-Bariton Pilatus

Georg Gädker-Bass / Arien

Wolfgang Schöne-Bass / Jesus

Philharmonia Chor Stuttgart und Orchester SINFONIA 02 – musikalische Leitung Johannes Knecht

So isch´s Lähbe, Karfreitag bin ich diesmal in Stuttgart zur Johannes-Passion, die in der Liederhalle im Zentrum stattfindet. Die Johannes-Passion wurde am 07. April 1724 in der Nicolaikirche unter Leitung des Komponisten uraufgeführt und Bach hat sich mit ihr Zeit seines Lebens immer wieder musikalisch auseinander gesetzt, so hat er für jede der 4 Aufführungen während seines Thomaskantorats eine neue Fassung bereitgestellt. Ob dies aus einem äußeren Zwang oder aus eigenem Anliegen geschah, kann sicher nicht mit Gewissheit geklärt werden. Das Libretto stammte bei dieser Passion aus verschiedenen Quellen, so auch aus dem Passionsoratorium „Der für die Sünde der Welt Gemarterte und Sterbende Jesus“ von Barthold Hinrich Brockes, die sich auch in einer Händel´schen und Telemann´schen Vertonung finden.

Schade, dass auch die heutige Passions-Aufführung recht schlecht besucht ist, einziger Pluspunkt daran, ich schleiche mit meinen Freunden von Reihe 18 in die zweite Reihe.

Liederhalle Stuttgart / Perspektive vom Berliner Platz

Man ist ja verwöhnt, die historische Aufführungspraxis würde ich heute schon als Standard bezeichnen. Als der Chor mit ca. 60 Ausführenden und ein „normales“ Orchester das Podest betritt, habe ich doch einige Vorbehalte. Zu intensiv sind die Erinnerungen an „um-die Wette-brüll-Aufführungen“ und solche, wo das filigrane Tongepflecht von Orchester und Chor im Brei versinkt. Alles ist völlig unbegründet.

Beim ersten Chor „Herr, unser Herrscher“ tritt der Chor souverän und diszipliniert auf, trotz der großen Menge der Sänger bleibt alles transparent und bremst nicht. Mit diesem Chor assoziiere ich immer ein planetarisches oder kosmisches Chaos das mit den „Herr, Herr“ Einwürfen ein neues Gravitationsfeld bekommt und dadurch seine Melodik zurück erlangt, somit sieht er das österliche Wunder schon voraus.

Auch der Evangelist Daniel Johannsen ist ein solches Wunder, nicht nur, dass er den Evangelisten aus seiner piefigen Erzählerrolle befreit, man wird Zeuge dieser Verhandlung in tiefer Anteilnahme. Er holt aus dem Text alles raus, selbst Stellen, die mich sonst kalt gelassen haben, lassen mich erschaudern. Die tiefgründigste Stelle, Petrus´Verrat gestaltet er so nuancenreich und in so wechselnden Farben, dass ich jedem Einsatz des Evangelisten entgegenfiebere.

Inneres des Beethovensaals

Die Johannespassion ist ein kühnes, energiegeladenes, vielleicht auch wütendes Werk, das sich von der Matthäus-Passion unterscheidet. Die Turbaechöre peitschen immer wieder, besonders im zweiten Teil, die Handlung voran und lassen deutlich, die Aggressionen einer aufgebrachten Menge spüren, die damals wie heute  vieles zur Eskalation bringen (aktuell: S21). Sie ist extrovertierter und frecher. Jesus wird hier nicht als leidendes, geopfertes Lämmchen dargestellt, sondern tritt mit großem Selbstbewußtsein, ja schon fast Arroganz, vor die Opportunisten, Denunzianten, Verräter und Gegner („Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben“). Niemals stirbt er erhabener in Schönheit als in der Johannespassion.

Solisten, Orchester und Chor

Etwas enttäuscht bin ich von den Chorälen, die teilweise etwas ungestaltet und undifferenziert abgesungen werden. Gerade in der Johannes-Passion sind ja solche Perlen dabei, die (für meine Begriffe) ruhig ein wenig schmelzig herübergebracht werden dürfen (Ach, großer König), bilden sie doch im Zusammenhang mit Rezitativ und Arie eine stabile Dreierfigur für eine bestimmte Szene, die auch der Choral mitgestaltet.

Die Solisten beneide ich nicht, die Arien in der J-Passion sind teilweise nicht sehr eingängig und in der Manier des großen Meisters stets mit Schwierigkeiten gespickt. Ditte Andersen (Sopran) weiss durch eine solide Gesangstechnik und brilliante, glockenreine Töne zu überzeugen, Annelie-Sophie Müller (Alt) bringt durch ihre warme Stimme das nötige Ruhepotenzial als Kontrapunkt zu Tenor und Baß, wenngleich ich das Gefühl nicht loswerde, dass sie sich in diesem Genre nicht so ganz zuhause fühlt.

Solisten, Orchester und Chor II

Angekommen  im letzten Chor „Ruhet wohl“ nehmen wir Abschied. Alles liegt nah beieinander, der Tod, das Leben, Liebe und Hass, Winter und Frühling, der Karfreitag und die Auferstehung. Es geht weiter, wir müssen nur in eine andere Richtung schauen.

Frohe Ostern gehabt zu haben.

Claudia

Radiotipps für die KW 17


Ich dachte, nach Ostern beruhigt es sich…
Leider war meine geniale Radiozeitung für die nächste Woche noch nicht im Briefkasten. So habe ich erst einmal bis Dienstag im Internet geschaut und schon wieder ein paar Perlen gefunden, die ich Euch nicht vorenthalten möchte.
Frohe Ostern
Barbara

25.4.

NDR
11:00 – 13:00
Konzert Ring Barock – Herrenhausen
Carl Philipp Emanuel Bach: Sinfonie Es-Dur Wq 179,
Cembalokonzert E-Dur Wq 14
Johann Christoph Friedrich Bach: Sinfonie d-Moll für Streicher
Wilhelm Friedemann Bach: Cembalokonzert D-Dur
Johann Christian Bach: Sinfonie g-Moll op. 6 Nr. 6
Christine Schornsheim, Cembalo
NDR Radiophilharmonie / Ltg.: Bernard Labadie
Aufzeichnung vom 15.4.2011 im Galeriegebäude Herrenhausen

„Bach – die nächste Generation“ steht als Motto über dem 3.Konzert im Ring Barock der NDR Radiophilharmonie am 15. April. Im Mittelpunkt des Abends im Galeriegebäude der Herrenhäuser Gärten standen die vier komponierenden Söhne des großen Johann Sebastian Bach: der „Hamburger“ Carl Philipp Emanuel, der „Bückeburger“ Johann Christoph Friedrich, der „Berliner“ Wilhelm Friedemann und der „Londoner“ Johann Christian. Ihre Werke stehen am Beginn einer neuen Epoche, alle vier Bach-Söhne prägten mit ihrem Schaffen das musikalische Europa – und läuteten auf ihre je eigene Weise das klassische Zeitalter ein. Wenn sich für dieses Programm dann noch Kanadas „Exportschlager“ in Sachen Alter Musik, der Dirigent Bernard Labadie, mit der Cembalo- und Hammerklavierspezialistin Christine Schornsheim zusammentut, ist ein hochkarätiges Konzert garantiert.

Dkultur
22:00-22:30
Musikfeulleton
Das Herrlichste: eine Kantate von Bach
Johannes Brahms als Bach-kenner und -interpret
Von Andreas Glöckner

Brahms hat sich nicht nur kompositorisch mit dem Schaffen Johann Sebastian Bachs auseinander gesetzt, sondern auch viel zu seiner wissenschaftlichen und aufführungspraktischen Erschließung beigetragen. 1879 wurde ihm vom Leipziger Rat sogar das Amt des Thomaskantors angetragen.

26.4.

france musique
9-11
Concert

William Byrd
The Silken Tent, Pavan & Galliard
Where the blind
Fantasy in 6 parts
Turn our captivity

Orlando Gibbons
Two Fantasies in 6 parts
O Lord, in thy wrath

William Lawes
Six part Consort Sett in C major
Fantazy, Fantazy, Air

William Lawes
Six part Consort Sett in F major
Air, Fantazy, Air, Fantazy, Air

Orlando Gibbons
The Silver Swan
Two Fantasies in 6 parts
Now each flowery bank
What is our life

Henry Purcell
Fantazia in four parts
Music for a while
Fantazia upon one note
O Solitude
In Nomine in 7 parts

Clare Wilkinson, mezzo-soprano
Ensemble Fretwork :
Liam Byrne, Asako Morikawa, Richard Campbell, Reiko Ichise, Richard Tunnicliffe, Richard Boothby, violes
Concert donné le 2 avril 2011, Salle 400 – Le Centquatre à Paris

Deutschlandradio kultur
22:00-22:30
Alte Musik
Johann Adolf Scheibes Bach- Kritik und ihre Folgen
Enigma – „ein geschickter Musicant“ auf Reisen (1/2)
Von Michael Maul
2. Teil: 26.4.

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für „Karfreitag“ und „Ostern“


Wirkungsstätte von J.S. Bach "Thomaskirche in Leipzig"

Liebe Bach-Freunde !

Nach den Veröffentlichungen der BWV als PDF-Download im Blog stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung. Die Quellenangaben mit Musikbeispielen auf  “YouTube“ sind sehr ergiebig.

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Am 22.4.2011 Karfreitag am 24. und 25. April 2011 begehen wir das „Osterfest“

Der Karfreitag (früher Parasceve genannt) wurde vermutlich schon von den ersten Christen begangen als ein Tag des Fastens und der Trauer. Er behielt diesen Charakter über die Jahrhunderte bei. Schon Tertullian (Ende des 2. Jahrhunderts) bezeugte die Einhaltung dieses Tages als großen Fastentag.
Die protestantische Kirchen aber haben zunächst nur teilweise den Karfreitag als Feiertag übernommen. Im 17. Jahrhundert erlebte er als Bußtag eine Renaissance, wobei er freilich seinen ursprünglichen Character verlor. Entgegen der früheren Praxis, an diesem Tag (als dem einzigen des Jahres) keinAbendmahl zu feiern, stand nun das Abendmahl im Vordergrund. Heute entwickelt sich die Feier des Tages wieder zu einer dem ursprünglichen Sinn angemessenen Praxis.

Am Karfreitag hören wir, wie der Sohn Gottes gekreuzigt und zu Tode gebracht wurde. Die christliche Gemeinde verstummt, läßt nur noch das Wort Gottes reden. Dies findet seinen Ausdruck darin, dass die Vesper nach der Todesstunde Jesu einzig aus der Lesung besteht, zu der das Psalmgebet tritt.
Am Karfreitag verlöschen die Kerzen, die bis dahin Zeichen für das lebendige Licht, das Jesus Christus selbst ist, gewesen sind, um erst in der Osternacht wieder am Osterlicht entzündet zu werden. Der Karfreitagsgottesdienst wird in der Regel um die Sterbestunde Jesu gefeiert. 

Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. (Joh 3, 16)

Bach-Kantaten entfallen für den Karfreitag. Musik zum Anhören: BWV 244 Matthäus Passion / BWV 245 Johannes Passion.

Fernsehsendung am Karfreitag:

WDR3.Fernsehen:
07:15 – 10:00 Uhr
Johann Sebastian Bach: Matthäus-Passion BWV 244
Aufzeichnung aus der Philharmonie Köln vom 28.03.2010

Radio-Sendungen am Karfreitag:

Link: https://meinhardo.wordpress.com/2011/04/10/radiotipps-mit-passionen-2011/

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Am Ostersonntag freuen wir uns über die Auferstehung Jesu von den Toten. Er ist der Erstling der Auferstehung, dem wir nachfolgen werden, wenn er kommen wird. Aber die Auferweckung gibt uns nicht nur Hoffnung für die Zukunft – auch heute, in unserer Welt, können wir nicht schweigen von unserer Freude und beten, dass das Evangelium unter uns wirksam werde und diese Welt verändere.

Predigttext steht in Johannes 20, Verse 19-23:   Am Abend aber dieses Tages der Woche, als die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch!  Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den HERRN sahen. Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.

Der Ostermontag nimmt Bezug auf die Ereignisse unmittelbar nach der Auferstehung. Die Reaktion der Jünger und die ersten Erscheinungen Jesu stehen nun im Mittellpunkt, wobei auch die Konsequenzen der Auferstehung schon deutlich werden.

Predigttext steht in Lukas 24, Verse 13-35:

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Für  das Osterfest:

Bach-Kantaten:

SDG 128 Vol. 22

BWV 4 – Christ lag in Todesbanden / Gardiner Pilgrimage CD 128 Vol.  22 – CD  1

BWV 6 – Bleib bei uns, denn es will Abend werden / Gardiner Pilgrimage CD 128 Vol. 22 – CD 2

BWV 31 – Der Himmel lacht! die Erde jubilieret / Gardiner Pilgrimage CD 128 Vol. 22 – CD 1 

BWV 66 – Erfreut euch, ihr Herzen / Gardiner Pilgrimage CD 128 Vol. 22 – CD 2

BWV 134 – Ein Herz, das seinen Jesum lebend weiß / Gardiner Pilgrimage CD 128 Vol. 22 – CD 2

BWV 145 – Ich lebe, mein Herze, zu deinem Ergötzen / Gardiner Pilgrimage CD 128 Vol. 22 – CD 2

Wer diese – „Gardiner SDG-CDs Vol. 22“ –  besitzt sollte sie sich unbedingt anhören, diese Bachwerke an historischer Stätte in Eisenach in der Georgenkirche Ostern 2000 aufgenommen, besitzen ein überragendes und emotionales Format.

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Kantaten-Beschreibungen zu den BWV  von „Sir John Eliot Gardiner“ ist als PDF-Download nachstehend hinterlegt!

  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen zu Ostern:  h i e r  zum Download als PDF 

  Künstler-Beitrag: Katharina Arfken, Oboe  / Künstler-Beitrag Katharina Arfken  als PDF
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Radio-Sendungen zum Osterfest:

Link: https://meinhardo.wordpress.com/2011/04/10/radiotipps-mit-passionen-2011/

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D-Radio-Kultur am 24.4.2011 um 06:05 Uhr

Link-Livestream: http://www.dradio.de/streaming/dkultur.m3u

Johann Sebastian Bach
„Der Himmel lacht, die Erde jubilieret“, Kantate für Soli, Chor und Orchester, BWV 31

(Kantate am ersten Osterfesttage, BWV 31)
Paul Esswood, Countertenor
Kurt Equiluz, Tenor
Max van Egmond, Bass
Wiener Sängerknaben
Chorus Viennensis
Concentus musicus Wien
Leitung: Nikolaus Harnoncourt

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WDR3 um 09:05-10:00 Uhr

Johann Sebastian Bach 
Der Himmel lacht, die Erde jubilieret, BWV 31
Kantate zum ersten Osterfesttag
für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo
Monika Frimmer, Sopran
Gerd Türk, Tenor
Peter Kooij, Bass
Bach Collegium Japan
Leitung: Masaaki Suzuki

Live-Stream: http://www.wdr.de/wdrlive/media/wdr3.asx

oder: http://www.wdr.de/wdrlive/media/wdr3.m3u

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Nachstehend Videos von YouTube zur Osterzeit:

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/ YouTube: BWV 4  – „Christ lag in Todesbanden“

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/ YouTube: BWV 6 – „Bleib bei uns, denn es will Abend werden“


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/ YouTube: BWV 31 – „Der Himmel lacht! die Erde jubilieret“


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/ YouTube: BWV 66  – „Erfreut euch, ihr Herzen“


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/ YouTube: BWV 134 – „Ein Herz, das seinen Jesum lebend weiß“

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YouTube: BWV 145 – „Ich lebe, mein Herze, zu deinem Ergötzen“



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            Ich wünsche allen Blog-Mitgliedern

           und Besuchern ein schönes  Osterfest !

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Liebe Oster-Grüße

Volker

Trauer-Kantaten von J.S. Bach erklangen in der Kirche zu Bergkirchen-Bad Salzuflen am 17.4.2011 zum Palmsonntag


Kirche zu Bergkirchen-Bad Salzuflen

Liebe Bach-FreundINNEN!

Es kam mir vor, als wäre ich in einer Thüringer Dorfkirche eingekehrt und hätte einem engagierten Bach-Chor zugehört, der das Bach-Erbe vor Ort pflegt. Doch der Chor-Bass-Sänger, der mit kernigen, bloßen Füßen nach dem Konzert neben mir stand, berichtete, daß er am vormittag am Herrmanns-Lauf (31km) teilgenommen hätte und jetzt am Nachmittag gerade mal ein außergewöhnliches Konzertprogramm absolviert habe. Also war ich doch in OWL-, auf einem Bergplateau hinter Bad Salzuflen waren Massen von Fahrrad-, Autofahrern und Wanderern zur Konzertkirche Bergkirchen gepilgert.

Es war ja auch ein außergewöhliches Passions- und Osterprogramm, daß Kantor Begemann umsichtig leitete. Im Orchester waren Mitglieder der NWD integriert, der Tenor-Solist war ein ehemaliger Thomaner, während die Altsolistin in OWL öfters zu hören ist.

Der Innenraum der Kirche, die ja 1850 erbaut wurde, ist von der Decke über die Emporen mit Holzarbeiten verkleidet, so daß die Akustik den Klang glasklar herüberbrachte, was ja manchmal nicht gerade von Vorteil ist.

Aber in der Programm-Auswahl zeigte sich eine durchdachte Komposition, die vom Chor, Orchester und Solisten überzeugend umgesetzt wurde:

Aus klanglich fast Alt-Bachischen-Archiven heraus (Kuhnau-Motette: “Der Gerechte kommt um“)wurde der Hörer über den Passions-Teil des Messias zu der inhaltlich schmerzlichen Bach-Kantaten (Komm, du süße Todestunde!) zur Auferstehungshoffnung (besonders BWV 111,  4.Duett „So geh ich mit beherzten Schritten, auch wenn mich Gott zum Grabe führt!“) bis zum Licht geführt, das des Christen Leben bescheint ( Bach-Motette BWV 118 „O Jesu Christ, meins Herzens Licht“).

Chor in der Kirche zu Bergkirchen bei Bad Salzuflen "Bach-Trauerkantaten"

Diesem ganzen Gedankenstrang wurde wie als ein „Weckruf“ zu verstehen der Palmsonntags-Ruf „Hoch tut Euch auf, ihr Tore der Welt.“ (aus Messias Nr.31) noch zu Anfang eingefügt. Dazu verlaß ein Sprecher Passions-und Auferstehungsevangelium.

Warum wohl? Sollte jeder Hörer vielleicht aufmerken, daß hier überlegt ein Weg durchlitten und von uns gedanklich mitgegangen werden soll, der uns allen noch blüht und auf den wir uns mithilfe der Musik vorbereiten können.

Doch nun zu dem sonnigen Erlebnis, das mir diesem Palmsonntag so wertvoll macht.

Orchester mit Mitgliedern von der NWD Herford in der Kirche zu Bergkirchen bei Bad Salzuflen

Zuerst: ich war mutig, und hatte Kantor Begemann in der Woche vorher gefragt, ob er noch Tenöre braucht und ich den Messias-Teil mitsingen darf. So war ich in der letzten Probe und der Generalprobe dabei-, erlebte die Chorgesellschaft gewissermaßen „von innen“ mit. Nochmals wurde mir deutlich, wieviel Engagement gerade im Aufbau eines solchen Events von Allen und den den Helfern notwendig ist. Der Ort Bergkirchen besteht ja nur aus ca.6 Höfen und Häusern. Alles muß herangeschafft werden, viele Hände sind beteilligt. Einer regelte den Autoverkehr, andere sorgten für die Verköstigung des Orchesters.
Der Besucher erhielt ein ausführliches Programm-Heft, das auf die Überlieferung und instrumentalen Besonderheiten z.B. der beiden Bach-Motteten, die mich ja so an die Eigenarten des „Alt-Bachischen-Archivs“ erinnerten, aufmerksam machte.

Weitere Infos unter:  http://www.lipische-landeskirche.de/bergkirchen

Eine geruhsame und erfüllte Karwoche wünscht Euch allen und „Buona Pasqua“

Adamo

Um solch einen Gedankenfaden auch deutlich werden zu lassen, wurde die Bach-Kantate BWV 111 nur zur Hälfte (Nr.4-6) aufgeführt.

Natürlich war die selten aufgeführte Solo-Kantate BWV 161 „Komm, du süße Todesstunde.“ vor allem wegen der beiden Blockflöten-Begleitung ein außergewöhlicher Höhepunkt. Hier sollen ja Totenglöcklein imitiert werden, aber ich wurde dabei hellwach.

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*)Nach dem Orgel-Foto  Video-Ausschnitte von YouTube: BWV 111 und BWV 161 Satz 4 Aria

Die Orgel in der Kirche zu Bergkirchen bei Bad Salzuflen

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YouTube-Video vom BWV 111

4.Duet-Alto,Tenor: So geh ich mit beherzten Schritten,
5.Recitative-Soprano: Drum wenn der Tod zuletzt den Geist
6.Choral: Noch eins, Herr, will ich bitten dich,

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YouTube-Video vom BWV 161 „Aria: Komm,du susse Todesstunde“

Komm, du süße Todesstunde, da mein Geist Honig speist aus des Löwen Munde; Mache meinen Abschied süße, Säume nicht, Letztes Licht, Dass ich meinen Heiland küsse.

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Radiotipps für die KW 16 in 2011


Auch abseits der Passionen gibt es interessante Sendungen in der nächsten Woche. Und dann kommt da ja auch noch Ostern… Eine spannende Aufnahme des Osteroratoriums hat Volker uns ja gerade vorgestellt. Sie wird das Erste sein, was ich Ostern hören werde, wenn die ganzen Passionen weggepackt habe. Aber der Vergleich mit der Aufnahme von Suzuki ist sicher ganz interessant. Hier eine Auswahl interessanter Sendungen:

19.4.

Deutschlandradio kultur
22:00-22:30
Alte Musik
Johann Adolf Scheibes Bach- Kritik und ihre Folgen
Enigma – „ein geschickter Musicant“ auf Reisen (1/2)
Von Michael Maul
1737 veröffentlichte Johann Adolph Scheibe in seiner Zeitschrift „Der critische Musicus“ einen Brief, in dem er zehn zeitgenössische Komponisten, ohne deren Namen zu nennen, teils massiv kritisierte – auch Johann Sebastian Bach, der sich daraufhin auf eine ausufernde Debatte um seinen Kompositionsstil einließ.
Neue Dokumentenfunde erlauben es, alle zehn Adressaten des berühmten Briefes zu entschlüsseln. Und dabei zeigt sich, dass die Debatte auf ganz unterschiedlichen Schauplätzen geführt und Bachs Position in Leipzig sehr viel mehr Schaden zufügte, als bislang angenommen wurde.
2. Teil: 26.4.

20.4.

Ö1
15-16
Abenteuer Interpretationen
Bachs Orchestersuiten
:
Das Concerto Köln hat vergangenen Herbst zu seinem 25-jährigen Jubiläum eine Aufnahme dieser Hits der Barockmusik herausgebracht. Abenteuer Interpretation stellt nun – nachdem die Glückwünsche und Feuerwerke verraucht sind – diese Aufnahme anderen gegenüber

Bach tanzt – und, so könnte man hinzufügen, er tanzt französisch in seinen Orchestersuiten (BWV 1066 bis 1069). Dass diese Suiten nach französischem Vorbild (z. B. der großen Suiten Lullys) komponiert sind, verraten nicht nur die französischen Satzbezeichnungen der einzelnen Tänze, sondern auch der französische Stil der majestätischen Ouvertüren zu Beginn jeder Suite. Das Concerto Köln hat vergangenen Herbst zu seinem 25-jährigen Jubiläum eine Aufnahme dieser Hits der Barockmusik herausgebracht. Abenteuer Interpretation stellt nun diese Aufnahme anderen gegenüber.
mit Hans Georg Nicklaus.

BR-klassik
21-22
Feature
Jesu Mutter unterm Kreuz
Das Stabat Mater in der Musik
Von Andreas Pehl

24.4.

DRS II
13:45-15:00
Johann Sebastian Bach: Kommt, eilet und laufet. Kantate zum Osterfest BWV 249, „Osteroratorium“

(Patrick van Goethem, Kontratenor; Jan Kobow, Tenor; Chiyuki Urano, Bass; Yukari Nonoshita, Sopran; Bach Collegium Japan; Ltg: Masaaki Suzuki)

DRS II
16-18
Parlando
Die legendäre Dame mit dem Cembalo
Wanda Landowska hat 1908 die erste Cembalo-Aufnahme überhaupt gemacht, und sie hat mit ihrer Leidenschaft für dieses Instrument der Wiederbelebung der Alten Musik einen ganz entscheidenden Anstoss gegeben. Und das, obwohl ihr Pleyel-Cembalo ziemlich wenig mit einem Originalinstrument zu tun hatte und auch ihr Spiel in der Romantik zu Hause war. Der Instrumentenkundler, Schallplatten-Forscher und Landowska-Spezialist Martin Elste gibt Auskunft über die legendäre Musikerin.

WDR3
18-20
WDR 3 Vesper spezial
Ostern in San Marco
Rekonstruktion einer Ostermesse, wie sie um 1600 im Markusdom in Venedig aufgeführt worden sein könnte
Mit Musik von Orlando di Lasso, Andrea und Giovanni Gabrieli, Claudio Merulo sowie österlichen liturgischen Gesängen
Gabrieli Consort & Players, Leitung: Paul McCreesh

CD-Neuerscheinung: J.S. Bach BWV 249 Oster-Oratorium und BWV 11 Himmelfahrts-Oratorium


Cover: J.S. Bach Easter and Ascension Oratorios BWV 249 + BWV 11

Liebe Bachfreunde!

Durch einen Insider-Tipp bin ich aus der Blog-Gemeinschaft auf eine CD aus England aufmerksam gemacht worden und möchte sie wärmstens weiterempfehlen..!!

Pure Freude kommt auf, wenn man sich diese CD-Neueinspielung aus England anhört..! Die Sprache ist von der Neuveröffentlichung der Oratorien zu OsternBWV 249 und HimmelfahrtBWV 11 von J.S. Bach durch das

Retrospect Ensemble“  

Leitung: Matthews Halls.

Als Gesang-Solisten wirken mit: Carolyn Sampson, Iestyn Davies, James Gilchrist, (Tenor) Peter Harvey, (Bass-Bariton) vom Label: Linn !

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Die CD ist bei jpc für 15,99 € erhältlich!

Link:  – H i e r  bitte  k l i c k e n !!  (mit Hörproben!!)

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Bei amazon als mp3 Download für 8,99 €

Link:  – H i e r  bitte  k l i c k e n !! 

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Eine brilliante Aufnahme die von den großartigen Gesangs-Interpreten lebt und das barocke Orchester weiss den Hörer sofort mit seiner brillanten Interpretation und Musizierfreude einzunehmen und zu begeistern. Es ist immer wieder Erstaunenswert, was aus England an großartigen Einspielungen aus der Barockzeit zu bewundern gibt. Nach den besinnlichen Oratorien der Passionszeit ergibt sich für den Hörer wieder die Gelegenheit, zwei prächtige Jubel-Oratorien mit Pauken und Trompeten von J.S. Bach zu genießen. Eine kleine Hörprobe ist nachstehend beigefügt.

  Link:  Hörprobe BWV 249 – Part 3 Chor & Duett – Kommt, eilet und laufet

Bitte ein wenig Geduld aufbringen auf der Folgeseite, die Datei wird heruntergeladen!!

Wer diese CD erwerben wird, bekommt eine begeisternden Aufnahme in einer exzellenten Qualität.

Grüße

Volker

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den Sonntag: Palmarum/Palmsonntag


J.S. Bach-Büste im Schloss Köthen

Liebe Bach-Freunde !

Nach den Veröffentlichungen der BWV als PDF-Download im Blog stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung. Die Quellenangaben mit Musikbeispielen auf  “YouTube“ sind sehr ergiebig.

Eine inhaltliche Kantaten-Beschreibung zum BWV 182 von „Sir John Eliot Gardiner“ ist im Beitrag hinterlegt!

Am 17. April 2011 begehen wir den Sonntag „Palmarum / Palmsonntag“

Der Name des Sonntags Palmarum leitet sich ab von dem Brauch, den König oder Feldherrn bei seinem Einzug in die Stadt Palmzweige schwingend und jubelnd zu begrüßen. Dieser Brauch wurde auch geübt, als Jesus in Jerusalem einzog. Allerdings erwartete man in ihm einen anderen König, nicht den, der sich am Kreuz offenbaren würde.
Der Sonntag Palmarum bedenkt den Einzug Jesu in Jerusalem. Zu diesem Zeitpunkt wird er noch als König gefeiert, wenig später wenden sich alle von ihm, selbst seine Jünger. Das Thema stellt uns als Gemeinde vor die Frage, wie wir diesen König heute empfangen. Wenden wir uns auch wieder von ihm ab, sobald die Stimmung der Menge umschlägt? Ist unsere Begeisterung nur eine Eintagsfliege? Sind wir treu? Können wir treuer sein als die Jünger? Ist nicht unser Christsein oft auch schon sehr ähnlich dem der Pharisäer und Schriftgelehrten, die letztlch Jesus verdammten? Diese Fragen gilt es zu bedenken.

Am Sonntag Palmarum hören wir die Geschichte vom Einzug Jesu in Jerusalem. Er wurde von der Menge jubelnd begrüßt, sie schwangen Palmzweige und sangen ihm Psalmen. Aber wir wissen auch, dass Jesus erst durch das Kreuz zum König wurde, aber nun zum König über alle Gewalten und Mächte. Da er gehorsam ward bis zum Tod, empfangen wir durch ihn das Leben und freuen uns, einem solchen Herrn und König zu dienen, der sein Leben für die Seinen hingibt.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Für  den Sonntag  “Palmarum / Palmsonntag“ 

J.S. Bach – Kantate BWV 182 – „Himmelskönig sei willkommen“

Kantate für Soli, Chor und Orchester, BWV 182 (Palmsonntag oder zum Fest Mariä Verkündigung)

Gardiner Pilgrimage CD Vol.  21 – CD 2 

SDG 118 Vol.21

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Im Radio Live: „Bach-Kantate“

WDR3

Sonntag, 17.04.2011 von 09:05  – 10:oo Uhr

Live-Stream: http://www.wdr.de/wdrlive/media/wdr3.asx

oder: http://www.wdr.de/wdrlive/media/wdr3.m3u

Himmelskönig, sei willkommen, BWV 182, Kantate zum Palmsonntag für Alt, Tenor, Bass, Chor, Flöte, Streicher und Basso continuo; Kai Wessel, Altus; Christoph Prégardien, Tenor; Klaus Mertens, Bass;

Amsterdam Baroque Choir and Orchestra, Leitung: Ton Koopman

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/ YouTube: BWV 182 „Himmelskönig sei willkommen

1. Sonata
2. Coro: Himmelskönig, sei willkommen
3. Coro: So lasset uns gehen in Salem der Freuden

American Bach Soloists
Christine Brandes, soprano
Judith Malafronte, alto
Jeffrey Thomas, tenor
James Weaver, bass

Aldo Abreu, recorder
Katherine Kyme, violin
Lisa Weiss, violin
Anthony Martin, viola
George Thomson, viola
Sarah Freiberg, cello
Steven Lehning, violone
Michael Eagan, archlute
John Butt, organ

Jeffrey Thomas, Music Director

 

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Dazu ein Auszug aus Sir J.E. Gardiner’s Reisetagebuch „Palmsonntag“

zum BWV 182

……. Der Prince stellte sich pünktlich ein, und wir begrüßten ihn mit Thomas Arnes Arrangement für das Drury Lane Theatre von God Save the King (1745), das nicht in der üblichen schwerfälligen, trübsinnigen Manier gespielt wurde, sondern als luftiger, leichtfüßiger Passepied.

Das Stück war ein passendes Präludium zu der eleganten Sonate, mit der

Bach BWV 182 „Himmelskönig, sei willkommen“

eröffnet, das 1714 komponiert wurde, als Palmsonntag und Mariä Verkündigung zusammenfielen. Die Sonate wirkt wie die Miniaturausgabe einer französischen Ouvertüre, Solovioline und Blockflöte dialogisieren mit einer Pizzicato-Begleitung, die ein wenig an Jesu Eselritt nach Jerusalem erinnert. In dem magischen Augenblick, wenn die Streicher zum ersten Mal wieder coll’arco spielen und der Ton aufschwillt, spürt man noch einmal, was für eine Offenbarung die Begegnung mit der Musik seiner Zeitgenossen – Corelli, Vivaldi u.a. – für Bach gewesen sein muss.

Ein madrigalähnliches Willkommenslied für Chor (Nr. 2) – und, wie ich finde, eine idiomatische Verwendung von concertisten und ripienisten, wenn die Streicher und die Blockflöte einsetzen – deutet auf eine wachsende Menge hin, die sich einstellt, um Christus als Gottes Vertreterauf Erden willkommen zu heißen. Selten ist Bach auf eine so frische Weise unbeschwert. Die kammermusikähnlichen Proportionen des Werkes, seine Fröhlichkeit und Unbekümmertheit schienen für das Gebäude wie geschaffen. Nur ein Rezitativ ist vorhanden (Nr. 3), und es ähnelt eher einem Arioso, dafür gibt es drei aufeinander folgende und im Charakter gegensätzliche Arien, in der die Leidenszeit, die Christus bevorsteht, als Quelle geistlicher Inspiration behandelt wird, vom Bass (Nr. 4) und Tenor (Nr. 6), die Christus direkt ansprechen, vom Alt (Nr. 5), der alle Christen aufruft, den Heiland in der Weise zu begrüßen, wie es im Evangelium berichtet wird: ‚Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg. Die anderen hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg’.

Bach setzt in dieser langsamen und ausgedehnten Dacapo-Arie (mit geringfügig schnellerem B-Teil), deren sich windende, absteigende Phrasen andeuten, wie sich die Zweige neigen und die Menschen vor dem Heiland niederknien, eine einzelne Blockflöte gegen das Alt-Solo. Auf mich wirkte das wie eine musikalische Pietà, die Alt-Marienfigur, die den Heiland in ihren Armen wiegt – und wir fanden in der Nordwestecke der Kirche tatsächlich eine Pietà der englischen Bildhauerkunst. Die Tenor-Arie, von einer regen, zuweilen gequälten Continuolinie unterlegt (cis-moll in dieser transponierten Leipziger Fassung!) verweist auf eine Stimmung zu einem späteren Zeitpunkt während der Passion. Immer wieder abrupter Stillstand und Neubeginn – diese Abfolge deutet an, wie Jesus unter der Last des Kreuzes stolpert, während ihm seine Jünger auf dem langen Weg ‚durch Wohl und Weh’ nicht folgen können.

Die Kantate endet mit zwei Chören, der erste eine motettenähnliche Choralfantasie, die um Vulpius’ schöne Melodie (1609) des für Palmsonntag bestimmten Liedes gebaut ist, der zweite ein munterer Chortanz, der auf direktem Wege einer heiteren Oper dieser Zeit hätte entnommen sein können (und auch im Ersten Akt von TschaikowskysEugen Onegin nicht völlig fehl am Platze gewesen wäre). Dieser Tanz verlangt die Ausgeglichenheit eines Trapezkünstlers im Verbund mit der Agilität eines Madrigalgymnasten – und ist einfach faszinierend. In einer Kirche, die bis auf den letzten Platz mit einem so bunt gemischten Publikum besetzt war – der Prince of Wales, seine Stallmeister, sein Leibwächter, die Mimen seiner House-Party, Bach-‚Pilger’ aus London und Oxford, sogar jemand aus Japan –, spürte man noch mehr als sonst das Geheimnis einer Live-Aufführung von Bachs Musik, die offensichtlich Interpret wie Hörer gleichermaßen Nahrung gibt. Die erhebende Stimmung war zu fühlen.

© John Eliot Gardiner 2006

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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Wünsche allen Besuchern einen schönen Palmsonntag!

Grüße Volker

Passionsmusik in Bad Salzuflen-Bergkirchen am 17.4.2011


Liebe OWL-er,

Ev -luth. Kirchengem. Bergkirchen-Bad Salzuflen

es wird für die Blog-Gemeinschaft gesucht und gefunden!

@Wolfgang hatte mich schon auf das Konzert in Bergkirchen-Bad Salzuflen angesprochen und auf die Passionsmusik u.a. von J.S. Bach hingewiesen und gebe hier die Einzelheiten bekannt:

Die Veranstaltung findet in dem Dorf  32108 BergkirchenBad Salzuflen statt.

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Link: http://www.lippische-landeskirche.de/2893-0-28

Plakat an der "Kirche-Bergkirchen" Passions-Konzert am Palmsonntag 17.04.2011 / zur Vergrößerung in das Bild klicken!

Sonntag 17. April 2011, Palmsonntag
 um 16:30 Uhr
Musik für Spaziergänger
Passionsmusik

ab 15:30 Uhr Kaffee und Kuchen im Gemeindehaus gegenüber der „Kirche Bergkirchen.“

Links "Gemeindehaus-Bergkirchen" rechts die "Kirche Bergkirchen" bei Bad Salzuflen mit Parkplätzen / zur Vergrößerung in das Bild klicken!

Passionskonzert
am Palmsonntag, 17.04.2011 um 16.30 Uhr – „Kirche-Bergkirchen“ in 32108 Bergkirchen-Salzuflen.

Werke von Johann Sebastian Bach

und Georg Friedrich Händel

Georg Friedrich Händel:
„Der Messias“ (Passionsteil)

Johann Sebastian Bach:

Kantaten: „Komm, du süße Todesstunde“ BWV 161
„Was mein Gott will, das g’scheh allzeit“ BWV 111, 1+4-6
Motetten: „O Jesu Christ, mein’s Lebens Licht“

BWV 118 „Der Gerechte kommt um“

Kantorei Bergkirchen, ein Orchester
(Streicher, 2 Oboen, 2 Hörner, 2 Flöten, Fagott und Orgel),
Christiane Schmidt: Alt, Georg Führer: Tenor (Leipzig)
Oliver Eggert, Rüdiger Sperling: Altflöten,
Hans Martin Harms: Orgel, Rainer Begemann: Leitung

Es wirken unser Chor und ein Orchester mit Musikern der NWD Philharmonie mit.

Info:

Ev.-luth. Kirchengemeinde Bergkirchen
Kantor: 
Rainer Begemann
Telefon: 05266-992181
Gemeindebüro
Margot Thiel
Öffnungszeiten Montag bis Freitag 9.00 – 12.00 Uhr
Telefon: 05266-1850
Fax: 05266-99921
E-Mail: kirche-bergkirchen@gmx.de

 

Präzise Wegbeschreibung zur „Kirche-Bergkirchen“ in 32108 Bergkirchen-Salzuflen:

Von Richtung Herford nach Bad Salzuflen, hier Bad Salzuflen durchfahren in Richtung Schötmar, am Ortsausgang von Salzuflen zur Stadtverwaltung (liegt links an der Rudolph-Brandes-Allee 19) danach gleich hinter der Stadtverwaltung links in die Walhallastr. einbiegen – ca. 150 m auf der Walhallastr. bleiben dann auf der Kreuzung rechts auf die Strasse: Wasserfuhr einbiegen danach auf  der Strasse „Wasserfuhr“ ca. 400-500 m verbleiben bis zum links liegenden „Klinikum Lippe Bad Salzuflen“ fahren und hier sofort links in die Heldmanstraße zum Ort Breden einbiegen. Die Anfahrt zur „Kirche-Bergkirchen“ vom Ortsausgang von Bad Salzuflen-Schötmar beträgt ca. 6 km.

Über Breden (Kurvenreiche, bergige und schmale Strecke) zum Ort Hollenstein fahren, hinter der Bergkuppe und dem Ortsausgangsschild von Hollenstein nach ca. 300 m scharf rechts in den schmalen Waldweg Römerweg (ist asphaltiert) einbiegen den Strassenverlauf vom Römerweg durch den Wald und das Feld ca. 1,5 km folgen – dann sind links Windräder zu sehen und der Strassenverlauf macht aber einen rechten scharfen Knick und man folgt dem Strassenverlauf dann liegt im freien Feld rechts die Kirche von Bergkirchen und kann sie von der Strasse aus hinter dem Feldgelände sehen. (Siehe nachstehendes Foto)

Einsam aber wunderschön gelegen die "Kirche-Bergkirchen" in 32108 Bergkirchen-Salzuflen, zur größeren Ansicht in das Bild klicken!

Und hier der Link von Google-maps:

http://goo.gl/maps/3xQU

Liebe Iris und lieber Wolfgang,

leider kann ich an diesem Sonntag nicht aus bekannten Gründen. Solltet Ihr den Weg nach Bergkirchen/Bad Salzuflen finden, dann wünsche ich Euch ein schönes Konzert mit der Trauermusik von Bach und höre von Euch. Es scheint Kirchenmusik dort vom Feinsten zu geben, die Plakate in Bad Salzuflen weisen immer auf  hervorragende Konzerte hin.

Lippische Traumlandschaft um die "Kirche-Bergkirchen" in Bergkirchen/Lippe, bei Bad Salzuflen

Heute am 14.4.2011 am Vormittag haben Rita und ich uns einmal auf den Weg gemacht und bei sonnigen Wetter die „Kirche-Bergkirchen“ angesehen. Leider war die Kirchentür verschlossen. Der Turm ist aus Lippischen Stein gemauert und der Kirchen-Anbau ist als Fachwerk-Gebäude erstellt worden. Es ist eine traumhaft schöne Anfahrt von Herford über Bad Salzuflen-Schötmar zur „Kirche-Bergkirchen“ in Bergkirchen und möchte es Euch wärmstens empfehlen auch wenn die Straßen nach der Ortsdurchfahrt von Bad Salzuflen-Schötmar in das Lipper-Bergland – links liegend – sehr schmal und Kurvenreich werden. Das Kirchengelände und das neue Gemeindehaus liegt wunderbar eingebettet im hügeligen Lipper-Bergland und ist so richtig zum „Meditieren“ und für ein Passions-Konzert super geeignet. Verwundert sind wir beide darüber, dass inmitten einer einsamen Wald- und Feld-Gegend dieses wunderbare Fleckchen geschaffen wurde. Keine unmittelbare Ortschaft in der Nähe sondern große Guts-Höfe mit Feldhasen, Rehen, Fasanen und einer bunten Vogelwelt, das ist pure Natur zum Genießen..!! Wir haben diesen heutigen Tag dort sehr genossen und haben uns zu Fuß die Umgebung angesehen, es ist ein Traum sich in dieser Einsamkeit in der sonnigen Natur zu bewegen.

Grüße Volker

Der bekannte Bach-Forscher – Alfred Dürr – verstarb am 7. April 2011


Liebe Bachfreunde!

† Bachforscher Dr. Alfred Dürr (1918-2011)

Im Alter von 93 Jahren verstarb am 7. April 2011 in Göttingen der weltbekannte Bachforscher

„Alfred Dürr“

Geboren am 3. März 1918 in Berlin-Charlottenburg, 7. April 2011 in Göttingen war ein deutscher Musikwissenschaftler, der wesentlich zum Verständnis der Entstehungsgeschichte und Überlieferung der Werke „Johann Sebastian Bach’s“ beigetragen hat.

Nach dem Studium und der Promotion in Göttingen („Studien über die frühen Kantaten J. S. Bachs“, 1950) war der in Berlin-Charlottenburg Geborene von 1951 bis 1983 Mitarbeiter des Johann-Sebastian-Bach-Instituts Göttingen, davon von 1962 bis 1981 als stellvertretender Direktor. Seit 1976 war er Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Bedeutende Ehrungen wie die beiden Ehrendoktorwürden des Baldwin-Wallace College in Berea (Ohio) und der Oxford University wurden ihm zuteil.

Dr. Alfred Dürr  war in der Lage, komplizierte Sachverhalte verständlich darzustellen. Sein Handbuch „Johann Sebastian Bach „Die Kantaten“ (Bärenreiter-Verlag) ist seit seinem ersten Erscheinen 1971 (damals dtv/Bärenreiter) bis heute das unangefochtene Standardwerk über die Bach-Kantaten. Auch seine Werkeinführungen zur „Johannes-Passion“ und zum „Weihnachts-Oratorium“ fanden viele Leser unter Musikfreunden und in der Musikwissenschaft lebhafte Anerkennung.

Wir werden ihn zwar als Bach-Forscher sehr vermissen aber seine überlieferten Beschreibungen der Bach-Kantaten werden für uns weiterhin täglich in unserer Arbeit Bestand haben und als Nachschlagewerk unentbehrlich sein und das ist tröstlich!

Traurige Grüße

Volker

Meine Eindrücke von der Johannes Passion im Herforder Münster vom 10.4.2011 und unser Bach-Projekt


Liebe Bach-Freunde!

Herforder Münster leeres Podest der Münster-Chor im Anmarsch!!

Jetzt kommt kein ausführlicher Bericht von der Johannes Passion aus dem Herforder Münster vom 10.4.2011 sondern ich schildere genau meine Empfindungen als Aktiver im Tenor zum sechs-monatigen Bach-Projekt der Münster-Kantorei Herford.

Herforder Münster der Münster-Chor nimmt die Plätze auf dem Podest zur Probe ein

Meinen letzten Auftritt als Aktiver in einem Chor hatte ich vor 45 Jahren, was eine unendlich lange Zeit für mich bedeutete und leichte Zweifel aufkamen, bewältige ich diese immense Herausforderung. Den Stein des Anstoßes erfuhr ich durch @Wolfgang, der mich dazu animierte, doch das 1/2 jährige Bach-Projekt in der Herforder Münster-Kantorei mitzumachen, es wäre einmal wieder eine Erfahrung als Bach-Freund – Bach von Innen erleben zu können!“ Dieses Zitat war der eigentliche Auslöser, mich der Herausforderung zu stellen und mich wieder einer Chorgemeinschaft als Aktiver anzuschließen.

Bach-Projekt für die Mitwirkenden: Wolfgang und Volker

Habe ich nun Bach wirklich von Innen erleben können, dazu werde ich noch in meinem weiteren Bericht darauf eingehen. Mit der Johannes Passion endete nun unsere sechs-monatige Bach-Tour mit zwei vorangegangenen wunderbaren Kantaten-Aufführungen im Herforder Münster – (BWV 80 „Ein feste Burg“ – zum Reformations-Sonntag und dem BWV 147 „Herz und Mund und Tat und Leben“–  zum 1. Advent). Der Abschied fällt mir sehr schwer, nach diesen Konzerten den wunderbaren Münster-Chor und mit den persönlich geknüpften Kontakten sie so schnell nicht mehr erleben zu können. Tröstlich, der Abschied wird nicht von langer Dauer sein es ist eine neue Herausforderung in Sicht, der Münster-Chor wird im Herbst wieder eine Bach-Kantate aufführen und da werden wir wieder dabei sein wollen und die herzliche Chorgemeinschaft genießen dürfen. Und es gibt noch das Mitsing-Projekt von Bach-Kantaten in Höxter mit unseren Blog-Freunden – (Claudia, Werner, Wolfgang und ich) im Januar 2012, das wird dann wieder ein persönliches Bach-Highlight werden worauf ich mich schon riesig freue. Wann erlebt man so etwas, mit Bach-Freunden von Ausserhalb so etwas gemeinsam mitgestalten zu dürfen.

Jetzt bin ich vom eigentlichen Thema ein wenig abgedriftet, aber ich mache aus meinem Herzen keine Mördergrube und musste das einmal los werden, weil mich das alles um den Namen von „J.S. Bach“ so unendlich berührt und ich an meinen persönlichen Empfindungen sonst zu knacken habe. Wem Bach’s Musik nahe geht, kann das nachempfinden und meine gegebenen Äußerungen und Empfindungen sicherlich nachvollziehen. Diese für mich so gewaltigen Emotionen mit Bach seiner Musik erlebte ich in den Chorälen der Johannes Passion. Dieses Passions-Oratorium ist für einen Sänger-inn neben der h-Moll Messe und den Motetten eines der größten Herausforderungen mit J.S. Bach’s Werken. Sobald die Choräle angestimmt wurden hatte ich schwer mit meiner Stimme zu kämpfen, einen klaren Ton herauszubringen, was liegt hier vor, dass ich von dem  Choral, den ich mitzusingen habe so urplötzlich fast versage und mich gewaltig am Riemen reissen muss, um es gesanglich doch noch erträglich über die Runden bringen zu können.

Als der vorletzte Choral mit dem „Ruhet wohl“ und dem Schluss-Choral „Ach Herr, lass dein lieb Engelein“ erklang war es fast mit meiner Gemütsfassung vorbei und konnte nur mit Mühe ein gesangliches Stehvermögen anbieten..!!

J.S. Bach_ St John Passion – Chorus _Ruht Wohl, Ihr heilgen Gebeine_

J.S. Bach_ St John Passion – 40. Chorale _Ach Herr, Lass Dein Lieb Engelein_

Die Erklärung hierzu fällt mir nicht allzu schwer, wenn das Wort und die Musik mich derart aufwühlen und ich mich fast in einem Trancezustand befinde dann bin ich ganz nahe an der Aussage von J.S. Bach:

„Bey einer andächtig Musiq ist allezeit Gott mit seiner Gnaden Gegenwart.“

Genau genommen hat diese beseelende Musik etwas Überirdisches und ich war in diesen Momenten von der wirklichen Welt weit entrückt und geriet in einen beglückenden Schwebezustand der Einmaligkeit. Diese meine persönlichen Aussagen und meine ausgesprochene Liebe zu J.S. Bach und seiner genialen Musik spiegeln sich eindeutig wieder in der Gründung einer Blog-Gemeinschaft mit dem Zusatz: Klassikseiten J.S. Bach.

Was haben wir für einen zeitlichen Aufwand getrieben, um die zwei Kantaten und die großartige Johannes Passion musikalisch in den Griff zu bekommen und wurden dafür nur teilweise belohnt, Der Besucherzuspruch im Herforder Münster mit der Johannes Passion war bedauernswerter Weise nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Das Mittelschiff im Münster war gut belegt aber die Seitenränder und Emporen blieben leer. Unglücklicher Weise wurde in 16 km Entfernung in Bielefeld zum gleichen Zeitpunkt die Johannes Passion in der Oetkerhalle mit der Hannoverschen Hofkapelle auf „Historischen Instrumenten“ und mit überragenden Gesangs-Solisten der Weltklasse aufgeführt. (Bogna Bartosz, Alt;
Markus Brutscher, Tenor; Tobias Berndt, Bass)..!! Tobias Berndt – sollte man im Auge behalten, ein wunderbares Talent).

Unser rühriger Münster-Kantor „Stefan Kagl“, hat die Chor-Interpretation der Johannes Passion im Sinne der Aufführungsform von Sir Gardiner in der Aufzeichnung des NDR von 2003 im Kaiserdom von Königslutter versucht mit einzubeziehen. Die Einstudierungs-Phrasierungen an den Übungsabenden kamen mir deshalb ein wenig bekannt vor. Die Bestätigung erhielt ich am Ende des Konzertes. Das Orchester, bestehend aus freien Musikern aus Ostwestfalen, gaben ihr Bestes und wussten mir zu gefallen. Die Gesangs-Solisten waren annehmbar und rundeten die Aufführung zu einem befriedigen Gesamt-Ergebnis ab.

Und der Chor?

Foto: NW - BWV 245 Johannes Passion im Herforder Münster (Münster-Chor) - Zur Vergrößerung in das Bild klicken..!!

Meine Frau ist der Meinung, wir hätten die Choräle wirklich gut gesungen und der Nachhall im Schlussakkord wäre dass i-Tüpfelchen gewesen. Unser Münster-Kantor war mit uns ebenfalls zufrieden und drückte es zum Abschluss entsprechend aus. Als Aktiver merkt man sofort, ob alles Rund läuft und kann über uns ebenfalls nur Gutes berichten.

Im Vorfeld hatten wir uns gemeinsam dafür ausgesprochen, dass kein Schluss-Applaus gegeben wird. Berührt war ich dann nach dem Schluss-Akkord über die Stille, die im Münster minutenlang herrschte das war beeindruckend schön und sollte Nachahmer finden. Es sollte zwar zu diesem Zeitpunkt die Totenglocke läuten, aber es kam nichts, der Küster muss wohl eingeschlafen sein..??

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Rezension der NW Herford zur größeren Ansicht in das Foto klicken:

Rezension der NW - NR. 86 von DIENSTAG 12. APRIL 2011 JohPassion Herforder Münsterkirche - Zur Vergrößerung in das Bild klicken..!!

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Die Johannes Passion in der Szenischen Fassung von 1991. In Memory of Karl Richter’s Aufnahme von 1964.

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Liebe Bach-Grüsse

Volker

TV-Tipps mit Passionen 2011


18.4.

RBB
0:15 – 2:15
Bachs Johannespassion
Hugo Niebeling hat die Johannespassion von Bach dramatisiert: Musik, Schauspiel, Sprache, Gesang, Tanz und Architektur vereinen sich zu einem Gesamtkunstwerk nach dem Vorbild der griechischen Tragödie.
Die Darsteller sind Schauspieler, sie gestalten die Charaktere, sie sprechen ihre Texte, sie flüstern und schreien, treiben die Handlung auch optisch voran. Die Musik von Bach bleibt unangetastet, überlagert die Szenen wie auf einer zweiten mystischen Ebene. Ort des Geschehens ist der Dom zu Speyer mit seiner tausendjährigen Krypta: Hier hat Niebeling die Bachsche Passion in Szene gesetzt und in den Mittelpunkt die Konfrontation zwischen Jesus und Pilatus gestellt.

Regie: Hugo Niebeling

22.4. – Karfreitag

WDR
7:15-10:00
Johann Sebastian Bach: Matthäus-Passion
Aufzeichnung aus der Philharmonie Köln vom 28.03.2010

Die Matthäus-Passion für Soli, zwei Chöre und Orchester ist neben der h-Moll-Messe das bedeutendste Werk Johann Sebastian Bachs und eines der größten Werke der barocken Musikgeschichte. Sie schildert die Leidensgeschichte Jesu auf der Grundlage von Worten aus dem 26. und 27. Kapitel des Matthäus-Evangeliums.
Der Dirigent Philippe Herreweghe, für seine Aufnahmen der Werke Bachs mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, interpretiert das monumentale Werk in einem Konzert in der Kölner Philharmonie. Unter seiner Leitung musizieren das Collegium Vocale Gent und das Collegium Vocale Orchestra, die Solisten sind Christoph Prégardien (Evangelist), Simon Kirkbride (Christusworte), Dorothée Mields und Hana Blažíková (Sopran), Damien Guillon und Robin Blaze (Altus), Colin Balzer und Hans Jörg Mammel (Tenor) sowie Matthew Brook und Stephan MacLeod (Bass).

23.4.

MDR
0:02 – 2:55
Johann Sebastian Bach: Matthäus-Passion BWV 244
Aufzeichnung aus der Thomaskirche zu Leipzig
Die „Matthäus-Passion“ von Johann Sebastian Bach gehört zum wertvollsten Besitz des Weltkulturerbes. Als das Werk am 11. April 1727 in der Leipziger Thomaskirche zur Uraufführung kam, war es für Bach zwar ein Höhepunkt, für die Gotteshausbesucher aber nur eine jener Musiken, die der Thomaskantor zu jedem kirchlichen Feiertag neu zu komponieren hatte. Deswegen waren Wiederholungen nur zufälliger Art. Für die wenigen späteren Aufführungen zu Lebzeiten des Komponisten nahm er vereinzelt Änderungen vor. So entstand die überlieferte autographe Partitur 1736. In dieser Fassung ist das Werk heute bekannt und erklingt auch so am Ort seiner Uraufführung. Nach dem Tode Bachs 1750 geriet auch seine Musik in Vergessenheit, nur zu Studienzwecken erinnerte man sich ihrer.
Mit der Wiederaufführung der „Matthäus-Passion“ am 11. März 1829 durch Felix Mendelssohn Bartholdy rückte nicht nur die Musik Bachs wieder in den Mittelpunkt, sondern die Musik einer ganzen Epoche. Die Interpreten der Aufzeichnung aus der Thomaskirche zu Leipzig sind fast ausnahmslos mit dem Werk des Komponisten eng verbunden. So war Martin Petzold (Tenor) Mitglied des Thomanerchores, ebenso Thomaskantor Georg Christoph Biller. Er ist der 16. Amtsnachfolger Bachs. Die Altistin Bogna Bartosz errang 1992 den ersten Preis im Fach Gesang beim Internationalen Bach-Wettbewerb in Leipzig. Das Solistenensemble vervollständigen Olaf Bär (Bass), der Mitglied des Dresdner Kreuzchores war, sowie Monika Frimmer (Sopran) und Andreas Schmidt (Bass). Ebenso sind Thomanerchor und Gewandhausorchester Garanten einer authentischen Bachinterpretation.

Thomanerchor
Gewandhaus Kinder- und Jugendchor
Gewandhausorchester
Dirigent: Thomaskantor Georg Christoph Biller

Monika Frimmer, Sopran
Bogna Bartosz, Alt
Martin Petzold, Tenor
Andreas Schmidt, Bass
Olaf Bär, Bass

Radiotipps mit Passionen 2011


Auch dieses Jahr gibt es eine überreiche Auswahl an Sendungen mit Passionsmusik. Viele davon habe ich aus den Programmen der Rundfunk- und TV-Sender herausgesucht. Die TV-Übertragungen bekommen einen eigenen Beitrag, es wird sonst einfach zu lang. Neben den Passionen von Bach in verschiedenen Aufführungen gibt auch andere Vertonungen aus der Barockzeit, darunter ein erst kürzlich wiederentdecktes Oratorium von Reinhard Keiser. Aber auch zeitgenössische Komponisten haben ihre Deutungen zu Papier gebracht und so können wir mit Werken von Frank Martin, Krzysztof Penderecki und Sofia Gubaidulina der Passionsgeschichte von anderer Seite nähern und dann vielleicht auch die Passionen Bachs wieder ganz neu entdecken.

Noch ist diese Liste nicht vollständig, einige Sender aktualisieren leider ihre Programmvorschauen sehr, sehr kurzfristig. So auch Radio 4/Netherlands. Aber ich bin sicher, dass die Johannes-Passion am Palmsonntag live übertragen wird. Die Sendequalität ist deutlich höher als bei BBC. Dafür können 7 Tage lang bei BBC eventuelle Aufnahmepannen ausgebügelt werden. Ich werde diese Liste zu gegebener Zeit aktualisieren.

Es lohnt sich auch, einmal die Programme der regelmäßigen Sendungen der Radiosender mit geistlicher Musik zu beachten. Hier gibt es viel Schönes zum Thema Passion. Es würde jedoch den Rahmen sprengen, alles hier aufzuführen. Ich füge noch einmal den Link der Seite an, auf der ich eine Zusammenstellung der Sendungen in diesem Blog veröffentlicht habe:
https://meinhardo.wordpress.com/?s=regelmäßige+Sendungen+mit+Bachkantaten+und+geistlicher+Musik

Die Seite mit den Links zu den Webseiten und Livestreams der Radiosender ist nicht mehr ganz aktuell. Ich werde sie in nächster Zeit aktualisieren. Aber auf dieser Seite ist eigentlich jeder Sender mit klassischer Musik in Europa zu finden:
http://www.listenlive.eu/

Radiosendungen

6.4.

SWR2
19-20
Geistliche Musik
Christoph Graupner: Passions-Kantaten
Ensemble Concerto grosso
Violine und Leitung: Swantje Hoffmann
Anton-Webern-Chor
Leitung: Hans Michael Beuerle
(Konzert vom 13. März in der Martinskirche Freiburg

17.4.

HR2
6-7
Geistliche Musik
Glocken der evang. Stadtkirche Haiger, Lahn-Dill-Kreis

Haydn: Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze
Inga Nielsen, Sopran / Gabriele Schreckenbach, Alt / Martyn Hill, Tenor / Matthias Hölle, Baß / Kammerchor Stuttgart / Württenbergisches Kammerorchester Heilbronn / Frieder Bernius)

BBC
radio 4 – Niederlande (noch nicht online angekündigt, wird aber wohl übertragen)
1.15pm – 16pm (14:15 – 17 MESZ)
Bach: St John Passion, BWV 245
James Gilchrist, tenor, Evangelist
Thomas Bauer, bass, Christ
Henriette Bonde-Hansen, soprano
Bernarda Fink, mezzo-soprano
Werner Güra, tenor
Florian Boesch, bass
Netherlands Radio Choir
Royal Concertgebouw Orchestra
Jan Willem de Vriend, conductor.
Live from the Concertgebouw in, Amsterdam; The Dutch contribution to the Day is a long-standing event in the Concertgebouw’s calendar.
http://www.bbc.co.uk/programmes/b0106z8t

BBC
6pm – 8pm (19-21 MESZ)
Carl Heinrich Graun: Der Tod Jesu
Dorothee Mields, soprano
Joanne Lunn, soprano
Thomas Hobbs, tenor
tba, baritone
Collegium Vocale, Ghent
Akademie für Alte Musik, Berlin
Daniel Reuss, conductor
A concert from De Bijloke, Ghent featuring Collegium Vocale Ghent.
http://www.bbc.co.uk/programmes/b0106z8t

rbb kulturradio
20-23
Frank Martin: „Golgotha“
Oratorium für Sopran-, Alt-, Tenor-, Bariton- und Bass-Solo, gemischten Chor, Orchester und Orgel
Lena Lootens, Sopran
Mechthild Georg, Alt
Alexander Stevenson, Tenor
Michel Brodard, Bariton
Hans Peter Scheidegger, Bass
Martin Steinert, Orgel
Chor der St. Hedwigs-Kathedrale Berlin
Alois Koch dirigiert die Berliner Symphoniker
Aufnahme vom 22.3.1993 in der Berliner Philharmonie
Anschließend Musik von Haydn

MDR Figaro
22-24
Georg Philipp Telemann: Matthäuspassion (1730), TWV 5:15
Natalie Buck, Sopran;
Ulrike Mayer, Mezzosopran;
Michael Zabanoff, Tenor;
Florian Götz, Bariton;
Matthias Vieweg, Bass
Biederitzer Kantorei, Cammermusik Potsdam, Leitung: Michael Scholl
(Aufzeichnung vom 18.03.2011, Konzerthalle „Georg Philipp Telemann“, Magdeburg)
Konzert aus Magdeburg – zum Auftakt der Karwoche für die Europäische Rundfunkunion (EBU)

18.4.

Deutschlandradio Kultur
20-21:30
Krzysztof Penderecki: Lukas-Passion (Passio et mors Domini Nostri Jesu Christi
Secundum Lucam)
Sandra Trattnigg, Sopran
Artur Rucinski, Bariton
Tomasz Konieczny, Bassbariton
Ahmad Mesgarha, Sprecher
MDR Rundfunkchor Leipzig
Philharmonischer Kinderchor Dresden
Dresdner Philharmonie
Leitung: Krzysztof Penderecki
Konzert aus dem Kulturpalast Dresden
Aufzeichnung vom 26.3.11

DRS II
20-22
Diskothek im Zweiten
Johann Sebastian Bach: Matthäus-Passion, BWV 244
Sie gilt heute als die Passionsmusik schlechthin: Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion. Lange Zeit vernachlässigt und zu Bachs Zeiten oft verpönt und als zu opernhaft gescholten, hat Felix Mendelssohn mit seiner legendären Aufführung von 1829 das Werk aus der Vergessenheit gerissen. Die monumentale Passion, die fast drei Stunden dauert, ist ein Höhepunkt in Bachs Schaffen. Entsprechend zahlreich sind denn auch die Aufnahmen, die es auf dem Markt gibt. Wie unterschiedlich, gerade auch was die Besetzung des Chors anbelangt, die Matthäuspassion aufgeführt werden kann, wird in der Diskothek im Zwei anhand 5 verschiedener Interpretationen deutlich.
Gäste von Eva Oertle sind der Cembalist Jörg-Andreas Bötticher und der Tonmeister Andreas Werner.
(Wiederholung: Samstag, 23.4., 14-16 Uhr)
 

19.4.

Deutschlandfunk
21-22:50
Musikforum Grundton D 2010 – Konzert und Denkmalschutz für die östlichen Bundesländer (9)
Reinhard Keiser/Menantes: Oratorium Passionale ›Der blutige und sterbende Jesus‹ (1729)
Cantus & Capella Thuringia
Leitung: Bernhard Klapprott
Aufnahme vom 2.10.10 aus St. Petri-Kirche, Wandersleben/ Thüringen

Christian Friedrich Hunold (1680 – 1721), bekannt unter dem Pseudonym Menantes, war der berühmteste unter den deutschsprachigen ›galanten‹ Autoren des frühen 18. Jahrhunderts. So waren u.a. seine Kantaten- und Oratorienlibretti Grundlage für Vertonungen von so bedeutenden Komponisten wie Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Georg Philipp Telemann. Anlässlich seines 330. Geburtstages wurde im vergangenen Jahr in Wandersleben in Thüringen, dem Geburtsort von Menantes, ein musikwissenschaftlicher Sensationsfund vorgestellt und von dem Ensemble Cantus & Capella Thuringia unter Leitung von Bernhard Klapprott neu zum Klingen gebracht: das Passionsoratorium ›Der blutige und sterbende Jesus‹ von Reinhard Keiser, dem berühmten Hamburger Opernkomponisten, mit dem Text von Menantes. Nach der Uraufführung im Jahre 1705 galt das Werk als verschollen, bis die Leipziger Musikwissenschaftlerin Christine Blanken vor vier Jahren in der Berliner Staatsbiliothek das Partitur-Autograf einer Spätfassung wiederentdeckte.
Im Rahmen eines ›Grundton D‹- Konzertes am 2. Oktober 2010 in der Wanderslebener St. Petri-Kirche wurde nun diese musikalische Kostbarkeit einer breiten Öffentlichkeit nach mehr als 270 Jahren erstmals wieder zugänglich gemacht.

22.4. – Karfreitag

SWR 2
8:00-8:30
Arvo Pärt: „Stabat mater“
Lynne Dawson (Sopran)
David James (Kontratenor)
Rogers Covey-Crump (Tenor)
Gidon Kremer (Violine)
Vladimir Mendelssohn (Viola)
Thomas Demenga (Violoncello)
Hilliard Ensemble

rbb Kulturradio
15-19
JOHANN SEBASTIAN BACH: MATTHÄUS-PASSION BWV 244
Camilla Tilling, Sopran
Magdalena Kozená, Mezzosopran
Topi Lehtipuu, Tenor (Arien)
Mark Padmore, Tenor (Evangelist)
Thomas Quasthoff, Bariton (Arien)
Christian Gerhaher, Bariton (Christus)
Rundfunkchor Berlin
Einstudierung: Simon Halsey
Knaben des Staats- und Domchors Berlin
Einstudierung: Kai-Uwe Jirka, Peter Sellars
Simon Rattle dirigiert die Berliner Philharmoniker

Aufnahme vom 9. April 2010 in der Berliner Philharmonie
anschließend:
Johann Sebastian Bach
Musikalisches Opfer BWV 1079,
Regis Iussu Cantio Et Reliqua Canonica Arte Resoluta
Musica Antiqua Köln
Reinhard Goebel

WDR3
15-18:30
Johann Sebastian Bach: Matthäus-Passion BWV 244 für Soli, Chor und Orchester
Yeree Suh, Sopran; Terry Wey, Altus;
Andreas Weller und Jörg Dürmüller, Tenor;
Christian Immler, Bariton; Konstantin Wolff, Bass;
Knabenchor Gütersloh, Einstudierung: Sigmund Bothmann;
WDR Rundfunkchor Köln, Einstudierung: David Marlow;
WDR Sinfonieorchester Köln,
Leitung: Simon Halsey
Aufnahme einer Aufführung aus der Kölner Philharmonie, bei der ein Teil des Publikums die Choräle mitsingen konnte.
Parallele Ausstrahlung in Dolby Digital 5.1 Surround-Sound

DRS II
16-18
Jan Disms Zelenka: Gesu al Calvario
Passions-Oratorium
Rheinische Kantorei

Das Kleine Konzert
Leitung: Herrmann Max

Nordwestradio
17-19
Carl Philipp Emanuel Bach: Matthäus-Passion
Deborah York, Sopran
Franziska Gottwald, Mezzosopran
Jörg Dürmüller, Tenor
Klaus Mertens, Bass
Amsterdam Baroque Choir
Amsterdam Baroque Orchestra
Leitung: Ton Koopman
Mitschnitt des DLR vom 1. September 2002 aus der St. Wilhadi Kirche in Stade, Musikfest Bremen
Am Mikrofon: Wolfgang Stapelfeldt

BR klassik
17:05-22
Johann Sebastian Bach: „Matthäus-Passion“
Barbara Bonney, Gill Ross, Ruth Holton, Ann Monoyios, Sopran;
Anne Sofie von Otter, Mezzosopran; Michael Chance, Countertenor;
Anthony Rolfe Johnson, Howard Crook, Tenor;
Andreas Schmidt, Olaf Bär, Bariton; Cornelius Hauptmann, Bass;
Monteverdi Choir London;
English Baroque Soloists:
John Eliot Gardiner

SWR2
18-21
Johann Sebastian Bach: Johannespassion
Evangelist: Thomas Walker
Christus: Gianluca Buratto
María Espada (Sopran)
Maria Riccarda Wessling (Alt)
Thomas Michael Allen (Tenor)
Andrew Foster Williams (Bass)
Chor und Orchester Al Ayre Espanol
Leitung: Eduardo López Banzo
(Direktübertragung aus dem Festspielhaus in Baden-Baden)
Am Karfreitag, dem 7. April 1724, erklang in der Leipziger Nikolaikirche erstmals Johann Sebastian Bachs Johannespassion. Das zweistündige, häufig aufgeführte Werk zählt zu den eindrucksvollsten Vertonungen der Leidensgeschichte Jesu. Auf dem Fundament spätbarocker und zugleich höchst expressiver Klangwelten vereinen sich Wort und Ton zu einer bis heute faszinierenden Bibelauslegung. Deshalb messen sich an ihm Ensembles aus Deutschland, genauso wie aus Japan und Spanien. Ein jeder fügt dem Stück eigenes hinzu, einem Stück, das ewig vollkommen ist wie ewig unvollendet. Erst im Klang kommt das Werk zu sich. Bei uns sorgt für diese Klangwerdung ein spanisches Ensemble, das Preise für seine Aufnahmen iberischer Musik sammelt. Von diesen Quellen her erobert es sich Bach, der über allen Nationen schwebend allen Nationen gleich zugänglich und fremd ist. Ein Buch mit sieben Siegeln, das zu jedem Menschen in seiner ihm vertrauten Muttersprache spricht.

NDR
19-22
Matthäuspassion BWV 244 von Johann Sebastian Bach
Ute Selbig, Sopran / Britta Schwarz, Alt
Martin Petzold, Tenor / Matthias Weichert und Thomas Laske, Bass / Thomanerchor Leipzig
Gewandhausorchester / Ltg.: Georg Christoph Biller

Ö1
19:30-22
Johann Sebastian Bach: „Johannespassion“, BWV 245
La Chapelle Rhénane, Leitung: Benoit Haller;
Julian Prégardien, Tenor (Evangelist);
Benoit Arnould, Bariton (Jesus);
Dominik Wörner, Bariton (Petrus und Pilatus);
Salomé Haller und Tanya Aspelmeier, Sopran;
Julien Freymuth und Pascal Bertin, Countertenor; Michael Freyfar und Philippe Froeliger, Tenor; u. a. (aufgenommen am 11. September 2008 in der Kirche des Dominikanerklosters Guebwiller im Departement Haut-Rhin, Frankreich).
Präsentation: Bernhard Trebuch

MDR Figaro
HR2
SR2
Deutschlandradio Kultur
francemusique

20-23
Johann Sebastian Bach: Matthäuspassion BWV 244
Maximilian Schmitt, Tenor (Evangelist); York Felix Speer, Bass (Jesus);
Christina Landshamer, Sopran; Franziska Gottwald, Alt;
Lothar Odinius,Tenor; Markus Eiche, Bass
RIAS Kammerchor, Concerto Köln,
Leitung: Hans-Christoph Rademann
(Live aus der Berliner Philharmonie)

BR-Klassik
21:42-23:00
Calliope Tsoupaki: „Lukas-Passion“
Marcel Beekman, Tenor; Raneen Hanna, Ioannis Arvanitis, Gesang; Neva Özgen, Kemance; Harris Labrakis, Ney; Bassem Alkhouri, Qanun; Mitglieder des Egidius Kwartet und des Ioannis Arvanitis Byzantinischen Chors; Nieuw Ensemble: Ed Spanjaard

Nordwestradio
22-24
Sofia Gubaidulina: Johannes-Passion
Natalja Korniewa, Sopran
Wiktor Luziuk, Tenor
Fedor Mozhaev, Bariton
Gennadij Bessubenkow, Bass
Kammerchor St. Petersburg
Chor und Orchester des Mariinski-Kirow-Theaters St. Petersburg
Leitung: Walerij Gergejew
Am Mikrofon: Marita Emigholz

23.4.

Nordwestradio
17-19
Johann Sebastian Bach: Johannes-Passion BWV 245
Mieke van der Sluis, Sopran
Graham Pushee, Altus
Harry Geraerts, Tenor
Gustav Hehring und Phillip Langshaw, Bass
Bremer Domchor
Steintor Barock Bremen
Leitung: Wolfgang Helbig
Am Mikrofon: Wolfgang Stapelfeldt

NRK
14-17
Johann Sebastian Bach: Matthäuspasjonen (arr. Mengelberg)
Karl Erb, tenor
Wilhelm Ravelli, bass
Jo Vincent, sopran
Ilona Durigo, alt
Louis van Tulder, tenor
Herman Schey, bass
Amsterdam Toonkunst kor
„Zangslust“ guttekor
Concertgebouw-orkesteret
Dirigent: Willem Mengelberg

WDR3
16-17:45
Die Markus-Passion von Johann Sebastian Bach
WDR 3 Variationen
Mit Klaus Leymann
Ein paar Indizien sprechen dafür, dass Bach auch eine (eher klein dimensionierte) Markus-Passion geschrieben hat. Die Musik ist verschollen; aber seit dem 19. Jahrhundert behauptet die Forschung, Bach habe in seiner Markus-Passion in großem Stil auf eine Kantate, die sogenannte „Trauerode“, zurückgegriffen. Dieser Stand der Forschung wurde zu einer unentwegten Versuchung, das Werk für eine Aufführung zu ergänzen, mit gesprochenem Text, Rezitativen und Chören von Bachs Zeitgenossen oder von mutigen Neutönern. Das Ergebnis ist unbefriedigend. So beschloss vor ein paar Jahren der Cembalist, Organist und Dirigent Ton Koopman, alle Forschung zu ignorieren. Aus allerfeinsten Bach-Stücken stellte er in völliger Freiheit selbst eine Markus-Passion zusammen. Sie ist ganz und gar nicht authentisch, aber durchaus faszinierend.

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den Sonntag: Judika


Bach-Denkmal in Arnstadt

Liebe Bach-Freunde !

Nach den Veröffentlichungen der

BWV als PDF-Download im Blog

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung. Die Quellenangaben mit Musikbeispielen auf  “YouTube“ sind sehr ergiebig.

Eine inhaltliche Kantaten-Beschreibung von „Sir John Eliot Gardiner“ ist in seinem Reisetagebuch als PDF einsehbar und steht als Download zur Verfügung!

– Entfällt für die Fastenzeit ! –

Am 10. April 2011 begehen wir den Sonntag „Judika“

Der Name des Sonntags Judika leitet sich vom Beginn der lateinischen Antiphon ab: „Judica me, Deus, et discerne causam meam de gente non sancta“ (Ps 43, 1; ),
Von diesem Sonntag an bis zum Karsamstag wird auch die Gloria-Patri-Strophe, die üblicherweise an jeden Psalm angefügt wird, nicht mehr gesungen, weil mit diesem Sonntag nach altem Brauch die eigentliche Passionszeit beginnt. Das wird in der neuen Agende (dem EGb) nicht mehr so gesehen. Dort schweigt Gloria Patri erst ab dem Sonntag Palmarum.
Nach dem Sonntag Laetare, an dem die Hingabe Jesu bedacht wurde, betont nun der Sonntag Judika den Gehorsam Christi genauso wie unseren Gehorsam. Es geht also um unsere Antwort auf Gottes Handeln und Gebot, die unaufgebbare Dualistik der Gnade Gottes: wenn sie nicht angenommen wird, kann sie auch nicht wirken. Es ist die Freiheit der Selbstentscheidung, von Gott geschenkt, die uns auch das Verderben bringen kann. Die Texte zeigen uns in teilweise grausamer Härte, wie Gehorsam immer auch zum Segen führt.

Auf dem Weg zum Kreuz erkennen wir den Gehorsam, mit dem Jesus alle Schmach, die ihm zugefügt wurde, geduldig getragen hat. Im Evangelium dieser Woche wird deutlich, dass, wenn wir Anspruch auf einen Platz an Jesu Seite erheben wollen, von uns der gleiche Gehorsam gefordert wird. Aber wir erfahren immer wieder, dass wir zu solchem Gehorsam nicht fähig sind, und sind dankbar, dass Jesus Christus durch seinen Gehorsam unser aller Heil bewirkt hat.

Während der Passionszeit hatte in Leipzig die Figuralmusik in den Kirchen zu schweigen. J.S. Bach hatte somit genügend Zeit, sich den äußerst anspruchsvollen Kompositionen seiner Passionsmusiken für den Karfreitag zu widmen – z.B. Matthäus- Johannes Passion.

Zwischen dem heutigen Fastensonntag „Reminiszere“ und dem „Karsamstag“ wurde in den Gottesdiensten in Leipzig keine Musik aufgeführt.

Aus diesem Grund ist von J.S. Bach keine Kantate für diesen Zeitraum speziell komponiert worden.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Für  den Sonntag  “Judika“ sind folgende Bach-Kantaten zum Anhören geeignet:

Dass wir am heutigen Fastensonntag Judika nicht auf eine Kantate verzichten müssen liegt daran, dass Bach zahlreiche Kantaten komponiert hat, ohne ihnen einen bestimmten Sonntag im Kirchenjahr zuzuordnen.

BWV 5 – „Wo soll ich fliehen hin“

Zugrunde liegt dieser Kantate das 11-strophige Lied von Johann Herrmann, der es 1630 komponiert hat. Anfangs- und Endstrophe wurden unverändert beibehalten, die anderen Strophe in recht freier Weise umgedichtet. Das Jesuswort zu dem Gichtbrüchigen „deine Sünden sind dir vergeben“ bildet den Anknüpfungspunkt. Es weckt das eigene Sündenbewusstsein und mündet in der Zuversicht, dass Jesus nicht nur dem Gichtbrüchigen, sondern mit seinem Opfertod allen Menschen die Sünden weggenommen hat. So wenden die ersten drei Sätze allmählich den Blick von der ausweglosen Lage des Sünders auf den Sühnetod Jesu. So heißt es zum Beispiel im dritten Satz, der Arie des Tenor: Ergieße dich reichlich, du göttliche Quelle, ach walle mit blutigen Strömen auf mich!„ Unüberhörbar die Anspielung auf den Kreuzestod. Ein viertöniger, abwärtsgerichteter Tonleiterausschnitt dient zur Charakterisierung dieser reichlich fließenden Quelle.

Gardiner Pilgrimage CD Vol.  10 – CD 1

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/ YouTube: BWV 5 „Wo soll ich fliehen hin“


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im Radio Live: „Bach-Kantate“

WDR3

Sonntag, 10.04.2011 von 09:05  – 10:oo Uhr

Live-Stream: http://www.wdr.de/wdrlive/media/wdr3.asx

oder: http://www.wdr.de/wdrlive/media/wdr3.m3u

Johann Sebastian Bach

Was bist du doch, o Seele, so betrübet, BWV 506, aus dem

„Schemelli-Gesangbuch“; Klaus Mertens, Bariton; Bob van Asperen, Cembalo

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J.S. Bach aus der „Matthäus-Passion“ BWV 244

Choral: „O Mensch, bewein dein Sünde gross“

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/ YouTube: J.S. Bach Matthäus-Passion BWV 244 –

Choral: „O Mensch, bewein dein Sünde gross“

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Wünsche allen Besuchern einen schönen Sonntag !

Grüße

Volker



Radiotipps für die KW 15


Ostern naht und die Programme der Rundfunkanstalten werden wieder sehr ergiebig. Besonders deutlich wird dies bei Konzerten mit Passionsvertonungen, die wieder in einen eigenen Beitrag in Kürze hier veröffentlicht werden.

11.4.
rbb kulturradio
18-19
Eine Wanderung durchs Kirchenjahr
Für jeden Sonntag eine Bach-Kantate
Dieses besondere Konzert- und CD-Projekt von Sigiswald Kuijken und La Petite Bande, das 2006 begann und in diesem Jahr abgeschlossen wird, erweist sich als sinnvolle Alternative zu einer Gesamteinspielung der Bach-Kantaten.

13.4.
Ö1
15-16
Abenteuer Interpretationen
Nunc dimittis. Der Lobgesang des Simeon im Interpretationsvergleich
„Nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren“ stammt aus den drei Lobgesängen des Lukasevangeliums. Der Text stammt aus der Erzählung, in der der greise Simeon im Tempel Jesus Christus als den erwarteten Messias erkennt, Gott preist und sich nunmehr zu sterben bereit fühlt. Martin Luther hat daraus den Choral „Mit Fried und Freud ich fahr dahin“ gemacht, einen Text, dem wir auch bei Heinrich Schütz, Johann Sebastian Bach, Johannes Brahms u. a. begegnen

16.4.
MDR Figaro
9-9:45
Feature
O Haupt voll Blut und Wunden
An den Quellen von Paul Gerhardts Passionslied
Von Ulrich Grober
Regie: Sabine Ranzinger
Wer die Moritzkirche im brandenburgischen Mittenwalde betritt, den zieht unwillkürlich ein kleines Bild am Altar in seinen Bann. Es zeigt das Schweißtuch der Veronika und – darauf abgebildet – das Antlitz des gemarterten Jesus: das Haupt voll Blut und Wunden. Von fast jedem Blickwinkel im Kirchenraum hat der Betrachter den Eindruck, dass Jesu Augen auf ihm ruhen.
An diesem Ort hat Paul Gerhardt von 1651 bis 1657 gepredigt. Vor dem Altar feierte der lutherische Pfarrer und Liederdichter mit seiner Gemeinde das Abendmahl; zu einer Zeit, als das „stedtlein“ noch von den Verheerungen im 30-jährigen „teutschen Krieg“ gezeichnet war. Das Bild hat ihn zu seinem berühmten, überall auf der Welt gesungenen Passionslied inspiriert. Zum ersten Mal im Druck erschien der Text 1656.
Als Vorlage diente ihm ein lateinischer Hymnus, entstanden im hohen Mittelalter im Kloster von Villers in Brabant. Die Melodie wurde einem höchst weltlichen Lied entlehnt: „Mein G’müt ist mir verwirret./ Das macht ein Jungfrau zart …“
Paul Gerhardts Passionslied „O Haupt voll Blut und Wunden“ gehört zum Weltkulturerbe. In rund 40 Sprachen übersetzt, ist es in den Gesangbüchern fast aller christlichen Glaubensgemeinschaften präsent. Johann Sebastian Bach hat es für seine Matthäus-Passion adaptiert. Die Stelle, wo nach dem Bericht vom Tod Jesu der Chor mit der Strophe „Wenn ich einmal soll scheiden …“ einsetzt, gilt als ein Höhepunkt abendländischer Musikgeschichte.

 WDR3
13-15
Musikpassagen
Droben an dem Himmelstor wird’s ein wunderbarer Chor“
Komponieren für Chöre
Von Ulrich Mutz
Zu den sensibelsten „Musikinstrumenten“ gehört zweifellos die menschliche Stimme. Richtig kompliziert wird die Angelegenheit, wenn mehrere Singstimmen zusammenkommen – wie bei einem Chor. Wie komponiert man eigentlich chorgerecht? Mit welchen Mitteln bringt man ein Chorwerk so zum Klingen, dass es nicht erst am Himmelstor ein „wunderbarer Chor“ wird? Fragen, die profilierten Komponisten und Dirigenten wie Clytus Gottwald, Frieder Bernius, Rupert Huber, Markus Stenz und vielen anderen gestellt wurden.

Konzert für Ostwestfalen, Johannes Passion in der Münsterkirche Herford am 10.4.2011


Münster-Kirche in Herford

Liebe Bach-Freunde in OWL !

Am Sonntag, 10. April 2011  um 18:00 Uhr wird im

Herforder Münster

Johann Sebastian Bach

Johannes Passion – BWV 245

aufgeführt.

Eintrittspreise: Euro 13,– 20,– 25,–

(Ermäßigung für Schüler/Studenten/Schwerbehinderte um 5 €, Rentner um 3 €)  Restkarten an der Abendkasse ab 17:00 Uhr.

Karten-Vorverkauf:

Buchhandlung Erich Otto, Höckerstr. 6,  32052 Herford, Telefon: 05221 / 5 31 79

E-Mail:  mail@buchhandlung-otto.de

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 09°° bis 19°° Uhr

Samstag von 09°° bis 16°° Uhr

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Johannes Passion im Herforder Münster

Johannes Passion im Herforder Münster am 10.4.2011 um 18 Uhr

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PDF Einführung in das BWV 245 „Johannes Passion!“

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YouTube BWV 245 Johannes Passion von „Masaaki Suzuki“

Link: http://www.youtube.com/view_play_list?p=AB381EF65081455F

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Weitere Konzert-Termine u.a. auch für OWL zur Passionszeit:

Link: https://meinhardo.wordpress.com/2011/02/18/konzert-termine-passions-musik-oratorien-von-j-s-bach-–-matthaus-u-johannes-passion-im-marz-april-2011/

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Grüße

Volker

Thüringer Bachwochen vom 15.4. bis 08. Mai 2011


Die Thüringer Bachwochen 2011 stehen vor der Tür!

Thüringer Bachwochen 2011

In der Zeit vom 15. April bis zum 08. Mai 2011 finden die diesjährigen Thüringer Bachwochen statt. Hier beteiligt sich natürlich auch das Bachhaus Eisenach mit einer Reihe von Konzerten und einer Buchvorstellung!

20.04.2011, 19.30 Uhr – Konzert „Bach & Buxtehude“
Ensemble Ucca Nova (Katharina Glös-Blockflöte, Rahel Bader-Barockcello, Marianna Henriksson-Cembalo)

28.04.2011, 19.30 Uhr – Konzert §Bach und seine norddeutschen Wegbereiter“
Ensemble Bell`Arte Salzburg (Annegret Siedel-Barockvioline, Margit Schultheiß-Cembalo)

29.04.2011, 19.30 Uhr – Buchvorstellung „Bach hören – eine Anleitung“ von Autor Michael Wersin, St. Gallen

05.05.2011, 19.30 Uhr – Konzert „Bach und der Stylus Phantasticus“
Thomas Fritzsch-Viola da Gamba und Michaela Hasselt-Cembalo, Lautenclavier, Querspinett

Einige wenige Restkarten sind noch erhältlich!
Konzerttickets: 18,00 Euro bzw. ermäßigt 9,00 Euro
Buchvorstellung: 5,00 Euro

PDF-Programm Link: bachwochen_programm_2011

Wir freuen uns auf Sie!
Ihr Bachhaus Eisenach

Bachhaus Eisenach gGmbH, Frauenplan 21, 99817 Eisenach
Telefon 03691-79340, Fax 03691-793424 oder info@bachhaus.de

Weitere Informationen: Link: http://www.thueringer-bachwochen.de/index.php?article_id=4&clang=0

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den Sonntag: Laetare


J.S. Bach-Denkmal in Weimar

Liebe Bach-Freunde !

Nach den Veröffentlichungen der

BWV als PDF-Download im Blog

stelle ich für jedem Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.Die Quellenangaben mit Musikbeispielen auf  “YouTube“ sind sehr ergiebig.

Eine inhaltliche Kantaten-Beschreibung von „Sir John Eliot Gardiner“ ist in seinem Reisetagebuch als PDF einsehbar und steht als Download zur Verfügung! – Entfällt für die Fastenzeit ! –

Am 03. April 2011 begehen wir den Sonntag „Laetare“

Der Name des Sonntags „Laetare“ leitet sich vom Beginn der lateinischen Antiphon ab: „Laetare cum Jerusalem, et exsultate in ea, omnes qui diligitis eam“ (Jes 66, 10;).

Der Sonntag Laetare steht in der Mitte der Fastenzeit und wird deshalb auch „Mittfasten“ genannt. Ein anderer Name für diesen Sonntag aufgrund des Evangeliums von der Brotvermehrung ist „Brotsonntag“. In der römischen Kirche wird der Sonntag auch als „Rosensonntag“ bezeichnet, weil an ihm der Papst eine goldene Rose weihte, die angesehenen Persönlichkeiten oder Instituten, die sich um die römische Kirche verdient gemacht hatten, verliehen wurde. Dieser Brauch wird heute nicht mehr wahrgenommen.
Deswegen ist es auch befremdlich, dass das neue Evangelische Gottesdienstbuch für den Sonntag Laetare die liturgische Farbe „rosa“ vorschlägt, die nur in der römischen Kirche zur Anwendung kam aufgrund dieses Brauches.

Nachdem bisher der Aspekt unserer Schuld gegenüber Gott stärker in den Vordergrund getreten ist, tritt nun am Sonntag Laetare Gottes Handeln an uns in den Vordergrund als Antwort auf unsere Verfehlungen. Dadurch wird der wichtige Aspekt des Evangeliums deutlich, dass wir eben in erster Linie durch Gottes Hilfe frei werden von unseren Verfehlungen, und nicht durch unsere eigenen Werke. Damit gewinnt die Fastenzeit nun einen gewissen fröhlichen Charakter, obgleich wir natürlich weiterhin betrübt sind darüber, dass ein solches Opfer um unseretwillen nötig ist. Dass Gott es aber aus freien Stücken gibt, um uns zu erlösen, ist die große Freude des Evangeliums, das auch in der Fastenzeit uns durchträgt!

Während der Passionszeit hatte in Leipzig die Figuralmusik in den Kirchen zu schweigen. J.S. Bach hatte somit genügend Zeit, sich den äußerst anspruchsvollen Kompositionen seiner Passionsmusiken für den Karfreitag zu widmen – z.B. Matthäus- Johannes Passion.

Zwischen dem heutigen Fastensonntag „Reminiszere“ und dem „Karsamstag“ wurde in den Gottesdiensten in Leipzig keine Musik aufgeführt.

Aus diesem Grund ist von J.S. Bach keine Kantate für diesen Zeitraum speziell komponiert worden.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Für  den Sonntag  “Laetare“ sind folgende Bach-Kantaten zum Anhören geeignet:

Dass wir am heutigen Fastensonntag Laetare nicht auf eine Kantate verzichten müssen liegt daran, dass Bach zahlreiche Kantaten komponiert hat, ohne ihnen einen bestimmten Sonntag im Kirchenjahr zuzuordnen.

BWV 97 – Johann Sebastian Bach

In allen meinen Taten, BWV 97,

Kantate
für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo
Katharine Fuge, Sopran
Robin Tyson, Altus
Steve Davislim, Tenor
Stephen Loges, Bass
Monteverdi Choir
English Baroque Soloists
Leitung: John Eliot Gardiner“

Gardiner Pilgrimage CD Vol.  25 – CD 1

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/ YouTube: BWV 97 „In allen meinen Taten“


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im Radio Live: „Bach-Kantate“

WDR3

Sonntag, 03.04.2011 von 09:05  – 10:oo Uhr

Live-Stream: http://www.wdr.de/wdrlive/media/wdr3.asx

oder: http://www.wdr.de/wdrlive/media/wdr3.m3u

Johann Sebastian Bach

In allen meinen Taten, BWV 97, Kantate
für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo
Katharine Fuge, Sopran
Robin Tyson, Altus
Steve Davislim, Tenor
Stephen Loges, Bass
Monteverdi Choir
English Baroque Soloists
Leitung: John Eliot Gardiner

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BWV 192 „Nun danket alle Gott“

Entstanden ist die Kantate vermutlich im Jahr 1730. Und der Titel verrät es schon: Bei diesem Werk handelt es sich um eine sogenannte Choralkantate, das heißt Bach nimmt einen Choral zur Grundlage seines Werkes. Und zwar den Choral: „Nun danket alle Gott“, der ja noch heute im aktuellen Gesangbuch „Gotteslob“ zu finden ist und nach wie vor zu einem der beliebtesten Kirchenlieder gehört. Bach übernimmt die drei Strophen des Liedes unverändert und ohne jede Ergänzung, was dazu führt, dass diese Kantate zu den kürzesten Kantaten Bachs gehört.

Gardiner Pilgrimage CD Vol.  10 – CD 2

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/ YouTube: BWV 192 „Nun danket alle Gott“


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Wünsche allen Besuchern einen schönen Sonntag !

Grüße

Volker

Die Stadt, die Bach in sich trägt: ANSBACH – Bachwoche in 2011


Liebe Bachfreunde!

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Die Sprache ist vom „Bachfest 2011 in Ansbach!“

Dieses „Bach-Festival“ findet vom 29. Juli bis zum 7. August 2011

in Ansbach / Mittelfranken statt.

Flyer: Bachwoche Ansbach 2011

*) Die Bachwoche Ansbach zählt zu den ältesten und renommiertesten deutschen Musikfestivals. Seit 1947 steht Johann Sebastian Bachs Wirken und Schaffen im Mittelpunkt der sommerlichen Musiktage. Bach-Freunde aus aller Welt zählen seit Jahrzehnten zu den Besuchern, vor allem aus Amerika und Japan reisen regelmäßig „eingefleischte Bachwöchner“ an. Besonders die persönliche Atmosphäre und das malerische Stadtbild der Rokokostadt Ansbach werden dabei gerühmt.

Bach-Aufführungen in der Orangerie in Ansbach

 

Bach-Aufführungen in der St. Gumbertus-Kirche Ansbach

Dirigent Karl Richter

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Vor 60 Jahren begann die Geschichte der Bachwoche in der mittelfränkischen Residenzstadt Ansbach. Den Grundstein für dieses Festival legten 1947 die Grafen von Schönborn, der Cellist Ludwig Hoelscher und Carl Weymar. Im Zweijahresrhythmus treffen sich die Bachfreunde aus dem In- und Ausland, um sich mit den Werken des Genius auseinanderzusetzen. Eigentlich gingen die musikalischen Uhren in Sachen JSB in Ansbach schon immer ein wenig anders, vor allem in den Jahren zwischen 1955 und 1965 als“ Karl Richter“ die musikalischen Geschicke lenkte und alles auf einen romantischen Nenner stimmte. Es hat in der Absicht Richters gelegen, die Bachwoche von Ansbach nach München zu verlegen, was allerdings der Verein der Bachfreunde zu verhindern wusste.

Programmauszüge kurz vorgestellt:

Bewusst ohne Motto konzipiert, finden sich gleichwohl thematische Schwerpunkte wie „Bach und Frankreich“, „Clavier-Übungen“ oder „Bachs Philosoph“. Zu den Konzerten kommen Kinder- und Jugendworkshops, die Premiere eines eigenen Bachwochen-Films und wissenschaftliche Podiumsgespräche.

Zu Beginn der Bachwoche steht diesmal nicht Musik, sondern ein Kinofilm. Der Berliner Opernregisseur und Filmemacher Stefan Zednik zeigt die Geschichte der Bachwoche von den Anfängen 1947 bis heute. In Bildern, Interviews und Musikausschnitten fließen historische und aktuelle Aufnahmen ineinander, für die Zednik auch privates, bisher unveröffentlichtes Material zur Verfügung stand. Das filmische Ergebnis ist ein stark von der Musik getragener poetischer Streifzug durch über 60 Jahre Musik- und Interpretationsgeschichte im Rahmen der Bachwoche Ansbach.

Dirigent: Hans-Christoph Rademann

An musikalischen Höhepunkten wird 2011 nicht gegeizt. Unter anderem gastieren der Countertenor Andreas Scholl mit dem Freiburger Barockorchester, der Pianist Evgeni Koroliov, das Münchner Kammerorchester und das Ensemble Resonanz. Bach-Kantaten und -Motetten bringen der Windsbacher Knabenchor und Cantus Cölln zur Aufführung. Die Uraufführung des „Ansbachischen Konzerts Nr. 2“ des Feuchtwanger Komponisten Joachim F. W. Schneider setzt die Reihe der Auftragswerke der Bachwoche fort. Den gewichtigen Schlusspunkt bildet Bachs h-Moll-Messe mit dem Dresdner Kammerchor und dem Dresdner Barockorchester unter Hans-Christoph Rademann. Und nicht zuletzt lädt eine erstmals eingerichtete Bach-Lounge mit dem Lautenisten Edin Karamzov zu ganz neuen Hörerfahrungen ein.

Leiter der J.S.Bach-Stiftung St. Gallen, Rudolf Lutz

MITTWOCH, 3. AUGUST 2011 um 11.00 UHR

ST. GUMBERTUS-KIRCHE

Der Schweizer Dirigent „Rudolf Lutz“ – (Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen-Schweiz) – ist zum vierten Mal in Folge Gast der Bachwoche. Diesmal wird der Publikumsliebling aus der Schweiz nicht improvisieren, sondern komponieren: Eine Kantate im Stile Bachs und seiner Zeit zum Ansbach-Tag! Das Publikum darf mitsingen und wird so in die Aufführung einbezogen.

Die Noten für interessierte Sängerinnen und Sänger sind spätestens zu Beginn der Bachwoche im Büro am Karlsplatz erhältlich. Bitte beachten Sie auch die Informationen im Internet (www.bachwoche.de).

Die Probe beginnt am Konzerttag, 3.8.2011 um 9.30 Uhr in der Gumbertus-Kirche. Ab 11.00 Uhr wird Rudolf Lutz in einem Gesprächskonzert in das Stück einführen, bevor es in Gänze erklingt.

St. Gumbertus-Kirche Ansbach

SONNTAG, 7. AUGUST, 18.00 UHR

ST. GUMBERTUS-KIRCHE

H-MOLL-MESSE

Johann Sebastian Bach

Messe h-Moll BWV 232

Aufführende: Sopran: Altus: Tenor: Bass:

Dorothee Mields; Damien Guillon; Daniel Johannsen; Jochen Kupfer;

Dresdner Kammerchor Dresdner Barockorchester

Leitung: Hans-Christoph Rademann

Bitte beachten Sie die Anfangszeit 18.00 UHR!

Wiederholung vom 6. August 2011.

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Eine ganz besondere Würdigung ist der Bachwoche der 300. Geburtstag von „Bachs Philosophen“ wert, dem aus Heidenheim am Hahnenkamm stammenden Philosophen, Arzt und Historiographen Lorenz Christoph Mizler (1711-1778).  Nach dem Besuch des Ansbacher Gymnasiums ging Mitzler nach Leipzig und nahm bei Bach Klavier- und Kompositionsunterricht. Beide standen in regem philosophisch-ästhetischen Austausch und manche Forscher meinen, das „Musikalische Opfer“ sowie die „Kunst der Fuge“ seien aufgrund dieser Bekanntschaft entstanden. Neben einem Mitzler-Vortrag wird es eine musikalische Landpartie in seinen Geburtsort geben, wo das renommierte Vokalensemble Singer Pur  im Heidenheimer Münster konzertiert.

Weitere Informationen über den Bach-Schüler (von 1731-1734) „Lorenz Christoph Mizler“ (1711-1778) über den Link: http://www.mizler.de/

Bach-Aufführungsstätte Orangerie Ansbach

In Zusammenarbeit mit dem Theater Ansbach werden zur Bachwoche auch szenische Bühnenproduktionen aufgeführt: „Das Bächlein“, ein Kinderstück über den jungen Johann Sebastian Bach, das bereits bei der Bachwoche 2009 Premiere hatte, und ein „musikalischer Boxkampf“, bei dem der historisch umstrittene Wettstreit zwischen Bach und dem französischen Cembalisten Machaud ausgetragen wird. Im Theater Ansbach findet auch das Jazzkonzert „Bach – ein Weg ins Licht“ mit dem Saxophonisten Mark Wyand und Band statt.

*) Textauszüge von: Bachwoche Ansbach GmbH

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Umfangreiches Informationsmaterial als PDF

nachstehend als Download:

PDF-Download: Bachwoche_Ansbach 2011_Programm

Informationen für Eintrittskarten:

Link: http://www.bachwoche.de

o d e r :

Bachwoche Ansbach GmbH

Brauhausstr. 15
91522 Ansbach

Tel.:  0981 – 15 037

E-Mail:   c.mall@bachwoche.de

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Selbstbildnis Ernst von Bandels aus dem Jahr 1822

Zur Abrundung muss geschichtliches angemerkt werden. Der Erbauer des Hermannsdenkmals in Detmold:

Ernst von Bandel“ wurde am 17. Mai 1800 im bayerischen Ansbach geboren. Er wohnte in den letzten Jahren der Bauarbeiten ständig in Detmold auf „seinem Berge“, in einem einfachen Blockhaus, der “ Bandelhütte „. Halb erblindet und von rheumatischen Beschwerden gezeichnet, erlebte er am 16. August 1875 die Einweihung. Die Ordensverleihung durch Wilhelm I. war eine späte Würdigung seiner Verdienste. Die nachhaltige Anerkennung seines Lebenswerkes blieb ihm jedoch versagt. Er starb ein Jahr nach der Denkmalenthüllung am 25.09.1876. Eine Gedenktafel als Erbauer vom Hermannsdenkmal weist an seinem Geburtshaus in Ansbach darauf hin.

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Grüße an alle Bachfreunde

Volker

Bericht vom Kantaten-Konzert am Sonntag, 27.03.11 in der Auferstehungskirche Bad Oeynhausen


Kantaten-Konzert in der Auferstehungskirche Bad Oeynhausen

 

Kantaten-Konzert am Sonntag, 27.03.11 in der Auferstehungskirche
Bad Oeynhausen / OWL


Ausführende:

Irmgard Weber, Sopran

Ullrich Schütte, Bass

Thekla von Dombois Oboe

Alexandre Contout u. Nadja Raichle, Violine

David Schütte, Kontrabass

Thomas Dust, Positiv

Harald Sieger, Orgel

 

Programm

Kantate 82 „Ich habe genug“

Choralbearbeitungen aus dem „Orgelbuchlein“

Kantate 199 „Mein Herze schwimmt im Blute“

Prädludium und Fuge f-Moll (BWV 534)

Kantate 57 „Selig ist der Mann“

„Sinfonia für Oboe, Streicher u. Basso continuo“ (BWV 156)

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Mit einer Minimalstbesetzung haben die Musiker/innen der Hochschule f. Musik/Köln in der leider nicht voll besetzten Kirche ein beeindruckendes Konzert dargeboten. In den beiden Solokantaten (BWV 82 u. BWV 199) und auch in der Dialogkantate (BWV 57) faszinierte vor allem die Sopranistin mit ihrer weichen, angenehmen Stimme und einer exzellenten Artikulation. Der Bass hatte sehr großes Volumen und schöne Tiefen, die er auch voll ausgekostet hat. An einigen Stellen hätte ich mir ein bisschen mehr Zurückhaltung gewünscht. Bei der Schlummerarie („Schlummert ein, ihr matten Augen, fallet sanft und selig zu“) kam mir das wie ein Aufruf vor: „Wachet auf, ihr matten Augen! Von „sanft und selig zufallen“ war da nichts zu spüren.

YouTube BWV 82 Satz 3 Arie für Sopran: „Schlummert ein, ihr matten Augen“

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Altarraum Auferstehungskirche Bad Oeynhausen

Die „Höllenhenker-Kantate“ („Mein Herze schwimmt im    Blute“) hat die Sopranistin samt Orchester einzigartig    gemeistert. Mir ist bei dieser Kantate noch mal klar geworden,  mit was für Texten wir uns da rumschlagen müssen und am  Ende steht doch „nur“ herrliche“ Musik, die alles andere  vergessen lässt.

Beeindruckend war auch die letzte Kantate (BWV 57) des Konzerts: „Selig ist der Mann“, in der beide Solisten ihr ganzes Können  zeigten. Nicht vergessen möchte ich das Orchester – die  Damen und Herren waren hervorragend; mich hat am meisten  Thekla von Domois an der Oboe beeindruckt.

Kantor Harald Sieger

Kantor Harald Rieger hat an der Orgel seine Kunst gezeigt; es hat Freude gemacht, ihm zuzuhören.

Was sich die Konzertmacher gedacht haben, als sie vom BWV 156 die „Sinfonia für Oboe, Streicher u.  Basso continuo“ als Abschluss aufs Programm setzten, ist mir nicht ganz klar.

Eine Erklärung hätte ich: nach soviel Todestexten (in allen drei Kantaten) führt diese Sinfonia direkt ins  Paradies. Wir waren also zum Schluss des Konzertes wirklich im Paradies – und da möchte ich auch  wieder hin.

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Die berückend schöne Sinfonia zum Genießen BWV 156  von YouTube:

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Herzl. Gruss Iris