.Ich erhielt von @Barbara einen Radio-Tipp und stelle ihn zur Verfügung.
Weitere Sendungen als „Weihnachtsprogramm“ folgt in den nächsten Tagen.
Sonntag, 16.12.2012 Radio 4 – Niederlande von 14.00 – 16.30 Uhr
Koninklijk Concertgebouworkest Sir John Eliot Gardiner – dirigent Kristian Bezuidenhout – piano
Mozart – Symfonie nr. 31 in D, KV 297 ‚Parijse‘ Beethoven – Tweede pianoconcert in Bes, op. 19 Tsjaikovski – Tweede symfonie in c, op. 17 ‚Kleinrussische‘
Das Weihnachtsoratorium BWV 248 von J.S. Bach als biblische Oper in Hannover-Herrenhausen.
In der Einleitung wurde dazu folgender Text von der „Kantorei Herrenhausen“ veröffentlicht:
In diesem Jahr kommt Bachs musikalische Weihnachtshistorie zur Aufführung. Zwar ist es sein wohl am häufigsten aufgeführtes Oratorium. Trotzdem ist es in seiner Gesamtheit am wenigsten bekannt: Zum Jauchzen und Frohlocken der Hirten und Engel über die Geburt Jesu.
In den ersten drei Kantaten gehören nämlich auch die Bedrohungen durch König Herodes, dem „Prototyp des allgegenwärtigen Bösen“(Günter Jena) in den letzten drei Kantaten.
Gut und Böse gehören zum Gesamtkonzept des „Weihnachtsoratoriums“.
So sollen sich also die vertrauten Ereignisse um Christi Geburt herum mitten zwischen den zuschauenden Menschen unter dem eindrucksvollen
Herrenhäuser Kronleuchter (der das himmlische Jerusalem symbolisiert)
im Kirchenraum abspielen. Zu diesem Zweck wird eigens eine Bühne errichtet, die von den Kirchenbänken eingerahmt ist. Eine scheinbar altbekannte Geschichte kann so neu angeschaut werden. Aber genau das ist der Inhalt des Weihnachtsoratoriums: durch Jesus Beistand kann der Mensch den im Schlussritornell beschworenen Anfechtungen durch Tod. Teufel, Sünde und Hölle widerstehen. Die tiefen Zusammenhänge in Bachs Weihnachtsoratorium werden zu einem eindrücklichen, Herz, Ohr und Auge bewegenden Ereignis für Besucher aller Altersschichten.
Eine mitreißende Atmosphäre
Die Herrenhäuser Kirche ist ein optimaler Raum für das szenische Oratorium. Das himmlische Jerusalem auf dem Radleuchter in der Mitte wird hier zum Weihnachtsstern und spielte eine nicht unwichtige Nebenrolle. Darunter steht eine quadratische mehrstufige Bühne in der Mitte der Kirche, die Bänke sind im Karree rundherum aufgestellt. Die Akteure, Solisten wie Choristen wissen, dass sie zu allen Seiten agieren müssen. Für die Zuschauer ergibt sich dadurch und durch den engen Kontakt zu den Sängern das Gefühl, mittendrin zu stehen, geradezu Teil des Chores zu werden. Das verstärkt bei vielen den Wunsch mitzusingen.
Schon beim Betreten des Kirchenraumes waren in der Dunkelheit grimmig aussehende Mitwirkende auf der Bühne, die in der Mitte des Kirchenschiffes aufgebaut war, zu erkennen, die den angekündigten „Prototyp des allgegenwärtige Bösen“ erahnen ließen.
Mit Jubelfanfaren begann die Weihnachtsoper mit dem allseits bekannten Text „Jauchzet frohlocket.“ Weiß gekleidete Jungchoristinnen und ein Teil des Kirchenchores betraten singend die Vorfläche und die Hauptbühne unter dem imposanten Herrenhäuser Kronleuchter (der das himmlische Jerusalem symbolisiert).
Schunkelnd, swingend und aufmunternde Blicke an die Besucher gerichtet, erklang der beliebte Eingangschor richtungsweisend auf das kommende Geschehen. Da war pure Freude zu verspüren und ergriff die Herzen der Besucher. Das war ein gelungener Einstand der Weihnachtsoper. Es ist bekannt, dass Bach’s Werke sehr tänzerisch ausgelegt werden können und das wurde von den Protagonisten reichlich und überzeugend genutzt. Es ist die Einmaligkeit von Bach’scher Musik dass sie in unterschiedlichen Facetten zu Gehör gebracht werden kann.
Aufgrund ihrer Erkrankung konnte die Altistin Julia Harberg (als Maria) ihre Textpassagen nur sprechen und wurde auf der Orgelempore von einer Ersatz-Altistin gesanglich vertreten. Ebenso hatte der Tenor Markus Gruber als Evangelist mit einer Erkältung zu kämpfen und sang seinen Part mustergültig bis zum Ende durch. Friederike Weritz (Sopran) als Engel war ein Genuss ihr zuzuhören die stimmlichen Qualitäten sind bewundernswert.
Dietmar Sander (Bariton), in seiner Doppelrolle als Joseph und später als König Herodes konnte nicht nur gesanglich sondern auch durch seine schauspielerischen Leistung voll überzeugen.
Überwältigend waren die vorgetragenen Choräle. Raumfüllend erklangen sie aus der Mitte der Kirche und von den Emporen die prägend durch die jungen Stimmen eine Unterstützung erfuhren. Das war ein Genieeinfall des Regisseurs „Christoph Amrhein“ ein Hochgenuss für den Hörer.
Etwas störend waren die lauten Geräusche durch trampelnde Schritte, stampfende Füße und Bewegungen der Mitwirkenden bei den wunderschönen Arien. Hier hätte ich gerne die Musik und den Gesang mehr im Vordergrund gestellt gewusst.
Eine bewegende Szene Jesus von der Geburt i´bis nach Golgatha zum Kreuz.. Herrenhäuser Kirche WO-Oper
Im Schlussritornell gab es eine sehr bewegende Szene wo die Verbindung von der Bühne (Kronleuchter „Das himmlische Jerusalem“) mit einem Seidentuch bis hin zum Kreuz im Altarraum gezogen wurde. Das war eine sehr gelungene Symbolik von der Geburt Jesu bis zu seinem Tode am Kreuz, die eine überzeugende Aussagekraft besitzt und den Besucher zutiefst berührte.
Ein überwältigender Schlussapplaus dankte den Mitwirkenden für eine gekonnte und künstlerisch wertvolle Wiedergabe des Weihnachtsoratoriums als eine biblische Oper von J.S. Bach.
Was bleibt als Fazit?
Ein ungewöhnliches Weihnachtsoratorium von J.S. Bach, dass ich in dieser Form noch nicht erlebt habe. Die störenden Momente als Oper hatte ich bereits angemerkt. Von dem Besucher wird viel Verständnis für diese Aufführungsform abverlangt. Aber, es lohnt sich, diese Aufführungspraxis einmal hautnah miterleben zu können und sollte von allen Konzertbesuchern wahrgenommen werden.
Die Regieeinfälle mit ihrer Aussagekraft: „Gut und Böse“ gelang sehr überzeugend in Verbindung mit der Bach’schen Musik und ist ein Pluspunkt als Weihnachtsoratorium-Oper. Trotz dieser Vorzüge hinterfrage ich: Ist es eine neue Form der jetzigen Zeit, die heraufbeschworen wird? Sollen dadurch jüngere und weitere Besucher angesprochen werden und die Kirchenmusik eine Neubelebung erfahren, dann würden beide Aufführungsformen als eine gleichberechtigte Interpretation zum Ziele führen.
Ich bin der Meinung, dass eine konzertante Aufführung dem Besucher textlich, musikalisch, sowie an geistlichen Inhalt einiges mehr anzubieten hat. J. S. Bach hat dieses Oratorium als ein geistliches Werk geschaffen und würde aus dem vorgenannten Grund diese Aufführungsform weiterhin vorziehen.
Als Oper hat das Weihnachtsoratorium durchaus seine Berechtigung wenn es in einer so großartigen Qualität dargeboten wird, wie es von der Herrenhauser Kantorei verwirklicht wurde. Mit einer großartigen Regie und fantastischen Mitwirkenden gelang das sehr überzeugend und machte den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Anschließend Foto-Impressionen von der Weihnachtsoper in der Herrenhäuser Kirche.
Zum Foto-Album in das erste Foto klicken..!!
Herrenhäuser Kronleuchter der das himmlische Jerusalem symbolisiert
Bewegender Schlussapplaus WO-Oper Herrenhäuser Kirche
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 9.12.2012 begehen wir den 2. Advent
Die Adventszeit als Vorbereitungszeit auf das Christfest ist erst im 4. Jahrhundert entstanden, wobei es zunächst erhebliche Unterschiede in der Dauer (von einer Woche bis zu 40 Tagen) gab. Vier Sonntage im Advent gibt es für die römische Kirche, deren Praxis die Reformation übernommen hat, seit etwa 600, der 1. Sonntag im Advent wird aber erst seit Mitte des 8. Jahrhunderts als Beginn des Kirchenjahres besonders gefeiert. Von Anfang an hatte die Adventszeit den Charakter der Bußzeit als Vorbereitung auf das Christfest, den „Geburtstag“ Jesu Christi.
Im Advent sehen wir nicht nur zurück auf die Ankunft des Herrn, wie sie uns in der Bibel als „Weihnachtsgeschichte“ überliefert ist, sondern auch voraus auf die zukünftige Ankunft des Herrn als Herrscher dieser Welt und Begründer des Neuen Jerusalem. In der Spannung zwischen beiden erfahren wir im Advent den Herrn als den, der auf uns zukommt, sich uns immer wieder neu zuwendet und uns zur Buße zur Umkehr zu ihm hin einlädt.
Das Thema des 2. Sonntags im Advent wendet sich jetzt dem erlösenden Aspekt Gottes zu, nachdem am 1. Sonntag im Advent die Macht des Herrschers im Vordergrund stand. Der Erlöser wirkt auf vielerlei Weise – wiederum durch Macht, oder durch den Opfertod am Kreuz. Das Kommen wird aber auch als Erlösung von den Leiden dieser Welt angesehen, d.h. der Herr, wenn er kommt, wird endlich ein Ende machen mit der hiesigen Trübsal (Epistel).
Ab diesem Sonntag entfällt das „Gloria in excelsis“.
Am 2. Advent denken wir besonders an den Tag, an dem Gott diese Welt erlösen wird. Noch stehen wir in dieser Welt der Not und der Schuld, noch warten wir auf den Erlöser, der schon naht. In aller Trübsal unseres Lebens hören wir die Verheißungen, die uns mit Hoffnung erfüllen und deren Einlösung wir geduldig erwarten.
Wochenspruch:
Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht. (Lk 21, 28b)
Gottfried August Homilius * 2. Februar 1714 in Rosenthal; † 2. Juni 1785 in Dresden – war ein deutscher Komponist, Kantor und Organist.
Nach dem Besuch der Annenschule in Dresden studierte Homilius Jura in Leipzig. Schon dort war er musikalisch aktiv und vertrat zeitweise den Organisten der Nikolaikirche Johann Schneider.
Ab 1742 war Homilius Organist an der Dresdner Frauenkirche und ab 1755 in der Nachfolge von Theodor Christian Reinhold bis zu seinem Tod Kreuzkantor und Musikdirektor an den drei Hauptkirchen Dresdens; Hauptwirkungsort Homilius‘ war die Dresdner Frauenkirche, nachdem die Kreuzkirche 1760 durch preußische Truppen zerstört und ihr Neubau erst 1792 geweiht wurde. Homilius starb 1785 in Dresden und wurde auf dem ersten Johannisfriedhof beigesetzt. Sein Grab ist nicht erhalten.
Homilius hat überwiegend Kirchenmusik komponiert: mehr als 10 Passionen (eine 1775 bei Breitkopf & Härtel in Leipzig gedruckt mit dem Titel „Ein Lämlein geht und trägt die Schuld“), je ein Oratorium zu Weihnachten (1777) und zu Ostern, über 60 Motetten, 180 Kantaten, 4 Magnifikat, Choräle, Präludien und Choralvorspiele. Außerdem sind von ihm etliche „Gesänge für Maurer“ und eine Generalbass-Schule überliefert. Im Jahr 1776 wurde Homilius als der „wohl jetzt ausgemacht beste Kirchenkomponist“ bezeichnet. Nach seinem Tod kam Ernst Ludwig Gerber sogar zu der Ansicht, dass Homilius „ohne Widerrede unser größter Kirchencomponist“ sei.
Die Vokal-Kompositionen von Homilius erfreuten sich bis in das 19. Jahrhundert hinein größter Beliebtheit. Eine große Zahl bis heute erhaltener Abschriften zeugt von der Verbreitung seiner Werke. Im Zuge der Homilius-Renaissance der letzten Jahre wurden viele der wiederentdeckten Werke des vermutlichen Bach-Schülers und Kreuzkantors in Ersteinspielungen auf CD veröffentlicht.
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Gottfried August Homilius – Weihnachtsoratorium:
„Der Himmel steht uns wieder offen“
Das Weihnachtsoratorium ist nach der Passionskantate „Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld“ von 1775 das zweite große Vokalwerk von Gottfried August Homilius, das zu seinen Lebzeiten im Druck vorgelegt wurde. Mit einem ungewöhnlich großen Instrumentalapparat vertont Homilius den das in jener Zeit so beliebte Hirtensujet aufgreifenden Text auf sehr differenzierte Weise. Jeder Satz ist ein von allen anderen deutlich unterschiedenes Stimmungsgemälde. Dazu zählen unterschiedliche Hirtenmusiken ebenso wie der als Repräsentant des mächtigen Gottes mit Trompeten und Pauken auftretende Engel.
Besetzung:
Soli SATB, Coro SATB, 2 Fl, 2 Ob, 2 Fg, 3 Cor, 3 Tr, Timp, 2 Vl, Va, Vc/Cb
(Dauer 45 Min.)
Die CD – G.A. Homilius – Weihnachtsoratorium >> h i e r – klicken <<
Auf YouTube gibt es den Eingangs-Satz & Satz 9 vom Weihnachtsoratorium zu hören:
(Die Ton-Qualität ist leider nicht überragend..!!)
Satz 1. Gott, dich rühmen unsre Lieder
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Satz 9. Wie wallt mein Herz!
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Sir John Eliot Gardiner – Kantaten-Beschreibung
zum BWV 70 – „Wachet! betet! betet! wachet!„
Kantaten für den2. – 4. Advent
Aufführungsort: Michaeliskirche, Lüneburg am 10.12.2000
Auf der letzten Etappe unserer einjährigen Pilgerreise durch Europa sahen wir uns mit der Herausforderung konfrontiert, drei der faszinierendsten Kirchenkantaten Bachs aufzuführen, die einander am Anfang und Ende des Kirchenjahres begegnen. Alle drei gehen auf Adventskantaten zurück, die Bach nach seiner Beförderung zum Konzertmeister 1715 in Weimar komponierte, und alle drei haben Libretti des Hofpoeten, Bibliothekars und Numismatikers Salomo Franck. Die Zeit zwischen dem ersten Advent und Weihnachten war dort nicht, wie in Leipzig, ein tempus clausum, eine ‚geschlossene Zeit’, in der keine Figuralmusik aufgeführt werden durfte. Im Gegenteil, die Vorfreude auf Weihnachten kommt in allen drei Kantaten deutlich zum Ausdruck, nicht nur in BWV 132 und 147, die ursprünglich in Weimar in zwei Jahren nacheinander (1715 und 1716) am Vierten Advent zu hören waren, sondern auch in BWV 70, das anfangs für den Zweiten Advent 1716 bestimmt war und, in der Vorweihnachtszeit nicht weiter überraschend, Jesu Wiederkehr als Richter der Welt zum Thema hat.
Alle drei Werke lassen erkennen, welch eine erstaunlich schöpferische und entwicklungsträchtige Zeit es für Bach war, der jetzt, was seine Kantatenkompositionen betraf, dreißig geworden war, ein reiches Reservoir stilistischer – italienischer, französischer und heimisch- deutscher – Einflüsse bewältigte, diese seinen Zwecken anpasste und, aus Ehrfurcht vor seinen Wurzeln und seiner musikalischen Vergangenheit, sich weigerte, sich auf den neuen ‚Neumeister-Typ’ der Kantate mit ihrer charakteristischen Abfolge von Rezitativ und Arie zu beschränken. Die Musik ist in der musikalischen Auslegung der Franck’schen Texte voller blitzender Gedanken, Überschwang und Dramatik und, im Gegensatz zu dem, was einige Gelehrte behaupten mögen, unverkennbar original und von den Kantaten aller seiner Zeitgenossen deutlich unterschieden. Man möchte vor Bedauern laut aufschreien, wenn man bedenkt, dass viele (keiner weiß genau, wie viele) der übrigen Kantaten Bachs aus diesen Jahren (1713–17) verloren sind, vielleicht verbrannt oder von seinem Dienstherrn Herzog Wilhelm Ernst beschlagnahmt, dessen Unmut er sich zugezogen hatte, so dass wir zum einen nun nicht mehr die Möglichkeit haben, sein vokales Schaffen im Vergleich zu den zahlreichen einzigartigen Meisterwerken für Klavierinstrumente (darunter das Orgelbüchlein) zu würdigen, und uns zum anderen ein entsprechend gewichtiges und umfangreiches Korpus an Kantaten fehlt, das mit den großen, Mitte der 1720er Jahre in Leipzig entstandenen Zyklen zu vergleichen wäre.
Unser Programm in Lüneburg begann mit
BWV 70Wachet! betet! betet! wachet!
in der musikalischen Form, in der diese Kantate erhalten ist – der Erweiterung, die Bach auf der Basis der kürzeren, sieben Jahre vorher in Weimar komponierten sechssätzigen Adventskantate (BWV 70a), von der nur noch drei hohe Streicherstimmen vorhanden sind, für die Aufführung am 21. November 1723 in Leipzig vornahm. Francks Libretto wurde von dieser Bearbeitung nicht beeinträchtigt, da das an beiden Sonntagen behandelte Thema (Christi Kommen und das Jüngste Gericht) an diesem zentralen Punkt des Jahres, wo sich das ‚alte’ Jahr auf die Zeit Israels und das ‚neue’ Jahr auf die Zeit des Lebens Christi auf Erden bezieht, gewissermaßen identisch ist.
Franck fordert dazu auf, aus der Zeit ‚Ägyptens’ (der Gefangenschaft des Volkes Israel) in ein ‚himmlisch Eden’ zu ziehen – aus der ‚Not und Qual’ des irdischen Jammertals in himmlische ‚Freud und Herrlichkeit’, ein Weg, den Bach in einer aufwärts gerichteten Modulation in Terzschritten (a – C – e – G) widerspiegelt. Darüber hinaus betonten Franck und Bach das Nebeneinander von menschlicher, nicht rückgängig zu machender Zeit und Gottes ewiger, unveränderlicher Zeit. Durch den hinzugefügten zweiten Choral und die zusätzlichen vier Rezitative (zwei secco, zwei accompagnato), die das Evangelium paraphrasieren (Matthäus 25, 31– 46), wird aus der ursprünglichen Kantate nun ein zweiteiliges Werk, das sich mit dem Gegensatz zwischen Zerstörung und Wiederherstellung befasst. Bach versucht das Unmögliche: die Linearität zu überwinden, in der sich die musikalische (und damit menschliche) Zeit entfaltet, indem er Möglichkeiten vorschlägt, durch die sie Gottes ewiger Zeit untergeordnet und demnach in sie einbezogen wird. Hier und da lässt er durchblicken, genau wie in seinem Actus tragicus und in der Matthäuspassion, dass er letztere bevorzuge, nicht nur indem er in der Sopran-Arie (Nr. 5) auf holzschnittartig-bildhafte Weise Schlüsselwörtern wie ‚bestehen’ (im wörtlichen wie metaphorischen Sinn) besonderen Nachdruck verleiht, sondern indem er die grenzenlosen – in der Tat zeitlosen – Möglichkeiten ausschöpft, die in einer Folge musikalischer Gedanken enthalten sind.
Das Ergebnis ist eine einzigartige Fusion wunderbarer Musik aus zwei seiner fruchtbarsten Perioden der Kantatenkomposition, jener grundlegenden Durchbrüche, zu denen er in den Jahren 1716 und 1723 gelangte. Man könnte vorgeben, man bemerke die stilistischen Nahtstellen zwischen den beiden Versionen und Stilen, doch das wäre unredlich. Was in Wahrheit hier so beeindruckt, das ist, auf welch überzeugende und dramatische Weise das erste Accompagnato (Nr. 2, Leipzig) aus dem Eingangschor (Weimar) hervorbricht und wie nahtlos die gleichermaßen dramatische Ankündigung des Jüngsten Gerichts (Nr. 9, Leipzig) mit der beschwichtigenden Arie (Nr. 10, Weimar) verknüpft wird. Joshua Rifkin meint, der Trompetenpart sei dem ersten Chor und der letzten Arie erst für die Wiederaufführung in Leipzig hinzugefügt worden und die Oboe bringe dem musikalischen Gefüge des ersten Aktes nichts wesentlich Neues, und er kommt gar zu dem Schluss, es klinge besser nur mit Streichern und der Dialog zwischen Trompete und Singstimme im zehnten Satz (Takte 36–37) sei lediglich ein glücklicher Zufall gewesen.
Nun ja… Selbst angesichts der Schwierigkeiten, mit denen die Bläser (deren Instrumente vermutlich auf den französischen Kammerton A = 392 Hz gestimmt waren) zu kämpfen haben mochten, um sich dem Weimarer Chorton anzupassen, spielen sowohl Trompete als auch Oboe im Anfangssatz und in Bachs experimentellem Wechsel zwischen nur dem Orchester, dann dem Chor mit begleitendem Orchester und schließlich mit den Stimmen, die nur in die Wiederholung der orchestralen Sinfonia einbezogen werden, eine entscheidende Rolle, in der sie wie Turnierkämpfer agieren. Dank dieser Technik (Choreinbau) gelingt es Bach, vor unseren Augen den furchterregenden Augenblick (aus der Petrus-Epistel für den Tag) erstehen zu lassen, ‚an welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen’. Das geschieht, bevor jene, die numerologischen Kriterien einen hohen Wert beimessen, die Wiederkehr der auf- und absteigenden Arpeggio-Figur in der Trompetenlinie – eine Art reveille, der die Rufe ‚Wachet!’ vorantreibt – abzählen und auf vierzehn kommen, die symbolische Zahl, die für Alpha und Omega steht, eine Metapher (aus dem Buch der Offenbarung) für Jesus als Anfang und Ende des Lebens.
An dem folgenden Accompagnato (Nr. 2) für Bass, Streicher, Oboe und Trompete und seinem Zwilling (Nr. 9) beeindruckt mich am meisten, dass sie so opernhaft wirken. Beginnend mit wiederholten Sechzehnteln, die sie in Monteverdis stilo concitato (wörtlich ‚erregter’ Stil) heraushämmern, nehmen sie um viele Jahre die wunderbar opernhaften Ausbrüche zweier der vorzüglichsten Heroinen Händels vorweg: Dejanira, die in Raserei geratende Ehefrau in Hercules (1745) (‚Where shall I fly?’), und Storge, die entrüstete Mutter in Jephtha (1752) (‚First perish thou!’). Aber es sind nicht nur die vollmundigen Anfänge, die diese wunderbaren scene mit Bachs Kantate verbinden – Bach kann sich hier in seiner mächtigen vokalen Deklamation, in den feinen Abstufungen der Stimmung und der nachdrücklich stützenden Orchesterbegleitung, die er erfindet, um die verheerende Zerstörung der Welt und schließlich den engelhaften Übergang (vom Rezitativ zur Bass-Arie, Nr. 10) zu schildern, wenn Jesus den Gläubigen ‚zur Stille, an den Ort, das Lust die Fülle’ führt, mit Händel durchaus messen. Selbst jene Leipziger Gemeindemitglieder, die sich gegen Opernmusik in der Kirche am meisten wehrten, müssen bewegt gewesen sein, wenn die Melodie des Adventschorals – ‚Es ist gewisslich an der Zeit’, eine Weise, die während des Dreißigjährigen Krieges ein Talisman, eine Art Dies irae wurde – von der einsamen Trompete über dem Chaos des Jüngsten Gerichts angestimmt wird.
Erstmals wagt sich ein Veranstalter daran, die theologischen, dramaturgischen und kompositionstechnischen Verbindungslinien der großen oratorischen Kompositionen Bachs in eine unmittelbare Beziehung zu setzen:
Weihnachts-Oratorium
Johannespassion
Oster- und Himmelfahrts-Oratorium
fügen sich zu einem inhaltlich wie musikalisch bestimmten Großprojekt zusammen.
J.S. Bach Cantata BWV 132 “Bereitet die Wege, bereitet die Bahn”
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
„Bereitet die Wege, bereitet die Bahn!“
Kantate BWV 132 zum 4. Advent für Sopran, Alt, Tenor, Bass, Oboe, Fagott, Streicher und Continuo.
Dritter Satz (aria, basso) aus der Kantate BWV 132 „Bereitet die Wege, bereitet die Bahn!“, aufgeführt durch die J. S. Bach-Stiftung St. Gallen. Als Solist wirkt mit Wolf Matthias Friedrich (Bass).
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Ich wünsche allen Besuchern eine schönen 2. Advent-Sonntag.
Seit November 2011gibt es eine weitere Literatur-Neuveröffentlichung über „Bachs Klavier und Orgelmusik“ Autor: Bernhard Billeter.
Bernhard Billeter schrieb ein Handbuch über Bachs Klavier- und Orgelmusik!
Johann Sebastian Bach bildet den Forschungsschwerpunkt in den breit gefächerten Schriften von Bernhard Billeter mit 31 ihm gewidmeten musikwissenschaftlichen Veröffentlichungen. Sein Anliegen ist die Verbindung von Musikwissenschaft und musikalischer Praxis, von Werkauslegung und Interpretation oder, anders ausgedrückt, von Reflextion und Einfühlung.
So wendet er sich hier in erster Linie an professionelle und nichtprofessionelle Tastenspieler und interessierte Hörer. Seine jahrzehntelange Erfahrung aus Konzert- und Unterrichtstätigkeit kommt ihm zugute in der Beschreibung von über 500 Werken Bachs. Er stellt diese in ihren geschichtlichen Zusammenhang. In 14 Kapiteln des ersten Teils befaßt er sich mit allen Gebieten der Aufführungspraxis. Die einzelnen Anwendungen sind bei jedem Werk in Ratschlägen zur Aufführung zu finden. Die Werke sind in fünf weiteren Teilen chronologisch geordnet, so weit das bei Bach überhaupt möglich ist. Dabei behandelt Billeter die heiklen Fragen der Datierung und Echtheit auf dem neuesten Stand der Forschung. Jeder Teil beginnt mit einem biographischen Abriß.
Neben den Werk- und Satzanalysen finden sich aber vor allem höchst interessante „Exkurse“, beispielsweise über die „Entwicklung der Fuge“ oder „Zahlensymbolik“ und „Tonartencharakteristik“. Bemerkenswert ist zudem, dass Billeter sich mit Selbstverständlichkeit auch der obligaten Begleitungen widmet. Das betrifft die Violinsonaten, vor allem aber die Flötensonaten und die Trio-Sonate aus dem musikalischen Opfer. Billeter, der diese Werke selbst oft in Konzerten gespielt hat, gibt hier nicht nur eine Beschreibung, sondern liefert zu den Ergänzungstakten des Flötisten André Jaunet (zum Allegrosatz der Flötensonate A-Dur) eine 20-taktige Erweiterung, die das formale Gleichgewicht nun endlich abfängt und zukünftig in Neudrucken berücksichtigt werden sollte.
(Textauszüge: Amazon und nmz)
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Wer noch ein Weihnachtsgeschenk sucht, würde hier fündig..!!
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 2.12.2012 begehen wir den „1. Advent“
Die Adventszeit als Vorbereitungszeit auf das Christfest ist erst im 4. Jahrhundert entstanden, wobei es zunächst erhebliche Unterschiede in der Dauer (von einer Woche bis zu 40 Tagen) gab. Vier Sonntage im Advent gibt es für die römische Kirche, deren Praxis die Reformation übernommen hat, seit etwa 600, der 1. Sonntag im Advent wird aber erst seit Mitte des 8. Jahrhunderts als Beginn des Kirchenjahres besonders gefeiert. Von Anfang an hatte die Adventszeit den Charakter der Bußzeit als Vorbereitung auf das Christfest, den „Geburtstag“ Jesu Christi.
Im Advent sehen wir nicht nur zurück auf die Ankunft des Herrn, wie sie uns in der Bibel als „Weihnachtsgeschichte“ überliefert ist, sondern auch voraus auf die zukünftige Ankunft des Herrn als Herrscher dieser Welt und Begründer des Neuen Jerusalem. In der Spannung zwischen beiden erfahren wir im Advent den Herrn als den, der auf uns zukommt, sich uns immer wieder neu zuwendet und uns zur Buße zur Umkehr zu ihm hin einlädt.
Der 1. Sonntag im Advent steht unter dem Zeichen des Evangeliums vom Einzug Jesu in Jerusalem. Vordergründig hat diese Erzählung nichts mit Advent und schon gar nicht mit dem Christfest zu tun. Wenn man aber etwas weiter darüber nachdenkt, fällt gerade in unserer Zeit auf, dass wir selbst unseren Herrn ja so begrüßen wie damals die Menschen in Jerusalem – als den Sohn Davids, den Messias – um ihn dann wenig später zu verachten und ans Kreuz zu bringen. Heute ist es wohl unser Konsumverhalten, das unseren Herrn ans Kreuz bringt.
Als Anfang des Kirchenjahres wird dem 1. Advent liturgisch eine hervorgehobene Bedeutung gegeben, was sich vor allem in den Gebeten niederschlägt. Mit dem 1. Advent beginnen wir das Kirchenjahr und denken dabei besonders an den Einzug Jesu in Jerusalem. Wir begrüßen ihn als den Herrn und König dieser Welt und freuen uns darüber, dass er gekommen ist und uns befreit hat zur Gemeinschaft mit ihm und untereinander.
Wochenspruch:
Siehe dein König kommt zu dir ein Gerechter und ein Helfer. (Sach 9, 9b)
Johann Christoph Friedrich Bachgeboren am 21. Juni 1732 in Leipzig, gestorben am: 26. Januar 1795 im Fürstentum Schaumburg-Lippe in “Bückeburg” – Niedersachsen. Sein Lebenslauf begann wie der seiner Brüder: Er erhielt eine Ausbildung an der Leipziger Thomasschule sowie musikalischen Unterricht durch seinen Vater.
Wilhelm Friedemann Bach, der älteste Sohn Johann Sebastian Bachs, hielt (nach der Aussage von Nikolaus Forkel) den Halbbruder für den „stärksten Spieler“ unter den vier Brüdern, der „seines Vaters Claviercompositionen am fertigsten vorgetragen“ habe. Mit siebzehn Jahren begann Friedrich ein Jurastudium an der Leipziger Universität, brach dieses aber bald darauf, noch vor dem Tod des Vaters, wieder ab und folgte um die Jahreswende 1749/50 als gerade Achtzehnjähriger dem Ruf, als „Hochgräflich Schaumburg-Lippischer Cammer-Musicus“ am Hof in Bückeburg in Dienste zu treten. Der aufgrund seines 45-jährigen Wirkens in der Stadt wurde Johann Christoph Friedrich Bach (auch der “Bückeburger Bach”) – genannt.
Am Bückeburger Hof waren derzeit die beiden Italiener Angelo Colonna als Konzertmeister und Giovanni Battista Serini als Kapellmeister und Komponist tätig. Bach lernte hier den Stil der italienischen Oper und Kantate kennen, da in den mindestens zweimal wöchentlich stattfindenden Concerten, die in der Regel spätnachmittags gegeben wurden, vor allem Vokalmusik aufgeführt wurde. Dazu unterhielt die Hofkapelle eine Sängerin, Lucia Elisabeth Münchhausen, Tochter des Hofmusikers Ludolf Andreas Münchhausen, die durch den Unterricht des Konzertmeisters Serini in die italienische Gesangskultur eingeführt wurde,
Bach wurde 1756 mit der Leitung der Hofkapelle betraut und bekam 1759 offiziell die Stelle des Hofkapellmeisters. Der einzige Versuch Johann Christoph Friedrichs, diese Anstellung gegen eine andere einzutauschen, war seine Bewerbung als Musikdirektor in Hamburg (1767). Da die Wahl jedoch auf seinen Bruder Carl Philipp Emanuel fiel, blieb er weiterhin in Bückeburg. Unter seiner Leitung wurde die Bückeburger Hofkapelle zu einer der besten an den fürstlichen Höfen Deutschlands. Er betreute die Kapelle bis zu seinem Tod am 26. Januar 1795. Hinsichtlich seines kompositorischen Schaffens steht Johann Christoph Friedrich Bach bis heute im Schatten seiner Brüder. Während seiner 45-jährigen Beschäftigung am Bückeburger Hof schrieb er jedoch eine beachtliche Anzahl von Oratorien, Kantaten und später etliche Sinfonien und Klavierkonzerte.
Motette: “Wachet auf, ruft uns die Stimme!”
Eine dreiteilige Motette: “Wachet auf, ruft uns die Stimme” vom Bückeburger Bach ist erhalten geblieben und entstand im Jahr 1780 oder 1781 in Bückeburg. Es ist eine vierstimmige Motette und entwickelt sich aus dem aufsteigenden Dreiklang des “Wachet auf” eine kunstvoll-virtuos gearbeitete Introduktion. Den Hauptteil des Satzes bildet eine Choralbearbeitung nach dem Vorbild der alten thüringischen Cantus-firmus-Motette, mit der Liedmelodie im Sopran, bevor am Ende des Satzes die Introduktion in verkürzter Form noch einmal zurückkehrt. Beinahe unverändert übernimmt Johann Christoph Friedrich nun den Schlusschoral im 3.Satz aus der Kantate BWV 140 seines Vaters und führt die Schlußzeile “des sind wir froh…” in einem eigenen freien Fugato weiter, ohne jedoch die tonale Grundebene noch einmal zu verlassen.
Video (Ton Koopman)
Motette:“Wachet auf, ruft uns die Stimme”
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Kantaten-Beschreibung
zum BWV 61 – „Nun komm der Heiden Heiland„
Kantaten für den 1. Advent –
Aufführungsort: St. Maria im Kapitol, Köln am 03.12.2000
Die verschiedenen Stadien des Advents und das unterschiedliche Licht, das sie auf Jesu Menschwerdung werfen, kommen wohl am deutlichsten in Bachs früher Version von
BWV 61 „Nun komm, der Heiden Heiland“
zum Ausdruck. Nach dem Schema langsam–schnell– langsam der typischen französischen Ouvertüre wechselt das eindrucksvolle Bittgebet des Eingangschors zu einer ungebärdigen Stretto-Fuge (mit der Vortragsbezeichnung ‚gai’), bei der man den Eindruck gewinnt, als verwandelten sich die kichernden Höflinge Ludwigs XIV. in ‚jedermanns’ Staunen über die bevorstehende Geburt des Erlösers, bis schließlich in einem langsamen Abschnitt noch einmal bestätigt wird, das Gott dieses Wunder geplant hat. Der Tenor- Concertist feiert nun den ungeheuren Nutzen, den Jesu Menschwerdung der Menschheit bringt, zuerst im Rezitativ und Arioso in imitierender Verflechtung mit dem Continuo (Nr. 2) und dann in einer lyrischen Arie im 9/8-Takt, in der sich Singstimme, Continuo und hohe Streicher ineinander verweben und Jesus ersuchen, zu seiner Kirche zu kommen und ein ‚selig neues Jahr’ zu geben.
Auf halbem Wege wechselt diese Kantate von den äußeren Gegebenheiten des Advents (Christi Ankunft auf Erden) zur inneren Befindlichkeit des Gläubigen (wenn Jesus durch das Sakrament in sein Herz einzieht, um dort ‚seine Wohnung’ zu nehmen). Christus steht vor der Tür und klopft an (Nr. 4). Gemessene Pizzicato-Akkorde schaffen eine geheimnisvolle und sehr anschauliche Kulisse zu Christi Wunsch, in das Haus des Gläubigen eingelassen zu werden, um dort ‚das Abendmahl mit ihm zu halten’. Bachs Schilderung der Szene in Emmaus in BWV 6 und Christi Erscheinen vor seinen Jüngern nach der Auferstehung in BWV 67, sogar das Auftauchen des Komturs in Mozarts Don Giovanni – all das kommt uns plötzlich wieder in den Sinn, doch wann immer Bach instrumentale Motive auf gewinnbringende Weise in seiner späteren Kirchenmusik verwendet hat, sie lassen sich meist auf dieses kleine zehntaktige Accompagnato für Bass als Vox Domini zurückführen.
Die wachsende Vertrautheit mit Gott, die Verinnerlichung des Wortes auf dem Weg über das Sakrament (Kanzel – Altar – Abendmahl) spiegelt Bach in einer sich allmählich verringernden Instrumentierung wider, so dass sich die bewegende Antwort des Soprans auf die Worte Jesu in Nr. 5 jetzt auf den Basso continuo beschränkt. Mit diesen sparsam eingesetzten Mitteln, der Verflechtung des sehr schlichten dreinotigen Aufstiegs des Continuos, dann der Stimme (‚Öffne dich’), die auf der zweiten Zählzeit eines 3/4- Taktes einsetzt und sich bei ‚Jesus kommt und ziehet ein’ dann zu einer 3/2-Hemiole ausdehnt, und nicht zuletzt in der glückseligen Ekstase von ‚O wie selig’ im langsameren B-Teil offenbart Bach seine Verpflichtung gegenüber jenem anderen großen Miniaturisten, seinem Großcousin Johann Christoph, demjenigen Musiker aus seiner Familie, den er als ‚tiefgründigen’ Komponisten schätzte. Die Kantate endet recht abrupt, nicht mit einer vierstimmigen Choralharmonisierung, sondern mit der letzten Strophe von Philipp Nicolais Choral ‚Wie schön leuchtet der Morgenstern’. In diesen vierzehn Takten lässt Bach die Violinen drei Oktaven hinaufklettern, um dem ‚Verlangen’ der Seele nach den Freuden in einem zukünftigen Leben und der Aussicht auf Jesu Wiederkehr am Ende der Zeit Ausdruck zu geben. Der Bezug auf die ‚Freudenkrone’ enthält in Bachs Ikonographie möglicherweise Parallelen zu der Art und Weise, wie in dem berühmten Monogramm auf dem schönen Glaskelch, der ihm Mitte der 1730er Jahre überreicht wurde, unter einer Krone seine eigenen Initialen mit ihrem Spiegelbild verflochten sind.
Erstmals wagt sich ein Veranstalter daran, die theologischen, dramaturgischen und kompositionstechnischen Verbindungslinien der großen oratorischen Kompositionen Bachs in eine unmittelbare Beziehung zu setzen:
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Weihnachts-Oratorium
Johannespassion
Oster- und Himmelfahrts-Oratorium
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fügen sich zu einem inhaltlich wie musikalisch bestimmten Großprojekt zusammen.
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
„Schwingt freudig euch empor“
Youtube – Video:
Siebter Satz (aria, soprano) aus der Kantate BWV 36 („Schwingt freudig euch empor“), aufgeführt durch die J. S. Bach-Stiftung St. Gallen.
Bach-Projekt-Ende in Plön. Eine Träne bei J.S. Bach (Fotorechte: Gemeinde Nikolai Plön)
Liebe Bach-Freunde/innen !
Alle Welt spricht über die bereits vollendeten oder noch zu Ende gehenden Bach-Projekte von Profis.
Heute erschien ein bewegender Zeitungs-Artikel aus Plön über die Kirchengemeinde Nikolai in Plön, die im Kirchenjahr 2012 jeden Sonntag eine Bach-Kantate im Gottesdienst aufgeführt haben. Das Projekt hat am Ewigkeits-Sonntag seine Abschluss gefunden und eine fantastische Resonanz bekommen. Bei J.S. Bach ist im obigen Foto unschwer zu bemerken, das bei ihm ebenfalls eine Träne der Rührung vorhanden ist.
Die Ploner Kantorei mit Orchester unter der Leitung von Henrich Schwerk spielte viele Kantaten. (Fotorechte:HFR)
Das klingt sehr unwahrscheinlich aber es war ein Herzensanliegen von dem Kirchenmusikdirektor Henrich Schwerk von der Kirchengemeinde Nikolai in Plön, ein Bach-Projekt für das Kirchenjahr 2012 Jahr zu verwirklichen. Ich bewundere den Mut des Kantors den Chören und für die neu hinzukommenden Orchestermitglieder, so ein gewaltiges Projekt umzusetzen. Eminente Proben standen an, Neubesetzungen von Solisten und im Orchester ergaben riesige Probleme, Ausfall der Kirchenheizung die nicht mehr finanziell zu reparieren war und dazu die riesige ungelöste Projektfinanzierung in den Griff zu bekommen – mir ständen die Haare zu Berge um diese Probleme lösen zu können.
Wie erfreulich ist dann anzumerken, dass sich Profi-Musiker kostenlos zur Verfügung stellen und zum Gelingen des Bach-Projektes ihren Beitrag leisten, da kommt bei mir helle Freude auf und danke ihnen für ihre Selbstlosigkeit..!!
Fotorechte: Plöner Kantorei
Diese Kirchengemeinde in Schleswig-Holstein hat Musikgeschichte geschrieben und den Profis die Stirn geboten und verneige mein Haupt voller Bewunderung für diese Einmaligkeit und Energieaufwendung aller Beteiligten dieses Bach-Projekt verwirklicht zu haben. Bach ist wieder in aller Munde und beflügelt selbst kleine Kirchengemeinden dazu, sonntäglich auf den Spuren von Bach zu wandeln – dazu rufe ich aus: „Soli Deo Gloria“.
Einen entsprechenden Zeitungsartikel gibt es als PDF zum Download.
Restauration abgeschlossen an der Johann Patroclus Möller-Orgel in Marienmünster
Das Programm:
Es war ein Ohrenschmaus. Prof. Gerhard Weinberger hat im wahrsten Sinne des Wortes die Orgel vorgeführt. Vom leisesten Piano bis zum vollen Pleno konnten wir in dieser barocken Welt schwelgen.
Organist Prof. Gerhard Weinberger
Es war beeindruckend, wie Prof. Weinberger durch Registrierung aus J. S. Bachs Concerto G-Dur ein atonales, futuristisches Gebilde baute. Einige Zuhörer drehten sich entsetzt um, verzogen die Mienen: das konnte doch kein Bach mehr sein. Aber sie wurden entschädigt durch das brillant vorgetragene Präludium und Fuge in D. In diesen Stücken hat Weinberger noch einmal den vollen Klang dieser Orgel zeigen können.
Ich war am meisten von dem „Duetto für zwei Flöten“ (C. Ph. E. Bach) beeindruckt. Mit einer Leichtigkeit und Brillanz brachte Prof. Weinberger die Flöten zum Klingen. Das war schon nicht mehr irdisch. Ich fühlte mich an die Himmelsleiter in der Kirche von Annaberg-Buchholz erinnert, wo Engel lachend auf dieser Himmelsleiter rauf und runter purzelten. Von mir aus könnte jede Woche so eine wundervolle Wiedereinweihung stattfinden.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 25.11.2012 begehen wir den 25. Sonntag nach Trinitatis“ (Ewigkeitssonntag)
Der Letzte Sonntag im Kirchenjahr kann in zweifacher Weise begangen werden: als Ewigkeitssonntag oder als Gedenktag der Entschlafenen (Totensonntag). Eine Kombination beider ist nicht abwegig. Hier wird noch getrennt, weil dies auch vom neuen Evangelischen Gottesdienstbuch so vorgesehen wird. Als Ewigkeitssonntag schauen die Perikopen dieses Tages in die Zukunft, die jenseits unserer Vorstellungen liegt. Dabei ist wichtig, diese wunderbare Zukunft nicht als rein geistige Realität zu erfahren und zu vermitteln. Denn durch Jesus Christus ist Ewigkeit in unser Leben hineingedrungen und kann so auch in unserer Realität schon greifbar werden.
Am letzten Sonntag des Kirchenjahres hören wir vom himmlischen Jerusalem, der ewigen Stadt, die uns als Wohnstatt verheißen ist. Das Warten scheint uns lang zu werden, aber vor Gott sind tausend Jahre wie ein Tag, und um seiner Schöpfung willen schenkt er Raum zur Buße. So freuen wir uns auf die verheißene Stadt und warten geduldig in dem Wissen, dass der Tag des Herrn unvermittelt anbrechen wird.
Wochenspruch:
Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen. (Lk 12, 35)
Wochenlied:
„Wachet auf, ruft uns die Stimme“ (EG 147)
YouTube – Musikvideo zum Wochenlied
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Bach-Kantaten für den 25. Sonntag nach ”Trinitatis“
Johann Christoph Friedrich Bachgeboren am 21. Juni 1732 in Leipzig, gestorben am: 26. Januar 1795 im Fürstentum Schaumburg-Lippe in “Bückeburg” – Niedersachsen. Sein Lebenslauf begann wie der seiner Brüder: Er erhielt eine Ausbildung an der Leipziger Thomasschule sowie musikalischen Unterricht durch seinen Vater.
Wilhelm Friedemann Bach, der älteste Sohn Johann Sebastian Bachs, hielt (nach der Aussage von Nikolaus Forkel) den Halbbruder für den „stärksten Spieler“ unter den vier Brüdern, der „seines Vaters Claviercompositionen am fertigsten vorgetragen“ habe. Mit siebzehn Jahren begann Friedrich ein Jurastudium an der Leipziger Universität, brach dieses aber bald darauf, noch vor dem Tod des Vaters, wieder ab und folgte um die Jahreswende 1749/50 als gerade Achtzehnjähriger dem Ruf, als „Hochgräflich Schaumburg-Lippischer Cammer-Musicus“ am Hof in Bückeburg in Dienste zu treten. Der aufgrund seines 45-jährigen Wirkens in der Stadt wurde Johann Christoph Friedrich Bach (auch der “Bückeburger Bach”) – genannt.
Am Bückeburger Hof waren derzeit die beiden Italiener Angelo Colonna als Konzertmeister und Giovanni Battista Serini als Kapellmeister und Komponist tätig. Bach lernte hier den Stil der italienischen Oper und Kantate kennen, da in den mindestens zweimal wöchentlich stattfindenden Concerten, die in der Regel spätnachmittags gegeben wurden, vor allem Vokalmusik aufgeführt wurde. Dazu unterhielt die Hofkapelle eine Sängerin, Lucia Elisabeth Münchhausen, Tochter des Hofmusikers Ludolf Andreas Münchhausen, die durch den Unterricht des Konzertmeisters Serini in die italienische Gesangskultur eingeführt wurde,
Bach wurde 1756 mit der Leitung der Hofkapelle betraut und bekam 1759 offiziell die Stelle des Hofkapellmeisters. Der einzige Versuch Johann Christoph Friedrichs, diese Anstellung gegen eine andere einzutauschen, war seine Bewerbung als Musikdirektor in Hamburg (1767). Da die Wahl jedoch auf seinen Bruder Carl Philipp Emanuel fiel, blieb er weiterhin in Bückeburg. Unter seiner Leitung wurde die Bückeburger Hofkapelle zu einer der besten an den fürstlichen Höfen Deutschlands. Er betreute die Kapelle bis zu seinem Tod am 26. Januar 1795. Hinsichtlich seines kompositorischen Schaffens steht Johann Christoph Friedrich Bach bis heute im Schatten seiner Brüder. Während seiner 45-jährigen Beschäftigung am Bückeburger Hof schrieb er jedoch eine beachtliche Anzahl von Oratorien, Kantaten und später etliche Sinfonien und Klavierkonzerte.
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Motette: „Wachet auf, ruft uns die Stimme!“
Eine dreiteilige Motette: “Wachet auf, ruft uns die Stimme” vom Bückeburger Bach ist erhalten geblieben und entstand im Jahr 1780 oder 1781 in Bückeburg. Es ist eine vierstimmige Motette und entwickelt sich aus dem aufsteigenden Dreiklang des “Wachet auf” eine kunstvoll-virtuos gearbeitete Introduktion. Den Hauptteil des Satzes bildet eine Choralbearbeitung nach dem Vorbild der alten thüringischen Cantus-firmus-Motette, mit der Liedmelodie im Sopran, bevor am Ende des Satzes die Introduktion in verkürzter Form noch einmal zurückkehrt. Beinahe unverändert übernimmt Johann Christoph Friedrich nun den Schlusschoral im 3.Satz aus der Kantate BWV 140 seines Vaters und führt die Schlußzeile “des sind wir froh…” in einem eigenen freien Fugato weiter, ohne jedoch die tonale Grundebene noch einmal zu verlassen.
Aufführungsort: Erlöserkirche Potsdam am 29.10.2000
Kantaten-Beschreibung:
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Kantate: BWV 90 “Es reißet euch ein schrecklich Ende“
Da Ostern in diesem Jahr (2000) spät lag, wurden uns die Sonntage nach Trinitatis knapp, an denen wir Bachs Musik für den Rest des Kirchenjahres unterbringen konnten, und wir mussten sie entsprechend aufteilen.
Die wunderbar theatralische und knappe Kantate in d-moll
BWV 90„Es reißet euch ein schrecklich Ende“
für den fünfundzwanzigsten Sonntag nach Trinitatis bestimmt, lieferte einen starken Kontrast zu der Folge von drei Kantaten, die alle g-moll verwendeten und für den neunzehnten Sonntag nach Trinitatis komponiert waren. Ihr Thema, eschatologisch ausgerichtet, ist die Polarität zwischen dem ‚schrecklich’ Ende’, das alle Sünder beim Jüngsten Gericht erwartet und in den Tenor- und Bass-Arien anschaulich dargestellt wird, und dem wohltuenden Schutz, den Gott seinen Auserwählten gewährt und der in dem abschließenden Rezitativ und Choral geschildert wird.
Die Kantate beginnt mit Gift und Galle, der Tenor/Prediger prophezeit dem ‚sündlichen Verächter’ sein Schicksal, in einer wutvoll rasenden Arie, die mit ihren Tiraden (Feuerwerke von vierzehn aufeinander folgenden Zweiunddreißigsteln), beschnittenen Phrasenenden, weiten Sprüngen durch den Tonraum und spannungsvollen Pausen mitten im Wort (‚schreck… lich’) ebenso brillant und dramatisch ist wie alles bei Händel. Bach scheint in der Tat seine gesamte Generation italienischer Opernkomponisten ins Visier zu nehmen und sie mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Die unermüdliche Energie seines melodischen Erfindungsreichtums und rhythmischen Schwungs ist immer darauf ausgerichtet, den Text getreu umzusetzen, und das ist ihm hier auf ebenso unnachahmliche wie erregende Weise gelungen. In dieser Hinsicht ist nur Rameau, zwei oder mehr Jahrzehnte später, ein ernsthafte Konkurrent zu Bach. Die zweite (Bass-) Arie für Trompete in B und Streicher ist in gewisser Hinsicht sogar noch eindrucksvoller, ein gruseliges Portrait des ‚rächenden Richters’, der ‚im Eifer den Leuchter des Wortes auslöschet’. In militärischer Manier schreitet der gebieterische daktylische Rhythmus voran, der in dem Augenblick besonders bedrohlich wird, wenn die Trompete im Widerstreit mit dem Arpeggio der Violinen in A-dur auf ihren tiefen Ds verharrt.
Benommen von der Intensität dieser beiden Bilder kann man leicht übersehen, auf welch gelungene und intelligente Weise der Text der zwei Rezitative vertont ist – nötigenfalls ein Beweis dafür, dass Bach seit Monteverdi der beste Komponist von Seccorezitativen war – und welch eine erstaunliche Schönheit der abschließende Choral aufweist, eine Fassung des Vaterunsers in Versform. Er wirkt wie das Dankgebet einer Gemeinde, die mit einer riesigen Naturkatastrophe – einem Orkan oder Erdbeben – gestraft worden war, und selbst nach mehrmaligem Hören merkte ich, dass mich bei der Erwähnung des ‚sel’gen Stündeleins’, wenn die Gläubigen in Gottes Gegenwart geführt werden, das plötzliche Schlingern in die erniedrigte Tonika immer noch aufschrecken ließ.
Erstmals wagt sich ein Veranstalter daran, die theologischen, dramaturgischen und kompositionstechnischen Verbindungslinien der großen oratorischen Kompositionen Bachs in eine unmittelbare Beziehung zu setzen:
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Weihnachts-Oratorium
Johannespassion
Oster- und Himmelfahrts-Oratorium
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fügen sich zu einem inhaltlich wie musikalisch bestimmten Großprojekt zusammen.
Rudolf Lutz Dirigent und Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen
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J.S. Bach Cantata BWV 140 „Wachet auf ruft uns die Stimme“
Kantate BWV 140 „Wachet auf, ruft uns die Stimme“
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
„Wachet auf, ruft uns die Stimme“
Kantate BWV 140 zum 27. Sonntag nach Trinitatis für Sopran, Tenor und Bass, Vokalensemble, Corno, Oboe I+II, Taille, Fagott. Streicher und Continuo.
Mit dem BWV 140 endet das Konzert mit einer der bekanntesten Bach-Kantaten.
Während die ersten beiden Kantaten mit Flöten und Streichern kammermusikalisch besetzt sind, treten zur letzten Kantate 3 Oboen, Fagott und Horn hinzu. Das hochvirtuose Flötenkonzert in a-Moll RV 445 ist für Sopranino geschrieben und die Solistin ist Irmgard Tutscheck (Detmold). Auch beim Flötenkonzert in c-Moll RV 441 für Altflöte übernimmt sie den Solopart.
Weitere Ausführende sind Karola Hausburg (Alt, Rias Kammerchor Berlin), Rudolf Reimer (Tenor), Gottfried Meyer (Bass).
Mitglieder der NWD Philharmonie, Herford mit Takahiro Tajima (1. Konzertmeister der NWD), Paul Possart, Julie Wagner (stv. Solobratscherin der NWD), Marion Vetter (Solocellistin der NWD), Randall Nordstrom (Solokontrabassist der NWD),
von Karola Hausburg (Alt) / Oliver Eggert (Flöte) / Irmgard Tutscheck (Flöte)
steht bereit.
Alle, die einen guten und reservierten Platz haben möchten, bekommen Karten zu 15 Euro im Mittelschiff. Zu 10 Euro bekommt man Plätze ohne Reservierung unter den Emporen und für 5 Euro Plätze mit schlechter Sicht oder reine Hörerplätze auf den Emporen und im Vorraum.
Karten und Vorverkauf
Karten zu eintrittspflichtigen Veranstaltungen gibt es an der Tageskasse, in allen Geschäftsstellen der Lippischen Landeszeitung und im
aus der Kantate »Wie schön leuchtet der Morgenstern« BWV 1 und aus der Kantate »Uns ist ein Kind geboren« BWV 142.
Die Besucher sind eingeladen, bei den zahlreichen alten und neuen Weihnachtsliedern mit einzustimmen. Unter der Leitung von Kantor Rainer Begemann musizieren die Kantorei und der Posaunenchor Bergkirchen und ein Orchester mit Musikern aus der Region. Die Orgel spielt Kantor Hans-Martin Harms.
Im Anschluss findet im Gemeindehaus ein Weihnachtsfrühstück statt.
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Etwas kurzfristig, aber ich möchte Euch diese Sendungen nicht vorenthalten.
20.11.
DRS II 13.45-15.00
Concerto
Back to Bach: John Eliot Gardiner
Johann Sebastian Bach:
Singet dem Herrn ein neues Lied. Motette BWV 225
Brandenburgisches Konzert Nr. 5 D-Dur BWV 1050
Herz und Mund und Tat und Leben. Kantate BWV 147
(The Monteverdi Choir & The English Baroque Soloists; Ltg: John Eliot Gardiner)
. Dkultur 22.00-22.30
Alte Musik
“ … von Mutterleibe an/zu der Music abgesondert … “
Heinrich Schütz und seine Rolle als Vaterfigur und Grenzgänger
Von Wolfgang Kostujak
Heute gilt der kurfürstlich sächsische Kapellmeister Heinrich Schütz vor allem als federführender Initiator protestantischer Kirchenmusik des 17. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum. Der Blick, mit dem die Fachwelt das Verhältnis zwischen Wort und Klang in seinem Vokalwerk betrachtet, prägt die Wahrnehmung von evangelischer Liturgiemusik als einer komponierten Predigt bis mindestens zu Felix Mendelssohn Bartholdy.
Bei aller Tragweite, die dieses Schütz-Bild dem Meister und seiner Bedeutung zugesteht, greift das Porträt dennoch zu kurz, wenn es darum geht, der Vita des Tondichters gerecht zu werden. Sowohl biografisch als auch fachlich überschreitet sein 87 Jahre dauernder Lebensweg regelmäßig alle Demarkationslinien des Vorhersehbaren. Mit kaum einmal 30 Jahren arriviert er – als Sohn eines einfachen Gastwirtes aus dem thüringischen Köstritz – zum Kapellmeister am Dresdner Hof. Die Kompositionsformen und Stilmittel, die er im Rahmen mehrerer Venedigaufenthalte bei den bedeutendsten katholischen Neutönern seiner Zeit kennenlernt, werden unter seiner Hand allmählich zur Grundlage einer innovativen, lutherischen Musiktradition in Deutschland, und aus dem klangrhetorischen Rüstzeug gesungener Bibelprosa entwickelt er dann – offenbar ganz nebenher – die erste deutsche Oper der Musikgeschichte.
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22.11.
Deutschlandfunk 21.05-22.50
Festival-Panorama
Festival Alte Musik Knechtsteden 2012
‚Ich steh hier und singe in gar sichrer Ruh‘
Johann Sebastian Bach
Sämtliche Motetten,
BWV 225 – 230
Rheinische Kantorei
Das Kleine Konzert
Leitung: Hermann Max
Aufnahme vom 29.9.11 aus der Basilika Knechtsteden .
Die Uraufführung fand an den sechs Gottesdiensten zwischen dem ersten Weihnachtstag (25. Dezember 1734) und Epiphanias (6. Januar 1735) statt. Die Teile I, II, IV und VI wurden zweimal an einem Tag aufgeführt, abwechselnd morgens und nachmittags in den Hauptkirchen von Leipzig: St. Thomas und St. Nikolai, die Teile III und V nur in St. Nikolai.
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Konzerte in Deutschland
mit Termin- und Ortsangaben zur Aufführung des WO in 2012
Das Weihnachtsoratorium als biblische Oper in Hannover-Herrenhausen
In Hannovers Herrenhäuser Kirche werden seit etlichen Jahren neben den Kirchenkonzerten bedeutende Oratorienwerke auch als geistliche Opern aufgeführt.
Herodes im Kampf mit dem Engel – Probenfoto: Kevin Driver
Nach der “Matthäuspassion” von J.S. Bach, G.F. Händels “Belsazar” fand zuletzt 2009 eine viel beachtete musik-theatralische Gestaltung des “Deutschen Requiems” von Johannes Brahms statt. In diesem Jahr kommt Bachs musikalische Weihnachtshistorie zur Aufführung. Zwar ist es sein wohl am häufigsten aufgeführtes Oratorium. Trotzdem ist es in seiner Gesamtheit am wenigsten bekannt: Zum Jauchzen und Frohlocken der Hirten und Engel über die Geburt Jesu in den ersten drei Kantaten gehören nämlich auch die Bedrohungen durch König Herodes, dem „Prototyp des allgegenwärtigen Bösen“(Günter Jena) in den letzten drei Kantaten.
Gut und Böse gehören zum Gesamtkonzept des „Weihnachtsoratoriums“. So sollen sich also die vertrauten Ereignisse um Christi Geburt herum mitten zwischen den zuschauenden Menschen unter dem eindrucksvollen Herrenhäuser Kronleuchter (der das himmlische Jerusalem symbolisiert) im Kirchenraum abspielen. Zu diesem Zweck wird eigens eine Bühne errichtet, die von den Kirchenbänken eingerahmt ist. Eine scheinbar altbekannte Geschichte kann so neu angeschaut werden. Die tiefen Zusammenhänge in Bachs Weihnachtsoratorium werden zu einem eindrücklichen, Herz, Ohr und Auge bewegenden Ereignis für Besucher aller Altersschichten.
Sonntag, 2. Dezember 2012, 19 Uhr Samstag, 8. Dezember 2012, 19 Uhr Sonntag, 9. Dezember 2012, 18 Uhr Samstag, 15. Dezember 2012, 19 Uhr Sonntag, 16. Dezember 2012, 18 Uhr
Diese Aufführungen sind eingebettet in ein Rahmenprogramm mit themenbezogenen Gottesdiensten, einer Einführungsveranstaltung sowie einem Vortrag von Günter Jena, des ausgewiesenen Bachexperten und langjährigen Kirchenmusikdirektors an der St. Michaeliskirche in Hamburg.
Johann Sebastian Bach: Weihnachtsoratorium
Kantanten I, II, IV, VI
Am 23. Dezember 2012 findet unser diesjähriges >Weihnachtskonzert im Konzerthaus, Freiburg, statt. Wir führen die Kantanten I, II, V und VI des Weihnachtsoratoriums von Bach auf, gemeinsam mit dem kammerorchesterbasel und Solisten, deren Namen uns schon jetzt in festliche Vorfreude versetzen:
Auch dieses Jahr gibt es in Fürstenfeld traditionsgemäß die Gelegenheit, am zweiten Feiertag das Weihnachtsoratorium ohne vorweihnachtlichen Stress zu besuchen. Halten Sie für zwei Stunden inne und lassen Sie das Geschehen um die Geburt Christi, von J. S. Bach in einzigartiger Weise dramatisch und musikalisch dargestellt, auf sich wirken. Erstklassige junge Solisten, das Seraphin-Ensemble München und der Philharmonische Chor Fürstenfeld sind Garant für einen feierlichen Ausklang des Weihnachtsfestes.
Sie können auch unser Reservierungsformular nutzen, um Karten an der Abendkasse hinterlegen zu lassen.
Oder rufen Sie unser Kartentelefon an: 0201-51 56 84
Die Eintrittspreise liegen zwischen 10,- und 40,- €;
Ermäßigungen für Schüler, Studenten und
Arbeitslose bis zu 5,- € je Karte gibt es
an der Abendkasse.
Ausführende:Mona Spägele (Sopran), Beat Duddeck (Altus), Christian Mücke (Tenor), Friedrich W. Möller (Bass), Barockensemble Monte Spina auf historischen Instrumenten, Peterskantorei Dornberg, Leitung: Hans-Martin Knappe
Bielefeld. Als „festlicher Höhepunkt der Adventszeit im Herzen der Bielefelder Altstadt“, so die Pressemitteilung, wird am Sonntag, 16. Dezember (3. Advent), um 19 Uhr das Weihnachtsoratorium (Teile I-III) von Johann Sebastian Bach in der Altstädter Nicolaikirche erklingen. Ergänzt wird das Programm durch die Solosopran-Arie „Süßer Trost, mein Jesus kommt“ aus der gleichnamigen weihnachtlichen Kantate BWV 151 von Johann Sebastian Bach.
mit Mitgliedern des Philharmonischen Orchesters Bielefeld werden überregional angesehene Gesangssolisten bei der Aufführung mitwirken: Jutta Potthoff (Sopran) ist seit mehreren Jahren als Dozentin für das Fach Gesang an der Hochschule für Kirchenmusik in Herford tätig. Altistin Bettina Pieck aus Gütersloh ist neben ihrer intensiven Tätigkeit als Konzertsängerin auch Mitglied des Rundfunk-Chores Berlin. Bariton Joachim Goltz machte in verschiedensten Produktionen des Detmolder Landestheaters von sich Reden und begeisterte dort sein Publikum. Seit der Spielzeit 2011/12 ist er festes Ensemble-Mitglied am Staatstheater Wiesbaden. Komplettiert wird das Solistenensemble durch den Tenor Julius Pfeifer aus Stuttgart. Neben Engagements an der Jungen Oper der Stuttgarter Staatsoper ist er seit 2000 Mitglied des SWR-Vokalensembles (Echo Klassik 2009 und 2011).
Karten sind bei der Tourist-Information im Neuen Rathaus und an der Abendkasse erhältlich.
„Fallt Mit DanKen, Fallt Mit loben“ Kantatengottesdienst bei Kerzenschein am Neujahrstag
In diesem Gottesdienst der Reformierten und der Neustädter Mariengemeinde erklingt die
Der Kartenvorverkauf für das Weihnachtsortorium für den 9. Dezember 2012 um 17:00 Uhr hat begonnen !
Mit der Aufführung von Johann Sebastian Bachs „Magnificat“ und
„Weihnachtsoratorium“ (Kantaten I – III)
knüpft die Kantorei an der Auferstehungskirche im zu ende gehenden Jahr der Kirchenmusik an die gute protestantische Tradition an, der Advents- und Weihnachtszeit einen besonderen klangvollen Akzent zu geben.
Mit dem „Magnificat“ hat Bach eines der ältesten christlichen Lieder vertont. Niemand geringeres als Maria, die Mutter Jesu, stimmt diesen Gesang an. Die Nachricht des Erzengels Gabriel, Maria würde (unverheiratet) schwanger werden und einen Sohn gebären, lähmt die junge Frau nicht, noch verschlägt sie ihr die Sprache. Sie macht sich auf den langen Weg (man wandert gut 24 Stunden) zu ihrer Kusine Elisabeth, die im hohen Alter ebenfalls ein Kind empfangen hatte und erwidert deren Gruß mit einem Lied: „Magnificat anima mea Dominum, et exultavit spiritus meus in Deo salutari meo.“ – „Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.“
findet traditionell um 6:00 Uhr in der Früh die musikalische
“Christmette bei Kerzenschein”
in der Kirche zu Bergkirchen-Bad Salzuflen statt.
In diesem Jahr steht sie ganz im Zeichen von
Johann Sebastian Bach
Zu hören sind die Eingangs-Chöre und Schluss-Chöre
aus seinem Weihnachtsoratorium BWV 248, Kantate Nr. 4,
aus der Kantate »Wie schön leuchtet der Morgenstern«BWV 1
und aus der Kantate »Uns ist ein Kind geboren«BWV 142.
Die Besucher sind eingeladen, bei den zahlreichen alten und neuen Weihnachtsliedern mit einzustimmen. Unter der Leitung von Kantor Rainer Begemann musizieren die Kantorei und der Posaunenchor Bergkirchen und ein Orchester mit Musikern aus der Region.
Die Orgel spielt Kantor Hans-Martin Harms.
Der Gottesdienst beginnt um 06:00 Uhr im Schein der zahllosen Kerzen und endet mit Kerzenschein und Glockengeläut beim »O du fröhliche« der Gemeinde.
Im Anschluss findet im Gemeindehaus ein Weihnachtsfrühstück statt.
(Mitsänger(innen) sind herzlich willkommen, eine Kontaktprobe ist am 4.1.2013 um 18-22 Uhr im Gemeindehaus
„Fallt mit Danken, fallt mit Loben….“ – Mit diesem Chor beginnen die drei weniger bekannten Kantaten des insgesamt sechs Kantaten umfassenden Zyklus des Weihnachtsoratoriums. J.S. Bach hat die Kantaten für den Sonntag nach Weihnachten, für den Neujahrstag und für Epiphanias komponiert.
Mit diesen drei wunderschönen festlichen Kantaten wird der Weihnachtsfestkreis abgeschlossen. Ausführende sind der Chor der Stadtkirche mit einigen Gästen, einOrchester unter der Leitung von Gregor van den Boom und Solisten. Die Leitung hat Kantorin Waltraud Huizing.
Eintritt: 10 Euro im Vorverkauf, 15 Euro an der Abendkasse.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 18.11.2012 begehen wir den 24. Sonntag nach Trinitatis“
Die Erzählung von der Auferweckung der Tochter des Jairus zeigt uns am 24. Sonntag nach trinitatis die Macht Jesu über den Tod. Er ist der Erstgeborene von den Toten, und so können wir zuversichtlich leben, auch wenn wir wissen, dass alles, was wir tun, vergehen wird. Die Taten Gottes aber haben ewigen bestand; durch Jesus Christus haben wir Teil an diesem großen Werk Gottes.
Wochenspruch:
Mit Freuden sagt Dank dem Vater, der euch tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht. (Kol 1, 12)
Wochenlied:
„Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen“ (EG 518)
YouTube – Musikvideo zum Wochenlied
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Bach-Kantaten für den 24. Sonntag nach ”Trinitatis“
Wilhelm Friedemann Bach (* 22. November 1710 in Weimar; † 1. Juli 1784 in Berlin) war ein deutscher Komponist aus der Familie Bach. Wilhelm Friedemann war der älteste Sohn Johann Sebastian Bachs. Aus seinem Geburtsort Weimar kam er 1717 mit seiner Familie nach Köthen, wo er die Lateinschule besuchte. Ab Juni 1723 besuchte er die Leipziger Thomasschule, nahm 1727 Violinunterricht bei Johann Gottlieb Graun, wurde 1729 als Jurastudent an der Universität Leipzig immatrikuliert und studierte außer den Rechten auch Philosophie und Mathematik
Wilhelm Friedemann Bach wechselte 1746-1770 nach Halle a.d. Saale zur Marktkirche Unserer Lieben Frauen. Sein Pflichtenkreis war umfangreicher als in Dresden: zu hohen Festtagen und Sonntagen mußten die drei Hauptkirchen (Liebfrauen-, St. Ulrich-, St. Moritzkirche), an kleineren Festtagen die Liebfrauenkirche mit Kantaten versehen werden. Ihm standen auch Stadtmusiker und ein Collegium Musicum zur Verfügung. Seine Stellung ähnelte derjenigen seines Vaters in Leipzig; auch den Titel „Director Musices“ führte er.
Zu Pfingsten 1746 führte er seine erste Kantata „Wer mich liebet“ auf. Ca. 20 Kantanten sind aus dieser Zeit erhalten. Wilhelm Friedemann Bach hatte dort ausgezeichnete Schüler herangebildet. (Johann Samuel Petri, Friedrich Wilhelm Rust). 1764 gab er sein Amt in Halle auf. Seither lebte er ohne feste Anstellung und versuchte, durch Konzerte, Unterricht und Kompositionen seinen Lebensunterhalt zu verdienen. 1770 zog er nach Braunschweig, im Frühjahr 1774 nach Berlin wo er dort am 1. Juli 1784 verstarb.
Charakterlich ist Wilhelm Friedemann Bach seinem Vater, von dem er sich zeitlebens überschattet gefühlt haben muss, in mancher Hinsicht ähnlich gewesen. Als „unbequemer, widerborstiger Zeitgenosse“ geriet auch er in Konflikt mit seinen Vorgesetzten in einem Amt, das dem des Leipziger Thomaskantors durchaus ähnelte. Grundsätzlich wird über seine Rezeption neu nachzudenken sein, erst recht über seine Kirchenmusik in Halle, die im Vergleich ohne jeden Zweifel zum Innovativsten gehört, was in dieser Zeit geschrieben wurde.
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Video:
Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784)
Weihnachts-Kantate – „O Wunder, wer kann dieses fassen“ (WFB F 2)
Grundsätzlich wird über seine Rezeption neu nachzudenken sein, erst recht über seine Kirchenmusik in Halle, die im Vergleich ohne jeden Zweifel zum Innovativsten gehört, was in dieser Zeit geschrieben wurde.
Zum diesem Umstand haben zwei Dinge beigetragen: Zum einen ist der Werkbestand mit etwas über 20 erhaltenen Werken überschaubar, zum anderen stand Friedemann Bach nicht unter dem Druck, jede Woche eine neue Kantate aufführen zu müssen. Nur alle drei Wochen wurde dies von ihm verlangt, und dabei mussten es nicht einmal eigene Werke sein. Hauptsächlich wurde dabei Telemann gespielt, Bach konnte sich so auf die eigenen Beiträge zu den Festtagen konzentrieren und damit besonders elaborierte Werke präsentieren.
Zu kämpfen haben teilweise die Hornisten in der Weihnachts-Kantate „O Wunder, wer kann dieses fassen“ mit ihren sehr hoch liegenden, exponierten Partien. Sehr individuell bis kurios komponiert mutete in dieser ein Duett mit schnellen begleitenden Basslinien an. Die Arien mit ihren teils kühnen Läufen und Koloraturen werden mit fantastischer Akkuratesse und Aussprache bewältigt. Mields‘ leuchtender, ätherischer Sopran, für vergleichbares Repertoire seit Jahren bewährt, kommt hier oft im Duett mit Gerhild Romberger zur Geltung, deren Altstimme kaum von der eines Countertenors zu unterscheiden ist….
„O Wunder, wer kann dieses fassen“ (WFB F 2)
1. Satz Sinfonia
2. Rezitativ (Bass) „O Wunder, wer kann dieses fassen?“
Als der älteste Sohn Johann Sebastian Bachs am 12. Mai 1764 dem Oberpfarrer die Schlüssel zur Orgelempore der Marktkirche von Halle an der Saale zurückgab und seinen Dienst quittierte, ging in die- ser Stadt eine glanzvolle musikalische Epoche sang- und klanglos zu Ende. Seit Samuel Scheidt war die Organistenstelle stets von herausragenden Virtuosen und Komponisten bekleidet worden. Friedemann Bach hatte über Jahre hinweg mit ansehen müssen, wie die anfangs noch günstigen Bedingungen seiner Anstellung sich zunehmend verschlechterten, sodass ihm für die Verwirklichung seiner künstlerischen Ziele zuletzt offenbar kaum noch Spielraum blieb.
In seinen etwa 20 erhaltenen Kantaten und Messkompositionen gelangte der Bach-Sohn zu musikalischen Lösungen, die immer wieder aufs Neue nach Pathos und Anmut, Brillanz und Originalität, kunstreicher Mannigfaltigkeit und natürlicher Schlichtheit streben. Zwei neue CDs, beide fast ausnahmslos mit Ersteinspielungen angefüllt, dokumentieren die weithin vergessenen musikalischen Perlen und führen zu einem audiophilen Genuss.
Viele seiner Werke galten lange als verschollen. Seit den 1990er-Jahren liegen zunehmend mehr Einspielungen vor. Der Harvard-Professor Christoph Wolff trug 1999 mit seiner Entdeckung umfangreicher bis dahin verschollener Bestände des Archivs der Singakademie Berlin in Kiew zu einer Erweiterung der Anzahl der bekannten Noten Bachs bei. Im Jubiläumsjahr 2010 veröffentlichte das Bach-Archiv Leipzig eine elfbändige Gesamtdokumentation mit Unterstützung des Packard Humanities Institute in Los Altos, Kalifornien. Im selben Jahr begann eine CD-Ausgabe der vollständigen Werke des Komponisten unter Verwendung des wiederentdeckten Materials aus dem Archiv.
Aufführungsort: Romsey Abbey, Hampshire am 30.1.2000
Kantaten-Beschreibung:
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Kantate: BWV 26 “Ach wie flüchtig, ach wie nichtig“
Bei nur zwei Kantaten für dieses spezielle Fest nach Epiphanias war noch Platz für eine weitere ‚Wasser’-Kantate, BWV 26 „Ach wie flüchtig, ach wie nichtig“, im November 1724 komponiert, die auf unserer Kantatenpilgerreise (da Ostern 2000 so spät lag, gab es keinen vieundzwanzigsten Sonntag nach Trinitatis) sonst keine Chance gehabt hätte. Wie bei vielen Kantaten Bachs der späten Trinitatiszeit ist das zentrale Thema die Kürze des menschlichen Lebens und die Eitelkeit der irdischen Hoffnungen. Bach legt seiner Kantate einen Absatz aus den dreizehn Strophen eines Kirchenliedes von Michael Franck (1652) zugrunde, das in Leipzig und Dresden zum Liedprogramm für diesen Sonntag gehörte. Das instrumentale Ritornell zu der einleitenden Choralfantasie ist ein gewaltiges Stück musikalischer Feinbäckerei. Lange bevor Francks Hymnus einsetzt (Sopranstimmen, vom Cornetto verdoppelt), wartet Bach mit einem Vergleich des Menschenlebens mit einem aufziehenden Nebel auf, der bald wieder weichen wird. Flüchtige, im Pedal angedeutete Skalen, die sich kreuzen und noch einmal verkreuzen, vereinen und wieder teilen, schaffen eine trügerische, schwermütige Stimmung – die brillante Ausgestaltung einer Idee, die er schon einmal in Weimar hatte (1714/16), als er einen Orgelchoral zu einer vereinfachten Fassung von Francks Lied schrieb (BWV 644).
In der zweiten Strophe vergleicht Franck die ‚Lebenstage’ der Menschen mit einem ‚rauschend Wasser’, Tropfen, die ‚in den Abgrund schießen’ und sich zerteilen, ein Bild, wie es die Romantiker liebten. Könnte Goethe Francks Choral gekannt haben, als er seinen wunderbaren ‚Gesang der Geister über der Wassern’ irgendwann in den 1780er Jahren in Weimar schrieb? Urromantisch mutet die Weise an, wie Bach Francks Verse für Tenor, Flöte, Violine und Continuo vertont (No.2), wobei jeder Musiker immer wieder andere Aufgaben erhält – sie antworten, imitieren, wiederholen oder verdoppeln einander – und auf seine Art doch immer beiträgt zu der beharrlichen Zielstrebigkeit des hinabstürzenden Stroms.
Es ist eine Technik, die Schubert bewundert haben mag, als er Goethes Gedicht für Männerchor vertonte – nicht weniger als viermal. Das Leben als Nebelschwaden, dann als reißender Gebirgsbach; jetzt hat Bach mit der Zerstörung des Materials zu tun, ‚bis alles zerschmettert in Trümmern zerfällt’. Er besetzt diesen ‚Totentanz’ mit drei Oboen und Continuo, die seinen Bass-Solisten in einer imitierten Bourrée stützen (Nr. 4). Wo man erwarten würde, dass diese Oboentrinität eine Stimmung irdischen (fast evangelikalen) Pomps entfaltet, wird ihre Rolle mit dem bewegenden Einsatz des Sängers allmählich immer subversiver und bildhafter, zunächst in der pochenden Begleitung, die das Gefüge jener ‚irdischen Schätze’, durch das sich die Menschen verführen lassen, zu unterminieren scheint, dann durch fransige Figuren, die für die züngelnden Flammen stehen, von denen sie bald zu Asche verbrannt werden, und schließlich in rasenden Sechzehntelskalen aus Quartsextakkorden für jene ‚wallenden Fluten’, die alle weltlichen Dinge auseinander reißen werden. Am einfallsreichsten von allem sind vielleicht die zwei kurzen Secco- Rezitative, in denen Bach den vergänglichen menschlichen Ehrgeiz beschreibt (Nr. 3) und wie ‚die höchste Herrlichkeit und Pracht’ ebenfalls eines Tages zu ‚Staub und Asche’ werden wird (Nr. 5). Ebenso wunderbar wie die Deklamation ist die Wortmalerei. Jedes dieser Rezitative könnte allein stehen, als allgemeine Lehre von den letzten Dingen und als Bachs persönliche Art, die Botschaft in eine Musik von phänomenaler Ökonomie und Prägnanz einzuschließen.
Das Innere der Romsey Abbey ist insofern eine Offenbarung, als es gepflegte Anmut mit den schönen Proportionen romanischer Stämmigkeit verbindet. Es schreit nach Musik. 907 von König Alfreds Sohn Edward als Nonnenkloster gegründet, wurde die Kirche von den Dänen und dann noch einmal von den Normannen geplündert. Sie entging zu der Zeit, als die Klöster aufgelöst wurden, dem Schicksal, eine pittoreske Ruine zu werden, als die Bürger von Romsey 1544 die weise Entscheidung trafen, sie für £100 als ihre Pfarrkirche zu kaufen. Das Schiff wird von drei gedeckten Arkaden, Empore und Lichtgaden flankiert. Wenn man den Blick nach Westen richtet, erkennt man, dass die letzten drei Bögen, die zwei letzten Erker der Empore und fast der gesamte Lichtgaden frühgotisch sind, nicht normannisch. Dann, ein Erker vor der Vierung, ändert sich der Rhythmus: Hier befinden sich, als stämmigste von allen, zwei riesige zylindrische Säulen, die über zwei Stockwerke aufragen. Überall sind Spuren von Baumeistern des 12. und 13. Jahrhunderts vorhanden, die mit neuen Stilen und Motiven aus dem Ausland experimentierten – so wie Bach es tat, als er dem italienischen Konzert begegnete. Welchen Reim mögen die aus Stein gemeißelten, von den Kragen auf uns herabspähenden Figuren sich wohl aus all dem gemacht haben?
Erstmals wagt sich ein Veranstalter daran, die theologischen, dramaturgischen und kompositionstechnischen Verbindungslinien der großen oratorischen Kompositionen Bachs in eine unmittelbare Beziehung zu setzen: Weihnachts-Oratorium, Johannespassion, Oster- und Himmelfahrts-Oratorium fügen sich zu einem inhaltlich wie musikalisch bestimmten Großprojekt zusammen.
Rudolf Lutz Dirigent und Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen
J.S. Bach Cantata BWV 26 „Ach wie flüchtig, ach wie nichtig“
Kantate BWV 26 zum 24. Sonntag nach Trinitatis für Alt, Tenor und Bass Vokalensemble, Corno, Flauto traverso, Oboen I–III, Fagott, Streicher und Continuo
Die DVD (in Deutsch, keine Untertitel) eine Filmaufnahme der kompletten Kantate, Einführungs-Workshop, Reflexion Vortrag des Redners und ein filmisches Porträt der JS Bach-Stiftung..
vom 13.11.2012 kündigt Sir J. E. Gardiner die Veröffentlichung seines J.S. Bach Buches für den Monat September 2013 an. Diese Veröffentlichung wir es vorerst nur in einer englischen Version geben. Wir würden uns in Deutschland sehr darüber freuen, wenn eine deutsche Übersetzung schnellstens zur Veröffentlichung gebracht würde.
Ich zitiere aus der englischen Zeitung:
Our conversation touches on Mr. Gardiner’s forthcoming book on Bach, scheduled for British publication next September. „It’s less a conventional biography,“ he explains, „than a series of 14 contextualizing approaches to Bach through the music.“ For instance, one chapter explores „the family ramifications and what it meant to be a Bach, while comparing Europe’s parallel musical dynasties at the time: the Bachs in Germany, the Scarlattis in Italy, the Bendas of Bohemia and the Couperins in France. Another chapter . . . investigates Bach’s relationship to Martin Luther and the complexity of the religious element in Bach’s music. And on it goes.“
Lucas Cranach the Elder (1472-1553), Luther’s close friend and portraitist, is a painter Mr. Gardiner identifies with Bach. „Cranach is so much part of Lutheran iconography that he’s an inescapable part of Bach’s heritage, and Bach must have been introduced to his work during his years in Weimar, where Cranach’s house still stands……………….“
Aufgerüttelt durch einen Zeitungsartikel in der „Thüringer Allgemeine“ vom 25.10.2012 möchte ich auf einen interessanten Zeitungs-Beitrag hinweisen. In einem Artikel von zwei ehemaligen Detmolder Musikstudentinnen wurde eine herbe Kritik an die Stadt Weimar gerichtet.
Unternimmt die Stadt Weimar finanziell zu wenig, um das großartige Erbe von „Johann Sebastian Bach“ – (J. S. Bach lebte dort 1703 und 1708-1717) – als ein überragendes Kulturerbe zu pflegen?
Schon öfters besuchten wir Weimar dabei ist uns immer wieder aufgefallen, dass wohl nur für Schiller & Goethe von der Stadt etwas gepflegt und unterhalten wird. Spuren von J.S. Bach sind so gut wie keine zu finden. Abseits des Marktplatzes in einer versteckten Nische ist eine J.S. Bach-Büste bei Wohlwollen zu sehen sowie eine kleine Gedenktafel am ehemaligen Wohnhaus, das mittlerweile abgerissen ist, das wars.
Gedenktafel J.S. Bach in Weimar
Hier sollten die Thüringer und Bürger der Stadt Weimar etwas Unternehmen, diesen Missstand zu beheben. Eine bundesweite Bach-Aktion könnte dabei Unterstützung erfahren.
Wir Besucher von Weimar wollen nicht nur die Spuren von Schiller, Goethe und Liszt entdecken, sondern auch die Spuren vom großen Barock-Komponisten
„Johann Sebastian Bach“
in einem würdigen Rahmen präsentiert wissen.
Bachstadt Ohrdruf. Eine Tafel am Michaelisturm erinnert an J.S. Bach.
in Weimar das zu Herzen genommen, doch geschehen ist bis heute so gut wie nichts, leider..!!
Viele kleine Ortschaften in Thüringen (z.B.Wechmar,Ohrdruf, Dornheim) haben mit einer großartigen Bach-Pflege Weimar den Rang abgelaufen und das mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten.
Hier der Auszug aus dem Artikel der TLZ:
„Weimar tut zu wenig für Bach-Erbe“
Umso enttäuschender sei es, wie Weimar, wo sich Bach immerhin von 1708 bis 1717 aufhielt, mit diesem Erbe umgeht: „Es gibt zwar einen sehr rührigen Verein, der sich den Wiederaufbau des Bachhauses zum Ziel gesetzt hat, aber die Stadt selbst tut zu wenig.“ Doch das ist auch schon fast die einzige Negativ-Erfahrung, die beide auf ihrer Radtour sammelten. Mareike Neumann: „Grundsätzlich bietet der Weg eine ungemein inspirierende Kombination aus Natur und Kultur auf den Spuren Bachs – als richtige Themenroute ausgewiesen, könnte er noch viel mehr Touristen anlocken.“
Stammhaus der Bache in Wechmar
Den beiden Musikerinnen schwebt deshalb zweierlei vor: Zum einen knüpfen sie fleißig Kontakte zu Thüringer Touristikern und Bach-Enthusiasten, damit der Weg als Marke entwickelt wird – optisch wäre das zum Beispiel mit dem berühmten Bach-Siegel oder einemBach-Porträt möglich. Zum anderen konzipieren sie einen Wanderführer, der gut in den Lenkertaschen-Kartenhalter passen und von Hinweisen zur Anreise sowie Schwierigkeitsgrad und Wegbeschaffenheit bis hin zu Übernachtungsmöglichkeiten alles auflisten soll, was Radwanderer interessiert.
Trauungs-Kirche J.S. Bach- St. Bartholomäi in Dornheim
Mit dem Dreilindenverlag Berlin haben sie auch schon einen Verlag gefunden, der das Vorhaben unterstützt. „Am schönsten wäre es natürlich, wenn der Radweg schon offiziell ausgewiesen wäre, wenn das Buch erscheint“, meint Anna-Luise Oppelt. Wer sich auf die Route einlasse, dürfe sich auf viele Entdeckungen freuen. Mareike Neumann: „Da ist zum einen die reizvolle Landschaft, zum anderen der Gedanke: Ah, hier war es also, dass Bachdiese oder jene Kantate schrieb. Das ist faszinierend.“ Und – wie die Musikerinnen finden – auch ausbaufähig: So sei denkbar, dass Smartphone-Besitzer über eine App jeweils die Kompositionen hören können, die Bach am jeweiligen Standort schuf. Eine schöne Idee: en passant zum Bach-Spezialisten werden, während man in die Pedale tritt und sich den Wind um die Nase wehen lässt…
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 11.11.2012 begehen wir den 23. Sonntag nach Trinitatis“
Die Frage, ob man dem Staat Steuern zahlen solle oder nicht, steht am 23. Sonntag nach Trinitatis im Vordergrund. Die Kirche weiß, dass sie in dieser Welt nur Gast ist und daher auch Freiheit ihr gegenüber hat. Zugleich aber, da wir in dieser Welt leben, haben wir eine Verantwortung für sie wahrzunehmen, indem wir mit unserem Gebet für sie eintreten. Ein Staat aber, der den Menschen nicht achtet und ihm seine Würde nimmt, handelt entgegen dem Evangelium und wird daher auch von der Gemeinde Jesu zur Änderung seines Tuns aufgerufen werden.
Wochenspruch:
Dem König aller Könige und Herr aller Herren, der allein Unsterblickeit hat, dem sei Ehre und ewige Macht! (1. Tim 6, 15b.16a.c)
Wochenlied:
„In dich hab ich gehoffet, Herr“ (EG 275)
YouTube – Musikvideo zum Wochenlied
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Bach-Kantaten für den 23. Sonntag nach ”Trinitatis“
Wilhelm Friedemann Bach (* 22. November 1710 in Weimar; † 1. Juli 1784 in Berlin) war ein deutscher Komponist aus der Familie Bach. Wilhelm Friedemann war der älteste Sohn Johann Sebastian Bachs. Aus seinem Geburtsort Weimar kam er 1717 mit seiner Familie nach Köthen, wo er die Lateinschule besuchte. Ab Juni 1723 besuchte er die Leipziger Thomasschule, nahm 1727 Violinunterricht bei Johann Gottlieb Graun, wurde 1729 als Jurastudent an der Universität Leipzig immatrikuliert und studierte außer den Rechten auch Philosophie und Mathematik
Wilhelm Friedemann Bach wechselte 1746-1770 nach Halle a.d. Saale zur Marktkirche Unserer Lieben Frauen. Sein Pflichtenkreis war umfangreicher als in Dresden: zu hohen Festtagen und Sonntagen mußten die drei Hauptkirchen (Liebfrauen-, St. Ulrich-, St. Moritzkirche), an kleineren Festtagen die Liebfrauenkirche mit Kantaten versehen werden. Ihm standen auch Stadtmusiker und ein Collegium Musicum zur Verfügung. Seine Stellung ähnelte derjenigen seines Vaters in Leipzig; auch den Titel „Director Musices“ führte er.
Zu Pfingsten 1746 führte er seine erste Kantata „Wer mich liebet“ auf. Ca. 20 Kantanten sind aus dieser Zeit erhalten. Wilhelm Friedemann Bach hatte dort ausgezeichnete Schüler herangebildet. (Johann Samuel Petri, Friedrich Wilhelm Rust). 1764 gab er sein Amt in Halle auf. Seither lebte er ohne feste Anstellung und versuchte, durch Konzerte, Unterricht und Kompositionen seinen Lebensunterhalt zu verdienen. 1770 zog er nach Braunschweig, im Frühjahr 1774 nach Berlin wo er dort am 1. Juli 1784 verstarb.
Charakterlich ist Wilhelm Friedemann Bach seinem Vater, von dem er sich zeitlebens überschattet gefühlt haben muss, in mancher Hinsicht ähnlich gewesen. Als „unbequemer, widerborstiger Zeitgenosse“ geriet auch er in Konflikt mit seinen Vorgesetzten in einem Amt, das dem des Leipziger Thomaskantors durchaus ähnelte. Grundsätzlich wird über seine Rezeption neu nachzudenken sein, erst recht über seine Kirchenmusik in Halle, die im Vergleich ohne jeden Zweifel zum Innovativsten gehört, was in dieser Zeit geschrieben wurde.
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Video Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784)
Kantate „Dies ist der Tag ‚, da Jesu Leidenskraft“
Als der älteste Sohn Johann Sebastian Bachs am 12. Mai 1764 dem Oberpfarrer die Schlüssel zur Orgelempore der Marktkirche von Halle an der Saale zurückgab und seinen Dienst quittierte, ging in die- ser Stadt eine glanzvolle musikalische Epoche sang- und klanglos zu Ende. Seit Samuel Scheidt war die Organistenstelle stets von herausragenden Virtuosen und Komponisten bekleidet worden. Friedemann Bach hatte über Jahre hinweg mit ansehen müssen, wie die anfangs noch günstigen Bedingungen seiner Anstellung sich zunehmend verschlechterten, sodass ihm für die Verwirklichung seiner künstlerischen Ziele zuletzt offenbar kaum noch Spielraum blieb.
In seinen etwa 20 erhaltenen Kantaten und Messkompositionen gelangte der Bach-Sohn zu musikalischen Lösungen, die immer wieder aufs Neue nach Pathos und Anmut, Brillanz und Originalität, kunstreicher Mannigfaltigkeit und natürlicher Schlichtheit streben. Zwei neue CDs, beide fast ausnahmslos mit Ersteinspielungen angefüllt, dokumentieren die weithin vergessenen musikalischen Perlen und führen zu einem audiophilen Genuss.
Viele seiner Werke galten lange als verschollen. Seit den 1990er-Jahren liegen zunehmend mehr Einspielungen vor. Der Harvard-Professor Christoph Wolff trug 1999 mit seiner Entdeckung umfangreicher bis dahin verschollener Bestände des Archivs der Singakademie Berlin in Kiew zu einer Erweiterung der Anzahl der bekannten Noten Bachs bei. Im Jubiläumsjahr 2010 veröffentlichte das Bach-Archiv Leipzig eine elfbändige Gesamtdokumentation mit Unterstützung des Packard Humanities Institute in Los Altos, Kalifornien. Im selben Jahr begann eine CD-Ausgabe der vollständigen Werke des Komponisten unter Verwendung des wiederentdeckten Materials aus dem Archiv.
Aufführungsorte:Kantaten für den „22. und 23. Sonntag nach Trinitatis“
Veranstaltungsorte:
CD1 – All Saints, Tooting am 17. November 2000
CD 2 – Winchester Cathedral, am 26. November 2000
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CD – e i n s – Inhalte:Kantaten für den „22. Sonntag nach Trinitatis“
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BWV 55 “Ich armer Mensch, ich Sündenknecht“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 171 – Vol. 12 – CD 1
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BWV 60 “O Ewigkeit, du Donnerwort II
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 171 – Vol. 12 – CD 1
BWV 89 “Was soll ich aus dir machen, Ephraim“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 171 – Vol. 12 – CD 1
BWV 115 “Mache dich, mein Geist, bereit“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 171 – Vol. 12 – CD 1
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CD –z w e i – Inhalte:Kantaten für das „23. Sonntag Nach Trinitatis“
BWV 52 – „Falsche Welt, dir trau ich nicht“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 171 – Vol. 12 – CD 2
BWV 139 – „Wohl dem, der sich auf seinen Gott“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 171 – Vol. 12 – CD 2
BWV 140 – „Wachet auf, ruft uns die Stimme“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 171- Vol. 12 – CD 2
BWV 163 – „Nur jedem das Seine !“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 168 – Vol. 11 – CD 2…
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.Kantaten für den 23. Sonntag nach Trinitatis
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Aufführungsort: Winchester Cathedral, am 26. November 2000
Kantaten-Beschreibung:
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Kantate: BWV 139 „Wohl dem, der sich auf seinen Gott“
Ebenfalls nicht mehr vorhanden ist das Autograph der Partitur zu der Kantate
BWV 139 „Wohl dem, der sich auf seinen Gott“,
mit der wir unser Konzert begannen. Erhalten ist ein unvollständiger Satz von Stimmen, die bei der Uraufführung im November 1724 verwendet wurden. Zum Glück lassen sich diese ergänzen durch den figurierten Continuopart der letzten beiden Sätze, den Bach für eine Wiederaufführung zwischen 1732 und 1735 eigenhändig transponierte, durch den obligaten Violinpart, den sein zukünftiger Schwiegersohn Johann Christoph Altnickol zwischen 1744 und 1747 für die Bass-Arie (Nr. 4) ausschrieb, sowie durch die überzeugende Rekonstruktion, die Robert Levin für den fehlenden zweiten Violinpart der Tenor-Arie (Nr. 2) für uns hergestellt hat. Solche Lücken finden sich im Quellenmaterial dieser vereinzelten, gelegentlich verwendeten Stücke leider allzu oft. Glücklicherweise haben wir alle notwendigen Stimmen für den Eingangschor, eine raffiniert gebaute Choralfantasie in E-dur.
Aufbauend auf den drei gleich langen Segmenten der Choralform (A–A–B) variiert Bach geschickt die Verteilung des melodischen Materials, das den tiefen, mit den Instrumenten in einen heftigen konzertanten Diskurs verstrickten Stimmen (Streichern und zwei Oboen d’amore) gemeinsam ist. Doch überall scheint durch, welcher Einfallsreichtum Bachs Musik auszeichnet. Die pastorale Lyrik, die den ersten Abschnitt prägt, schildert das Vertrauen des wahren Gläubigen, ‚der sich auf seinen Gott / recht kindlich kann verlassen’; ihr folgt im zweiten Teil der trotzige Verweis auf die Widrigkeiten der Welt und ‚alle Teufel [die ihn] hassen’, während im abschließenden Abschnitt (B), wo er ‚dennoch wohlvergnügt’ bleibt, Bach die Proportionen zwischen den vokalen und instrumentalen Episoden angleicht, um zu einer befriedigenden Auflösung zu gelangen.Bach fährt mit einer mächtigen Tenor–Arie mit zwei obligaten Violinen fort, in der die Zuversicht schaffende, beharrlich wiederholte Behauptung ‚Gott ist mein Freund’ durch die ungestüme Musik unterhöhlt wird, die den Feind schildert, der sich mit ‚Neid und Hass’ gegen den Gläubigen erhebt.
Es dürfte eines der wenigen Beispiele in der Barockliteratur sein, wo Scherzhaftigkeit in der Musik beabsichtigt ist: ‚Ja, redet nur die Wahrheit spärlich, / seid immer falsch, was tut mir das? / Ihr Spötter seid mir ungefährlich’. Zu spüren ist, wie Bach seinen ganzen Einfallsreichtum ausschöpft, um den Stil einer italienischen Triosonate den Anforderungen dieses aufsässigen Textes anzupassen, um zu betonen, in welcher Zwickmühle sich der Tenor befindet.
Noch viel fesselnder ist die Bass-Arie (Nr. 4) für konzertierende Violine, die gegen zwei unisono geführte Oboen d’amore und Continuo gesetzt ist. Hier wechselt Bach bei den Worten ‚Doch plötzliche erscheinet die helfende Hand’ von einem bröseligen Gefüge mit doppelt punktierten Noten zu einer Textur im 6/8-Takt, wie sie unbekümmerter nicht sein kann. Das geschieht nahtlos (dreimal), wie ein Ausblenden oder Überblenden im Film, und lässt an die ausgestreckte Hand Gottes denken, die Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle gemalt hat. Doch lange dauert das nicht, es ist nur ein Vorspiel bis zur Rückkehr der bröseligen Rhythmen des ‚Unglücks’ und zwei Abschnitten, wo sich das Tempo verringert, die konzertierenden Instrumente ausscheiden und ein Arioso ‚des Trostes Licht’ schildert, das von weitem scheint.
Erstmals wagt sich ein Veranstalter daran, die theologischen, dramaturgischen und kompositionstechnischen Verbindungslinien der großen oratorischen Kompositionen Bachs in eine unmittelbare Beziehung zu setzen: Weihnachts-Oratorium, Johannespassion, Oster- und Himmelfahrts-Oratorium fügen sich zu einem inhaltlich wie musikalisch bestimmten Großprojekt zusammen.
.Die DVD (in Deutsch, keine Untertitel) eine Filmaufnahme der kompletten Kantate, Einführungs-Workshop, Reflexion Vortrag des Redners und ein filmisches Porträt der JS Bach-Stiftung..
Mehr als drei Jahrzehnte leitete Helmuth Rilling die von ihm gegründete Internationale Bachakademie in Stuttgart und erarbeitete sich in der Musikszene den Namen „Bach-Papst“. Zum Abschied von seinem Lebenswerk hat sich Bundespräsident Joachim Gauck angekündigt. Mit einem Festkonzert im Stuttgarter Beethoven-Saal am 24. August 2013 will Rilling symbolisch sein Amt an das neue Führungsduo, Hans-Christoph Rademann als künstlerischen Leiter und Gernot Rehrl als neuen Intendanten, übergeben.
»Musik darf nie bequem sein, nicht museal, nicht beschwichtigend. Sie muss aufrütteln, die Menschen persönlich erreichen, sie zum Nachdenken bringen.«
Dies ist das persönliche Leitbild Helmuth Rillings, des Dirigenten, Lehrers und Botschafter Bachs in der ganzen Welt.
1954 gründete Helmuth Rilling die Gächinger Kantorei, 1965 kam das Bach-Collegium Stuttgart als instrumentaler Partner dazu. Ab dieser Zeit datiert die intensive Beschäftigung Helmuth Rillings mit dem Werk Johann Sebastian Bachs. Er hat außerdem zur Wiederentdeckung der romantischen Chormusik beigetragen und fördert durch regelmäßige Kompositionsaufträge die zeitgenössische Musik. Mit seinen Ensembles gibt Rilling international Konzerte und ist gefragter Gastdirigent bei führenden Orchestern in aller Welt – darunter die Wiener Philharmoniker, das New York Philharmonic, das japanische NHK Symphony Orchestra und andere namhafte Klangkörper. Eine besondere Freundschaft bindet ihn seit über dreißig Jahren an das Israel Philharmonic Orchestra, das er zusammen mit der Gächinger Kantorei in über 100 Konzerten dirigierte. Die nächste gemeinsame Konzertserie ist für 2013 geplant.
Schallplatten-, Hörfunk- und Fernsehproduktionen dokumentieren das Schaffen Helmuth Rillings. Als erster Dirigent spielte er sämtliche Kantaten J. S. Bachs ein; zum Bach-Jahr 2000 erschien unter seiner künstlerischen Gesamtleitung mit der EDITION BACHAKADEMIE die Gesamtaufnahme des Bachschen Werkes auf 172 CDs. Mit der Einspielung von Krzysztof Pendereckis »Credo« gewann er den Grammy 2000 für die beste Chor-Darbietung und wurde erneut 2001 für die Einspielung von DEUS PASSUS von Wolfgang Rihm nominiert. Auf CD sind zuletzt Werke von Haydn, Händel, Gubaidulina (»Passion und Auferstehung Jesu Christi nach Johannes«, ausgezeichnet mit dem Echo Klassik 2008) sowie Brittens »War Requiem«, der von Rilling initiierte Messiah von Sven-David Sandström und das Verdi-Requiem erschienen. Rillings jüngste Aufnahme, Honeggers »Jeanne d’Arc«, erscheint 2012.
Eine Video mit Helmuth Rilling
Bach-Kantate – BWV 148 „Bringet dem Hern Ehre seines Namens“ (1 bis 3)
1. Bringet dem Hern Ehre seines Namens
2. Ich eile, die Lehren des Lebens zu hören (at 3:54)
3. So, wie der Hirsch nach frischem Wasser schreit (at 9:06)
Gächinger Kantorei Stuttgart
Bach-Collegium Stuttgart
Helmuth Rilling, Director
Wie die J.S. Bach-Stiftung St. Gallen(Schweiz) heute bekannt gibt, wird aus Anlass von 50.000 Facebook-Besuchern ein Video der J.S. Bach-Stiftung für 50 Stunden freigeschaltet.
50’000 Fans auf Facebook – Grund genug, um als Dankeschön eine volle Kantate mit Ihnen zu teilen (BWV 109). Sie wird 50 Stunden online zur Verfügung stehen. Wir wünschen viel Freude mit der Live-Aufnahme!
Ich stelle das Video von YouTube hier zum Ansehen bereit und wünsche viel Freude mit der
Das freigeschaltete Video der Bachstiftung wurde am 8.11.2012 am Mittag wieder gesperrt..!! Interessenten stelle ich von der Bachstiftung einen Video-Auszug, welches öffentlich zugänglich ist, zur Verfügung.
Aus dem BWV 109 „Ich glaube, lieber Herr, hilf meinem Unglauben“ ist der Schluss-Choral zu hören.:
„Wer hofft in Gott und dem vertraut, Der wird nimmer zuschanden“
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Auf der offiziellen YouTube-Seite der J.S. Bach-Stiftung sind für die Öffentlichkeit Videos von Bach-Kantaten frei geschaltet worden.
The cantata is performed by the J. S. Bach Foundation of St Gallen under Rudolf Lutz. Further information on the Bach Foundation at http://www.bachstiftung.ch. The DVD with the complete cantata, introductory workshop and reflection lecture (in German) is available.
Der Kartenvorverkauf für das Bach-Festival-Arnstadt 2013, welches im nächsten Jahr vom 15. bis 24. März 2013 in Arnstadt stattfindet, hat begonnen. Das Musik-Festival, welches auch im kommenden Jahr wieder mit einem hochkarätigen Programm rund um das Leben und Wirken Johann Sebastians Bachs aufwartet, hat dabei einiges an programmatischen Höhepunkten zu bieten.
Zum einen erwarten die Besucher ein sehr vielfältiges Konzertprogramm. So eröffnet der junge Pianist Francesco Tristano das Festival mit dem Konzert „Long Walk“. Ein Konzertprogramm über den langen Fußmarsch, den Bach von Arnstadt nach Lübeck unternahm, um seinem berühmten Vorbild Dietrich Buxtehudebeim Orgelspiel zuzuhören und später bei ihm zu studieren.
Dem Thema J.S. Bach auf eine eher humoristische Weise nähert sich Felix Reuter, der in seinem musikalischen Kabarett „Der verflixte Bach“ zahlreiche Anekdoten über das brisante Leben Bachs anklingen lässt und über so manchen musikalischen Diebstahl an Bachs Werken zu berichten weiß.
Ein weiterer Höhepunkt ist das Konzert „Bachs Schüler“ der ECHO Klassik-Preisträger Hamburger Ratsmusik. Sie widmen sich in ihrem Programm einem berühmten Schüler Bachs, Carl Friedrich Abel, der später ein wichtiges musikalisches Bindeglied in der Zeit zwischen Barock und Klassik werden sollte.
Doch das Bach-Festival-Arnstadt präsentiert nicht nur große Konzerthighlights. Auch theatralische Stadtführungen, Ausflüge in die Thüringer Orgellandschaftund in den Bach-StammortWechmar sowie kulinarische Höhepunkte halten Einzug in das sehr vielfältige Festival-Programm.
Weitere Informationen und Karten zu allen Veranstaltungen erhalten Sie unter
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 04.11.2012 begehen wir den 22. Sonntag nach Trinitatis“
Der 22. Sonntag nach Trinitatis befasst sich mit Schuld im weiteren Sinne, bekommt aber sein Thema vom Gleichnis vom „Schalksknecht“, das die Bitte des Vaterunsers „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern“ deutlich unterstreicht. Andere Aspekte der Schuld, die an diesem Sonntag durch die Perikopen angesprochen werden, sind die der Sündenvergebung und -bindung (!) durch die Nachfolger Jesu, der unbedingten Sündhaftigkeit des Menschen, selbst gegen seinen Willen, durch das Gesetz, und die der Unfähigkeit des Menschen, seine Schuld wieder gutzumachen. Die Vielschichtigkeit von Schuld macht es unmöglich, dieses Thema letztgültig abzuhandlen, da man auch immer selbst in der Schuld verhaftet ist und sich damit auch nicht zum Richter über andere erheben kann.
Am 22. Sonntag nach Trinitatis hören wir das Gleichnis vom Schalksknecht. Wir erfahren das kostbare Geschenk der Vergebung unserer unermesslichen Schuld durch den Tod Jesu Christi und danken Gott dafür, indem wir selbst unser Leben durch die Kraft der Vergebung gestalten und uns unserem Nächsten vergebend zuwenden.
Wochenspruch:
Bei dir ist die Vergebung, dass man dich fürchte. (Ps 130, 4)
Wochenlied:
„Herr Jesu, Gnadensonne“ (EG 404)
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YouTube – Musikvideo zum Wochenlied
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Bach-Kantaten für den 22. Sonntag nach ”Trinitatis“
Das 800jährige Bestehen der Thomaner wurde in einem festlichen Gottesdienst gefeiert, der am Reformationstag, 31. Oktober 2012 live aus der Leipziger Thomaskirche in der ARD übertragen wurde.
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Hierzu einige Video-Impressionen von dem Fest-Gottesdienst in der Thomaskirche am 31.10.2012
Wilhelm Friedemann Bach (* 22. November 1710 in Weimar; † 1. Juli 1784 in Berlin) war ein deutscher Komponist aus der Familie Bach. Wilhelm Friedemann war der älteste Sohn Johann Sebastian Bachs. Aus seinem Geburtsort Weimar kam er 1717 mit seiner Familie nach Köthen, wo er die Lateinschule besuchte. Ab Juni 1723 besuchte er die Leipziger Thomasschule, nahm 1727 Violinunterricht bei Johann Gottlieb Graun, wurde 1729 als Jurastudent an der Universität Leipzig immatrikuliert und studierte außer den Rechten auch Philosophie und Mathematik
Wilhelm Friedemann Bach wechselte 1746-1770 nach Halle a.d. Saale zur Marktkirche Unserer Lieben Frauen. Sein Pflichtenkreis war umfangreicher als in Dresden: zu hohen Festtagen und Sonntagen mußten die drei Hauptkirchen (Liebfrauen-, St. Ulrich-, St. Moritzkirche), an kleineren Festtagen die Liebfrauenkirche mit Kantaten versehen werden. Ihm standen auch Stadtmusiker und ein Collegium Musicum zur Verfügung. Seine Stellung ähnelte derjenigen seines Vaters in Leipzig; auch den Titel „Director Musices“ führte er.
Zu Pfingsten 1746 führte er seine erste Kantata „Wer mich liebet“ auf. Ca. 20 Kantanten sind aus dieser Zeit erhalten. Wilhelm Friedemann Bach hatte dort ausgezeichnete Schüler herangebildet. (Johann Samuel Petri, Friedrich Wilhelm Rust). 1764 gab er sein Amt in Halle auf. Seither lebte er ohne feste Anstellung und versuchte, durch Konzerte, Unterricht und Kompositionen seinen Lebensunterhalt zu verdienen. 1770 zog er nach Braunschweig, im Frühjahr 1774 nach Berlin wo er dort am 1. Juli 1784 verstarb.
Charakterlich ist Wilhelm Friedemann Bach seinem Vater, von dem er sich zeitlebens überschattet gefühlt haben muss, in mancher Hinsicht ähnlich gewesen. Als „unbequemer, widerborstiger Zeitgenosse“ geriet auch er in Konflikt mit seinen Vorgesetzten in einem Amt, das dem des Leipziger Thomaskantors durchaus ähnelte. Grundsätzlich wird über seine Rezeption neu nachzudenken sein, erst recht über seine Kirchenmusik in Halle, die im Vergleich ohne jeden Zweifel zum Innovativsten gehört, was in dieser Zeit geschrieben wurde.
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Video Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784)
. Symphonie D-dur, Fk 64 (BR C8)
Aus der Kantate „Dies ist der Tag ‚, da Jesu Leidenskraft
Als Auftakt zu Kantate „Dies der Tag ‚
I. Allegro e maestoso – II.Andante – Vivace –
Akademie für Alte Musik Berlin
Stephan Mai (Dirigent)
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Musik und Liturgie:
Peter Wollny, Januar 2011
Als der älteste Sohn Johann Sebastian Bachs am 12. Mai 1764 dem Oberpfarrer die Schlüssel zur Orgelempore der Marktkirche von Halle an der Saale zurückgab und seinen Dienst quittierte, ging in die- ser Stadt eine glanzvolle musikalische Epoche sang- und klanglos zu Ende. Seit Samuel Scheidt war die Organistenstelle stets von herausragenden Virtuosen und Komponisten bekleidet worden. Friedemann Bach hatte über Jahre hinweg mit ansehen müssen, wie die anfangs noch günstigen Bedingungen seiner Anstellung sich zunehmend verschlechterten, sodass ihm für die Verwirklichung seiner künstlerischen Ziele zuletzt offenbar kaum noch Spielraum blieb.
In seinen etwa 20 erhaltenen Kantaten und Messkompositionen gelangte der Bach-Sohn zu musikalischen Lösungen, die immer wieder aufs Neue nach Pathos und Anmut, Brillanz und Originalität, kunstreicher Mannigfaltigkeit und natürlicher Schlichtheit streben. Zwei neue CDs, beide fast ausnahmslos mit Ersteinspielungen angefüllt, dokumentieren die weithin vergessenen musikalischen Perlen und führen zu einem audiophilen Genuss.
Viele seiner Werke galten lange als verschollen. Seit den 1990er-Jahren liegen zunehmend mehr Einspielungen vor. Der Harvard-Professor Christoph Wolff trug 1999 mit seiner Entdeckung umfangreicher bis dahin verschollener Bestände des Archivs der Singakademie Berlin in Kiew zu einer Erweiterung der Anzahl der bekannten Noten Bachs bei. Im Jubiläumsjahr 2010 veröffentlichte das Bach-Archiv Leipzig eine elfbändige Gesamtdokumentation mit Unterstützung des Packard Humanities Institute in Los Altos, Kalifornien. Im selben Jahr begann eine CD-Ausgabe der vollständigen Werke des Komponisten unter Verwendung des wiederentdeckten Materials aus dem Archiv.
Aufführungsorte:Kantaten für den „22. und 23. Sonntag nach Trinitatis“
Veranstaltungsorte:
CD1 – All Saints, Tooting am 17. November 2000
CD 2 – Winchester Cathedral, am 26. November 2000
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CD – e i n s – Inhalte:Kantaten für den „22. Sonntag nach Trinitatis“
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BWV 55 “Ich armer Mensch, ich Sündenknecht“
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Gardiner Pilgrimage CD – SDG 171 – Vol. 12 – CD 1
BWV 60 “O Ewigkeit, du Donnerwort II“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 171 – Vol. 12 – CD 1
BWV 89 “Was soll ich aus dir machen, Ephraim“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 171 – Vol. 12 – CD 1
BWV 115 “Mache dich, mein Geist, bereit“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 171 – Vol. 12 – CD 1
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CD –z w e i – Inhalte:Kantaten für das „23. Sonntag Nach Trinitatis“
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BWV 52 – „Falsche Welt, dir trau ich nicht“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 171 – Vol. 12 – CD 2
BWV 139 – „Wohl dem, der sich auf seinen Gott“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 171 – Vol. 12 – CD 2
BWV 140 – „Wachet auf, ruft uns die Stimme“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 171- Vol. 12 – CD 2
BWV 163 – „Nur jedem das Seine !“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 168 – Vol. 11 – CD 2
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.Kantaten für den 22. Sonntag nach Trinitatis
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All Saints, Tooting am 17. November 2000
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Kantaten-Beschreibung:
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Kantate: BWV 89 Was soll ich aus dir machen, Ephraim?,
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Bachs drei Kantaten für den Zweiundzwanzigsten Sonntag nach Trinitatis – BWV 89, 115 und 55 – gehen alle auf das Gleichnis vom Schalksknecht oder unbarmherzigen Gläubiger zurück, wie es im Tagesevangelium (Matthäus 18, 23–35) erzählt wird.
Das früheste der drei Werke,
BWV 89 Was soll ich aus dir machen, Ephraim?,
wurde 1723 in Leipzig uraufgeführt und basierte möglicherweise auf älterem Material aus Bachs Weimarer Jahren. Gottes Zorn – eher wehmütig als aufbrausend – ist ein wesentlicher Faktor in der Anfangsarie für Bass, zwei Oboen, Streicher und Jagdhorn (‚Corne du Chaße’). Der Text hier stammt aus Hosea 11, 8, wo sich Gottes Zorn gegen Ephraim richtet, der mit seinen Stammesgenossen in Israel Götzen anbetet. Er findet Ausdruck in der ungestümen Sechzehntelbewegung der Continuobegleitung, aus der in parallelen Terzen der Oboen die Klagerufe der Menschen aufsteigen, die von Gottes Grimm betroffen sind. Praktisch wägt Gott also ab, ob Israel es wert sei, verschont zu werden – vielleicht jetzt, doch wie soll er in Zukunft verfahren, wenn diese Leute wieder Ärgernis erregen? Sollten sie vernichtet werden wie Adama und Zeboim, die sündhaften Städte in der Jordanebene neben Sodom und Gomorra? Die Violinen deuten diese unterschwellige Frage in der Weise an, wie ihr fünfnotiges aufwärts gerichtetes Arpeggio mit einer erschlaffenden Quinte, None oder Septime endet. Die drei instrumentalen Motive, die für die Schilderung der Grundstimmung von so entscheidender Bedeutung sind, finden zusammen, prallen aufeinander oder wechseln einander ab, ohne dass eine Lösung erfolgte. Am Ende jeder beklommenen Frage, die der Bassist als Sprachrohr der Unschlüssigkeit Gottes stellt, hält die Musik einen Augenblick inne. Bei den Worten ‚Aber mein Herz ist anders Sinnes’wird der Ton sanfter, allerdings lässt Bach das Ergebnis geschickt offen, indem er unbeirrt mit dem Gemurmel im Orchester fortfährt.
Das Thema wendet sich nun dem Gleichnis vom Schalksknecht zu: Alt-Rezitativ und -Arie (Nr. 2 und 3) prangern mit heftigen Trillern und dramatischen Gesten die Sündhaftigkeit des unbarmherzigen Gläubigers an. Das Sopran-Rezitativ (Nr. 4) muss uns daran erinnern, dass wir die Pflicht haben, ‚denen zu vergeben, die wider uns sündigen’. Ein schuldbewusstes Erschauern über das ‚sündenvolle Leben’ geht der reuevollen Rückwendung zu Jesus in einem langsamen Arioso-Abschnitt voraus. Angesichts des ernsten Themas des Textes – die Vielzahl der begangenen Sünden werden gegen die Tropfen erlösenden Blutes aufgerechnet, die Jesus vergossen hat – wirkt die folgende Arie für Sopran und Oboe (6/8 in B-dur) in ihrer fröhlichen und gefälligen Scarlatti-Manier erstaunlich weltlich. Der abschließende Chor in g-moll, dem die siebte Strophe von Johann Heermanns Fastenchoral ‚Wo soll ich fliehen hin’ zugrunde liegt, beeindruckt durch die Dominanz der Sopranstimmen, die vom Horn, beiden Oboen und der ersten Violine verdoppelt werden.
Erstmals wagt sich ein Veranstalter daran, die theologischen, dramaturgischen und kompositionstechnischen Verbindungslinien der großen oratorischen Kompositionen Bachs in eine unmittelbare Beziehung zu setzen: Weihnachts-Oratorium, Johannespassion, Oster- und Himmelfahrts-Oratorium fügen sich zu einem inhaltlich wie musikalisch bestimmten Großprojekt zusammen.
Die DVD (in Deutsch, keine Untertitel) eine Filmaufnahme der kompletten Kantate, Einführungs-Workshop, Reflexion Vortrag des Redners und ein filmisches Porträt der JS Bach-Stiftung..
Up the Monteverdi Ensembles!
Orchestre Révolutionnaire et Romantique at the Barbican London October 2012
Monteverdi Choir Sir John Eliot Gardiner conductor
Lucy Crowe soprano
Jennifer Johnston mezzo-soprano James Gilchristtenor
Matthew Rose bass
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Ich wünsche allen einen schönen „Trinitatis-Sonntag!“