Biografie Paul Sharp – Englischer Barocktrompeter


Paul Sharp - Englischer Barock-Trompeter
Paul Sharp – Englischer Barock-Trompeter

Ausbildung:
Royal College of Music von 1995 – 1999

Abschluss:
Bachelor of Music (Hon)

Professoren:
Michael Laird, Malcolm Smith und Mark Bennett;

Meisterklasse:
Håkan Hardenberger, Thomas Rolfs und Philippe Schartz .

Preise:
David Mason-Preis für Trompete; Herbert Samuel Preis für Bläser;
Fanny-Hughes Bläserpreis des Royal College of Music ; Stipendiat des Royal
College of Music.

Besondere Auftritte:
Aufnahmen von  “Let the Bright Seraphim” für die Vorstellung des Rolls Royce Silver Seraph
Für BBC TV: The Genius of Mozart, Eroica, Venice und Beethoven Uncovered
London West End: Cats, Phantom of the Opera
UK Tours: West Side Story, The King and I

Mitwirkung in Orchestern:
Philharmonia Orchestra
London Philharmonic Orchestra
Royal Scottish National Orchestra
BBC National Orchestra of Wales
Royal Ballet Sinfonia
English Chamber Orchestra
Chamber Orchestra of Europe
Mahler Chamber Orchestra
Cappella Andrea Barca, dir. Andras Schiff
Deutsche Kammerphilharmonie, Bremen
Norwegian Chamber Orchestra
Stavanger Symphony Orchestra
London Soloists Chamber Orchestra
National Symphony Orchestra
Guildford Philharmonic Orchestra
Southern Sinfonia
Bavarian Philharmonic Orchestra
New Israeli Opera
Hannover Bach Orchestra

Mitwirkung in Orginalklang-Ensembles:
English Baroque Soloists
Orchestre Révolutionnaire et Romantique
Orchestra of the Age of Enlightenment
The King’s Consort
The Gabrieli Consort & Players
The English Concert
Academy of Ancient Music
New London Consort
Classical Opera Company
The Early Opera Company
Dunedin Consort
Steinitz Bach Players
St James’s Baroque Players
Ex Cathedra Baroque Orchestra
Florilegium
Baroque Brass of London
Musicians of Shakespeare’s Globe
His Majestys Sagbutts and Cornetts

http://www.maslink.co.uk/cvs/trumpets/sharp(paul).htm

.

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den 4. Sonntag nach „Trinitatis“


Altar in der Thomaskirche Leipzig

Liebe Bach-Freunde !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 17.07.2011 begehen wir den – 4. „Sonntag nach Trinitatis“

Der 4. Sonntag nach Trinitatis wendet sich der Gemeinde zu. Sie wird als Gemeinde der Sünder gesehen, die der Gnade Gottes bedarf. Ohne die Erkenntnis der eigenen Sünde ist es unmöglich, die Gnade Gottes anzunehmen, weil man sie nicht für nötig hält. Selbstgerechtigkeit entsteht, die dann in Überheblichkeit und Menschenverachtung mündet. Wichtig ist der Aspekt der Gemeinschaft; wir sind Sünder eben nicht (nur) als Individuen, sondern als Gemeinschaft, indem wir z.B. durch Schweigen teilhaben an dem Unrecht, das an anderen durch Menschen unserer Gemeinschaft geschieht.

Am 4. Sonntag nach Trinitatis werden wir daran erinnert, dass wir eine Gemeinde von Sündern sind, die der Vergebung bedarf. So haben wir auch nicht das Recht, unseren Nächsten zu richten. Wir wissen aber um die große Gnade, dass Gott gerade denen nachgeht, die in Schuld gefangen sind.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

————————————————————————————————————–

Bach-Kantaten für den 4. Sonntag nach Trinitatis

BWV    24 –  Ein ungefärbt Gemüte“

BWV 177 –  „Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ“

BWV 185 –  „Barmherziges Herze der ewigen Liebe“

———————————————————————————————————–

Im Radio Live: 

„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 17.07.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-

Link: http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

———————————————————-

WDR3 „Geistliche Musik“ – Programmauszüge:

Johann Sebastianh Bach

Barmherziges Herz der ewigen Liebe, BWV 185, Kantate am 4. Sonntag nach

Trinitatis für Soli, vierstimmigen Chor, Trompete, Oboe, Streicher und

Basso continuo; Magdalena Kozená, Sopran; Nathalie Stutzmann, Alt; Paul

Agnew, Tenor; Nicolas Teste, Bass; Monteverdi Choir;

English Baroque Soloists, Leitung: John Eliot Gardiner

————————————————

Sebastian Knüpfer

Quaemadmodum desiderat cervus, Geistliches Konzert für Bass, Violinen

und Basso continuo; Peter Harvey, Bass; King´s Consort, Leitung: Robert King

———————————————–

Georg Friedrich Händel

O Praise the Lord With One Consent, Anthem für Sopran, Chor, Bläser,

Streicher und Basso continuo; Emma Kirkby, Sopran; Iestyn Davies, Altus;

James Gilchrist, Tenor; Neal Davies, Bass; Choir of Trinity College,

Cambridge; Academy of Ancient Music, Leitung: Stephen Layton

——————————————————————————————————–

/ YouTube: BWV 24 – 

 Ein ungefärbt Gemüte“


——————————————————————————————————-

Kantaten-Beschreibung zum BWV 24 BWV 177 und BWV 185

von „Sir John Eliot Gardiner“ ist als PDF-Download nachstehend hinterlegt!

Kantaten für den 4. Sonntag nach  „Trinitatis“ (Aufführungs-Ort: Tewkesbury Abbey am 16. Juli 2000)

Gardiner – Ausführungen zum BWV 24 „Ein ungefärbte Gemüte“

……., Daher atmeten wir erleichtert auf, als wir schon am nächsten Tag unsere Pilgerreise fortsetzen konnten, diesmal mit der Tewkesbury Abbey als Ziel, wo das Cheltenham Festival stattfand. Wenn man zu einer Diät zurückkehrt, die aus Kantaten besteht, kann man sich des Gefühls nicht erwehren, dass die anhaltende Popularität, der sich Bachs Orchestersuiten und Konzerte erfreuen, ein einseitiges Bild dieses Komponisten vermittelt und demzufolge vielen Menschen der Einfallsreichtum und die tiefen Erkenntnisse entgehen, die in seinen Kantaten verborgen sind. Man spürt, dass Bachs Ziel hier nicht die ‚reine Komposition’ war, bei der Anlass, Umstände und Auswirkungen der Aufführung keine Rolle spielen würden. Diese Musik, ausgefeilt bis ins letzte Detail, ist genau zugeschnitten auf die Liturgie und die Lesung des Evangeliums, den Lauf der Jahreszeiten sowie die Musiker, die ihm an einem bestimmten Tag zur Verfügung standen. Das ganze Spektrum künstlerischer Möglichkeiten auszubreiten, war also ein praktisches, kein abstraktes Ziel, und die musikalische Wissenschaft wollte er als ein Mittel verstanden wissen, ‚Einsicht in die Tiefen der Weltweisheit’ zu gewinnen, wie es J. A. Birnbaum stellvertretend für ihn formulierte, als Beweis, ‚dass […] die Musica von Gottes Geist […] angeordnet worden’, wie er selbst in seinem Exemplar von Calovs Bibelkommentar als Randbemerkung notierte.

Welchen Glauben man auch immer haben mag, wie könnte man in Zweifel ziehen, dass sich Bach in der gesamten Musik, die er komponierte, probte und aufführte, Gottes Gnade bewusst war – unter der Voraussetzung, dass all dies andächtigen Geistes geschah? Christoph Wolff verweist in seiner Bach- Monographie auf Bachs ‚niemals endenden musikalischen Empirismus, der theoretisches Wissen bewusst mit praktischer Erfahrung verband’ und gelangt zu dem Schluss: ‚Vor allem jedoch artikulieren Bachs Kompositionen, als über alle Maßen kunstreiche musikalische Ausarbeitungen, nichts Geringeres als die schwierige Aufgabe, für sich selbst einen Gottesbeweis zu führen – vielleicht das einzige Trachten seiner musicalische Wissenschaft.’ Naturwissenschaftler jener Zeit wie Newton und Johann Heinrich Winckler glaubten nicht nur, dass sich theologische Grundsätze empirisch beweisen ließen, sondern sahen auch keinen Widerspruch zwischen Naturwissenschaft und Christentum. Auch Bach sah ‚die leitende Hand des Weltenschöpfers in jenem Zweig der Wissenschaft, in dem er sich am besten und vermutlich besser als irgendeiner seiner Zeitgenossen auskannte’.

Aber er macht es uns nicht immer leicht. Wie zum Beispiel sollen wir die ersten Zeilen von

BWV 24 „Ein ungefärbt Gemüte“ – ‚von deutscher Treu und Güte’ auffassen? Vielleicht liegt in diesen Worten kein größerer Chauvinismus als in der Gewohnheit der Engländer im 17. Jahrhundert, sich mit Israel als dem auserwählten Volk zu identifizieren. Immerhin heißt es im Tagesevangelium: ‚Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet’ (Lukas 6, 36–42), und der Heuchler muss sich die Frage gefallen lassen: ‚Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und den Balken in deinem Auge wirst du nicht gewahr?’. Bachs Musik in BWV 24 weist keinen oberflächlichen Glanz auf: Wir müssen uns durch die äußere Schale durcharbeiten und dürfen uns durch die ‚trockenen, didaktischen Darlegungen und ungehobelten Verurteilungen menschlicher Schwächen’ in Neumeisters Text nicht irritieren lassen (wie es Gillies Whittaker offensichtlich tat).

Bach beginnt mit einer Arie für Alt, einem würdevoll schreitenden Stück im Menuettstil mit unisono geführten Violinen und Bratschen, das uns auf seine eigenwillige Weise eine Vorstellung von diesem ‚ungefärbt Gemüte’ vermittelt. Das sich anschließende Tenor-Rezitativ ist eine eigenständige und musterhafte Predigt in Miniaturform zum Thema ‚Redlichkeit… eine von den Gottesgaben’, denn ‚von Natur geht unsers Herzens Dichten mit lauter Bösem um’. Mit dem Motto seines abschließenden Ariosos mahnt er, ein Christ solle ‚sich der Taubenart bestreben und ohne Falsch und Tücke leben’. In der Tat so, ‚wie du den Nächsten haben willt’. Das ist mit Sicherheit der Kerngedanke des Mittelsatzes und für Bach der richtige Zeitpunkt, die große Kanone hervorzuholen und uns deutlich vor Ohren vor zu führen, worum es geht: Zum ersten Mal in der Kantate hören wir den Chor, begleitet von einem Clarino über der vollen Streichergruppe, der uns zweimal mit dem Leitsatz konfrontiert: ‚Alles nun, das ihr wollet, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen’. Er wird zunächst als ein schwungvolles ‚Präludium’ im Dreiertakt präsentiert, danach als Doppelfuge (immer noch im Dreiertakt) mit der Vortragsanweisung ‚vivace allegro’, die zuerst von den vier Concertisten, dann dem vollständigen Chor vorgetragen wird. Ihr Thema ist geschmeidig, das Gegenthema zerrissen, sprunghaft, gar nervös erregt. Diese Methode, seinen Chor anzukündigen (er beginnt dazu noch nach stummer Achtelzählzeit), ist weder das, was man erwarten würde, noch lässt sich diese Passage leicht bewältigen. Bei den Proben waren viele Durchgänge nötig, bis wir zu einer einigermaßen befriedigenden Interpretation gelangten, auf der Basis der ‚alla breve’-Vorgabe für die Fuge.

Eine Attacke mit Feuer und Schwefel auf die Heuchelei folgt als Bass-Accompagnato (Nr. 4) mit wilden Akkorden der Streicher, Dolchstößen gleich. Nach achtzehn Takten weichen diese Hiebe einem milder stimmenden Appell: ‚Der liebe Gott behüte mich dafür’. Auf ein sanftes Stück (Nr. 5) für doppelte Oboen d‘amore und Tenor, das uns zu ‚Treu und Wahrheit’ mahnt, folgt ein ausgedehnter Choral mit einem Text Johann Heermanns, ‚O Gott, du frommer Gott’, dessen acht Verszeilen von verwässerten, pastoralen Interludien für die Oboen und Streicher (und eine pulsierende Clarinolinie in tiefer Lage) durchsetzt sind. Er endet mit der Bitte, ‚dass in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib’. Welch ein Unterschied zu den gewundenen Aufschreien des Büßers in den Kantaten des vergangenen Sonntags!

© John Eliot Gardiner 2008 – Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch. – Übersetzung: Gudrun Meier

—————————————————————————————————–

  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen:  h i e r  zum Download als PDF 

  Künstler-Beitrag –  Link: Künstlerbeitrag Nicolas Robertson, Tenor

—————————————————————————————————

/ YouTube: BWV 177 – 

Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ

————————————————————————————————-

/ YouTube: BWV 185 –  J.S. Bach-Stiftung St. Gallen

Barmherziges Herze der ewigen Liebe“

—————————————————-

/ YouTube: BWV 185 –  Harnoncourt

 

Barmherziges Herze der ewigen Liebe“

———————————————————————————————–

CD für den 4. Sonntag nach „Trinitatis“ 
.
Link: CD’s Bach-Kantaten:
.
  Cover: CD’s – SDG 141 – Vol. 3
  .

.

BWV 24 “Ein ungefärbt Gemüte“ 

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 141 – Vol.  3 – CD  1

BWV 177Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ“ 

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 141 – Vol.  3 – CD  1

BWV 185 „Barmherziges Herze der ewigen Liebe

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 141 –  Vol. 3 – CD 1

———————————————————————————————–

Ich wünsche allen Besuchern einen schönen sommerlichen 4. Trinitatis-Sonntag !

———————————————————————————————–

Herzliche Grüße

Volker

J.S. Bach-Stiftung St. Gallen veröffentlicht erstes Video zur Werkeinführung BWV 180


Liebe Bachfreunde!

Bevor ich das Video zur Werkeinführung zum BWV 180 von der J.S. Bach-Stiftung vorstelle, habe ich noch ein sehr großes Anliegen, wo ich um rege Unterstützung bitte.

Social Media Award / Schweiz

.

Die

„J. S. Bach-Stiftung St. Gallen“

ist für den Schweizer

„Social Media Award 2011“

nominiert worden..!!

Bis Ende Juli 2011 kann jedermann für seine Lieblingskampagne abstimmen.

.

Um in die Schlussrunde zu gelangen, sind wir auf jede Stimme angewiesen.

Wir sind Ihnen daher sehr dankbar, wenn Sie auf folgende Webseite gehen würden:

Link:  http://www.bachstiftung.ch/de/social-media-award-2011/

und auf der dann folgenden Internet-Seite den

Button:

„Gefällt mir“   

klicken.

Ihre Stimme wird dann automatisch den Online-Aktivitäten der J. S. Bach-Stiftung gegeben. Die weiteren nominierten Kampagnen sind  – hier   – einsehbar. Besten Dank für Ihre wertvolle Hilfe.

———————————————————————————————————–

Ich würde mich darüber freuen, wenn alle meinen Aufruf befolgen würden und wir somit die J.S. Bach-Stiftung St. Gallen unterstützen würden…!!

———————————————————————————————————–

Heute wurde von der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen das erste Video (45 Minuten) auf YouTube veröffentlicht mit einer Werkbeschreibung zum BWV 180 „Schmücke dich, o liebe Seele.“

Vor dem eigentlichen Konzert findet von der J.S. Bachstiftung St. Gallen ein Workshop über 45 Min. statt, wo eine Werkbeschreibung und Reflexion zu dem Bach-Werk abgegeben wird. Dieses 1. Video habe ich mir heute angesehen und bin voll begeistert, mit welcher Leichtigkeit ein Bach-Werk bekömmlich erläutert wird. Der Besucher wird mit eingebunden und das finde ich total toll gemacht. Bildet Euch selber einmal ein Meinung dazu ich füge das Video anbei und schaut es Euch einmal in – R u h e –  an ich kann es jedem Bachfreund sehr empfehlen…!!

Der musikalische Leiter Rudolf Lutz der J. S. Bach-Stiftung gestaltet die Einführung zusammen mit dem Theologen Karl Graf. Dieses Video zeigt die Einführung zur Kantate BWV 180 („Schmücke dich, o liebe Seele“). Die Live-Aufzeichnung der Kantate, der Werkeinführung sowie der Reflexion ist als DVD hier erhältlich:

http://www.bachstiftung.ch/de/auffuhrungen-tickets/archiv/2009/kantate-bwv-180/

———————————————————————————————————

YouTube Werkeinführung BWV 180

———————————————————————————————————-

Ich wünsche allen Bach-Freunden viel Spaß mit diesem Video als Werkeinführung zum BWV 180 aber bitte   n i c h t  vergessen oben abzustimmen..!!

———————————————————————————————————-

Liebe Grüße

Volker

Label SDG veröffentlicht für Mitte August eine CD – SDG 715 – mit Werken von Johann Christoph Bach (1642-1703)


Cover: CD - SDG 715 Johann Christoph Bach

Liebe SDG-Freunde!

Es ist wieder soweit und die Vorfreude darauf ist riesig. Vom Label solideogloria.co.uk – wird für Mitte August 2011 die CDSDG 715 – mit Werken von

Johann Christoph Bach (1642-1703)

veröffentlicht.

CD-Inhalt, eine CD:

.

Johann Christoph Bach 

„Welt, gute Nacht“
.-

Herr, wende dich und sei mir gnädig, Dialogus

Mit Weinen hebt sich’s an, Aria

Wie bist du den, o Gott, Lamento

Der Gerechte, ob er gleich zu zeitlich stirbt, Motet 

Ach, dass ich Wassers g’nug hätte, Lamento 

Fürchte dich nicht, Motet 

Es ist nun aus mit meinem Leben, Aria

Meine Freundin, du bist schön, Dialogus

————————————————————————————————————

Aufnahmeort: Cadogan Hall, London – 16 April 2009

Soloists: Julia Doyle | Katharine Fuge
Clare Wilkinson | Jeremy Budd | James Gilchrist
Nicholas Mulroy | Matthew Brook | Peter Harvey

The English Baroque Soloists | Maya Homburger; Violine | John Eliot Gardiner; Leitung

Hierzu sehr bemerkenswert als PDF-Veröffentlichung die Werksaussagen dazu von „Richard Campbell.“

  Die deutsche Fassung als PDF Werks-Beschreibung SDG 715

———————————————————————————————————

Eine Hörprobe zur CD – SDG 715 – ist beim Label: solideogloria.co.uk   hinterlegt worden..!!

SDG 715 – Johann Christoph Bach Welt, gute Nacht 
6.  Fürchte dich nicht – Motet Stream Audio
7.  Es ist nun aus mit meinem Leben – Aria Stream Audio

———————————————————————————————————

CD’s der SDG-Reihe können – h i e r – erworben werden!

———————————————————————————————————

Herzliche Grüße

Volker

Biografie Dietrich Henschel – Bass-Bariton


.
© Clara Pons

© Clara Pons

Dietrich Henschel, Bass-Bariton, wurde 1967 in Berlin geboren. Er besuchte das musische Gymnasium in Nürnberg. Sein Studium erfolgte an dem dortigen Konservatorium und an der Musikhochschule München in den Fächern Klavier, Dirigieren und Gesang. Er wurde außerdem in Berlin u.a. bei Dietrich Fischer-Dieskau ausgebildet und war schon während des Studiums Preisträger mehrerer Wettbewerbe.

Sein erstes Engagement war als lyrischer Bariton am Stadttheater in Kiel. Sein Debüt an der Bayerischen Staatsoper war 2001 mit der Partie des Dichters Aleel in der konzertanten Aufführung von Werner Egks „Irischer Legende“.

International tritt Dietrich Henschel an dem Opernhaus in Lyon, der Pariser Oper, der Deutschen Oper Berlin, am Opernhaus von Amsterdam, Zürich, Genf und Brüssel ebenso wie bei dem Festival de Aix-en Provence und den Münchener Opernfestspielen auf. Er arbeitet mit so anerkannten Dirigenten wie Renè Jacobs, Nikolaus Harnoncourt, Christoph Eschenbach, Zubin Mehta und Kent Nagano.

Als anerkannter „Bach-Kantaten-Oratorien-Sänger“ gastierte er unter anderem bei Sir John Eliot Gardiner während der Bach Cantata Pilgrimage 2000. Sein erster Auftritt hier war gleich zu Beginn der Pilgerreise am 23.12.1999 als Solist im Weihnachts-Oratorium von J.S. Bach in der Herder-Kirche Weimar.

Im Rahmen seiner internationalen Tätigkeit als Konzert- und Liedsänger hat er regelmäßige Auftritte bei Festspielen wie den Schubertiaden in Wien und Feldkirch, dem Europäischen Musikfest Stuttgart, den Richard-Strauss-Tagen in Garmisch, dem Schleswig-Holstein-Musikfestival und dem Beethovenfest Bonn.

Ausführliche Website mit Diskographie und Pressestimmen:
www.dietrichhenschel.de/

http://www.bach-cantatas.com/Bio/Henschel-Dietrich.htm

Ich glaube an Johann Sebastian Bach, der Musiker..!!


Liebe Bachfreunde!

Bei meinen täglichen Rundgängen in der Internet-Welt wurde ich auf folgende Übersetzung geleitet und habe mich darüber köstlich amüsiert:

Übersetzung von Portugiesisch nach Deutsch 

Das Glaubensbekenntnis über J.S. Bach !

„Ich glaube an Bach, der Musiker, der Schöpfer der himmlischen Harmonien, und durch seine Kunst der Fuge, sein großes Werk, das durch die Kraft seines meisterhaften Geistes gezeugt wurde, geboren von der ewigen Muse, gelitten und  verletzt unter Leipzig,  seine Musik war tot und begraben, hinabgestiegen zu den Vergessenen, wiederauferstanden bei der Berührung durch Felix Mendelssohn Bartholdy, aufgefahren in den Himmel.“

„Ich glaube an Bach, seine Musik im Himmel und die Gemeinschaft der Interpreten. Von dort „WIRD ER KOMMEN“ zu beurteilen und zu richten alle seine Interpreten die Vergebung der Sünden einer barocken Inszenierung.

„Seine Musik bleibet ewig…., Amen.“

—————————————————————————————————————————

Grüße

Volker


Mit dem Großmeister an der Springladen-Orgel „Gerhard Weinberger“ eine erlebnisreiche Sternstunde mit Bach-Werken


An der Springladen-Orgel in Borgentreich - Prof. Gerhard Weinberger

Liebe Bachfreunde,

am Samstag, 9. Juli 2011 spielte Prof. Weinberger an der neurestaurierten Barockorgel in Borgentreich; der größten doppelten Springladenorgel der Welt

  • Toccata und Fuge F-Dur BWV 540
  • Partita „Wenn wir in höchsten Nöten sein“ BWV Anh. 78
  • Aus der „Kunst der Fuge“ BWV 1080
  • Contrapunctus 1
  • Contrapunctus 2
  • Contrapunctus 3
  • Contrapunctus 4
  • Contrapunctus 5
  • Contrapunctus 6 a 4 in Style Francese
  • Concert d-Moll BWV 974

Nach dem Konzert d-Moll für Oboe, Streicher und Basso continuo von „Alessandro Marcello“

  • Choralbearbeitung aus den „Leipziger Chorälen“ BWV 654

          „Schmücke dich, o liebe Seele“ à 2 claviers et pédale

Barocke-Springladen-Orgel in Borgentreich Fotorechte: Joschi von Scherenberg

————————————————————————————————————-

So ein swingendes, traumhaftes Orgelkonzert habe ich noch nie erlebt. Schon nach den ersten Takten der F-Dur Toccata konnte ich nicht mehr ruhig auf meiner Kirchenbank sitzen bleiben. Dieses Stück war eine indirekte Aufforderung zum Tanz. Sehr ruhig und ausgeglichen die Partita „Wenn wir in höchsten Nöten sein“. Sehr schön registriert – wir haben es genossen.

„Kunst der Fuge“ Contrapunctus 1-6 wurden sehr unterschiedlich registriert und Prof Weinberger konnte die Vielfalt dieser seltenen Orgel darstellen. Einfach beeindruckend!

Das Concert d-Moll war wieder was für mich. Ich musste mir ein Taschentuch vor den Mund halten. Das Andante e spiccato war hinreißend interpretiert – das Adagio natürlich auch; und beim Presto war’s mit meiner Fassung vorbei. Es war wirklich ein „Presto“ und auf unserer harten Kirchenbank gab’s kein Halten mehr.

„Schmücke dich, o liebe Seele“ war mit dem Tremulanten im Cantus firmus gefährlich-schön registriert. Gefährlich deshalb, weil man jeden Ton ganz genau hört und die kleinste Unregelmäßigkeit genau mitbekommt. Aber unser Großmeister (so war die Plakatankündigung) hat’s mit Bravour gemeistert.

Das Schlussstück war noch mal was zum Schwelgen. Ausgerechnet beim „Gravement“ gings wild über die gesamte Tastatur. Ich habe mich nur gewundert, wie ein Mensch bei dieser Geschwindigkeit so präzise und packend spielen kann.

Ein Schokoladenstückchen gab’s für uns noch am Ausgang. Dort kam uns Prof. Weinberger mit einem riesen Blumenstrauß entgegen und wir konnten einige Sätze mit ihm wechseln. Seine Natürlichkeit und Bescheidenheit haben uns beeindruckt.

Herzl. Gruss

Iris

P.S. Eine weitere Konzert-Rezension gibt es von der „NW aus Warburg“

Unteres Foto anklicken zum Vergrößern oder die Datei aufrufen: 

Link: https://volkersklassikseitenjsbach.com/wp-content/uploads/2011/07/nw-rezension-organist-g-weinberger-borgentreich.png

NW-Rezension: Organist Gerhard Weinberger in Borgentreich

—————————————————————————————
Zur Biographie von Gerhard Weinberger

Zum Vorbericht: „Größte doppelte Springladen-Orgel der Welt“
—————————————————————————————

Radio- und TV-Tipps KW 28 – 11.-17.7.2011


.

11.7.


BR klassik
20-22

Bachfest Leipzig
Johann Sebastian Bach: Orgelkonzert d-moll, BWV 596;
Antonio Vivaldi: Gloria D-dur, R 589;
Johann Sebastian Bach: „Was Gott tut, das ist wohlgetan“, Kantate, BWV 100;
Antonio Vivaldi: Magnificat g-moll, R 610; Gloria D-dur, R 589;
Johann Sebastian Bach: „Gelobet sei der Herr, mein Gott“, Kantate, BWV 129

Thomanerchor Leipzig
kammerorchesterbasel
Solisten: Daniel Johannsen, Tenor; Gotthold Schwarz, Bass; Daniel Beilschmidt, Orgel
Leitung: Georg Christoph Biller
Aufnahme vom 10. Juni 201

Wer die Orginalübertragung am 10. Juni verpasst hat, hat hier nochmals die Chance, dieses Konzert zu hören.

.

15.7.

.

BR-klassik
13-14
Musik im Originalklang
English Baroque Soloists: John Eliot Gardiner
Johann Sebastian Bach: Brandenburgisches Konzert Nr. 5 D-dur;
Wolfgang Amadeus Mozart: Symphonie Es-dur, KV 543

 

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den 3. Sonntag nach „Trinitatis“


Neues Bachdenkmal vor der Divi Blasii Kirche in Mühlhausen

Liebe Bach-Freunde !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 10.07.2011 begehen wir den – 3. „Sonntag nach Trinitatis“

Der 3. Sonntag nach Trinitatis stellt in gewisser Weise die Fortsetzung des 2. Sonntags nach Trinitatis dar, denn nun geht es um die offenen Arme, die den empfangen, der schon lange eingeladen ist. Die Gleichnisse vom „Verlorenen“ oder die Geschichte vom Zachäus unterstreichen dies sehr deutlich. Gott will die Sünder selig machen, darum geht es, und er hindert keinen einzelnen, zu ihm zu kommen.
Das Gleichnis vom verlorenen Schaf zeigt uns am 3. Sonntag nach Trinitatis, dass Gott gerade dem nachgeht, der in seiner Sünde gefangen ist. Wir freuen uns darüber, dass auf diese Weise auch Menschen zu seiner Gemeinde hinzukommen, die uns erst fremd und unbehaglich waren. Durch die Liebe Gottes, die in gleicher Weise uns wie ihnen gilt, werden wir fähig, diesen Menschen liebend zu begegnen.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

————————————————————————————————————————

Bach-Kantaten für den 3. Sonntag nach Trinitatis

BWV    21 –  Ich hatte viel Bekümmernis“
BWV 135 –  „Ach Herr, mich armen Sünder“

———————————————————————————————————————–

Im Radio Live: 

„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 10.07.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-

Link: http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

————————————————

WDR3 „Geistliche Musik“ – Programmauszüge:

Johann Sebastianh Bach

BWV 21 „Ich hatte viel Bekümmernis

Kantate zum 3. Sonntag nach Trinitatis

für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo;

Yukari Nonoshita, Sopran; Robin Blaze, Countertenor; Gerd Türk, Tenor;

Peter Kooij, Bass; Bach Collegium Japan; Concerto Palatino,

Leitung: Masaaki Suzuki

——————————————————————————————————————

/ YouTube: BWV 21 – 

 „Ich hatte viel Bekümmernis

——————————————————————————————————————

Kantaten-Beschreibung zum BWV 21 und BWV 135

von „Sir John Eliot Gardiner“ ist als PDF-Download nachstehend hinterlegt!

Kantaten für den 3. Sonntag nach  „Trinitatis“ (Aufführungs-Ort: Fraumünster, Zürich
am 8. und 9. Juli 2000)

Gardiner – Ausführungen zum BWV 21 „Ich hatte viel Bekümmernis“ 

BWV 21Ich hatte viel Bekümmernis“ habe ich zum ersten Mal 1979 dirigiert. Diese Kantate beeindruckte mich damals als eines der ungewöhnlichsten und einfallsreichsten Vokalwerke Bachs, und das ist auch heute noch so, nachdem ich mit all den anderen Kantaten sehr viel vertrauter geworden bin. Wesentliche Lücken im überlieferten Quellenmaterial machen die Entstehung dieser zweiteiligen Weimarer Kantate zu einem Streitpunkt unter Bach-Forschern. Die meisten akzeptieren inzwischen eine Chronologie, der zufolge eine kürzere Fassung vermutlich zu einem früheren Zeitpunkt entstanden war als die erste dokumentierte Aufführung (Weimar, 17. Juni 1714) und diese zu einem elfsätzigen Werk ‚per ogni tempo’ erweitert wurde, möglicherweise zur Aufführung in Halle im Dezember 1713 bestimmt. In Bachs Köthener Jahren wurde sie dann überarbeitet (einen Ton nach oben transponiert und vielleicht im Zusammenhang mit seiner Bewerbung um das Amt des Organisten im November 1720 an der Hamburger Jacobikirche aufgeführt) und erreichte ihre jetzt bekannte Form als die dritte Kantate, die Bach vorstellte (13. Juni 1723), als er seinen Dienst in Leipzig antrat, wo sie in späteren Jahren dann möglicherweise noch mehrere Male zu hören war.

In jeder Version liefern die Psalmverse (Nr. 2, 6 und 9) die Stützpfeiler des gesamten Gefüges. Ihre große Ähnlichkeit mit den Psalmchören seiner frühesten 11 Kantaten (BWV 150 und 131) an den Stellen, wo Tempo und Textur wechseln, deuten darauf hin, dass Bach sie 1708 kurz nach seiner Umsiedlung nach Weimar verfasste (wenngleich vermutet wird, er habe dort seine ersten Kantaten erst rund fünf Jahre später geschrieben). Diesen Eindruck bekräftigt die Ähnlichkeit des Dialogs zwischen der Seele und Jesus (in Nr.8) mit BWV 106 Actus tragicus sowie der Choralbearbeitung im Motettenstil (Nr. 9) mit dem zweiten und fünften Satz von BWV 4. Doch genau dieses Nebeneinander zwischen diesen früheren Stilen und zwei ‚modernen’ italienischen Arien (Nr. 3 & 5) und Accompagnati (Nr. 4 & 7) macht die Kantate zu einem so faszinierenden und zentralen Werk in Bachs Schaffen.

Sie beginnt mit einer Sinfonia in c-moll von überwältigendem Schmerz, Oboe und erste Violinen tauschen Arabesken aus und kommen auf nicht weniger als drei, von gestischem Pathos erfüllten Fermaten zur Ruhe. Das Ergebnis ist, dass sich schon vor Einsatz der Stimmen der Gedanke der ‚Bekümmernis’ im Bewusstsein des Hörers verankert hat – eine Stimmung, die in allen sechs Sätzen des ersten Teils bestehen bleibt, von denen fünf fast obsessiv in c-moll gesetzt sind. Bachs Unbekümmertheit, mit der er sich über das Versmaß hinwegsetzt, und seine Neigung, instrumentale Texturen mit der Vokalmelodie wetteifern oder diese gar erdrücken zu lassen, bot dem Theoretiker Johann Mattheson eine leichte Zielscheibe.

Vor allem die Missachtung anerkannter Konventionen der Textvertonung erregte in diesem Fall Matthesons Zorn und animierte ihn zu einer vernichtenden Kritik an den wiederholten ‚Ichs’, die Bach der fugierten Darbietung des Anfangschors voranstellt. Merkwürdig scheint, dass er Bachs rhetorische Absicht hinter dieser Wiederholung nicht erfasst haben sollte – die Schuld des Sünders hervorzuheben und den Pfuhl der Verzagtheit vor Augen zu führen, aus dem nur Gottes Trost ihn erretten kann. Das betrifft noch mehr die Kantate, die Mattheson in Hamburg gehört haben mag (ohne die einleitende Sinfonia): Bachs Ziel ist es, den Hörer auf die fugierte Verarbeitung des Bußtextes vorzubereiten, indem er die ganz persönliche Bedrängnis des Büßers hervorhebt – ‚Ich hatte viel Bekümmernis’.

Vielleicht waren es weniger die dreimal wiederholten ‚Ichs’, die Mattheson verärgerten, als vielmehr die unbegründete Wiederholung ganzer Phrasen, hier wie auch in Nr. 3 und 8. Doch das ist eine absichtlich angewandte und wirkungsvolle Strategie: Indem er die Stimmen fugiert einsetzen lässt, erstellt Bach ein vielgestaltiges Porträt persönlicher Drangsal, die den Sängern gemeinsam ist, während sich die Instrumentalisten nur alle drei Takte bei den Worten ‚in meinem Herzen’ hinzugesellen und die Stimmung der Sorge und Trübsal untermauern. Das Problem liegt hier nicht, wie Laurence Dreyfus meint, in dem Missverhältnis, in das Bach den ersten Teil des Psalmverses und seine Fortsetzung ‚in meinem Herzen’ bringt, und auch nicht darin, dass er ‚verabsäumt, ihn auf überzeugende und hörbare Weise vortragen zu lassen’. Nur in einer schlechten Aufführung könnte es geschehen, dass die Instrumente die Stimmen erdrücken oder die Verständlichkeit des Textes an dieser Stelle verschleiern.

Die Musik hält bei dem Wort ‚aber’ inne, das den Vermerk adagio trägt – eine Überleitung zu einem optimistischeren, vivace markierten Teil, wo Gottes Tröstungen in einem ausgedehnten, dreieinhalb Takte umfassenden und alle Stimmen und Instrumente einbeziehenden Melisma von der bekümmerten Seele als Erquickung begrüßt werden. Damit der Gegensatz nicht zu glatt oder leicht gerät, drosselt Bach das Tempo wieder zu andante, um noch einmal ‚deine Tröstungen’ zu präsentieren, bevor die ‚erquicken’-Phrase mit stillschweigender Rückkehr zu vivace dieses chorische Tableau beschließt, das die Kantate einleitet.

Ihm folgt eine Sopran-Arie mit Oboe, immer noch in c-moll, ‚Seufzer, Tränen, Kummer, Not’, ein tragisches Klagelied, das die Gesten eines langsamen Tanzes im 12/8-Takt nachahmt und wo alles aus dem Wurzelstock der siebentaktigen Einleitung der Oboe zu erwachsen scheint. Mit seiner Prägnanz und emotionalen Tiefe erklärt es sich zum nicht so fernen Vorfahren von Paminas Arie ‚Ach, ich fühl’s’ aus der Zauberflöte. War das eine der Partituren, die Mozart 1789 bei seinem Besuch in Leipzig studierte? Es scheint, als hätte Bach bei wenigstens einer Aufführung das sich anschließende Accompagnato (Nr. 4) dem Sopran (der ‚Seele’) zugewiesen. Die Tenor-Arie (Nr. 5) in f- moll enthält Fallen für den Unbedachten: Wenn man die Phrasen falsch interpretiert und zulässt, dass die Akzente der Melodie mit den bassgestützen Harmonien zusammentreffen, kann es geschehen, dass ein unwichtiges Wort wie ‚von’ hervorgehoben wird (das wäre nun wirklich ein rotes Tuch für Mattheson gewesen!), bis man bemerkt, dass Bach die Violinen und Bratschen eine Achtelnote vor die Gesangslinie geschoben hat, um das Schubert’sche Fließen dieser ‚Bäche von gesalznen Zähren’ noch flüssiger zu gestalten. Das Adagio, das dem stürmischen Allegro-Mittelteil folgt, sollte ein wenig langsamer genommen werden als das Largo zu Beginn, um dem ‚trübsalvollen Meer’ besonderen Nachdruck zu verleihen, bevor beim Da Capo das vorgeschriebene Zeitmaß wieder aufgenommen wird.

Bach liefert uns nun eine Vertonung des Textes von Psalm 42, ‚Was betrübst du dich, meine Seele’, für die vier Solisten, die auf den ausdrucksvollen Stil der Bußmotette zurückgreift, wie sie von der vorangegangenen Generation (Matthias Weckmann, Nicolaus Bruhns und Bachs älterer Cousin Johann Christoph) gepflegt wurde. Dieser Text wird vor einer lebhaften fugierten Darbietung der Worte ‚und bist so unruhig’ (mit der Vortragsbezeichnung spirituoso), die erst ‚in mir’ (adagio) wieder Boden gewinnt, von Chor und Orchester aufgenommen. ‚Harre auf Gott’ geht vier wunderbaren Takten voraus, in denen instrumentale Harmonien über einem Orgelpunkt auf B gehalten werden, was der Oboe, die diese ganze Kantate hindurch die wahre Stimme des unruhigen Geistes ist, Gelegenheit gibt, zu Tränen zu rühren – bis schließlich die Singstimmen wieder einsetzen und zweimal versichern: ‚denn ich werde ihm noch danken’. Das führt bei den Worten ‚dass er meines Angesichtes Hilfe und mein Gott ist’ zu einer Permutationsfuge, zuerst von den vier Concertisten, danach der Oboe, dann nacheinander von den hohen Streichern vorgetragen, bis schließlich das ganze Ensemble einstimmt, zu einem majestätischen Adagio aufstrebt und sich zur Bestätigung eine (wie wir sehen werden, provisorische) Kadenz in C-dur anschließt.

Nun folgt die Predigt, mit der stillschweigend einige Zeit verstreicht, und die Gläubigen erhalten Gelegenheit, darüber nachzusinnen, wann Gott seine Erlösung offenbaren wird. Der zweite Teil dieser bemerkenswerten Kantata – die in der Weise, wie sie sich von irdischer Drangsal zu einer Vision der Ewigkeit bewegt, ein eigenständiges musikalisches Drama ist – beginnt in der parallelen Durtonart mit einem denkwürdigen Beispiel für Bachs häufige Dialoge zwischen der ‚Seele’ (Sopran) und Jesus (Bass): hier als Accompagnato, das in seinem Ausdrucksspektrum und harmonischem Reichtum Mozart sehr nahe ist und zu einem Duett (mit Continuo) mit kaum verhohlener sexueller Symbolik hinleitet (Nr. 8). ‚Komm, mein Jesu, und erquicke’, singt die Seele; ‚ja, ich komme und erquicke’, antwortet Jesus. Hingabe und Sinnlichkeit gehen eine elektrisierende Verbindung ein. Nur eine sehr dünne Membran trennt dieses Stück von dem Liebesduett zwischen Diana und Endymion in der ‚Jagd’-Kantate (BWV 208, Nr. 12), die im Februar 1713 entstand. Da gibt es Augenblicke katzenhaften Scheltens (‚Nein, ach nein, du hassest mich!’), Momente der Kapitulation und einen Freudentanz im Dreiertakt, bevor die Musik des Anfangs in gestutzter Form zurückkehrt, wohltuender Gleichklang erzielt wird und beide Stimmen sich im Duodezimabstand voranbewegen. Eine eingängige abschließende Phrase im Continuo bestätigt, dass die Vereinigung oder ‚Erquickung’ gebührlich zum Abschluss gekommen ist.

Die trostvolle und heitere Stimmung setzt sich in dem ausgedehnten Satz in g-moll (Nr. 9) fort, wo drei der vier Solostimmen abwechselnd die Worte ‚Sei nun wieder zufrieden’, diesmal aus Psalm 116, in fugierten Phrasen voller Glückseligkeit gegen eine Melodie in der Tenorlinie vortragen, die offensichtlich zu den Chorälen gehört, die Bach besonders schätzte: ‚Wer nur den lieben Gott lässt walten’ von Georg Neumark. Erst nach einer zweiten Strophe (in Leipzig von den Ripienisten, der Oboe und vier Posaunen gestützt) stimmen die Streicher in den Choral ein, der nun zu den Sopranstimmen wechselt, deren Stimmung optimistischer ist: ‚Die folgend Zeit verändert viel / und setzet jeglichem sein Ziel’. Eine jubelnde Tenor-Arie folgt, in welcher der Sänger mit einem abtaktigen Azent auf ‚verschwinde’ der Hemiole des Continuos, die unmissverständlich ‚Kummer’ und ‚Schmerz’ ausdrückt, bewusst widerspricht: Bach’scher Humor, wie er schlagkräftiger nicht sein kann. Der ‚B’-Teil enthält ein Wortspiel: ‚Verwandle dich, Weinen, in lauteren Wein’.

Dieser Gedanke der ‚Verwandlung’ – von Sorge in Freude und von Bachs bescheidenem Oboe-und-Streicher-Ensemble in ein von drei Trompeten und Pauken geleitetes himmlisches Orchester – durchzieht das abschließende Tableau und hebt den Gläubigen aus seiner früheren Schwermut. Es beginnt mit dem Zitat aus der Offenbarung (5, 12–13), ‚Das Lamm, das erwürget ist, ist würdig’, das aus Händels Messiah so vertraut ist. (Man könnte mit Recht fragen, ob es Händel mit seinem scharfen Blick für die sog. ‚transformative Imitation’ nicht als nützliches Paradigma für seinen berühmten Schlusschor aufgegriffen hat: Dort sind die gleichen Blöcke homophoner Deklamation und die sich steigernde Erregung zu finden, die zum elementarsten und fesselndsten Rüstzeug eines Komponisten des 18. Jahrhunderts gehören.)

Dieser Schlusschor der Superlative gipfelt in einer weiteren Permutationsfuge, die Tonart, Instrumentierung und den ryhthmischen Charakter des Chores umkehrt, der Teil I beschließt; selbst wenn Bach ihn erst zu einer späteren Zeit hinzugefügt hätte, so scheint er doch ein völlig integraler Bestandteil der Anlage dieses Werkes zu sein, unerlässlich für das Gesamtgefüge. So besteht Bach im Gegensatz zu dem unverzüglichen Wechsel von c-moll zu C-dur im Finale von Beethovens Fünfter Symphonie darauf, dass wir während unserer Erlösung von den unvermeidlichen Sorgen des weltlichen Lebens die qualvolle Verzögerung erleben und in dieser Modulation hören, wie Gott uns diese durch seinen ‚Trost’ und seine ‚Erquickung’ schließlich nehmen wird, bis wir ihn ‚von Angesicht zu Angesicht’ schauen.

© John Eliot Gardiner 2010 – Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch. – Übersetzung: Gudrun Meier

—————————————————————————————————————

  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen:  h i e r  zum Download als PDF

  Künstler-Beitrag –  Link: Künstlerbeitrag Michael Harrison, Trompete

————————————————————————————————————-

/ YouTube: BWV 135 – 

„Ach Herr, mich armen Sünder“


————————————————————————————————————

CD für den 3. Sonntag nach „Trinitatis“ 
.
Link: CD’s Bach-Kantaten:
.
  Cover: CD’s – SDG 165 – Vol. 2
  .

.BWV 21 “Ich hatte viel Bekümmernis“ 

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 165 – Vol.  2 – CD  2

BWV 135 „Ach Herr, mich armen Sünder“

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 165 –  Vol. 2 – CD 2

———————————————————————————————————–

Ich wünsche allen Besuchern einen schönen Trinitatis-Sonntag mit zu Herzen gehenden Bach-Kantaten.

———————————————————————————————————–

Herzliche Grüße

Volker

Biografie Robin Tyson – Countertenor


zurück zur Biografien-Übersicht

 

Robin Tyson

Robin Tyson

Robin Tyson begann seine Laufbahn als Chorsänger in der Kathedrale von Canterbury. 1989 bekam er ein Stipendium für das King’s College in Cambridge. Anschließend besuchte er das Royal College f Music für ein Postgraduiertenstudium.

Als Solist ist er in ganz Europa, den USA und dem Fernen Osten aufgetreten. Er arbeitete mit Dirigenten wie Sir John Eliot Gardiner, Richard Hickox, Paul McCreesh, Rene Jacobs, Emmanuel Haïm, Robert King und Joshua Rifkin zusammen. Er trat im Lincoln Center New York sowie bei Festspielen wie dem Edinburgh International Festival, dem Spitalfields Festival, im Barbican Centre und den BBC Proms als Gesangs-Solist auf.

1998 debütierte er als Liedsänger in London, als er Barock- und klassische Lieder in der Serie „Liederreise“ des St. John’s Smith Square sang. Während seiner Collegezeit sang Robin den Oberon in Brittens „Mittsommernachtstraum“. Während des Londoner Händel-Festivals verkörperte er die Hauptrolle in Händels „Alessandro Severo“. Unter René Jacobs hat er in Cavallis „La Calisto“ in La Monnaie (Brüssel) und am Teatre Nacional de Catalunya (Barcelona) gesungen. Opernpläne beinhalten weitere Aufführungen von „La Calisto“ am Festspielhaus in Salzburg, Lyon, Montpellier und Berlin sowie eine Doppelvorstellung von „Venus und Adonis“ und „Dido und Aeneas“ in Antwerpen und Gent für die Oper Flandern.

Robin Tyson war stark engagiert in Sir John Eliot Gardiner’s Bach Cantata Projekt in 2000. Die Live-Aufnahme eines Konzertes ist bei dem Label Deutsche Grammophon erschienen, andere Aufnahmen von der Bach Cantata Pilgrimage sind beim „Soli Deo Gloria“-Label erhältlich. Ebenso trat er mit dem Ensemble Fretwork auf. Mit dem Viol-Ensemble Concordia nahm er die Musik zu dem Film Elizabeth mit Helen Mirren auf. Im Bereich der zeitgenössischen Musik trat er zweimal bei den BBC PROMs in György Kurtàg’s What is the Word sowie in der Uraufführung von Giles Swayne’s Havoc.

Robin sang auch in vielen führenden Vokalensembles wie The Sixteen, The Gabrieli Consort, Pro Cantione Antiqua, King’s Consort und Hilliard Ensemble. Von 2001 bis 2009 er Mitglied der King’s Singers, dem weltweit begehrtesten A-cappella-Ensemble.

http://www.kingssing.de/ksbio/tyson

http://daviesmusic.com/singer/robin-tyson/

zurück zur Biografien-Übersicht

.

Barocke Springladenorgel restauriert Konzert eines Großmeisters Gerhard Weinberger am 9.7.2011 in Borgentreich


Liebe Orgel-Freunde!

Borgentreich (OWL-Ostwestfalen-Lippe). Das Mammutwerk ist vollbracht: 15 Jahre lang haben die Borgentreicher für die Königin der Instrumente gekämpft. Für ihre Orgel haben sie gespendet, geworben und sogar Bundestagspräsident Norbert Lammert als Pate für die Restaurierung gewinnen können. Jetzt wurde angestimmt: Am 14. Mai 2011 empfing die Borgentreicher Barockorgel in der katholischen Pfarrkirche St. Johannes Baptist die offizielle Weihe.

Geweiht, die größte barocke Springladenorgel der Welt in der Kirche St. Johannes Baptist, Borgentreich. © 2005 – 2011 Orgelförderverein Borgentreich.

1997 begannen die Planungen zur Restaurierung der größten Barockorgel Westfalens in der katholischen Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Borgentreich, die zugleich auch die wichtigste historische Orgel des Erzbistums Paderborn ist. Im November 2003 wurde die Orgelbaufirma Hermann Eule in Bautzen mit der Wiederherstellung beauftragt – von 2005 bis 2011 liefen die Restaurierungs-Arbeiten. Mit der Orgelweihe am 14./15. Mai 2011 ging die schwierigste, langwierigste und kostspieligste Restaurierung der Erzdiözese Paderborn zu Ende.

Größte barocke Springladenorgel der Welt in Borgentreich © 2005 - 2011 Orgelförderverein Borgentreich.

Die „Königin der Instrumente“ in Borgentreich wird ursprünglich für die Klosterkirche der Augustiner im ostwestfälischen Kloster Dalheim erbaut. Den ältesten Teil bildet das Hauptwerk, das im 17. Jahrhundert von einem Orgelbauer der Familie Bader geschaffen wurde. Nach der Aufhebung des Klosters Dalheim im Jahr 1803 wurde die Orgel für Borgentreich erworben.

Disposition der Springladenorgel in Beverungen Pfarrkirche St. Johannes Baptist.

H i e r  – klicken..!!

Die Orgel lockt ihre Fans aus ganz Europa an. Wer in der Orgel-Szene etwas auf sich hält, muss dieses Instrument mit den 3.019 Pfeifen im mächtigen Leib gesehen haben. Es ist die größte doppelte Springladenorgel der Welt und zugleich auch die größte Barockorgel Westfalens. Sie thront jetzt frisch restauriert wieder hoch droben auf der Empore in der katholischen Pfarrkirche St. Johannes Baptist und verzückt die Blicke mit ihrem riesigen in Weiß und Blattgold gefassten Prospekt.

Springlade…  Die heute aufgrund ihrer aufwändigen Konstruktion nur noch selten anzutreffende Springlade unterscheidet sich von der Schleiflade hinsichtlich ihrer besonderen Registriervorrichtung. Anstelle der Schleife befinden sich in der Windlade unter jeder Pfeifenbohrung kleine Ventile. Diese werden mit einer Feder gehalten. Sie können mittels Stechern (kleine Metallstifte, die oben aus der Windlade herausragen) geöffnet werden. Beim Ziehen eines Registers drückt eine lange Leiste auf sämtliche dem jeweiligen Register zugehörigen Stecher. Dadurch werden alle Ventile des gezogenen Registers geöffnet. Beim Abstoßen springen die Ventile durch ihre Federn wieder zu. Daher der Name Springlade. Der Registerzug muss sowohl in gezogenem wie auch in abgestoßenem Zustand eingehakt werden um die Kraft der Ventilfederchen oder das Gewicht der Registerleiste auszuhalten. Ab 1600 entwickelte sich die Konstruktion der doppelten Springlade.
(Angaben des Orgelmuseums Borgentreich)

Einen ausführlichen Zeitungsbeitrag der NW zur Springladenorgel erhalten Sie  – h i e r -..!!

Besucher von Borgentreich ist das dortige Orgelmuseum sehr zu empfehlen.

Link: Orgel-Museum in Borgentreich: 

Erleben  Sie im ersten Orgelmuseum Deutschlands  faszinierende Einblicke in die Welt der  Königin der Instrumente. Funktionsweise der  Pfeifenorgel, klanglicher Aufbau,  handwerkliche Herstellung und geschichtliche  Entwicklung werden leicht verständlich und  unterhaltsam präsentiert an Pfeifen,  Werkzeugen und Modellen zum Anfassen und    Ausprobieren.

————————————————————————————————————————

Dozent-Dirigent und Organist Prof. Gerhard Weinberger

Aus gegebenem Anlass finden nach Weihe der barocken Springladenorgel

Orgel-Konzertwochen in der katholischen

Pfarrkirche  St. Johannes Baptist, Beverungen statt.

Konzertankündigung:

Großmeister der Orgel am

Samstag, 9. Juli 2011 um 17:00 Uhr

Prof. Gerhard Weinberger, Detmold / München mit Werken von Johann Sebastian Bach

Für seine Gesamteinspielung des Bachschen Orgelwerks auf historischen Instrumenten (22 CDs) erhielt Gerhard Weinberger den Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik 2009.

Die Jury schrieb in ihrer Begründung: „Diese Einspielung der Orgelwerke von Johann Sebastian Bach steht in nahezu jeder Hinsicht einzigartig da…. Zum dritten ist es die die stilistische … Souveränität, mit der Gerhard Weinberger … in mehr als 12 Jahren eine Referenz- Einspielung für das 21. Jahrhundert geschaffen hat.“

Zur Biographie von Gerhard Weinberger

——————————————————————————————————————–

YouTube Gerhard Weinberger spielt Bach

——————————————————————————————————————–

Dir liebe @Iris, danke für den Konzert-Tipp. Haben wir doch wieder die Gelegenheit, diesen großartigen Orgel-Bach-Interpreten an dieser wunderbaren Springladenorgel aus der Barockzeit erleben zu können ich freue mich mächtig auf dieses Orgel-Konzert am Samstag…!!

Liebe Grüße

Volker

Wie wird Musik klein? – Zur Technik von MP3!


Mal etwas ganz anders – kein Bach, kein Radiotipp, aber …

Die Universität Hannover stellt jeden Montag kleine Filme zu den verschiedensten Forschungen in ihren Instituten ins Netz. Hier gibt es im Bereich des Maschinenbaus oder des Bauingenieurwesens naturgemäß keine Berührungspunkte zu den Themen dieses Blogs, aber mit dem heutigen Filmchen ist das etwas anders. Ich nehme an, Ihr habt so wie ich alle so ein kleines Teil, genannt MP3-Player, in der Tasche oder hört Radio im Internet, das ja auch meist in diesem Format gesendet wird. Damit beschäftigt sich der Film dieser Woche: Wie wird Musik klein?

http://www.uni-hannover.de/de/service/specials/experiment/

Das ist in dieser Kürze natürlich nichts für Fachleute, aber für den Musikliebhaber ohne Kenntnisse in Elektrotechnik ganz nett zu sehen. Und was wären wir ohne die MP3-Technik als Musikliebhaber?

Viel Spaß
Barbara

J.S. Bach-Stiftung St. Gallen stellt ein neues Video bereit BWV 93


Liebe Bachfreunde,

die J.S. Bach-Stiftung St. Gallen veröffentlicht auf YouTube ein weiteres Video vierter Satz (aria, duetto soprano e alto) aus der Kantate BWV 93 „Wer nur den lieben Gott lässt walten“, aufgeführt durch die J. S. Bach-Stiftung St. Gallen. Solisten: Miriam Feuersinger (Sopran) und Jan Börner (Altus). Musikalischer Leiter: Rudolf Lutz.

Weitere Informationen zur Bachstiftung unter www.bachstiftung.ch.

Wie immer ein Seh- und Hörgenuss..!!

———————————————————————————————————————

Nähere Angaben zu DVD http://www.bachstiftung.ch/de/shop/items/j-s-bach-kantate-bwv-93/

Die J. S. Bach-Stiftung führt innerhalb von rund 25 Jahren das gesamte Vokalwerk von Johann Sebastian Bach auf. Jeden Monat wird im appenzellischen St. Gallen-Trogen (Schweiz) eine der über 200 Kantaten von Bach gespielt. Sämtliche Konzerte, Workshops und Reflexionen erscheinen auf DVD, die Texte auch in Buchform.

Nächste Aufführungen in St. Gallen-Trogen:.

12.08.2011

TICKETS BESTELLEN…

Tickets für alle Aufführungen können Sie telefonisch oder per E-Mail bestellen.
Telefon: +41 71 242 58 58
E-Mail: info@bachstiftung.ch

——————————————————————————————————————–

Wünsche allen einen schöne Woche.

Grüße
Volker

Radio- und TV-Tipps KW 27 – 4.7.-10.7.2011


4.7.

.
Ein  Name, der in Interviews mit Sir John Eliot Gardiner und auch in seinem  Reisetagebuch immer wieder auftaucht – Nadia Boulanger. DRS II stellt die  Künstlerin vor.

DRS II
15 – 17
Parlando

«Jeder Akkord eröffnet eine neue Perspektive» – Nadia Boulanger im Portrait

Die Pariser Rue Ballu No. 36 ist eine Adresse für Musikergenerationen.
Regelmässig pilgerte die Hautevolee der internationalen Musikszene in die Wohnung  der Pädagogin, Musikerin und Komponistin Nadia Boulanger zum Unterricht.

Aaron Copland, Daniel Barenboim oder John Eliot Gardiner und viele mehr lernten bei der bekannten Musikerin.  Man sprach auch von Nadias «Boulangerie». Als Dirigentin und Pianistin war sie ebenso erfolgreich wie als Komponistin.

Obwohl mit dem 2. Preis des Prix de Rome ausgezeichnet, gab sie das Komponieren  mit dem Kommentar auf «Ich habe kein Talent». Die grosse Begabung schrieb sie  ihrer bereits mit 25 Jahren verstorbenen Schwester Lili zu. Ihrem Werk widmete Nadia Boulanger ihr Leben.

Im Gespräch mit dem Komponisten und Musikwissenschaftler Prof. Krzysztof Meyer,  mit Ausschnitten aus Reden von Nadia Boulanger im Original und mit der Musikerin als Dirigentin und Pianistin lässt Bettina Brand ein Stück Musikgeschichte wieder aufleben.

.

5.7.

.
Eine Wiederholung aus  dem letzten Jahr:

HR2
20-22

Bach: Messe h-Moll BWV 232

Dorothee Mields und Hana Blaziková, Sopran
Damien Guillon, Alt
Thomas Hobbs, Tenor
Peter Kooij, Bariton
Collegium Vocale Gent mit Orchester
Leitung: Philippe Herreweghe

(Aufnahme vom 3. September 2010 in der Georgenkirche, Schwarzenberg/ Erzgebirge)

Johann Sebastian Bach komponierte die h-Moll-Messe nicht in einem Stück, sondern die einzelnen Teile nach und nach. Bereits 1724 schrieb er für den Leipziger Weihnachtsgottesdienst das später in die h-Moll-Messe übernommene „Sanctus“. Die beengenden Verhältnisse in Leipzig führten dazu, dass Bach auch nach anderen Arbeitsmöglichkeiten Ausschau hielt und zu auswärtigen Höfen Kontakt knüpfte. Für den Amtsantritt Friedrich Augusts II. als Kurfürst von Sachsen 1733 schrieb er „Kyrie“ und „Gloria“, die später in die h-Moll-Messe aufgenommen wurden. Mit dieser Missa brevis bewarb sich Bach um den Titel eines Hof-Compositeurs am Dresdner Hof, den er dann auch 1736 erhielt. Der Anlass zur Vervollständigung der Missa brevis zur Missa tota bis 1749 ist nicht bekannt, doch steht sie im Einklang mit der in Bachs letztem Lebensjahrzehnt zu beobachtenden Tendenz zum Zusammenstellen komplexer Gruppen von Werken vorbildlichen Charakters. Die Messe in h-Moll geriet lange in Vergessenheit. Erst 1834 und1835 kam es in Berlin wieder zur vollständigen Aufführung. Die Resonanz war enthusiastisch, Bachs h-Moll-Messe wurde als „größtes musikalisches Kunstwerk aller Zeiten und Völker“ gepriesen. hr2-kultur sendet heute Abend eine Aufnahme vom letztjährigen Musikfest Erzgebirge unter der musikalischen Leitung des belgischen Bach-Spezialisten Philippe Herreweghe.

.

6.7.

.
Mit Freude denke ich an das Konzert des Magdalena  Consorts in der Bachkirche von Arnstadt zurück. Jetzt haben wir das Vergnügen,  das Ensemble wieder hören zu können – live aus der Tewkesbury Abbey – wieder mit Johann Sebastian Bach.

BBC-live
19:30-20:20 Pause 20:40-22:00 (20:30-21:30 Pause 21:40-23:00 MESZ)

Cheltenham Festival 2011:  Tewkesbury Abbey
‚To the Power of Three‘:

J.S. Bach Sinfonia to Cantata no. 42 (BWV.42) ‚Am  Abend aber desselbigen Sabbaths‘
J.S. Bach Cantata no.78 (BWV.78) ‚Jesu, der du meine Seele‘
J.S. Bach Brandenburg Concerto No 3 (BWV.1048) in G major

Pause

J.S. Bach Motet (BWV.230) ‚Lobet der Herrn, alle Heiden‘
J.S. Bach Cantata no 147 (BWV.147), ‚Herz und Mund und Tat und Leben‘

Magdalena Consort
Peter Harvey (Director, baritone)
Julia Doyle (soprano)
Robin Blaze (counter tenor)
James Gilchrist (tenor)

J.S. Bach’s cantatas BWV147 „Herz und Mund und Tat und Leben“ with its famous chorale „Jesu Joy of Man’s Desiring“, and the more reflective yet equally glorious „Jesu, der du meine Seele“, are testament both to Bach’s personal faith and his fascination with the religiously significant number, three. The Magdalena Consort and director and baritone Peter Harvey complete their tribute to Bach’s fascination with numbers with the Brandenburg Concerto no 3, scored for three violins, three violas and three cellos and the virtuosic motet „Lobet den Herrn“.

.

7.6.

.
Aufnahmen, die immer  mal wieder zu hören sind – und die man sich immer mal wieder anhören kann:

BR-klassik
13-14

Musik  im Originalklang
Orchestre Révolutionnaire et Romantique: John Eliot Gardiner
Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 2 D-dur;
Robert Schumann: Konzertstück, op. 86 (Susan Dent, Roger Montgomery, Gavin  Edwards, Robert Maskell, Horn)

.

8.7.

.

Der Vollständigkeit halber auch die weiteren Konzerte vom Bachfest Leipzig:

.
MDR Figaro
20-22

BACHFEST LEIPZIG 2011
„Eine venezianische Vesper“

Werke von Claudio Monteverdi, Giovanni Gabrieli, Tarquinio Merula, Gabriele Sponga  Usper u.a.
Vox  Humana, Cappella Gregoriana di Venezia, Venice Baroque Orchestra
Leitung: Andrea Marcon

„… eine Musik, wie ich sie kunstvoller in meinem Leben nicht mehr hören werde. Ihr Komponist, der sehr berühmte Claudio di Monteverde führte sie auf, begleitet von vier Theorben, zwei Zinken, zwei Fagotten, zwei Violinen, einer Baßviola von ungeheueren Ausmaßen, Orgel und anderen Instrumenten – ganz zu schweigen von 10 oder 12 Singstimmen. Ich war hingerissen vor Vergnügen.“

Unter überwältigendem Eindruck stehend, berichtet der niederländische Dichter Constantijn Huygens über seinen Besuch einer venezianischen Vesper im Jahr 1620. Ihre Blüte erlebte die musikalische Vesper zu dieser Zeit vor allem im italienischen Raum, eng verbunden mit dem Namen Claudio Monteverdis. Dieser hatte mit der „Marienvesper“ (1610) schon vor seinem Amtsantritt als Kapellmeister an San Marco in Venedig eine wegweisende Sammlung von Psalmen und Konzerten vorgelegt.

Mehr als 30 Jahre später erschien unter dem Titel „Selva morale e spirituale“ sein zweites Hauptwerk der sakralen Musik. Eine Vesper speziell zum Pfi ngstfest komponierte Monteverdi freilich nicht – zusammengestellt aus seinen Sammlungen, ergänzt durch Werke seiner Zeitgenossen und gregorianische Antiphonen erklingt eine venezianische „Vespro di Pentecoste“.

Aufzeichnung vom 18.6.2011, Thomaskirche, Leipzig

 .

9.7.

.
MDR Figaro

20-22:30

Bachfest Leipzig 2011
Johann Christian Bach: „Zanaide“
Opera seria in drei Akten
Libretto: Giovanni Gualberto Bottarelli

Welterstaufführung seit 1763

Sara Hershkowitz, Sopran (Zanaïda); Clémentine Margaine, Mezzosopran (Tamasse); Chantal Santon, Sopran (Roselane); Camille Poul, Sopran (Osira); Patrice Verdelet, Bariton (Mustafa); Natalie Perez, Sopran (Cisseo); Majdouline Zerari, Mezzosopran (Aglatida); Julie Fioretti, Sopran (Silvera); Jeffrey Thompson, Tenor (Gianguir)
Opera Fuoco, Leitung: David Stern,
Regie: Sigrid T’Hooft

Aufzeichnung vom 15./16.6.2011, Goethe-Theater Bad Lauchstädt
Moderation: Bettina Volksdorf

.

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den 2. Sonntag nach „Trinitatis“


Sir J.E. Gardiner am Bach-Denkmal Thomas Kirche Leipzig

Liebe Bach-Freunde !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 03.07.2011 begehen wir den – 2. „Sonntag nach Trinitatis“

Der 2. Sonntag nach Trinitatis hat „die Einladung“ zum Thema. Es leitet sich ab vom Evangelium vom großen Abendmahl – der Einladung, die von den Wohlhabenden abgelehnt wird, woraufhin die Einladung an die Außenseiter und Ausgestoßenen ergeht, die sie freudig annehmen. Es geht an diesem Sonntag wohl mehr darum, darüber nachzudenken, wo Gottes Einladung an uns ergeht und wie wir darauf antworten. Die übrigen Perikopen nehmen das Thema in vielfältiger Weise auf.

Am 2. Sonntag nach Trinitatis hören wir die Einladung zum großen Abendmahl und danken Gott, dass er uns durch Jesus Christus teilhaben läßt an seinem Reich. Die Freude über die Einladung macht uns selbst zu Einladenden.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

———————————————————————————————————————-

Bach-Kantaten für den 2. Sonntag nach Trinitatis

BWV 2 – „Ach Gott, vom Himmel sieh darein“
BWV 76 – „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“

*) BWV 10 – „„Meine Seel erhebt den Herrn“  (* für Mariae Heimsuchung)

———————————————————————————————————————

Im Radio Live: 

„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 03.07.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-

Link: http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

——————————————————————————————————————–

Geistliche Musik – Programmauszüge:

Johann Sebastianh Bach

BWV 10 „Meine Seel erhebt den Herren“

Kantate zu Mariae Heimsuchung für

Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo; Siri Thornhill,

Sopran; Petra Noskaiová, Alt; Christoph Genz, Tenor; Jan van der

Crabben, Bass; La Petite Bande, Leitung: Sigiswald Kuijken

——————————————————————————————————————

/ YouTube: BWV 10 – 

 „Meine Seel erhebt den Herrn“ (für Mariae Heimsuchung)


—————————————————————————————————————-

Kantaten-Beschreibung zum BWV 2, BWV 10  und BWV 76

von „Sir John Eliot Gardiner“ ist als PDF-Download nachstehend hinterlegt!

Kantaten für den 2. Sonntag nach  „Trinitatis“ (Aufführungs-Ort: Basilique Saint-Denis, Paris,  am 2. und 3. Juli 2000)

Gardiner – Ausführungen zum BWV 10 „Meine Seel erhebt den Herrn“ (für Mariae Heimsuchung)

Zwei Wochen nach der ersten Aufführung von BWV 2 am 18. Juni 1724 stellte Bach „Meine Seel erhebt den Herrn“ BWV 10 zum Fest Mariä Heimsuchung vor – das fünfte Werk in seinem zweiten Leipziger Kantatenjahrgang. Er schätzte es hoch genug, um es im Laufe der 1740er Jahre mindestens einmal zu wiederholen. Es war für die Liturgie des Vespergottesdienstes in Leipzig bestimmt, und sein unbekannter Librettist übernahm für die Sätze 1 und 5 das deutsche Magnificat unverändert, während es in den Sätzen 2, 3, 4 und 6 paraphrasiert wird und statt mit einem Choral mit einer Doxologie des Chors endet. Bach findet Mittel und Wege, bei dem unveränderten Text den tonus peregrinus einzuflechten, den in der lutherischen Tradition mit diesen Worten verbundenen Gemeindegesang. Dieser liefert einen faszinierenden Kontrast zu seinem lateinischen Magnificat (BWV 243), das im Jahr zuvor am Weihnachtstag (mit weihnachtlichen Einschüben) aufgeführt worden war.

Wenngleich die Kantate weniger üppig instrumentiert und nicht so offenkundig theatralisch ist, steht sie im Hinblick auf  handwerkliches Können und eine umsichtige Ausdeutung der Worte dem Lobgesang in nichts nach. Bachs große Aufgabe besteht hier darin, zwischen dem modalen Charakter des Tonus peregrinus und der festlichen Stimmung des Textes und seinen Vorstellungen, wie sich dieser Überschwang durch Chor und Instrumente ausdrücken ließe, eine praktikable Synthese zu schaffen. Angemessenen rhythmischen Schwung erhält die einleitende (vivace überschriebene) Choralfantasie durch Arpeggien im Stil des italienischen Violinkonzerts in den hohen Streichern und die kraftvolle Deklamation der drei tiefen Chorstimmen. In der zweiten Verszeile wandert der Tonus peregrinus, der nun den Altstimmen übertragen ist, zur Subdominante, bevor Bach die einleitende Sinfonia auf typisch kunstreiche Weise mit den Chorstimmen verflechtet, diesmal jedoch auf den Cantus firmus verzichtet.

Der zweite Satz, eine festliche Sopran-Arie in B-dur im konzertanten Stil behält den rhythmischen Schwung bei und schildert den Herrn als ‚stark und mächtig’. Ein Vergleich der autographen Partitur mit den Originalstimmen lässt vermuten, dass Bach die unisono geführten Oboen, die den vierstimmigen Satz füllen, wenn die Sopranstimme pausiert, erst dann einfügte, als er die Stimmen ins Reine schrieb. Das Tenor-Rezitativ (Nr. 3) steigert sich zu einem Melisma aus sechsunddreißig Noten, um uns jene Leute vor Augen zu führen, ‚die voller Stolz und Hoffart sind’ und die Gottes Hand ‚wie Spreu zerstreun’ wird – was auf die Lippen der Gemeindemitglieder, die sich an das peitschende Motiv des Evangelisten in der Johannes- Passion erinnerten, die sie ungefähr vier Monate zuvor gehört hatten, ein wissendes Lächeln gebracht haben mag. Darauf folgt eine prachtvolle, unerbittliche Arie für Bass, die mit hämmerndem Continuo betont, wie ‚Gewaltige vom Stuhl hinunter in den Schwefelpfuhl’ gestoßen werden, und schließlich auf sinnige Weise schildert, wie Gott die Reichen ‚bloß – und – leer’ lässt. Hier bietet sich ein faszinierender Vergleich mit dem ‚Deposuit’ aus dem lateinischen Magnificat an. Wie im ‚Suscepit Israel’ jenes Werkes verwendet Bach jetzt den (der Trompete übertragenen) Tonus peregrinus als Hintergrund für ein überaus zärtliches und lyrisches Duett zwischen Alt und Tenor (Nr. 5).

Doch vielleicht spart er sich das Beste für den Schluss auf, ein Tenor-Rezitativ (Nr. 6), das secco beginnt und dann von den hohen Streichern mit plätschernden Sechzehnteln begleitet wird. Diese schildern, wie Gottes Same ‚sich so sehr wie Sand am Meer und Stern am Firmament ausbreiten’ musste, und eine Paraphrase der Anfangsworte des Johannesevangeliums (‚das ew’ge Wort ließ sich im Fleische sehen’) beschließt die Kantate mit dem wunderschönen und trostreichen Versprechen, ‚dass Gottes Wort voll Gnad und Wahrheit sei’. Die Doxologie erinnert in der Kraft, mit der Bach den Chor die Worte deklamieren lässt – auf eine Weise, bei der er den Wechsel zwischen betonten und unbetonten Silben im Deutschen besonders geschätzt haben mag – sehr stark an Heinrich Schütz.

Schütz (1585–1672) ist der unbesungene Held, der Monteverdi und Bach verbindet. Er war, so vermute ich, der Kanal für jenen reichen Strom musikalischen Ausdrucks und die nahezu wissenschaftliche Erkundung menschlicher Leidenschaften, der Monteverdi den Weg bereitet hatte, er sorgte dafür, dass sie über Schüler wie Jonas de Fletin an Johann Christoph Bach und von diesem an dessen berühmtem Großcousin weitergegeben wurde. Mehr als jeder andere Barockkomponist erkannte und würdigte Schütz die Rhythmik, die sinnlichen Muster und die rhetorische Kraft der gesungenen deutschen Sprache. Stellt man ihm Bach an die Seite und sieht man sich genauer an, wie dieser seine Texte vertonte, so wird deutlich, dass Bachs Methode nicht immer glücklich war, dem Text aber auch nicht sein Hauptaugenmerk gilt. Bei Bach herrschten andere Prioritäten, doch hatte er sich erst einmal entschlossen, dann bewies er, dass er seinen Text nicht nur sehr prägnant und einfühlsam vertonen konnte, sondern dass er auch ein meisterhafter Rhetoriker war.

© John Eliot Gardiner 2010 – Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch. – Übersetzung: Gudrun Meier

—————————————————————————————————————

  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen:  h i e r  zum Download als PDF

  Künstler-Beitrag –  Link: Künstlerbeitrag Michael Harrison, Trompete

—————————————————————————————————————

/ YouTube: BWV 2 – 

Ach Gott, vom Himmel sieh darein

—————————————————————————————————————

/ YouTube: BWV 76 – 

„Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“

————————————————————————————————————–

CD für den 2. Sonntag nach „Trinitatis“ Link: CD’s Bach-Kantaten:
.
  Cover: CD’s – SDG 165 – Vol. 2
  .

.

.

.

BWV 2 “Ach Gott vom Himmel sieh darein“

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 165 – Vol.  2 – CD  1

BWV 10 “Meine Seel erhebt den Herrn“ (für  Mariae Heimsuchung)

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 165 –  Vol. 2 – CD 1

BWV 76 „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 165 –  Vol. 2 – CD 1

————————————————————————————————————–

Ich wünsche allen Besuchern einen schönen Trinitatis-Sonntag mit wunderschönen Bach-Kantaten.
————————————————————————————————————-
Herzliche Grüße
Volker

Biografie Julia Doyle – Sopran


.
Julia Doyle

Julia Doyle

Die Sopranistin Julia Doyle, die aus Lancaster stammt, studierte Sozial- und Politikwissenschaften sowie Gesang in Cambridge. Bevor sie sich ganz auf ihre Laufbahn als Sängerin konzentrierte, forschte sie in den USA zur sprachlichen und musikalischen Entwicklung von Kindern und war im Kulturmanagement tätig.

Als international gefragte Barock-Spezialistin musiziert Julia Doyle mit Originalklangensembles wie I Fagiolini oder dem Orchestra of the Age of Enlightenment, aber auch mit dem BBC Philharmonic, der Britten Sinfonia und dem Royal Philharmonic Orchestra. Auftritte mit John Eliot Gardiner und den English Baroque Soloists führten sie ins Amsterdamer Concertgebouw sowie zu den BBC Proms und den Festen Alter Musik im Braunschweiger Land „Soli Deo Gloria„; Roger Norrington lud sie 2006 für Aufführungen von Purcells The Fairy Queen ans Salzburger Mozarteum ein. Mit dem BBC Symphony Orchestra unter David Zinman hat Julia Doyle jüngst Lutosławskis Dwadziesci Koled (Weihnachtslieder) für CD eingespielt.

http://www.juliasoprano.moonfruit.com/#/biography/4522565115

http://www.bach-cantatas.com/Bio/Doyle-Julia.htm

zurück zur Biografien-Übersicht

.

Biografie Magdalena Consort


.
Das Magdalena Consort vor seinem Debütkonzert in Santiago de Compostela - © www.magdalenaconsort.com

Das Magdalena Consort vor seinem Debütkonzert in Santiago de Compostela - © http://www.magdalenaconsort.com

.
Das Magdalena Consort wurde 2008 von Peter Harvey gegründet und verfolgt das künstlerische Ziel, lebendige Aufführungen der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts als Kammermusik auf höchstem Niveau zu realisieren. Die Besetzung des Ensembles entspricht der Anzahl von Sängern und Instrumentalisten, für die die Musik ursprünglich geschrieben wurde. Die Größe des Orchesters variiert zwischen dem Einsatz einzelner Streicher und kleinem Kammerorchester, während die chorischen Sätze von Solisten gesungen werden – „one voice per part“. Die sich daraus ergebene große Klarheit in den musikalischen Linien macht den charakteristischen Klang des Magdalena Consorts aus.Die Instrumentalisten des Magdalena Consorts gehören zu den namhaften europäischen Spezialisten für Alte Musik, die Sänger sind international bekannte Solisten, die ebenso beachtliche Erfahrung im Ensemblegesang haben.

Magdalena Consort in Arnstadt - © V. Hege
Magdalena Consort in Arnstadt – © V. Hege

Beim Festival Santiago de Compostela gab das Ensemble im Juli 2008 sein äußerst erfolgreiches Debütkonzert mit den Solisten Gillian Keith, Daniel Taylor, James Gilchrist und Peter Harvey, der ebenfalls die Leitung inne hatte. Ein Jahr später debütierte das Magdalena Consort in Deutschland. Im Rahmen des MDR-Musiksommers gaben sie in der Arnstädter Bachkirche ein vom Publikum begeistert aufgenommenes Konzert mit Werken von Johann Sebastian Bach. Ein weiterer Höhepunkt war 2010 eine Aufführung von Monteverdis Marienvesper mit 10 Sängern in der Tewkesbury Abbey.

Neben den öffentlichen Konzerten engagiert sich das Magdalena Consort auch im sozialen Bereich und tritt in kleiner Besetzung in ungezwungenener Atmosphäre in Hospizen honorarfrei auf – eine karitative Initiative mit dem Namen „Musikalisches Opfer“.

http://www.magdalenaconsort.com/home.html

zurück zur Biografien-Übersicht

.

Gesangs-Solisten von der Bach-Cantata-Pilgrimage 2000


Peter Harvey (Bass-Bariton)

Liebe Gardiner- und Händel-Freunde/innen!

Gesangs-Solisten von der „Bach-Cantata-Pilgrimage 2000“ sind in einem Konzert vom 28.3.2011 im Wiener Konzerthaus mit dem Tölzer Knabenchor zu bewundern.  Robin Blaze (Altus) und Peter Harvey (Bass) singen die Solopartie in dem Händelwerk:

„As pants the hart“

von Georg Friedrich Händel (1685-1759)

Chapel Royal Anthem HWV 251e

Ausführende:

Kammerorchester Basel, Sopran und Alt: Solisten des Tölzer Knabenchores

Bass: Raphael Kriegmair, Solist des Tölzer Männerchores

Contratenor: Magid el-Bushra

Bass: Peter Harvey 

Tölzer Knabenchor Dirigent: Paul Goodwin.

Leitung Chor: Gerhard Schmidt-Gaden.

—————————————————————–

Ich wünsche viel Spaß mit dem Video. Gruß Volker

—————————————————————-

Vodpod videos no longer available.

Biografie Malin Hartelius – Sopran


zurück zur Biografien-Übersicht

© Suzanne Schwiertz

© Suzanne Schwiertz

Die aus Växjö stammende Schwedin studierte am Konservatorium für Musik in Wien Stimmbildung bei Margarete Bence. Nach der Mitgliedschaft 1989/90 im Studio der Wiener Staatsoper folgten Engagements an die Wiener Staatsoper, das Theater St. Gallen und an das Züricher Opernhaus, dem sie seit 1991 als festes Ensemblemitglied verbunden ist.Seitdem debütierte sie bei den Ludwigsburger (1990) und den Schwetzinger Festspielen (1991) als Blondchen, gefolgt von den Salzburger Festspielen (1997). Weitere Debüts folgten an der Oper Frankfurt als Adina in Liebestrank (1997) sowie an der Staatsoper Unter den Linden als Sophie im Rosenkavalier (1998)

Einen großen Erfolg errang die Sängerin in der Spielzeit 1999 / 2000 mit ihrer Interpretation der Pamina in der Neuinszenierung der Zauberflöte am Opernhaus Zürich unter der Leitung von Franz Welser-Möst und Jonathan Miller.

Im Herbst 1999 folgte Malin Hartelius der Einladung der Opéra National de Paris für die Hauptpartien in Rameaus Les Indes Galantes unter der Leitung von William Christie und sang in der Saison 2000/2001 am selben Haus die Adele (Fledermaus) unter Armin Jordan.

Zu den künstlerischen Höhepunkten der folgenden Jahre zählten Konzerte unter der Leitung von John E. Gardiner im Rahmen des Bach Jahres sowie bei den Salzburger Festspielen mit den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Wolfgang Sawallisch und Charles Mackerras. Weiter folgten ihr Debüt als Marzelline (Fidelio) an der Bayrischen Staatsoper München unter der Leitung von Zubin Mehta sowie die weibliche Hauptpartie in Schuberts Alfonso und Estrella am Opernhaus Zürich mit Nikolaus Harnoncourt. Bei den Salzburger Festspielen 2001 war sie als Adele (Fledermaus) zu hören. Im selben Jahr sang sie erstmals die Konstanze (Entführung aus dem Serail) am Zürcher Opernhaus und ist seitdem in dieser Partie auch bei den Festspielen in Aix en Provence 2004, an der Bayerischen Staatsoper München, Hamburgischen Staatsoper und konzertant in Luzern und Amsterdam zu hören gewesen.

In den vergangenen Spielzeiten sang sie Konzerte mit der Accademia Santa Cecilia, dem Philharmonia Orchestra, London Symphony Orchestra, dem Orchester des Bayerischen Rundfunks, dem Tonhalle Orchester Zürich sowie dem Cleveland Orchestra. Ebenfalls kehrte sie an die Opéra Bastille (Les Indes Galantes) sowie an die Bayerische Staatsoper München als Adele (Fledermaus) und als Konstanze (Entführung aus dem Serail) zurück.

Ihre erfolgreichen Zürcher Debüts als Contessa und Fiordiligi wurden international gewürdigt. Bei den Salzburger Festspielen 2009 sang die Künstlerin das Sopransolo in Mahlers 4. Sinfonie, sowie Fiordiligi unter der Leitung von Adam Fischer. Es folgten ihr Debüt als Tatjana in Eugen Onegin in Zürich sowie Konzerte mit dem Orchestre de la Suisse Romande (Elias) in Genf und Lausanne und mit dem Cleveland Orchestra unter Franz Welser-Möst im Wiener Musikverein (Brahms Requiem).

Höhepunkte des Jahres 2010 beinhalten Vorstellungen von Cosi fan tutte in Cleveland sowie ihr Debüt als Leila in Die Perlenfischer in Zürich. Konzerte mit der 9. Sinfonie von Beethoven, sowie ihre erste Marschallin im Frühjahr 2011 sind deutliche Zeichen für eine Facherweiterung der Sängerin, die in den Folgejahren konsequent durchgeführt wird.

Malin Hartelius wurde im Januar 2010 in Stockholm vom schwedischen König mit dem Orden für Wissenschaft und Kunst „Litteris et Artibus“ ausgezeichnet.

http://www.machreich-artists.com/kuenstlerinnen_biografie.php?id=17

http://www.biamartists.com/main_artists.php?id_artista=12&idioma=GR

http://www.bach-cantatas.com/Bio/Hartelius-Malin.htm

zurück zur Biografien-Übersicht

.

Pressestimmen

.
[…] Die Malin Hartelius von 2010 klingt allerdings deutlich anders als die von 1997. War ihr Sopran damals ein ganz leichter, spielerischer, ja eine ideale Mozart-Stimme, geht er jetzt in eine gewichtigere Richtung. […] Jede Linie wird bei ihr musikalisch sinnvoll zu Ende geführt, Legatokunst und Phrasenbildung sind meisterhaft. […]
Frankfurter Rundschau, Oktober 2010
zurück zur Biografien-Übersicht

Termine der Sommer-Festspiele 2011 im Rundfunk und Fernsehen eine PDF-Anlistung zum Download


PDF-BR Sommer-Festspielzeit 2011

Eine wunderbare Übersicht der Sommer-Festspiele in 2011 als PDF gibt es von BR-KLASSIK.

In der PDF-Anlistung sind bereits abgeschlossene Festivals im Rundfunk nachhörbar wie das Bachfest 2011 in Leipzig, Internationale Orgelwoche Nürnberg

u.v.a. mehr…

Die Bayreuther Festspiele mit einer Neuinszenierung von Richard Wagners „Tannhäuser“, die Salzburger Festspiele mit Giuseppe Verdis „Mac Beth“ oder Richard Strauss‘ „Frau ohne Schatten“, das Lucerne Festival und das Aldeburgh-Festival, das Schleswig-Holstein-Festival und Beiträge aus Brüssel, London und dem norwegischen Bergen: Das ist nur ein Auszug aus dem Programm der Festspielzeit von BR-KLASSIK.

Zu erleben gibt es große Pianisten wie Martha Argerich und András Schiff, Pultstars wie Mariss Jansons und Riccardo Muti, herausragende Interpreten der Alten Musik wie Jordi Savall und Christophe Rousset und wunderbare Sängerinnen wie Christine Schäfer und Magdalena Kožena; außerdem Opern aus Montpellier und Pesaro, Klavierabende von den Schwetzinger Festspielen, Orchesterkonzerte aus Stockholm und von den BBC Proms.

Mit rund 130 Übertragungen oder Aufzeichnungen bietet BR-KLASSIK wunderbare musikalische Sommerabende, in der Regel täglich um 18.05 und um 20.05 Uhr.

  Link:  PDF-Download vom BR – Klassik Programm Sommer-Festival 2011

Gönnen wir uns spannende Klassik-Abende am Radio oder Fernsehen es ist für jeden Klassik-Freund etwas Wunderbares dabei….!!

Herzliche Grüße

Volker