Radiotipps 27.7. – 31.7.2011


27.7.

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NDR kultur

13-14
Klassik à la Carte – Tierisch musikalisch
Mischa Kreiskott im Gespräch mit Martin Stadtfeld

Martin Stadtfeld gewann als erster bundesdeutscher Pianist 2002 den Bach-Wettbewerb in Leipzig. Dies war der Auftakt zu einer vielversprechenden Karriere, die ihn bis heute zu den großen Orchestern in Europa, USA und Japan und in die wichtigsten Musikzentren führt.

In diesem Jahr gibt der 31-jährige Pianist sein Debüt beim Schleswig-Holstein Musik Festival. Mit seinem Recital „Virtuoser Genius“ und dem Kammermusik-Konzert „Tierisch musikalisch“ beim „Musikfest auf dem Lande“ ist er gleich zweimal im Norden zu erleben.

Mit Bach zum Erfolg
Es gehört eine große Portion Mut dazu, den frisch unterschriebenen Plattenvertrag bei Sony Classical mit einer Einspielung von Johann Sebastian Bachs „Goldberg-Variationen“ zu beginnen. Martin Stadtfeld wagte dies 2002 und gewann: Seine Einspielung fand höchste Beachtung und führte 2004 zu seinem ersten Echo-Klassik-Preis als „Nachwuchskünstler des Jahres“. Inzwischen sind drei weitere Echo-Preise in unterschiedlichen Kategorien dazugekommen. Mit seinem Beruf sieht sich Martin Stadtfeld auch in einer musikvermittelnden Position. Bei regelmäßigen Schulbesuchen spricht Martin Stadtfeld mit den Schülern über seine Arbeit als Pianist, stellt ihnen Musik vor und versucht, Kindern und Jugendlichen einen Zugang zur klassischen Musik zu ermöglichen.

Martin Stadtfeld gilt als der junge Grübler unter den Pianisten, immer versunken in sein Spiel. Sein Gesprächskonzert vom „Musikfest auf dem Lande“ in Emkendorf hören Sie in unserer Sendung „Klassik à la carte“.
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28.7.

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DRS II

19:30-22:00
Menuhin Festival Gstaad: Bach und Händel

Ein spätbarockes Gipfeltreffen erwartet Sie bei dieser Direktübertragung aus der Kirche Saanen: Auf dem Programm stehen Bach und Händel.
So verschieden die beiden Zeitgenossen Bach und Händel sein mögen – sie scheinen sich mit dem «Magnificat» bzw. mit dem «Dixit Dominus» anzunähern: Denn beide Werke bieten mitreissende, festliche Chormusik.

Kammerorchester Basel, Leitung: Winfried Toll
Camerata Vocale Freiburg
Nuria Rial, Sopran
Geraldine McGreevy, Sopran
Terry Wey, Countertenor
Charles Daniels, Tenor
Manfred Bittner, Bass

Georg Friedrich Händel: Dixit Dominus
Johann Sebastian Bach: Magnificat D-Dur BWV 243

Direktübertragung aus der Kirche Saanen

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MDR Figaro
20-22:30
MDR MUSIKSOMMER: LIVE aus der Thomaskirche Leipzig

Johann Sebastian Bach:
– „Vor deinen Thron tret´ ich hiermit“, Choralvorspiel BWV 668
– „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“ , Actus tragicus BWV 106
– Die Kunst der Fuge BWV 1080 (Ausschnitte)
– „Vor deinen Thron tret‘ ich“ BWV 668 (Bearbeitung für vierstimmigen Chor von H. Breuer)

Gesine Adler, Sopran
Reglint Bühler, Sopran
Zita Mikijanska, Orgel

Ensemble Nobiles, Ensemble De Morales (ehemalige Thomaner), Ensemble Noema
Leitung: Thomaskantor Georg Christoph Biller
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29.7.

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Deutschlandradio Kultur

20-22
Bachwoche Ansbach
Live aus der Orangerie

Johann Sebastian Bach: Französische Ouvertüre d-moll BWV 831 (Transkription für Orchester)
Brandenburgisches Konzert Nr. 5 D-dur BWV 1050

ca. 20.40 Konzertpause mit Nachrichten

Jean Philippe Rameau: „Suite de danses“ aus „Les Fêtes d’Hébé“
Jean-Joseph Cassenéa de Mondonville: 4ème Sonate à trois parties

Christophe Coin, Viola da gamba
Jan Willem Jansen, Cembalo
Ensemble Baroque de Limoges
Leitung: Christophe Coin
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30.7.

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BBC

18-19:30 (19-20:30)
Discovering Music
Bach Magnificat

Sara Mohr-Pietsch and Richard Egarr examine the music and background to Bach’s celebrated setting of the Magnificat with the members of the Academy of Ancient Music.

Bach’s Magnificat is a setting of Mary’s joyous response to the Annunciation – „My Soul Doth Magnify The Lord“. The words have been set by countless composers, but one of the best loved settings is by JS Bach which exists in two versions. Sara Mohr-Pietsch, in conversation with the AAM’s Music Director, Richard Egarr, examines the better known version, in D major, and looks at the way in which Bach adheres to the traditions of the 18th Century Baroque in his compositional approach, in particular how Bach uses his music to „paint“ key ideas suggested by the words, thereby heightening the overall expressive power of the work.

The programme was recorded in the BBC Philharmonic Studios at Media City UK as part of the „Philharmonic Presents…..“ festival in May.

http://www.bbc.co.uk/programmes/b012wgz3
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31.7.

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NDR kultur

11-13
Festspiele Mecklenburg-Vorpommern 2011

Bach & Söhne
Wilhelm Friedemann Bach: Sinfonie F-Dur – Dissonanzen –
Johann Sebastian Bach: Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll BWV 1052
Klavierkonzert Nr. 2 E-Dur BWV 1053
Carl Philipp Emanuel Bach: Sinfonie A-Dur Wq 182 Nr. 4 – 4. Hamburger Sinfonie –

Sebastian Knauer, Klavier
Zürcher Kammerorchester
Ltg.: Roger Norrington

Aufzeichnung vom 24. Juni in der Heiligen-Geist-Kirche Rostock

Es ist ja keineswegs so, dass die vielen Söhne des großen Johann Sebastian Bach, die selbst das Musikerhandwerk zu ihrer Profession machten, im gleichen Stil wie ihr berühmter Vater weiterkomponierten. Ganz im Gegenteil, denn der Hofakkompagnist Friedrichs des Großen, Carl Philipp Emanuel Bach, etwa wurde zu einem der bedeutendsten Neuerer der Vorklassik. Auch Johann Christian Bach, der Londoner Bach, übte zum Beispielauf den jungen Mozart einen immensen Einfluss aus. Ganz zu schweigen vom „Bückeburger Bach“ oder dem „Halleschen Bach“ Wilhelm Friedemann, der von einer Existenz als freier Künstler träumte und kläglich scheiterte.

In der Heiligen-Geist-Kirche Rostock stellten der Pianist Sebastian Knauer und das Zürcher Kammerorchester im direkten Vergleich zwei Klavierkonzerte vom „Vater Bach“ der Sinfonia F-Dur „Dissonanzen“ von Wilhelm Friedemann Bach und der Sinfonia A-Dur H 660 von Carl Philipp Emanuel Bach gegenüber.

ARTE bringt/brachte ein Portrait der Gambistin Hille Perl. Hier kommt nun eines des anderen großen Gamisten unserer Zeit: Jordi Savall.

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WDR
18-20
Vesper spezial
Der Gambist und Ensembleleiter Jordi Savall – zum 70. Geburtstag
Mit Musik der Ensembles Hespèrion XX(I), La Capella Reial de Catalunya und Le Concert des Nations aus Renaissance, Barock und Klassik

 

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Deutschlandradio kultur
20-22
Aschaffenburger Bachtage

Live aus der Wallfahrtskirche Schmerlenbach
„Concerto nach italienischem Gusto“

Antonio Vivaldi: Concerto d-Moll op. 3/XI
Johann Ernst Prinz von Sachsen Weimar: Concerto a-Moll op. 1/II
Johann Sebastian Bach: Italienisches Konzert F-Dur BWV 971
Johann Ernst Prinz von Sachsen Weimar: Concerto g-Moll op. 1/VI

ca. 20:55 Uhr Konzertpause mit Nachrichten

Johann Ernst Prinz von Sachsen Weimar: Concerto d-Moll op. 1/IV
Johann Sebastian Bach: Concerto G-Dur BWV 592a (Transkription eines Violinkonzerts von Johann Ernst von Sachsen Weimar)
Johann Sebastian Bach: Konzert d-Moll BWV 1043

NeoBarock:
Volker Möller, Violine
Maren Ries, Violine
Anne von Hoff, Violine
Katka Stursova, Violine
Claudia Steeb, Viola
Ariane Spiegel, Violoncello
Tobias Lampelzammer, Violone
Fritz Siebert, Cembalo

NeoBarock zählt mit seinen fesselnden Interpretationen, die Leidenschaft, Perfektion und Virtuosität vereinen, sowie seinem wissenschaftlich fundierten musikalischen Konzept derzeit zu den innovativsten Kammermusikgruppen und avancierte innerhalb kürzester Zeit zu einem international anerkannten Spitzenensemble der neuen Generation.

Neben atemberaubender Spielfreude, faszinierendem Zusammenspiel sowie klanglicher Homogenität und Intensität werden immer wieder die dramaturgische Stringenz und Exklusivität der Programmzusammenstellung hervorgehoben, die das Konzerterlebnis NeoBarock so einzigartig und unvergleichbar machen. Das Ensemble gastiert bereits zum dritten Mal bei den Aschaffenburger Bachtagen.

www.aschaffenburger-bachtage.de

„Zweyter Theil der Clavier Ubung bestehend in einem Concerto nach italienischem Gusto…“ lautet der Beginn der Einleitung zu dem 1735 im Druck veröffentlichten 2. Teil der Clavier-Übung Johann Sebastian Bachs. Das erwähnte Italienische Konzert führt den Gedanken der in Italien angestoßenen und vor allem von Antonio Vivaldi auf die Spitze getriebenen Form des Solokonzerts fort. Es teilt, entsprechend einem Konzert, die beiden Manuale des Cembalos dem Soloinstrument bzw. den Tutti-Stimmen zu. Die ganze Komposition spielt sozusagen mit der Idee, sie sei ein Klavierauszug eines echten Orchesterwerks. Bach, der übrigens im Gegensatz zu vielen seiner Zeitgenossen nie selbst in Italien weilte, beschäftigte sich mit dem italienischen Stil schon seit seiner Weimarer-Zeit:
Prinz Johann Ernst von Sachsen Weimar, ein musikbegeistertes Kind, das Violinunterricht bei einem Hofmusiker und Cembalo- später auch Kompositionsunterricht bei Johann Gottfried Walther, dem Weimarer Stadtorganisten, und wahrscheinlich auch von Bach erhielt, brachte 1713 nach einem Studium an der Universität von Utrecht Musikalien mit zurück nach Weimar. Unter diesen befanden sich unter anderem Vivaldis Violinkonzerte opus 3, die in Amsterdam bei Etienne Roger veröffentlicht worden waren. So lernte Bach diese Konzerte kennen und bearbeitete in den Jahren 1714/15 eine Reihe von ihnen für Cembalo. Etwa zur selben Zeit entstanden auch die Violinkonzerte des Prinzen selbst, in denen der Einfluss Vivaldis so deutlich spürbar ist, dass einige der Konzerte fälschlicherweise sogar für Werke Vivaldis gehalten wurden. Das Ansehen, das Johann Ernst von Sachsen Weimar bei Bach genoss, zeigt sich darin, dass Bach vier von dessen Violinkonzerten ebenfalls für Cembalo bzw. Orgel umarbeitete.
Auch wenn Bach den italienischen Stil intensiv studierte, so sind seine eigenen Konzerte doch niemals, wie es sich beispielsweise bei Johann Ernst von Sachsen Weimar zum Teil aufdrängt, Nachahmungen oder Plagiate dieses Stils, sondern immer eigenständige und individuelle Verarbeitungen der italienischen Stilmerkmale. Einige der von italienischen Formen inspirierten Solokonzerte Bachs, die heute meist in den Fassungen für Cembalo bekannt sind, entstanden in ihrer Urform für Violine in der Weimarer und Köthener Zeit.
Das d-Moll-Konzert für zwei Violinen überarbeitete Bach beispielsweise erst später für 2 Cembali.
www.neobarock.de

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den 5. Sonntag nach „Trinitatis“


Bach-Stätte: Divi Blasii Kirche in Mühlhausen-Thüringen

Liebe Bach-Freunde !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 24.07.2011 begehen wir den – 5. „Sonntag nach Trinitatis“

Der 5. Sonntag nach Trinitatis befaßt sich wieder mit der Gemeinde, diesmal ihrer Antwort auf Gottes Ruf. Nachfolge scheint so einfach, so schwierig, so abwegig, weil wir nicht so recht wissen, was Nachfolge ist. Die Lesungen dieses Sonntags wollen uns den Weg leiten. Am 5. Sonntag nach Trinitatis denken wir darüber nach, warum wir Jesus nachfolgen, und stellen fest, dass es dafür keine vernünftigen Gründe gibt. Der Glaube ist es, der uns an Jesus hält, auch dann, wenn andere, die Beweise sehen wollen, uns auslachen oder verspotten. Das wollen wir gerne ertragen, denn auch unser Herr wurde ausgelacht und verspottet.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den 5. Sonntag nach Trinitatis

BWV   88 –  Siehe, ich will viel Fischer aussenden“

BWV  93 –  „Wer nur den lieben Gott läßt walten“

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Im Radio Live: 

„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 24.07.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-

Link: http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 „Geistliche Musik“ – Programmauszug:

Johann Sebastianh Bach

BWV 93 „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ BWV 93, Kantate am 5. Sonntag nach

Trinitatis; Deborah York, Sopran; Franziska Gottwald, Alt; Paul Agnew,Tenor;             Klaus Mertens, Bass; Amsterdam Baroque Choir and Orchestra, Leitung: Ton Koopman

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/ YouTube: BWV 88 – 

 Siehe, ich will viel Fischer aussenden

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Kantaten-Beschreibung zum BWV 88 – und BWV 93

von „Sir John Eliot Gardiner“ ist als PDF-Download nachstehend hinterlegt!

Kantaten für den 5. Sonntag nach  „Trinitatis“ (Aufführungs-Ort: Divi Blasii Kirche Mühlhausen am 16. Juli 2000)

Gardiner – Ausführungen zum BWV 93 und BWV 88 

In der ersten seiner beiden Leipziger Kantaten für diesen Sonntag,

BWV 93 

verlegt sich Bach auf das Rezept, das gesamte Werk auf einen Choral zu gründen, der für den fünften Sonntag nach Trinitatis bestimmt ist und zu seinen deutlichen Favoriten gehört (wie es offensichtlich auch bei Brahms der Fall war, als er sein Deutsches Requiem schrieb): ‚Wer nun den lieben Gott lässt walten’, mit Text und Melodie von Georg Neumark (1641). Obwohl dieses Werk zu seinem zweiten Kantatenjahrgang gehört und die am Anfang stehende Choralfantasie entsprechend anspruchsvoll ist, scheint sich Bach zurück zu den Wurzeln seiner Kindheit zu begeben, nicht nur weil er dieses Lied so liebte, sondern auch in der Manier, wie er es in zweien der Sätze (Nr. 2 und 5) aufgliedert – nach der Frage-und-Antwort- Methode, mit der er seinen Katechismus lernte.

Also nimmt er eine Strophe aus Neumarks Choral und sagt sie zeilenweise auf: ‚Was helfen uns die schweren Sorgen?’, ‚Was hilft uns unser Ach und Weh?’, immer vom Solisten ein wenig verziert. Dann fügt er als freies Rezitativ den Antworttext ein: ‚Sie drücken nur das Herz mit Zentnerpein, mit tausend Angst und Schmerz’, und so weiter, wie bei einem mittelalterlichen Tropus. Das bedeutet, dass wir ständig auf der Hut sein müssen, was er mit Neumarks Choral anstellen wird (der ihm selbst wie auch seiner Gemeinde äußerst vertraut war), wie er ihn auf immer wieder überraschende Weise variiert, ausschmückt, verkürzt oder wiederholt – alles aus Gründen der Rhetorik und zur Steigerung des Ausdrucks.

In der einleitenden Fantasie übernehmen die vier vokalen Concertisten paarweise die Führung und singen eine verzierte Version aller sechs Zeilen des Chorals, bevor er ‚sauber und ordentlich’ mit Blockakkorden harmonisiert vom (vollständigen) Chor vorgetragen wird, wobei sich die tiefen Stimmen schließlich zu einem schmückenden Kontrapunkt auffächern. Im mittleren Satz (Nr. 4) dieses symmetrisch gebauten Werkes hebt sich der Choral in seiner reinen Form von der Umgebung ab, wie die goldenen Initialien in einem mittelalterlichen Missale. Vorgetragen wird er von den Violinen und Bratschen, während sich Sopran und Alt darauf beschränken, eine lyrische Verkürzung der Melodie auszuschmücken. In den beiden Arien ist ihre Verkleidung sogar noch subtiler. Paraphrasiert kehrt sie in der von Streichern begleiteten Tenor-Arie (Nr. 3) wieder.

Wenn wir uns fragen, warum die Schritte dieses eleganten Passepieds aller zwei Takte abgebremst werden, so stellt es der Tenor klar: ‚Man halte nur ein wenig stille’ – und höre auf das, was Gott zu sagen hat. In der abschließenden Arie (Nr. 6), ‚Ich will auf den Herren schaun’, werden wir noch einmal zum Narren gehalten. In ihrem unbekümmerten Wortwechsel scheinen uns Sopran und Oboe zu versichern, dass wir uns in der Kantate zum ersten Mal in einer ‚choralfreien’ Zone befinden. Da eilt bei den Worten ‚Er ist der rechte Wundermann’ die Choralmelodie herbei und liefert unverändert den Abgesang. Man fragt sich, ob eine solche Fülle geistreicher und witziger Einfälle von Bachs Hörern goutiert wurde oder auf sie verschwendet war.

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Im Vergleich zu der Manier, wie Bach zwei Jahre später Neumarks Choral in gebieterischer Harmonik als Abschluss seines Beitrags für den gleichen Sonntag präsentieren würde, könnte die Methode, die er in

BWV 88

„Siehe, ich will viel Fischer aussenden“ anwendet, kaum gegensätzlicher sein. Das Werk ist eine doppelstöckige Kantate, in der er auf eine Choreinleitung verzichtet, das Evangelium des Tages zu ignorieren scheint und sich stattdessen einem Text aus dem Alten Testament zuwendet, der von den Suchtrupps (aus Fischern und Jägern) berichtet, die der Herr ausgeschickt hat, sein versprengtes Volk zusammenzurufen (Jeremia 16, 16). Die ausgedehnte Bass-Arie beginnt mit zwei Oboen d’amore und Streichern als muntere Barkarole im 6/8-Takt. Plötzlich wechselt die Szene zu einer Jagd, ‚allegro quasi presto’, ein Paar tobender hoher Hörner gesellt sich zum Orchester, als stünde ein Hindernisrennen an. Die langsame, gewundene Gangart des einen bei ständig variierter Platzierung von ‚Siehe!’, die unzähligen Synkopierungen des anderen, beide stellen das Ensemble vor eine schwierige Aufgabe.

Bach stibitzt sich im folgenden Rezitativ den rhetorischen Trick eines Predigers, wenn er mit der Frage schließt: ‚Und überlässt er uns der Feinde List und Tück?’. ‚Nein’, beantwortet der Tenor mit mächtiger Stimme seine eigene Frage zu Beginn der folgenden Arie mit obligater Oboe da caccia. Bach verzichtet auf den vollständigen Einsatz der Streicher, bis der Sänger geendet hat, analog zu dem nicht vorhandenen Anfangsritornell. Ein Rezitativ, hier auf eine höhere Ebene erhoben, deklamiert in einer menuettartigen Arie die entscheidende theologische Aussage. Die Macht der Musik wird hier auf überzeugende Weise dargeboten.

Der zweite Teil beginnt für den Tenor, der als Evangelist auftritt, mit einem direkten Zitat aus dem Evangelium, ‚Jesus sprach zu Simon’, woraufhin die Vox Domini (Bass) über einem energischen Celloostinato ein Arioso im Dreiertakt anstimmt, zunächst im Sprechrhythmus beginnt, sich dann jedoch in einen melismatischen Dialog mit dem Continuo verbreitet. Ein Duett für Sopran und Alt mit unisono geführten Violinen und Oboe d’amore ist als eine zweistimmige Invention angelegt, deren unvergessliches Seufzermotiv (Stimmen in Terzen) der letzten Zeile vorbehalten bleibt. Endlich wird die Bedeutung dieser Fischer und Jäger im ersten Teil klar: Der Anfang sollte an jene Szene am See erinnern, als Jesus den Fischer Petrus zu seinem Jünger berief, und somit hätten wir hier ein frühes Beispiel für jene ‚Dialektik der Moderne’, die bei Forschern so beliebt ist: Bach bedient sich des kollektiven Gedächtnisses seiner Hörer.

Dass sich ein weiterer Gedanke in dieser Woche immer wieder aufdrängte, ist der unvergesslichen Choralmelodie Georg Neumarks zu verdanken, die in den zwei Kantaten für diesen Sonntag wiederkehrte. Was hat es mit dieser Melodie auf sich, dass ich so überzeugt bin, sie sei alt – ist es einfach nur die Tatsache, dass sie modal ist? Ihre betont elegische Manier und die Intimität ihres Ausdrucks, besonders in der Weise, wie Bach sie gestaltet, legen ein Tacet der verdoppelnden Instrumente nahe, lassen die Neigung verspüren, sie sehr leise zu spielen.

Das Publikum, bei den ‚offenen’ Proben am Samstagabend – vorwiegend aus der Umgebung, wie es hieß – und am Sonntag selbst, reagierte aufmerksam und begeistert, selbst nach den Maßstäben dieser Pilgerreise, als wolle es es seine Anerkennung zeigen, dass ein wahrer Durst gestillt worden war.

© John Eliot Gardiner 2008

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen:  h i e r  zum Download als PDF 

  Künstler-Beitrag –  Link: Künstlerbeitrag Nicolas Robertson, Tenor

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/ YouTube: BWV 93 – 

 Wer nur den lieben Gott lässt walten

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CD für den 5. Sonntag nach „Trinitatis“ 
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Link: CD’s Bach-Kantaten:
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  Cover: CD’s – SDG 141 – Vol. 3
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BWV 88 “Siehe, ich will viel Fischer aussenden“ 

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 141 – Vol.  3 – CD  2

BWV 93 “Wer nun den lieben Gott lässt walten“ 

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 141 – Vol.  3 – CD  2

BWV 71 „Gott ist mein König

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 141 –  Vol. 3 – CD 1

BWV 131 „Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 141 –  Vol. 3 – CD 2

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Ich wünsche allen Besuchern einen schönen Trinitatis-Sonntag
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Herzliche Grüße
Volker

Wieder gibt es Zweifel um die Echtheit der Gebeine von J.S. Bach in der Thomaskirche Leipzig


J.S. Bach-Grabstätte in der Thomaskirche Leipzig

Liebe Bachfreunde!

Aufgeschreckt wird der Bach-Freund über neue Zweifel an der Echtheit der Gebeine von J.S. Bach in dem Grab der Thomas Kirche in Leipzig. Wie die Mitteldeutsche Zeitung in ihrer Ausgabe vom 19. Juli 2011 berichtet, Zweifel daran äußerte während eines Vortrages an der Leopoldina-Akademie der Naturforscher in Halle der international namhafte Gerichtsmediziner Walther Parson aus Innsbruck.

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Auszug aus dem Artikel der MZ:

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Hutgröße 58

Arbeitslos kann Walther Parson kaum werden. „Zwischen 1750 und 1850 waren alle berühmten Schädel auch Sammelobjekte.“ Dieses Phänomen hängt mit einer damals verbreiteten Ansicht zusammen, dass man das Wesen eines Menschen von seiner Kopfform ablesen könne. Allein Franz Joseph Gall als Begründer der Phrenologie, so der Name dieser pseudowissenschaftlichen Lehre, soll mehr als 300 Schädel besessen haben. Bach beispielsweise hatte der Überlieferung nach Hutgröße 58 und war schon deshalb eine gefragte Ausnahmeerscheinung und mögliches Sammelobjekt. Die Musiker Haydn und Mozart sind nur zwei weitere berühmte Namen, um deren Schädel sich bis heute abenteuerliche Geschichten ranken. Parson: „Insofern stellt sich fast immer die Frage nach der Echtheit.“

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Zum Gesamt-Artikel als PDF „MZ“ Mitteldeutsche Zeitung vom 19.7.2011 nachstehend:

Link:  MZ Zweifel an der Echtheit der Gebeine von J.S. Bach

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Jeder Bach-Freund wird sich seine eigenen Gedanken über diesen angeblichen Sensations-Artikel in der „MZ“ machen. Ich bleibe unvoreingenommen und nehme das einmal zur Kenntnis und äußere mich einmal später dazu. Wichtig erscheint mir, das J.S. Bach weiter lebt und seine fantastische Musik die Welt erobert hat und das war ein großes Ziel von ihm, was er so eindrucksvoll mit der h-Moll Messe, BWV 232 beweisen konnte und wollte…!!

YouTube Thomaner „Agnus Dei“ and „Dona nobis pacem“ 13:“

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Grüße

Volker

ARTE TV – Portrait der Gambistin Hille Perl


Gestern wurde bekannt gegeben, dass Hille Perl, Dorothee Mields und Lee Santana für ihre CD „Loves Alchymie“ mit dem Echo Klassik 2011 für die Kammermusik-Einspielung des Jahres (17./18. Jahrhundert) ausgezeichnet wurden.

Passend dazu kurzfristig noch ein Fernsehtipp für Sonntag, 24.7.2011:

Hille Perl und die Königin der Streichinstrumente

Sonntag, 24. Juli 2011 um 19.15 Uhr

Wiederholungen:
05.08.2011 um 06:00
11.08.2011 um 06:00
Hille Perl und die Königin der Streichinstrumente
(Deutschland, 2011, 43mn)
ZDF
Regie:
Christian Kurt Weisz
Darsteller: Han Tol (Blockflötist), Hille Perl (Gambistin), Lee Santana (Lautenist), Petra Müllejans (Geigerin)
Orchester: Freiburger Barockorchester

Hille Perl beim Bachfest Leipzig 2008, © V. Hege
Hille Perl beim Bachfest Leipzig 2008, © V. Hege

Hille Perl spielt seit ihrem fünften Lebensjahr Gambe. Die Solistin, eine der führenden weltweit, liebt den satten, bodenständigen und doch silbrig-feinen Klang des Streichinstruments. Die Gambe ist, wie sie sagt, kein „Machoinstrument“, sondern ein individualistisches und scheues Instrument. Und sie ist ganz und gar kein Modeinstrument. Lange Zeit war sie in Vergessenheit geraten und nur noch in Liebhaberkreisen der Alten Musik zu hören. Doch Hille Perl, die rund 180 Tage im Jahr mit ihrem Instrument unterwegs ist, holt den Vorläufer des Cellos aus dem Schatten der anderen Streichinstrumente ins Licht.

Im Jahr 1740 verfasste der französische Musiker und Gelehrte Hubert Le Blanc ein Traktat, in dem er die Gambe als die „Königin der Streichinstrumente“ gegen die gerade in Mode gekommene Violine, die Le Blanc als „quietschenden Pygmäen“ beschreibt, und gegen das „entsetzlich prätentiöse“ Violoncello verteidigt.
Die Viola da Gamba verschwand trotzdem mit dem Ende der Barockzeit für Jahrhunderte aus dem täglichen Musikleben und fristete ein Nischendasein unter Liebhabern der Alten Musik. Aus diesem Dornröschenschlaf haben das Instrument erst wieder heutige Virtuosen erweckt – allen voran der katalanische Altmeister Jordi Savall und die deutsche Gambistin Hille Perl.
Die gebürtige Bremerin Hille Perl spielt seit ihrem fünften Lebensjahr Gambe. Seitdem ist sie dem Instrument, wie sie sagt, verfallen wie in einer Liebesbeziehung. Sie schwärmt vom erdigen und doch durchsichtigen Klang, der ebenso zart wie voll sein kann, vom eigenen und so ganz unterschiedlichen Charakter jedes ihrer oft prächtig verzierten Instrumente.
Hille Perl ist mit unterschiedlichsten Ensembles und Orchestern weltweit auf Tour: als Duo mit ihrem Mann, dem Lautenisten Lee Santana, mit der improvisationsfreudigen Truppe Los Otros, mit dem Freiburger Barockorchester oder ihrem Gambenconsort The Sirius Viols. In Salzburg wirkt sie bei Sir Simon Rattles Matthäuspassion mit, in Bologna spielt sie Bach mit Claudio Abbado. Für ihre CD-Einspielungen wurde Hille Perl mehrfach mit dem ECHO ausgezeichnet.
Die Dokumentation zeigt die ganze musikalische Bandbreite des Instruments und der Virtuosin Hille Perl. Zum einen bietet bei Plattenaufnahmen mit dem Freiburger Barockorchester und dem Blockflötensolisten Han Tol das Doppelkonzert von Georg Philipp Telemann barocke Virtuosenkunst. Zum anderen entführt Hille Perl mit ihrem Ensemble Los Otros bei einem Konzert auf Schloss Maretsch in Bozen in die faszinierend frische Klangwelt der Renaissance: rhythmisch, mitreißend, improvisationsfreudig und hochvirtuos.

http://www.arte.tv/de/programm/242,date=24/7/2011.html

Biografie Nico van der Meel – Tenor


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© Nico van der Meel, 2007
© Nico van der Meel, 2007

Nach einem Mathematikstudium an der Universität Leiden beschloß Nico van der Meel Berufsmusiker zu werden. Zunächst studierte er Chorleitung am Konservatorium in Rotterdam bei Prof. Barend Schuurman. Sein in 1982 begonnenes Gesangsstudium bei Prof. Margreet Honig schloß er in 1987 „cum laude“ ab. Er nahm an Meisterkursen bei Evelyn Lear, Ruud van der Meer, Robert Holl, Elly Ameling, Elisabeth Schwarzkopf u.a. teil. In den letzten Jahren hat er als Dozent mitarbeitet an verschiedenen Sommerkurse, wie z.B. den „La Caixa“ Curso Internacional de Música.

Nico van der Meel gab sein Debut mit dem Concertgebouw Orchester in der Saison 1987/88 und sang im selben Jahr die Tenorarien in einer Einspielung der Johannespassion von J.S. Bach unter der Leitung von Sigiswald Kuijken. In den Jahren von 1989 bis 1996 nahm er an Konzertreisen und Einspielungen des Orchesters des 18. Jahrhunderts unter der Leitung von Frans Brüggen teil mit der h-moll Messe und den beiden Passionen von J.S. Bach. Wenngleich er mit seinen Interpretationen des Evangelisten international bekannt wurde, verfügt er über ein breitgefächertes Konzertrepertoire, welches Musik der 16. bis zum 20. Jahrhundert umfaßt. Er konzertierte mit Dirigenten wie Nikolaus Harnoncourt, John Eliot Gardiner, Gustav Leonhardt, Peter Schreier, Jan Willem de Vriend, Jos van Veldhoven, Helmuth Rilling, Michel Corboz and Sir Colin Davis.

Nico van der Meel gab Liederabende in allen wichtigen Kammermusiksälen der Niederlande, wie auch in Frankreich, Spanien und Deutschland. Bei seinen Liederabenden arbeitet er eng mit den Pianisten Dido Keuning und Leo van Doeselaar zusammen. Einen wesentlichen Teil seines Programms stellt das Liedschaffen Hugo Wolfs dar. Seine Liedeinspielungen beeinhalten frühe Lieder von Hugo Wolf und Musik der niederländischen Komponisten Johannes Verhulst, Leander Schlegel und Constantijn Huygens.

In der Oper war Nico van der Meel zu hören und zu sehen als Alfred in der Fledermaus von Johann Strauss, Sellem in Stravinskys The Rake’s Progress, Pedrillo in Mozarts Entführung aus dem Serail unter der Leitung von Christopher Hogwood, Don Ottavio in Mozarts Don Giovanni dirigiert von Arnold Östman (aufgenommen für Decca L’Oiseau Lyre) en Camacho in Mendelssohns Die Hochzeit des Camacho mit Anima Eterna unter der Leitung von Jos van Immerseel (aufgenommen für Channel Classics).

Nico van der Meel ist Mitglied des Ensembles Camerata Trajectina, das sich auf holländische Musik des Mittelalters bis zum 17. Jahrhunderts spezialisiert hat. Themen aus der Niederländischen Literatur-, Religions- und Kulturgeschichte sind Ausgangspunkt für die Konzertprogramme dieses Ensembles. Darüberhinaus ist Nico van der Meel seit 1981 Dirigent des Chores William Byrd Vocaal Ensemble, der sich hauptsächlich mit a capella Musik vom 16. bis zum 20. Jahrhundert beschäftigt.

http://www.nicovandermeel.nl/display.php?l=de&i=Willkommen

http://www.bach-cantatas.com/Bio/Meel-Nico-van-der.htm

 

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Biografie Niklas Eklund – Barocktrompete


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© Niklas Eklund

© Niklas Eklund

Der schwedische Trompeter Niklas Eklund, geboren 1969 in Göteborg (Gothenburg), studierte an der Universität Göteburg Musik .

Weitere Studien fanden bei Edward H. Tarr beim Schola Cantorum Basiliensis statt. Nach fünf Jahren als Solo-Trompeter mit dem Basel Radiosymphonie-Orchester verließ Niklas Eklund das Orchester im Herbst 1996, um seine Karriere als Solotrompeter fortzusetzten. Er ist mit einigen führenden Ensembles und Dirigenten wie John Eliot Gardiner, Heinz Holliger, Andras Schiff, Eric Ericson, Reinhard Goebel, Gustav Leonhardt, dem London Baroque Orchestra, dem Bach Ensemble (New York), De Nederlandse Bachvereniging, dem Drottningholm Baroque Ensemble und den English Baroque Soloists aufgetreten. 1996 war Eklund der erste Preisträger in dem Internationalen Wettbewerb für Barocktrompete in Altenburg / (Deutschland). Eklund war an vielen Konzerten bei Sir John Eliot Gardiners Bach Pilgrimage 2000 und den Aufnahmen (Archiv CD und SDG) in Jahr 2000 beteiligt. Außerdem gab er Konzerte in Schweden und in Europa. Er ist als Lehrkraft für Trompete in den USA, in Australien, in der Ukraine, in Rußland und in Neuseeland tätig.

Für Naxos hat Niklas Eklund auf 5 CDs (Naxos) einen ausgezeichneten Überblick über Musik für die barocke Trompete mit Werken von Komponisten wie Handel, Torelli, Sweelinck, Vivaldi, Haydn und Molter herausgegeben. Werke von Haydn und Hummel auf moderner Trompete sind im Sommer 2003 veröffentlicht worden. Diese wurden mit weltweit mit positiven Kritiken beachtet (The Times, The Telegraph, Gramophone, Amazon und Klassik-Heute). Ebenso spielte Eklund das Brandenburger Konzert Nr. 2 bei Naxos ein, welches 2008 für die Grammy Awards nominiert wurde.

2005 begleitete Niklas Eklund die gefeierte Sängerin Cecila Bartoli auf einer Tournee in die etabliertesten Konzertsääle der Welt wie die Carnegie Hall, Chicago Symphony Hall, Berliner Philhamonie oder Concertgebouw Amsterdam.

http://www.niklaseklund.com/

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Biografie Michael Harrison – Barocktrompete


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Michal Harrison beim Bachfest Köthen 2010 - Bildrechte V. Hege

Michal Harrison beim Bachfest Köthen 2010 - Bildrechte V. Hege

Englischer Barock-Trompeter:
kleine Trompete, Flügelhorn, Kornett, Naturtrompete, Cornet

– spielte die 1. Trompete in Sir John Eliot Gardiners English Baroque Soloists und Orchestre Revolutionaire und Romantique

– Mitglied des English Consort seit 1988

– Regelmäßige Engagements bei der Londoner Philharmonia, Chamber Orchestra of Europe und der Academy of St. Martins in the Fields

– Über 150 Grammophonaufnahmen, einschließlich Vivaldis Konzert für zwei Trompeten gemeinsam mit Mark Bennett für die Deutsche Grammophon Archiv

– Verschiedene Studioarbeiten für zahlreiche Filme, TV- und Radioaufnahmen

– Theaterarbeit mit Royal Shakespeare Company

– Westend Musicals einschließlich Les Miserables, Showboat und Sieben Bräute für sieben Brüder

– Auftritte in der Sydney Oper, Berliner Philharmonie, Wiener Musikverein, Scentary Hall Tokyo, Avery Fischer Hall New York

Unterrichtet als Lehrkraft am Royal College of Music, am Sydney Conservatoire, Universität von Texas und am Royal Nothern College of Music sowie Privatunterricht zur Vorbereitung von Studenten auf die Prüfungen an Music Colleges und Universitäten.

http://www.maslink.co.uk/cvs/trumpets/harrison(michael).html

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Radiotipps 18.7. – 21.7.2011


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18.7.-21.7. täglich

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Ö1
9:45 – 10:00

Radiokolleg – J. S. Bachs Kunst der Fuge

Die Hohe Schule barocker Kompositionslehre (1). Gestaltung: Martin Adel

„Die Kunst der Fuge“ Johann Sebastian Bachs ist als singuläres Werk in die Musikgeschichte eingegangen – zugleich mit ungezählten Widersprüchen. Zunächst, es ist Fragment geblieben und gilt doch als Schlussstein im Kuppelbau barocker polyphoner Kompositionstechnik. Bach hat die 14 Fugen und vier Kanons – er selbst hat sie als Contrapunctus I bis Contrapunctus XVIII bezeichnet – als Lehrstücke komponiert, heißt es, und doch ist es fast unmöglich, trotz der formalen Strenge der Kompositionstechnik nicht unmittelbar vom Hörerlebnis berührt zu werden.

Auch unterstreicht die Ausdrucksvielfalt die Annahme, es sei die Kunst der Fuge nicht nur für kanonische Lehrzwecke entstanden. Vielleicht spielt hier jedoch auch mit, dass viele in ihr das geniale, aber schon unverstandene Vermächtnis eines einsamen und erblindenden alten Meisters sehen; doch scheint es verbürgt, dass Bach bereits ab 1742 (d. h. acht Jahre vor seinem Tod) die Arbeit an der Kunst der Fuge aufnahm und zu dieser Zeit als hochgeschätzter Komponist und Organist (und als geladener Gast!) mehr reiste als je zuvor.

Andererseits spricht für den Charakter von Modellkompositionen, dass ungeklärt bleibt, für welche Instrumente oder welches Soloinstrument die Sätze von Bach geschrieben wurden. Tatsache ist, dass – abgesehen von Mozarts Requiem – über kaum ein Werk so viele Mutmaßungen angestellt worden sind. Während die einen daran festhalten, Bach sei über der Komposition des Contrapunctus XVIII (mit dem Thema b-a-c-h) verstorben, vertreten andere die Ansicht, die Komposition sei seit 1749 unfertig herumgelegen, weil Bach Wichtigeres zu tun hatte, nämlich die Arbeit an der h-Moll-Messe abzuschließen.

Nicht zu vergessen: gleichzeitig arbeitete Bach in „höherem“ Auftrag an den „Kanonischen Veränderungen über Vom Himmel Hoch“, den „Vierzehn Kanons über die ersten Fundamentalnoten der Goldberg-Variationen“ und am „Musikalischen Opfer“ – mit sechsstimmigen (!) Fugen über ein Thema Friedrichs II. und ebenso ohne Angabe zur Instrumentierung. Aber wie auch immer: am Wunderwerk der Kunst der Fuge ändert das alles nichts.

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18.7.

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BBC-PROMS
1pm

BBC PROMS CHAMBER MUSIC 2011
Live from Cadogan Hall, London
Presented by Catherine Bott

J.S. Bach: ‚Goldberg‘ Variations BWV 988
Mahan Esfahani (harpsichord)

Acclaimed harpsichordist Mahan Esfahani performs a masterwork by J.S. Bach, „composed for music lovers to refresh their spirits“ according to its first edition.

Consisting of an exquisitely beautiful aria and a set of 30 variations, this is one of the great examples of variation form as well as a peak of the keyboard repertoire. These days the Goldberg Variations are often played on the piano by performers who believe the piano is a more communicative instrument, but Esfahani dismisses the views of those who think the harpsichord inexpressive in one word – „absurd!“. Listen to what is sure to be a masterful performance and judge for yourself.

This Prom will be repeated on Saturday 23 July at 2pm.
http://www.bbc.co.uk/programmes/b012llr2

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21.7.

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Deutschlandfunk
21:05-22:50

26.Arolser Barock-Festspiele 2011

Johann Sebastian Bach
Konzert für Violine, Streicher und Basso continuo a-moll, BWV 1041 und Brandenburgisches Konzert Nr.5 D-dur, BWV 1050

Georg Philipp Telemann
Konzert für Blockflöte, Traversflöte, Streicher und Basso continuo e-moll, TWV 52:e1

Johann Friedrich Fasch
Konzert für Blockflöte, Streicher und Basso continuo F-dur

Dorothee Oberlinger, Blockflöte
Michael Schmidt-Casdorff, Traversflöte
Brecon Baroque, Leitung Rachel Podger

Aufnahme vom 25.6.2011 aus der Fürstlichen Reitbahn Bad Arolsen

Biografie Paul Sharp – Englischer Barocktrompeter


Paul Sharp - Englischer Barock-Trompeter
Paul Sharp – Englischer Barock-Trompeter

Ausbildung:
Royal College of Music von 1995 – 1999

Abschluss:
Bachelor of Music (Hon)

Professoren:
Michael Laird, Malcolm Smith und Mark Bennett;

Meisterklasse:
Håkan Hardenberger, Thomas Rolfs und Philippe Schartz .

Preise:
David Mason-Preis für Trompete; Herbert Samuel Preis für Bläser;
Fanny-Hughes Bläserpreis des Royal College of Music ; Stipendiat des Royal
College of Music.

Besondere Auftritte:
Aufnahmen von  “Let the Bright Seraphim” für die Vorstellung des Rolls Royce Silver Seraph
Für BBC TV: The Genius of Mozart, Eroica, Venice und Beethoven Uncovered
London West End: Cats, Phantom of the Opera
UK Tours: West Side Story, The King and I

Mitwirkung in Orchestern:
Philharmonia Orchestra
London Philharmonic Orchestra
Royal Scottish National Orchestra
BBC National Orchestra of Wales
Royal Ballet Sinfonia
English Chamber Orchestra
Chamber Orchestra of Europe
Mahler Chamber Orchestra
Cappella Andrea Barca, dir. Andras Schiff
Deutsche Kammerphilharmonie, Bremen
Norwegian Chamber Orchestra
Stavanger Symphony Orchestra
London Soloists Chamber Orchestra
National Symphony Orchestra
Guildford Philharmonic Orchestra
Southern Sinfonia
Bavarian Philharmonic Orchestra
New Israeli Opera
Hannover Bach Orchestra

Mitwirkung in Orginalklang-Ensembles:
English Baroque Soloists
Orchestre Révolutionnaire et Romantique
Orchestra of the Age of Enlightenment
The King’s Consort
The Gabrieli Consort & Players
The English Concert
Academy of Ancient Music
New London Consort
Classical Opera Company
The Early Opera Company
Dunedin Consort
Steinitz Bach Players
St James’s Baroque Players
Ex Cathedra Baroque Orchestra
Florilegium
Baroque Brass of London
Musicians of Shakespeare’s Globe
His Majestys Sagbutts and Cornetts

http://www.maslink.co.uk/cvs/trumpets/sharp(paul).htm

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Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den 4. Sonntag nach „Trinitatis“


Altar in der Thomaskirche Leipzig

Liebe Bach-Freunde !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 17.07.2011 begehen wir den – 4. „Sonntag nach Trinitatis“

Der 4. Sonntag nach Trinitatis wendet sich der Gemeinde zu. Sie wird als Gemeinde der Sünder gesehen, die der Gnade Gottes bedarf. Ohne die Erkenntnis der eigenen Sünde ist es unmöglich, die Gnade Gottes anzunehmen, weil man sie nicht für nötig hält. Selbstgerechtigkeit entsteht, die dann in Überheblichkeit und Menschenverachtung mündet. Wichtig ist der Aspekt der Gemeinschaft; wir sind Sünder eben nicht (nur) als Individuen, sondern als Gemeinschaft, indem wir z.B. durch Schweigen teilhaben an dem Unrecht, das an anderen durch Menschen unserer Gemeinschaft geschieht.

Am 4. Sonntag nach Trinitatis werden wir daran erinnert, dass wir eine Gemeinde von Sündern sind, die der Vergebung bedarf. So haben wir auch nicht das Recht, unseren Nächsten zu richten. Wir wissen aber um die große Gnade, dass Gott gerade denen nachgeht, die in Schuld gefangen sind.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den 4. Sonntag nach Trinitatis

BWV    24 –  Ein ungefärbt Gemüte“

BWV 177 –  „Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ“

BWV 185 –  „Barmherziges Herze der ewigen Liebe“

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Im Radio Live: 

„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 17.07.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-

Link: http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 „Geistliche Musik“ – Programmauszüge:

Johann Sebastianh Bach

Barmherziges Herz der ewigen Liebe, BWV 185, Kantate am 4. Sonntag nach

Trinitatis für Soli, vierstimmigen Chor, Trompete, Oboe, Streicher und

Basso continuo; Magdalena Kozená, Sopran; Nathalie Stutzmann, Alt; Paul

Agnew, Tenor; Nicolas Teste, Bass; Monteverdi Choir;

English Baroque Soloists, Leitung: John Eliot Gardiner

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Sebastian Knüpfer

Quaemadmodum desiderat cervus, Geistliches Konzert für Bass, Violinen

und Basso continuo; Peter Harvey, Bass; King´s Consort, Leitung: Robert King

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Georg Friedrich Händel

O Praise the Lord With One Consent, Anthem für Sopran, Chor, Bläser,

Streicher und Basso continuo; Emma Kirkby, Sopran; Iestyn Davies, Altus;

James Gilchrist, Tenor; Neal Davies, Bass; Choir of Trinity College,

Cambridge; Academy of Ancient Music, Leitung: Stephen Layton

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/ YouTube: BWV 24 – 

 Ein ungefärbt Gemüte“


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Kantaten-Beschreibung zum BWV 24 BWV 177 und BWV 185

von „Sir John Eliot Gardiner“ ist als PDF-Download nachstehend hinterlegt!

Kantaten für den 4. Sonntag nach  „Trinitatis“ (Aufführungs-Ort: Tewkesbury Abbey am 16. Juli 2000)

Gardiner – Ausführungen zum BWV 24 „Ein ungefärbte Gemüte“

……., Daher atmeten wir erleichtert auf, als wir schon am nächsten Tag unsere Pilgerreise fortsetzen konnten, diesmal mit der Tewkesbury Abbey als Ziel, wo das Cheltenham Festival stattfand. Wenn man zu einer Diät zurückkehrt, die aus Kantaten besteht, kann man sich des Gefühls nicht erwehren, dass die anhaltende Popularität, der sich Bachs Orchestersuiten und Konzerte erfreuen, ein einseitiges Bild dieses Komponisten vermittelt und demzufolge vielen Menschen der Einfallsreichtum und die tiefen Erkenntnisse entgehen, die in seinen Kantaten verborgen sind. Man spürt, dass Bachs Ziel hier nicht die ‚reine Komposition’ war, bei der Anlass, Umstände und Auswirkungen der Aufführung keine Rolle spielen würden. Diese Musik, ausgefeilt bis ins letzte Detail, ist genau zugeschnitten auf die Liturgie und die Lesung des Evangeliums, den Lauf der Jahreszeiten sowie die Musiker, die ihm an einem bestimmten Tag zur Verfügung standen. Das ganze Spektrum künstlerischer Möglichkeiten auszubreiten, war also ein praktisches, kein abstraktes Ziel, und die musikalische Wissenschaft wollte er als ein Mittel verstanden wissen, ‚Einsicht in die Tiefen der Weltweisheit’ zu gewinnen, wie es J. A. Birnbaum stellvertretend für ihn formulierte, als Beweis, ‚dass […] die Musica von Gottes Geist […] angeordnet worden’, wie er selbst in seinem Exemplar von Calovs Bibelkommentar als Randbemerkung notierte.

Welchen Glauben man auch immer haben mag, wie könnte man in Zweifel ziehen, dass sich Bach in der gesamten Musik, die er komponierte, probte und aufführte, Gottes Gnade bewusst war – unter der Voraussetzung, dass all dies andächtigen Geistes geschah? Christoph Wolff verweist in seiner Bach- Monographie auf Bachs ‚niemals endenden musikalischen Empirismus, der theoretisches Wissen bewusst mit praktischer Erfahrung verband’ und gelangt zu dem Schluss: ‚Vor allem jedoch artikulieren Bachs Kompositionen, als über alle Maßen kunstreiche musikalische Ausarbeitungen, nichts Geringeres als die schwierige Aufgabe, für sich selbst einen Gottesbeweis zu führen – vielleicht das einzige Trachten seiner musicalische Wissenschaft.’ Naturwissenschaftler jener Zeit wie Newton und Johann Heinrich Winckler glaubten nicht nur, dass sich theologische Grundsätze empirisch beweisen ließen, sondern sahen auch keinen Widerspruch zwischen Naturwissenschaft und Christentum. Auch Bach sah ‚die leitende Hand des Weltenschöpfers in jenem Zweig der Wissenschaft, in dem er sich am besten und vermutlich besser als irgendeiner seiner Zeitgenossen auskannte’.

Aber er macht es uns nicht immer leicht. Wie zum Beispiel sollen wir die ersten Zeilen von

BWV 24 „Ein ungefärbt Gemüte“ – ‚von deutscher Treu und Güte’ auffassen? Vielleicht liegt in diesen Worten kein größerer Chauvinismus als in der Gewohnheit der Engländer im 17. Jahrhundert, sich mit Israel als dem auserwählten Volk zu identifizieren. Immerhin heißt es im Tagesevangelium: ‚Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet’ (Lukas 6, 36–42), und der Heuchler muss sich die Frage gefallen lassen: ‚Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und den Balken in deinem Auge wirst du nicht gewahr?’. Bachs Musik in BWV 24 weist keinen oberflächlichen Glanz auf: Wir müssen uns durch die äußere Schale durcharbeiten und dürfen uns durch die ‚trockenen, didaktischen Darlegungen und ungehobelten Verurteilungen menschlicher Schwächen’ in Neumeisters Text nicht irritieren lassen (wie es Gillies Whittaker offensichtlich tat).

Bach beginnt mit einer Arie für Alt, einem würdevoll schreitenden Stück im Menuettstil mit unisono geführten Violinen und Bratschen, das uns auf seine eigenwillige Weise eine Vorstellung von diesem ‚ungefärbt Gemüte’ vermittelt. Das sich anschließende Tenor-Rezitativ ist eine eigenständige und musterhafte Predigt in Miniaturform zum Thema ‚Redlichkeit… eine von den Gottesgaben’, denn ‚von Natur geht unsers Herzens Dichten mit lauter Bösem um’. Mit dem Motto seines abschließenden Ariosos mahnt er, ein Christ solle ‚sich der Taubenart bestreben und ohne Falsch und Tücke leben’. In der Tat so, ‚wie du den Nächsten haben willt’. Das ist mit Sicherheit der Kerngedanke des Mittelsatzes und für Bach der richtige Zeitpunkt, die große Kanone hervorzuholen und uns deutlich vor Ohren vor zu führen, worum es geht: Zum ersten Mal in der Kantate hören wir den Chor, begleitet von einem Clarino über der vollen Streichergruppe, der uns zweimal mit dem Leitsatz konfrontiert: ‚Alles nun, das ihr wollet, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen’. Er wird zunächst als ein schwungvolles ‚Präludium’ im Dreiertakt präsentiert, danach als Doppelfuge (immer noch im Dreiertakt) mit der Vortragsanweisung ‚vivace allegro’, die zuerst von den vier Concertisten, dann dem vollständigen Chor vorgetragen wird. Ihr Thema ist geschmeidig, das Gegenthema zerrissen, sprunghaft, gar nervös erregt. Diese Methode, seinen Chor anzukündigen (er beginnt dazu noch nach stummer Achtelzählzeit), ist weder das, was man erwarten würde, noch lässt sich diese Passage leicht bewältigen. Bei den Proben waren viele Durchgänge nötig, bis wir zu einer einigermaßen befriedigenden Interpretation gelangten, auf der Basis der ‚alla breve’-Vorgabe für die Fuge.

Eine Attacke mit Feuer und Schwefel auf die Heuchelei folgt als Bass-Accompagnato (Nr. 4) mit wilden Akkorden der Streicher, Dolchstößen gleich. Nach achtzehn Takten weichen diese Hiebe einem milder stimmenden Appell: ‚Der liebe Gott behüte mich dafür’. Auf ein sanftes Stück (Nr. 5) für doppelte Oboen d‘amore und Tenor, das uns zu ‚Treu und Wahrheit’ mahnt, folgt ein ausgedehnter Choral mit einem Text Johann Heermanns, ‚O Gott, du frommer Gott’, dessen acht Verszeilen von verwässerten, pastoralen Interludien für die Oboen und Streicher (und eine pulsierende Clarinolinie in tiefer Lage) durchsetzt sind. Er endet mit der Bitte, ‚dass in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib’. Welch ein Unterschied zu den gewundenen Aufschreien des Büßers in den Kantaten des vergangenen Sonntags!

© John Eliot Gardiner 2008 – Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch. – Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen:  h i e r  zum Download als PDF 

  Künstler-Beitrag –  Link: Künstlerbeitrag Nicolas Robertson, Tenor

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/ YouTube: BWV 177 – 

Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ

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/ YouTube: BWV 185 –  J.S. Bach-Stiftung St. Gallen

Barmherziges Herze der ewigen Liebe“

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/ YouTube: BWV 185 –  Harnoncourt

 

Barmherziges Herze der ewigen Liebe“

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CD für den 4. Sonntag nach „Trinitatis“ 
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Link: CD’s Bach-Kantaten:
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  Cover: CD’s – SDG 141 – Vol. 3
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BWV 24 “Ein ungefärbt Gemüte“ 

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 141 – Vol.  3 – CD  1

BWV 177Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ“ 

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 141 – Vol.  3 – CD  1

BWV 185 „Barmherziges Herze der ewigen Liebe

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 141 –  Vol. 3 – CD 1

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Ich wünsche allen Besuchern einen schönen sommerlichen 4. Trinitatis-Sonntag !

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Herzliche Grüße

Volker

J.S. Bach-Stiftung St. Gallen veröffentlicht erstes Video zur Werkeinführung BWV 180


Liebe Bachfreunde!

Bevor ich das Video zur Werkeinführung zum BWV 180 von der J.S. Bach-Stiftung vorstelle, habe ich noch ein sehr großes Anliegen, wo ich um rege Unterstützung bitte.

Social Media Award / Schweiz

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Die

„J. S. Bach-Stiftung St. Gallen“

ist für den Schweizer

„Social Media Award 2011“

nominiert worden..!!

Bis Ende Juli 2011 kann jedermann für seine Lieblingskampagne abstimmen.

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Um in die Schlussrunde zu gelangen, sind wir auf jede Stimme angewiesen.

Wir sind Ihnen daher sehr dankbar, wenn Sie auf folgende Webseite gehen würden:

Link:  http://www.bachstiftung.ch/de/social-media-award-2011/

und auf der dann folgenden Internet-Seite den

Button:

„Gefällt mir“   

klicken.

Ihre Stimme wird dann automatisch den Online-Aktivitäten der J. S. Bach-Stiftung gegeben. Die weiteren nominierten Kampagnen sind  – hier   – einsehbar. Besten Dank für Ihre wertvolle Hilfe.

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Ich würde mich darüber freuen, wenn alle meinen Aufruf befolgen würden und wir somit die J.S. Bach-Stiftung St. Gallen unterstützen würden…!!

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Heute wurde von der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen das erste Video (45 Minuten) auf YouTube veröffentlicht mit einer Werkbeschreibung zum BWV 180 „Schmücke dich, o liebe Seele.“

Vor dem eigentlichen Konzert findet von der J.S. Bachstiftung St. Gallen ein Workshop über 45 Min. statt, wo eine Werkbeschreibung und Reflexion zu dem Bach-Werk abgegeben wird. Dieses 1. Video habe ich mir heute angesehen und bin voll begeistert, mit welcher Leichtigkeit ein Bach-Werk bekömmlich erläutert wird. Der Besucher wird mit eingebunden und das finde ich total toll gemacht. Bildet Euch selber einmal ein Meinung dazu ich füge das Video anbei und schaut es Euch einmal in – R u h e –  an ich kann es jedem Bachfreund sehr empfehlen…!!

Der musikalische Leiter Rudolf Lutz der J. S. Bach-Stiftung gestaltet die Einführung zusammen mit dem Theologen Karl Graf. Dieses Video zeigt die Einführung zur Kantate BWV 180 („Schmücke dich, o liebe Seele“). Die Live-Aufzeichnung der Kantate, der Werkeinführung sowie der Reflexion ist als DVD hier erhältlich:

http://www.bachstiftung.ch/de/auffuhrungen-tickets/archiv/2009/kantate-bwv-180/

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YouTube Werkeinführung BWV 180

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Ich wünsche allen Bach-Freunden viel Spaß mit diesem Video als Werkeinführung zum BWV 180 aber bitte   n i c h t  vergessen oben abzustimmen..!!

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Liebe Grüße

Volker

Label SDG veröffentlicht für Mitte August eine CD – SDG 715 – mit Werken von Johann Christoph Bach (1642-1703)


Cover: CD - SDG 715 Johann Christoph Bach

Liebe SDG-Freunde!

Es ist wieder soweit und die Vorfreude darauf ist riesig. Vom Label solideogloria.co.uk – wird für Mitte August 2011 die CDSDG 715 – mit Werken von

Johann Christoph Bach (1642-1703)

veröffentlicht.

CD-Inhalt, eine CD:

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Johann Christoph Bach 

„Welt, gute Nacht“
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Herr, wende dich und sei mir gnädig, Dialogus

Mit Weinen hebt sich’s an, Aria

Wie bist du den, o Gott, Lamento

Der Gerechte, ob er gleich zu zeitlich stirbt, Motet 

Ach, dass ich Wassers g’nug hätte, Lamento 

Fürchte dich nicht, Motet 

Es ist nun aus mit meinem Leben, Aria

Meine Freundin, du bist schön, Dialogus

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Aufnahmeort: Cadogan Hall, London – 16 April 2009

Soloists: Julia Doyle | Katharine Fuge
Clare Wilkinson | Jeremy Budd | James Gilchrist
Nicholas Mulroy | Matthew Brook | Peter Harvey

The English Baroque Soloists | Maya Homburger; Violine | John Eliot Gardiner; Leitung

Hierzu sehr bemerkenswert als PDF-Veröffentlichung die Werksaussagen dazu von „Richard Campbell.“

  Die deutsche Fassung als PDF Werks-Beschreibung SDG 715

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Eine Hörprobe zur CD – SDG 715 – ist beim Label: solideogloria.co.uk   hinterlegt worden..!!

SDG 715 – Johann Christoph Bach Welt, gute Nacht 
6.  Fürchte dich nicht – Motet Stream Audio
7.  Es ist nun aus mit meinem Leben – Aria Stream Audio

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CD’s der SDG-Reihe können – h i e r – erworben werden!

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Herzliche Grüße

Volker

Biografie Dietrich Henschel – Bass-Bariton


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© Clara Pons

© Clara Pons

Dietrich Henschel, Bass-Bariton, wurde 1967 in Berlin geboren. Er besuchte das musische Gymnasium in Nürnberg. Sein Studium erfolgte an dem dortigen Konservatorium und an der Musikhochschule München in den Fächern Klavier, Dirigieren und Gesang. Er wurde außerdem in Berlin u.a. bei Dietrich Fischer-Dieskau ausgebildet und war schon während des Studiums Preisträger mehrerer Wettbewerbe.

Sein erstes Engagement war als lyrischer Bariton am Stadttheater in Kiel. Sein Debüt an der Bayerischen Staatsoper war 2001 mit der Partie des Dichters Aleel in der konzertanten Aufführung von Werner Egks „Irischer Legende“.

International tritt Dietrich Henschel an dem Opernhaus in Lyon, der Pariser Oper, der Deutschen Oper Berlin, am Opernhaus von Amsterdam, Zürich, Genf und Brüssel ebenso wie bei dem Festival de Aix-en Provence und den Münchener Opernfestspielen auf. Er arbeitet mit so anerkannten Dirigenten wie Renè Jacobs, Nikolaus Harnoncourt, Christoph Eschenbach, Zubin Mehta und Kent Nagano.

Als anerkannter „Bach-Kantaten-Oratorien-Sänger“ gastierte er unter anderem bei Sir John Eliot Gardiner während der Bach Cantata Pilgrimage 2000. Sein erster Auftritt hier war gleich zu Beginn der Pilgerreise am 23.12.1999 als Solist im Weihnachts-Oratorium von J.S. Bach in der Herder-Kirche Weimar.

Im Rahmen seiner internationalen Tätigkeit als Konzert- und Liedsänger hat er regelmäßige Auftritte bei Festspielen wie den Schubertiaden in Wien und Feldkirch, dem Europäischen Musikfest Stuttgart, den Richard-Strauss-Tagen in Garmisch, dem Schleswig-Holstein-Musikfestival und dem Beethovenfest Bonn.

Ausführliche Website mit Diskographie und Pressestimmen:
www.dietrichhenschel.de/

http://www.bach-cantatas.com/Bio/Henschel-Dietrich.htm

Ich glaube an Johann Sebastian Bach, der Musiker..!!


Liebe Bachfreunde!

Bei meinen täglichen Rundgängen in der Internet-Welt wurde ich auf folgende Übersetzung geleitet und habe mich darüber köstlich amüsiert:

Übersetzung von Portugiesisch nach Deutsch 

Das Glaubensbekenntnis über J.S. Bach !

„Ich glaube an Bach, der Musiker, der Schöpfer der himmlischen Harmonien, und durch seine Kunst der Fuge, sein großes Werk, das durch die Kraft seines meisterhaften Geistes gezeugt wurde, geboren von der ewigen Muse, gelitten und  verletzt unter Leipzig,  seine Musik war tot und begraben, hinabgestiegen zu den Vergessenen, wiederauferstanden bei der Berührung durch Felix Mendelssohn Bartholdy, aufgefahren in den Himmel.“

„Ich glaube an Bach, seine Musik im Himmel und die Gemeinschaft der Interpreten. Von dort „WIRD ER KOMMEN“ zu beurteilen und zu richten alle seine Interpreten die Vergebung der Sünden einer barocken Inszenierung.

„Seine Musik bleibet ewig…., Amen.“

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Grüße

Volker


Mit dem Großmeister an der Springladen-Orgel „Gerhard Weinberger“ eine erlebnisreiche Sternstunde mit Bach-Werken


An der Springladen-Orgel in Borgentreich - Prof. Gerhard Weinberger

Liebe Bachfreunde,

am Samstag, 9. Juli 2011 spielte Prof. Weinberger an der neurestaurierten Barockorgel in Borgentreich; der größten doppelten Springladenorgel der Welt

  • Toccata und Fuge F-Dur BWV 540
  • Partita „Wenn wir in höchsten Nöten sein“ BWV Anh. 78
  • Aus der „Kunst der Fuge“ BWV 1080
  • Contrapunctus 1
  • Contrapunctus 2
  • Contrapunctus 3
  • Contrapunctus 4
  • Contrapunctus 5
  • Contrapunctus 6 a 4 in Style Francese
  • Concert d-Moll BWV 974

Nach dem Konzert d-Moll für Oboe, Streicher und Basso continuo von „Alessandro Marcello“

  • Choralbearbeitung aus den „Leipziger Chorälen“ BWV 654

          „Schmücke dich, o liebe Seele“ à 2 claviers et pédale

Barocke-Springladen-Orgel in Borgentreich Fotorechte: Joschi von Scherenberg

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So ein swingendes, traumhaftes Orgelkonzert habe ich noch nie erlebt. Schon nach den ersten Takten der F-Dur Toccata konnte ich nicht mehr ruhig auf meiner Kirchenbank sitzen bleiben. Dieses Stück war eine indirekte Aufforderung zum Tanz. Sehr ruhig und ausgeglichen die Partita „Wenn wir in höchsten Nöten sein“. Sehr schön registriert – wir haben es genossen.

„Kunst der Fuge“ Contrapunctus 1-6 wurden sehr unterschiedlich registriert und Prof Weinberger konnte die Vielfalt dieser seltenen Orgel darstellen. Einfach beeindruckend!

Das Concert d-Moll war wieder was für mich. Ich musste mir ein Taschentuch vor den Mund halten. Das Andante e spiccato war hinreißend interpretiert – das Adagio natürlich auch; und beim Presto war’s mit meiner Fassung vorbei. Es war wirklich ein „Presto“ und auf unserer harten Kirchenbank gab’s kein Halten mehr.

„Schmücke dich, o liebe Seele“ war mit dem Tremulanten im Cantus firmus gefährlich-schön registriert. Gefährlich deshalb, weil man jeden Ton ganz genau hört und die kleinste Unregelmäßigkeit genau mitbekommt. Aber unser Großmeister (so war die Plakatankündigung) hat’s mit Bravour gemeistert.

Das Schlussstück war noch mal was zum Schwelgen. Ausgerechnet beim „Gravement“ gings wild über die gesamte Tastatur. Ich habe mich nur gewundert, wie ein Mensch bei dieser Geschwindigkeit so präzise und packend spielen kann.

Ein Schokoladenstückchen gab’s für uns noch am Ausgang. Dort kam uns Prof. Weinberger mit einem riesen Blumenstrauß entgegen und wir konnten einige Sätze mit ihm wechseln. Seine Natürlichkeit und Bescheidenheit haben uns beeindruckt.

Herzl. Gruss

Iris

P.S. Eine weitere Konzert-Rezension gibt es von der „NW aus Warburg“

Unteres Foto anklicken zum Vergrößern oder die Datei aufrufen: 

Link: https://volkersklassikseitenjsbach.com/wp-content/uploads/2011/07/nw-rezension-organist-g-weinberger-borgentreich.png

NW-Rezension: Organist Gerhard Weinberger in Borgentreich

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Zur Biographie von Gerhard Weinberger

Zum Vorbericht: „Größte doppelte Springladen-Orgel der Welt“
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Radio- und TV-Tipps KW 28 – 11.-17.7.2011


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11.7.


BR klassik
20-22

Bachfest Leipzig
Johann Sebastian Bach: Orgelkonzert d-moll, BWV 596;
Antonio Vivaldi: Gloria D-dur, R 589;
Johann Sebastian Bach: „Was Gott tut, das ist wohlgetan“, Kantate, BWV 100;
Antonio Vivaldi: Magnificat g-moll, R 610; Gloria D-dur, R 589;
Johann Sebastian Bach: „Gelobet sei der Herr, mein Gott“, Kantate, BWV 129

Thomanerchor Leipzig
kammerorchesterbasel
Solisten: Daniel Johannsen, Tenor; Gotthold Schwarz, Bass; Daniel Beilschmidt, Orgel
Leitung: Georg Christoph Biller
Aufnahme vom 10. Juni 201

Wer die Orginalübertragung am 10. Juni verpasst hat, hat hier nochmals die Chance, dieses Konzert zu hören.

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15.7.

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BR-klassik
13-14
Musik im Originalklang
English Baroque Soloists: John Eliot Gardiner
Johann Sebastian Bach: Brandenburgisches Konzert Nr. 5 D-dur;
Wolfgang Amadeus Mozart: Symphonie Es-dur, KV 543

 

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den 3. Sonntag nach „Trinitatis“


Neues Bachdenkmal vor der Divi Blasii Kirche in Mühlhausen

Liebe Bach-Freunde !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 10.07.2011 begehen wir den – 3. „Sonntag nach Trinitatis“

Der 3. Sonntag nach Trinitatis stellt in gewisser Weise die Fortsetzung des 2. Sonntags nach Trinitatis dar, denn nun geht es um die offenen Arme, die den empfangen, der schon lange eingeladen ist. Die Gleichnisse vom „Verlorenen“ oder die Geschichte vom Zachäus unterstreichen dies sehr deutlich. Gott will die Sünder selig machen, darum geht es, und er hindert keinen einzelnen, zu ihm zu kommen.
Das Gleichnis vom verlorenen Schaf zeigt uns am 3. Sonntag nach Trinitatis, dass Gott gerade dem nachgeht, der in seiner Sünde gefangen ist. Wir freuen uns darüber, dass auf diese Weise auch Menschen zu seiner Gemeinde hinzukommen, die uns erst fremd und unbehaglich waren. Durch die Liebe Gottes, die in gleicher Weise uns wie ihnen gilt, werden wir fähig, diesen Menschen liebend zu begegnen.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den 3. Sonntag nach Trinitatis

BWV    21 –  Ich hatte viel Bekümmernis“
BWV 135 –  „Ach Herr, mich armen Sünder“

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Im Radio Live: 

„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 10.07.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-

Link: http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 „Geistliche Musik“ – Programmauszüge:

Johann Sebastianh Bach

BWV 21 „Ich hatte viel Bekümmernis

Kantate zum 3. Sonntag nach Trinitatis

für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo;

Yukari Nonoshita, Sopran; Robin Blaze, Countertenor; Gerd Türk, Tenor;

Peter Kooij, Bass; Bach Collegium Japan; Concerto Palatino,

Leitung: Masaaki Suzuki

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/ YouTube: BWV 21 – 

 „Ich hatte viel Bekümmernis

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Kantaten-Beschreibung zum BWV 21 und BWV 135

von „Sir John Eliot Gardiner“ ist als PDF-Download nachstehend hinterlegt!

Kantaten für den 3. Sonntag nach  „Trinitatis“ (Aufführungs-Ort: Fraumünster, Zürich
am 8. und 9. Juli 2000)

Gardiner – Ausführungen zum BWV 21 „Ich hatte viel Bekümmernis“ 

BWV 21Ich hatte viel Bekümmernis“ habe ich zum ersten Mal 1979 dirigiert. Diese Kantate beeindruckte mich damals als eines der ungewöhnlichsten und einfallsreichsten Vokalwerke Bachs, und das ist auch heute noch so, nachdem ich mit all den anderen Kantaten sehr viel vertrauter geworden bin. Wesentliche Lücken im überlieferten Quellenmaterial machen die Entstehung dieser zweiteiligen Weimarer Kantate zu einem Streitpunkt unter Bach-Forschern. Die meisten akzeptieren inzwischen eine Chronologie, der zufolge eine kürzere Fassung vermutlich zu einem früheren Zeitpunkt entstanden war als die erste dokumentierte Aufführung (Weimar, 17. Juni 1714) und diese zu einem elfsätzigen Werk ‚per ogni tempo’ erweitert wurde, möglicherweise zur Aufführung in Halle im Dezember 1713 bestimmt. In Bachs Köthener Jahren wurde sie dann überarbeitet (einen Ton nach oben transponiert und vielleicht im Zusammenhang mit seiner Bewerbung um das Amt des Organisten im November 1720 an der Hamburger Jacobikirche aufgeführt) und erreichte ihre jetzt bekannte Form als die dritte Kantate, die Bach vorstellte (13. Juni 1723), als er seinen Dienst in Leipzig antrat, wo sie in späteren Jahren dann möglicherweise noch mehrere Male zu hören war.

In jeder Version liefern die Psalmverse (Nr. 2, 6 und 9) die Stützpfeiler des gesamten Gefüges. Ihre große Ähnlichkeit mit den Psalmchören seiner frühesten 11 Kantaten (BWV 150 und 131) an den Stellen, wo Tempo und Textur wechseln, deuten darauf hin, dass Bach sie 1708 kurz nach seiner Umsiedlung nach Weimar verfasste (wenngleich vermutet wird, er habe dort seine ersten Kantaten erst rund fünf Jahre später geschrieben). Diesen Eindruck bekräftigt die Ähnlichkeit des Dialogs zwischen der Seele und Jesus (in Nr.8) mit BWV 106 Actus tragicus sowie der Choralbearbeitung im Motettenstil (Nr. 9) mit dem zweiten und fünften Satz von BWV 4. Doch genau dieses Nebeneinander zwischen diesen früheren Stilen und zwei ‚modernen’ italienischen Arien (Nr. 3 & 5) und Accompagnati (Nr. 4 & 7) macht die Kantate zu einem so faszinierenden und zentralen Werk in Bachs Schaffen.

Sie beginnt mit einer Sinfonia in c-moll von überwältigendem Schmerz, Oboe und erste Violinen tauschen Arabesken aus und kommen auf nicht weniger als drei, von gestischem Pathos erfüllten Fermaten zur Ruhe. Das Ergebnis ist, dass sich schon vor Einsatz der Stimmen der Gedanke der ‚Bekümmernis’ im Bewusstsein des Hörers verankert hat – eine Stimmung, die in allen sechs Sätzen des ersten Teils bestehen bleibt, von denen fünf fast obsessiv in c-moll gesetzt sind. Bachs Unbekümmertheit, mit der er sich über das Versmaß hinwegsetzt, und seine Neigung, instrumentale Texturen mit der Vokalmelodie wetteifern oder diese gar erdrücken zu lassen, bot dem Theoretiker Johann Mattheson eine leichte Zielscheibe.

Vor allem die Missachtung anerkannter Konventionen der Textvertonung erregte in diesem Fall Matthesons Zorn und animierte ihn zu einer vernichtenden Kritik an den wiederholten ‚Ichs’, die Bach der fugierten Darbietung des Anfangschors voranstellt. Merkwürdig scheint, dass er Bachs rhetorische Absicht hinter dieser Wiederholung nicht erfasst haben sollte – die Schuld des Sünders hervorzuheben und den Pfuhl der Verzagtheit vor Augen zu führen, aus dem nur Gottes Trost ihn erretten kann. Das betrifft noch mehr die Kantate, die Mattheson in Hamburg gehört haben mag (ohne die einleitende Sinfonia): Bachs Ziel ist es, den Hörer auf die fugierte Verarbeitung des Bußtextes vorzubereiten, indem er die ganz persönliche Bedrängnis des Büßers hervorhebt – ‚Ich hatte viel Bekümmernis’.

Vielleicht waren es weniger die dreimal wiederholten ‚Ichs’, die Mattheson verärgerten, als vielmehr die unbegründete Wiederholung ganzer Phrasen, hier wie auch in Nr. 3 und 8. Doch das ist eine absichtlich angewandte und wirkungsvolle Strategie: Indem er die Stimmen fugiert einsetzen lässt, erstellt Bach ein vielgestaltiges Porträt persönlicher Drangsal, die den Sängern gemeinsam ist, während sich die Instrumentalisten nur alle drei Takte bei den Worten ‚in meinem Herzen’ hinzugesellen und die Stimmung der Sorge und Trübsal untermauern. Das Problem liegt hier nicht, wie Laurence Dreyfus meint, in dem Missverhältnis, in das Bach den ersten Teil des Psalmverses und seine Fortsetzung ‚in meinem Herzen’ bringt, und auch nicht darin, dass er ‚verabsäumt, ihn auf überzeugende und hörbare Weise vortragen zu lassen’. Nur in einer schlechten Aufführung könnte es geschehen, dass die Instrumente die Stimmen erdrücken oder die Verständlichkeit des Textes an dieser Stelle verschleiern.

Die Musik hält bei dem Wort ‚aber’ inne, das den Vermerk adagio trägt – eine Überleitung zu einem optimistischeren, vivace markierten Teil, wo Gottes Tröstungen in einem ausgedehnten, dreieinhalb Takte umfassenden und alle Stimmen und Instrumente einbeziehenden Melisma von der bekümmerten Seele als Erquickung begrüßt werden. Damit der Gegensatz nicht zu glatt oder leicht gerät, drosselt Bach das Tempo wieder zu andante, um noch einmal ‚deine Tröstungen’ zu präsentieren, bevor die ‚erquicken’-Phrase mit stillschweigender Rückkehr zu vivace dieses chorische Tableau beschließt, das die Kantate einleitet.

Ihm folgt eine Sopran-Arie mit Oboe, immer noch in c-moll, ‚Seufzer, Tränen, Kummer, Not’, ein tragisches Klagelied, das die Gesten eines langsamen Tanzes im 12/8-Takt nachahmt und wo alles aus dem Wurzelstock der siebentaktigen Einleitung der Oboe zu erwachsen scheint. Mit seiner Prägnanz und emotionalen Tiefe erklärt es sich zum nicht so fernen Vorfahren von Paminas Arie ‚Ach, ich fühl’s’ aus der Zauberflöte. War das eine der Partituren, die Mozart 1789 bei seinem Besuch in Leipzig studierte? Es scheint, als hätte Bach bei wenigstens einer Aufführung das sich anschließende Accompagnato (Nr. 4) dem Sopran (der ‚Seele’) zugewiesen. Die Tenor-Arie (Nr. 5) in f- moll enthält Fallen für den Unbedachten: Wenn man die Phrasen falsch interpretiert und zulässt, dass die Akzente der Melodie mit den bassgestützen Harmonien zusammentreffen, kann es geschehen, dass ein unwichtiges Wort wie ‚von’ hervorgehoben wird (das wäre nun wirklich ein rotes Tuch für Mattheson gewesen!), bis man bemerkt, dass Bach die Violinen und Bratschen eine Achtelnote vor die Gesangslinie geschoben hat, um das Schubert’sche Fließen dieser ‚Bäche von gesalznen Zähren’ noch flüssiger zu gestalten. Das Adagio, das dem stürmischen Allegro-Mittelteil folgt, sollte ein wenig langsamer genommen werden als das Largo zu Beginn, um dem ‚trübsalvollen Meer’ besonderen Nachdruck zu verleihen, bevor beim Da Capo das vorgeschriebene Zeitmaß wieder aufgenommen wird.

Bach liefert uns nun eine Vertonung des Textes von Psalm 42, ‚Was betrübst du dich, meine Seele’, für die vier Solisten, die auf den ausdrucksvollen Stil der Bußmotette zurückgreift, wie sie von der vorangegangenen Generation (Matthias Weckmann, Nicolaus Bruhns und Bachs älterer Cousin Johann Christoph) gepflegt wurde. Dieser Text wird vor einer lebhaften fugierten Darbietung der Worte ‚und bist so unruhig’ (mit der Vortragsbezeichnung spirituoso), die erst ‚in mir’ (adagio) wieder Boden gewinnt, von Chor und Orchester aufgenommen. ‚Harre auf Gott’ geht vier wunderbaren Takten voraus, in denen instrumentale Harmonien über einem Orgelpunkt auf B gehalten werden, was der Oboe, die diese ganze Kantate hindurch die wahre Stimme des unruhigen Geistes ist, Gelegenheit gibt, zu Tränen zu rühren – bis schließlich die Singstimmen wieder einsetzen und zweimal versichern: ‚denn ich werde ihm noch danken’. Das führt bei den Worten ‚dass er meines Angesichtes Hilfe und mein Gott ist’ zu einer Permutationsfuge, zuerst von den vier Concertisten, danach der Oboe, dann nacheinander von den hohen Streichern vorgetragen, bis schließlich das ganze Ensemble einstimmt, zu einem majestätischen Adagio aufstrebt und sich zur Bestätigung eine (wie wir sehen werden, provisorische) Kadenz in C-dur anschließt.

Nun folgt die Predigt, mit der stillschweigend einige Zeit verstreicht, und die Gläubigen erhalten Gelegenheit, darüber nachzusinnen, wann Gott seine Erlösung offenbaren wird. Der zweite Teil dieser bemerkenswerten Kantata – die in der Weise, wie sie sich von irdischer Drangsal zu einer Vision der Ewigkeit bewegt, ein eigenständiges musikalisches Drama ist – beginnt in der parallelen Durtonart mit einem denkwürdigen Beispiel für Bachs häufige Dialoge zwischen der ‚Seele’ (Sopran) und Jesus (Bass): hier als Accompagnato, das in seinem Ausdrucksspektrum und harmonischem Reichtum Mozart sehr nahe ist und zu einem Duett (mit Continuo) mit kaum verhohlener sexueller Symbolik hinleitet (Nr. 8). ‚Komm, mein Jesu, und erquicke’, singt die Seele; ‚ja, ich komme und erquicke’, antwortet Jesus. Hingabe und Sinnlichkeit gehen eine elektrisierende Verbindung ein. Nur eine sehr dünne Membran trennt dieses Stück von dem Liebesduett zwischen Diana und Endymion in der ‚Jagd’-Kantate (BWV 208, Nr. 12), die im Februar 1713 entstand. Da gibt es Augenblicke katzenhaften Scheltens (‚Nein, ach nein, du hassest mich!’), Momente der Kapitulation und einen Freudentanz im Dreiertakt, bevor die Musik des Anfangs in gestutzter Form zurückkehrt, wohltuender Gleichklang erzielt wird und beide Stimmen sich im Duodezimabstand voranbewegen. Eine eingängige abschließende Phrase im Continuo bestätigt, dass die Vereinigung oder ‚Erquickung’ gebührlich zum Abschluss gekommen ist.

Die trostvolle und heitere Stimmung setzt sich in dem ausgedehnten Satz in g-moll (Nr. 9) fort, wo drei der vier Solostimmen abwechselnd die Worte ‚Sei nun wieder zufrieden’, diesmal aus Psalm 116, in fugierten Phrasen voller Glückseligkeit gegen eine Melodie in der Tenorlinie vortragen, die offensichtlich zu den Chorälen gehört, die Bach besonders schätzte: ‚Wer nur den lieben Gott lässt walten’ von Georg Neumark. Erst nach einer zweiten Strophe (in Leipzig von den Ripienisten, der Oboe und vier Posaunen gestützt) stimmen die Streicher in den Choral ein, der nun zu den Sopranstimmen wechselt, deren Stimmung optimistischer ist: ‚Die folgend Zeit verändert viel / und setzet jeglichem sein Ziel’. Eine jubelnde Tenor-Arie folgt, in welcher der Sänger mit einem abtaktigen Azent auf ‚verschwinde’ der Hemiole des Continuos, die unmissverständlich ‚Kummer’ und ‚Schmerz’ ausdrückt, bewusst widerspricht: Bach’scher Humor, wie er schlagkräftiger nicht sein kann. Der ‚B’-Teil enthält ein Wortspiel: ‚Verwandle dich, Weinen, in lauteren Wein’.

Dieser Gedanke der ‚Verwandlung’ – von Sorge in Freude und von Bachs bescheidenem Oboe-und-Streicher-Ensemble in ein von drei Trompeten und Pauken geleitetes himmlisches Orchester – durchzieht das abschließende Tableau und hebt den Gläubigen aus seiner früheren Schwermut. Es beginnt mit dem Zitat aus der Offenbarung (5, 12–13), ‚Das Lamm, das erwürget ist, ist würdig’, das aus Händels Messiah so vertraut ist. (Man könnte mit Recht fragen, ob es Händel mit seinem scharfen Blick für die sog. ‚transformative Imitation’ nicht als nützliches Paradigma für seinen berühmten Schlusschor aufgegriffen hat: Dort sind die gleichen Blöcke homophoner Deklamation und die sich steigernde Erregung zu finden, die zum elementarsten und fesselndsten Rüstzeug eines Komponisten des 18. Jahrhunderts gehören.)

Dieser Schlusschor der Superlative gipfelt in einer weiteren Permutationsfuge, die Tonart, Instrumentierung und den ryhthmischen Charakter des Chores umkehrt, der Teil I beschließt; selbst wenn Bach ihn erst zu einer späteren Zeit hinzugefügt hätte, so scheint er doch ein völlig integraler Bestandteil der Anlage dieses Werkes zu sein, unerlässlich für das Gesamtgefüge. So besteht Bach im Gegensatz zu dem unverzüglichen Wechsel von c-moll zu C-dur im Finale von Beethovens Fünfter Symphonie darauf, dass wir während unserer Erlösung von den unvermeidlichen Sorgen des weltlichen Lebens die qualvolle Verzögerung erleben und in dieser Modulation hören, wie Gott uns diese durch seinen ‚Trost’ und seine ‚Erquickung’ schließlich nehmen wird, bis wir ihn ‚von Angesicht zu Angesicht’ schauen.

© John Eliot Gardiner 2010 – Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch. – Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen:  h i e r  zum Download als PDF

  Künstler-Beitrag –  Link: Künstlerbeitrag Michael Harrison, Trompete

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/ YouTube: BWV 135 – 

„Ach Herr, mich armen Sünder“


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CD für den 3. Sonntag nach „Trinitatis“ 
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Link: CD’s Bach-Kantaten:
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  Cover: CD’s – SDG 165 – Vol. 2
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.BWV 21 “Ich hatte viel Bekümmernis“ 

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 165 – Vol.  2 – CD  2

BWV 135 „Ach Herr, mich armen Sünder“

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 165 –  Vol. 2 – CD 2

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Ich wünsche allen Besuchern einen schönen Trinitatis-Sonntag mit zu Herzen gehenden Bach-Kantaten.

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Herzliche Grüße

Volker

Biografie Robin Tyson – Countertenor


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Robin Tyson

Robin Tyson

Robin Tyson begann seine Laufbahn als Chorsänger in der Kathedrale von Canterbury. 1989 bekam er ein Stipendium für das King’s College in Cambridge. Anschließend besuchte er das Royal College f Music für ein Postgraduiertenstudium.

Als Solist ist er in ganz Europa, den USA und dem Fernen Osten aufgetreten. Er arbeitete mit Dirigenten wie Sir John Eliot Gardiner, Richard Hickox, Paul McCreesh, Rene Jacobs, Emmanuel Haïm, Robert King und Joshua Rifkin zusammen. Er trat im Lincoln Center New York sowie bei Festspielen wie dem Edinburgh International Festival, dem Spitalfields Festival, im Barbican Centre und den BBC Proms als Gesangs-Solist auf.

1998 debütierte er als Liedsänger in London, als er Barock- und klassische Lieder in der Serie „Liederreise“ des St. John’s Smith Square sang. Während seiner Collegezeit sang Robin den Oberon in Brittens „Mittsommernachtstraum“. Während des Londoner Händel-Festivals verkörperte er die Hauptrolle in Händels „Alessandro Severo“. Unter René Jacobs hat er in Cavallis „La Calisto“ in La Monnaie (Brüssel) und am Teatre Nacional de Catalunya (Barcelona) gesungen. Opernpläne beinhalten weitere Aufführungen von „La Calisto“ am Festspielhaus in Salzburg, Lyon, Montpellier und Berlin sowie eine Doppelvorstellung von „Venus und Adonis“ und „Dido und Aeneas“ in Antwerpen und Gent für die Oper Flandern.

Robin Tyson war stark engagiert in Sir John Eliot Gardiner’s Bach Cantata Projekt in 2000. Die Live-Aufnahme eines Konzertes ist bei dem Label Deutsche Grammophon erschienen, andere Aufnahmen von der Bach Cantata Pilgrimage sind beim „Soli Deo Gloria“-Label erhältlich. Ebenso trat er mit dem Ensemble Fretwork auf. Mit dem Viol-Ensemble Concordia nahm er die Musik zu dem Film Elizabeth mit Helen Mirren auf. Im Bereich der zeitgenössischen Musik trat er zweimal bei den BBC PROMs in György Kurtàg’s What is the Word sowie in der Uraufführung von Giles Swayne’s Havoc.

Robin sang auch in vielen führenden Vokalensembles wie The Sixteen, The Gabrieli Consort, Pro Cantione Antiqua, King’s Consort und Hilliard Ensemble. Von 2001 bis 2009 er Mitglied der King’s Singers, dem weltweit begehrtesten A-cappella-Ensemble.

http://www.kingssing.de/ksbio/tyson

http://daviesmusic.com/singer/robin-tyson/

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Barocke Springladenorgel restauriert Konzert eines Großmeisters Gerhard Weinberger am 9.7.2011 in Borgentreich


Liebe Orgel-Freunde!

Borgentreich (OWL-Ostwestfalen-Lippe). Das Mammutwerk ist vollbracht: 15 Jahre lang haben die Borgentreicher für die Königin der Instrumente gekämpft. Für ihre Orgel haben sie gespendet, geworben und sogar Bundestagspräsident Norbert Lammert als Pate für die Restaurierung gewinnen können. Jetzt wurde angestimmt: Am 14. Mai 2011 empfing die Borgentreicher Barockorgel in der katholischen Pfarrkirche St. Johannes Baptist die offizielle Weihe.

Geweiht, die größte barocke Springladenorgel der Welt in der Kirche St. Johannes Baptist, Borgentreich. © 2005 – 2011 Orgelförderverein Borgentreich.

1997 begannen die Planungen zur Restaurierung der größten Barockorgel Westfalens in der katholischen Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Borgentreich, die zugleich auch die wichtigste historische Orgel des Erzbistums Paderborn ist. Im November 2003 wurde die Orgelbaufirma Hermann Eule in Bautzen mit der Wiederherstellung beauftragt – von 2005 bis 2011 liefen die Restaurierungs-Arbeiten. Mit der Orgelweihe am 14./15. Mai 2011 ging die schwierigste, langwierigste und kostspieligste Restaurierung der Erzdiözese Paderborn zu Ende.

Größte barocke Springladenorgel der Welt in Borgentreich © 2005 - 2011 Orgelförderverein Borgentreich.

Die „Königin der Instrumente“ in Borgentreich wird ursprünglich für die Klosterkirche der Augustiner im ostwestfälischen Kloster Dalheim erbaut. Den ältesten Teil bildet das Hauptwerk, das im 17. Jahrhundert von einem Orgelbauer der Familie Bader geschaffen wurde. Nach der Aufhebung des Klosters Dalheim im Jahr 1803 wurde die Orgel für Borgentreich erworben.

Disposition der Springladenorgel in Beverungen Pfarrkirche St. Johannes Baptist.

H i e r  – klicken..!!

Die Orgel lockt ihre Fans aus ganz Europa an. Wer in der Orgel-Szene etwas auf sich hält, muss dieses Instrument mit den 3.019 Pfeifen im mächtigen Leib gesehen haben. Es ist die größte doppelte Springladenorgel der Welt und zugleich auch die größte Barockorgel Westfalens. Sie thront jetzt frisch restauriert wieder hoch droben auf der Empore in der katholischen Pfarrkirche St. Johannes Baptist und verzückt die Blicke mit ihrem riesigen in Weiß und Blattgold gefassten Prospekt.

Springlade…  Die heute aufgrund ihrer aufwändigen Konstruktion nur noch selten anzutreffende Springlade unterscheidet sich von der Schleiflade hinsichtlich ihrer besonderen Registriervorrichtung. Anstelle der Schleife befinden sich in der Windlade unter jeder Pfeifenbohrung kleine Ventile. Diese werden mit einer Feder gehalten. Sie können mittels Stechern (kleine Metallstifte, die oben aus der Windlade herausragen) geöffnet werden. Beim Ziehen eines Registers drückt eine lange Leiste auf sämtliche dem jeweiligen Register zugehörigen Stecher. Dadurch werden alle Ventile des gezogenen Registers geöffnet. Beim Abstoßen springen die Ventile durch ihre Federn wieder zu. Daher der Name Springlade. Der Registerzug muss sowohl in gezogenem wie auch in abgestoßenem Zustand eingehakt werden um die Kraft der Ventilfederchen oder das Gewicht der Registerleiste auszuhalten. Ab 1600 entwickelte sich die Konstruktion der doppelten Springlade.
(Angaben des Orgelmuseums Borgentreich)

Einen ausführlichen Zeitungsbeitrag der NW zur Springladenorgel erhalten Sie  – h i e r -..!!

Besucher von Borgentreich ist das dortige Orgelmuseum sehr zu empfehlen.

Link: Orgel-Museum in Borgentreich: 

Erleben  Sie im ersten Orgelmuseum Deutschlands  faszinierende Einblicke in die Welt der  Königin der Instrumente. Funktionsweise der  Pfeifenorgel, klanglicher Aufbau,  handwerkliche Herstellung und geschichtliche  Entwicklung werden leicht verständlich und  unterhaltsam präsentiert an Pfeifen,  Werkzeugen und Modellen zum Anfassen und    Ausprobieren.

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Dozent-Dirigent und Organist Prof. Gerhard Weinberger

Aus gegebenem Anlass finden nach Weihe der barocken Springladenorgel

Orgel-Konzertwochen in der katholischen

Pfarrkirche  St. Johannes Baptist, Beverungen statt.

Konzertankündigung:

Großmeister der Orgel am

Samstag, 9. Juli 2011 um 17:00 Uhr

Prof. Gerhard Weinberger, Detmold / München mit Werken von Johann Sebastian Bach

Für seine Gesamteinspielung des Bachschen Orgelwerks auf historischen Instrumenten (22 CDs) erhielt Gerhard Weinberger den Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik 2009.

Die Jury schrieb in ihrer Begründung: „Diese Einspielung der Orgelwerke von Johann Sebastian Bach steht in nahezu jeder Hinsicht einzigartig da…. Zum dritten ist es die die stilistische … Souveränität, mit der Gerhard Weinberger … in mehr als 12 Jahren eine Referenz- Einspielung für das 21. Jahrhundert geschaffen hat.“

Zur Biographie von Gerhard Weinberger

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YouTube Gerhard Weinberger spielt Bach

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Dir liebe @Iris, danke für den Konzert-Tipp. Haben wir doch wieder die Gelegenheit, diesen großartigen Orgel-Bach-Interpreten an dieser wunderbaren Springladenorgel aus der Barockzeit erleben zu können ich freue mich mächtig auf dieses Orgel-Konzert am Samstag…!!

Liebe Grüße

Volker

Wie wird Musik klein? – Zur Technik von MP3!


Mal etwas ganz anders – kein Bach, kein Radiotipp, aber …

Die Universität Hannover stellt jeden Montag kleine Filme zu den verschiedensten Forschungen in ihren Instituten ins Netz. Hier gibt es im Bereich des Maschinenbaus oder des Bauingenieurwesens naturgemäß keine Berührungspunkte zu den Themen dieses Blogs, aber mit dem heutigen Filmchen ist das etwas anders. Ich nehme an, Ihr habt so wie ich alle so ein kleines Teil, genannt MP3-Player, in der Tasche oder hört Radio im Internet, das ja auch meist in diesem Format gesendet wird. Damit beschäftigt sich der Film dieser Woche: Wie wird Musik klein?

http://www.uni-hannover.de/de/service/specials/experiment/

Das ist in dieser Kürze natürlich nichts für Fachleute, aber für den Musikliebhaber ohne Kenntnisse in Elektrotechnik ganz nett zu sehen. Und was wären wir ohne die MP3-Technik als Musikliebhaber?

Viel Spaß
Barbara