Die Stiftung Bach-Archiv Leipzig hat ihre Sammlung um wichtige Zeitdokumente zur Musikerfamilie erweitert. Das Archiv teilte mit, zwei bedeutende Bach-Bilder seien hinzugekommen. Es handelt sich demnach um ein Pastellbildnis aus der Hand Johann Philipp Bach(1752-1846). Es zeigt Carl Philipp Emmanuel Bach. Das zweite Werk ist ein zuvor unbekanntes Aquarell des Landschaftsmalers Johann Sebastian Bach der Jüngere (1748-1778).
Das Bach-Archiv Leipzig entstand 1950 anlässlich des 200. Todestages Johann Sebastian Bachs und versteht sich nach eigenen Angaben als musikalisches Kompetenzzentrum an dessen Hauptwirkungsort. Ziel ist es, Leben und Wirken des Komponisten und der Musikerfamilie Bach zu erforschen und deren kulturelles Erbe zu bewahren. Zum Archiv gehört ein Museum, das im vergangenen Jahr mehr als 48.000 Besucher anlockte.
Pastellbildnis aus der Hand von Johann Philipp Bach.
Es zeigt Carl Philipp Emmanuel Bach.
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Bach Channel des Bach-Archivs Leipzig geht online
Ab sofort können Videomitschnitte ausgewählter Veranstaltungen im barocken Sommersaal des Bach-Museums Leipzig in einem neu eingerichteten Bach Channel abgerufen werden. Eine Kooperation mit der Hochschule Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) ermöglicht die online-Dokumentation von Konzertveranstaltungen, wissenschaftlichen Konferenzen, Buchvorstellungen und Gesprächsreihen. Studenten des Fachbereichs Medien der HTWK zeichnen sowohl für die Aufnahme als auch für die Nachbearbeitung der Beiträge verantwortlich, die vom hochschuleigenen Fernsehsender »floid TV« produziert werden.
Die Videoclips werden regelmäßig gestreamt und ermöglichen so der internationalen Bachgemeinde eine Teilhabe an den vielfältigen Angeboten vor Ort in Leipzig.
Das durch die Fülle der Neuerkenntnisse und fortlaufende Ergänzung schwer verständliche System der Benennung von Frühfassungen und Varianten einzelner Werke wird auch im Hinblick auf die Nutzbarkeit digitaler Medien von einem alphabetischen auf ein rein numerisches System (in chronologischer Reihenfolge) umgestellt. Der inzwischen durch zahlreiche Verschiebungen unübersichtlich gewordene Anhang wird ebenfalls komplett überarbeitet.
Liebe Blog-Besucher von Volkers Klassikseiten J. S. Bach !
Die WordPress.com-Statistik-Helfer fertigten einen Jahresbericht für das Kalender-Jahr 2012.
Hier ist ein Auszug:
Etwa 55.000 Touristen besuchen Liechtenstein jedes Jahr. Dieser Blog wurde 2012 180.000 Mal besucht. Wäre es Liechtenstein, würde es 3 Jahre dauern, bis so viele Menschen es gesehen haben. Dein Blog hatte mehr Besucher als ein kleines Land in Europa!
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Eine Statistik-Zusammenstellung von Worpress.com für „Volkers Klassikseiten J.S. Bach“.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 13.01.2013 begehen wir den 1. Sonntagnach Epiphanias
Am 1. Sonntag nach Epiphanias steht die Taufe Jesu im Mittelpunkt, die früher auch am Epiphaniastag selbst gefeiert wurde. Hiermit wird Jesus aus seinem einfachen Menschsein herausgenommen und von Gott berufen. Es ist Teil des großen Geheimnisses der Gottheit und Menschheit in Jesus Christus, dass diese Berufung und Taufe mach Jesu eigenen Worten notwendig ist. Jedoch ist eigentlich nur das Evangelium dieses Sonntages mit der Taufe Jesu „beschäftigt“. Die anderen Texte haben die Botschaft im Mittelpunkt, die durch Jesus die Welt veränderte: Tut Buße, kehrt um, wendet euch Gott zu, der durch Jesus eure Sünden getilgt hat.
Am 1. Sonntag nach Epiphanias denken wir besonders an die Taufe Jesu, bei der die Herrlichkeit Jesu deutlich wurde durch das Wort Gottes. Angesichts der Gestalt Johannes des Täufers sind wir gehalten, uns selbst in den Dienst Jesu zu stellen mit den Gaben, die Gott uns gegeben hat. Im Vertrauen auf den, der durch das Kreuz und die Auferstehung unsere Befreiung erwirkt hat, können wir getrost in dieser Welt für ihn Zeugnis ablegen.
Wochenspruch:
Die der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. (Röm 8, 14)
Christoph Graupner (* 13. Januar 1683 in Kirchberg; † 10. Mai 1760 in Darmstadt) war ein deutscher Komponist.
Bei seinem Onkel, dem Organisten Nicolaus Küster, bekam Christoph Graupner seinen ersten Musikunterricht. Er folgte diesem nach Reichenbach im Vogtland. In Leipzig besuchte er die Thomasschule und studierte Jura und danach Musik bei dem Thomaskantor Johann Schelle und unter dessen Nachfolger Johann Kuhnau. 1705 ging er als Cembalist zum Hamburger Opernorchester, das von Reinhard Keiser geleitet wurde. In dieser Zeit komponierte er mehrere Opern, die vom Publikum begeistert aufgenommen wurden.
Der Landgraf Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt hörte seine Werke und bot ihm 1709 einen Posten an seinem Hof an. Bereits 1711 stieg er zum Hofkapellmeister auf. In diesem Jahr heiratete er die Pfarrerstochter Elisabeth Eckardt.
1722 bewarb er sich auf Empfehlung Telemanns um die bereits durch diesen abgelehnte Stelle des Thomaskantors in Leipzig.
Auf Geheiß seines Herrn musste er die Berufung als Nachfolger von Johann Kuhnau ablehnen, allerdings unter Aufbesserung seines ohnehin bereits hohen Verdienstes. So konnte Johann Sebastian Bach die Stelle erhalten. Graupner blieb bis zu seinem Tod am Hof des Landgrafen. Im Laufe der Zeit holte er eine Reihe von Musikern nach Darmstadt, die er aus seiner Zeit als Leipziger Thomasschüler kannte: den Vizekapellmeister Gottfried Grünewald, seinen späteren Nachfolger Johann Samuel Endler sowie den Kammermusikus Michael Boehm.
Graupners umfangreiches, fast vollständig erhaltenes Werk befindet sich zum größten Teil in der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt. Es ist in großen Teilen noch unveröffentlicht und harrt der Entdeckung durch Musiker und Musikwissenschaftler. Vielfach betrachteten die Landesherren die Werke ihrer Komponisten als ihr persönliches Eigentum und im schnellen Wandel der Modeströmungen wurden die Kompositionen vernichtet. Graupners Familie wehrte sich gegen dieses Vorgehen und strengte einen Prozess an, der erst fast 80 Jahre nach Graupners Tod zu Gunsten der Familie entschieden wurde. Diesem Umstand und der Auslagerung der Bestände während des Zweiten Weltkrieges ist die Erhaltung dieses umfangreichen Werkes zu verdanken.
Christoph Graupner’s umfangreiches Vokalwerk ist diskographisch nach wie vor nur wenig erschlossen, und so macht auch diese Neuproduktion mit Hans Michael Beuerle, dem Anton-Webern-Chor Freiburg sowie dem Ensemble Concerto Grosso mit einfallsreicher barocker Vokalmusik bekannt. Für CARUS wurde aus dem riesigen Kantatenwerk Graupners (insgesamt 1414 überlieferte geistliche Kantaten im Rahmen von 46 Kantatenjahrgängen!) ein Zyklus mit vier Passionskantaten zusammengestellt. Selbstverständlich handelt es sich dabei durchweg um Ersteinspielungen, so dass Liebhaber barocker geistlicher Vokalmusik eine ganze Menge an interessanter Musik entdecken können.
Ausführende:
Gunhild Lang-Alsvik, die Sopranistin aus Norwegen singt nicht nur dies Stück, sondern mit ihrer Einfühlsamen Stimme.
Ein faszinierender Gesang einer großartigen Sopranistin: Ingrid Schmithüsen. Diese Kantate „Ach Gott und Herr“von Christoph Graupner ist ihr wie auf den Leib geschnitten und höre mir den 2. Satz immer wieder an…., ein herrlicher Perlengesang..!!
Kurz-Biographie:
*)Ingrid Schmithüsen (Sopran) ist eine angesehene Liedgestalterin, die sich ebenfalls der Kammermusik, dem Oratorium und der zeitgenössischen Musik widmet. Die gebürtige Aachenerin sang mit 18 Jahren ihren ersten Liederabend, noch ehe sie an der Musikhochschule Köln ihr Gesangsstu-
dium aufnahm. Mit der Stimme zu spielen und zu experimentieren, ihre Eigenarten zu entdecken und neue eigene Wege begehen, darin wurde Ingrid Schmithüsen von ihren Lehrern Gregory Foley und Dietrich Fischer-Dieskau bestärkt……..
Christof Graupner is remembered these days primarily because he was the second choice in getting the job for Thomaskantor in Leipzig in 1723. First choice Telemann used the offer to get better conditions and salary in Hamburg, and Graupner would have loved to fill the application if it weren’t for his old boss, who would not let him go. The job then went to one JS Bach… In his day Graupner was a very well respected composer, who’s legacy was a cause for many legal battles. therefore virtually nothing was issued of his music after his death. Odd enough, it’s also the reason why almost all of his music is preserved.
Live recording from the 2007 Utrecht festival of old music, august 31th Pieterskerk, Utrecht
Les Ideés Heureuses
Cantata: „Wo willst du hin betrübte Seele“
Hélène Plouffe & Olivier Brault, violin.
Jacques-André Houle, viola.
Karen Kaderavek, cello.
Nicolas Lessard, double bass.
Geneviève Soly, harpsichord and direction
Laurent Richard, bass Ingrid Schmithüsen, soprano
Zum Video:
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Sir John Eliot Gardiner – Kantaten-Beschreibung
Aufführungsort: St. Jacobi, Hamburgam 09.01.2000
BWV 32 „Liebster Jesu mein Verlangen“
Kantaten für den Ersten Sonntag nach Epiphanias Hauptkirche St. Jacobi, Hamburg
Nach der aufgeheizten Atmosphäre in Leipzig und der Intensität des Dreikönigskonzertes in der Nikolaikirche hatten wir wirklich eine lange Bahnfahrt nötig, um den Geist zu klären und den Körper den Übergang von unserem letzten Bestimmungsort zum nächsten Ziel bewältigen zu lassen. Auf der Reise legten wir noch einmal in Gedanken unsere Wege durch die Berliner Stadtviertel zurück (wo wir das neue Jahrtausend mit zwei Aufführungen von Bachs Neujahrskantaten begrüßt hatten) und kamen schließlich in der feineren Gegend Hamburgs an. Unser Ziel war die Jacobikirche, wo Bach 1720 sehr gut den Posten als Organist hätte bekommen können, wenn er nicht – verständlicherweise – die Bedingungen eines Vertrags abgelehnt hätte, demzufolge der Organist den Kirchenchor aus seiner eigenen Tasche subventionieren sollte.
St. Jacobi, eine der fünf Hauptkirchen der Hansestadt, wurde im 14. Jahrhundert erbaut, die gotische Innenausstattung mit ihrem nüchternen weißen Rippengewölbe und das Mauerwerk aus Backstein hatten die Bomben des Zweiten Weltkriegs zum größten Teil überstanden. Wir fanden den langen Nachhall in der leeren Kirche anfangs ein wenig bedenklich, aber als der Raum mit Publikum gefüllt war, wurde die Akustik klar. Man braucht kein Orgelfan zu sein, um Arp Schnitgers prachtvolles Instrument (1693 errichtet und genau dreihundert Jahre später restauriert) mit seinen sechzig Registern und 4.000 Pfeifen, mit dem Bach bestens vertraut war, zu würdigen. Der amtierende Organist Rudolf Kelber lieferte uns nicht nur den Beweis für die außergewöhnliche Vielfalt an Klangfarben, sondern zeigte auch Sportsgeist, indem er sich bereit erklärte, bei unserer einzigen Chorprobe das Klavier zu spielen und es einen Halbton tiefer auf ‚Barockton’ zu stimmen.
Als Heranwachsender unternahm Bach verschiedene Fußreisen von Lüneburg nach Hamburg, vor allem mit dem Ziel, wie sein erster Biograph Johann Nikolaus Forkel befand, ‚alles zu thun, zu sehen und zu hören, was ihn nach seinen damaligen Begriffen immer weiter darin bringen könnte’. Allgemein wird angenommen, damit sei gemeint, er habe Johann Adam Reinken, dem Nestor der Norddeutschen Orgelschule, zu Füßen gesessen. Doch daraus lässt sich nicht unbedingt schließen, Bach habe seine Besuche in Hamburg auf die Kirchen beschränkt, das neue Theater am Gänsemarkt jedoch bewusst gemieden, wo das stattfand, was ein konservativer Kirchenmann ‚die krumme Operen Schlange’ nannte. Auf einen aufstrebenden Musiker von Bachs Generation wirkte die Hamburger Oper wie ein Lichtsignal der Gelegenheiten und Beschäftigungsmöglichkeiten.
Für Johann Mattheson war sie eine ‚musikalische Universität’, ein Laboratorium, in dem sich als ausführender Musiker wie als Komponist gut experimentieren ließ. Für Händel war sie ein Sprungbrett zum Ruhm im Ausland, die Basis für beruflichen Aufstieg – riskant, aber mit hohem Gewinn. Da Bach Leute wie Reinken und Georg Böhm gut kannte, die beide enge Verbindungen zur Hamburger Oper unterhielten, können wir mutmaßen, dass ihn seine natürliche Neugier zumindest als Zuhörer in die Nähe dieser Örtlichkeit zog, selbst wenn ihn, so er denn drin war, eine natürliche Schüchternheit davon abhielt, die für einen Erfolg nötigen Kontakte in einer Welt zu knüpfen und auszubauen, die darauf angelegt war, die Eitelkeit einzelner Interpreten zu befriedigen. Aber es gibt noch eine andere Möglichkeit, die Dinge zu sehen: Bach stippt seinen Zeh in dieses Gewässer und schreckt zurück, nicht aus irgendeiner lutherischen Prüderie, sondern einfach weil ihn die Musik, die er dort hört, kalt lässt.
Aus diesem Grund zieht er es vor, sich von einer Richtung zu distanzieren, auf die der überwiegende Teil der Komponisten seiner Generation versessen war. Zu keinem Zeitpunkt war er von dem modernen ‚Opernzeug’ isoliert, er nahm es durchaus zur Kenntnis und war keineswegs abgeneigt, in seinen eigenen Werken solche Techniken später immer dann zu einzusetzen, wenn sie seinen Zwecken entsprachen. Bach hatte eine natürliche Neigung zu ‚opernhaftem’ Ausdruck, zu einer dramatischen und kontrastreichen Gestaltung des musikalischen Ablaufs, was nicht nur in den Passionen zum Ausdruck kommt, sondern auch in so vielen Stücken seiner Kantaten, wie wir im Laufe des Jahres entdeckten; Eigenschaften, an denen vielleicht viele seiner ersten Zuhörer Gefallen fanden und die wir heute schätzen, die jedoch von den Klerikern seiner Zeit missbilligt wurden.
Die Vielfalt und die Abstufungen des dramatischen Ausdrucks sind in Bachs Kantaten so groß, dass man den Eindruck gewinnt, die Dinge seien auf einzigartige Weise ausgedrückt, könnten gar nicht anders ausgedrückt werden.
Die am 13. Januar 1726 in Leipzig uraufgeführte Kantate
BWV 32 „Liebster Jesu, mein Verlangen“
zu einem 1711 gedruckten Text von Georg Christian Lehms ist als ein ‚Concerto in Dialogo’ angelegt. Obwohl sich Lehms zu den beiden Personen in diesem Dialog nicht näher äußert, wird bald klar, dass es nicht die besorgten Eltern sind, die Jesus (Bass) suchen, sondern die Seele des Christen (Sopran), mit der wir uns identifizieren sollen. Das Werk beginnt mit einer Arie in e-moll, in der die Sopranstimme gemeinsam mit der Solooboe in der Manier eines der langsamen Konzertsätze Bachs die hinreißendste Kantilene webt. Die hohen Streicher liefern eine fortwährende Begleitung mit Arpeggien aus drei Achtelnoten und der Vortragsbezeichnung piano e staccato, denen das Continuo seinen eigenen taumelnden Rhythmus hinzufügt, ‚als zögen die Christen ständig in der Welt umher, um den Erlöser zu suchen’ (Whittaker).
Hier ist nichts von der Angst vorhanden, der wir in der Tenor-Arie begegneten, mit der die vorherige Kantate begann. Immer darauf bedacht, in aufeinander folgenden Kantaten dem gleichen biblischen Ereignis oder Thema eine neue Sichtweise abzugewinnen, konzentriert sich Bach hier auf das Wort ‚Verlangen’, um auf seine Reserven improvisatorischer Erfindung zurückzugreifen: Die Musik lässt deutlich werden, dass die Seele den Erlöser tatsächlich finden und ihn ‚höchst vergnügt umfangen’ wird. Jesu Antwort (wieder spricht hier ein zwölfjähriges Kind, aber mit der gewichtigen Stimme eines erwachsenen Mannes) ist zunächst knapp – vier Takte eines Rezitativs anstelle der zweiundzwanzig in BWV 154 Nr. 5 –, fährt jedoch in einem viel sanfteren Ton in einer Dacapo-Arie in h-moll (Nr. 3) fort.
Die obligate Violine umgibt die Singstimme mit Triolen und Trillern, durchweg wohlwollend gestimmt, sich dann jedoch verdüsternd, sobald die Stimme bei den Worten ‚ein betrübter Geist’ nach Moll abschwenkt. Einer der eindrucksvollsten Augenblicke in der Kantate ist das Dialog- Rezitativ (Nr. 4): Als Antwort auf Jesu Ermahnung, ‚den Erdentand [zu] verfluchen und nur in diese Wohnung [zu] gehn’, kontert die Seele in einem beziehungsreichen Arioso, von pulsierenden Streichern begleitet, mit einem Zitat aus Psalm 84: ‚Wie lieblich ist doch deine Wohnung’. Stilistisch zeigt dieser Abschnitt Bach hier in der Mitte zwischen Schütz und Brahms, die uns beide denkwürdige Vertonungen dieses Psalms hinterlassen haben.
Bevor die Sache mit einem Choral abgerundet wird, der zwölften Strophe von Paul Gerhardts Lied ‚Weg, mein Herz, mit dein Gedenken’ (1647), Jesus und die Seele sich nun in Freuden vereinen, feiert Bach das Ereignis durch eine Verknüpfung der ihnen jeweils zugeordneten obligaten Instrumente (Oboe und Violine), die bislang nur separat zu hören waren. Es ist eines jener Duette (ein weiteres ist das wunderbare ‚Wir eilen mit schwachen, doch emsigen Schritten’ aus BWV 78), in denen er offenbar alle Vorsicht in den Wind schlägt und sich zu den lieto fine-Schlüssen der Opern seiner Zeit in Konkurrenz begibt, doch mit mehr Geschick, Substanz und sogar Verve. Das Hamburger Publikum fand daran Vergnügen, so dass es angebracht schien, dieses Duett als Zugabe in der Stadt zu wiederholen, in der die Oper immer eine so große Anziehungskraft hatte.
Erstmals wagt sich ein Veranstalter daran, die theologischen, dramaturgischen und kompositionstechnischen Verbindungslinien der großen oratorischen Kompositionen Bachs in eine unmittelbare Beziehung zu setzen:
am 21.6.2013, in der Nikolaikirche, Leipzig um 20 Uhr
werden die entscheidenden Stationen der Vita Christi an diesen Konzertabenden zu einem einzigartigen Musikerlebnis. Umrahmt werden die Aufführungen von den Magnificat -Kompositionen von
J.S. Bach Cantata BWV 1 „Wie schön leuchtet der Morgenstern“
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
BWV 1„Wie schön leuchtet der Morgenstern“
Kantate BWV 1 zum Fest Mariae Verkündigung
für Sopran, Tenor und Bass
Vokalensemble, Corno I+II, Oboe da cacc. I+II, Fagott
Streicher und Continuo
Evangelisch reformierte Stadtkirche in Bad Salzuflen
Kirchenchor der Ev. reformierten Stadtkirchengemeinde Bad Salzuflen
Liebe Bachfreunde(innen)
Bad Salzuflen lud Gastsänger in die Evangelisch reformierte Stadtkirche ein für das Weihnachtsoratorium, Kantaten 4 bis 6 von Johann Sebastian Bach. Dieses Angebot von der rührigen Kantorin: Waltraud Huizing sind wir sehr gerne gefolgt und erlebten fantastische Stunden unter Gleichgesinnten in einer wunderbaren Chorgemeinschaft.
Evangelisch reformierte Stadtkirche in Bad Salzuflen
Vorangegangen war am Freitag ein mehrstündiger Workshop des Kirchenchores, um Gastsängern die Möglichkeit zu bieten, in der Einarbeitung der Kantaten mitzuwirken und den Kirchenchor zu verstärken.
Faszinierend mitzuerleben, wie die Kantorin „Waltraud Huizing“ die Probenarbeit gestaltete, in ihrer freundlichen Art immer motivierend den Chor anzusprechen und gezielte Feinheiten und Höhepunkte in den Kantaten mit dem Chor zu erarbeiten und umzusetzen. Ihr gelang es vortrefflich, uns immer wieder mitzureißen und machte die Probenarbeit für uns zu einem reinen Vergnügen. Das ist ihre große Stärke, eine Chorgemeinschaft zusammen zu schweißen und eine chorischen Einheit zu bilden.
Kirchenchor der Ev. reformierten Stadtkirchengemeinde Bad Salzuflen – (Fotorechte: Stadtkirche, Bad Salzuflen)
Aufgeführt wurden die Kantaten 4 bis 6 und gehören zu den weniger bekannten Teilen des Weihnachtsoratoriums von J.S. Bach. Sie beginnen mit dem Chor „Fallt mit Danken, fallt mit Loben“. J.S. Bach hat die Kantaten demnach für den Sonntag nach Weihnachten, für den Neujahrstag und für Epiphanias komponiert. Mit den festlichen Werken wurde der Weihnachtsfestkreis abgeschlossen.
Kantorin Waltraud Huizing (rechts im Bild) und das junge Trompeten-Ensemble von der HfM Detmold.
Die Besetzung des Chores um die 45 Personen – einschließlich der Gastsänger(innen) war wiederum ein erhebendes Erlebnis in so einem großartigen Oratorium mitwirken zu können. Ein mittleres Durchschnittsalter im Chor, besetzt mit gut ausgebildeten Sänger(innen) ergab ein sehr schön abgerundetes Klangbild.
Aufführende vom Weihnachtsoratorium – Kantaten 4-6 von „Johann Sebastian Bach“ in der Ev. reform. Stadtkirche in Bad Salzuflen.
Ein Juwel-Gesang purer Freude ist von der Sopranistin „Iris Duwensee“ zu vermelden die in ihren Partien großartig überzeugen konnte. „Mechthilt Kerscher„ Alt, stand dem in nichts nach und brillierte mit einem großartigen Gesang. Der Tenor „GötzPhillip Körner„ – ausgestattet mit einem warmen Timbre in seiner Stimmlage und einer guten Wortartikulation war eine gelungene Verpflichtung. Der Bass – Gottfried Meyer aus Detmold überzeugte mit seinem großartigen Stimm-Volumen und war für mich die große Überraschung unter den Gesangs-Solisten. Stimmlich passten die Gesangs-Solisten gut zu einander und überzeugten in der Kantate sechs in Nr: 63 im Rezitativ: „Was will der Hölle Schrecken nun.“
Die Gesangs-Solisten mit Kantorin Waltraud Huizing, 2. von rechts im Bild – (Fotorechte: Schwabe, LLZ)
Das Orchester „La Réjouissance“ aus Detmold wurde 1990 mit dem Ziel, einen flexiblen Klangkörper zur musikalischen Unterstützung von hauptsächlich in Ostwestfalen beheimateten Chören zu sein, von Friedhelm Flamme, Gregor Schwarz und Gregor van den Boom in Detmold gegründet. Seit dieser Zeit konzertieren die Musiker des von 4-80 Personen reichenden Klangkörpers zunehmend auch außerhalb Ostwestfalens und haben sich über das begleitende Musizieren auch einen Namen mit eigenständigen, rein orchestralen Konzertprogrammen geschaffen. Die stilistische Spannweite reicht dabei von der Frühklassik bis hin zur Moderne.
Das Orchester „La Réjouissance“ aus Detmold (OWL).
Das Orchester-Ensemble bestach durch ein harmonisches Zusammenspiel und gestalteten die Solopartien im Bc und Violin-Solo (Gregor van den Boom) – mit einer gekonnten und einer beeindruckenden barocken Spielweise. Als ein umsichtiger Konzertmeister erwies sich als Leiter des Orchesters „La Réjouissance“ Gregor van den Boom.
Durch ein beeindruckendes Können überzeugte die verpflichtete Honistin aus Iserlohn und der Hornist aus Hagen (Westfalen). Im Chor-Eingang-Satz der Kantate vier: „Fallt mit Danken, fallt mit Loben“, und in dem Choral-Schlussteil der Kantate vier: „Jesus richte mein Beginnen“ waren sie das krönende Element in einer ausgezeichneten Wiedergabe. Da geht einem das Herz auf, wenn solch Klasse-Hornisten zum Anfang des Konzertes den wundschönen Choral so eindrücklich begleiten und man es als aktiver Chorsänger hautnah miterleben kann. Diese Beglückung und Erfüllung wird der Besucher in der voll gefüllten Kirche ebenso erfahren haben und die Bach’sche Musik in seinem Herzen verinnerlicht haben.
Eine überzeugende Hornistin aus Iserlohn und ein ebenso überzeugender Hornist aus Hagen in Westfalen.
Das Trompeten-Ensemble, bestückt mit modernen Miniatur-Trompeten, gelang der Bravour-Ritt in der abschließenden Kantate Nr. 6 mit der Eröfnungs-Fanfare: „Herr wenn die stolzen Feinde schnauben“ mehr als beeindruckend, das war hinreissend gespielt und die göttlichen Trompeten geleiteten dann zum Abschluss mit dem Choral: „Nun seid ihr wohlgerochen“ die Aufführung zu einem erhebenden Finale.
Das Trompeten-Ensemble von der HfM Detmold
Es war ein Genuss für @Wolfgang und mich, in diesem Weihnachtsoratorium mitgewirkt zu haben und war ein krönender Abschluss des Weihnachts- und Neujahrfestes. Bach, er lebt in uns weiter und steigert unsere Vorfreude auf die kommenden Bachfeste in Detmold (Mai 2013) und Bachfest-Leipzig im Juni 2013.
Liebe Bach-Grüße
Volker
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Das Foto-Album:
„Evangelisch reformierte Stadtkirchengemeinde Bad Salzuflen“
Konzert am Samstag, 5. Januar 2013 – J.S. Bach BWV 248 Weihnachtsoratorium,
Kantaten vier bis sechs.
Aufführende Weihnachtsoratorium Kantaten 4-6 in der Stadtkirche Bad Salzuflen
Ev. reformierte Stadtkirche in Bad Salzuflen_
Evangelisch reformierte Stadtkirche in Bad Salzuflen
Kirchenchor der Ev. reformierten Stadtkirchengemeinde Bad Salzuflen
Das Orchester „La Réjouissance“ aus Detmold (OWL).
Kantorin Waltraud Hunzing und eine Oboistin noch vor leeren Rängen….
Probe mit dem Tenor: Götz Phillip Körner in der Stadtkirche Bad Salzuflen
Orchesterprobe in der Stadtkirche Bad Salzuflen
Orchesterprobe
Hornist aus Iserlohn
Eine überzeugende Hornistin aus Iserlohn und ein ebenso überzeugender Hornist aus Hagen
Trompeten-Ensemble von der HfM Detmold
Trompetenmitglied und Kantorin Waltraud Huizing
Trompeten-Ensemble HfM Detmold
Kantorin Waltraud Huizing und das junge Trompeten-Ensemble
Die Gesangs-Solisten mit Kantorin Waltraud Huizing
Großer Besucherzuspruch in der Stadtkirche Bad Salzuflen
Internationaler Bach-Paukentransport in der Stadtkirche Bad Salzuflen
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Die Konzert-Kritik der Lippischen Landeszeitung vom 08.01.2013
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 06.01.2013 begehen wir den Sonntag „Epiphanias“
Das Epiphaniasfest ist das älteste nichtjüdische Herrenfest und das erste Fest der Kirche, das kalendarisch festgelegt war (später kam das Christfest hinzu). Vermutlich entstand es um 300 im Osten und bekam die Inhalte: Geburt Jesu, Taufe Jesu, Weinwunder zu Kana und zuletzt auch die Verklärung Jesu, wobei es regional unterschiedliche Schwerpunkte in der Feier gab. In manchen Gegenden aber wurden drei Inhalte zugleich gefeiert. Im Laufe der Zeit verlagerte sich im Westen der Schwerpunkt auf die Weisen aus dem Morgenland, deren Dreizahl zwar nicht biblisch belegt ist, sich aber schon früh aufgrund der Zahl der Geschenke durchgesetzt hat. Durch diesen Schwerpunkt wurde ein engerer Bezug zum Christfest hergestellt. Im Osten hingegen lag der Schwerpunkt auf der Taufe Jesu, und in der armenischen Kirche ist der 6. Januar bis heute das Geburtsfest Christi.
Das Fest Epiphanias ist natürlich nicht das Fest der „Heiligen Drei Könige“, sondern das Fest des Kindes in der Krippe, das der Heiland der Welt ist. „Epiphanie“ bedeutet „Erscheinung“, und am 6. Januar sowie in der darauffolgenden Zeit wird besonders der Aspekt der Erscheinung Gottes im Fleisch, der Herrlichkeit Gottes, wie sie uns im Leben und Wirken Jesu offenbart wurde, betont.
Die protestantische Kirche konnte mit dem Fest wenig anfangen, nur die Lutheraner übernahmen es aus dem römischen Festkalender, wobei Luther den Schwerpunkt auf die Taufe Jesu legte, aber auch die Bezeichnung „Tag der Heiligen Drei Könige“ oder „Fest der Erscheinung“ verwendete. Im Laufe der Zeit aber wurde das Fest immer bedeutungsloser, und Versuche, es mit anderen Inhalten zu füllen (z.B. als Missionstag), scheiterten. Die früher auf einen Tag gelegten Inhalte (drei Weise, Taufe Jesu, Weinwunder zu Kana und Verklärung) sind nun auf die Epiphaniaszeit verteilt worden.
Am Epiphanias-Fest hören wir das Evangelium von den Weisen aus dem Morgenland. Sie kommen als Heiden, um den neugeborenen König der Juden, den Christus, zu sehen. Darin wird uns zeichenhaft die Bedeutung Jesu für die ganze Welt, für alle Völker, deutlich. In ihm schauen wir die Herrlichkeit Gottes und haben Grund, in dieser Welt, die noch in der Dunkelheit liegt, zu hoffen und uns zu freuen an dem Geheimnis, das uns in Jesus Christus offenbart ist.
Wochenspruch:
Die Finsternis vergeht, und das wahre Licht scheint jetzt. (1. Joh 2, 8)
Christoph Graupner (* 13. Januar 1683 in Kirchberg; † 10. Mai 1760 in Darmstadt) war ein deutscher Komponist.
Bei seinem Onkel, dem Organisten Nicolaus Küster, bekam Christoph Graupner seinen ersten Musikunterricht. Er folgte diesem nach Reichenbach im Vogtland. In Leipzig besuchte er die Thomasschule und studierte Jura und danach Musik bei dem Thomaskantor Johann Schelle und unter dessen Nachfolger Johann Kuhnau. 1705 ging er als Cembalist zum Hamburger Opernorchester, das von Reinhard Keiser geleitet wurde. In dieser Zeit komponierte er mehrere Opern, die vom Publikum begeistert aufgenommen wurden.
Der Landgraf Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt hörte seine Werke und bot ihm 1709 einen Posten an seinem Hof an. Bereits 1711 stieg er zum Hofkapellmeister auf. In diesem Jahr heiratete er die Pfarrerstochter Elisabeth Eckardt.
1722 bewarb er sich auf Empfehlung Telemanns um die bereits durch diesen abgelehnte Stelle des Thomaskantors in Leipzig.
Auf Geheiß seines Herrn musste er die Berufung als Nachfolger von Johann Kuhnau ablehnen, allerdings unter Aufbesserung seines ohnehin bereits hohen Verdienstes. So konnte Johann Sebastian Bach die Stelle erhalten. Graupner blieb bis zu seinem Tod am Hof des Landgrafen. Im Laufe der Zeit holte er eine Reihe von Musikern nach Darmstadt, die er aus seiner Zeit als Leipziger Thomasschüler kannte: den Vizekapellmeister Gottfried Grünewald, seinen späteren Nachfolger Johann Samuel Endler sowie den Kammermusikus Michael Boehm.
Graupners umfangreiches, fast vollständig erhaltenes Werk befindet sich zum größten Teil in der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt. Es ist in großen Teilen noch unveröffentlicht und harrt der Entdeckung durch Musiker und Musikwissenschaftler. Vielfach betrachteten die Landesherren die Werke ihrer Komponisten als ihr persönliches Eigentum und im schnellen Wandel der Modeströmungen wurden die Kompositionen vernichtet. Graupners Familie wehrte sich gegen dieses Vorgehen und strengte einen Prozess an, der erst fast 80 Jahre nach Graupners Tod zu Gunsten der Familie entschieden wurde. Diesem Umstand und der Auslagerung der Bestände während des Zweiten Weltkrieges ist die Erhaltung dieses umfangreichen Werkes zu verdanken.
Frohlocke, werte Christenheit / Der Herr hat mich gehabt / Das Licht des Lebens scheinet hell / Das Licht scheinet in der Finsternis / Von Gott will ich nicht lassen.
Christof Graupner is remembered these days primarily because he was the second choice in getting the job for Thomaskantor in Leipzig in 1723. First choice Telemann used the offer to get better conditions and salary in Hamburg, and Graupner would have loved to fill the application if it weren’t for his old boss, who would not let him go. The job then went to one JS Bach… In his day Graupner was a very well respected composer, who’s legacy was a cause for many legal battles. therefore virtually nothing was issued of his music after his death. Odd enough, it’s also the reason why almost all of his music is preserved.
Live recording from the 2007 Utrecht festival of old music, august 31th Pieterskerk, Utrecht
Les Ideés Heureuses
Hélène Plouffe & Olivier Brault, violin.
Jacques-André Houle, viola.
Karen Kaderavek, cello.
Nicolas Lessard, double bass.
Geneviève Soly, harpsichord and direction
Laurent Richard, bass
ingrid schnithusen, soprano
Wo willst du hin betrübte Seele.
In keinem der Werke Bachs ist die Atmosphäre festlicher und östlicher als im Eingangschor der 1724 komponierten Kantate BWV 65„Sie werden aus Saba alle kommen“. Er verwendet die hohen Hörner, um einen Eindruck von Majestät und Altertum zu vermitteln, die Blockflöten, um die hohen Töne wiederzugeben, die häufig mit orientalischer Musik assoziiert werden, und die Oboen da caccia (im Tenorregister), um den Klang der schalmeiartigen Doppelrohrblattinstrumente (Salmiya und Zurna) des Nahen Ostens zu imitieren. Das einleitende Ritornell bringt den polierten Glanz seines Orchesters vollendet zur Geltung und schließt mit einem Unisono- Vortrag des sich über fünf Oktaven erstreckenden Themas.
Noch bevor die Stimmen in kanonischer Folge einsetzen, lässt Bach die prachtvolleProzession der Heiligen Drei Könige und die ‚Menge der Kamele’, die mit Geschenken beladen sind (und von denen – in einem hier ausgelassenen Vers – bei Jesaja die Rede ist), vor unseren Augen vorüberziehen. Diese imposante Choralfantasie schließt mit einer Wiederholung des Oktavthemas, diesmal von allen Stimmen und Instrumenten vorgetragen, während die Karawane vor der Krippe zum Stillstand kommt.
Nun gibt es einen plötzlichen Wechsel in Größenordnung und Stimmung, von der äußerlichen Pracht des königlichen Zuges in die Intimität des schlichten Stalles und zu den Opfergaben, die dem Kind in der Krippe dargebracht werden, während der Chor die nüchterne deutsche Version des lateinischen Chorals ‚Puer natus est’ anstimmt, der in Leipzig traditionell bei diesem Fest gesungen wird. Darauf folgt ein Secco-Rezitativ, das in seiner Wortausdeutung, seinen Melodiebögen und reichen chromatischen Harmonien beispielhaft ist und in einem ergreifenden Arioso gipfelt. Dieses führt seinerseits zu einer Arie für Bass (Nr. 4), in der sich die beiden Oboen da caccia mit dem Continuo zu einem Tripelkanon formieren, offensichtlich um die Gaben von Gold, Weihrauch und Myrrhe zu schildern.
Ein zweites Rezitativ folgt, diesmal für Tenor: Im Tausch für ‚mein Herz, das ich in Demut zu dir bringe… gib aber dich auch selber mir’. Um ‚des größten Reichtums Überfluss’ zu schildern, der den Christen ‚dermaleinst im Himmel’ zuteil werden wird, bedient sich Bach in der hinreißenden Tenor-Arie im Dreiertakt (Nr. 6) einer äußerst üppigen Besetzung. Doppelte Blockflöten, Violinen, Hörner und Oboen da caccia agieren unabhängig voneinander und gemeinsam, tauschen eintaktige Tonfolgen in kaleidoskopartiger Veränderung der Klangfarben aus. Der glühende Schlusschoral (die zehnte Strophe von Paul Gerhardts Lied ‚Ich hab in Gottes Herz und Sinn’), der auf einer weltlichen französischen Melodie aus dem 16. Jahrhundert basiert, ist englischen Hörern als der Choral ‚O God, our help in ages past’ vertraut.
BWV 123 – „Liebster Immanuel, Herzog der Frommen“ .
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Bachfest Leipzig 2013 – “Vita Christi”
vom 14.06.2013 – 23.06.2013
Erstmals wagt sich ein Veranstalter daran, die theologischen, dramaturgischen und kompositionstechnischen Verbindungslinien der großen oratorischen Kompositionen Bachs in eine unmittelbare Beziehung zu setzen:
am 21.6.2013, in der Nikolaikirche, Leipzig um 20 Uhr
werden die entscheidenden Stationen der Vita Christi an diesen Konzertabenden zu einem einzigartigen Musikerlebnis. Umrahmt werden die Aufführungen von den Magnificat -Kompositionen von
J.S. Bach Cantata BWV 63 „Christen ätzet diesen Tag“
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
BWV 63„Christen, ätzet diesen Tag“
Kantate BWV 63 für Weihnachten für Sopran, Alt, Tenor und Bass, Vokalensemble, Trompeten I-IV, Pauken, Oboe I-III, Fagott, Streicher und continuo.
Am kommenden Samstag sind ab 19 Uhr in der Stadtkirche in Bad Salzuflen die Kantaten 4 bis 6 des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach zu hören.
Wenn das Jahr 2013 so weitergeht, wie 2012 aufgehört hat, habe ich zumindest 364 Tage nichts zu mäkeln und zu frotzeln.
In St. Marien in Minden hat das Calmus-Ensemble aus Leipzig am 31.12.12 sein Jahres- Abschlusskonzert gegeben. Die Fünf haben ihre Sache großartig gemacht. Die ehemalige „Boygroup“ wird seit 2001 von einem strahlenden Sopran angeführt und die Zahl der Fans steigt ständig. In Minden war die nicht gerade kleine Marienkirche restlos ausverkauft. Zehn Minuten nach Einlass gab`s so gut wie keine Plätze mehr.
Die Calmus-Leute haben mit einem wunderschönen, besinnlichen Teil begonnen, der tief berührte. „Bist Du bei mir“ in einem wunderschönen Arrangement von L. Böhme ging zu Herzen.
Der Schemelli-Schlager: Dir, dir Jehova, will ich singen“ war von seiner Fröhlichkeit, Leichtigkeit und ansteckenden Freude nicht zu toppen. H. Schütz und H. Distler H. Purcell und Harald Banter wurden ebenfalls hervorragend interpretiert.Das letzte Drittel des Konzerts war speziell auf Silvester zugeschnitten; teilweise herrlicher Nonsense, der bei uns einen Lachanfall nach dem anderen auslöste. Das große Thema des Konzerts war Liebe. Zur Liebe gehört ja auch der Tod. Also kam irgendwann die Frage aus dem Calmus-Ensemble: Was machen wir denn, wenn der Tod bei uns anklopft? Stille bei den Zuhörern. „Wir pfeifen ihm eins“! Und die Gruppe begann zu pfeifen. Es dauerte keine halbe Minute, da pfiffen Zuhörer/innen aus der ehrwürdigen Marienkirche laut mit. „Always look at the bright side of life“ wurde in die Praxis umgesetzt. Die fünf Solisten waren eine Freude und J. Roesler, der Bassist der Gruppe, war mit seiner „32-Fuss-Stimme“ der Resonanzboden, auf dem sich alle sicher fühlten.
Euch allen ein frohes, gesundes Neues Jahr!
Herzl. Gruss Iris und Karl-Heinz
Zu Beginn des neuen Jahres noch einmal verschiedene Aufnahmen der Kantaten 4 bis 6 des Weihnachtsoratoriums. Dazu noch etwas mehr von Bach und 2 Sendungen, in denen unterschiedliche Interpretationen Bachscher Werke verglichen werden.
Ich wünsche allen Bloglesern mit dieser wunderbaren Musik einen guten Start in das Neue Jahr.
Barbara
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1.1.2012 – Neujahr
. Nordwestradio 13.05 – 15.00
Johann Sebastian Bach
Weihnachtsoratorium BWV 248, 4. – 6. Teil
Gundula Anders und Mona Spägele, Sopran
Bernhard Landauer, Altus
Christoph Prégardien, Tenor
Johannes Happel und Ekkehard Abele, Bass
Balthasar-Neumann-Chor
Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
Leitung: Thomas Hengelbrock .
WDR3 16.05 – 17.45
Johann Sebastian Bach
Weihnachtsoratorium, BWV 248, Kantaten 4 bis 6
Veronika Winter, Sopran;
Wiebke Lehmkuhl, Alt;
Jan Kobow, Tenor;
Markus Flaig, Bass;
Rheinische Kantorei;
Das Kleine Konzert,
Leitung: Hermann Max .
Dkultur 20.05 – 22.30
Johann Sebastian Bach: Magnificat BWV 243
Carl Philipp Emanuel Bach: Heilig, heilig ist Gott Wq 217
Carl Philipp Emanuel Bach: Magnificat D-Dur Wq 215
Elizabeth Watts, Sopran
Wiebke Lehmkuhl, Alt
Lothar Odinius, Tenor
Markus Eiche, Bass
RIAS Kammerchor
Akademie für Alte Musik Berlin
Leitung: Hans-Christoph Rademann
Live aus der Philharmonie Berlin
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4.1.2013
. RBB Kulturradio 18.05 – 18.50
Alte Musik
Johann Sebastian Bach: Motetten
Neue Aufnahmen im Interpretationsvergleich:
Armacord & Lautten Compagney – Monteverdi Choir – Kammerchor Stuttgart
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5.1.2013
. SRF2 14.00 – 16.00
Wiederholung:
Montag, 28. Januar 2013, 20:00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
Diskothek im Zweiten
«Nicht von Bach»: Goldberg-Variationen in Bearbeitungen
Natürlich: Die Goldberg-Variationen SIND von Bach. Aber nicht in den Fassungen, die in dieser Diskothek zu hören sind.
Das Werk wurde so populär, dass es heute rund ein halbes Dutzend Bearbeitungen davon gibt, für die diversesten Besetzungen und mehr oder weniger notengetreu. Thomas Meyer und Franziska Weber diskutieren deshalb nicht nur die jeweiligen Interpretationen, sondern für einmal auch die Bearbeitungen selbst: Wie verändern oder bewahren sie Buchstaben und Geist von Bachs Musik?
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 01.01.2013 begehen wir das „Neujahrsfest“
Im 6. Jahrhundert erst begann man, den Neujahrstag als Tag der Beschneidung und Namengebung Jesu zu feiern. Auch Martin Luther hat dann auf diesen Sinn des Neujahrstages großen Wert gelegt. Erst im Lauf des 17. Jahrhunderts ging der protestantischen Kirche dieser Sinn verloren, immer mehr wurde der Jahresanfang einziger Inhalt des Tages, wobei man sagen muss, dass es sich bei dem Neujahrstag wohl um den wichtigsten profanen Feiertag, eben den des Neuanfangs, handelt.
Die liturgische Farbe ist weiß, da der Neujahrstag kein eigener Festtag der Kirche ist, sondern ein Tag, der in die Zeit des Christfestes einzuordnen ist. An diesem Tag denken wir besonders an Simeon, der im Tempel auf den Trost Israels wartete in der Gewißheit, dass Gott seine Verheißung erfüllen würde. Als er das Kind Jesus von den Eltern gebracht sieht, preist er es als das Licht der Heiden und die Freude Israels. Wir stimmen froh und dankbar in diesen Lobpreis ein.
Der Neujahrstag sollte richtigerweise mit dem Proprium des Tages der Beschneidung und Namengebung Jesu begangen werden. Wenn er allerdings als Neujahrstag begangen wird, liegt der Schwerpunkt auf der Tatsache, dass wir unsere Zukunft nicht in der Hand haben, sondern allein Gott. Dies wird besonders schön deutlich in der Epistel, der die Worte „so Gott will und wir leben…“ entnommen sind, aber auch in der alttestamentlichen Lesung, in der Gottes Ordnungen der Schlüssel sind dafür, dass Gott bei allem ist, was Josua tun wird. Die anderen Perikopen unterstreichen noch einmal, dass der Mensch sich zwar vieles ausdenken kann, aber Gott wird seinen Schritt lenken. So sind wir zwar nicht Marionetten; es wird uns aber gut tun, der Tatsache bewusst zu werden, dass wir nicht allein sind in unserem Bemühen.
Am Neujahrstag denken wir besonders daran, dass all unser Tun nicht durch unser Wollen bestimmt ist, sondern durch Gottes handeln an und mit uns. Aber er ist es auch, auf den wir uns ganz und gar verlassen können, der uns befähigt, nach seinem Willen zu handeln, und der uns bewahrt, wenn wir seinen Worten Vertrauen schenken.
Wochenspruch:
Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn. (Kol 3, 17)
Sebastian Knüpfer (auch Knüpffer, getauft am 6. (od. 7.) September 1633 in Asch (böhmisches Vogtland, später Böhmen); † 10. Oktober 1676 in Leipzig) war ein deutscher Komponist und Kirchenmusiker.
Der Sohn des Ascher Kantors und Organisten Thomas Knüpfer erhielt die erste Ausbildung bei seinem Vater. Es ist überliefert, dass er bereits mit zehn Jahren in seinem Heimatort den Organistendienst versah. Von 1646 bis 1654 besuchte er das Gymnasium in Regensburg, wo zu seinen wichtigsten Lehrern der dortige Ephorus Balthasar Balduin, der Sohn Friedrich Balduins wurde. Später ging nach Leipzig, wo er unter anderem unter Johann Adam Scherzer Philosophie studierte. Hier konnte er 1657 mit Unterstützung Johann Philippis die Nachfolge Tobias Michaels im Amt des Thomaskantors der Thomasschule antreten. Um Knüpfer bildete sich ein Kreis angesehener Musiker (u. a. der Nikolaikantor Elias Nathusius, die Thomasorganisten Gerhard Preisensin und Jakob Weckmann und der Arzt Johann Kaspar Horn), der Leipzig den Ruf eines bedeutenden Musikzentrums einbrachte. I
n der Laudatio zum Tode Knüpfers hieß es: „Die Wahl Knüpfers gereichte dem Musikleben Leipzigs zum Heile und dem Thomaskantorat zum Segen.“ Neben seiner musikalischen Tätigkeit machte er sich auch als Philologe einen guten Namen. 1658 heiratete er Maria Sabina Hagen, mit welcher er drei Söhne und zwei Töchter hatte. In Asch wurde 1925 ein Platz nach ihm benannt.
Die musikalischen Qualitäten des jungen Knüpfer waren in Leipzig sehr anerkannt, nach dem Tod von Tobias Michael im Juni 1657, wurde er im Alter von nur 24 Jahren zum Thomaskantor ernannt. Die Ernennung Knüpfer war eine weise Entscheidung: Dank seines Engagements genoss die Leipziger Kirchenmusik eine Pracht und Herrlichkeit, die früher unbekannt war. Abschriften der geistlichen Werke Knüpfer’s zirkuliert im gesamten deutschsprachigen Raum und wurden begehrte Sammlerobjekte. Durch die Verbreitung seiner Werke wurde der Ruhm des Komponisten in Deutschland weit verbreitet. Nach 19 Jahren fruchtbarer Arbeit, starb er am 10. Oktober 1676 im Alter von nur 43 Jahren in Leipzig.
CD-Inhalt: Vom Himmel hoch, da komm ich her – Was mein Gott will, das gescheh allzeit – Wenn mein Stündlein vorhanden ist – Ach Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn – Quemadmodum desiderat cervus… /
1. Ach Herr, strafe mich Nicht in Deinem Zorn
2. DENN im Tode gedenket man dein NICHT
3. Weichet alle von mir, Ihr Übeltäter
YouTube-Angaben:
Sebastian Knüpfer (1633 – 1676) von King’s Consort – Robert King.
Die monumentale und feierliche Sprache, die charakteristisch für Knüpfer ist ist klar erscheint in der grandios-Erzielte Psalm-Einspielung “ O Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn“. Der Effekt dieser Arbeit ist nicht allein durch die Kombination von großen strukturellen Geschicklichkeit und raffinierten, aufwendigen Instrumentierung, sondern auch für die absichtliche Kreuzung der traditionellen Genregrenzen. Für dieses Stück, das stammt vermutlich aus der Zeit von 1670 bis 1675, wählt Knüpfer die Tonart c-Moll, eine höchst ungewöhnliche Tonalität für die damalige Zeit.
Darüber hinaus nutzt er (neben dem obligatorischen fünf Teilstring ensamble) Trompeten und Pauken, Instrumente, die kaum jemals in diesem wichtigen gehört. Die ungewöhnliche Klangqualität ist auch durch die beiden „Flöten“, aber es ist nicht ganz klar, welche Instrumente Knüpfer bestimmt hat. Eine Kopie der Partitur in Berlin markiert die Teile als „Traversi-Flöten, aber die Stimmlage der Teile würden in unlösbare Performance Schwierigkeiten führen. Ein weiteres Exemplar in Dresden fragt ‚Flauti‘ (Blockflöten) und diese Aufnahme folgt, dass die Anweisung.
In Zusammenhang mit dieser Zusammensetzung wird die Symbolik dieser Instrumente seltsam verändert, fast verzerrt. Der Klang der Blockflöten nicht stand (wie es gewöhnlich der Fall ist) für Sanftheit und Süße sondern symbolisiert ruhigen Demut und schmerzhafte Qual, und die Trompeten und Pauken demonstrieren nicht die Ehre Gottes und slendour, sondern darzustellen seiner rasenden Zorn und grausame Unbarmherzigkeit, nur moderieren in der unerwarteten, versöhnlicher Abschluss C Dur-Kadenz.
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Sir John Eliot Gardiner – Kantaten-Beschreibung
zum BWV 41 „Jesu, nun sei gepreiset“
Kantaten für Neujahr
Aufführungsort: Gethsemanekirche, Berlinam 01. und 02.01.2000
Mit BWV 41 „Jesu, nun sei gepreiset“
befinden wir uns auf sehr viel sichererem Gelände. Das Werk ist eine reife Kantate von höchster Qualität aus dem zweiten Leipziger Jahrgang – jener Typus von Kantate, der uns daran erinnert, wie sehr wir in unserer sich immer weiter verstädternden Gesellschaft den Bezug verloren haben zum Gefüge und Rhythmus des liturgischen Jahres, vielleicht auch das Empfinden für den elementaren Kreislauf von Leben und Tod. Ein Merkmal, das uns bereits aufgefallen war, bevor wir uns auf die Reise durch dieses Jahr der Kantaten begaben, ist der Leitgedanke einer zyklischen Wiederkehr, eines Weges von einem Anfang zu einem Ende, von Alpha zu Omega.
Auf diesem sehr wesentlichen Hintergrund sind neben dem Wechsel der Jahreszeiten und ihren Wendepunkten die verschiedenen Ereignisse des kommenden Jahres zu bewerten. Man braucht kein Theologe oder Zahlenmystiker zu sein, um zu erkennen, auf welche Weise uns Bach den Gedanken vermittelt, dass alles von einem Anfang zu einem Ende und wieder zu einem neuen Anfang fortschreitet. Er lässt seine Strategien auf wunderbare Weise hörbar werden, so im Eingangschor dieser Kantate: ein gewaltiger Satz, der wie eine Choralfantasie wirkt. Mit dem Problem konfrontiert, wie die vierzehn Zeilen von Johannes Hermans ungewöhnlich langer Choralstrophe (offensichtlich in Leipzig sehr beliebt, da er sie in dreien seiner Neujahrskantaten verwendet) aufzuteilen wären, dazu eine Melodie, die eine Stufe höher endet, als sie begonnen hat, beschließt Bach, die letzten beiden Zeilen zur Musik der ersten und zweiten Zeile zu wiederholen, und bewerkstelligt damit in einer majestätischen Schlusswendung die verspätete Rückkehr zu C-dur.
Darüber hinaus verkettet er den Anfangs- und Schlusssatz der Kantate miteinander, indem er zum einen die erste und letzte Strophe in ihrer ursprünglichen Form vertont, zum anderen die ersten beiden Takte seines Anfangsritornells (die selbst ein ABA-Muster im Kleinformat aufweisen) als Interludium zwischen die Choralphrasen seines Finalsatzes einfügt. Damit enden das miniaturisierte Muster und die gesamte Kantate, wie sie begonnen haben – und der Kreis schließt sich auf überzeugende Weise. Aber es ist die epische Spannweite von Bachs Vision in diesem Anfangssatz, die einem den Atem nimmt. Abgesehen von den jubelnden Blechbläserfanfaren enthalten die insgesamt zweihundertdreizehn Takte dieses Satzes einen streckenweise dichtgefügten vokalen Kontrapunkt, engelhaft wirkende tanzartige Gesten und einen Augenblick magischer Spannung, wenn die vorandrängende Kraft unvermittelt einhält bei den Worten ‚dass wir in guter Stille das alt’ Jahr hab’n erfüllet’. Daraus bricht eine motettenartige, ‚presto’ überschriebene Fuge hervor, eine enthusiastische Rückbesinnung auf geistliche Werte (‚Wir woll’n uns dir ergeben itzund und immerdar’), die fast unmerklich in eine Reprise der anfänglichen Fanfarenmusik übergeht.
In ihrem Gebet, dass das neue Jahr so enden möge, wie es begonnen hat, übernimmt die Sopranstimme die wiegende Bewegung der drei begleitenden Oboen (Nr. 2) in der unregelmäßigen Phrasierung 3+4 und wechselt dann zu 2+2+2+2 in eher konventionellem Stil – Muster, die Bach auch weiterhin variiert und erweitert, offensichtlich berauscht von ihrer Schönheit und Scheu, sich voranzubewegen. Im folgenden Rezitativ weicht die in a-moll beginnende Altstimme vom Kurs ab, um ‚A und O’ im Ohr des Hörers auf einer C-Oktave zu etablieren, das Echo auf einen Text aus der Offenbarung (1, 17–18), wo sich Jesus als ‚der Erste und Letzte’ bezeichnet, ‚lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit’ und ausgerüstet mit den ‚Schlüssel[n] der Hölle und des Todes’.
Das Kleinod in dieser Kantate ist jedoch die Tenor-Arie ‚Woferne du den edlen Frieden’ (Nr. 4). Sie gehört zu den wenigen neun Kantatensätzen, in denen Bach den betörenden, ein breites Spektrum umfassenden Klang des Violoncello piccolo einsetzt – eines Instrumentes, das bei ihm mit der Person Jesus oder seiner Präsenz verknüpft ist, vor allem in seiner Beschützerrolle als ‚guter Hirte’. Hier ist das fünfsaitige Modell vorgesehen, für einen Klangraum, der sich von der tiefsten Saite, C, im Violinschlüssel über drei Oktaven hinauf bis zum H mit aufgelöstem Vorzeichen erstreckt, so als sollte dieser weite Raum die Dualität von Himmel und Erde, Körper und Seele in sich schließen und verdeutlichen, dass Gott die Belange der Menschen, auf körperlicher wie auf geistlicher Ebene, unter seiner Obhut hat. Eine weitere Überraschung ist der im folgenden Rezitativ unvermittelt einsetzende Chor, der lauttönend den Vorsatz der ganzen Gemeinde für das neue Jahr, ‚den Satan unter unsre Füße [zu] treten’, in Worte fasst.
BWV 41 – „Jesu, nun sei gepreiset“ BWV 143 – „Lobe den Herrn, meine Seele“ BWV 171 – „Gott, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm“ BWV 16 – „Herr Gott, dich loben wir“
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Bachfest Leipzig 2013 – “Vita Christi”
vom 14.06.2013 – 23.06.2013
Erstmals wagt sich ein Veranstalter daran, die theologischen, dramaturgischen und kompositionstechnischen Verbindungslinien der großen oratorischen Kompositionen Bachs in eine unmittelbare Beziehung zu setzen:
am 21.6.2013, in der Nikolaikirche, Leipzig um 20 Uhr
werden die entscheidenden Stationen der Vita Christi an diesen Konzertabenden zu einem einzigartigen Musikerlebnis. Umrahmt werden die Aufführungen von den Magnificat -Kompositionen von
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
BWV 166 „Wo gehest du hin“
Kantate BWV 166 für den vierten Sonntag nach Ostern für Sopran, Alt, Tenor und Bass, Oboe, Streicher und Basso continuo.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 30.12.2012 begehen wir den Sonntag nach Weihnachten
Am 1. Sonntag nach dem Christfest steht Simeon, der auf den „Trost Israels“ wartet, im Vordergrund. Er erkennt in Jesus, dem Baby, das im Zusammenhang mit der Reinigung Marias und seiner Darstellung bzw. Auslösung zum Tempel gebracht wird, den Heiland, und spricht: Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. Diese Worte deuten auf die Weissagung hin, die ihm zuvor vom Heiligen Geist gemacht worden war, dass er nicht sterben würde, bevor den Messias gesehen hätte. Durch seine Person wird deutlich, dass das Warten ein Ende hat; alles ist erfüllt, was die Propheten vom Messias gesagt haben.
An diesem Tag denken wir besonders an Simeon, der im Tempel auf den Trost Israels wartete in der Gewißheit, dass Gott seine Verheißung erfüllen würde. Als er das Kind Jesus von den Eltern gebracht sieht, preist er es als das Licht der Heiden und die Freude Israels. Wir stimmen froh und dankbar in diesen Lobpreis ein.
Wochenspruch:
Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit.(Joh 1, 14a)
Sebastian Knüpfer (1633-1676) Thomaskantor, Komponist, Kirchenmusiker
Sebastian Knüpfer (auch Knüpffer, getauft am 6. (od. 7.) September 1633 in Asch (böhmisches Vogtland, später Böhmen); † 10. Oktober 1676 in Leipzig) war ein deutscher Komponist und Kirchenmusiker.
Der Sohn des Ascher Kantors und Organisten Thomas Knüpfer erhielt die erste Ausbildung bei seinem Vater. Es ist überliefert, dass er bereits mit zehn Jahren in seinem Heimatort den Organistendienst versah. Von 1646 bis 1654 besuchte er das Gymnasium in Regensburg, wo zu seinen wichtigsten Lehrern der dortige Ephorus Balthasar Balduin, der Sohn Friedrich Balduins wurde. Später ging nach Leipzig, wo er unter anderem unter Johann Adam Scherzer Philosophie studierte. Hier konnte er 1657 mit Unterstützung Johann Philippis die Nachfolge Tobias Michaels im Amt des Thomaskantors der Thomasschule antreten. Um Knüpfer bildete sich ein Kreis angesehener Musiker (u. a. der Nikolaikantor Elias Nathusius, die Thomasorganisten Gerhard Preisensin und Jakob Weckmann und der Arzt Johann Kaspar Horn), der Leipzig den Ruf eines bedeutenden Musikzentrums einbrachte. I
n der Laudatio zum Tode Knüpfers hieß es: „Die Wahl Knüpfers gereichte dem Musikleben Leipzigs zum Heile und dem Thomaskantorat zum Segen.“ Neben seiner musikalischen Tätigkeit machte er sich auch als Philologe einen guten Namen. 1658 heiratete er Maria Sabina Hagen, mit welcher er drei Söhne und zwei Töchter hatte. In Asch wurde 1925 ein Platz nach ihm benannt.
Die musikalischen Qualitäten des jungen Knüpfer waren in Leipzig sehr anerkannt, nach dem Tod von Tobias Michael im Juni 1657, wurde er im Alter von nur 24 Jahren zum Thomaskantor ernannt. Die Ernennung Knüpfer war eine weise Entscheidung: Dank seines Engagements genoss die Leipziger Kirchenmusik eine Pracht und Herrlichkeit, die früher unbekannt war. Abschriften der geistlichen Werke Knüpfer’s zirkuliert im gesamten deutschsprachigen Raum und wurden begehrte Sammlerobjekte. Durch die Verbreitung seiner Werke wurde der Ruhm des Komponisten in Deutschland weit verbreitet. Nach 19 Jahren fruchtbarer Arbeit, starb er am 10. Oktober 1676 im Alter von nur 43 Jahren in Leipzig.
CD-Inhalt: Vom Himmel hoch, da komm ich her – Was mein Gott will, das gescheh allzeit – Wenn mein Stündlein vorhanden ist – Ach Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn – Quemadmodum desiderat cervus… /
„Wenn mein Stündlein vorhanden ist“- „Ich bin ein Glied an deinem Leib“.
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Sir John Eliot Gardiner – Kantaten-Beschreibung
zum BWV 122 „Das neugeborene Kindelein“
Kantaten für denSonntag nach Weihnachten
Aufführungsort: St. Bartholomew’s, New Yorkam 31.12.2000
BWV 122 „Das neugeborne Kindelein“
eine Choralkantate, die Bach 1724 als Teil des kurzen Weihnachtszyklus innerhalb seines zweiten Leipziger Kantatenjahrgangs komponierte, kommt wohl der herkömmlichen Vorstellung von einem Weihnachtslied, das dem Kindlein Jesus huldigt, am nächsten. Und doch geht der anonyme Textdichter den für den Tag vorgegebenen Lesungen aus dem Weg und hält sich, in enger Anlehnung an einen Choral von Cyriakus Schneegaß (1597), an den alten Brauch, die Feiern von Weihnachten und Neujahr miteinander zu verknüpfen. Bach beginnt mit der sanftesten Choralfantasie, die man sich vorstellen kann, einer lyrischen Melodie von Melchior Vulpius, deren Text gerade einmal vier Zeilen umfasst, in der Form eines pastoralen Wiegenliedes, in das sich ein zartes Ritornell für drei Oboen und Streicher fügt – ganz anders als jene, wie wir sie aus dem zweiten Teil des Weihnachtsoratoriums gewohnt sind. Damit gerät die Eruption des Cello- und Orgelcontinuos als Präludium zu dem Mahnruf des Bassisten ‚O Menschen, die ihr täglich sündigt’ noch weitaus dramatischer. Während die tiefe Tonlage und die dunkle Klangfarbe des Bassisten im Dialog mit dem Continuo die irdische Perspektive der sterblichen Menschen betonen, beschreibt die (bei ihrem ersten Einsatz den Bass spiegelnde) Sopranstimme die Sicht der Engel, die vor der fluchbeladenen Menschheit zurückschrecken, und schildert dann, wie es ihr bei den Engeln ergehen wird.
Bei ihren Worten ‚erfüllen nun die Luft’ beginnen drei Blockflöten, die höchsten Instrumente, die Bach zur Verfügung hatte, Vulpius’ Melodie zu harmonisieren. Die Absicht des Komponisten ist klar: Er will zeigen, dass die gegensätzlichen Reiche der Menschen und Engel nun miteinander vereint werden. Das erinnerte mich an Botticellis Gemälde ‚Die mystische Geburt’ in der Londoner National Gallery, sicherlich eine seiner genialsten Schöpfungen. Dort, gleich im Vordergrund, befinden sich Engel, die Menschen umarmen. Als Botticelli dieses Bild um 1500 malte, hatte Savonarola kurz zuvor die Florentiner auf sehr ähnliche Weise wie Bachs Bassist zur Räson gerufen: ‚Bereut, was ihr getan habt, bereut eure Sünden, haltet euch vom Dämon fern, lasst euch von den Engeln gewinnen, denn allein diese können euch zum Erlöser bringen.’ Es mag sein, dass Botticellis Gemälde als Illustration zu Savonarolas Predigt dienen sollte, so wie Bachs Kantate als akustisches Pendant zu Botticellis Gemälde aufgefasst werden könnte. Der Choral von Schneegaß kehrt in der Mitte des folgenden Terzetts wieder: Sopran und Tenor singen den Text der ‚Aria’, die Altstimme singt den Text des Chorals, in der Oktave von den Violinen und Bratschen begleitet. ‚Dies ist ein Tag, den selbst der Herr gemacht’, erklärt der Bass (Nr. 5) und ermuntert den Chor, ‚das rechte Jubeljahr’ zu feiern… ‚itzt ist es Singenszeit’.
BWV 190 „Singet dem Herrn ein neues Lied“ (für Neujahr)
BWV 225 „Singet dem Herrn ein neues Lied“ (Motette)
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Bachfest Leipzig 2013 – “Vita Christi”
vom 14.06.2013 – 23.06.2013
Erstmals wagt sich ein Veranstalter daran, die theologischen, dramaturgischen und kompositionstechnischen Verbindungslinien der großen oratorischen Kompositionen Bachs in eine unmittelbare Beziehung zu setzen:
am 21.6.2013, in der Nikolaikirche, Leipzig um 20 Uhr
werden die entscheidenden Stationen der Vita Christi an diesen Konzertabenden zu einem einzigartigen Musikerlebnis. Umrahmt werden die Aufführungen von den Magnificat -Kompositionen von
J.S. Bach Cantata BWV 185 „Barmherziges Herze der ewigen Liebe“
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
BWV 185 „Barmherziges Herze der ewigen Liebe“
Kantate zum 4. Sonntag nach Trinitatis für Sopran, Altus, Tenor und Bass, Oboe, Streicher und Continuo.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 27.12. wäre der 3. Weihnachtstag.
3. Weihnachtstag der auch als Tag des Evangelisten Johannes gefeiert wurde.
Am heutigen Tag denken wir an den Apostel und Evangelisten Johannes, dessen Verkündigung wir hören als Worte der Liebe und Fürsorge Gottes für seine Schöpfung. Weil das Christfest das Fest der Liebe Gottes ist, die Johannes sein Leben hindurch gepredigt hat, ist sein Tag so nah an dieses Fest gelegt worden. Von ihm lassen wir uns zur Liebe untereinander aufrufen.
Wochenspruch:
Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Freudenboten, die da Frieden verkündigen, Gutes predigen und Heil verkündigen. (Jes 52, 7)
Bach nutzt verschiedene Möglichkeiten, die Weihnachtszeit in der Musik zu feiern. Völlig neu war mir diese ausgesprochen intime und verführerische Kantate:
BWV 151 „Süßer Trost, mein Jesus kömmt“
von 1725 mit einem Text von Georg Christian Lehms. Sie beginnt moltoadagio im 12/8-Takt als Arie in G-dur für Sopran, obligate Flöte und Streicher, deren erste Violinen von der Oboe d’amore verdoppelt werden, und ist von ergreifender Schönheit. Ist das die Muttergottes selbst, die ihrem neugeborenen Kind ein Wiegenlied singt, oder ist es einfach nur der Trost, der dem schwachen Sünder durch Jesu Ankunft auf der Erde zuteil wird? Obwohl sich Bach hier nicht leugnen lässt und die Atmosphäre unsagbar friedlich ist, finden wir bereits musikalische Anklänge an Gluck wie an Brahms, während die Arabesken der Soloflöte in die Levante oder sogar auf baskische Ursprünge verweisen. Jede direkte Assoziation mit der sinnierenden Jungfrau erledigt sich, sobald der ‚B’-Teil in einen ekstatischen Freudentanz alla breve ausbricht, halb Gavotte, halb Gigue – ‚Herz und Seele freuet sich’. Flöte, Sopran und (einen Augenblick lang) die ersten Violinen ergehen sich in eleganten Triolenfiorituren – in Stil und Stimmung der Musik ähnlich, wie sie Händel als junger Mann schrieb, als ihm in Italien zum ersten Mal die Werke von Scarlatti und Steffani begegneten –, bevor das Wiegenlied wiederkehrt.
Zwangsläufig stellt die Inspiration dieser Arie alles Folgende in den Schatten: Zwei Secco-Rezitative (Nr. 2 und 4) umrahmen die Arie ‚In Jesu Demut’, in der die Altstimme ein Loblied auf den spirituellen Reichtum singt, den Jesu physische Armut beinhaltet, während zwei Oboen d’amore Violinen und Bratsche verdoppeln. Die ‚Segenskränze’, von denen im ‚B’-Teil die Rede ist, scheinen das Bild zu sein, das Bach zu seiner sinnreichen Antwort auf die gesamte Arie wie auch ihr Kopfmotiv inspiriert hat – das geschickte Weben musikalischer Fäden auf dem ‚Webstuhl’ der regelmäßigen Basslinie. Die achte Strophe von Nikolaus Hermans Choral ‚Lobt Gott, ihr Christen allzugleich’ (1560), mit der die Kantate endet, steht auf festem Boden. Ein bisschen mehr wäre nötig, um eine weihnachtliche Stimmung zu schaffen, ein paar Prozente mehr im Weihnachtspunsch.
BWV 64 – Sehet, welch eine Liebe hat uns der Herr erzeuget
BWV 133 – Ich freue mich in dir
BWV 151 – Süßer Trost, mein Jesus kömmt
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Bachfest Leipzig 2013 – “Vita Christi”
vom 14.06.2013 – 23.06.2013
Erstmals wagt sich ein Veranstalter daran, die theologischen, dramaturgischen und kompositionstechnischen Verbindungslinien der großen oratorischen Kompositionen Bachs in eine unmittelbare Beziehung zu setzen:
am 21.6.2013, in der Nikolaikirche, Leipzig um 20 Uhr
werden die entscheidenden Stationen der Vita Christi an diesen Konzertabenden zu einem einzigartigen Musikerlebnis. Umrahmt werden die Aufführungen von den Magnificat -Kompositionen von
Die DVD (in Deutsch, keine Untertitel) eine Filmaufnahme der kompletten Kantate, die Reflexion Vortrag von dem Sprecher und einem Film-Porträt der JS Bach-Stiftung.
„Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet“ Kantate BWV 57 zum 3. Weihnachtstag für Sopran und Bass, Alt und Tenor aus dem Vokalensemble, Oboe I+II, Taille, Fagott, Streicher und Continuo
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 25.12. und 26.12. begehen wir das Weihnachtsfest
1. Weihnachtstag:
Das Christfest Iist der eigentliche Geburtstag Jesu, ist jedoch völlig hinter dem Heiligen Abend zurückgetreten. Der Gottesdienst ist in der Regel nur schwach besucht. Er greift aber mit seinen Perikopen den Gedanken der liebenden Zuwendung Gottes, die in der Geburt von Jesus Christus handgreiflich geworden ist, am stärksten auf.
Der erste Christtag ist der Festtag der Geburt des Herrn, an dem die Christenheit Gott dafür dankt, dass er durch das Opfer seines geliebten Sohnes, der ganz Mensch wurde, uns als seine Kinder angenommen hat, damit wir durch ihn frei werden und nicht mehr Knechte der Sünde sind. oder
Gott kam aus seinem Licht in unser Zwielicht, aus seinem Reichtum kam er in unsere Armut, aus seiner Herrlichkeit in unsere Schwachheit, aus seinem Frieden in unsere von Streit und Gier geschundene Welt.
Diese Botschaft, die wir so gerne zum Anlass besinnlicher Feiern nehmen, ist alles andere als besinnlich: sie stellt eigentlich eine Herausforderung dar, die unser ganzes Leben umkrempeln soll. Wo ist das gelungen?
2. Weihnachtstag:
Das Christfest II ist zugleich der Tag des Erzmärtyrers Stephanus. Inhaltlich ist dieser Tag, wenn er als „Tag nach der Geburt des Herrn“ gefeiert wird, nur noch ein Abglanz. Seine Existenz geht auf das Verlangen zurück, die Weihnachtsbotschaft immer und immer wieder zu hören, gewissermaßen das Geschehen der Christnacht zu einem andauernden Erlebnis werden zu lassen. Eine besondere Stellung erhält dieser Tag jedoch durch das Evangelium, das den Prolog des Johannes-Evangeliums enthält und so die Geburt Jesu in den Kontext der Schöpfung stellt. Von daher ist dieser Tag vielleicht gerade heute von besonderer Bedeutung.
Am 2. Christtag denken wir besonders darüber nach, was die Fleischwerdung Gottes bedeutet. Wir spüren, dass das große Geschenk der unmittelbaren Nähe Gottes uns unermesslich reich macht dadurch, dass er selbst arm wurde.
Wochenspruch:
Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit.(Joh 1, 14a)
Christina Landshamer, Sopran
Franziska Gottwald, Alt
Markus Brutscher, Tenor
Markus Flaig, Bass
Dresdner Kammerchor
Le Concert Lorrain Leitung: Hans-Christoph Rademann
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Mittwoch, 26.12.2012 um 08:04 – 09:00 Uhr
Bach-Kantate
BWV 248Weihnachtsoratorium Kantate 2 und 3
– 2. Teil: „Und es waren Hirten“
– 3. Teil: „Herrscher des Himmels“
Christina Landshamer, Sopran
Franziska Gottwald, Alt
Markus Brutscher, Tenor
Markus Flaig, Bass
Dresdner Kammerchor
Le Concert Lorrain Leitung: Hans-Christoph Rademann
Lisa Larsson (Sopran)
Annette Markert (Alt)
Christoph Prégardien (Tenor)
Klaus Mertens (Bass)
Amsterdamer Barockchor und Orchester Leitung: Ton Koopman
Aufführungsort: Herderkirche, Weimar am 25.12.1999
Der Gesang der Engel bei Jesu Geburt umfasst im Wesentlichen den Text aus Lukas 2, 14 der lateinischen Weihnachtsmusik, die uns als
BWV 191 „Gloria in excelsis Deo“
überliefert ist. Der wahrscheinlichste Anlass zur Uraufführung dieser Kantate war ein besonderer Dankesgottesdienst, der am Weihnachtstag 1745 in der Leipziger Universitätskirche zur Feier des Dresdener Friedens stattfand. Der Zweite Schlesische Krieg war gerade beendet worden, die einzige Zeit in seinem Leben, dass Bach die Schrecken und Leiden eines Krieges aus erster Hand erlebte, als die preußischen Truppen im Herbst 1745 Leipzig besetzten und die Umgebung verwüsteten; drei Jahre später sprach er von der ‚Zeit […], da wir leider! die Preußische Invasion hatten’.
Dieser Gottesdienst, eingeschoben zwischen der Frühmette in der Thomaskirche und dem Nachmittagsgottesdienst in St. Nikolai, war eine der seltenen Gelegenheiten, bei der Mitglieder der zwei besten Kantoreien Bachs verfügbar waren und gemeinsam auftreten konnten. Es war eine Möglichkeit, sein Leipziger Publikum drei Sätze (Gloria – Domine Deus – Cum Sancto Spiritu) aus der wunderbaren fünfstimmigen, 1733 für den Dresdener Hof komponierten Missa (BWV 232i) hören zu lassen, nun rasch neu zusammengestellt und zu einem neuen Triptychon verdichtet. Während das Gloria praktisch unverändert geblieben ist, wurden die übrigen beiden Sätze adaptiert und mit neuen Texten ausgestattet, nicht ohne eine gewisse Schwerfälligkeit.
Gleichzeitig wurde höchstwahrscheinlich sein Sanctus von Weihnachten 1724 wieder aufgeführt. War diese Gelegenheit also der einzige Auslöser, der Bachs schöpferische Energie entzündete und zu gegebener Zeit zur Vollendung des Werkes führte, das wir als h-moll- Messe kennen? Der abschließende Lobgesang, Sicut erat in principio (ursprünglich Cum sancto), kommt mit einem gewaltigen Ruck in Gang, fast so wie eine Achterbahn, die sich zunächst täuschend langsam ein paar Zentimeter voranbewegt und dann plötzlich losrast. Das ist das Startsignal für eine Feier mit Tanz wie auch Gesang, der hämmernde Puls einer einzigen Note wandert zu den hohen Streichern, zu den Trompeten und schließlich zu den Holzbläsern und erweckt damit immer mehr den Eindruck vorwärts drängenden Überschwangs.
Erstmals wagt sich ein Veranstalter daran, die theologischen, dramaturgischen und kompositionstechnischen Verbindungslinien der großen oratorischen Kompositionen Bachs in eine unmittelbare Beziehung zu setzen:
am 21.6.2013, in der Nikolaikirche, Leipzig um 20 Uhr
werden die entscheidenden Stationen der Vita Christi an diesen Konzertabenden zu einem einzigartigen Musikerlebnis. Umrahmt werden die Aufführungen von den Magnificat -Kompositionen von
J.S. Bach Cantata BWV 191 “Gloria in Excelsis Deo”
Die DVD (in Deutsch, keine Untertitel) eine Filmaufnahme der kompletten Kantate, die Reflexion Vortrag von dem Sprecher und einem Film-Porträt der JS Bach-Stiftung.
„Gloria in Excelsis Deo“ (Ehre sei Gott in der Höhe)
Kantate BWV 191 für den ersten Tag von Weihnachten für Sopran, Tenor, Vokalensemble, Trompeten I-III, Pauken, Flöte I + II, Oboe I + II, Fagott, Streicher und Continuo.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 23.12.2012 begehen wir den 4. Advent
Die Adventszeit als Vorbereitungszeit auf das Christfest ist erst im 4. Jahrhundert entstanden, wobei es zunächst erhebliche Unterschiede in der Dauer (von einer Woche bis zu 40 Tagen) gab. Vier Sonntage im Advent gibt es für die römische Kirche, deren Praxis die Reformation übernommen hat, seit etwa 600, der 1. Sonntag im Advent wird aber erst seit Mitte des 8. Jahrhunderts als Beginn des Kirchenjahres besonders gefeiert. Von Anfang an hatte die Adventszeit den Charakter der Bußzeit als Vorbereitung auf das Christfest, den „Geburtstag“ Jesu Christi.
In den Evangelienlesungen nach Lukas, die am 4. Sonntag im Advent vorgesehen sind, steht Maria im Vordergrund. Das Magnifikat sowie der Besuch des Engels, dessen Verkündigung sie sich unterwirft, werden allerdings von einer weiteren Erzählung über Johannes, den Täufer, aus dem Johannes-Evangelium ergänzt. Alttestamentliche und Epistellesung verkünden von der Freude, die wir schon haben, weil uns das Kommen des Herrn verkündet ist, der Frieden in diese Welt bringt.
Am 4. Advent erfüllt sich unser Herz mit Freude, denn das Fest der Geburt des Herrn ist nahe. Wir hören den Lobgesang Marias, der Mutter Jesu, und preisen mit ihr die Größe des Herrn, denn mit Jesus Christus sind alle Verheißungen, die seinem Volk Israel und uns zugesprochen sind, bestätigt. Durch ihn wissen wir, dass auch die Verheißungen, die noch nicht erfüllt sind, zur Vollendung kommen werden.
In Leipzig entfällt das „Gloria in excelsis“.
Wochenspruch:
Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe! (Phil 4, 4-5)
Johann Heinrich Rolle * 23. Dezember 1716 in Quedlinburg; † 29. Dezember 1785 in Magdeburg war Komponist und Musikpädagoge. Rolle wurde als Sohn des späteren Kantors am Magdeburger altstädtischen Gymnasium Christian Friedrich Rolle geboren. Der Vater übernahm die Ausbildung seines musikalisch begabten Sohnes. 1722 siedelte die Familie nach Magdeburg über.
Im Jahre 1734 erhielt Rolle eine Stelle als Organist an der Magdeburger Sankt-Petri-Kirche, die er bis 1737 wahrnahm. Ab 1740 erhielt er eine Anstellung in der Kapelle Friedrich II., zunächst als Violinist, dann als Bratschist. 1746 kehrte er als Organist in der Sankt-Johannis-Kirche nach Magdeburg zurück. 1752 wurde er der Nachfolger seines Vaters als Kantor des Gymnasiums.
Rolle übernahm auch die Funktion eines städtischen Musikdirektors. In dieser Position wirkte er im Sinne der Aufklärung. Es gelang ihm, dass Magdeburg ab 1764, als eine der ersten deutschen Städte ohne Residenz, Konzerte durchführte, die überregionale Bedeutung entfalteten. Seine Kompositionen stehen in der Tradition des Barock, sind jedoch bereits vom Übergang des Hochbarock hin zum sogenannten galanten Stil des Rokoko geprägt.
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Das Weihnachtsoratorium erklang erstmalig im Dezember 1769 und 1771 innerhalb der „Rolleschen Konzertreihe“, und es konnte bis heute nicht geklärt werden, ob das Werk überhaupt als reguläre Kirchenmusik Verwendung fand. So schildert auch der Text, dessen Dichter unbekannt ist, nicht wie üblich die Ereignisse auf dem Feld bei Bethlehem, sondern widmet sich religiösen Betrachtungen.
Der Kammerchor Michaelstein sowie das Telemann – Kammerorchester Michaelstein unter der versierten Leitung von Ludger Remy stellen dieses vergessene Meisterwerk mitteldeutscher Musik vor.
Die CD – Johann Heinrich Rolle (1716 – 1785 – Weihnachtsoratorium >> h i e r – klicken <<
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Auf YouTube gibt es 2 Videos vom Weihnachtsoratorium zu hören:
Johann Heinrich Rolle (1716 – 1785)
Oratorium auf Weihnachten
1. Video: Sinfonia: Allegro
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2. Video: Chorus of Angels – Ehre sei Gott in der Höhe
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Sir John Eliot Gardiner – Kantaten-Beschreibung
zum BWV 147 „Herz und Mund und Tat und Leben“
Kantaten für den2. – 4. Advent
Aufführungsort: Michaeliskirche, Lüneburg am 10.12.2000
Die bekannteste Kantate Bachs, die auf eine frühere, in Weimar entstandene Version zurückgeht, ist
BWV 147 „Herz und Mund und Tat und Leben.“
Salomo Francks Lyrik, sein Vermögen, ein Thema theologisch auf den Punkt zu bringen, und seine Neigung, einzelne Wörter herauszuarbeiten (vier allein im Eingangschor), kommen hier besonders schön zur Geltung. Der Erweiterung eines sechssätzigen Originals für den Vierten Adventssonntag (BWV 147a) zu einem zehnsätzigen Werk für das Fest Mariä Heimsuchung (2. Juli 1723) fällt in erster Linie Francks knappe, durch die strenge Abfolge ihrer vier Arien erreichte Darlegung der Adventsbotschaft zum Opfer: Reue, Glauben, Vorbereitung und Umkehr. In der neuen Version sind die Arien zwar noch vorhanden, aber in eine neue Reihenfolge gestellt, und die Bass-Arie (Nr. 9) hat einen völlig neuen Text (nicht von Franck). Andererseits gewinnt die Leipziger Fassung an Fülle und Vielfalt durch den Zusatz dreier verbindender Rezitative, das eine von Streichern begleitet (Nr. 2), das andere secco, das jedoch unvermittelt in ein dramatisches Arioso übergeht (Nr. 4) und in Stimmung und Technik an die erste Kantate, BWV 70, erinnert, und das dritte schließlich mit doppelten Oboen da caccia (Nr. 8), das bereits auf die beiden großen Passionsvertonungen verweist. Am reizvollsten jedoch sind die beiden hinzugefügten, musikalisch identischen und im Charakter pastoralen Choräle, die beide Teile der Kantate beschließen (Nr. 6 & 10). Bei einer Musik von so einschmeichelnder Schönheit und offenkundiger Natürlichkeit lässt sich leicht übersehen, dass das Melos des gefeierten achttaktigen Ritornells – genau das Flechtwerk, mit dem Bach die schlichte Choralmelodie (‚Werde munter, mein Gemüte’ von Johann Schop) umgibt – direkt aus dem Wurzelstock wächst, den es schmückt.
Durch die Aufforderung an die Christen, ‚von Christo Zeugnis [zu] geben’, wie es Johannes der Täufer zur Vorbereitung der Ankunft Jesu getan hatte, erwies Franck Bach mit dem Text zu seinem Eingangschoral keinen Gefallen – und doch, was hat Bach aus ihm gemacht! Mehr noch als im Anfangschoral von BWV 70, das ursprünglich zwei Wochen früher aufgeführt worden war (BWV 70a), findet er Mittel und Wege, das Alte mit dem Neuen zur Einheit zu verbinden: ein Mosaik zu schaffen aus (a) rein instrumentalen Ritornellen, die wiederum das Material hervorbringen für (b) höchst aktuelle Fugenexpositionen (Stimmen mit verdoppelnden Instrumenten), (c) wunderbar geschmeidige Vokalepisoden (voller Gegenrhythmen, die sich über die Taktstriche spreizen), nur mit dem Continuo zur Unterstützung des Chors im älteren Motettenstil (teils homophon, teils responsorisch), den er sich seit seinen ersten Kantatenkompositionen erschlossen hatte, und (d) weitere Ritornelle, jetzt um Stimmen erweitert, die paarweise auftreten. Letzteres Merkmal ist nur eines in einer Reihe kleiner duettierender Austausche, die im ersten Takt beginnen (zwischen Trompete und Fagott) und sich hin und her durch das ganze Farbspektrum seines Vokal- und Instrumentalensembles bewegen. Er hat sogar Zeit, in dieses straffe Gefüge ein Doppelecho (f– p–pp) einzubauen.
Die erste Arie, in ihrer Wirkung ein Trio für Alt, Oboe d’amore und Continuo (Nr. 3), ist ein Appell an den Gläubigen, sich nicht zu schämen, seinen ‚Heiland zu bekennen’. Es entspräche durchaus ihrem Charakter wie auch ihrem Ausdruck, wenn Bach die Idee zu ihrem unregelmäßigen Rhythmus durch die kühnen hemiolischen Verweise auf ‚Furcht und Heuchelei’ gekommen wäre, die er in seinen Eingangschor gesetzt hat. Ein weiteres Trio, diesmal für Sopran, Violine und Continuo (Nr. 5), fordert wieder auf, den Weg zu bereiten, doch nicht mit solch markerschütternder Kraft wie in der Anfangsarie von BWV 132, die er für den gleichen Sonntag im Jahr zuvor komponiert hatte. Die Arabesken der Violine entwickeln sich hier als Reaktion auf das Kopfmotiv, genauso wie es in der Alt-Arie dieser Kantate (BWV 132, Nr. 5) geschehen war, von der Freude der Sopranstimme angesteckt, die Jesus auffordert, der ‚Bahn’ zu folgen und ‚die gläubende Seele zu erwählen’. Mit einem weiteren der für Franck charakteristischen Mottos, ‚Hilf, Jesu, hilf’, eröffnet die Tenor-Arie (Nr. 7) nun den zweiten Teil der Kantate, mit Continuo-Begleitung aus Cello und Violone und auf ungewöhnliche Weise durch Trillerketten der Orgel verziert. Doch die eindrucksvollste der vier Arien ist die letzte (Nr. 9), für Bass und mit dem gleichen, von der Trompete dominierten großen Orchester, das bereits im Kopfsatz verwendet wurde. Es wäre ein Leichtes, den feurigen concertante-Satz als Bachs Reaktion auf Jesu Fähigkeit zu bewerten, ‚den ird’schen Mund durch heil’ges Feuer kräftig [zu] bezwingen’, bis uns einfällt, dass die Arie ursprünglich einen völlig anderen Text (von Franck) verwendet hatte, der auf die Stimme Johannes’ des Täufers verweist, die dabei helfen soll, ‚von Finsternis und Dunkelheit zum wahren Lichte mich [zu] bekehren’.
Wir gaben unsere beiden Konzerte in der stimmungsvollen, bis auf den letzten Platz besetzten Michaeliskirche, wo Bach, mit fünfzehn Jahren, als Mitglied des kleinen Mettenchors sang. Wir benutzten den alten Chorraum als Garderobe, betraten dieselben Bretter, die Bach betreten hatte, als er seine Chorproben hatte. Die Kirche, deren Grundstein 1376 gelegt wurde, steht an der Abbruchkante eines Salzstocks auf unsicherem Gelände, wo sich immer noch die Erde senkt; die mächtigen Rundpfeiler sind bereits erheblich aus dem Lot geraten. Lübeck hatte im Mittelalter das Monopol als Salzlieferant im norddeutschen Raum und wurde früh Mitglied der Hanse. Mit dem Niedergang der Hanse entwickelte sich die Stadt kaum weiter, so dass sich das historische Stadtbild, mit dem alten Rathaus, bis heute erhalten hat. Seit 1990 führt Lüneburg den Beinamen Hansestadt wieder offiziell zum Stadtnamen.
Erstmals wagt sich ein Veranstalter daran, die theologischen, dramaturgischen und kompositionstechnischen Verbindungslinien der großen oratorischen Kompositionen Bachs in eine unmittelbare Beziehung zu setzen:
am 21.6.2013, in der Nikolaikirche, Leipzig um 20 Uhr
werden die entscheidenden Stationen der Vita Christi an diesen Konzertabenden zu einem einzigartigen Musikerlebnis. Umrahmt werden die Aufführungen von den Magnificat -Kompositionen von
J.S. Bach Cantata BWV 61 “Nun komm, der Heiden Heiland”
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
Kantate BWV 61 zum 1. Advent für Sopran, Tenor und Bass, Vokalensemble, Fagott, Streicher und Continuo
Auch dieses Jahr halten die verschiedenen Radiosender wieder verschiedene Aufnahmen des Weihnachtsoratoriums für uns bereit. Das Meiste war auch schon in den vergangenen Jahren zu hören, aber auch neue Aufnahmen sind zu finden. Dafür sind im Gegensatz zu den letzten Jahren wenige Weihnachtsoratorien anderer Komponisten zu finden. Kleinere Werke und Kantaten verstecken sich in den regelmäßigen Sendungen sakraler Musik.
. SWR2 10.30 – 12.00
„Das musikalische Quartett“
Raterunde
Johann Sebastian Bach:
Weihnachtsoratorium BWV 248
Moderation: Rainer Damm
Gäste im Studio: Susanne Stähr, Karl Dietrich Gräwe, Uwe Schweikert
Am Vormittag von Heiligabend trifft sich in diesem Jahr das „Musikalische Quartett“,
um die unterschiedlichsten Interpretationen von Bachs Weihnachtsoratorium unter die
Lupe zu nehmen: Wo gibt es die besten Chöre – wer hat die besten Solisten – welches
Orchester trifft den richtigen Ton – und: Welcher Dirigent kann das alles vereinen?
Keine leichte Aufgabe für die Raterunde, denn sie soll jene Aufnahme(n) auswählen,
die dann an den beiden Weihnachtsfeiertagen zu hören sein werden. Man darf gespannt
sein, wer das Rennen macht: ein bewährter Klassiker oder doch ein Newcomer? .
NDR kultur 17.30 – 19.00
Weihnachtsoratorium
für Soli, Chor und Orchester BWV 248, Teile 1 – 3
von Johann Sebastian Bach
Paul Bernewitz und Friedrich Praetorius, Sopran (Thomaner)
Ingeborg Danz, Alt Christoph Genz, Tenor (Arien)
Martin Petzold, Tenor (Evangelist)
Panajotis Iconomou, Bass
Thomanerchor Leipzig
Gewandhausorchester Leipzig
Ltg.: Georg Christoph Biller .
Nordwestradio 18.05-20.00
Heinrich von Herzogenberg
Die Geburt Christi
Oratorium für Soli, Chor und Orchester in drei Teilen op. 90
Regina Schudel, Sopran
Anke Eggers, Alt
Peter Maus, Tenor
Ernst-Gerold Schramm, Bass
Rudolf Heinemann, Orgel
Michael Röbbelen, Orgelpositiv
Ensemble Oriol
Kammerchor der Hochschule der Künste Berlin
Staats- und Domchor Berlin
Leitung: Christian Grube
Am Mikrofon: Wolfgang Stapelfeldt .
. SWR2 9.03-9.58
Einführung in Bachs Weihnachtsoratorium (1/2)
Von Wieland Schmid
Interpreten der Musikbeispiele:
Rachel Harnisch (Sopran)
Anke Vondung (Mezzosopran)
Maximilian Schmitt (Tenor)
Christian Immler (Bass)
Chor des BR
Akademie für Alte Musik Berlin
Leitung: Peter Dijkstra
Die sechs Kantaten, die Bach zwischen dem ersten Weihnachtstag 1734 und dem Dreikönigstag 1735, „die heilige Weynacht über“ aufführte, entstanden im Advent 1734. In dieser Buß- und Vorbereitungszeit beschränkte sich die Musik in den Gottesdiensten der Leipziger Kirchen auf den schlichten Gemeindegesang. Umso prächtiger klang es dann, wenn wieder eine mehrstimmige und mit reichem Instrumentalsatz versehene Figuralmusik gespielt wurde.
Im ersten Teil seiner Werkeinführung geht Wieland Schmid Bachs Parodieverfahren nach, jener ausgeklügelten Recyclingtechnik, die geschickt ältere Kompositionen zu den Arien und Chören des Weihnachtsoratoriums umschmiedete. Außerdem geht es um die kunstvolle Inszenierung von Einfachheit in dieser Musik.
(Teil 2 der Werkeinführung, Mittwoch, 26. Dezember, 9.03 Uhr) .
SWR2 10.30-12.00
Johann Sebastian Bach:
Weihnachtsoratorium BWV 248
Teil 1-3
Lassen Sie sich überraschen, welche Interpretation von Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium Sie in diesem Jahr in SWR2 hören werden. Am Vormittag von Heiligabend hat sich das „Musikalische Quartett“ unter der Leitung von Rainer Damm getroffen und eine Vielzahl an Aufnahmen unter die akustische Lupe genommen. Wer hat das Rennen gemacht – ein Klassiker oder ein Newcomer? An den beiden Weihnachtsfesttagen wird auf jeden Fall das Geheimnis gelüftet und als akustisches Überraschungsgeschenk präsentiert. .
Ein etwas anderes Weihnachtsoratorium, viel schlichter, aber wunderschön: NDR kultur 11.03 – 13.00
Die Sendung beginnt mit:
Camille Saint-Saëns: Oratorio de Noël op. 12
Kristina Dinusova, Sopran
Milda Tubelyte, Mezzosopran
Martha Swiderska, Alt / Berj Karazian, Tenor
Tomas Selc, Bass
Johannes-Brahms-Chor Hannover
NDR Radiophilharmonie / Ltg. Vassilis Christopoulos
Aufzeichnung vom 20. Dezember 2012 im Großen Sendesaal des NDR in Hannover
danach geht es mit Weihnachtsmusik verschiedenster Art weiter. .
HR2 15.30-17.00
Bach: Weihnachtsoratorium BWV 248 Kantaten 1-3
Katarzyna Jagiello, Sopran
Gerhild Romberger, Alt
Marcus Ullmann, Tenor
Jochen Kupfer, Bass
Dresdner Kammerchor
Dresdner Barockorchester
Leitung: Hans-Christoph Rademann
Das Bach’sche Weihnachtsoratorium gehört für viele Menschen zum festen Bestandteil des
Weihnachtsfests wie der Kirchgang, der Tannenbaum oder die Krippe. Und die Hörer von hr2-kultur dürfen damit rechnen, dass ihnen das Bach-Werk in exzellenten Interpretationen angeboten wird.
In diesem Jahr ist es eine Aufnahme mit einem prominent besetzten Solistenquartett, dem
Dresdner Kammerchor und dem Dresdner Barockorchester unter der Leitung von Hans-Christoph Rademann.
In der Weihnachtszeit 1734/35 wurde Bachs Zyklus in der Leipziger Nikolaikirche und in der
Thomaskirche unter Bachs Leitung uraufgeführt. Die sechs Kantaten waren ursprünglich für die
sechs Gottesdienste am Ersten und Zweiten Weihnachtsfeiertag, am Sonntag nach Weihnachten,
an Neujahr, am Sonntag nach Neujahr und am Dreikönigstag bestimmt. Mittlerweile ist das
Weihnachtsoratorium Bachs beliebtestes und meistaufgeführte geistliche Werk. Häufig wird das
Weihnachtsoratorium heutzutage in zwei Teilen aufgeführt. So sind auch in diesem Jahr die
Kantaten 1 bis 3 am Ersten und die Kantaten 4 bis 6 am Zweiten Weihnachtstag jeweils um 15.30 Uhr zu hören. .
WDR3 16.05-17.45
Johann Sebastian Bach
Weihnachtsoratorium, BWV 248, Kantaten 1 bis 3
Veronika Winter, Sopran;
Wiebke Lehmkuhl, Alt;
Jan Kobow, Tenor;
Markus Flaig, Bass;
Rheinische Kantorei;
Das Kleine Konzert,
Leitung: Hermann Max .
rbb kulturradio 17.04-19.00
JOHANN SEBASTIAN BACH: WEIHNACHTSORATORIUM BWV 248 1-3
Sibylla Rubens, Sopran
Wiebke Lehmkuhl, Alt
Lothar Odinius, Tenor
Tobias Berndt, Bariton
RIAS Kammerchor
Akademie für Alte Musik Berlin
Leitung: Hans-Christoph Rademann
Aufnahme vom 12.12.2012 im Konzerthaus Berlin .
NDR kultur 17.30-19.00
Weihnachtsoratorium
für Soli, Chor und Orchester BWV 248, Teile 4 – 6
von Johann Sebastian Bach
Paul Bernewitz und Friedrich Praetorius, Sopran (Thomaner)
Ingeborg Danz, Alt Christoph Genz, Tenor (Arien)
Martin Petzold, Tenor (Evangelist)
Panajotis Iconomou, Bass
Thomanerchor Leipzig
Gewandhausorchester Leipzig
Ltg.: Georg Christoph Biller .
DRS II/SRF2 20.00-22.00
Johann Sebastian Bach: Weihnachtsoratorium (Teile I, II, V, VI) BWV 248
Jauchzet, frohlocket
Und es waren Hirten in derselben Gegend
Ehre sei dir, Gott, gesungen
Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben
Nuria Rial, Sopran Robin Blaze, Alt
Werner Güra, Tenor Dietrich Henschel, Bass
Camerata Vocale Freiburg
Kammerorchester Basel
Leitung: Winfried Toll
Das stimmungsvolle Ambiente für diese grossartige Weihnachtsmusik bietet die historische
Stadtkirche von Rheinfelden.
Konzertübertragung auf SRF 1, 3SAT und Radio SRF 2 Kultur.
Sendedaten TV
26. Dezember 2012
3Sat, 20.15 Uhr Teile 1, 2, 5 und 6 .
Retedue (RSI – Schweiz, italienisch) 20.30 – 22.30
Johann Sebastian Bach, Weihnachtsoratorium:
Cantate n. 1, 2, 3.
Lynn Dawson, soprano
Bernhard Landauer, contralto
Charles Daniels, tenore
Klaus Mertens, basso
Coro della RSI
I Barocchisti
Diego Fasolis .
.
26.12.2012
. SWR2 9.03-9.58
Einführung in Bachs Weihnachtsoratorium (2/2)
Von Wieland Schmid
Interpreten der Musikbeispiele:
Rachel Harnisch (Sopran)
Anke Vondung (Mezzosopran)
Maximilian Schmitt (Tenor)
Christian Immler (Bass)
Chor des BR
Akademie für Alte Musik Berlin
Leitung: Peter Dijkstra
Im 2. Teil der Werkeinführung geht es um die Umsetzung der Evangelien-Berichte im
Weihnachtsoratorium, um die Meditationen über den Namen Jesu, die in diesem großen
Werk stecken, und um die Aufführungsbedingungen, die Bach in Leipzig vorfand. .
SWR2 10.30-12.00
Johann Sebastian Bach:
Weihnachtsoratorium BWV 248
Teil 4 – 6
Lassen Sie sich überraschen, welche Interpretation von Johann Sebastian Bachs
Weihnachtsoratorium Sie in diesem Jahr in SWR2 hören werden. Am Vormittag von
Heiligabend hat sich das „Musikalische Quartett“ unter der Leitung von Rainer Damm
getroffen und eine Vielzahl an Aufnahmen unter die akustische Lupe genommen. Wer hat
das Rennen gemacht – ein Klassiker oder ein Newcomer? An den beiden Weihnachtsfesttagen
wird auf jeden Fall das Geheimnis gelüftet und als akustisches Überraschungsgeschenk präsentiert. .
HR2 15.30-17.00
Bachs „Weihnachtsoratorium“ BWV 248 Kantaten 4-6
Johannette Zomer, Sopran
Annette Markert, Alt Gerd Türk, Tenor Peter Harvey, Bass
The Netherlands Bach Society
Leitung: Jos van Veldhoven .
rbb kulturradio 17.04-19.00
JOHANN SEBASTIAN BACH: WEIHNACHTSORATORIUM BWV 248 4-6
Sibylla Rubens, Sopran
Wiebke Lehmkuhl, Alt
Lothar Odinius, Tenor
Tobias Berndt, Bariton
RIAS Kammerchor
Akademie für Alte Musik Berlin
Leitung: Hans-Christoph Rademann
Aufnahme vom 12.12.2012 im Konzerthaus Berlin .
Retedue (RSI – Schweiz, italienisch) 20.30 – 22.30
Johann Sebastian Bach, Weihnachtsoratorium:
Cantate n. 4, 5, 6.
Lynn Dawson, soprano
Bernhard Landauer, contralto
Charles Daniels, tenore
Klaus Mertens, basso
Coro della RSI
I Barocchisti
Diego Fasolis .
Für alle Bach-Liebhaber kurzfristig genannte Radio-Tipps für 22.12.2012 – 23.12.12
Radio-Sendungen mit „Klassischer Musik“
„Ganz der Vater – und doch ganz anders“
Lange Nacht auf Deutschlandradio Kultur
Am Samstag, 22. Dezember 2012 ab 01:05 Uhr sendet DeutschlandRadio Kultur eine „Lange Nacht“ über die Bach-Söhne.
Vater: J.S. Bach 1685-1750
Wilhelm Friedemann Bach 1710-1784
Carl Philipp Emanuel Bach 1714-1788
Johann Christoph Friedrich Bach 1732-1795
Johann Christian Bach 1735-1782
Unter dem Titel „Ganz der Vater – und doch ganz anders“ widmen sich Ulrich Kahmann und Dennis Hopp der vortrefflichen Musik und den völlig unterschiedlichen Lebenswegen der komponierenden Söhne von Johann Sebastian Bach:
Antonio Cartellieri: „La celebre natività del redentore“
Weihnachtsoratorium
Solisten: Katerina Beranova, Sopran; Andreas Karasiak, Ray M. Wade, Tenor; Alexander Marco-Buhrmester, Bariton
Chorus Musicus Köln
Das Neue Orchester
Leitung: Christoph Spering
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Sonntag, 23.12.2012
NDR um 11.00 Uhr – 13.00 Uhr
Musikfest Bremen 2012
Magnificat – Lobgesänge Marias
Johann Kuhnau: Magnificat
Jan Dismas Zelenka: Magnificat in D / Magnificat in C
Carl Philipp Emanuel Bach:
Magnificat D-Dur Wq 215
Joanne Lunn und Hannah Morrison, Sopran
Margot Oitzinger, Alt / Makoto Sakurada, Tenor
Dominik Wörner, Bass / Bach Collegium Japan
Ltg.: Masaaki Suzuki
Aufzeichnung vom 3. September in der Stiftskirche
St. Mauritius und St. Viktor in Bassum
Masaaki Suzuki ist der Spiritus rector des Arp-Schnitger-Festivals, einem Festival im Festival beim Musikfest Bremen, das 2012 vom 1. bis 22. September in Bremen und der nordwestdeutschen Region stattgefunden hat. Ziel des Arp-Schnitger-Festivals, dem auch ein Orgelwettbewerb angeschlossen ist, ist es, das reiche Erbe an Instrumenten des niederländisch-deutschen Orgelbauers der Barockzeit zu präsentieren, die Restaurierungen historischer Instrumente zu fördern und darauf hinzuarbeiten, dass die erhaltenen Instrumente in Kürze zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt werden.
Masaaki Suzuki ist aber auch der Leiter des Bach Collegiums Japan, mit dem er am 3. September 2012 in der Stiftskirche St. Mauritius und St. Viktor in Bassum drei Magnificat-Kompositionen zur Aufführungen brachte. Das Magnificat als musikalischer Ausdruck der Marienverehrung hat unter anderem den aus dem Erzgebirge stammenden Frühbarockkomponisten Johann Kuhnau und Carl Philipp Emanuel Bach zu eigenen Werken animiert. Mit den beiden Sopranistinnen Joanne Lunn und Hannah Morrison, der Altistin Margot Oitzinger und dem Tenor Makoto Sakurada kam neben den beiden genannten Magnificatvertonungen auch das Magnificat in D des böhmischen, in Sachsen dann zu großem Ruhm gelangten Komponisten Jan Dismas Zelenka zur Aufführung.
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DRS II (Schweiz) am 23.12.2012
16.03 Uhr -18.00 Uhr
Parlando
Von der ewigen Jugend einer Stimme
Für eine, die nie plante, das Singen professionell zu betreiben, tut sie es schon ganz schön lang, über vierzig Jahre.
Und dafür, dass ihre Sopranstimme nie eine „grosse“, sprich: saalfüllende war, hat sie eine beispiellos grosse Karriere gemacht. Generationen sind mit dem Zauber der Stimme von Emma Kirkby aufgewachsen. Nachfolgenden Gesangsgenerationenen war und ist die Britin Vorbild mit ihrem reinen, unangestrengt natürlichen Sopran. Wie sich Emma Kirkby, mittlerweile im Herbst ihres Lebens, die Jugend ihrer Stimme erhalten hat? Treffen mit einer Ikone der Alten Musik.
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BR-klassik am 23.12.2012
19.05 Uhr – 21.00 Uhr
„Bach und seine Erben“
Weihnachtskonzert des Chors des Bayerischen Rundfunks „Bach und seine Erben“
Solisten: Katja Stuber, Sopran; Marie-Claude Chappuis, Mezzosopran; Martin Mitterrutzner, Tenor; Christian Immler, Bariton
Münchner Rundfunkorchester
Leitung: Florian Helgath
Johann Sebastian Bach: „Wachet auf, ruft uns die Stimme“, BWV 140;
Sven-David Standström:
Magnificat, mit vier Einlagesätzen aus dem Bach-Magnificat, BWV 243 a;
Felix Mendelssohn Bartholdy: „Sprüche“, op. 79, Nr. 1 und 5; „Mein Herz erhebet Gott, den Herrn“, op. 69, Nr. 3;
Johann Sebastian Bach: „Gloria in excelsis Deo“, BWV 191
Aufnahme vom 15. Dezember 2012 im Münchner Prinzregententheater
Weihnachtliche Chormusik mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks
Zum Ausklang des Advent und vorausblickend auf den Heiligen Abend, präsentiert sich der Chor des Bayerischen Rundfunks in seinem zweiten Abonnementkonzert mit Werken rund um das marianische „Magnificat“. So erklingen unter dem Motto „Bach und seine Erben“ gleich mehrere Magnificat-Vertonungen, unter anderem von Felix Mendelssohn Bartholdy („Mein Herz erhebet Gott, den Herrn“) und dem zeitgenössischen Komponisten Sven-David Sandström. Das Programm wird ergänzt durch Bachs Weihnachtskantate „Gloria in excelsis Deo“ BWV 191, den Eingangschor „Wachet auf, ruft uns die
Stimme“ aus der gleichnamigen Kantate BWV 140 und zwei Sätze aus den „Sechs Sprüchen für achtstimmigen Chor“, op. 79 von Felix Mendelssohn Bartholdy. Der Chor des Bayerischen Rundfunks und das Münchner Rundfunkorchester werden dirigiert von Florian Helgath. Die Solopartien singen Katja Stuber (Sopran), Marie-Claude Chappuis (Mezzosopran), Martin Mitterrutzner (Tenor) und Christian Immler (Bariton). Der Mitschnitt dieses Konzerts entstand am 15. Dezember 2012 im Münchner Prinzregententheater.
Wie bereits in den Vorjahren von mir praktiziert sind wieder Angaben zu TV-Sender mit „Klassischen Musik“ zur Weihnachtszeit und zu Neujahr von mir hier angeführt worden.
Ob alle Fernsehsendungen von mir dazu feststellbar waren, ist nicht gesichert, es ist eine Auswahl überwiegend mit dem BWV 248 von
MDR – Fernsehen um 17:00 Uhr bis 18:00Uhr(60 Min.)
„Weihnachtliche Vesper vor der Frauenkirche“
Als besonderen Auftakt der Weihnachtsfeiertage feiern seit 1993 Jahr für Jahr zehntausende Menschen aus Dresden und Gäste aus dem In- und Ausland an der Dresdner Frauenkirche einen Open-Air-Gottesdienst. Im 20. Jubiläumsjahr der Weihnachtlichen Vesper wird das Ereignis erstmals live im MDR FERNSEHEN übertragen; es moderiert Anja Koebel.
Neben dem Landesbischof wirken in der Vesper, bei den Lesungen, Ansprachen und in der Liturgie der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, der Superintendent, die Oberbürgermeisterin der Stadt Dresden und die Pfarrer der Frauenkirche mit. Unter der musikalischen Gesamtleitung von Ludwig Güttler sorgen sein Blechbläserensemble sowie exzellente Solisten und Chöre für einen festlichen Rahmen.
Zum 800. Jubiläumsjahr von Thomanerchor, Thomasschule und Thomaskirche zeigt der MDR seinen Zuschauern eine Neuaufzeichnung des Weihnachtsoratoriums. Bach komponierte es in einer glücklichen Phase seines Lebens, in der einer seiner früheren Weggefährten Rektor der Thomasschule geworden war.
Der wiederum verbesserte Bachs Lebens- und Arbeitsbedingungen, die in Leipzig nicht immer zu seiner Zufriedenheit waren. Er schlichtete den Streit mit den Ratsherren, die Bachs Kirchenmusik oft als „zu lang und zu opernhaft“ missbilligten und sorgte für ein höheres Einkommen des Kantors. Pläne, die Stadt zu verlassen, gab Bach deshalb wieder auf.
Und so führte er zum Jahreswechsel 1734/35 abwechselnd in der Thomaskirche und in der Nikolaikirche die sechs Kantaten auf. Ob die Leipziger über das neueste Werk ihres Thomaskantors jauchzten und frohlockten, ist nicht überliefert. Nachdem Bachs Werke im 19. Jahrhundert von Felix Mendelssohn Bartholdy aus seinem Dornröschenschlaf erweckt wurden, ist auch das Weihnachtsoratorium aus den Kirchen und Konzertsälen der Welt nicht mehr wegzudenken.
In sechs Kantaten, die zu Bachs Zeiten niemals hintereinander gegeben wurden, wird die biblische Weihnachtsgeschichte erzählt. Die ersten drei und die sechste Kantate sind in der Aufführung von Gewandhausorchester und Thomanerchor unter der Leitung des 43. Kantors nach Bach, Georg Christoph Biller, am Weihnachtsabend aus der Leipziger Thomaskirche zu sehen.
Der Chor des Bayerischen Rundfunks, einer der besten Chöre der Welt, singt Bachs Weihnachtsoratorium. Im Dezember 2010 führte der Chor mit Solisten und dem Orchester „Akademie für Alte Musik„, Berlin, einem der besten Ensembles mit historischen Instrumenten, Bachs beliebte Weihnachtsmusik in zwei Konzerten im Herkulessaal der Münchner Residenz auf. Johann Sebastian Bach legte es in sechs Kantaten an, von denen jede für einen bestimmten Feiertag zwischen dem ersten Weihnachtstag und Epiphanias (Dreikönigstag) bestimmt ist.
Diese Sendung präsentiert die Kantaten 1 bis 3, die von der Geburt Christi, der Verkündigung an die Hirten und der Bestätigung des eingetroffenen Heils berichten. Die Kantaten 4 bis 6 folgen am 26. Dezember 2012. Eigens für die Fernsehaufnahmen wurde der Herkulessaal mit einem besonderen Lichtkonzept festlich ausgeleuchtet. Die Sendung wird ergänzt durch Aufnahmen von Kunstwerken von Albrecht Dürer und Rembrandt sowie einer neapolitanischen Krippe, die die Ereignisse der Weihnachtszeit darstellen.
Mit der Sopranistin Julie Fuchs, der Mezzosopranistin Ann Hallenberg, dem Tenor Benjamin Hulett und dem Bariton Markus Werba hat die gefeierte französische Dirigentin Laurence Equilbey Mozarts Monumentalwerk herausragend besetzt. ARTE zeigt das glanzvolle Konzert aus der Großen Kapelle des Priesterseminars Saint-Sulpice, die der Königskapelle des Versailler Schlosses nachempfunden ist und eigens aus diesem Anlass für das Publikum geöffnet wurde.
Wiederholung auf ARTE am 25.12.2012 um 18:05 Uhr – 19:10 Uhr (65 Min.)
Im Jahr 2012 feiert der Thomanerchor Leipzig seinen 800. Geburtstag. Heute haben die Thomaner Bewunderer in aller Welt und werden auf Tourneen in Amerika, Japan und Australien wie Rockstars gefeiert. Pünktlich zum Jahrhundert-Jubiläum ist der Chor nun erstmals in einem abendfüllenden Dokumentarfilm zu erleben.
800 Jahre – eine beeindruckende Zeitspanne, wenn man bedenkt, dass der Chor über die Jahrhunderte alle politischen Systeme in ungebrochener Tradition überdauert hat. Heute haben die Thomaner Bewunderer in aller Welt. Diesen Erfolg mussten sich die zehn- bis 18-jährigen Jungen des Thomanerchores schwer erarbeiten, denn ihr Leben wird von einem anstrengenden Proben- und Schulalltag bestimmt und ist geprägt von den Regeln des Internats und dem Gedanken, dass vor allem die Gemeinschaft zählt. Pünktlich zum Jahrhundert-Jubiläum ist der Chor nun erstmals in dem abendfüllenden Dokumentarfilm „Die Thomaner – Herz und Mund und Tat und Leben“ zu erleben.
Die Filmemacher begleiten den Chor und seinen Kantor Georg Christoph Biller – den 43. Thomaskantor nach Bach – über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr. Durch ihre persönlichen Geschichten entsteht ein sensibles Porträt dieses einzigartigen Chores, das der Frage nach der Faszination des Traditionsensembles nachgeht. Der packende und anrührende Film gewährt einen faszinierenden Blick hinter die Kulissen dieses Ausnahmechores und zeigt die Möglichkeiten, die eine intensive Beschäftigung mit Musik für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen leisten kann. Ungewöhnlich offen können die Filmemacher eine einzigartige Welt zwischen Motette, Internat und Fußballplatz zeigen; ein Leben, das geprägt ist von Erfolg und Leistungsdruck, Zweifeln und Stolz, Heimweh und Freundschaft. Und in und über allem: die unsterbliche Musik Johann Sebastian Bachs.
Der Chor des Bayerischen Rundfunks, einer der besten Chöre der Welt, singt Bachs Weihnachtsoratorium. Im Dezember 2010 führte der Chor mit Solisten und dem Orchester „Akademie für Alte Musik„, Berlin, einem der besten Ensembles mit historischen Instrumenten, Bachs beliebte Weihnachtsmusik in zwei Konzerten im Herkulessaal der Münchner Residenz auf. Johann Sebastian Bach legte es in sechs Kantaten an, von denen jede für einen bestimmten Feiertag zwischen dem ersten Weihnachtstag und Epiphanias (Dreikönigstag) bestimmt ist.
Diese Sendung präsentiert die Kantaten 1 bis 3, die von der Geburt Christi, der Verkündigung an die Hirten und der Bestätigung des eingetroffenen Heils berichten. Die Kantaten 4 bis 6 folgen am 26. Dezember 2012. Eigens für die Fernsehaufnahmen wurde der Herkulessaal mit einem besonderen Lichtkonzept festlich ausgeleuchtet. Die Sendung wird ergänzt durch Aufnahmen von Kunstwerken von Albrecht Dürer und Rembrandt sowie einer neapolitanischen Krippe, die die Ereignisse der Weihnachtszeit darstellen.
Cecilia Bartoli, die unermüdlich auf der Suche nach originellen Konzepten und musikalischem Neuland ist, hat es sich zur Aufgabe gemacht, den vergessenen italienischen Komponisten Agostino Steffani (1654-1728) ins Bewusstsein der Musikwelt zu rufen. In den Alleen und Gemächern von Versailles bringt ihre wunderbare Stimme Werke dieses faszinierenden Musikers zu Gehör. Begleitet wird sie von dem französischen Countertenor Philippe Jaroussky, der sich ebenfalls mit großer Begeisterung dem in Vergessenheit geratenen Repertoire widmet.
BWV 248Weihnachtsoratorium Kantaten I – II, V und VI
Die barocke Stadtkirche in Rheinfelden bietet die passende Szenerie für ein besinnliches Konzerterlebnis: In der barocken Stadtkirche St. Martin kommt das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach zur Aufführung. Wie keinem anderen ist es dem Komponisten gelungen, die biblische Weihnachtsgeschichte in Musik zu fassen. Mit Pauken und Trompeten wird die Geburt des Christuskindes angekündigt. „Jauchzet, frohlocket“ singt der Chor. Stimmungsvolle Choräle und lyrische Arien prägen das Werk.
SWR – Fernsehen BW am 26.12.2012 um 20:15 Uhr – 21:45 Uhr
Musikalische Reise nach Wien
Wien ist eine Weltstadt der Kunst und der Musik. Die Stadt an der Donau verkörpert wie keine andere europäische Metropole Gemütlichkeit, Charme und den berühmten „Wiener Schmäh“. Auf seiner musikalischen Reise trifft Reporter Markus Brock berühmte Repräsentanten dieser einmaligen Stadt – vom Fußballer bis zur kaiserlichen und königlichen Hoheit, vom berühmtesten Schmähkellner bis zur singenden Gräfin Esterhazy. Die Musik ist vom feinsten, dafür sorgen Opernsängerin Eva Lind, Sängerin Dagmar Koller, die Wiener Sängerknaben und Sänger Peter Kraus.
Ein Portrait des 1965 geborenen deutschen Geigers, der indessen zur Weltelite zählt und mit den bedeutenden Orchestern und Dirigenten musiziert. Im Mittelpunkt des Films steht eine Interpretation von Bachs Sonaten für Violine und Klavier. Zimmermanns Instrument ist eine Stradivari aus dem Jahr 1711, auf der bereits Fritz Kreisler spielte. „Es ist für mich das Größte, die Musik von Bach zu spielen, an ihr zu arbeiten! Diese Musik zu durchschreiten, egal ob am Instrument oder am Radio, gibt mir jedes Mal Kraft und Ruhe“, so der Geiger Frank Peter Zimmermann. Fern von Kommerz und Medienrummel gehört er zu den Größten seiner Generation.
In diesem Film gewährt er, das „Kraftwerk aus der Stille“ – wie Heinrich Schiff ihn einmal charakterisierte – einen sehr persönlichen Einblick in sein Leben als Künstler und auch als Mensch. Leitfaden ist dabei sowohl das Thema Bach, dem sich der Film von verschiedenen Seiten nähert.
Im Zentrum steht ein Konzertmitschnitt mit dem Pianisten Enrico Pace aus dem Kloster Polling mit den Sonaten für Violine und Piano(BWV 1014-1019). In einem intensiven und berührenden Interview beschreibt Frank Peter Zimmermann seine Auseinandersetzung mit Bach und seiner Musik.
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Montag, 31. Dezember 2012
MDR – Fernsehen um 17:00 UhrBeethoven 9. Sinfonie
Die 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven gehört zu den musikalischen Meisterwerken, die die Menschheit faszinieren. Mit der Uraufführung vor nunmehr 188 Jahren im Wiener Kärntnertor-Theater begann der Siegeslauf dieses gewaltigen Werkes mit seiner humanistischen Botschaft von der Brüderlichkeit aller Menschen. Der völlig ertaubte Komponist konnte den Jubel nach der Aufführung wenigstens noch sehen. Und so erfüllte sich auch sein Wunsch, den Menschen einen „feierlichen Tag“ zu bereiten.
Der Gedanke, Beethovens 9. Sinfonie zum Jahreswechsel aufzuführen, wurde unmittelbar nach dem Inferno des Ersten Weltkrieges in Leipzig geboren. Das Arbeiter-Bildungs-Institut engagierte für seine Jahresabschlussfeier keinen Geringeren als den Gewandhauskapellmeister Arthur Nickisch mit seinem Gewandhausorchester. Das Konzert begann am Silvestertag 1918 gegen 23 Uhr, damit man pünktlich mit dem Schlusschor das neue Jahr begrüßen konnte. Schillers Ode „An die Freude“ mit dem Aufruf „Alle Menschen werden Brüder“ war zu diesem Jahreswechsel aktueller denn je. Nickischs Nachfolger, die Gewandhauskapellmeister Wilhelm Furtwängler und Bruno Walter, übernahmen diese Tradition. Auch im damals noch jungen Rundfunk konnte man bereits Ende der zwanziger Jahre das Werk zu Silvester hören.
Heute ist die festliche Aufführung zum Jahresende im Neuen Gewandhaus Leipzig zu einer guten Tradition geworden, ebenso wie die Live-Übertragung in Fernsehen und Hörfunk des MDR. Gewandhauskapellmeister Riccardo Chailly leitet das „Große Concert zum Jahreswechsel“ mit dem Gewandhausorchester, dem MDR RUNDFUNKCHOR, dem GewandhausChor und dem GewandhausKinderchor.
Die Berliner Philharmoniker und ihr Chefdirigent Sir Simon Rattle laden wieder zum traditionellen Silvesterkonzert und begehen den Jahreswechsel tänzerisch-beschwingt mit Musik von Brahms, Dvorak, Ravel, Rameau und Saint-Saens. Star des Abends ist die italienische Mezzosopranistin Cecilia Bartoli, die sich einem ihrer Lieblingskomponisten widmen wird: Georg Friedrich Händel. Durch die Fernsehübertragung führt Rolf Seelmann-Eggebert.
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ARTE – Fernsehen31.12.2012 um 18:10 Uhr bis 20:00 Uhr (110 Min.)
Silvestergala 2012
Live aus dem Festspielhaus Baden-Baden – Mit Verdi ins Neue Jahr
Olga Peretyatko ist ein neuer Stern am Sopranhimmel und rettete bei den Pfingstfestspielen 2012 die zweite „Liebestrank“-Aufführung an der Seite von Rolando Villazón. Danach erhofften sich viele Festspielhaus-Besucher ein schnelles Wiedersehen und Wiederhören.
Seit vielen Jahren schon zählt Thomas Hampson zu den edelsten Baritonstimmen – ein Ruf, dem er zuletzt unter anderem mit Mahler-Liedern und davor als Amfortas im „Parsifal“ in Baden-Baden alle Ehre machte. Rolando Villazón schloss das Publikum in Baden-Baden spätestens nach seiner „Liebestrank“-Inszenierung zu Pfingsten vollends in sein Herz.
Das prächtige Festspielhaus im eleganten Baden-Baden bietet die perfekte Kulisse für ein festliches Musikprogramm zum Jahresausklang.
Am Neujahrstag zeigt ARTE traditionsgemäß auch 2013 wieder den zweiten Teil des Neujahrskonzertes aus dem Teatro La Fenice in Venedig. 2013 feiert die Welt den 200. Geburtstag von Giuseppe Verdi. Desiree Rancatore und Samiri Pirgu singen Arien aus seinen berühmtesten Opern. Und wie in der Vergangenheit schließt das Programm auch in diesem Jahr wieder mit „Va‘ pensiero“ aus „Nabucco“ und „Libiam ne‘ lieti calici“, dem Brindisi aus der „Traviata“.
Sir John Eliot Gardiner ist einer der wichtigsten Dirigenten unserer Zeit und einer der maßgebenden Verfechter der historisch kritischen Aufführungspraxis. Sein Operndebüt feierte er 1969 in London mit der Zauberflöte. Zu dieser Zeit hatte er bereits zwei Ensembles gegründet, die seine Ideen umsetzen konnten, 1964 den Monteverdi Choir und vier Jahre später das Monteverdi Orchestra.
1978 begann die Erfolgsgeschichte der English Baroque Solists. Mitglieder des Monteverdi Orchestras hatten sich zusammengetan, um beim Festival für Alte Musik in Innsbruck Händels Acis und Galatea mit historischen Instrumenten aufzuführen. Von 1980 bis 1983 war Gardiner Chefdirigent des CBC Vancouver Orchestra. 1983 bis 1988 bildete er als Musikalischer Direktor der Opéra National de Lyon wiederum ein neues Orchester, das heute zu den besten in Frankreich zählt. Von 1981 bis 1990 war er künstlerischer Direktor der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen und von 1991 bis 1994 Chefdirigent des NDR-Sinfonieorchesters in Hamburg. Als Gast dirigierte Gardiner unter anderem das Philharmonia Orchestra, das Cleveland Orchestra, das Koninklijk Concertgebouworkest in Amsterdam und die Wiener Philharmoniker.
Im Jahr 1990 gründete Gardiner ein weiteres Orchester für historische Instrumente, um klassische und romantische Musik authentisch aufzuführen, das Orchestre Révolutionnaire et Romantique. Im Jahr 1998 wurde John Eliot Gardiner von Königin Elisabeth II anlässlich der June Birthday Honours zum Knight Bachelor geschlagen.
Beim Concerto di capodanno, dem venezianischen Neujahrskonzert ist er bereits zum zweiten Mal. 2010 war er bereits musikalischer Leiter. Auch die in Palermo geborene Desirée Rancatore, die mittlerweile in allen großen Häusern der Welt aufgetreten ist, war schon mehrfach im Teatro La Fenice zu bewundern, so als Gilda in Verdis Rigoletto 2010, eine Oper, die ARTE live ausgestrahlt hat.
Saimir Pirgus internationaler Durchbruch kam 2004, als er von Claudio Abbado eingeladen wurde, die Rolle des Ferrando in „Così fan tutte“ in Ferrara und Modena zu singen. Mittlerweile hat er Engagements in aller Welt. ARTE-Zuschauer hatten Gelegenheit ihn als Rodolfo, Mimis Geliebten in der „Bohème im Hochhaus“, live aus der Berner Hochhaussiedlung Bern-Betlehem zu erleben.
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Diese Angaben sind zur Zeit unvollständig und werden nach neuen Erkenntnissen täglich aktualisiert..!!
Ein weiteres Video BWV 248 Weihnachtsoratorium Teile 1 bis 6
Herkulessaal, Residenz München, 2010
Rachel Harnisch, soprano
Sonja Philippin, soprano (echo)
Anke Vondung, mezzo-soprano
Maximilian Schmitt, tenor (Evangelist)
Christian Immler, bass
Chor des Bayerischen Rundfunks
Akademie für Alte Musik Berlin
Peter Dijkstra, conductor
Heute erschien ein aussagekräftiger Online-Bericht in DIE ZEIT über Sir John Eliot Gardiner. Nachstehend dazu ein Textauszug aus in „DIE ZEIT“.
Sir John, einer der Dombauherren der historischen Aufführungspraxis, ist jetzt 69 Jahre alt und hat als Dirigent fast alles erreicht. Aufhören will das Brennen trotzdem nicht. Das Jahr 2012 zum Beispiel wird als sein Beethoven-Jahr in Erinnerung bleiben. Während die besagte CD aus New York erschien, startete der Musiker zu einer Tournee mit der Missa solemnis durch Europa und die USA. Zu ihr hat er seit je eine fast innige Beziehung. Während der Sitzungen zu seiner Aufnahme von 1989, die bis heute als Hochfest moderner Beethoven-Exegese mit historischen Instrumenten gilt, hatte sich die Welt über Nacht verändert. Als damals, am 9. November 1989, die Musiker im Londoner Aufnahmesaal erschöpft zu ihrem allerletzten Durchgang schlichen, fiel im fernen Berlin die Mauer. Nie wurde seine Idee vom »äußeren und inneren Frieden«, die Beethoven im Agnus Dei beschwört, so leibhaftig aktuell wie damals – und als der Aufnahmeleiter den Musikern von den Entwicklungen in Berlin berichtete, von denen er im Radio gehört hatte, da wurde es Gardiner sehr weich ums Herz.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 16.12.2012 begehen wir den 3. Advent
Die Adventszeit als Vorbereitungszeit auf das Christfest ist erst im 4. Jahrhundert entstanden, wobei es zunächst erhebliche Unterschiede in der Dauer (von einer Woche bis zu 40 Tagen) gab. Vier Sonntage im Advent gibt es für die römische Kirche, deren Praxis die Reformation übernommen hat, seit etwa 600, der 1. Sonntag im Advent wird aber erst seit Mitte des 8. Jahrhunderts als Beginn des Kirchenjahres besonders gefeiert. Von Anfang an hatte die Adventszeit den Charakter der Bußzeit als Vorbereitung auf das Christfest, den „Geburtstag“ Jesu Christi.
Am 3. Sonntag im Advent steht der „Vorläufer des Herrn“, Johannes der Täufer, im Vordergrund. Während die Evangelienlesungen und die alttestamentliche Lesung dieses Thema aufgreifen, betrachten die Epistellesungen unseren Umgang mit der Botschaft, die wir empfangen haben, als Haushalter über die Geheimnisse Gottes (1. Kor 4, 1-5), als Hoffende (Röm 15, 4-13) und als die, die schlafen und das Kommen des Herrn verpassen, wenn sie nicht aufwachen (Offb 3, 1-6). Diese drei Aspekte sind schwer dem Thema unterzuordnen, es sei denn, man sieht darin die Reaktion auf die Botschaft des Propheten, denn alle drei sind geschrieben in der Erwartung, dass der Herr kommt, aber noch nicht endgültig da ist.
Am 3. Adventssonntag denken wir besonders an Johannes den Täufer, dessen Aufruf zur Buße uns auch heute erklingt. Aber er ist es auch, der hingewiesen hat auf das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt trägt. So bekennen wir unsere Schuld in dem Vertrauen, dass wir in Christus die Erlösung haben. oder (nach Verlesung des Wochenspruchs):
Mit diesem Wochenspruch aus dem 40. Kapitel des Buches des Propheten Jesaja werden wir heute am 3. Adventssonntag aufgefordert, Gott den Weg zu bereiten. Das bezieht sich nicht auf das Kommen zum Christfest, und es hat nichts mit dem schmücken der Weihnachtsstube zu tun. Wir sollen vielmehr den Weg bereiten für den Messias, den Erlöser der Welt, der alles neu macht. Er kommt, und zwar gewaltig.
In Leipzig entfällt das „Gloria in excelsis“.
Wochenspruch:
Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig! (Jes 40, 3.10)
Gottfried Heinrich Stölzel(* 13. Januar 1690 in Grünstädtel; † 27. November 1749 in Gotha) war ein deutscher Kapellmeister, Komponist und Musiktheoretiker.
Stölzel wurde als zweites von neun Kindern im erzgebirgischen Grünstädtel geboren. Sein Vater Heinrich hatte 1687 das Amt des Schulmeisters und Organisten von dessen Vater übernommen und im selben Jahr die Richterstochter Katharina Lange geheiratet. Gemeinsam lebte die Familie im Schulhaus des Dorfes.
Von seinem Vater lernte Gottfried Heinrich das Klavierspielen und sang im Kinderchor der Gemeinde. Im Alter von 13 Jahren lernte er am Lyzeum in Schneeberg, wo er von Christian Umblaufft, einem Schüler des ThomaskantorsJohann Schelle, Musikunterricht erhielt. 1705 wechselte er auf das Gymnasium in Gera, wo er vom gräflichen Kapelldirektor Emanuel Kegel Musikunterricht erhielt. Anschließend nahm er 1707 in Leipzig ein Studium der Theologie auf. Einer seiner Lehrer dort war Melchior Hoffmann, der durch kompositorische Anleitung und Aufführung seiner Werke förderte. In dieser Zeit entstanden persönliche Bekanntschaften mit Johann Friedrich Fasch und Johann Georg Pisendel. Nach einem kurzen Studienaufenthalt in Italien hielt er sich in Prag auf. 1710 gab er in Breslauer Adelsfamilien Musikunterricht und begann die Arbeit an mehreren Kompositionen. In der Breslauer Zeit entstand seine erste Oper Narcissus. 1713 begab er sich erneut nach Italien, wo er mit Francesco Gasparini, Antonio Vivaldi und Giovanni Bononcini Kontakte pflegte und dadurch den Einstieg in die internationale Musikwelt fand.
1717 folgte er zur Zweihundertjahrfeier der Reformation einem Ruf nach Bayreuth zur Verfertigung von Kirchenmusik. Vom 1. Januar 1718 bis zum 30. September 1719 übernahm er die Position des Kapellmeisters am Hof in Gera, mit der umfangreiche Verpflichtungen verbunden waren. Stölzel war ein außerordentlich produktiver Komponist. Sein herausragender Ruf übertraf zeitweise seinen Zeitgenossen Johann Sebastian Bach. Sein kompositorisches Schaffen umfasst neben zahlreichen Orchesterwerken, Kammermusikwerken, Oratorien und Messen, Motetten und Passionen auch weltliche Kantaten. Ein großer Teil seiner Werke ist allerdings verschollen.
Als Stölzels bedeutendstes Werk gilt das Weihnachtsoratorium. Hierbei handelt es sich um einen zehnteiligen Kantatenzyklus, der erstmals zwischen Weihnachten 1736 und Epiphanias 1737 aufgeführt wurde.
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CD Gottftied H. Stölzel Weihnachtsoratorium
Gottfried Heinrich Stölzel (1690-1749)
Weihnachtsoratorium:
Gottfried Heinrich Stölzel (1690-1749)
Christmas Oratorio: Cantata for the first day of Christmas –
Auf YouTube gibt es einen Video-Auszug vom Weihnachtsoratorium zu hören:
Gottfried Heinrich Stölzel (1690-1749)
Christmas Oratorio: Cantata for the first day of Christmas-
„Ach, dass die Hülfe aus Zion über Israel käme“
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Sir John Eliot Gardiner – Kantaten-Beschreibung
zum BWV 132 „Bereitet die Wege, bereitet die Bahn!“
Kantaten für den 2. – 4. Advent
Aufführungsort: Michaeliskirche, Lüneburg am 10.12.2000
Eine frühere Vertonung Bachs zum Advent, bei der er ebenfalls einen Text von Franck verwendet hatte, diesmal aus dessen Evangelischem Andachts-Opffer von 1715, war
BWV 132 „Bereitet die Wege, bereitet die Bahn!“,
ein intimes Werk für vier Stimmen, Oboe, Fagott, Streicher und Continuo, das zwei Rezitative, drei Arien und einen abschließenden Choral enthält. Wer mit einem anderen Werk vertraut ist, das auf direktere Weise Jesaja 40, 3 zugrunde legt, wird Mühe haben, nicht an das einleitende Accompagnato aus Händels Messiah denken zu müssen. Doch um dem Herrn die Wege zu bereiten, muss Bachs Sopranistin in ihrer Eingangsarie eine sehr viel schwierigere Aufgabe auf sich nehmen als Händels Tenor, denn von ihr wird erwartet, dass sie Melismen bewältigt, die aus zunächst sechzig, dann vierundachtzig fortlaufenden Sechzehnteln bestehen und zu weiteren fünf ausgehaltenen Taktteilen führen, alle mit der unbekümmerten Grazie und dem leichtfüßigen Schwung vorzutragen, wie es sich für eine verhaltene gigue oder eine französische loure geziemt.
Die interpretatorische Herausforderung erstreckt sich auch auf den Duettpartner des Soprans, die Oboe. Wie erwähnt, war die Orgel in der Herzoglichen Kapelle in Weimar im hohen Chorton gestimmt – vermutlich einen ganzen Ton über der regulären Stimmung –, und das bedeutete, dass Bach auf seine Streicher zählen konnte, aber nicht auf seine Bläser, die dem Chorton der Orgel folgten. Im Autograph ist die Oboenlinie mit einem Doppelschlüssel notiert, einem Sopranschlüssel (C1) in der Tonart A, auf den ein Violinschlüssel (G2) ohne Tonartangabe folgt, woraus wir folgern können, dass die Oboe im tiefen Kammerton gestimmt war und neben den Streichern und der im hohen Chorton gestimmten und in A-dur spielenden Orgel in A-dur spielte.
Um diese Komplikationen und den lästigen Wechsel der Stimmung innerhalb ein und desselben Programms zu vermeiden, setzten wir das als gegeben voraus, was Bach wahrscheinlich getan hätte, wäre das Stück noch einmal in Leipzig aufgeführt worden: Wir behielten die Tonart A-dur bei und gaben den Oboenpart der unlängst erfundenen Oboe d’amore, die eine kleine Terz tiefer als die normale Oboe gestimmt ist. Denn warum sollte er ein so schönes Werk eigentlich nicht in Leipzig aufgeführt haben? Offenbar wurde es 1725 in Zerbst aufgeführt, und somit wäre es vielleicht zu jenen verlorenen Kantaten zu zählen, die er für einen anderen Sonntag wieder hervorgeholt und bearbeitet hatte.
Bei der Vertonung von Francks Dichtung scheint Bach die Momente genau abzuwägen, wenn er aus einem Secco-Rezitativ in ein Arioso und wieder zurück gleitet – um die Ausdruckskraft ‚der Christen Kron und Ehre’ und der Verszeile ‚Wälz ab die schweren Sündensteine’ zu erhöhen, wo Tenor und Continuo symbolisch in einen imitatorischen Austausch eingebunden werden, dann sich für einen Augenblick, stellvertretend für den Heiland und den Sünder, ‚im Glauben vereinen’. Franck legt die Frage des Pfarrers aus der Lesung des Evangeliums an Johannes den Täufer – ‚Wer bist du?’ – Christus in den Mund, der das Gewissen der Christen auslotet, und das erklärt, warum Bach die zweite Arie (Nr. 3) seinem Bass-Solisten zuweist und seine Linien mit denen der Bassinstrumente – Cello, Fagott, Violine und Orgel – verkreuzt.
Kein besonderer Wohlklang zeichnet diese tiefgestimmten Toncluster aus, doch die Aufmerksamkeit des Hörers richtet sich auf Bachs Entschlossenheit, all das auszudrücken, was im Text angelegt ist: die mit Nachdruck deklamierte Anprangerung von Sünde und Heuchelei und die betonte Verwendung einer fragenden, aus vier Noten bestehenden figura corta (ein Stilmittel, das seine frühe Orgel- und Klaviermusik durchzieht), aus der auszubrechen nur der Cellofiguration gelingt. Bach fordert dann sein Streicherensemble auf, die reumütigen, bußfertigen Gesten seiner Altstimme mit einem ausgedehnten Accompagnato zu stützen, danach eine obligate Violine (die er vielleicht selbst gespielt hat), die in einer meditativen Arie, ebenfalls für Alt, die reinigende Wirkung des Taufwassers verdeutlichen soll. Das Autograph der Partitur schließt hier und enthält keine Musik für den abschließenden Choral. Francks Libretto übernimmt den Text der fünften Strophe von Elisabeth Creutzigers Choral ‚Herr Christ, der einig Gotts Sohn’ (1524), für die Bach in BWV 164 eine passende Harmonisierung geliefert hatte.
Erstmals wagt sich ein Veranstalter daran, die theologischen, dramaturgischen und kompositionstechnischen Verbindungslinien der großen oratorischen Kompositionen Bachs in eine unmittelbare Beziehung zu setzen:
am 21.6.2013, in der Nikolaikirche, Leipzig um 20 Uhr
werden die entscheidenden Stationen der Vita Christi an diesen Konzertabenden zu einem einzigartigen Musikerlebnis. Umrahmt werden die Aufführungen von den Magnificat -Kompositionen von
J.S. Bach Cantata BWV 132 “Bereitet die Wege, bereitet die Bahn”
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
„Bereitet die Wege, bereitet die Bahn!“
Kantate BWV 132 zum 4. Advent für Sopran, Alt, Tenor, Bass, Oboe, Fagott, Streicher und Continuo.