Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für Pfingst-Sonntag und Pfingst-Montag:


Altarraum der Thomaskirche Leipzig

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Liebe Bach-Freunde !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 12.6. und 13.06.2011 begehen wir das „Pfingstfest“

Das Pfingstfest hat seinen Ursprung im jüdischen Festkalender, wo es zunächst das Fest der Darbringung der Erstlingsfrüchte (2. Mose 23, 16) war. Es wird später als „Wochenfest“ bezeichnet (2. Mose 34, 22) und (wohl erst in nachalttestamentlicher Zeit) 50 Tage (= Pentekoste = Pfingsten) nach dem Passah-Fest angeordnet.

Die Kirche feierte das Fest schon früh als Fest der Ausgießung des Geistes, und bald bekam es eine eigene Vigilfeier, in der nun neben Ostern ein zweiter Ort für Tauffeiern geschaffen war. Zeitweise wurde das Fest auf acht Tage ausgedehnt (Oktav), später dann auf vier bzw. drei Tage verkürzt.
Die protestantische Kirche übernahm dieses Fest, jedoch ohne Vigil. Es ist der Kirche als ein besonderes wichtiges Fest bis heute erhalten geblieben.

An diesem Tag wird zeichenhaft der Wille Gottes zur Versöhnung der Menschen mit ihm dadurch deutlich gemacht, dass die Sprachverwirrung, die in Babel aufgrund des Turmbaus erfolgte, nun durch die eine Sprache des Geistes überwunden ist.

Am Pfingstfest feiern wir die „Geburt der Kirche“. An diesem 50. Tag nach Ostern hat Gott seinen Geist auf die Gemeinde ausgegossen und seitdem nicht von ihr genommen. So denken wir nach über das, was in der Bibel vom Geist Gottes gesagt wird, und erkennen, wie der Geist Gottes auch heute unter uns wirkt.

Am Pfingstmontag hören wir von den vielfältigen Gaben, die Gott durch seinen Geist den einzelnen Glieder der Gemeinde gegeben hat. so verschieden diese Gaben auch sind, werden die einzelnen Glieder doch durch den Geist zusammengefügt zu einem Leib, in dem alle einander dienen.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für „Pfingsten“

BWV 34 – O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe

BWV 59 – Wer mich liebet, der wird mein Wort halten

BWV 68 – Also hat Gott die Welt geliebt

BWV 74 – Wer mich liebet, der wird mein Wort halten

BWV 172 – Erschallet, ihr Lieder, erklinget, ihr Saiten

BWV 173 – Erhöhtes Fleisch und Blut

BWV 175 – Er rufet seinen Schafen mit Namen

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Im Radio Live: 

„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 12.06.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-

Link: http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.htmlAllgemein http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Allgemein http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

Geistliche Musik – Programmauszüge:

Johann Sebastian Bach

Wer mich liebet, der wird mein Wort halten, BWV 74, Kantate für den 1.

Pfingsttag für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo; Deborah

York, Sopran; Bogna Bartosz, Alt; Jörg Dürmüller, Tenor; Klaus Mertens,

Bass; Amsterdam Baroque Choir and Orchestra, Leitung: Ton Koopman

Johann Ludwig Krebs

Zeuch ein zu deinen Toren; Felix Friedrich an der Trost-Orgel der

Schlosskirche zu Altenburg

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Pfingstmontag, 13.6.2011 von 09:05 – 10:00 Uhr

Georg Philipp Telemann

Daran ist erschienen die Liebe Gottes, Kantate zum 2. Pfingsttag für

Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo; Stefanie Wüst, Sopran;

Georg Poplutz, Tenor; Jens Hamann, Bass; Bachchor Siegen; Hannoversche

Hofkapelle, Leitung: Ulrich Stötzel

Heinrich Ignaz Franz Biber

Jesus, der uns den Heiligen Geist gesandt hat, Sonata Nr. 13 d-moll, aus

den „Rosenkranz-Sonaten“ für Violine und Basso continuo; Musica Antiqua

Köln, Violine und Leitung: Reinhard Goebel

Heinrich Schütz

Komm, Heiliger Geist, Herre Gott, Geistliches Konzert für Soli, Chor,

Instrumente und Basso continuo; Monika Frimmer, Sopran; Maria Zedelius,

Mezzosopran; John Elwes und Christoph Prégardien, Tenor; David Thomas,

Bass; Stuttgarter Kammerchor; Musica Fiata, Leitung: Frieder Bernius

 Johann Sebastian Bach

Er rufet seinen Schafen mit Namen, BWV 175, Kantate am 3. Pfingstfesttag

für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo; Nathalie

Stutzmann, Alt; Christoph Genz, Tenor; Stephen Loges, Bass;

Monteverdi Choir; English Baroque Soloists, Leitung: John Eliot Gardiner

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/ YouTube: BWV 172 – 

Erschallet, ihr Lieder, erklinget, ihr Saiten

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Kantaten-Beschreibung zum BWV 172  und BWV 59, 74, 34, 173, 68, 174

von „Sir John Eliot Gardiner“ ist als PDF-Download nachstehend hinterlegt!

BWV 172

Kantaten für  „Pfingsten“ (Aufführungs-Ort: Holy Trinity, Long Melford)

Zu diesem Zeitpunkt des Jahres liegen die Feiertage dicht beieinander. Wir sind am Ende der Proben in einer der bisher arbeitsreichsten Wochen angelangt, in denen wir alle neun der erhaltenen Pfingstkantaten Bachs vorbereitet haben. Mir ist klar geworden, dass Pfingsten im lutherischen Kirchenjahr eine ähnlich große Bedeutung wie Weihnachten und Ostern hatte: Jedes Fest wird an drei aufeinander folgenden Tagen gefeiert, und das bedeutete, dass Bach nicht nur eine riesige schöpferische Leistung zu vollbringen hatte, sondern dass die Aufgabe für ihn und seine Musiker auch eine kolossale Arbeitsbelastung mit sich brachte.

Von London aus fahren wir jetzt Richtung Long Melford, ein Dorf in Suffolk, das sich einer der eindrucksvollsten und üppigsten Kirchen der englischen Spätgotik (Perpendikularstil) rühmt, Ende des 15. Jahrhunderts erbaut, als der englische Wollhandel blühte. Pfingsten ist der Höhepunkt jener ‚großen fünfzig Tage’, die auf die Auferstehung folgen, eine Grenzscheide, die besagt, dass Jesus sein Werk auf der Erde vollendet hat und der Heilige Geist herab kommt. Ich finde es faszinierend, dass es ursprünglich ein Fest der Landbevölkerung war, ein Abkömmling jener kanaanäischen Feste, die von den Israeliten übernommen wurden, als sie im gelobten Land ankamen. So scheint der Apostel Paulus, wenn er von Christus als ‚Erstling’ spricht (1. Korinther 15, 20 & 23), auf das jüdische Fest Shawuoth anzuspielen, als am ‚fünfzigsten Tag’ (nach Passah) die Erstlinge der Ernte als Opfer dargebracht wurden. Natürlich findet die Ernte in Sachsen (und Suffolk) ein paar Monate später statt als in Palästina, doch ist es trotzdem eine Zeit des zunehmenden Lichts und der Verheißung, für die Kirche ein geeigneter Augenblick, über die Bedeutung der Menschwerdung Christi und der Erneuerung des alten Bundes nachzudenken. Luther schließt sich dem Gedanken seines Lieblingsevangelisten Johannes an, dass der Heilige Geist, der als Vater und Sohn den Gläubigen ‚innewohnt’, den Menschen ein neues Leben in Liebe und Brüderlichkeit bringen wird und sie die Welt ‚überwinden’ lässt.

Durch die jahrelange Erforschung seiner Kantaten in ihrem jahreszeitlichen Kontext gelange ich zu dem Schluss, dass Bach oft vorchristliche Aspekte und vergessene Bezüge an die Oberfläche bringt, die im landwirtschaftlichen Jahr eine Wende bezeichnen. Da sich nun der Mittsommer nähert, liefert der Komponist zur Feier der ersten Gaben der wiedererwachten Natur sowie des göttlichen Funkens, der zu Pfingsten entzündet wird und die Menschen in allen Zungen reden lässt, Musik von ungetrübtem Optimismus und Überschwang. Die bei weitem frühste der vier Kantaten für diesen Tag, BWV 172 Erschallet, ihr Lieder, erklinget ihr Saiten! entstand 1714 in Weimar, gerade einmal zwei Wochen nach Bachs Ernennung zum Konzertmeister bei Hofe. Sie ist offensichtlich ein Werk, das er besonders schätzte, sich in Köthen wieder vornahm und (vermutlich) einmal, in Leipzig noch dreimal aufführte und sich dabei ein Modell schuf für seinen späteren Umgang mit dem Pfingstthema.

Da die autographe Partitur nicht vorhanden ist, beschlossen wir, die Fassung in D-dur zu nehmen, die in der ersten der drei Leipziger Aufführungen am 28. Mai 1724 verwendet worden war (wir hatten eine Rekonstruktion der Version in C-dur von 1731 versucht, als wir das Werk 1999 für die Deutsche Grammophon aufnahmen). Der Anfangssatz ist sonnig und überschäumend, das Ensemble in drei ‚Chöre’ geteilt, der eine mit Trompeten, der andere mit Streichern (mit einem Fagott als Bass) und der dritte mit einem vierstimmigen Chor. Der Verzicht auf hohe Blasinstrumente lässt die Textur ungewöhnlich offen wirken, und wunderbar ist das spannungsvolle Aufbranden, wenn die Stimmen zweimal auf einem Septakkord pausieren, um ‚seligste Zeiten’ zu verheißen. Für den Mittelteil, wenn die Trompetenverstummen, gestaltet Bach ein hinreißendes Stück imitierender Polyphonie, eine Fuge, die keinen richtigen Kontrapunkt enthält, sondern die Stimmen im Abstand von drei, zwei, drei und zwei Takten einsetzen lässt. Zweimal webt er ein verschlungenes Netz aus Klängen – eine vierfache, über die Taktstriche hinaus gedehnte Engführung – und lässt vor unserem geistigen Auge das elegante Maßwerk jener ‚Tempel’ erstehen, zu denen Gott unsere Seelen bereiten will.

Jesu Abschiedsworte aus dem Tagesevangelium (Johannes 14, 23) sind als Rezitativ für Bass gesetzt (Nr. 2) und leiten zu einer Arie über, die wie eine Fanfare zu Ehren der Heiligen Dreieinigkeit wirkt: drei Trompeten, eine dreiteilige Form, ein Thema, das sich in Terzschritten voranbewegt, und eine dreifache Anrufung des ‚großen Gottes der Ehren’, alles ausgesprochen passend in dieser herrlichen, der Heiligen Dreieinigkeit gewidmeten Kirche, mit ihrem Rundfenster mit den drei Hasen, deren Ohren sich zu einem Dreieck formieren, weil das linke Ohr eines Tieres sich mit dem jeweils rechten des Nachbarn deckt. Es ist auch ein überwältigendes Paradestück für die erste Trompete, von der verlangt wird, fünfundvierzig aufeinander folgende Sechzehntel zu bewältigen, dreimal natürlich und in hohem Tempo. Wenn damit beabsichtigt war, das ‚Brausen vom Himmel als eines gewaltigen Windes’ oder ‚die Zungen zerteilet, als wären sie feurig’ der Lesung für den Tag (Apostel 2, 1–13) darzustellen, so findet die im Text enthaltene Anspielung auf Pfingsten noch deutlicher in der sich anschließenden zarten Tenorarie Ausdruck, die aus einer sanften, nahtlosen Melodie für unisono geführte Violinen und Bratschen ohne offenkundige Anziehungskraft erwächst und träumerisch auf das ‚Seelenparadies, das Gottes Geist durchwehet’ verweist. Im Gegensatz zum Brausen des gewaltigen Pfingstwindes wird uns hier der Augenblick gegenwärtig, als Gott ‚machte den Menschen und er blies ihm ein den lebendigen Odem in seine Nasen’. Wieder sind Symbole für die Dreieinigkeit vorhanden: eine dreiteilige Form, ein Dreiertakt, eine arpeggierte Basslinie, die in Terzschritten ansteigt, und schließlich die dreifache Wiederholung einer wogenden Figur, die Gottes schöpferischen Atem zum Ausdruck bringt.

Trug der Ton dieser Kantate in dem festlichen Eingangschor noch ‚öffentlichen’ Charakter, so wird er mit jedem Satz persönlicher, definiert Etappen (gekennzeichnet durch eine in Terzschritten absteigende Modulation) in der Beziehung, die sich zwischen Gott und Mensch entwickelt und schildert seinen Einzug in unsere ‚Herzenshütten’. Der Tröster, dessen Nahen der Tenor ankündigt, nimmt nun mit der Seele das Gespräch auf, und ihr Dialog (Nr. 5), abgefasst in einer unverhohlen erotischen/pietistischen Sprache, ist ein musikalisches Symbol für das ‚Innewohnen’ und die Führung, die der Gläubige in seiner Seele erfährt. Es ist ein reich verziertes und sinnliches Stück, die beiden Stimmen umschlingen einander über dem ostinatoartigen Part des obligaten Cellos, dem Bach eine vierte Stimme hinzufügt, und die Oboe spielt eine verzierte Version des Pfingstchorals ‚Komm, heiliger Geist’. Dieser ist so tief in das Stimmgefüge eingebettet, mit den Melodielinien der beiden Sänger so stark verflochten und durch Bachs Fiorituren so sehr verändert, dass nur der aufmerksamste Zuhörer imstande gewesen wäre, ihn zu herauszuhören und seinen Spuren zu folgen. Dennoch ist dieses, mit seiner filigranen Polyphonie und ornamentverkrusteten Choralmelodie so komplex erscheinende Duett recht geradlinig angelegt (dreiteilig natürlich!). Auf einen Appell an den ‚sanften Himmelswind’ folgt eine Modulation in die Molldominante, die diese Vereinigung mit der Aufforderung besiegelt, den ‚Gnadenkuss’ entgegenzunehmen, und dann noch einmal im dritten Abschnitt, wenn er vollzogen ist: ‚Ich bin dein, und du bist mein!’. Die vierte Strophe von Philipp Nicolais herrlichem Choral ‚Wie schön leuchtet der Morgenstern’, mit einem aufstrebenden Fauxbourdon der ersten Violine, und die Rückkehr zum Anfangschor beschließen die Kantate.

© John Eliot Gardiner 2006 Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners weitere Kantaten-Beschreibungen:   h i e r  zum Download als PDF

  Künstler-Beitrag:  Künstlerbeitrag Christoph Genz Tenor

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/ YouTube: BWV 59 – 

Wer mich liebet, der wird mein Wort halten

Link: http://www.youtube.com/watch?v=EV_GNXi6MHA

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/ YouTube: BWV 68 – 

Also hat Gott die Welt geliebt

Link: http://www.youtube.com/watch?v=kvqBYWmok-o

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Link: CD für – Pfingst-Sonntag: Bach-Kantaten:

Cover: SDG 121 Vol. 26

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BWV 172 “Erschallet ihr Lieder, erklinget, ihr Saiten“

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 121 – Vol.  26 – CD  1

BWV 59 “Wer mich liebet, der wird mein Wort halten

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 74 –  Vol. 26 – CD 1

BWV 150 „Wer mich liebet, der wird mein Wort halten“

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 121 –  Vol. 26 – CD 1

BWV 34 „O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe“

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 121 –  Vol. 26 – CD 1

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Link: CD für – Pfingst-Montag: Bach-Kantaten:

Cover: SDG 121
Vol. 26

BWV 173 „Erhöhtes Fleisch und Blut“

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 121 – Vol.  26 – CD  2

BWV 68 „Also hat Gott die Welt geliebt“

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 121 – Vol.  26 – CD  2

BWV 174 „Ich liebe den Höchsten von ganzem Gemüte“

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 121 – Vol.  26 – CD  2

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Ich wünsche allen Besuchern ein erholsames und „schönes Pfingstfest“ und für unser Blog-Treffen am Samstag in Bückeburg-OWL schöne Stunden des Beisammenseins und zum Abschluss des Tages mit Claudia und Dimitri als Vortragende – ein erlebnisreiches Konzert im Ev. Gemeindehaus Siemshof, Löhne-Mennighüffen.

Liebe Grüße

Volker


Biografie Michael Niesemann – Barockoboe


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Michael Niesmann, Barockoboe - © V. Hege

© V. Hege

Michael Niesemann, geb. am 11.10.1960 in Velbert, ist in einem weitgesteckten Bereich musikalisch tätig – von Barockmusik auf “historischen” Instrumenten (Oboe und Blockflöte) bis hin zu Jazz und Avantgarde auf dem Saxophon und der modernen Oboe. Er studierte von 1979 – 1987 an der Staatlichen Hochschule für Musik, Köln, wo er von 1993-2007 moderne und historische Oboen unterrichtete. Von 2004 – 2007 war er Professor für Barockoboe an der Musikhochschule Würzburg. Im Oktober 2007 wurde er zum Professor für Oboen an der Folkwang Hochschule Essen ernannt.Im Bereich der Kammermusik war er zehn Jahre lang Mitglied von Musica Antiqua Köln unter der Leitung von Reinhard Goebel. Zu den Kammermusikgruppen, mit denen er projektbezogen arbeitet, gehören neben vielen auch Ensembles wie “L’ Archi Budelli” oder “Academy of Ancient Music”, Ensemble Schönbrunn,  Il Concertino Köln und Ensemble Köln für Neue Musik.

Als Orchestermusiker war M. Niesemann unter den Gründungsmitgliedern des Orchesters Concerto Köln, dem er bis 1993 verbunden war. Seit 1994 ist er Solo-Oboist der beiden Orchester Sir J. E. Gardiners: “English Baroque Soloists” und “Orchestre Revolutionnaire et Romantique”.

Er arbeitete mit verschiedenen anderen Dirigenten und Ensembles für Alte Musik zusammen: Musiciens du Louvre, William Christie, Jos van Immerseel, Anima Eterna u.a. Neben seiner Konzerttätigkeit in ganz Europa, Nord- und Südamerika, Kanada, Japan, Korea, Südostasien, Australien, Neuseeland, Indien und Afrika ist auch die sehr umfangreiche Discographie zu erwähnen sowie eine Fülle von Rundfunk- und Fernsehproduktionen auf der ganzen Welt.

Seine Diskographie reicht von Solowerken (einschl. einer herausragend rezensierten Aufnahme des Mozart C-Dur Oboenkonzertes) über Kammermusik mit vielen verschiedenen Ensembles Alter und Neuer Musik bis hin zu Orchesteraufnahmen, auch mit dem Saxophon (NDR-Radiosymphonieorchester), Jazz  (The Athmosphere Orchestra) und Neue Musik.

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Pressestimmen

[…] Michael Niesemann zeigt sich auf seiner einem historischen Instrument nachgebauten Oboe in allen vier Konzerten als meisterhafter Instrumentalist, der auch mutig immer wieder – vor allem in den vermutlich von ihm selbst außerordentlich virtuos gestalteten Kadenzen – seinem spielerischen Temperament so die Zügel schießen läßt, wie er das vor vielen Jahren schon im Mozartkonzert riskierte.[…]
Rohrblatt – Heft 1/2009

[…] Durch die sehr gemäßigt gewählten Tempi führt er mit höfisch bis höflicher Geste, spielt alles deutlich und glasklar aus. Keine Experimente. Seine Phrasengestaltung ist an den sehr gelungenen Stellen wirklich eine Lust zu hören: er versteht sich auf Spannungsbögen und Klangrede
[…]Klassik.com, Juli 2008

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Biografie Cornelius Hauptmann – Bass


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Cornelius Hauptmann, Bass

Cornelius Hauptmann, Bass

Cornelius Hauptmann wurde in Stuttgart geboren und studierte an der Musikhochschule seiner Heimatstadt. Dort legte er 1982 seine Bühnenreifeprüfung ab und erwarb – als Schüler von Prof. Jakob Stämpfli – an der Musikhochschule Bern das Solistendiplom.

Meisterkurse bei Dietrich Fischer-Dieskau, Hans Hotter, Elisabeth Schwarzkopf – die ihn bis zu ihrem Tode 2006 betreute – und Eric Tappy trugen wesentlich zu seiner künstlerischen Entwicklung bei, wovon zahlreiche Preise und Auszeichnungen bei internationalen Gesangswettbewerben zeugen. Er war auch Stipendiat der Herbert von Karajan – Stiftung.

Cornelius Hauptmann debütierte 1982 am Staatstheater Stuttgart und war bis 1989 Mitglied der Opernhäuser in Heidelberg und Karlsruhe. Als freiberuflicher Konzert- und Opernsänger gastierte er – vornehmlich in Mozartopern – in München, Leipzig, Orléans, Paris (Bastille und Châtelet), Lissabon, Madrid, Lyon, Berlin (Deutsche Oper), Amsterdam, Zürich, Wien (Volksoper) etc. unter Dirigenten wie Sir John Eliot Gardiner, Hollreiser, Mehta, Haenchen, Nagano, Piollet und anderen.

Vorallem im Konzertbereich machte sich Cornelius Hauptmann einen Namen unter Dirigenten wie Bernius, Bernstein, Bertini, Boulez, Corboz, Gardiner, Rilling, Harnoncourt, Hogwood, Masur, V. Neumann, Tilson Thomas, Welser-Möst, Sigiswald Kuijken und anderen.

Zahlreiche CDs dokumentieren seine künstlerische Vielfältigkeit: Passionen von Bach, Messen und Opern von Mozart, Schumanns „ Paradies und Peri “ (Sir John Eliot Gardiner / DG), Monteverdi, Mendelssohn, Schütz, Schubert ( Bernius ); Haydns „ stabat mater“ (Pinnock/DG); „ Oedipe“ von Enescu (Foster/EMI); Mozarts „Zauberflöte“ (Norrington / EMI und Kuijken / Bayer); Beethovens „ missa solemnis“ ( Herreweghe / harmonia mundi ); Mozarts Requiem und c-moll – Messe ( Bernstein / DG ), sowie zahlreiche weitere Einspielungen.

Seine besondere Liebe gilt dem deutschen Lied: Nach Aufnahmen mit Liedern von Loewe, Schubert, Silcher, Mozart und Hoffmeister sind weitere Projekte in Vorbereitung; regelmäßig ergänzen Liederabende im In- und Ausland, sowie das Unterrichten in Meisterkursen und die Betreuung von Privatschülern, den Terminkalender von Cornelius Hauptmann.

Cornelius Hauptmann ist der Initiator und künstlerische Leiter des Wiegenliederprojekts des Carus-Verlages und des SWR. Er ist Mitglied des Vorstandes der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie Stuttgart

Textquelle:
http://www.cornelius-hauptmann.de/
Umfangreiche Seite des Sängers mit Vita, Diskographie, Fotos, Kritiken und Gästebuch.

http://www.bach-cantatas.com/Bio/Hauptmann-Cornelius.htm

Interview zum Projekt „Wiegenlieder“ von CARUS:
http://portraits.klassik.com/people/interview.cfm?KID=2735

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Biografie Robin Blaze – Countertenor


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Robin Blaze, Countertenor - © Dorothea Heise

© Dorothea Heise

Der Countertenor Robin Blaze gehört heute zu den namhaftesten Vertretern seiner Zunft, die aus dem anscheinend unerschöpflichen Brunnen englischer Vokalsolisten hervorgesprudelt sind.

Er studierte am Magdalen College in Oxford sowie am Royal College of Music in London. Inzwischen gehört er zu den wichtigsten Stützen des gewaltigen Aufnahme-Projekts, bei dem das Bach Collegium Japan unter Masaaki Suzuki für das Label BIS sämtliche Bach-Kantaten einspielt.

Darüber hinaus weist die Liste der Dirigenten, mit denen Robin Blaze zusammenarbeitet, die bedeutendsten Vertreter historischer Aufführungspraxis auf, darunter John Eliot Gardiner, Philippe Herreweghe, Christopher Hogwood, René Jacobs, Ton Koopman, Gustav Leonhardt, Paul McCreesh und Trevor Pinnock.

Auch auf der Opernbühne ist Robin Blaze ein gern gesehener Gast: So sang er den Athamas in Händels “Semele“ am Royal Opera House Covent Garden, den Arsamenes in „Xerxes“ und den Oberon in Brittens „A Midsummer Night’s Dream“ bei der English National Opera sowie den Bertarido in Händels „Rodelinda“ bei den Göttinger Händel-Festspielen. Kammermusikabende führten Blaze ins Théâtre Grévin in Paris, in die Londoner Wigmore Hall und zu den Festspielen in Karlsruhe, Innsbruck und Göttingen.

Unter seinen CD-Einspielungen finden sich Lautenlieder mit Elizabeth Kenny und ein Programm mit Italienischen Kantaten mit dem Ensemble „The Parley of Instruments“. Unter seinen übrigen Aufnahmen sind Händels Oper „Theodora” mit dem “Gabrieli Consort” unter Paul McCreesh, Werke von Vivaldi, Kuhnau and Knüpfer mit dem „King’s Consort“, Oden von Henry Purcell mit dem „Collegium Vocale Gent“ unter Philippe Herreweghe und „The Lover in Winter“ des zeitgenössischen Komponisten Thomas Adès.

Im April 2007 unternahm Robin Blaze mit Martin Haselböck, der Wiener Akademie und dem Musica Angelica Baroque Orchestra eine Internationale Konzerttournee mit der Matthäus-Passion von J.S. Bach.

In der Spielzeit 2010/11 ist der Countertenor u.a. in der „h-Moll-Messe“ mit der Nederlandse Bachvereniging zu hören. Weiterhin interpretiert er die Titelrolle in „Ottone“ am Theater an der Wien mit dem King’s Consort und „Saul“ mit dem BBC National Orchestra of Wales.

http://www.rayfieldartists.com/artists/robin-blaze/?robinblaze.html

http://www.bach-cantatas.com/Bio/Blaze-Robin.htm

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Pressestimmen 

[…]Robin Blaze präsentiert sich mit seinem klangschönen Alt als Meister des Melos’ mit harmonisch verbundenen Lagen. […]
Klassik.com, Juni 2011

 […]Blaze singt die reichen Verziehrungen anmutig und elegant. Sein helles Timbre wirkt dabei überzeugend und authentisch. Er klagt, seufzt, jammert und jubelt mit so viel Herzblut, dass man ihm jede Rolle sofort abnimmt. […]
Klassik.com, Juli 2007 

[…]Robin Blaze hat sich mit seiner Fähigkeit zu lyrisch schmelzendem Wohlklang unter den hervorragenden Altisten der Gegenwart vernehmlich positioniert. […]
Klassik.com, Juli 2010

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Blog-Treffen in Bückeburg und OWL mit einem Konzert in Löhne-Mennighüffen Ev. Gemeindehaus „Siemshof“


Liebe Blog-Mitglieder!

Johann Christoph Friedrich Bach

Das nächste Treffen ist für den Samstag, 11. Juni 2011 nach Bückeburg und OWL vereinbart. Dort begeben wir uns auf die Spuren des „Bückeburger Bach“ Johann Christoph Friedrich Bach (1732-1795) der dort 45 Jahre als
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„Hochgräflich Schaumburg-Lippischer Cammer-Musicus“ am Hof  in Bückeburg
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in Diensten stand.
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Nach einer umfangreichen Besichtigungs-Tour in Bückeburg setzen wir die Fahrt am Nachmittag nach Heford zum Museum „MARTa“ fort.
Als krönender Abschluss des Tages erfolgt im Ev. Gemeindehaus Siemshof, Mennighüffen-Ostscheid, um 18 Uhr ein Konzert mit Auszügen aus Schuberts-Winterreise und von J.S. Bach die Eingangs-Arie für Alt aus der Kantate BWV 170 „Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“  mit Flügel-Begleitung.
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Konzert am 11. Juni um 18.00 Uhr im Ev. Gemeindehaus Siemshof in Löhne-Mennighüffen

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Ev. Gemeindehaus Siemshof Löhne-Mennighüffen

Ein Treffen / eine Begegnung besonderer Art erwartet uns am 11. Juni 2011. Das J.S. Bach-Forum „Volkers Klassikseiten J. S. Bach“ http://meinhardo.wordpress.com/ war zunächst ausschließlich ein Internetforum zum Meinungsaustauschüber die Musik von Johann Sebastian Bach. Das Interesse konzentrierte sich dabei auf Aufführungen unter der Leitung von Sir John Eliot Gardiner mit seinem Monteverdi Choir und The English Baroque Soloists. Inzwischen sind die Mitglieder aus ihrer Anonymität herausgetreten. Sie treffen sich zu Konzerten während der Bachfeste in Leipzig, Köthen und Arnstadt, sowie zu Konzerten andernorts in ganz Deutschland.

Einmal im Jahr trifft man sich an einem ausgewählten Ort aus einem besonderen Interesse und Anlass. In diesem Jahr wird der Bückeburger-Bach besucht. Dazu führen die Wege aus Leipzig, Dresden, Münster, Hannover, der Schweiz, Holland, Herford, Spenge, Velbert und Löhne zunächst nach Bückeburg und dann nach Löhne-Mennighüffen bzw. Siemshof. Dort soll der Abschluss dann abends um 18.00 Uhr  im Ev. Gemeindehaus sein mit einem kleinen Konzert. Claudia von Felbert wird für uns singen und Sie sind alle ganz herzlich eingeladen, u.a. Teile aus Schuberts Winterreise im Sommer zu erleben. Aber der große Meister fehlt natürlich auch nicht: der Eingangssatz aus J. S. Bach, BWV 170 „Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“ wird ein wunderschöner Ausklang sein.

Besuch des Museum's "MARTa" in Herford

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Programm:

Auszüge aus Schubert’s Winterreise Arie für Alt:

Eingangs-Satz aus der Kantate BWV 170

„Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“

Ausführende:

Claudia von Felbert, MezzoSopran

Dmitri Grigoriev, Flügel-Begleitung

Eintritt: frei am Ausgang wird um eine Spende für das Konzert gebeten.

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Folgende Auszüge aus der Winterreise von Franz Schubert  werden vortragen:
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Programm:
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Franz Schubert „Die Winterreise op. 89“
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1.   „Gute Nacht“ (Fremd bin ich eingezogen) D 911,1 / Tonart: d-Moll

5.   „Der Lindenbaum“ (Am Brunnen vor dem Thore) / Tonart: D 911,5  E-Dur

7.   „Auf dem Flusse“ (Der du so lustig rauschtest) D 911,7 / Tonart: e-Moll

11. „Frühlingstraum“ (Ich träumte von bunten Blumen) D 911,11 / Tonart: A-Dur

15. „Die Krähe“ (Eine Krähe war mit mir) D 911,15 / Tonart: c-Moll

20. „Der Wegweiser“ (Was vermeid’ ich denn die Wege) D 911,20 / Tonart: g-Moll

21. „Das Wirtshaus“ (Auf einen Todtenacker) D 911,21 / Tonart: F-Dur

22. „Muth!“ (Fliegt der Schnee mir in’s Gesicht) D 911,22 / Tonart: g-Moll

24. „Der Leiermann“ (Drüben hinterm Dorfe) D 911,24 / Tonart: a-Moll

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Anmerkung zum Inhalt von Schubert’s Winterreise:

Winterreise ist ein Liederzyklus bestehend aus 24 Liedern für Singstimme und Klavier, den Franz Schubert im Herbst 1827, ein Jahr vor seinem Tod, vollendete. Der vollständige Titel des Liederzyklus lautet: Winterreise. Ein Cyclus von Liedern von Wilhelm Müller. Für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte komponiert von Franz Schubert. Op. 89.
.Der Zyklus wurde von nahezu allen bedeutenden Liedsängern (Bass, Bariton, Tenor), aber auch von Sängerinnen (Mezzosopran, Alt, Sopran) interpretiert. Das Werk gilt neben dem Zyklus „Die schöne Müllerin“ als Höhepunkt der Gattung Liederzyklus und des Kunstliedes. Es gilt sowohl technisch als auch interpretatorisch als große Herausforderung für Sänger und Pianisten. 
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Innerhalb des Zyklus lässt sich kein durchgehender Handlungsstrang erkennen. Es handelt sich eher um einzelne Eindrücke eines jungen Wanderers. Auf den 24 Stationen seines passionsgleichen Weges ist er zunächst starken Stimmungsgegensätzen von überschwänglicher Freude bis hin zu hoffnungsloser Verzweiflung ausgesetzt – von Schubert durch den häufigen Wechsel des  Tongeschlechts verdeutlicht –, bevor sich allmählich eine einheitliche, jedoch vielfältig schattierte, düstere Stimmung durchsetzt.
Im Ausklang des Zyklus trifft der Wanderer auf den Leiermann, der frierend seine Leier dreht, aber von niemandem gehört wird. Die Melodie erstarrt hier zur banalen Formel, das musikalische Leben hat sich verflüchtigt und das Gefühl scheint aus einem verloschenen Herzen entwichen zu sein – und doch gelingt Schubert in dieser Szenerie unendlicher Hoffnungslosigkeit hier eines seiner anrührendsten und gleichzeitig schlichtesten Lieder.
Mit der Frage „Willst zu meinen Liedern deine Leier dreh’n?“ endet die „Winterreise“. Manche sehen in diesem Lied die Kunst als letzte Zuflucht dargestellt, andererseits wird der Leiermann, dem der Wanderer sich anschließen will, auch als Tod gedeutet.
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Kurz-Biographien von den Mitwirkenden:

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Dmitri Grigoriev - Piano - Bild: Traum

Dmitri Grigoriev (Piano) studierte in St. Petersburg und schloss dort mit dem Orgelkonzert-Examen ab. Seit 2004 studierte er in Herford an der Hochschule für Kirchenmusik. Sein C-Studium wurde in Deutschland anerkannt und so konnte er das B- und schließlich das A-Studium beginnen. In 2010 beendete Dimitri Grigoriev sein A-Studium mit Erfolg. Er ist voraussichtlich bis Ende 2011 als Kirchen-Kantor – in Vertretung – in der Ev. Kirchen-Gemeinde Bielefeld-Sennestadt tätig.

Claudia von Felbert - Mezzosopran

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Claudia von Felbert – Mezzosopran

Wohnhaft in Velbert – hat seit 1992 als Chorsängerin im Vokalensemble Hamm-Herringen und in Ehingen/Donau unter der Leitung von Christoph Mehner mitgewirkt.

Seit 2005 erhält sie Gesangsunterricht bei Christina Michel in Essen und hat seit 2000 regelmäßige Soloauftritte bei verschiedenen Veranstaltungen.

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Ich wünsche allen Blog-Teilnehmern ein wunderbares Treffen und den Besuchern des Konzertes im Ev. Gemeindehaus Siemshof eine schöne Konzert-Stunde.

Herzliche Grüße

Volker

Radiotipps KW 23


Die Festivalsaison kommt so langsam in Schwung. Ich bin gespannt, was uns die Radiosender dieses Jahr alles so an Highlights ins Haus bringen.
Eine schöne Woche
Barbara

7.6.

DRS II
16-17
Große Interpretationen
Mehr als 60 Jahre lang mit Bach unterwegs: Die Pianistin Rosalyn Tureck

rbb kulturradio
20-21
Bach hören
Wohltemperiertes Klavier, Teil 1
Das Paar Präludium und Fuge h-Moll ist ein Höhepunkt der Sammlung.

8.6.

Ö1
15-16
Abenteuer Interpretationen
Das Bündel. Ein Bass mit vielfältigen Aufgaben
Mitte des 17. Jahrhunderts begannen findige Holzblasinstrumentenbauer, ein Instrument der Familie aus einem „Bündel“ an getrennten Teilen herzustellen. Das gilt in der Musikgeschichte als die Geburtsstunde des Fagotts, das sich von nun an vor allem aus zwei Gründen gegen andere tiefe Rohrblattinstrumente durchsetzen konnte: Zum einen stieg die Qualität der Instrumente, da die Einzelteile genauer gedrechselt und gebohrt werden konnten als der ganze Block, zum anderen gewann das Fagott auch bei fahrenden Musikern an Beliebtheit, weil es handlicher zu transportieren war als der Kontrabass oder die Viola da gamba.

SWR2
20-22
Schwetzinger SWR Festspiele 2011 LIVE Meilensteine der Sakralmusik

Amsterdam Baroque Orchestra and Choir
Siri Karoline Thornhill, Miriam Meyer (Sopran)
Patrick van Goethem (Altus)
Jörg Dürmüller (Tenor)
Klaus Mertens (Bass)
Leitung: Ton Koopman
Dietrich Buxtehude: „Membra Jesu Nostri“,
Passionskantaten-Zyklus in 7 Teilen für 5 Stimmen, Streicher und Basso continuo BuxWV 75
Johann Sebastian Bach: „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“ (Actus tragicus), Kantate für 5 Soli,
Chor, 2 Blockflöten, 2 Viole da gamba und Basso continuo BWV 106

10.6.

MDR Figaro
20-22
Bachfest 2011
Johann Sebastian Bach: Orgelkonzert a-Moll, BWV 593
Antonio Vivaldi: Gloria D-Dur, RV 589
Johann Sebastian Bach: „Was Gott tut, das ist wohlgetan“, BWV 100
Antonio Vivaldi: Magnificat g-Moll, RV 610
Johann Sebastian Bach: „Gelobet sei der Herr, mein Gott“, BWV 129
Ulrich Böhme, Orgel; Solisten des Thomanerchores, Daniel Johannsen, Tenor; Gotthold Schwarz, Bass
Thomanerchor Leipzig, kammerorchesterbasel
Leitung: Georg Christoph Biller
Zeitversetzte Übertragung des Eröffnungskonzerts aus der Thomaskirche Leipzig

12.6.

MDR Figaro
19:30-22:15
Händelfestspiele Halle
Figaro im Konzert
Georg Friedrich Händel: Occasional Oratorio HWV 62
Julia Doyle, Sopran; Andrew Tortise, Tenor; Derrick Ballard, Bassbariton
MDR Rundfunkchor, English Baroque Soloists, Leitung: Howard Arman
Aufzeichnung vom 7.6.2011, Marktkirche, Halle

 

 

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Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den Sonntag: „Exaudi“


J.S. Bach (1685-1750)

Liebe Bach-Freunde !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 05.06.2011 begehen wir den Sonntag: „Exaudi“

Der Name dieses Sonntags leitet sich ab von dem Beginn der lateinischen Antiphon: Exaudi, Domine, vocem meam, qua clamavi ad te; miserere mei, et exaudi me! (Ps 27,7;). Der Sonntag ist schon deutlich auf Pfingsten bezogen dadurch, dass er die wartende Haltung der Gemeinde und damit ihre Abhängigkeit vom Heilswirken Gottes herausstreicht, und von daher eigentlich nicht mehr Bestandteil des Osterfestkreises, der mit Christi Himmelfahrt abschloss. 

Der Sonntag Exaudi spiegelt die Spannung wider, in der die Jünger sich befanden, nachdem ihr Herr gen Himmel aufgefahren war. Sie wissen um die Verheißung des Geistes, haben ihn aber noch nicht erfahren. Sie leben in einer kaum erträglichen Spannung, denn das Vergangene hat nun keine Bedeutung mehr, und das Zukünftige hat keine Kraft. Die Gegenwart, in der sie machtlos sind, wird übermächtig und scheint sie zu fesseln. In diese Spannung hinein erklingt als Erinnerungsruf die Rede Jesu, in der er den Tröster, seinen Geist, verheißt. Am Sonntag Exaudi hören wir die Verheißungen des Geistes und beten, dass dieser Geist unter uns sei und wirke. Wohl wissen wir von Pfingsten her, dass der Geist Gottes schon ausgegossen ist auf alles Fleisch, aber oft erkennen wir unsere eigene Trägheit, die dem Wirken des Geistes keinen Platz gewährt. Aufgrund der Verheißungen aber glauben wir, dass der Geist uns erfüllt und unsere Trägheit von uns nimmt.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den Sonntag: „Exaudi“

BWV    44  –  „Sie werden euch in den Bann tun“

BWV 183  –  „Sie werden euch in den Bann tun“

Anmerkung zur Textgleichheit der zwei Kantaten:

Bachs Kantaten BWV 44 und 183 werden desselben Anfangs wegen oft als 1. Komposition bzw. 2. Komposition bezeichnet; doch haben beide außer dem Sonntag ihrer Bestimmung nur den Text des einleitenden Bibelworts gemein; weitere textliche oder musikalische Beziehungen bestehen nicht. Das BWV 44 ist in Bachs erstem Leipziger Amtsjahr zum 21. Mai 1724 entstanden.

Das BWV 183 komponierte J.S. Bach zum 13. Mai 1725 in Leipzig.

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Im Radio Live: 

„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 29.05.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-Link: http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html Allgemein http://www.wdr.de/radio/wdr3/ Programm http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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Programm-Auszug vom WDR3
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Johann Christian Bach
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Konzert B-dur für Orgel, 2 Violinen und Bass;
Ensemble In Ore Mel, Leitung: Olivier Vernet
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Johann Sebastian Bach
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„Sie werden euch in den Bann tun“  BWV 44 Kantate zum Sonntag Exaudi
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für Soli, Chor, 2 Oboen, Streicher und Basso continuo; Yukari Nonoshita, Sopran; Mutsumi Hatano, Alt;
Gerd Türk, Tenor; Peter Kooij, Bass; Bach Collegium Japan,
Leitung: Masaaki Suzuki

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/ YouTube: BWV 44 –

Sie werden euch in den Bann tun“ (Aufführungs-Ort: Sherborne Abbey)

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Kantaten-Beschreibung zum BWV 44 und BWV 183

von „Sir John Eliot Gardiner“ ist als PDF-Download nachstehend hinterlegt!

Kantaten für den Sonntag  „Exaudi“ (Aufführungs-Ort: Sherborne Abbey)

BWV 44

Die zwei Leipziger Kantaten, die Bach für Exaudi schrieb, haben den Titel „Sie werden euch in den Bann tun“ gemeinsam, Jesu Warnung an seine Jünger aus dem Johannes-Evangelium (16, 2). Beide schildern auf ihre eigene, voneinander unabhängige Weise eine irdische Reise, die mit der Prophezeiung drohender Verfolgung beginnt und für alle die Notwendigkeit beinhaltet, sich dem Heiligen Geist anzuvertrauen. Doch hier hört schon die Ähnlichkeit auf. Bach hatte BWV 44 1724 als Teil seines ersten Leipziger Kantantenjahrgangs komponiert.

Das Werk beginnt mit einem Präludium in g-moll, einer Triosonate für zwei Oboen und Fagott als Continuoinstrument, die als eindringliche Klage angelegt ist und sich zu einem Quintett auffächert, das den Einsatz der Vox Domini enthält. Denn hier, ungewöhnlich für 13Bach und eher typisch für Schütz, ist die Stimme Christi für zwei Stimmen (Tenor und Bass) und nicht nur eine bestimmt. In einer Weise, die eher typisch für Telemann ist, leitet sie in einen detonierenden Turba-Chor über: ‚Es kömmt aber die Zeit, dass, wer euch tötet, wird meinen, er tue Gott einen Dienst daran’. Er ist von überwältigender Wucht, unvermittelt leiser werdend bei ‚wer euch tötet’, und mit seinen gerade einmal fünfunddreißig Takten ein gewaltiger Edelstein, eine schockierende Verfolgungsszene, wie sie die Welt seit der Zeit der frühen Christen immer wieder erlebt hat. Mit seiner Figura corta und der Chromatisierung durch Melismen bei dem Wort ‚tötet’ hat dieser Chor eine große Ähnlichkeit mit den ‚Kreuzige’-Chören der Johannes- Passion, die gerade einmal sechs Wochen zuvor uraufgeführt worden war.

Dürr bemerkt, diese Kantate beinhalte in ihrer Disposition und der Art und Weise, wie auf das Leiden der Christen in dieser Welt Nachdruck gelegt wird, Parallelen zu drei anderen nachösterlichen Kantaten des folgenden Jahrgangs (BWV 6, 42 und 85). Daraus ließe sich der Schluss ziehen, dass Bach möglicherweise geplant hatte, diese drei Kantaten gemeinsam mit BWV 44 in seinen ersten Kantatenjahrgang aufzunehmen, sie aber bis zum nächsten Jahr zurückstellen musste, weil er sich mit der Komposition und Vorbereitung der Johannes-Passion im März 1724 übernommen hatte. Weil ihm nicht sehr viel Zeit und Energie für eine neue Komposition für seinen ersten Leipziger Zyklus blieben, griff er auf frühere Kantaten zurück (BWV 131, 12, 172 und 194) und verwertete Material aus weltlichen Werken seiner Köthener Zeit (BWV 66, 134, 104, 173 und 184). Bach lässt auf diesen Eingangschor eine getragene, elegische Arie in c-moll für Alt mit Oboe folgen, ‚Christen müssen auf der Erden Christi wahre Jünger sein’, in der selbst die unvermeidlichen Heimsuchungen ‚Marter, Bann und schwere Pein’ im B-Teil so präsentiert werden, als wären sie von kurzer Dauer und würden bald ‚selig überwunden’.

Danach kehren wir zu einem Choral zurück, dem wir bereits zweimal Anfang Januar begegnet waren, ‚Ach Gott, wie manches Herzeleid’, und der den ‚trübsalvollen, schmalen Weg zum Himmel’ beschreibt. Diesmal wird er vom Tenor vorgetragen, über einer Basslinie, die in der Manier, wie sie sich matt und in Halbtonschritten voranschleppt, möglicherweise nach dem Muster der Orgelchoräle Georg Böhms, Bachs Lehrer in Lüneburg, gearbeitet ist, und doch bewegt sie sich immer noch doppelt so schnell voran wie die vokale Melodie, die sie ankündigt (Nr. 4). Dreh- und Angelpunkt der ganzen Kantate wird das kernige Rezitativ für den Bass (Nr. 5), das die Heimtücke des Antichristen schildert. Es verwendet das in der Barockzeit gängige Bild, das die Christen mit Palmenzweigen vergleicht, ‚die durch die Last nur desto höher steigen’, und leitet über zu einer kunstreich gestalteten Arie für Sopran mit zwei Oboen und Streichern, ‚Es ist und bleibt der Christen Trost’.

Hier verschmilzt Bach Tanz- und Liedelemente miteinander, um mittels einer arkadischen Metapher darzulegen, wie ‚doch nach den Trübsalstürmen die Freudensonne bald gelacht’. Die mit triolisierten Melismen verzierte Gesangslinie weist auf das Gelächter hin, mit dem die Sängerin die ohnmächtige Wut der Elemente quittiert (das Signal, das dräuende Sturmwolken aufziehen lässt, Symbol für die Heimsuchung). Um diese Reise durch die irdische Drangsal zu vollenden, greift Bach im Abschlusschoral noch einmal auf Heinrich Isaacs wunderbare ‚Innsbruck’-Melodie zurück und erinnert daran, dass sie unlängst in der Johannes-Passion zu hören war, wo sie die schmerzerfüllte Reaktion der Christengemeinde auf den ‚Backenstreich’ zum Ausdruck brachte, den Jesus bei seiner Gerichtsverhandlung vor dem Hohen Rat erhielt.

© John Eliot Gardiner 2007. Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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/ YouTube: BWV 183 –  Sie werden euch in den Bann tun“

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  Sir Gardiners weitere Kantaten-Beschreibungen:   h i e r  zum Download als PDF

  Künstler-Beitrag: David Watkin – Violincelli – als PDF 

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Link: Bach-Kantaten:

 
 Cover: SDG 144 Vol. 25

BWV 44 “Sie werden euch in den Bann tun

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 144 – Vol.  25 – CD  2

BWV 183 “Sie werden euch in den Bann tun

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 144 –  Vol. 25 – CD 2

BWV 150 „Nach dir Herr, verlanget mich“

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 144 –  Vol. 25 – CD 2

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Ich wünsche allen Besuchern einen sonnigen und musikalischen Sonntag „Exaudi.“

Herzliche Grüße

Volker

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Biografie Magdalena Kožená – Mezzosopran


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Magdalena Kožená, Mezzosopran

Magdalena Kožená, Mezzosopran

Die tschechische Mezzosopranistin Magdalena Kožená wurde 1973 in Brno (Brünn) / Tschechoslowakei geboren. Sie studierte von 1987 bis 1991 zunächst am Konservatorium ihrer Heimatstadt bei Neva Megová und Jirí Pesa und setzte ihre Ausbildung daraufhin bis 1995 in Pressburg bei Eva Blahova fort. Sie gewann verschiedene Preise in der Tschechischen Republik und Österreich wie dem 6. Internationaler Mozartwettbewerb in Salzburg 1995. Im selben Jahr wurde sie bereits zu einer ersten Tournee durch Japan und die USA eingeladen. Es folgten Engagements am Brünner Operhaus (Dorabella, “Cosi fan tutte”, Mozart; Isabella, “L’Italiana In Algeri”, Rossini) und beim Festival Prager Frühling. In der Saison 1996/97 gehörte Kožená zum Ensemble der Wiener Volksoper und sang dort unter anderem den Annius (”La Clemenza di Tito”, Mozart).

Ihre CD-Veröffentlichung mit Bach-Arien bekam 1997 den tschechischen Harmonie Award als “CD des Jahres” verliehen.

In 1998 begann sich Koženás internationale Karriere zu entwickeln. Sie sang zunächst die Hermia (”A Midsummer Night’s Dream”, Britten) an der Wiener Volksoper, dann den Paris (”Paride ed Elena”, Gluck) beim Drottningholm Festival und die Idamante (”Idomeneo”, Mozart) an der Flanders Opera unter der Leitung von Marc Minkowski.

Die Saison 1999/2000 war sehr arbeitsintensiv. Zu den herausragenden Produktionen, an denen Kožená teilhatte, zählten beispielsweise Glucks “Orphée et Eurydice”, das am Théâtre du Châtelet in Paris von Robert Wilson inszeniert wurde. Die musikalische Leitung hatte John Eliot Gardiner. Kožená sang hier die Titelrolle des Orphée. Dazu gesellten sich der Nero in “L’incoronazione di Poppea” von Monteverdi, eine Aufführung, die sowohl in Wien als auch in Aix-en-Provence Festivals unter der Leitung von Marc Minkowski zu sehen war. Außerdem war Kožená zunehmend auch im Studio und vor Live-Mikrofonen aktiv.

Beim Edinburgh Festival sang Kožená den Sesto (”La clemenza di Tito”, Mozart), an der Leipziger Oper die Mélisande aus Debussys “Pelléas et Mélisande”, außerdem den Cherubino aus Mozarts “Le nozze di Figaro” Mozart) in Aix-en-Provence und beim Baden-Baden Festivals unter der Leitung von Marc Minkowski. Außerdem wurde ihr ihm Jahr 2000 ein Klassik Echo überreicht als “Best New Artist” auf dem internationalen Konzert- und Opernparkett.

Kožená sang in einer Reihe von Aufführungen von Bach-Kantaten während der Bach Cantata Pilgrimage mit den English Baroque Soloists unter Sir John Eliot Gardiners Leitung und von “Italian Cantatas” von Händel, diesmal wieder im bewährten Team mit Les Musiciens du Louvre und Marc Minkowski. Im Folgejahr war sie mit dem Sesto (”Giulio Cesare”, Händel) an der Netherlands Opera zu Gast, trat als Solistin in Bachs “Matthäuspassion” von Paul McCreesh und den Gabrieli Players in London, Lissabon, München und Aldeburgh in Erscheinung. Das Salzburg Festival erlebte Koženás Debüt als Zerlina (”Don Giovanni”, Mozart), von Nikolaus Harnoncourt dirigiert. Außerdem führte sie eine ausgedehnte Europa-Tournee an der Seite des Pianisten Malcolm Martineau unter anderem nach London, Paris, Antwerpen, Prag, und zur Schubertiade Schwarzenberg.

Kožená war Stargast beim Les Musiciens du Louvre 20th Anniversary Concert in Châtelet in Paris. Sie sang Liederabende mit Malcolm Martineau in der Wigmore Hall und in Japan, trat als Idamante in Peter Sellars’ Produktion des “Idomeneo” in Glyndebourne auf und war außerdem bei vielen Sommerfestivals wie etwa “Mostly Mozart” in London oder auch in Verbier, Utrecht und bei der Schubertiade Schwarzenberg zu erleben.

Von 2003 an gehörte sie außerdem zu den gern gesehenen Gästen an der Met und sang beim Salzburger Osterfestival, in Berlin in der Philharmonie und in der Carnegie Hall. Mit dem Recital-Abum “Songs” (2004) stellte sie gemeinsam mit Malcolm Martineau einen Liederzyklus in fünf Sprachen mit Werken von Britten, Ravel, Respighi, Schulhoff und Shostakovich zusammen, der einmal mehr ihre Vielseitigkeit und stimmlichen Brillanz dokumentierte.

http://www.kozena.cz/

http://www.bach-cantatas.com/Bio/Kozena-Magdalena.htm

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Pressestimmen:

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 […] Magdalena Kozená bringt ihre unerhörte Musikalität auch in diesem Bereich vokalen Musizierens zur Geltung: Sie fokussiert den Klang angemessen, kontrolliert ihre stimmlichen Möglichkeiten dynamisch genau, durchaus mit einigem – mit Blick auf das im Frühbarock Übliche zweifellos allzu ausdauerndem – Vibrato versehen. Vielen Puristen Alter Musik wird die Stimme zu füllig scheinen – in der Tat ist es ja stilistisch und ästhetisch ein weiter Weg von Caccini zu Richard Strauss und zurück. Doch liegt hierin noch gar kein substanzielles Problem: Kozená zeigt sich mit der notwendigen technischen Souveränität ausgestattet, singt erstaunlich beweglich, die vermeintliche Mezzo-Schwere hat nichts Lastendes. […]
Klassik.com, Januar 2011

 […] Die Kozena ist da am überzeugendsten, wo sie schlicht sein darf, wo sie Nuancen ausgestaltet, da wo sie Zeit hat, mit Farbgebung und Phrasierungen gestalten zu können. Dies sind die Momente, wo der Klang ihres Mezzosoprans zu strömen beginnt. […]
Klassik.com, April 2008

 […] Die Kozena findet hier mit ihrem dunkelleuchtenden Mezzosopran zu einer ausdrucksstarken Klangschönheit von großer Ausstrahlung. Und spätestens wenn man sie ‚Le belle immagini’ oder ‚O del mio dolce ardor’ singen hört, muss man sich wundern, warum dieses Werk nicht populärer geblieben ist; das sind meisterliche Arien, die zu den ganz großen der Musikgeschichte zählen. […]
Klassik,com, März 2006

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Biografie Benno Schachtner – Altus


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Benno Schachtner, Fotorechte V. Hege

Benno Schachtner, Fotorechte V. Heg

Benno Schachtner wurde am 1.12.1984 in Illertissen (Bayern) geboren. Als Knabensopran und Solist bei den „Ulmer Spatzen“ unternahm er zahlreiche Reisen ins In- und Ausland (u.a. Luxemburg, Holland, Japan).Er war mehrmaliger Preisträger im Fach Klavier, Duo- und Sologesang bei „Jugend musiziert“ auf Landes- und Bundesebene (Landessieger in Baden-Württemberg). Benno Schachtner erhielt Orgelunterricht bei Chordirektor Christian Weiherer in Memmingen.Nach dem Stimmbruch nahm er Gesangsunterricht bei Hans de Gilde an der Musikschule Ulm. 2004 begann er sein Studium an der HfM Detmold im Studiengang Kirchenmusik in der Orgelklasse von Prof. G. Weinberger, welches er im Februar 2009 mit der Diplomprüfung beendete. 2007 wurde Benno Schachtner Assistent von Prof. Weinberger und ist seitdem als Chormanager für die Barockakademie der Hochschule für Musik in Detmold tätig. Es folgten zahlreiche regionale und überregionale Auftritte u.a. mit der Barockakademie der HfM Detmold unter der Leitung von Prof. Weinberger und mit dem Orchester „l´arte del mondo“ unter der Leitung von Werner Erhardt. So sang er im Mai 2011 in Bachs h-Moll-Messe beim Abschiedskonzert für Prof. Weinberger in Detmold.

Von 2008 bis 2010 studierte Benno Schachtner Gesang in der Klasse von Prof. Heiner Eckels ebenfalls in Detmold, im September 2010 wechselte er an die Schola Cantorum Basiliensis in die Gesangsklasse von Prof. Ulrich Messthaler. Seit Dezember 2008 ist er zudem Mitglied im Stuttgarter Kammerchor unter Frieder Bernius.

Im Oktober 2009 war er in der Titelrolle von Händels Oper Arminio im Detmolder Konzerthaus zu hören. In der Spielzeit 2009/2010 gestaltete Benno Schachtner am Landestheater Detmold die Titelpartie in Händels Orlando. Aufgrund seiner Leistungen wurde er 2010 von Kritikern zum besten Nachwuchssänger in Nordrhein-Westfalen ernannt.

Als „Prinz Medoro“ in der Oper Triumph der Liebe sowie in Henry Purcells King Arthur ist Benno Schachtner in der Saison 2010/11 erstmals zu Gast am Theater Erfurt. Darüber hinaus übernimmt er im Sommer 2011 bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik die Partie des „Endimione“ in Cavallis La Calisto.

2012 ist Benno Schachtner in der Staatsoper im Schillertheater in Berlin mit René Jacobs in Cavalieris „Rappresentatione di Anima, et di Corpo“ aufgetreten.

Benno Schachtner hat sich als Countertenor in der internationalen Musikszene etabliert. Ein Blick in den Terminkaldener des Sängers zeigt, dass er bei Dirigenten, Ensemble und Festivals ein angesehener Sänger ist. Es ist vor allem seine Spontaneität, seine Freude an dem, was im Moment entsteht und nicht planbar ist, womit der Countertenor begeistert. Musikalische Intelligenz, emotionale Tiefe und ein wohlfühlend männliches Timbre zeichnen den Musiker aus.

Dass er eine brillante Technik und ein wertvolles Gespür für interpretatorische Feinheiten besitzt, ist eine Selbstverständlichkeit. Dass er seine Inspiration auf dem Bauernhof findet oder aus dem täglichen Leben schöpft, macht ihn zu einer wohltuenden Ausnahmeerscheinung – mit Natürlichkeit, symphatischer Ausstrahlung und anmutiger Bescheidenheit.

Benno Schachtner ist der erste Countertenor in der Geschichte des Bach-Wettbewerbs in Leipzig, der 2012 zum Bachpreisträger gekürt wird und zusätzlich mit dem Orchesterpreis eine weitere Auszeichnung erhält.

Der Countertenor Benno Schachtner wurde im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung mit dem Bayerischen Kunstförderpreis 2016 in der Sparte „Musik und Tanz“ ausgezeichnet. Die Jury würdigt mit dem Preis die herausragenden Leistungen des Künstlers.

Seit 2016 unterrichtet Benno Schachtner an der staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim das Fach Historische Aufführungspraxis.

Highlights der Saison 2017/18 sind Vorstellungen an der Oper Bonn in der Titelrolle der Oper Akhnaten von Philip Glas, an der Oper Leipzig und mit Purcells King Arthur unter René Jacobs an der Staatsoper Berlin. Auf dem Bach Festival in Montreal ist er mit dem Ensemble 1704 unter der Leitung von Václav Luks in Bachs h-Moll Messe sowie mit Händels Messiah Europaweit zu hören.

Künstlerpersönlichkeiten laden ihn kontinuierlich zu gemeinsamen Konzerten ein –

Hans-Christoph Rademann, René Jacobs, Konrad Junghänel, Paul Agnew, Howard Arman, Václav Luks, Christoph Spering, Andreas Spering.

Orchester schätzen seine Lebendigkeit –

Akademie für Alte Musik Berlin, B´Rock, Freiburger Barockorchester, Tafelmusik Baroque Orchestra, Helsinki Baroque Orchestra, Seattle Symphony Orchestra, Ensemble 1704.

Konzertauftritte führen ihn in die Musikzentren Europas und der USA –
Berliner Philharmonie, Staatsoper Berlin, Kölner Philharmonie, Laeiszhalle Hamburg, Philharmonie de Paris, Seattle Symphony, Palau de la Musica Barcelona, Müpa Budapest, Concertgebouw Amsterdam, Helsinki Musik Center.

Bei den großen Festivals ist er regelmäßig zu Gast –

Innsbrucker Festwochen der Alten Musik, Händelfestspiele Halle, Klarafestival Brüssel, Festival de Beaune, St. Olav Festival Trondheim, Bachfest Seoul, Prager Frühling, Europäische Festwochen.

Sein neuestes Solo-Album Clear or cloudy mit Songs von Dowland, Purcell & Co erscheint im Herbst 2017 auf dem internationalen Markt – eine Aufnahme mit Erlebnis-Charakter. Weitere CD-Produktionen (harmonia mundi france, Sony Classical, Accent) mit René Jacobs, Stefan Temmingh, Christoph Spering oder der Akademie für Alte Musik Berlin, erweitern die künstlerischen Tätigkeiten des Sängers.

https://www.benno-schachtner.com/vita/

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Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den Feiertag: „Himmelfahrt“


J.S. Bach Kantaten zu "Himmelfahrt"

Liebe Bach-Freunde !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Feiertag und Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 02.06.2011 begehen wir den Feiertag: „Himmelfahrt“

Das Fest Christi Himmelfahrt ist als selbständiges Fest erst im 4. Jahrhundert bezeugt, wurde aber schnell zu einem Fest von großem Ansehen, an dem Prozessionen begangen wurden und die Himmelfahrt durch Hochziehen einer Christusfigur veranschaulicht wurde. Später trat noch eine Vigil hinzu und endlich auch eine Oktav.

Die protestantische Kirche übernahm dieses Fest und behielt teilweise die bildliche Darstellung der Himmelfahrt bei. Erst in der Aufklärung wurde das Fest regelrecht gefährdet, aber es kam höchstens zu Verlegungen auf den Sonntag Exaudi, nicht aber zur Abschaffung des Festtages.
Das Wort Jesu: „Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott“ (Joh 20, 17) ist nun verwirklicht. Er, der Auferstandene, erfüllt mit seiner Herrschaft Himmel und Erde, er umspannt alles Sichtbare und Unsichtbare.

Christi Himmelfahrt ist das Fest der Thronbesteigung Christi. Er tritt seine Herrschaft an zur rechten Hand Gottes, ist einerseits mitten in seiner Kirche, der er sich in Brot und Wein gibt, und andererseits kann er nicht mit der Größe des Weltalls erfaßt werden.
Der Tag wird aber erst vollständig mit der Verheißung in Apg 1, 11: „Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.“ – Wir sehen nicht hinter dem fortgehenden Jesus her, sondern können und sollen dem kommenden Jesus entgegensehen!

Im Gottesdienst wird die Osterkerze, die Zeichen für die Gegenwart des Auferstandenen unter den Menschen ist, nach der Verlesung der Himmelfahrtsgeschichte gelöscht. Die Jünger verharren ängstlich und unwissend über das Kommende in ihren Behausungen. Sie warten auf den ihnen verheißenen Geist; diese Erwartung wird auch in den Gebeten dieses Tages und des kommenden Sonntags Exaudi ausgesprochen. Noch 10 Tage dauert es, bis diese Erwartung erfüllt wird. Der Feiertag Christi Himmelfahrt ist die Thronbesteigung Jesu und damit ein äußerst großartiges Fest.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den Feiertag / Sonntag: „Himmelfahrt“

BWV 11 – „Lobet Gott in seinen Reichen“ (Himmelfahrts-Oratorium)
BWV 37 – „
Wer da gläubet und getauft wird“ /  BWV 43 – „Gott fähret auf mit Jauchzen“
BWV 128 – „Auf Christi Himmelfahrt allein“

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Im Radio Live: „Bach-Kantate“

WDR3 – Geistliche Musik

Donnerstag, 02.06.2011

von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-Link: http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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Programm-Übersicht WDR3 für  09:05  – 10:00 Uhr

Johann Sebastian Bach

„Wer da gläubet und getauft wird“ BWV 37, Kantate zu Christi Himmelfahrt

für Soli, Chor, Oboe d´amore, Streicher und Basso continuo; Christoph Prégardien, Tenor; Klaus Mertens, Bass; Amsterdam Baroque Choir and Orchestra, Leitung: Ton Koopman.

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Giovanni Pierluigi da Palestrina

Credo, aus der „Missa Viri Galilaei“, aus „Missarum … Liber

Duodecimus“; La Chapelle Royale; Ensemble Organum, Leitung: Philippe

Herreweghe und Marcel Pérès

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Giovanni Gabrieli

Sonate Nr. 19 zu 15 Stimmen; Mitglieder der Gabrieli Players, Leitung:

Paul McCreesh

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Johann Rosenmüller

Ascendit Christus in altum, geistliches Konzert für Alt, Streicher und

Basso continuo; Robin Blaze, Countertenor; Parley of Instruments,

Leitung: Peter Holman

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Georg Philipp Telemann

Gott fähret auf mit Jauchzen, Kantate; Stefanie Wüst, Sopran; Angela

Froemer, Mezzosopran; Georg Poplutz, Tenor; Jens Hamann, Bariton; Bach

Chor Siegen; Hannoversche Hofkapelle, Leitung: Ulrich Stötzel

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/ YouTube: BWV 11 – „Lobet Gott in seinen Reichen“ (Himmelfahrts-Oratorium)

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Kantaten-Beschreibung von Sir Gardiner zu Himmelfahrt – entfällt  !! –

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/ YouTube: BWV 37 – „Wer da gläubet und getauft wird“

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/ YouTube: BWV 43 – „Gott fähret auf mit Jauchzen“

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/ YouTube: BWV 128 – „Auf Christ Himmelfahrt allein“

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen:    entfällt für Himmelfahrt ! –

  Künstler-Beitrag: – entfällt für Himmelfahrt ! –

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Link: Bach-Kantaten:

Cover DG-Archiv 463 583-2 (1993:99)

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Fantastische Einspielungen auf dieser CD von Sir J.E. Gardiner zu „Himmelfahrt“ sind zu bewundern!
CD’s – DG – Archiv 463 583-2 (von 1993/99)
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BWV 11 – BWV  37  –   BWV 43 – BWV 123

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Ich wünsche allen Besuchern einen schönen Himmelfahrtstag – ungekürzte Pracht-Kantaten zu Himmelfahrt sind in meinem Beitrag von YouTube zu genießen..!!

Grüße

Volker

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Biografie Katharine Fuge – Sopran


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Katharine Fuge, Sopran - © Marco Borggreve

© Marco Borggreve

Katharine Fuge wuchs auf der Kanalinsel Jersey auf und studierte in London Musik. Die angesehene und vielseitige Künstlerin tritt regelmäßig in bedeutenden Konzerthallen und Kathedralen sowie auf Festivals in ganz Europa sowie weltweit auf. Sie ist als Sängerin bekannt für ihre Werktreue und Empfindsamkeit mit einem besonderen Gefühl für Text und Sprache sowohl im Konzert als auch in Liederabenden.

Sie legt ihren Schwerpunkt auf die Aufführung der Musik von Johann Sebastian Bach. So trat sie in der h-moll-Messe mit den English Baroque Soloists bei den BBC Proms, in Kantaten mit dem Ricarar Consort und dem Amsterdam Baroque Orchestra sowie bei der vielbeachteten Bach Cantata Pilgrimage im Jahre 2000 unter John Eliot Gardiner, der Johannes-Passion mit Gabrieli Consort & Players ebenso wie mit Le Concert Lorrain, der Matthäus-Passion mit der Netherlands Bach Society, dem Weihnachtsoratorium mit dem Århus Symphony Orchestra sowie Jauchzet Gott in allen Landen mit der Akademie für Alte Musik Berlin auf.

Weitere Höhepunkte waren Ein Deutsches Requiem von Brahms mit dem Orchestre des Champs Elysées sowie mit dem Orchestre Révolutionnaire et Romantique unter der Leitung von John Eliot Gardiner, Grieg’s Peer Gynt mit dem Kammerorchester Basel, Händel’s Athalia bei den Göttinger Händel-Festspielen, L’Allegro, il Penseroso ed il Moderato mit dem Freiburger Barock Orchester und Belshazzar mit der Akademie für Alte Musik, Haydn’s Die Schöpfung bei den Tagen Alter Musik in Regensburg, die Monteverdi Vesper von 1610 mit dem Collegium Vocale Gent, Mozart’s Messe in c-moll mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra, Orff ’s Carmina Burana mit dem Bach Choir, Poulenc’s Gloria mit dem Liverpool Philharmonic Orchestra und Belinda in Dido and Aeneas von Purcell in Asien.

Sie arbeitete mit Dirigenten wie Frieder Bernius, Harry Christophers, Marcus Creed, John Eliot Gardiner, Philippe Herreweghe, David Hill, Ton Koopman, Paul McCreesh, Erik van Nevel, Roger Norrington, Philippe Pierlot, Hans-Christoph Rademann, Daniel Reuss and David Stern zusammen.

Kürzlich feierte Katharine Fuge ihr vielbeachtetes Debut bei dem Edinburgh International Festival in Haydn’s Schöpfung mit dem Scottish Chamber Orchestra unter Roger Norrington. Außerdem trat sie mit Mendelssohn’s Elias bei den Tagen Alter Musik in Regensburg mit der Akademie für Alte Musik Berlin auf. Sie wirkte bei der Welturaufführung des Requiems von Carl Rütti des Bach Choir mit.

Unter ihren CD-Veröffentlichungen befinden sich Kantatenaufnahmen von John Eliot Gardiner’s Bach Cantata Pilgrimage bei DG Archiv und SDG, ebenfalls Bach Kantaten mit Philippe Pierlot und dem Ricercar Consort für Mirare (GRAMOPHONE Editor’s Choice im September 2007), Händel’s Dixit Dominus und Vivaldi’s Gloria für Philips Classics sowie Händels Messiah mit Musica Florea Prague für Feldgen.

http://www.katharinefuge.com/

http://www.bach-cantatas.com/Bio/Fuge-Katharine.htm

http://www.jamesblackmanagement.com/artists/category/sopranos/katharine-fuge/biography

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Ein berührendes Abschieds-Konzert im Konzerthaus der HfM-Detmold am 28.5.2011 mit der h-Moll-Messe von Prof. Gerhard Weinberger


Liebe Bachfreunde!

Programmheft Abschiedskonzert 28. Mai 2011 Prof. Weinberger HfM Detmold

Ein großer Bach-Interpret als Organist und Dirigent: „Professor Gerhard Weinberger“ verabschiedete sich am Samstag, 28. Mai 2011, mit einem berührenden Vokal-Konzertabend im Konzerthaus der HfM Detmold mit der h-Moll-Messe, BWV 232, von Johann Sebastian Bach.

Als Vorab-Information war in der Zeitung: LT in Detmold folgendes veröffentlicht worden:

Ein 28 Jahre langer Spagat über 600 Kilometer geht zu  Ende. Mit Applaus? Bestimmt. Vor allem aber mit großer Musik. Gerhard  Weinberger dirigiert in seinem Abschiedskonzert Bachs h-Moll-Messe.

Seit 1983 ist Gerhard Weinberger Professor für Orgel und Leiter der Abteilung Kirchenmusik an der Detmolder Hochschule für Musik – jetzt geht er in den Ruhestand. Seit 28 Jahren pendelt er zwischen Detmold und München, wo er seinen Wohnsitz behalten hat. Eine anstrengende Übung, klar – andererseits hält so ein Spagat ja auch beweglich. „Ich habe das immer als künstlerisch und menschlich bereichernd empfunden“, sagt Weinberger. 

Johann Sebastian Bach ist eine zentrale Größe im Leben des Organisten. „Für mich sind Bachs Kompositionen das Non plus ultra“, da stimmt jede Note. Seine Musik hat Größe, Drive, Innigkeit, Virtuosität“, schwärmt Gerhard Weinberger. „Gerade die h-Moll-Messe ist so ein wahnsinniges Stück.“

Konzerthaus HfM Detmold

Bereits eine halbe Stunde vor Konzert-Beginn waren die Parkplätze vor dem Konzerthaus der HfM Detmold fast vollständig belegt und galt als ein Hinweis, dass sich an diesem Abend etwas Grossartiges ereignen wird. Überragend der Zuspruch an jungen Besucher-Gruppen sowie viele Honoratioren waren in den Gängen auszumachen, die bei diesem 1. Weinberger Verabschiedungs-Konzert unbedingt ihre Referenz erweisen wollten.

Barock-Orchester und Vokal-Chor HfM Detmold

Der Besucher-Zuspuch war überragend und das Konzerthaus war fast vollständig ausverkauft. Bemerkenswert was @Wolfgang und mir sofort auffiel, das jugendliche Studenten-Barock-Orchester und der junge studentische Vokal-Chor, wann gibt es das einmal zu bestaunen. Die Einstudierung für das Studenten-Barock-Orchester lag in den Händen von der Dozentin an der HfM Detmold: Ulrike-Anima Mathé und für den Studenten-Vokal-Chor bei „Benno Schachtner“ einem ehemaligen Schüler von Prof. Gerhard Weinberger und seit 2007 sein Assistent. Benno Schachtner fungierte in dem Konzert als Gesangs-Solist in den Alt-Partien als „Altus.“

Von links die Gesangs-Solisten: Klaus Mertens (Bass) Sebastian Kohlhepp (Tenor) Benno Schachtner (Altus) Catalina Bertucci (Sopran)

Das Barock-Orchester spielte teilweise mit historischen Instrumenten und fungierte sehr selbstsicher und in einer gekonnten Interpretation des Bach’schen Werkes und wusste in ihrer barocken Klangpracht sehr zu gefallen. Der junge 39-köpfige Vokal-Chor (Studenten/innen für Sologesang) bestach durch ein stimmlich profundes Singen und war ein erhebender Genuss, diese frische Gesangs-Kunst war eine Offenbarung und entpuppte sich für die h-Moll-Messe als eine ideale Besetzung. Hierzu prägnant  die akustischen Möglichkeiten im Konzerthaus der HfM Detmold – (*Wellenfeld-Synthese, Bildung von virtueller Klangräume) – war optimal und ein beeindruckendes Erlebnis, ein kleiner Nachhall am Ende eines Satzes war unverkennbar zu bemerken. Die Gesangs-Solisten reihten sich prächtig in den großartigen Konzertabend mit ein und machten dieses 1. Abschieds-Konzert von Prof. Weinberger zu einem bezaubernden Konzert-Erlebnis für OWL (Ostwestfalen-Lippe).  Nicht endend wollender Applaus bezeugt davon, dass es eine überragende Aufführung gewesen war, die von dieser jungen Studenten-Riege so überzeugend dargeboten wurde, es war ein pures Hörvergnügen und hoffe, dass das Konzert mitgeschnitten wurde und als ein Meilenstein in der Aufführungsgeschichte der HfM Detmold auf einer CD als ein Nachklang erhalten und angeboten wird.

Mit Bedauern nimmt der Protagonist Abschied von einem großartigen Bach-Interpreten, der so schnell nicht zu ersetzten sein wird. Prof. Weinberger ist bekannt als ein bekennender Bach-Interpret und wusste durch seine Konzerte in Höxter (Closter Corveyer-Musikwochen) und in Detmold immer zu überzeugen. Weinberger setzte in seinem Bereich mit der Alten Musik Akzente und gründete 2003 an der HfM Detmold mit der Professorin: Ulrike-Anima Mathé die Barockakademie  um den Studenten eine Möglichkeit zu schaffen, die Erarbeitung der Alten Werke  in einer historisch orientierten und fundierten Aufführungspraxis kennen zu lernen die für die berufsbezogenen Zukunft des Studierenden von unschätzbaren Wert ist. Geprobt wird immer projektbezogen für zwei oder drei Konzerte im Jahr.  Prof. Mathé zuständig für das Instrumentalsolisten-Ensemble und Prof. Weinberger mit der Leitung des Vokalsolisten-Ensembles betraut ergänzten sich in harmonischer und überzeugender Weise.

Verabschiedungs-Konzert HfM Detmold Prof. Gerhard Weinberger

Wehmut komm auf, dass dieser großartige Bach-Kenner als Organist und Dirigent uns für immer verlässt, was wird uns in Zukunft für ein Nachfolger präsentiert, ich kann nur inständig hoffen, dass es ebenfalls ein Barock-Bach-Bekennender sein wird und die begonnene Arbeit im Sinne von Prof. Weinberger an der hiesigen HfM fortsetzen wird…!!

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*) Anmerkung zur Wellenfeldsynthese im Konzerthaus der HfM Detmold:

Das System umfasst 360 unabhängige Lautsprecherkanäle verteilt auf ein durchgehendes Lautsprecherarray rund um das Publikum (500 Plätze) sowie Deckenlautsprecher. Da der Saal für ein breites Repertoire genutzt wird (Kammermusik, Orchesterbesetzungen, zeitgenössische Musik, Big Band etc.) kann das System auch eine variable Raumakustik zur Verfügung stellen.

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Zur Biographie von Prof. Gerhard Weinberger

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Radiotipps KW 22


 In dieser Woche habe ich nicht so viele Vorschläge. Neben den beiden unten aufgeführten Übertragungen gibt es da natürlich Himmelfahrt. Jeder der Klassiksender hat entweder das Himmelfahrtsoratorium BWV11 oder eine der Kantaten im Programm. Und das Ganze in sehr unterschiedlichen Besetzungen.

4.6. 

 

BBC
13-14 (14-15 MESZ)
The Early Music Show
Ausschnitte eines Konzertes „Intimate Bach“ vom Lufthansa Festival London 2011 mit Hille Perl, Gambe, Lee Santana, Theorbe und Patrick Ayrton, Cembalo.

 

It is widely believed that JS Bach composed six sonatas for the viola da gamba, although only three of them still exist. Bach often recycled his work so that the same music can transcribed, to to serve a different function, and Hille Perl and her team suggest that the three „missing“ gamba sonatas can be found elsewhere in Bach’s output. As well as the official music for gamba, and other items by JS Bach, this concert from St John’s Smith Square offers an opportunity to hear what could be a restoration of one of the lost gamba sonatas.

 

 

rbb kulturradio
18-19
Die Brandenburgische Bach-Gesellschaft Potsdam

 

Johann Sebastian Bach besuchte 1747 Sanssouci, und sein Sohn Carl Philipp Emanuel war hier 30 Jahre lang als Cembalist und Kammerkomponist angestellt. Die Familie Bach und Potsdam sind eng miteinander verbunden. Genauso wie viele Potsdamer Künstler nimmt sich die Brandenburgische Bach-Gesellschaft Potsdam dieser Tradition an und führt sie fort.

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Biografie Orchestre Révolutionnaire et Romantique


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Das Orchestre Révolutionnaire et Romantique wurde 1989 von Sir John Eliot Gardiner gegründet. Zu den großen Erfolgen des Orchesters zählen u. a. seine gefeierten Berlioz-Interpretationen. 1993 wirkte das Orchestre Révolutionnaire et Romantique an den ersten modernen Aufführungen von Berlioz’ wiederentdeckter Messe Solennelle mit. In jüngerer Zeit machte das Orchester mit L’enfance du Christ bei den Londoner Proms sowie den ersten französischen Gesamtaufführungen von Les Troyens am Théâtre du Châtelet auf sich aufmerksam. Große Resonanz erhielt auch der Zyklus mit sämtlichen Beethoven-Sinfonien, der auf CD erschien und zu den bedeutendsten Einspielungen dieser Sinfonien gerechnet wird.

Orchestre Revolutionaire et Romantique in der Laeiszhalle Hamburg, Dezember 2009

Ähnlich positiv aufgenommen wurden auch die Aufnahmen der Sinfonien Robert Schumanns sowie von Werken Giuseppe Verdis, Carl Maria von Webers und Mendelssohn Bartholdys. 2005 führte das Orchestre Révolutionnaire et Romantique Felix Mendelssohn Bartholdys Ein Sommernachtstraum in den Niederlanden und in Spanien auf. Zusammen mit der Violinistin Viktoria Mullova ging das Orchester auf eine Europatournee, auf dem Programm standen Johannes Brahms’ Sinfonien Nr. 1 und 2 sowie das Violinkonzert. Dies war der Beginn eines Projektes, an dessen Ende die Aufführung und Einspielung aller Sinfonien von Brahms im Kontext seiner eigenen Chorwerke und der Chormusik von ihm besonders geschätzten Komponisten wie Schütz und Bach standen. Diese Aufnahmen wurden bei dem von John Eliot Gardiner gegründeten Label „Soli Deo Gloria“ veröffentlicht.

Im Rahmen einer mehrjährigen Zusammenarbeit des Orchestre Révolutionnaire et Romantique zusammen mit dem Monteverdi Choir unter der Leitung von Sir John Eliot Gardiner und der Pariser Opéra Comique wurden u.a. Emmanuel Chabriers Oper L’Étoile, George Bizets Carmen sowie zuletzt Carl Maria von Webers Freischütz in der französischen Version von Hector Berlioz aufgeführt.

http://www.monteverdi.co.uk/about_us/orr.cfm

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den Sonntag: „Rogate“


Die Titelseite der "Calov-Bibel" mit J.S. Bach's Signatur rechts unten!

Liebe Bach-Freunde !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 29.05.2011 begehen wir den Sonntag: „Rogate“

Der Name dieses Sonntags rührt von den Bittumgängen her, die in vergangener Zeit (und manchenorts noch heute) auf den Feldern für eine gute Ernte vollzogen wurden. Diese Bittumgänge begannen am Sonntag Rogate (= Betet!) und wurden in der damit beginnenden Woche fortgeführt.

Der Sonntag „Rogate“ wird in der evangelischen Kirche als Missionssonntagbegangen. Mit ihm beginnt die „Missionsopferwoche“.
Der Sonntag Rogate ist der Betsonntag. Dieses Thema wird in den Perikopen vielfach beleuchtet. Auch dieses Thema ist eine Antwort auf das Ostergeschehen: Die Gemeinde ist nun frei durch Jesus Christus, Gott direkt zu bitten, ohne jeglichen Mittler, wie es zuvor notwendig gewesen war. Die Perikopen beleuchten das Thema Gebet nur von dem Aspekt des „Bittens“ her, was wohl angemessen ist. Wir sollten aber nicht vergessen, dass zum Gebet auch Dank gehört!

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den Sonntag: „Rogate“

BWV 86 – Wahrlich, wahrlich, ich sage euch
BWV 87 –
Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen

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Im Radio Live: „Bach-Kantate“

WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 29.05.2011

von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-Link: http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

Carl Philipp Emanuel Bach

Das Gebet für Singstimme und Klavier; Dorothee Mields, Sopran; Ludger

Rémy, Klavier

Johann Sebastian Bach

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, BWV 86, Kantate zum Sonntag Rogate

für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo; Siri Thornhill,

Sopran; Petra Noskaiová, Alt; Christoph Genz, Tenor; Jan van der

Crabben, Bass; La Petite Bande, Leitung: Sigiswald Kuijken

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/ YouTube: BWV 86 – „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch“

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Kantaten-Beschreibung zum BWV 86 und BWV 87 von „Sir John Eliot Gardiner“ ist als PDF-Download nachstehend hinterlegt!

Kantaten für den fünften Sonntag nach Ostern (Rogate) Annenkirche Dresden

Bachs erste Kantate für Rogate, BWV 86 „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch“ (1724), beginnt mit einem Zitat aus Jesu Abschiedsrede an seine Jünger (Johannes 16), das der Bass in seiner Eigenschaft als Vox Domini vorträgt, von Streichern und Oboen begleitet: ‚Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, so ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er’s euch geben’. Im Kontext dessen, wer wir waren, wo wir waren und für wen wir sangen und spielten, hatte diese erste Kantate eine besondere Brisanz. Bei fast jedem anderen Komponisten hätte die Behandlung dieses Themas leicht als schroff, gar anmaßend aufgefasst werden können, denn sie fordert die Hörer dazu auf, sich die Frage zu stellen, wie sich diese Worte Jesu mit ihrer persönlichen Erfahrung vereinbaren lassen. Indem Bach ehrerbietig und klar erkennbar drei fugierte Motive in der Einleitung präsentiert, die der Bass bald übernehmen wird, bietet er die Gewähr, dass sie als vokale Elemente verstanden werden (wie Dürr bemerkt, ließe sich der ganze Satz leicht als vierstimmige Motette singen, nur vom Continuo begleitet).

Bachs anonymer Librettist erweitert nun sein Thema: Wir würden alle liebend gern Rosen brechen, auch auf die Gefahr hin, von den Dornen gestochen zu werden, denn wir sind zuversichtlich, dass unsere flehentlichen Bitten bei Gott Gehör finden werden (Nr. 2); er hält sein Wort (Nr. 3 und 4), auch wenn seine Hilfe auf sich warten lassen sollte (Nr. 5); Gott setzt kein Datum dafür fest, er weiß, wann der beste Zeitpunkt gekommen ist (Nr. 6). Bach betont den Optimismus, der im Text der Kantate angelegt ist, indem er einen abwärts gerichteten modulatorischen Bogen beschreibt, der in E-dur beginnt und endet, einer Tonart, die an der obersten Grenze seines tonalen Spektrums angesiedelt ist und daher positive Assoziationen und Empfindungen aufblitzen lässt. Die auf der obligaten Violine virtuos vorgetragenen gebrochenen Akkorde in der Alt-Arie (Nr. 2) symbolisieren natürlich die Rosenzweige, die gebrochen werden sollen.

Die Arie schildert das gewagte Unterfangen, die Dornen zu überwinden, um zur Blüte vorzudringen (eine Metapher für spirituelle Freude und Schönheit). Das Brechen der Rose ist hier nicht einfach nur ein Schnitt mit der Gartenschere, sondern eine sich drehende, zerrende Figur bei dem Wort ‚brechen’, und die Dissonanz kennzeichnet die ‚stechenden’ Dornen. Die behutsam in die Erinnerung verweisende Stimmung des B- Teils nimmt bei den Worten ‚dass mein Bitten und Flehen Gott gewiss zu Herzen gehen’ mit wilden rhapsodischen Aufschreien der Solovioline in fünf scharf dissonanten Takten über einem Orgelpunkt auf E unvermittelt einen heftigen Ton an. Doch plötzlich heben sich die Wolken, die Violine schweigt, und die Altstimme (jetzt nur mit Continuo) singt: ‚weil es mir sein Wort verspricht’. Auf diese unnachahmliche Weise lässt Bach deutlich werden, dass unsere Bitten ihr Ziel erreicht haben und wirklich zu gegebener Zeit in Erfüllung gehen werden.

Darauf folgt eine Choralvertonung für Sopran mit zwei Oboen d’amore und Continuo (wir entschieden uns für Fagott), die Gottes Versprechen bestätigt. Dieser Satz, der das Bedürfnis der beiden Oboisten, frische Luft zu schöpfen (an einer Stelle werden der ersten Oboe zweiundsiebzig Sechzehntel hintereinander zugemutet!), so offensichtlich missachtet, legt die Vermutung nahe, dass er als Orgelchoral geplant war. Doch den Oboisten kommt die Aufgabe zu, die Illusion eines anmutigen Tanzes zu wecken (der die Verwendung von notes inégales nahelegt), vielleicht gar des himmlischen Reigens ‚der Engel Schar’, auf die sich Georg Grünwald in seinem Text bezieht.

Ein kurzes Seccorezitativ (Nr. 4), das die Gepflogenheiten der Welt, ‚die viel verspricht und wenig hält’, Gottes Gewohnheit gegenüberstellt, uns zu unserer Lust und Freude das zu gewähren, was er zugesagt hat, zeigt im Kleinformat Bachs Kunstfertigkeit, steife, dissonante Intervalle dort zu setzen, wo sie dem Text und seiner Bedeutung besonderes Gewicht verleihen. Die Rückkehr zu E-dur erfolgt schließlich mit vollem Streichersatz in der Tenor-Arie, einem robusten Stück in der Art einer Bourrée, der dem Sänger nur ein Fragment (gerade einmal anderthalb Takte) des einleitenden Motivs zuweist. Trotz ihres instrumentalen Ursprungs ist diese Phrase prägnant genug und – auf fast skurrile Weise – lapidar, um den Sänger in den Stand zu versetzen, die Botschaft in das Bewusstsein der Hörer einzumeißeln: ‚Gott hilft gewiss!’, ein Glaubensbekenntnis, das zusätzlich vom abschließenden Choral bekräftigt wird.

© John Eliot Gardiner 2007. Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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/ YouTube: BWV 87 – „Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen“

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  Sir Gardiners weitere Kantaten-Beschreibungen:   h i e r  zum Download als PDF

  Künstler-Beitrag: David Watkin – Violincello – als PDF 

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Link: Bach-Kantaten:

 
 Cover: SDG 144 Vol. 25

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CDs – SDG 144– Vol. 25

BWV 86 “Wahrlich, wahrlich, ich sage euch“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 144 – Vol.  25 – CD  1

BWV 87 “Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen“
Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 144 –  Vol. 25 – CD 1

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Ich wünsche allen Besuchern einen schönen Sonntag Rogate.

Grüße

Volker

Biografie Gerhard Weinberger – Organist und Dirigent


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Dirigent und Organist: Prof. Gerhard Weinberger

Gerhard Weinberger, geb. 1948 in Pfaffenhofen / Ilm, Bayern, studierte von 1967 – 1972 an der Hochschule für Musik München in den Fächern Orgel (bei Franz Lehrndorfer), Kirchen- und Schulmusik. 1971 war er 2. Preisträger im Fach Orgel im internationalen Musikwettbewerb der deutschen Rundfunkanstalten (ARD). Nach einer dreijährigen Tätigkeit als Chordirektor an der Basilika St. Lorenz in Kempten wurde er 1974 als Dozent für Orgel- und Kirchenmusik an die Hochschule für Musik München berufen, wo er mit 29 Jahren ab 1977 auf einer Professur für Orgel bis 1983 unterrichtete. Von 1983 bis zu seiner Emeritierung im Sommer 2011 wirkte er als ordentlicher Professor für Orgel und Leiter des Studienganges Kirchenmusik an der Hochschule für Musik in Detmold / Ostwestfalen. Von 1984 bis 2003 nahm er zusätzlich einen Lehrauftrag für Orgel an der Hochschule für Musik in Würzburg wahr.
In Anerkennung seiner künstlerischen und pädagogischen Verdienste wurde er als ordentliches Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste und des Direktoriums der Neuen Bachgesellschaft Leipzig berufen.

Zahlreiche Konzerte als Organist führten ihn in fast alle Länder Europas, nach Südamerika, Israel und Korea. Sowohl als Organist als auch als Dirigent standen für ihn die Werke Bachs im Mittelpunkt der künstlerischen Tätigkeit. Mit seinem 1986 gegründeten Profi-Vokalensemble “Die Deutschen Bach-Vocalisten”, das er bis 2000 leitete, konnte er bei Fachpresse und Publikum große Erfolge feiern.

Neben seiner Tätigkeit als Juror in internationalen und nationalen Wettbewerben ist Prof. Weinberger auch Herausgeber von Orgel- und geistlicher Chormusik des 18. Jahrhunderts, u.a. der ersten wissenschaftlichen Gesamtausgabe der Orgelwerke des bedeutenden Bachschülers J.L. Krebs und der Orgelwerke von Robert Schumann. Neben zahlreichen Fachartikeln schrieb er (zusammen mit E. Kooiman und H.J. Busch) das Buch “Zur Interpretation der Orgelmusik J.S. Bachs” – eine umfassende Darstellung der in den letzten Jahrzehnten gewonnen Erkenntnisse über eine den Quellen des 18. Jahrhunderts entsprechende Aufführungspraxis der Orgelwerke J.S. Bachs.

Gerhard Weinberger hat das gesamte Orgelwerk von Johann Sebastian Bach auf historischen Instrumenten der Bachzeit für das Label CPO u. a. auf folgenden Orgeln eingespielt:

Waltershausen (Trost 1724)
Grauhof (Treutmann 1737)
Altenburg (Trost 1735 – 39)
Groningen / Martinikerk (u. a. F. C. Schnitger 1728 – 30)
Großengottern (Trost 1712 – 16)
Zella – Mehlis (Rommel 1778 – 79)
Trondheim (Wagner 1739 – 41)
Tröchtelborn (Volckland 1757 – 67)
Angermünde (Wagner 1742 – 44)
Bettenhausen (Döring 1747)
Freiberg / Dom (Silbermann 1711 -14)
Haina (Seeber 1718 – 20)
Freiberg / St. Petri (Silbermann 1734 – 35)
Gräfenhain (Thielemann 1728 – 31)
Ponitz (Silbermann 1737).

Diese Aufnahmen sind bei jpc erhältlich.

http://www.hfm-detmold.de/portrait/personen/lehrende/8860/gerhard-weinberger

http://www.bach-cantatas.com/Bio/Weinberger-Gerhard.htm

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Biografie Peter Harvey – Bariton


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Peter Harvey, Bariton

Peter Harvey, Bariton

Peter Harvey begann sein Studium am Magdalen College in Oxford mit den Fächern Französisch und Deutsch. Auch nach dem Wechsel zum Musikstudium blieb seine Liebe zur Sprache immer fester Bestandteil seiner Arbeit als Sänger. Er setzte sein Studium an der Guildhall School of Music and Drama in London fort. In dieser Zeit gewann er einige internationale Gesangswettbewerbe, u.a. die Walther Gruner Lieder Competition, den English Song Award und den Peter Pears Award. Seine über 100 CD-Einspielungen umfassen eine Zeitspanne von acht Jahrhunderten mit einem Schwerpunkt der Musik aus der Zeit des Spätbarocks.

Zusammen mit den English Baroque Soloists und dem Monteverdi Choir unter der Leitung von Sir John Eliot Gardiner war Peter Harvey einer der herausragenden Teilnehmer der „Bach Cantata Pilgrimage“, deren Konzerte auch auf CD erschienen sind. Hier sang er u.a. die berühmte Solokantate Ich hab genug. Ebenfalls von Bach sang er kürzlich Kantaten in Paris und Leipzig sowie den Christus in der Johannes-Passion bei den BBC Proms. Er ist ein langjähriger Solist des von Paul McCreesh geleiteten Gabrieli Consorts, mit denen er im Théâtre du Châtelet (Paris), Lincoln Center (New York) und dem Barbican (London) auftrat. In deren kürzlich erschienen und mit dem Grammy Award ausgezeichneten CD-Aufnahme von Haydn’s Schöpfung sang er den Adam. Außerdem erschienen gemeinsame Aufnahmen der Matthäus-Passion (Bach), Solomon (Händel) und der Marienvesper von Monteverdi (alle bei Deutsche Grammophon). Er nahm mehrere Werke des frühen Bachs mit dem Purcell-Quartett und Emma Kirkby für Chandos auf. Kürzlich erschienen bei BIS Rameaus Weltliche Kantaten. Er trat mit The Sixteen (BBC Proms, Spanien, Brasilien) auf und arbeitet regelmäßig mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment unter Ivan Fischer und Gustav Leonhardt, mit denen er kürzlich die Johannes-Passion in London, Seoul und Tokio aufführte. Peter Harvey singt häufig mit dem BBC National Orchestra of Wales in der St. David’s Hall, Cardiff (Haydn Schöpfung, Bach Weihnachtsoratorium). Mit dem BBC Symphony Orchestra unter Colin Davies sang er Schuberts Messe in Es-Dur.

Da er fließend Französisch spricht, arbeitet Peter Harvey regelmäßig mit vielen verschiedenen Gruppen in Europa, im Besonderen mit La Chapelle Royale und Collegium Vocale Ghent (Philippe Herreweghe) zusammen. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit entstanden viele Aufnahmen einschließlich CPE Bach’s Auferstehung und Himmelfahrt Jesu. Er sang mit Christoph Rousset und Les Talens Lyriques in der Oper von Versailles. Mit dem Concert Spirituel unter der Leitung von Hervé Niquet machte er zahlreiche Aufnahmen des geistlichen Repertoires aus der Zeit des französischen Barocks, Purcells Dido und Aeneas und King Arthur (Concertgebouw Amsterdam und Opéra Comique Paris) sowie La Cambiale der Matrimonio (Rolle des Slook) von Rossini. Aufnahmen mit Il Seminario Musicale und dem französischen Countertenor Gérad Lesne enthalten Raritäten wie Scarlattis Oratorium Sedecia und Galuppis zupackendes Confitebor tibi Domine. Er trat des Öfteren mit Jean-Claude Malgoire auf. Seine langjährige Zusammenarbeit mit dem Schweizer Dirigenten Michel Corboz führte ihn nach Frankreich, die Schweiz und nach Japan (Mendelssohns Elijah, Bachs Passionen) und brachte verschiedene Aufnahmen hervor, darunter zwei Versionen von Faurés Requiem. Die zweite Einspielung gewann den „Choc de l’Anée“ der französischen Fachzeitschrift „Le Monde de la Musique“.

Die Netherlands Bach Society nahm gemeinsam mit Peter Harveys Mozarts Requiem, Bachs Weihnachtsoratorium und h-moll-Messe (kürzlich beim Tanglewood Festival in den USA) auf. In einem vom Fernsehen übertragenen Konzert zu Ostern vorigen Jahres führten sie die wenig bekannte Johannes-Passion von Georg Gebel auf. Mit Ton Koopman gastierte er im Musikverein Wien (Bach), im Théâtre des Champs Elysée in Paris, in Verona und Rom. In Deutschland sang er mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, mit La Stagione in Frankfurt und beim den HÄNDEL-Festspielen in Halle (Athalia von Händel)sowie mit dem Stuttgarter Kammerchor und Frieder Bernius, mit dem er vor kurzem Händels Messiah aufgeführt und eingespielt hat.

Peter Harvey wendet sich zunehmend dem Liedrepertoire zu. Schuberts Winterreise führte er mit Roger Vignoles auf Festivals in Cambridge und Lugo in Spanien auf. Gemeinsam mit dem auf historische Hammerflügel spezialisiertem Pianisten Gary Cooper nahm er dieses Werk für LINN Records – Label of the Year bei den Grammophone Awards 2010 – auf. Er gab Liederabende auf Festivals in Großbritannien, Kanada und Frankreich und nahm die Schottischen Lieder von Beethoven mit Jérôme Hantaïs Klaviertrio auf (Naïve). Auf anderen Liederabenden führte er frühe Lieder mit Laurence Cummings, Mozart in Barcelona sowie in Londons Purcell Room Lautenlieder und Lieder mit Matthew Wadsworth (Laute und Gitarre aus dem 19. Jahrhundert) und Gary Cooper auf.

Die großen Jubiläen des Jahres 2009 führten Peter Harvey an so entfernte Orte wie Calgary, Berlin, Cremona und Moskau, wo er Händels Messiah sang. Bei dem BBC-Promenaden-Konzert des Gabrieli Consorts im Juli des Jahres sang er den Adam in Haydns Schöpfung in einer großbesetzten Aufführung, deren CD-Einspielung 2008 mit dem Gramophone Award ausgezeichnet wurde. Ostern letzten Jahres hatte er die große Ehre, gemeinsam mit dem Boston Symphony Orchestra in der ersten Aufführung der Matthäus-Passion Bachs von Bernard Haitink zu singen. Peter Harvey gründete und leitet das Magdalena Consort, welches sich hauptsächlich auf die Vokalwerke Bachs konzentriert. Sie traten u.a. in Santiago de Compostela in Spanien und in der Bach-Kirche in Arnstadt für den Mitteldeutschen Rundfunk auf.

http://www.peterharvey.com/index.html

http://www.magdalenaconsort.com/

http://www.bach-cantatas.com/Bio/Harvey-Peter.htm

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Pressestimmen

 Einen weiteren interpretatorischen Höhepunkt der Platte bietet Peter Harvey mit seiner famosen Deutung der Jesus-Partie: Harvey kann mit einiger Begründung als der momentan vielleicht prägnanteste Bach-Bassist betrachtet werden. Seine technisch perfekt basierte Stimme ist durch die Lagen sehr ausgeglichen, klanglich nobel, warm und extrem intonationsstark, zudem gebietet Harvey über eine auch idiomatisch perfekte Aussprache des Deutschen. Diese üppigen Qualitäten bringt er in eine eigenständige Deutung der Jesus-Worte ein: Es ist ein im Klang schlanker, hochemotionaler, in etlichen Farben plastisch gestalteter Jesus zu hören. Harvey setzt diese feinsinnige Deutung jenen Interpretationen entgegen, die Jesus nur als stimmlich füllige, in ihrem Ausdruck eher invariante und wenig bewegte Figur von entrückter Würde deuten.
Klassik.com, April 2011

Makellos frei sind Tongebung und Intonation, bruchlos wird die Stimme durch die Register geführt. Besonders auffällig ist die schon erwähnte Deutlichkeit der Aussprache, gepaart mit großer Sensibilität für formale und inhaltliche Aspekte : Bei dieser ‚Winterreise‘ braucht niemand ein Textbuch. In diesem Punkt hat Harvey ganz sicher auch etlichen Sängern deutscher Muttersprache etwas voraus, kein Anflug von Akzent oder Verfärbung beschwert seinen Vortrag.
Klassik.com, Januar 2011

Zunächst fällt die schiere Schönheit dieser Baritonstimme auf. Dann überrascht die nahezu perfekte Diktion: So selbstverständlich und mühelos hörten wir das Deutsche aus dem Mund eines britischen Sängers vielleicht zuletzt von Janet Baker. …
Wer beim Lesen von Peter Harveys eigenem Beihefttext zur Kenntnis nimmt, wie minutiös er sich mit den Textquellen auseinandergesetzt hat, der wundert sich auch nicht mehr, dass es ihm gelungen ist, seinen Akzent mit linguistischer Akribie zu minimieren.
Rondo Magazin, Dezember 2010

Schließlich der einmal mehr überzeugende Peter Harvey: Er bringt genau jene virile Noblesse ein, die ein Bass für Händel-Partien braucht. Einerseits nur leichter Wohlklang oder andererseits eine zu schwere Stimme würden an Händels ästhetischen Vorstellungen scheitern. Harvey verfügt aber über eine soliden Kern, den er geschmeidig-elegant auch durch die technischen Herausforderungen der repräsentativen Arien führt.
Klassik.com, März 2010

Und schließlich ist da noch der Bariton Peter Harvey, der, stimmlich souverän, einen besonders schönen Moment beisteuert.
Hannoversche Allgemeine Zeitung, Februar 2010

Zwar entspricht Peter Harvey nicht der reizvollen Tradition des leicht angerauten, überwältigend stimmgewaltigen Bassisten, bietet aber mit seiner bezaubernd schönen Baritonstimme und seinem stets traumwandlerisch sicheren Zugriff auf die Details des Textes musikalische Rhetorik der feinsten Sorte.
Rondo Magazin, Mai 2009

Peter Harvey, der sich mit seinem edlen, sonoren und berückend wohlklingenden Material mehr und mehr zum Mercedes der „historisierenden“ Baritone entwickelt, steuert ein ebenso profundes wie flexibles Fundament bei.
Rondo Magazin, Juli 2003

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Biografie Christoph Genz – Tenor


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Christoph Genz, Tenor - © Nancy Horowitz
Christoph Genz, © Nancy Horowitz

 Der in Erfurt geborene Tenor Christoph Genz erhielt seine erste musikalische Ausbildung als Mitglied des Leipziger Thomanerchores. Es folgte ein Studium der Musikwissenschaft am King‘s College, Cambridge. Er war außerdem Mitglied des King‘s College Choir. Seine Gesangsausbildung erhielt er bei Hans-Joachim Beyer an der Hochschule für Musik Leipzig und bei Elisabeth Schwarzkopf. Christoph Genz konnte verschiedene Preise bei internationalen Gesangswettbewerben gewinnen, darunter den 1 .Preis beim Intern. Gesangwettbewerb 1995 in Grimsby (England), sowie den 1. Preis beim intern. Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb 1996 in Leipzig.

Der Tenor erhielt Einladungen für Konzerte, Liederabende und Opernproduktionen in Europa, Asien und den USA unter Dirigenten wie Ton Koopman, Herbert Blomstedt, Ivor Bolton, Frans Bruggen, Marcus Creed, Ludwig Güttler, Nikolaus Harnoncourt, Marek Janowski, Daniel Harding, Sir Simon Rattle, Markus Stenz, Philippe Herreweghe, Sigiswald Kuijken, Kurt Masur, Ingo Metzmacher, Peter Schreier, Helmuth Rilling, Sir John Eliot Gardiner, Thomas Hengelbrock, Marek Janowski, Jesus Lopez-Coboz, Michail Jurowski, Giuseppe Sinopoli.

Es folgten zahlreiche Konzerte und CD-Einspielungen, wie z.B. Kantaten von J.S.Bach mit Musica Antiqua Köln unter Reinhard Goebel, mit English Baroque Soloists unter Sir John Eliot Gardiner, mit La Petite Bande unter Sigiswald Kuijken, mit Bach-Collegium Stuttgart unter Helmuth Rilling, Bach’s Johannes-Passion unter der Leitung von Ludwig Güttler, Mendelssohn‘s Lobgesang Symphonie unter Helmuth Rilling. Zuletzt sind zwei Solo-CDs mit Arien von J.S.Bach und G.F. Händel erschienen.

Der Sänger konzertiert regelmäßig bei renommierten Festspielen, wie Schubertiade Hohenems/Feldkirch, Verbier, Davos, Klangbogen Wien, Maifestspiele Wiesbaden, Luzerner Musikfestwochen, Aix-en-Provence, Schleswig-Holstein-Musikfestival, Svatoslav-Richter-Festival Moskau. Liederabende gab er bei renommierten Veranstaltern (u.a. Alte Oper Frankfurt, Louvre Paris, Concertgebouw Amsterdam, Wigmore Hall London). In der Spielzeit 1997/98 war Christoph Genz Ensemblemitglied des Theaters Basel. Gastverpflichtungen erfolgten u.a. an die Opera de Nancy (Ferrando – Cosi fan tutte), Theatre de Champs-Elysees Paris (Tamino – Die Zauberflöte), Opera de Lausanne, Teatro alla Scala Milano (unter der Leitung von Giuseppe Sinopoli), Semperoper Dresden (Ferrando, Belmonte), Oper Leipzig (Ferrando, Don Ottavio), Wiesbaden (Tamino, Don Ottavio), Festspiele in Aix-en-Provence (Tamino).

In der Spielzeit 2000/01 gab Christoph Genz als ,Ferrando‘ (Cosi fan tutte) sein Debut an der Hamburgischen Staatsoper. Von 2001/02 bis 2004/05 war er Ensemblemitglied der Hamburgischen Staatsoper, wo er zahlreiche Partien seines Faches gesungen hat. 2006 sang er die Rolle des ‚Christ‘ in einer Produktion von Mozart’s ‚Die Schuldigkeit des ersten Gebotes‘ unter Nikolaus Harnoncourt am Theater an der Wien. 2007 sang er Mendelssohn’s ‚Elias‘ mit dem San Francisco Symphony Orchestra unter Herbert Blomstedt, Bach’s ‚Matthäus Passion‘ mit dem Gewandhausorchester Leipzig unter Riccardo Chailly und Haydn’s ‚Schöpfung‘ unter Sir Roger Norrington in Boston. Ausserdem führte er alle drei Schubertschen Liederzyklen im Gewandhaus zu Leipzig auf. Höhepunkte 2010 waren Haydn’s ‚Schöpfung‘ in Montreal unter Kent Nagano sowie Aufführungen der Matthäus-Passion in Tokio und eine Tournee mit Bach-Kantaten gemeinsam mit dem Freiburger Barockorchester und Collegium Vocale Gent unter Masaaki Suzuki.

Pläne für 2011 beinhalten eine Tournee der Johannes-Passion unter Sigiswald Kuijken, Bach-Kantaten mit dem Bach Collegium Japan unter Masaaki Suzuki, Johannes-Passion in Montreal unter Kent Nagano, Mozarts ‚Zaide‘ in Los Angeles, eine szenische Produktion von Händels ‚Acis and Galatea‘, szenische Aufführungen von Schubert Liedern in Stuttgart, Liederabende in Barcelona und Paris sowie die Rückkehr an die Hamburger Staatsoper mit Bachs Weihnachtsoratorium in einer Ballettproduktion von John Neumeier.

http://www.christophgenz.com/
Umfangreiche deutschsprachige Website des Künstlers mit Terminen, Pressestimmen und Fotos.

Biografie Anne Schumann – Violine


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Anne Schumann, in Dohna bei Dresden geboren, studierte moderne Violine an den Musikhochschulen in Weimar (Peter Krebs) und Dresden (Professor Heinz Rudolf). 1989 wurde sie Mitglied des Gewandhausorchesters Leipzig. Bereits in dieser Zeit beschäftigte sie sich intensiv mit der historischen Spielweise.

Anne Schumann, Violine

Anne Schumann, Violine

Sie besuchte Meisterkurse u. a. bei Monica Huggett und Stanley Ritchie. Seit 1993 ist sie als freischaffende Barockgeigerin tätig und arbeitet in führenden europäischen Barockorchestern, z. B. mit John Eliot Gardiner, Christophe Rousset, Marc Minkowski, Trevor Pinnock.

Mit John Eliot Gardiner und den English Baroque Soloists ging sie im Jahr 2000 auf die Bach Cantata Pilgrimage 2000. Die Livemitschnitte dieser Kantatenkonzerte erscheinen jetzt nach und nach bei dem neuen Label “Soli Deo Gloria”.

Mehrere Jahre war Anne Schumann Konzertmeisterin des Barockorchesters der Europäischen Union (EUBO). In Leipzig gründete sie ihr eigenes Ensemble, die Chursächsische Capelle Leipzig, welches sich besonders der Aufführung vergessener Kammermusikwerke widmet. Dabei spielt neben der Beschäftigung mit historischer Geigenliteratur das Repertoire für Viola und besonders für Viola d’amore eine große Rolle.

Anne Schumann ist in verschiedenen Ensembles als Konzertmeisterin gefragt (z. B. Händelfestspielorchester Halle, Les Amis de Philippe, Telemannisches Collegium Michaelstein).

Seit einiger Zeit unterrichtet sie auch bei Sommerkursen, so z. B. bei der Akademie für Alte Musik in Bruneck, beim Internationalen Sommerkurs im Kloster Michaelstein und bei Musica viva Musikferien in der Toskana.

http://www.anneschumann.info/home.html

Radiotipps KW 21


 

Das rbb kulturradio hat in der nächsten Woche in seiner Sendereihe „Alte Musik“ den  Wochenschwerpunkt „Hamburg“ mit folgenden Sendungen:

23.5.
18-19 Uhr
Georg Philipp Telemann: Kapitänsmusik 1738
Seit dem 17. Jahrhundert versammelte sich das Offizierskorps der Bürgerwehr alljährlich zu einem Festmahl, das mit der Aufführung eines Oratoriums und einer Serenata verbunden war.

25.5.
20-21 Uhr
Carl Philipp Emanuel Bach: Quartalsmusiken
Der städtische Musikdirektor war unter anderem für die Organisation der Musik an den fünf Hauptkirchen der Hansestadt verantwortlich, die zu Weihnachten, Ostern und am Michaelistag besonders festlich sein mussten.

27.5.
18-18:50 Uhr
Hieronymus & Jacob Praetorius: Frühbarocke Kirchenmusik an St. Jacobi
In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts bemühte man sich in den Kirchen der Hansestadt um musikalische Prachtentfaltung nach venezianischem Vorbild.

Auf BBC können wir einen aus der Bach Cantata Pilgrimage wohlbekannten Countertenor hören:

29.5.
BBC
13-14 (14-15)
The Early Music Show
In the second of this weekend’s highlights of concert recordings from the 2011 Lufthansa Festival of Baroque Music, Lucie Skeaping presents music performed by countertenor Robin Blaze with lutenist Elizabeth Kenny’s group, the Theatre of the Ayre. Music includes works by composers who were exploring the expressive and virtuosic capabilites of the male alto voice, such as Buxtehude and Krieger.

Und für die, die sich gern Bekanntem auf ungewöhnliche Art und Weise nähern mögen, bietet Bayern klassik eine möglicherweise spannende Sendung:

29.5.
BR klassik
20-22:30
60. Internationale Orgelwoche Nürnberg – Abschlusskonzert
„Die Arabische Passion nach Johann Sebastian Bach“
Ensemble Sarband
Modern String Quartet
Arrangement und Leitung: Vladimir Ivanoff
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