Radiotipp: Funkkolleg Musik – Sinfonie des Lebens bei HR2


Funkkolleg Musik   –   Sinfonie des Lebens

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HR2 beginnt eine neue Sendereihe mit hochinteressanten Sendungen rund um das Thema Musik. Umfassende Informationen sind auf der Website von HR2 zu finden. Einiges davon habe ich hier zusammengestellt:

http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/index.jsp?rubrik=67585

http://www.funkkolleg-musik.de/

Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“ – was Friedrich Nietzsche aussprach, gilt für die allermeisten Menschen: Musik ist Bestandteil des Lebens von Anfang an. Und fast alle lieben Musik – jeder auf seine Weise.

Das Funkkolleg Musik „Sinfonie des Lebens“ stellt Fragen nach der Wirkung von Musik in unserem Alltag, erkundet den Wert der Musik und zeigt den Mythos von Musik als einer Weltsprache. Der „Gänsehaut“-Effekt kommt dabei genauso zur Sprache, wie die Frage, wo Musik im Menschen entsteht – im Herz oder im Kopf – wie sich der Musikgeschmack bildet und wie wir Musik verstehen können.

Die Themen des Funkkollegs bereiten aktuelle Forschungsergebnisse aus den Musik-Wissenschaften auf und bieten Argumente zum Meinungsaustausch und
Ansätze zum „Musik verstehen“ in drei Kapiteln: „Was ist Musik?“, „Musik erleben“, „Musik und Gesellschaft“.

In 26 Radiosendungen, einem Begleitbuch im Schott-Verlag, ergänzenden Veranstaltungen der Volkshochschulen und einer zertifizierten Fortbildungsmöglichkeit wird das Funkkolleg Musik „Sinfonie des Lebens“ diese Fragen für ein breites Publikum aufarbeiten.

Die offizielle Website zum Funkkolleg Musik ist jetzt freigeschaltet:
http://www.funkkolleg-musik.de/
Hier ist zur Zeit eine Einführungsmatinee zu hören bzw. downloadbar.
Die einzelnen Sendungen werden nach der Ausstrahlung hier auch als Download zur Verfügung stehen. Ebenso werden Zusatzmaterialien zur Verfügung gestellt.

Die 26 Themen im Überblick

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Funkkolleg 2011/2012

Ab dem 29. Oktober 2011

Samstag 11:30 Uhr in hr2-kultur

Sonntag 8:30 Uhr in hr-iNFO (Wdh.)

Anschließend steht die Sendung als Download zur Verfügung:
http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/index.jsp?rubrik=70372

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I. Was ist Musik?

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29.10.2011
(1) Geräusch, Ton und Klang? – Vom Schall zur Musik
Von Catherina Gilles

05.11.2011
(2) Ist Musik eine Sprache? – Das Vokabular der Töne
Von Michael Rüsenberg

12.11.2011
(3) Wie verarbeitet das Gehirn Musik? – Neurowissenschaftliche Grundlagen
Von Regina Oehler

19.11.2011
(4) Haben nur Menschen Musik? – Musik und Evolution
Von Michael Rüsenberg

26.11.2011
(5) Wie entsteht Musik? | Komponist, Musiker, Hörer – ein Kommunikationsmodell
Von Birgit Kiupel

03.12.2011
(6) Wie bewerten wir Musik? – Zur Qualitätsdebatte
Von Niels Kaiser

10.12.2011
(7) Wann ist Musik aktuell? – Der Kult ums Neue
Von Niels Kaiser

17.12.2011
(8) Kann Musik Grenzen überschreiten? – Musik als Weltsprache
Von Michael Rüsenberg

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II: Musik erleben

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07.01.2012
(09) Wie entsteht Gänsehaut? – Musik und Emotionen
Von Elke Ottenschläger

14.01.2012
(10) Macht Musik schlau? – Musik und Intelligenz
Von Deborah Schamuhn

21.01.2012
(11) Lust oder Leiden? – Wirkungen von Musik
Von Elke Ottenschläger

28.01.2012
(12) Wie beeinflusst Musik den Alltag? – Das funktionale Rauschen
Von Ben Alber

04.02.2012
(13) Wo lebt die Musik? – Konzert versus Konserve
Von Gregor und Claudia Praml

10. bis 13.02.2012: Online Klausur

11.02.2012
(14) Wie kann Musik helfen? – Musik und Therapie
Von Andrea Westhoff

18.02.2012
(15) Wie kommt der Mensch zum Musikgeschmack? – Musik und Sozialisation
Von Annegret Böhme

25.02.2012
(16) Was ist eigentlich Musikalität? – Begabung und Bildung
Von Deborah Schamuhn

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III: Musik und Gesellschaft

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03.03.2012
(17) Ist Musik nur noch Kommerz? – Die ökonomischen Grundlagen der Musikindustrie
Von Mischa Ehrhardt

10.03.2012
(18) Wem gehört Musik? – Zur Urheberrechtsdebatte
Von Martin Schramm

17.03.2012
(19) Heavy Metal oder Dancefloor? – Musik und Lifestyle
Von Peter Kemper

24.03.2012
(20) Mit Musik manipulieren? – Von Sound-Logos und Rückwärtsbotschaften
Von Deborah Schamuhn

31.03.2012
(21) Wie verändert das digitale Zeitalter Musik? – Produktion, Präsentation und Rezeption
Von Martin Schramm

21.04.2012
(22) Ist Musik männlich oder weiblich? – Über Dominanz und Kreativität
Von Ulrike Köppchen

28.04.2012
(23) Musik als gesellschaftliches Modell? – Zusammenspielen und Improvisieren
Von Michael Rüsenberg

05.05.2012
(24) Gibt es heilige Klänge? – Musik und Spiritualität
Von Volker Bernius

12.05.2012
(25) Haben „böse Menschen“ keine Lieder? – Zur politischen Bedeutung von Musik
Von Klaus Walter

19.05.2012
(26) Polka in China? – Verlust und Chance in der globalisierten Welt
Von Claudia und Gregor Praml

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Das Begleitbuch

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Volker Bernius und Michael Rüsenberg (Hrsg.):

„Sinfonie des Lebens.
Begleitband zum Funkkolleg Musik“

256 Seiten
ISBN 9783795707804 / ED 21251
Oktober 2011
Schott Music, Mainz

17,99 Euro

Ein Lese-Buch über Musik. Mit Texten u.a. von Hans Zender, Raoul Schrott, Eduard Hanslick, Christoph Drösser, Lutz Jäncke, Oliver Sacks, Manfred Spitzer, Ulrich Holbein, Peter Sloterdijk.

Viele Zitate über John Cages 4’33 – „Ist das Musik?“ ergänzen die Textsammlung, die auf philosophische, natur- und neurowissenschaftliche, soziologische und psychologische Fragen zur Musik eingeht.
Und „was Musik ist“ beantworten Schriftsteller und Literaten wie: Victor Hugo, Arthur Schopenhauer, Johann Gottfried Herder, Feruccio Busoni, Leo Tolstoi, Heinrich von Kleist, Oscar Wilde, Ludwig Tieck, Jean Paul und Heinrich Heine.

Quelle:

http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/index.jsp?rubrik=67585

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den 18. Sonntag nach „Trinitatis“


Thomaskirche Leipzig Blick auf den Altar

Liebe Bach-Freunde/innen !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Gezielt möchte ich auf Gardiners Konzert vom 22. Oktober 2000 in der Thomaskirche Leipzig hinweisen, die er so eindrücklich und emotional in seinem Reisetagebuch von der Bach-Cantata-Pilgrimage 2000 – für die Bach-Kirche beschrieben hat. Einen Auszug davon gibt es in diesem Beitrag als Kantaten-Beschreibung für das BWV 116 und BWV 668..!!

Am 23.10.2011 begehen wir den 18. Sonntag nach „Trinitatis“

Der 18. Sonntag nach Trinitatis ist bestimmt vom Evangelium über das „höchste Gebot“, das sowohl von der Gottesliebe als auch der Nächstenliebe redet. Dies gibt uns erneut Gelegenheit, über das Verhältnis der Christen zum jüdischen Volk nachzudenken, denn dieses höchste Gebot stammt in seiner zweifachen Ausrichtung vollständig aus der jüdischen Tradition. Allerdings haben die anderen Texte nicht immer das „höchste Gebot“ im Sinn, sondern reden auch von der Nachfolge im Allgemeinen. Der alttestamentliche Text ist die Perikope mit den „10 Geboten“. Am 18. Sonntag nach Trinitatis hören wir die Antwort Jesu auf die Frage, was das höchste Gebot sei, als das Gebot, nach dem wir unser Leben ausrichten sollen. Es ist nicht leicht, diesem Gebot in jeder Situation zu folgen, und wir erfahren oft, dass wir an Gott und unserem Nächsten schuldig werden. Um so wichtiger ist für uns, dass einer dieses Gebot vollständig erfüllt hat: Jesus Christus.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den 18. Sonntag nach Trinitatis

BWV    96  –  „Herr Christ, der einge Gottessohn“

BWV   169  –  „Gott soll allein mein Herze haben“

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„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 23.10.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 – „Geistliche Musik“ – Programmauszug:

 Johann Sebastian Bach

BWV 96 „Herr Christ, der einge Gottessohn“  Kantate am 18. Sonntag nach Trinitatis

für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo;

Katharine Fuge, Sopran; Nathalie Stutzmann, Alt; Christoph Genz, Tenor;

Gotthold Schwarz, Bass; Monteverdi Choir; English Baroque Soloists,

Leitung: John Eliot Gardiner

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/ YouTube: BWV 116 – 

 „Du Friedefürst, Herr Jesu Christ“ –  (Interpret: Harnoncourt)


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Kantaten-Beschreibung zum BWV 116

Kantaten für den 18. Sonntag nach Trinitatis –

Aufführungsort: Thomaskirche Leipzig am 22.10.2000

Zu Bachs Zeit bestimmte der lutherische Kirchenkalender mit den beiden großen Festen Ostern (beweglich) und Weihnachten (unbeweglich) über Anlage und Inhalt der Kantatensammlungen. Die Trinitatiszeit musste deutlich vier Wochen vor Weihnachten enden, so dass in einem Jahr wie 1724, als Ostern spät fiel, von den siebenundzwanzig möglichen Sonntagen nach Trinitatis vor Beginn des Tempus clausum, der ‚geschlossenen Zeit’ zwischen dem ersten Adventssonntag und Heiligabend, in der keine Kantaten oder Konzerte aufgeführt werden durften, nur fünfundzwanzig Sonntage übrig blieben.

Das bedeutete 2000, dass wir die Kantaten, die von Bach für das Ende der Trinitatiszeit erhalten sind, irgendwo in unseren früheren Programmen unterbringen mussten. So ergab sich bei unserem Konzert in Leipzig die Möglichkeit, die herrliche Choralkantate BWV 116 „Du Friedefürst, Herr Jesu Christ“ einzufügen, die am 26. November 1724 als letzte Kantate der Trinitatiszeit in Bachs zweitem Jahrgang aufgeführt worden war. Themen der lutherischen Theologie sind an diesem Ende des liturgischen Jahres häufig das Jüngste Gericht, die Wiederkunft des Herrn oder der im Evangelium verkündete ‚Greuel der Verwüstung‘. Obwohl sich der Text des siebenstrophigen Chorals von Jakob Ebert (1601), der für die beiden Ecksätze wörtlich übernommen, in den Innensätzen jedoch paraphrasiert wurde, auf die Übertretung der Gebote durch die Menschen konzentriert und ‚ein erschreckt geplagtes Land’ benennt, ist im Kopfsatz von Jesus als ‚Friedefürst’ die Rede, der im Leben und im Tod ‚ein starker Nothelfer’ sei.

Das steht im Einklang mit der liturgischen Zweckbestimmung, die in Gesangbüchern dieser Zeit über der Melodie erscheint: ‚in allgemeiner Not’, oder um speziell ‚zur Zeit des Krieges um Frieden zu bitten’). Das Orchesterritornell für Streicher mit zwei Oboen d’amore wirkt dabei wie ein umgearbeiteter Konzertsatz in A-dur: merkwürdig positiv, sicher und lebendig, ein Eindruck, den die gegen unabhängiges instrumentales Material gesetzten Blockharmonien der ersten Choralzeilen bestätigen. Erst in der vorletzten Zeile des Abgesangs (dem B-Teil der Barform A-A-B) erfolgt ein Hinweis auf das Jüngste Gericht in der Weise, wie die drei tiefen Stimmen auf den Cantus firmus (Sopran und Cornetto) reagieren – mit einem nervösen, zerrissenen, homophonen Kommentar in imitierender Komplizenschaft mit den instrumentalen Linien.

Das Grauen, das die verängstigte, vor das Gericht beorderte Seele erlebt, kommt deutlicher in der Alt-Arie mit ihrem verschlungenen Obligato für Oboe oboe d’amore zum Ausdruck (Nr. 2). Singstimme und Oboe verschachteln sich wie in einem richtigen Duett, wobei der zugrunde liegende ausdrucksstarke Text in der Oboenlinie ständig mitschwingt – eine schlagfertige Antwort auf Beaumarchais’ Ausspruch, was nicht wert sei, gesagt zu werden, werde gesungen. Manch einer, freilich unter Leuten, die mit Bachs Cembalowerken vertrauter sind als mit seinen Kantaten und die Bach in der formalen Disziplin seiner Kompositionen einer nüchternen Vornehmheit bezichtigen (oder ihn dafür rühmen), dürfte von der Intensität dieses erschütternden Angstschreis überwältigt sein. Er ist in der Weise, wie er den chromatischen Tonbereich der neu erfundenen Oboe d’amore und ihre extreme Chromatik ausnutzt, wie er ungemein instabile tonale Zentren wie gis-moll auslotet, so dass man sich fortwährend fragt, wohin die Modulation steuert, ganz und gar seiner Zeit verhaftet, greift jedoch auch auf jene frei experimentierenden Möglichkeiten des Ausdrucks zurück, die Bachs älterer Cousin Johann Christoph erkundet hatte.

Eine Erinnerung an die grundlegende Bedeutung dieses Chorals von Jakob Ebert begegnet in der Continuoeinleitung zum Tenor- Rezitativ (Nr. 3), wo Jesus als ‚Fürst des Friedens’ angerufen wird. Statt in einer zweiten Arie vertont Bach in Nr. 4 das Bekenntnis menschlicher Schuld als ein Terzett (in seinen Kantaten relativ selten), das vom Continuo gestützt wird, so wie er es vier Wochen zuvor in BWV 38 Aus tiefer Not getan hatte. In beiden Terzetten scheint er sich absichtlich vertrackte kompositorische Aufgaben gestellt zu haben – in dem früheren Terzett musste zwischen ‚Trübsal’ und ‚Trost’ eine wechselseitige und völlig aussichtslos scheinende Beziehung geschaffen werden, und hier geht es darum, das thematische Potenzial des Motivs aus dem Eingangsritornell zutage zu fördern und dessen modulatorische Permutationen in einem Zirkel fallender Quinten zu erforschen, die den Hörer durch ein weiträumiges unterirdisches Tunnelsystem führen, bei dem ständig unklar bleibt, wo sich der Ausgang befindet.

Nachdem er eine gewisse Normalität einkehren lässt, indem er den B-Teil in der verwandten Molltonart (cis) beschließt, lässt er uns ein Dacapo des A-Teils in abgewandelter Form erwarten, bringt es dann jedoch unverändert und führt uns zum Ausgangspunkt zurück, der Grundtonart E-dur. Ein Schlüssel zur Lösung dieser Verwicklungen und ausgeprägten auf- und absteigenden Muster, die Eric Chafe ‚klangliche Allegorie’ nennt, ist vielleicht in den Worten des Mittelteils zu finden, ‚Es brach ja dein erbarmend Herz, als der Gefallnen Schmerz dich zu uns in die Welt getrieben’, die Bach mit ungewöhnlichem Pathos vertont. Im vorletzten Satz erscheint wieder das Streicherensemble, und die Bitte der Altstimme um Frieden, jetzt mit einem Hoffnungsschimmer, führt uns zurück in die heitere Ruhe von A-dur und in ein gemeinschaftliches Gebet um die Erleuchtung von ‚Sinn und Herz’.

Es erschien uns angebracht, unser Konzert im Chorraum dieser berühmten Kirche zu beenden, dort, wo Bach in den letzten siebenundzwanzig Jahren seines Lebens gewirkt, frohlockt und gelitten hat, und uns in Hufeisenform um seine letzte Ruhestätte aufzustellen, zu beiden Seiten die Porträts von Theologen mit ihren langen Talaren und spitzenbesetzten Beffchen, darunter vielleicht seine einstigen klerikalen Peiniger. Von dort aus sangen wir den vierstimmigen ‚Sterbebettchoral’ BWV 668, den die Legende voller Ehrfurcht als sein letztes Werk identifiziert und den ‚der selige Mann’, wie Marpurg in der postumen Erstausgabe der Kunst der Fuge (1752) anmerkt, ‚in seiner Blindheit einem seiner Freunde aus dem Stegreif in die Feder dictiret hat’.

Diese ergreifende Geschichte gerät durch die Existenz mindestens zweier früherer Fassungen eines Choralpräludiums (BWV 641 und BWV 668a) ins Wanken. Beweise dafür, dass sich Bach während seiner Krankheit vor dem Tod mit unvollendeten Werken beschäftigte, sind vorhanden, so dass es durchaus möglich ist, dass er zumindest die imitierenden Passagen in den dreistimmigen (in BWV 641 nicht vorhandenen) Abschnitten, die partielle Entfernung der filigranen Ornamentierungen in der Diskantlinie und einige kleinere Verbesserungen in der vorzüglichen abschließenden Coda ‚dictiret’ hat. Wie auch immer die Fakten liegen mögen, nichts behindert die herzzerreißende Schönheit dieses zweistrophigen Gesangs, dessen ursprünglicher Wortlaut ‚Wenn wir in höchsten Nöten sein’ durch den besser geeigneten Text ‚Vor deinen Thron tret ich hiermit’ ersetzt wurde, der ebenfalls nach dieser Melodie gesungen wurde. Es klingt überzeugend: Dieser Mann, der während seines gesamten Schaffens nach musikalischer Perfektion gestrebt hatte, korrigiert und ändert hier in den letzten Augenblicken, die er in seinem Leben bewusst erlebt und in denen er sich auf seinen eigenen, auf lutherische Weise ‚guten’ Tod vorbereitet. Dieses Werk ist die Quintessenz jener ‚überirdischen Heiterkeit’, die Edward Said das Kennzeichen späten Stils und letzter Werke nannte.

Während die Klänge der abschließenden Kadenz noch in der Luft schwebten, herrschte absolute Stille: kein Applaus, kein versessenes Streben nach dem Ausgang, einfach nur Stille. Es war, als hätte das Publikum stillschweigend begriffen, dass dies unsere gemeinschaftliche Huldigung an das Genie war, dessen Musik als Morgenstern unsere Schritte auf unserer Pilgerreise über einen Gutteil des Jahres gelenkt hatte. Dann begann schließlich der Beifall, und Leute kamen nach vorn, um uns zu danken, sichtlich bewegt und nicht willens, diesen Ort zu verlassen. Man hatte tatsächlich den Eindruck, als seien während des Konzertes die bösen Geister in die Flucht geschlagen worden, als hätte Luthers ‚alter böser Feind’ einen heftigen Rippenstoß erhalten und sei mit eingekniffenem Schwanz fortgerannt. 

Wie© John Eliot Gardiner 2009

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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Der vollständige Text vom BWV 668

Vor deinen Thron tret ich hiermit O Gott, und dich demütig bitt wend dein gnädig Angesicht von mir, dem armen Sünder, nicht.                                                                                      

Ein selig End mir bescher, am jüngsten Tag erwecke mich, Herr, dass ich dich schau ewiglich: Amen, amen, erhöre mich.

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen für den 17. und 18. Sonntag nach Trinitatis:

               Link:     h i e r  zum Download als PDF  Gardiner    

  Künstler-Beitrag –  Link:   Künstlerbeitrag Katharine Fuge, Sopran 

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/ YouTube: BWV  96 –

  „Herr Christ, der einge Gottessohn“   (Interpret: Leonhardt)

 

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/ YouTube: BWV  169 – 

„Gott soll allein mein Herze haben“  (Interpretin: Nathalie Stutzmann)

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/ YouTube: BWV  668 – 

„Choral: Vor deinen Thron tret ich hiermit“ (Interpret: Gardiner)

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CD für den 18. Sonntag nach „Trinitatis“ 
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Cover: CD’s SDG 159 Vol. 9 CD-2  ———————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————————-
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 BWV 96 – Herr Christ, der einge Gottessohn

 BWV 116 – Du Friedefürst, Herr Jesu Christ

BWV 169 – Gott soll allein mein Herze haben

BWV 668 – Choral: Vor deinen Thron tret ich hiermit

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Ich wünsche allen Besuchern eine schönen und sonnigen Trinitatis-Sonntag.

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Grüße

Volker

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Radiotipps 25.10. – 29.10.2011


25.10.

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DRS II
13:45-15:00
Concerto
Bach-Konzerte, die es gegeben haben sollte – die Kammerakademie Potsdam

Johann Sebastian Bach: Fagottkonzert C-Dur BWV 1053R
Johann Sebastian Bach: Bratschenkonzert d-Moll BWV 1052R
Carl Philipp Emanuel Bach: Oboenkonzert d-Moll Wq 22

(Sergio Azzolini, Fagott; Nils Mönkemeyer, Bratsche; Ramón Ortega Quero, Oboe; Kammerakademie Potsdam)

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26.10.

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HR2
20:05-21:30

Notenschlüssel
Schubert: Am Brunnen vor dem Tore
Aufgeschlüsselt von Paul Bartholomäi

Romantischer geht‘s kaum: „Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum!“ Ein Volkslied, wie es im Buche steht, eine Melodie, die jeder kennt, und doch ein Lied aus dem tieftraurigen Liederzyklus „Die Winterreise“ von Franz Schubert mit den Versen des melancholischen Griechenforschers Wilhelm Müller. Als „Volkslied“ ist der Lindenbaum, der am Brunnen vor dem Tore steht, allerdings von vielen Verzierungen entblättert worden. Die charakteristischen Klavier-Einschübe zwischen den Strophen sind verschwunden, die Versfolge ist gestrafft. Wie kam es zu dieser Volksausgabe eines raffinierten Kunstliedes? Paul Bartholomäi versucht, dieses Geheimnis in seinem „Notenschlüssel“ zu lösen.

 

29.10.

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BBC
13-14 (14-15) + folgende 7 Tage abrufbar
Early Music

Catherine Bott talks to scholar, musicologist and conductor Andrew Parrott about the complex process of reconstructions, including his most recent project: the reconstruction of JS Bach’s Trauer-Music (Funeral Music). This work was composed in 1728 when Bach’s patron, Prince Leopold of Cöthen, suddenly died at the age of 34, but the score has almost completely disappeared. Andrew talks to Kate about how he reconstructed this work through various clues in other of Bach’s works, and plays music from his new recording with his Taverner Consort and Players.

http://www.bbc.co.uk/programmes/b016kd3d

 

Nordwestradio
17:05-19:00
Pro musica antiqua 1977

Georg Friedrich Händel
Alexanderfest oder „Die Macht der Tonkunst“ HWV 75

Felicity Palmer, Sopran
Anthony Rolfe-Johnson, Tenor
Stephen Roberts, Bass
Bachchor Stockholm
Concentus musicus Wien
Leitung: Nikolaus Harnoncourt

Mitschnitt vom 8. Oktober 1977 aus dem Festsaal der Waldorfschule in Bremen

Georg Friedrich Händels „Alexanderfest“ oder „Die Macht der Tonkunst“, eine Ode zu Ehren der Heiligen Cäcilia nach einer Dichtung von John Dryden, bildete den Auftakt des von Radio Bremen durchgeführten Festivals „Pro musica antiqua“ 1977. Es wurde am 19. Februar 1736 im Covent Garden vor 1300 Zuhörern uraufgeführt und war zu Händels Lebzeiten eines seiner gefeiertsten Werke.

Die Bremer Aufführung am 8. Oktober 1977 unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt stellte das Werk erstmalig wieder in seinem originalen Klangbild, auf Barockinstrumenten und unter Berücksichtigung der „Tonsprache“ seiner Entstehungszeit, vor.

Am Mikrofon: Marita Emigholz

 

 

 

 


Fünf Jahre J.S. Bach-Stiftung St. Gallen – Bach-Freunde werden aus diesem Anlass mit einem Geschenk bedacht !


 Vor fünf Jahren hat die J. S. Bach-  Stiftung  St. Gallen-Trogen /  Schweiz den  ersten  Kantatenabend im  appenzellischen  Trogen (CH)  durchgeführt. Seither wird  monatlich eine  Kantate samt  Werkeinführung und  Reflexion dargeboten  und in Ton, Bild und  Text festgehalten.

   Eine Bach-Überraschung für Sie

Zum 5-jährigen Jubiläum wollen      wir  uns mit einem Überraschungsgeschenk  bei    Ihnen für Ihre Treue bedanken.

Damit das Geschenk auch eine Überraschung bleibt, verraten wir natürlich nicht, was Sie per Post erhalten werden. Sie können sich aber sicher sein, dass es etwas mit J. S. Bach und den in den letzten 5 Jahren von der Stiftung aufgeführten Kantaten zu tun hat. Schon gespannt?

Link zur Bestellung: http://www.bachstiftung.ch/jubilaeum/

Ich finde, ein netter Einfall der Bach-Stiftung und sollte von allen Bach-Freunden in Anspruch genommen werden, sich einmal mit einem Geschenk überraschen zu lassen..!!

Grüße

Volker

Biografie William Towers – Countertenor


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William Towers
William Towers

William Towers studierte zuerst Englisch in Cambridge und setzte dann sein Studium an der Royal Academy of Music fort. Hier gewann er verschiedene Preise im Bereich Gesang und Schauspiel. In dem Jahr nach seinem Abschluss trat er in vielen Konzerten der Bach Cantata Pilgrimage John Eliot Gardiners, die durch ganz Europa und nach New York führte, als Solist auf. Die Liveaufnahmen dieser Konzerte sind mittlerweile vollständig beim Label SDG auf CD erschienen.

Auf der Opernbühne war er am Royal Opera House Covent Garden in London, im Teatro La Fenice in Venedig, beim Glyndebourne Festival, an der Oper in Frankfurt, bei den Internationalen Händel-Frestspielen in Göttingen, an der Oper in Gothenburg, im Linbury Theatre, im La Monnaie in Brüssel, beim Aldeburgh Festival, mit der Canadian Opera Company, im National Theatre in Prag, bei den Bregenzer Festspielenl, bei der Opera Theatre Company in Irland, dem London Handel Festival und bei der Grange Park Opera in Hampshire zu sehen. An der Frankfurter Oper sang er zuletzt im Frühjahr 2010 in Vivaldis Orlando Furioso.

Im Konzertbereich trat William Towers in vielen bekannten Konzerthallen und Festivals in England einschließlich der BBC Proms sowie weltweit auf. Er sang unter so bedeutenden Dirigenten wie Sir Roger Norrington, Sir John Eliot Gardiner, Paul McCreesh, Richard Hickox, Laurence Cummings Emmanuelle Haïm, Barry Wordsworth, Stephen Layton und Jeffrey Skidmore. Er arbeitete mit Orchestern wie dem City of Birmingham Symphony Orchestra, BBC National Orchestra of Wales, Bournemouth Symphony, Scottish Chamber Orchestra, City of London Sinfonia, Gabrieli Consort and Players, Monteverdi Choir und English Baroque Soloists, The Sixteen, Le Concert d’Astrée und der Netherlands Bach Society. In den USA sang er u.a. Orlando und Belshazzar mit Nicholas McGegan und Philharmonia Baroque.

Neben den Aufnahmen der Bach Cantata Pilgrimage ist er in Einspielungen von Händels Messias, Purcells Fairy Queen, Bachs Markus-Passion auf CD zu hören. Für BBC Television nahm er Orffs Carmina Burana auf.

Derzeitige Planungen beinhalten Mago Cristiano in Rinaldo in Glyndebourne and Ottone in L’incoronazione di Poppea am Teatro Real Madrid sowie Konzerte mit dem Bournemouth Symphony Orchestra.

http://www.rayfieldallied.com/artists/william-towers/

http://www.bach-cantatas.com/Bio/Towers-William.htm

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Biografie Hille Perl – Viola da Gamba


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Hille Perl, © Uwe_Arens

Hille Perl, © Uwe_Arens

Hille Perl fing im Alter von fünf Jahren an, Viola da Gamba zu spielen. Seitdem ist sie dem Instrument, wie sie sagt, verfallen wie in einer Liebesbeziehung. Sie schwärmt vom erdigen und doch durchsichtigen Klang, der ebenso zart wie voll sein kann, vom eigenen und so ganz unterschiedlichen Charakter jedes ihrer oft prächtig verzierten Instrumente. Musik ist für sie das wichtigste Kommunikationsmittel zwischen Menschen, eindeutiger und präziser als Sprache und von größerer emotionaler Bedeutung als irgendeine andere Erfahrung, außer der Liebe.Sie reist den größten Teil des Jahres durch die Welt, spielt Konzerte und macht CD-Aufnahmen, sowohl als Solistin als auch mit verschiedenen Ensembles,insbesondere ihrem Trio LOS OTROS aber auch The Age of Passions, dem Freiburger Barockorchester Consort und als Duopartnerin des Komponisten und Lautenisten Lee Santana. Sie bewegt sich meistens im akustischen Gebiet des 17. und 18. Jahrhunderts, manchmal entführt sie die Musik aber an Orte, von denen sie sich nie hätte träumen lassen.
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Lee Santana
Lee Santana

Hille Perl und Lee Santana arbeiten seit 1984 als Duo zusammen. Die gebürtige Bremerin und der Amerikaner aus Florida trafen sich auf dem Bremer Hauptbahnhof und unternahmen von dort ungezählte Konzertreisen in die ganze Welt, u.a. in die USA, nach Japan und Mittelamerika, Australien, Ägypten und Israel. Ihre Mitgliedschaft in namhaften Ensembles ist durch zahlreiche CD-Aufnahmen dokumentiert, u.a. mit dem Harp Consort, dem Freiburger Barockorchester, Musica Fiata und Les Nations.

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Los Otros
Los Otros

Los Otros ist ein Lebensprojekt, welches von Lee Santana, Steve Player und Hille Perl gleichermaßen dominiert und geleitet wird. Los Otros – DIE ANDEREN, weil das jahrelang ihre Funktion war, wenn sie mit berühmteren Kollegen unterwegs waren und die Bühnen der Welt bespielten. Auf den Plakaten stand BERÜHMTER NAME, BERÜHMTER NAME u.a. : und u.a., das waren dann die drei Musiker von LOS Otros. Los Otros will die Verbindung von Musik und Tanz auf die Bühne bringen wollen, im Bereich Spanischer und Italienischer Musik die Improvisationsgrenzen austesten und überschreiten wollen, auf wissenschaftliche und lustorientierte Weise. Sie versuchen hier Rhythmus und Tanz (Steve), Musicalische Gelahrtheit und Technik (Lee) und satte Bogenklänge (Hille) zusammenzubringen.

Seit 2003 versammeln sich unter dem Namen Sirius Viols hauptsächlich Gambisten, je nach Projekt und Repertoire aber auch andere Instrumentalisten oder Sänger, um unter der Nicht-Leitung von Hille Perl verschiedene musikalische Ideen oder Ansätze auszuprobieren. Die Beteiligten sind sowohl gegenwärtige oder ehemalige Studierende von Hille Perl, sowie jeweils ihre am meisten bewunderten und geliebten Kollegen aus benachbarten Disziplinen. Das Repertoire des Ensembles beschränkt sich auf Literatur die für Gamben und deren spezifisches Flair, die unter Umständen auch in Kombination mit anderen Instrumenten oder Sängern geeignet erscheint, also quasi den Großteil der Weltliteratur.

Besonderen Erfolg hatten in den Jahren 2005 und 2006 die größer besetzten Trauermusiken, die Hille Perl zusammen mit der Geigerin Petra Müllejans und dem Sänger Harry van der Kamp unter dem Namen „Gottes Zorn und musikalischer Seelentrost“ in mehreren Festivals zum Klingen brachte. Aber auch ihr Versuch, sich in unterschiedlicher Weise immer wieder Bachs Kunst der Fuge und seinen Choralvorspielen zu nähern, stieß auf reges Publikumsinteresse. Mehrere CD-Produktionen (Dowland und Schütz) werden in diesem und Anfang des nächsten Jahres realisiert werden.

2011 wurde die CD-Einspielung „Loves Alchymie“ mit Songs der post-elisabethanischen Zeit von Hille Perl, Dorothee Mields und Lee Santana mit dem ECHO-Klassik als Kammermusikeinspielung des Jahres (17./18. Jh.) ausgezeichnet.

Wenn sie nicht auf Reisen ist, dann lebt Hille Perl in einem norddeutschen Bauernhaus mit ihrer Familie und einigen Pferden, Hühnern, Katzen und Kaninchen.

Sie ist leidenschaftliche Professorin einer Gambenklasse an der Hochschule für Künste in Bremen. Dort lehrt sie ihre Studierenden alles, was sie über Musik, das Gambenspiel und die Kunst weiß. Dazu gehört auch, nicht eifersüchtig zu sein, wenn jemand besser spielt als man selbst.

http://www.hillenet.net/hilleperl/

http://www.leesantana.net/

http://www.without-a-net.net/   Website Los Otros

Ausführliches Interview auf klassik.com:
http://portraits.klassik.com/people/interview.cfm?KID=3413

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Radiotipps 19.10. – 21.10.2011


19.10.

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Radio Klara
13-17

u.a. in dieser Sendung:

Het Bach Collegium Japan o.l.v. Masaaki Suzuki brengt cantates van Bach.

Johann Sebastian Bach: Ich lebe, mein Herze, zu deinem Ergötzen, BWV 145
door Hana Blazikova, sopraan; Gerd Türk, tenor; Peter Kooij, bas;
Collegium Japan o.l.v. Masaaki Suzuki –
Overname van de Japanse Radio – [0:09:17]

Johann Sebastian Bach: Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust, BWV 170
door Robin Blaze, contratenor;
Collegium Japan o.l.v. Masaaki Suzuki –
Overname van de Japanse Radio – [0:21:27]

Johann Sebastian Bach: Man singet mit Freuden vom Sieg, BWV 149
door Hana Blazikova, sopraan; Robin Blaze, contratenor; Gerd Türk, tenor;
Peter Kooij, bas;
Collegium Japan o.l.v. Masaaki Suzuki –
Overname van de Japanse Radio – [0:18:51]

SWR2
20:03-21:00
Alte Musik
Das Alt-Bachische Archiv
Ein musikalischer Familienschatz, gehoben von Johann Sebastian Bach
Von Doris Blaich

Das Alt-Bachische Archiv ein Familien-Album aus Noten. Es enthält etwa zwanzig geistliche Vokalkompositionen der Bach-Familie, überliefert auf 200 kleinformatigen, brüchigen und vergilbten Notenblättern. Wir verdanken es der Sammelleidenschaft Johann Sebastian Bachs, dass dieser musikalische Familienschatz erhalten ist: Denn die Stücke waren zu Bachs Zeit längst nicht mehr up to date; sie stammen allesamt von Bachs komponierenden Vorfahren aus den Jahren vor 1700. Für Bach waren sie sicher mehr als familiäre Andenken, vielmehr dienten sie ihm zur historischen und künstlerischen Standortbestimmung. Er maß an ihnen sein Können und wollte sein eigenes Schaffen in dieser Reihe eingeordnet wissen.

Ursprünglich in der Bibliothek der Berliner Sing-Akademie aufbewahrt, galten die originalen Noten seit dem Ende des 2. Weltkriegs als verschollen. Erst vor einigen Jahren sind sie im Staatsarchiv der Ukraine in Kiew wieder aufgetaucht. Heute liegt diese wertvolle Sammlung in der Berliner Staatsbibliothek.

21.10.

 

BBC
19-19:45 + 20:05-22:00 (20-23)


Joseph Haydn: Symphony No.6 in D (Le matin)
Luigi Boccherini: Cello Concerto No.7 in G

Pause

Joseph Haydn: Overture,
L’anima del filosofo (Orfeo ed Euridice)
Johann Peter Salomon: Romance in D for violin & string orchestra
Joseph Haydn: Symphony No.93 in D

Orchestra of the Age of Enlightenment
Trevor Pinnock (conductor)
Kati Debretzeni (violin)
Jonathan Manson (cello).

Trevor Pinnock conducts the period instruments of the Orchestra of the
Age of Enlightenment in music by Haydn and his contemporaries including a rare
chance to hear music by Salomon, the man who brought him to London and turned
him into one of the first musical superstars.

Live und über die folgenden 7 Tage abrufbar:

Teil 1: http://www.bbc.co.uk/programmes/b015yrjh

Teil 2: http://www.bbc.co.uk/programmes/b015yrjm


Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den 17. Sonntag nach „Trinitatis“


Hinweistafel auf J.S. Bach an der St. Agnus-Kirche in Köthen (Bach-Kirche)

Liebe Bach-Freunde/innen !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 16.10.2011 begehen wir den 17. Sonntag nach „Trinitatis“

Der 17. Sonntag nach Trinitatis befasst sich mit dem Glauben, wobei der bedingungslose Glaube, der dann auch zum „Erfolg“ führt, im Vordergrund steht. Es werden also Geschichten aus den Evangelien erzählt, in denen der Glaube des einzelnen zu einem Wunder geführt hat. Die alttestamentlichen Texte hingegen reden von nicht so sehr vom Glauben, als vielmehr von Gottes Wirken im Leben des Volkes Israel und in Jakobs Leben. Die Episteltexte wiederum reden über den Glauben und stellen dar, wie es zum Glauben kommt bzw. wie der Glaube eine vereinende Funktion wahrnimmt. Am 17. Sonntag nach Trinitatis hören wir die Geschichte von der kanaanäischen Frau, deren Glaube Jesus zu Handeln bewegt, obgleich sie nicht zu den Schafen Israels gehört. Solcher Glaube macht uns gewiß, dass Jesus auch in unserem Leben grundlegende Veränderungen bewirkt, so dass wir dankbar seinen Namen verkündigen.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den 17. Sonntag nach Trinitatis

BWV    47  –  „Wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden“

BWV   114  –  „Ach, lieben Christen, seid getrost“

BWV  148 –  „Bringet dem Herrn Ehre seines Namens“

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„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 16.10.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 – „Geistliche Musik“ – Programmauszug:

 Johann Sebastian Bach

BWV 148 „Bringet dem Herrn Ehre seines Namens“ Kantate am 17. Sonntag nach Trinitatis

für Alt, Tenor, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo; Robin Blaze, Altus; Gerd Türk, Tenor;

Bach Collegium Japan,

Leitung: Masaaki Suzuki

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Eine weitere Programmankündigung:

MDR-Figaro für den Sonntag, 16.10.2011

Allgemein:    http://www.mdr.de/mdr-figaro

Livestream:  von http://www.radio.de – Link: http://mdrfigaro.radio.de/ 

(Achtung Radio.de sendet einen kurzfristigen ca. 1 Minute langen Werbespot danach folgt die Original-Sendung..!!)

Programm:  http://www.mdr.de/mdr-figaro/programm/

MDR Figaro

6:25 bis -6:30 Uhr
Einführung zu Kantate
6:30-7:10 Uhr

Johann Sebastian Bach:

BWV 114 „Ach, lieben Christen, seid getrost“
Lisa Larsson, Sopran
Annette Markert, Alt
Christoph Prégardien, Tenor
Klaus Mertens, Bass
Amsterdam Baroque Choir, Amsterdam Baroque Orchestra
Leitung: Ton Koopman

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/ YouTube: BWV 148 – 

 „Bringet dem Herrn Ehre seines Namen“  –  (Interpret: Gardiner)


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Kantaten-Beschreibung zum BWV 148 

Kantaten für den 17. Sonntag nach Trinitatis –

Aufführungsort: Allhelgonakyrkan, Lund am 14.10.2000

Es war wirklich schwer, die herrliche Musik der vergangenen Woche – vier wunderbare Kantaten (BWV 161, 27, 8 und 95), die alle Schmerz und Trost zum Inhalt hatten, aus dem Kopf zu bekommen und fortzufahren. Wenn die drei Kantaten für diesen Sonntag zunächst nicht von allererster Güte zu sein schienen, so enthielt doch jede wenigstens einen Satz, der auf Anhieb beeindruckte. In der vermutlich frühesten, BWV 148 Bringet dem Herrn Ehre seines Namens, war es der erste Chor, der mit einem ungewöhnlich langen, fanfareartigen Ritornell für Solotrompete und Streicher beginnt (dazu einer stillschweigend vorausgesetzten Verdopplung durch die drei Oboen, die später in der Kantate eine markante Rolle spielen werden). Dieses Ritornell wird die Startrampe für den Chor, der mit einer mitreißenden homophonen Darbietung des Psalmverses ‚Bringet dem Herrn Ehre seines Namens, betet an den Herrn im heil‘gen Schmuck’ einsetzt.

Dann fängt der Spaß an. Durch die Wiederholung der ersten drei Takte des Chors – nach zehn dazwischen geschobenen Takten nur für Orchester – verschleiert Bach, dass die erste seiner Fugen schon unterwegs ist! Erst wenn sich die beiden Oberstimmen von den übrigen lösen, dämmert uns, dass er vorhat, zwei Fugenexpositionen nacheinander zu liefern, eine für jeden Halbsatz des Psalmverses, und beide erwachsen aus dem instrumentalen Material, beide erweitern sich aus den vier Gesangslinien auf fünf Stimmen, hoch über ihnen ergänzt durch ein unabhängiges Clarino. Das ist eine aufwühlende Angelegenheit, und wenn Bach seinen Chor über die Reprise der orchestralen Sinfonia setzt, scheint sich ein imposanter Schluss anzubahnen – endet dann jedoch abrupt, zwei Takte früher, als man erwarten würde. Vielleicht hatte Anna Magdalena aus der Küche gerufen, das Mittagessen stehe auf dem Tisch und die Suppe werde kalt.

Der erste Teil des Tagesevangeliums (Lukas 14,1–11) befasst

sich mit der Frage, ob es recht sei, am Sabbat zu heilen, doch hier liegt die Betonung auf der Notwendigkeit, die Unverletzlichkeit des Feiertags zu achten – für einen Kirchenmusiker immer eine recht knifflige Sache, denn dieser ist für ihn der arbeitsreichste Tag der Woche, und ein Tag, den Bach in der Tenor-Arie (Nr. 2) geschickt präsentiert, indem er nicht nur die Vorteile des sonntäglichen Gottesdienstbesuchs herausposaunt, bei dem man Gelegenheit habe, ‚die Lehren des Lebens zu hören’, sondern wo auch ‚frohes Getöne zum Lobe des Höchsten’ zu vernehmen sei. Zu seiner Zeit gingen schätzungsweise 9.000 Einwohner Leipzigs (von insgesamt unter 30.000) jeden Sonntagmorgen zur Kirche. Bach schildert das fröhliche Eilen in das ‚heilige Haus’ in der Weise, wie die Violine von Anfang bis Ende ohne großen Aufenthalt in Bewegung gehalten wird, aber man fragt sich, warum er nicht auch seine eigene sonntägliche Hetze durch die Stadt anklingen lässt, von St. Thomas zu St. Nikolai und zurück (beide mit 2.500 Plätzen).

Sehr viel schmerzlicher wirkt, wie er in dem Accompagnato für Alt und Streicher (Nr. 3) und in der langgehaltenen Note, die kurz vor der pastoralen Arie für Alt (Nr. 4) auf sein ‚Ruhebette’ verweist, die flehentliche Bitte um Ruhe auf sich zu beziehen scheint. Mit ihren drei begleitenden Oboen (zwei d’amore, eine da caccia) ist diese Arie ein ungewöhnliches Stück, nicht zuletzt in der Weise, wie das Continuo (wir entschieden uns für Fagott und Orgel) häufig verstummt, wenn die Altstimme einsetzt – vielleicht ein Symbol für die Sehnsucht der Seele, der Anziehungskraft der Erde (deren formgetreues Symbol die Basslinie ist) zu entkommen. Im B-Teil werden die Konturen der Gesangslinie durch kleine Pausen oder Seufzer und gelegentliche Anspielungen auf jene von der Kirche sanktionierte Erotik aufgebrochen, der wir schon in anderen Dialogen Bachs zwischen der Seele als Braut und Jesus als Bräutigam begegnet sind. Diese Sehnsucht nach der Vereinigung mit Gott kommt auch in dem Tenor-Rezitativ zum Ausdruck, zehn kurzen, doch beredten Takten, in denen Bach für diese Kantate die Richtung der Modulation ändert und, als Echo auf die Anrufung des Heiligen Geistes, die Abwärtsbewegung, von D über h-moll nach G, nun aufwärts, von e-moll nach fis-moll, verlaufen lässt.

Der abschließende Choral ist uns leider ohne Text überliefert. Von Bach-Forschern wurden verschiedene Lösungen vorgeschlagen, doch da die Melodie Bezüge zu dem bekannten Choral ‚Auf meinen lieben Gott’ aufweist, haben wir beschlossen, uns auf die erste Strophe zu beschränken, in der, passend zum Thema, der Gläubige die Unterwerfung unter Gottes Willen gelobt. Selbst Alfred Dürr, der mit seiner kritischen Neuausgabe der Werke Bachs und revidierten Chronologie der Kantaten eine einzigartige Leistung vollbracht hat, konnte nicht entscheiden, ob dieses Werk zu Bachs erstem Leipziger Zyklus gehört und am 19. September 1723 oder erst zwei Jahre später, nach der Veröffentlichung von Picanders Libretto, uraufgeführt wurde. 

 © John Eliot Gardiner 2009

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen für den 17. und 18. Sonntag nach Trinitatis:

               Link:     h i e r  zum Download als PDF  Gardiner    

  Künstler-Beitrag –  Link:   Künstlerbeitrag Katharine Fuge, Sopran 

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/ YouTube: BWV  47 –

  „Wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden“   (Interpret: Harnoncourt)

 

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/ YouTube: BWV  114 – 

„Ach, lieben Christen, seid getrost“  (Interpret: Leonhardt)

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CD für den 17. Sonntag nach „Trinitatis“ 
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              Cover: CD’s – SDG 104 – Vol.  9  (CD 1)
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BWV   47 – Wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden

BWV 114 – Ach, lieben Christen, seid getrost

BWV 148 – Bringet dem Herrn Ehre seines Namens

BWV 226 – Motette: Der Geist hilft unser Schwachheit auf

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Ich wünsche allen Besuchern eine schönen sonnigen und musikalischen Sonntag.

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Grüße

Volker

Meine Anmeldung beim Bach-Webring.uk


Heute habe ich mich mit dem Blog: Volkers Klassikseiten J.S. Bach beim Bach-Webring.uk angemeldet. Dort sind einige internationale Bach-Seiten hinterlegt.

Link zum J. S. Bach-Web Ring: http://www.webring.org/hub/jsbachwebring?sid=53

Grüße Volker

Orgel-Konzert „Klang und Licht Wandelkonzert“ am 9.10.2011 in der Ev. Bartholomäuskirche Bielefeld-Brackwede


Ev. Bartholomäuskirche in Bielefeld Brackwede

Liebe Orgelfreunde !

Ein bemerkenswertes Orgel-Konzert in einer neuen Form fand am Sonntag, 9.10.2011, in der Ev. Bartholomäuskirche in Bielefeld-Brackwede statt.

„Klang und Licht Wandelkonzert“

mit Orgelmusik von J.S. Bach In der Einladung zum Konzert heisst es:

Herzlich willkommen zu unserem Wandelkonzert ! Wir möchten Sie heute Abend in einer knappen Stunde durch die Kirche führen, musikalisch und mit kurzen Texten zu markanten Punkten der Kirche.

 Seien Sie mutig, und erkunden Sie während der Orgelmusik die verschiedenen  akustischen Räume der Kirche:

Wie klingt die Musik im Mittelgang, wie klingt sie im Altarraum?

Was verändert sich, wenn ich an der Wand entlang gehe?

Was höre ich noch unter der Empore oder im Querschiff?

Klingt es anders, ob ich steh oder sitze?

Will ich die Orgel im Rücken hören oder ihr beim Spielen zusehen?

Beginn, zwischendurch und am Schluss hören Sie die

  „Acht kleinen Präludien und Fugen“

die in einer Abschrift Johann Sebastian Bachs überliefert sind, aber wohl von seinem Schüler“Johann Ludwig Krebs“ komponiert wurden.

 7 Stationen auf dem Weg durch die Kirche sind:

Fensterzyklus: (Licht der Welt, im Hauptschiff vorn)  –

Chorraum: (Altar, Kanzel, Lesepult und Kreuz, hinter dem Altar)  –

Taufe: (Taufstein und Taufwand, treffen  vor dem Taufstein und Taufwand)  –

Kirchenmusik: (Glocken, Orgel, Cembalo, vor der Orgelempore) –

Gotischer Torbogen: (Brand und Wiederaufbau, unter der Orgelempore) –

Turm: (Ursprungsgeschichte, im Turm) –

Vierung: (Architektur,Kronleuchter, im Hauptschiff vorn)

Wir versammeln uns jeweils an diesen Orten zu kurzen Betrachtungen. Sie können natürlich auch an einem Platz in der Bank mithören, die Texte werden über Lautsprecher übertragen.

Ausführende:  Walter Haverkamp, Orgel

Sprecher: Pf. i.R. Wolfgang Bergmann

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Beeindruckende Stimmung im Orgelkonzert "Klang und Licht Wandelkonzert"

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Glasfenster mit einem Bibel-Spruch nach Lukas verfasst..!!

Die Batholomäuskirche in Brackwede brannte 1990 vollkommen aus. Anschließend erfolgte der Wiederaufbau in der alten Form. Es haben sich nur wenige ältere Ausstattungsstücke erhalten, darunter der Taufstein von 1685, zwei Reliefs mit der Darstellung der Verkündigung und der Kreuzigung, die vermutlich 1603 entstanden sind und das neugotische Altarbild von 1892.

Die moderne Fensterverglasung stammt von Raphael Seitz aus Heilbronn und beeindruckt in ihrer Schlichtheit und mit Bibelversen sowie mit einem Notenabbild vom Magnificat von J.S. Bach.

Die gläserne Taufwand erstellte ein Bielefeld Künstler. Auf der gläsernen Taufwand sind bei den einzelnen Fischen die Täuflinge mit Foto, Vornamen und Namen dokumentiert für das laufende Kirchenjahr und wirkt sehr beruhigend auf den Betrachter..!!

Gläserne Taufwand in der Ev Bartholomäiskirche Brackwede

Anschließendes Foto:

Die in den Jahren 1992-1994 nach dem verheerenden Brand der Kirche neu erstellte Rowan West Orgel…!!

Rowan West Orgel von 1994 in der Ev. Bartholomäuskirche Brackwede

Die jetzige Orgel mit 43 Registern auf drei Manualen und Pedal mit barockisierendem Prospekt wurde 1994 vom Orgelbauer Rowan West aus Ahrweiler in Anlehnung an Werke von dem westfälischen Orgelbauer Johann Patroclus Möller (1698-1772) aus Lippstadt – geschaffen. Aus dessen erhaltener Orgel in der Abteikirche Marienmünster übernahm man nicht nur einen großen Teil der Disposition, sondern auch Mensur und Intonation. Die weitestgehende Anwendung alter Bau- und Intonationskunst ermöglicht bei flexiblem Wind und ungleichschwebender Stimmung größte Annäherung an stilgerechte Interpretation barocker Musik auf einer neuen Orgel. Die Brackweder Rowan West Orgel gilt als Impuls für eine Neuorientierung in westfälischer Orgeldenkmalpflege.

Ein Video von dem Orgelabend „Klang und Licht Wandelkonzert“

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Die Rowan West Orgel wurde vor kurzer Zeit vollständig neu Intoniert und der Kirchenakustik angepasst. So präsentiere sich diese wunderbare Orgel in dem Konzert von seiner besten Klangseite und beglückte die Besucher mit herrlichen Präludien und Fugen von J.S. Bach. Es war ein Genuss, im Gehen, Stehen oder  im Sitzen dieses Konzert mit der unterschiedlichen räumlichen Orgelakustik wahrzunehmen. Diese unterschiedlichen Klangquellen zu erleben waren wirklich etwas Besonderes an diesem Orgelabend. So eine Möglichkeit gibt es nur sehr selten und sollte seine Nachahmer finden.

Der Hörer erlebt durch den Rundgang und seine Positionierung  in der Kirche – betrachten der Kirchenfenster mit Sprüchen und Noten, Altarraum, Turmbesteigung, gläserne Taufwand, Taufbecken, Orgelempore, Glockengeläut, Seitenschiffe, etc. und durch die vorangegangenen textlichen Aussagen ganz neue Eindrücke von der Bach-Musik und dem Orgel-Klang. Ich war davon sehr angetan und wünsche, es werden weitere Orgelabende in dieser Form von dem Kontorat der Ev. Bartholomäus-Kirchengemeinde Brackwede durchgeführt. Ein bewegender Abend ging viel zu schnell zu Ende und entließ die frohe gestimmten Besucher in den Abend..!!

Grüße

Volker

News von der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen-Trogen / Schweiz vom 12.10.2011


CD's ab 29.10.2011 zu erwerben von der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen

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Liebe Bachfreunde/innen!

Die J.S. Bach-Stiftung St. Gallen-Trogen wird ab 29.10.2011 erstmalig auf vielfachen Wunsch jeweils eine CD von den Kantateneinspielungen aus St. Gallen-Trogen veröffentlichen.

Hierzu erhielt ich gestern eine erfreuliche Mitteilung aus Trogen. Die ersten drei CD’s – mit jeweils drei Kantaten auf einer CD – kommen noch im Oktober heraus! Darunter befinden sich unter anderem die beliebten Kantaten BWV 182 „Himmelkönig, sei willkommen“ – BWV 60 „O Ewigkeit, du Donnerwort“ und BWV 1 „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ . Bei Interesse wäre es ein sehr schönes Weihnachtsgeschenk, diese CD’s zu verschenken.

CD 1 BWV 182 „Himmelkönig, seiwillkommen“  BWV 81 „Jesus schläft, was soll ich hoffen?“ BWV 129 „Gelobet sei der Herr, mein Gott“ / Preis: 35,00 CHF

CD 2 BWV 22 „Jesus nahm zu sich die Zwölfe“ BWV 60 „O Ewigkeit, du Donnerwort“  BWV 33 „O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe“ / Preis: 35,00 CHF

CD 3 BWV 132 „Bereitet die Wege, bereitet die Bahn“ BWV 35 „Geist und Seele wird verwirret“ BWV 1 Wie schön leuchtet der Morgenstern“ / Preis: 35,00 CHF

Die ersten drei CD’s können auf der Webseite der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen-Trogen ab 29. oder 30. Oktober 2011 erworben werden.

Link: http://www.bachstiftung.ch/shop/

per Post:

Anschrift: J.S. Bach-Stiftung -Sekretariat – Postfach 164 – 9004 St. Gallen-Schweiz

oder telefonisch beim Stiftungssekretariat
unter +41 71 242 58 58

oder per E-Mail (info@bachstiftung.ch)

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 Der TVO – Sender (Ost-Schweiz-Appenzeller-Land)

strahlt am Sonntag, 9.10.2011 um 11:05 Uhr

die Kantate  BWV 38 „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ aus.

90 Minuten Bach-Vergnügen!

Hierzu eine wichtige Anmerkung:

Der Fernsehsender tvo überträgt zur Zeit im Nachhinein von Montag bis Samstag die Sendung „Bach er lebt“  nur ca. 58 Minuten aus was ärgerlich ist, aber der Sender arbeitet daran, den Fehler wieder in den Griff zu bekommen. Voraussichtlich am Donnerstag, 11.10. gegen Mittag soll die Sendung wieder 1 1/2 Stunden einwandfrei zu sehen  sein. Neuigkeiten dazu werde ich hier veröffentlichen..!!

Diese Kantate kann an den Folgetagen von Montag bis Samstag beim Fernsehsender tvo im Archiv: „Bach er lebt“ nochmals angesehen werden..!!

Link zum Sender:  tvo – Sender (Ost-Schweiz-Appenzeller-Land)

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Grüße

Volker

Karl Richter zum 85. Geburtstag – eine weiteres Zeitdokument Nr. 4 für die Jahre 1968-1971 wird veröffentlicht


Karl Richter - Bach-Interpret - Dirigent und Organist

Liebe Bachfreunde/innen !

Unvergessen der großartige Bach-Interpret der 60er bis 80er Jahre „Karl Richter“ mit seinem Münchener Bachchor- und Orchester“ der beispielhaft Bachs Werke für diese Zeit in unnachahmlicher Art aufgeführt hat. Als Mekka für Bach-Freunde wurde für diesen Zeitraum das katholische München, ein Protestant machte es möglich und beglückte die Besucher mit eindrucksvollen Konzerten in und außerhalb von München..!!

Aus Anlass seines 85. Geburtstages am 15.10. 2011 – wird ein weiteres Zeitdokument Band 4 – Die Jahre: 1968 bis 1971 – veröffentlicht..!!

Karl Richter Zeitdokumente 1968-1971 Verlag: Conventus-Musicus

 Ein Vorwort :

Karl Schumann schreibt im Einführungtext zur zehnteiligen CD-Box „Bach -Sacred Masterpieces“ u. a.:

…Karl Richter war ein Interpret des sensibel phrasierten Espressivo, ein Ausdrucksmusiker, ein nachschöpferischer Künstler, der aus der Überzeugung lebte, Musik könne erst dann ihre geistige Strahlkraft voll entfalten, wenn allen klanglichen, rhythmischen und kontrapunktischen Elementen volle Gerechtigkeit widerfahren sei.

Zu der Zeit, als ein emotional gefärbtes Bach-Bild die musikalische Szene beherrschte, setzte Karl Richter Maßstäbe der Bach-Interpretation. Gegen den historisierenden Aufführungsstil, wie er in den 1970er Jahren aufkam, blieb er skeptisch, nicht aus Starrsinn und nicht aus Mangel an Einsicht in wissenschaftliche Ergebnisse, vielmehr im Vertrauen auf die Wahrhaftigkeit seines durch jahrzehntelange Aufführungspraxis bekräftigten Darstellungsstils und einer klangsinnlichen Konzeption, die weitgehend unter dem Einfluß der Leipziger Aufführungstradition stand…

Die Jahre 1968-1971, denen der vierte Band der „Zeitdokumente“ gewidmet ist, sehen Karl Richter im Zenit seines Könnens, gleichzeitig aber kündigen sich auch gesundheitliche Probleme an, die im Februar 1971, fast genau zehn Jahre vor seinem allzu frühen Tod, zu einem ersten Herzinfarkt führen. Höhe- und Schwerpunkte des vorliegenden Bandes sind die großen Konzertreisen mit Bach-Chor und Bach-Orchester in die damalige UdSSR (1968 und 1970)sowie die fast dreiwöchige Konzerttournee nach Japan (1969).

In diesen Zeitraum fallen auch mehrere Unitel-Fernsehproduktionen: Messe h-moll und Johannes-Passion in der Klosterkirche Dießen am Ammersee, Matthäus-Passion in den Bavaria-Studios München-Geiselgasteig, die Brandenburgischen Konzerte im Schloss Schleißheim sowie Werke für Orgel und Cembalo in Ottobeuren. Die Deutsche Grammophon setzte die Reihe der Schallplattenaufnahmen fort mit Händels Samson und Giulio Cesare, Beethovens Messe C-Dur, Bachs Goldberg-Variationen u. a. Und nicht zuletzt weitete Karl Richter seine Konzerttätigkeit in Europa und Übersee beträchtlich aus. 

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Das Zeitdokument ist in Kürze erhältlich..!!

Karl Richter – Zeitdokumente 
Band 4: Die Jahre 1968 – 1971 
238 Seiten – 24,80 € (mit ersten Fotos in Farbe)

Bestellungen per eMail, Telefon oder Brief  bitte direkt an:…………………………………………….
Conventus-Musicus
Postfach 68
97335 Dettelbach
Deutschland

Tel.: 09321-9243986
E-Mail:
cm@conventus-musicus.de

Bisher erschienen:

Band 1 ISBN 978-3-00-032125-2 (21,80 Euro)
Band 2 ISBN 978-3-00-032826-8 (21,80 Euro)
Band 3 ISBN 978-3-00-034046-8 (24,80 Euro)

Band 4 ISBN 978-3-00-035432-8 (24,80 Euro) erscheint in Kürze..!!

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Ein weiteres wunderbares Zeitdokument von den Jahren 1968 bis 1971 als Band 4 über „Karl Richter“ kann ich allen Richter-Interessenten nur wärmstens empfehlen und Sie unterstützen mit dem Kauf das Karl-Richter-Archiv. Die Bezugsmöglichkeiten des Buches sind oben aufgeführt..!!
Grüße
Volker

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den 16. Sonntag nach „Trinitatis“


J.S. Bach-Denkmal Leipzig von Felix Mendelssohn-Bartholdy gestiftet

Liebe Bach-Freunde/innen !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 09.10.2011 begehen wir den 16. Sonntag nach „Trinitatis“

Der 16. Sonntag nach Trinitatis ist geprägt vom Evangelium von der Auferweckung des Lazarus. In dieser Geschichte sowie in den Epistellesungen wird deutlich, dass mit Jesus weit mehr gekommen ist als nur ein großer Prediger. Er hat das Leben in diese Welt gebracht und den Tod besiegt. Dieser Sieg wird schon durch sein Handeln auf Erden sichtbar. Am 16. Sonntag nach Trinitatis hören wir das Evangelium von der Auferweckung des Lazarus und wir staunen über die Worte Jesu. Diese Worte sprechen in keine alltägliche Situation, sondern sind Trauernden und bedrückten zugesprochen. Wir können getrost sein darüber, dass Gott alles Geschehen in userem Leben kennt und weiß, wann wir seiner besonderen tröstenden Hilfe bedürfen. Es ist gut zu wissen, dass nichts ohne seinen Willen geschieht.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den 16. Sonntag nach Trinitatis

BWV    8 –  „Liebster Gott, wenn werd ich sterben“

BWV   27 –  „Wer weiß, wie nahe mir mein Ende“

BWV   95 –  „Christus, der ist mein Leben“

BWV   161 –  „Komm, du süße Todesstunde“

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„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 09.10.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 – „Geistliche Musik“ – Programmauszug:

 Johann Sebastian Bach

BWV 95 „Christus, der ist mein Leben“ Kantate zum 16. Sonntag nach Trinitatis für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo;

Dorothee Mields, Sopran; Hans Jörg Mammel, Tenor; Thomas Bauer, Bass;

Collegium Vocale Gent, Leitung: Philippe Herreweghe

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Eine weitere Programmankündigung:

NDR-Kultur für den Sonntag, 09.10.2011

Online-Radio-Livestream: http://www.ndr.de/ndrkultur/livestream154.html

PDF-Programm: 

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/programmuebersichten/programmuebersicht106.html

08:05 Uhr bis 08:40 Uhr Kantate
Geistliche Musik am Sonntagmorgen
08:00 Nachrichten, Wetter

Geistliche Musik am 16. Sonntag nach Trinitatis

Ernst Friedrich Richter:
Da Israel aus Ägypten zog, Motette
Junges Vokalensemble Hannover Ltg.: Klaus-Jürgen Etzold

Alexandre-Pierre-François Boëly:

sechs Kyrie-Versetten Eberhard Lauer, Orgel

Johann Sebastian Bach:
Christus, der ist mein Leben, Kantate BWV 95

Dorothee Mields, Sopran / Hans Jörg Mammel, Tenor Thomas Bauer, Bass /

Chor und Orchester des Collegium Vocale Gent / Ltg.: Philippe Herreweghe

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/ YouTube: BWV 161 – 

 „Komm du süße Todesstunde“  – Part 1  (Interpret: Harnoncourt)

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/ YouTube: BWV 161 – 

 „Komm du süße Todesstunde“  – Part 2  (Interpret: Harnoncourt)

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Kantaten-Beschreibung zum BWV 8 – BWV 27 – BWV 95 – BWV 161

Kantaten für den 16. Sonntag nach Trinitatis –

Aufführungsort: Santo Domingo de Bonaval, Santiago de Compostela (Spanien) am 07.10.2000

Nordgalizien war in warmes Herbstlicht getaucht, die Sonne strahlte von einem wolkenlosen Himmel, als wir zum berühmtesten aller Pilgerziele flogen. Die vier Kantaten für den 16. Sonntag nach Trinitatis gehen auf die Geschichte aus dem Evangelium von der Auferweckung des Jünglings zu Nain zurück. Alle vier – BWV 161, 27, 8 und 95 – drücken die lutherische Todessehnsucht aus, und alle bis auf eine enthalten das Läuten der ‚Leichenglocken’. Doch ungeachtet der gleichen Thematik weisen Satz, Form und Stimmung eine ungeheure Vielfalt auf, und zusammen bilden sie eine überzeugende und tief bewegende Tetralogie – eine Musik, die heilsam und erhebend ist.

Es war eine Freude, „Komm, du süße Todesstunde“ BWV 161,

jene erstaunliche Kantate aus Bachs Weimarer Jahren, noch einmal aufzuführen, nachdem wir sie an Bachs Todestag (28. Juli) in der Abtei Iona gegeben hatten. Während dort in erster Linie die pastorale Textur den stärksten Eindruck hinterlassen hatte, ohne Zweifel deshalb, weil sie sich so herrlich in die Landschaft der Insel fügte, war es hier die herzzerreißende Schönheit der Tenorarie ‚Mein Verlangen’ (Nr. 3) mit ihrem sinnlichen Streichersatz, die besonders berührte, vor allem in der Weise, wie Mark Padmore sie sang.

Mit zwei ihrer Sätze im Dreiertakt (Nr. 3 und 5) scheint die Kantate BWV 161 für Bachs spätere Kantaten, die sich mit dem Ruf nach dem Tod befassen, das Muster vorzugeben – oder ist das nur ein Zufall? Könnte es ein absichtlicher Kunstgriff gewesen sein, das bekümmerte Herz zu beschwichtigen? Drei der vier Hauptsätze in BWV 95 weisen einen Dreierrhythmus auf. Das gilt auch für den zauberhaften Anfangschor von BWV 27 Wer weiß, wie nahe mir mein Ende, eine elegische Klage, in die Bach die modale Melodie des Kirchenliedes ‚Wer nur den lieben Gott lässt walten’ von Georg Neumark einflochten hat und die Ausführende und Hörer jedes Mal, wenn sie auf unserer Pilgerroute begegnete, in gleicher Weise begeisterte.

Die Vergänglichkeit der Zeit wird hier durch die langsamen Pendelschläge in den Bässen des Orchesters angedeutet; als Gegengewicht dazu schaffen die fallende Figur in den hohen Streichern und ein schmerzlich aufgebrochenes Thema in den Oboen den Hintergrund für die bedrückende Choralmelodie, die mit dem besinnlichen Rezitativ verflochten ist. Sogar das obligate Cembalo und die Continuolinie der munteren Altarie (Nr. 3) scheinen vom Geist der gemessenen Zeit inspiriert (hier im harten Anschlag der Cembalotasten zu hören), ein Merkmal, das in diesen Totenglocken-Kantaten häufig wiederkehrt. Die Bassarie in g-moll (Nr. 5) weist eine enge Verwandtschaft mit Petrus’ Verleugnungsarie ‚Ach mein Sinn’ in Bachs Johannespassion auf, zumindest in den einleitenden Takten des Abschieds vom eruptierenden ‚Weltgetümmel’, das die scheidende Seele mit Freuden zurücklassen wird.

Der kraftgeladene Streichersatz hier, eine Aktualisierung von Monteverdis stilo concitato, ist nicht Bachs einziger Blick zurück in die Vergangenheit. In dem abschließenden Choral (Nr. 6) zitiert er, was bei ihm ganz ungewöhnlich ist, fast unverändert die Komposition eines Vorgängers – Johann Rosenmüllers fünfstimmige Aria ‚Welt, ade! ich bin dein müde’, die 1652 in Leipzig im Druck erschienen war. Sie wirkt durchaus passend. Bach, der auf so unnachahmliche Weise Choräle vertonte, war vielleicht der Meinung, dass hier nichts besser gemacht werden konnte.

Der Anfangssatz von BWV 8 „Liebster Gott, wenn werd ich sterben?“ ist ein ungewöhnliches Klangtableau. Es besteht aus einer fast ununterbrochenen Bewegung im 12/8-Takt der beiden Oboen d’amore über einer gedämpften Staccato-Begleitung der hohen Streicher und einem Pizzicato im Bass. Über diese hinaus erhebt sich die Flöte, die außerhalb ihres normalen Tonbereichs spielt.2 Der Oboensatz lässt an Brahms denken, aber auch an Berlioz und an L’Enfance du Christ in der Instrumentierung und einigen der harmonischen Fortschreitungen, während der Beginn der vom Sopran gesungenen (und vom Zinken verdoppelten) Choralmelodie fast den Schwung einer Jahrmarktsmusik aufweist. Der ganze Satz ist von einer elegischen und schillernden Zärtlichkeit geprägt, die ihm seinen besonderen Charme verleiht. Die Totenglocken kehren (zumindest als Schlussfolgerung) in den lose aneinander gefügten Achtelnoten der Tenorarie (Nr. 2) bei den Worten ‚wenn meine letzte Stunde schlä-ä-ä- ä-ä-ä-gt’ und im Pizzicato der Continuobegleitung wieder. Als schönes Gegengewicht versichert die Bassarie (Nr. 4) voller Zuversicht, Jesus werde den Menschen ein besseres Leben zuteil werden lassen. Hier stattet Bach Sänger, Flöte und Streicher mit einer ungenierten Tanzmusik aus, einer Gigue in A-dur und im 12/8-Takt, die in ihrem prahlerischen Überschwang an das Finale des sechsten Brandenburgischen Konzertes erinnert.

 © John Eliot Gardiner 2004

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen für den 15. und 16. Sonntag nach Trinitatis:

               Link:     h i e r  zum Download als PDF  Gardiner    

  Künstler-Beitrag –  Link: Künstlerbeitrag Mark Padmore, Tenor   

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/ YouTube: BWV  8 –

  „Liebster Gott, wenn werd ich sterben“   (Interpret: J.E. Gardiner)

 

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/ YouTube: BWV  27 – 

„Wer weiß, wie nahe mir mein Ende“  (Interpret: J.E. Gardiner)

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/ YouTube: BWV  95 –  Part 1

„Christus, der ist mein Leben“  (Interpret: Harnoncourt)

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/ YouTube: BWV  95 –  Part 2

„Christus, der ist mein Leben“  (Interpret: Harnoncourt)

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CD für den 16. Sonntag nach „Trinitatis“ 
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……Cover: CD’s – SDG 104 – Vol.  8  (CD 2)
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BWV 8 – Liebster Gott, wenn werd ich sterben

BWV 27 – Wer weiß, wie nahe mir mein Ende

BWV 95 – Christus, der ist mein Leben

BWV 161 – Komm, du süße Todesstunde……….

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Ich wünsche allen Besuchern eine schönen Sonntag.

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Grüße

Volker

News von der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen-Trogen / Schweiz


Ev. reformierte Kirche Trogen. - Wirkungsstätte der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen

CD's ab 29.10.2011 zu erwerben von der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen

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Liebe Bachfreunde/innen!

Wünsche werden wahr. Die J.S. Bach-Stiftung St. Gallen-Trogen wird ab 29.10.2011 erstmalig auf vielfachen Wunsch jeweils eine CD von den Kantateneinspielungen aus St. Gallen-Trogen veröffentlichen. Eine preisgünstige Variante zu den DVD-Veröffentlichungen. Ebenso wird aus Trogen nach einer Möglichkeit gesucht, diese DVD- und CD-Einspielungen zusätzlich über einen Label in Deutschland vertreiben zu lassen.

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Als eine weitere Neuigkeit aus St. Gallen-Trogen wurde in den letzten Tagen das Halbjahres-Programm für das Kalenderjahr 2012 als PDF mit den Konzert-Terminen und mit den Aufführenden bekannt gegeben. Als eine Überraschung nach meiner Durchsicht stellte sich heraus, dass der Bass-Bariton „Peter Harvey“ für zwei Konzerte in 2012 verpflichtet wurde – allen wohl bekannt als Solist von Sir Gardiner’s Cantata-Pilgrimage 2000…!!

Ev. reformierte Kirche in Leipzig Foto:

Die J.S. Bach-Stiftung wird am 13. Juni 2012 mit einem Gastauftritt zum Bachfest 2012 in Leipzig in der dortigen Evangelisch reformierten Kirche ein Konzert geben.

Programm:

Moritz Hauptmann:

«Meine Seel’ ist stille zu Gott», op. 53 Nr. 1

«Herr, höre mein Gebet», op. 40 Nr. 1

Kyrie, aus: Messe f-Moll, op. 18 «Nimm von uns, Herr Gott», op. 34

 

Johann Schelle:

«Christus, der ist mein Leben»

 

Johann Sebastian Bach:

«Christ unser Herr zum Jordan kam», BWV 7

Ausführende:

Chor und Orchester der J.S. Bach-Stiftung

Leitung: Rudolf Lutz

Konzertbeginn: 20 Uhr

Vorverkauf: www.bachfestleipzig.de

Der Vorverkauf für das Bachfest Leipzig 2012 startet am 14. Oktober 2011, Mitglieder der Vereinigung der Freunde des Bach-Archivs Leipzig e. V. können bereits ab dem 30. September 2011 Karten erwerben.

Karten bei Online-Ticket zum Selbst-Ausdrucken:

Link:

http://www.ticketonline.de/nr-72-musik-von-thomaskantoren-tickets-leipzig.html?affiliate=2TO&doc=artistPages%2Ftickets&fun=artist&action=tickets&key=656686%241690673

Tickets sind telefonisch unter Tel. 0 18 05-56 20 30 (14 Cent/Min. aus dem dt. Festnetz, ggf. abweichende Mobilfunktarife) und aus dem Ausland unter Tel. +49-38 71-2 11 41 91 sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

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  Das Halbjahres-Programm 2012 der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen-Trogen

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Der TVO – Sender (Appenzeller-Land) strahlt am Sonntag, 9.10.2011 um 11:05 Uhr die Kantate  BWV 38 „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ aus. 90 Minuten Bach-Vergnügen!

Diese Kantate kann an den Folgetagen von Montag bis Samstag beim Fernsehsender tvo im Archiv: „Bach er lebt“ nochmals angesehen werden..!!

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Grüße

Volker

Sir John Eliot Gardiner mit Gramophone Award ausgezeichnet


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Sir John Eliot Gardiner - englischer Dirigent

Heute wurde bekannt gegeben, dass Sir John Eliot Gardiner mit einem Gramophone Award für besondere Leistungen ausgezeichnet wurde. Und zwar für seine Bach Cantata Pilgrimage im Jahr 2000 sowie für die Veröffentlichung der Aufnahmen dieser Konzerte in einer 27 Doppel-CDs umfassenden Reihe. Die Würdigung auf Englisch ist auf der Seite von Gramophone zu finden:

http://www.gramophone.co.uk/awards/2011/special-achievement

Auf die Schnelle bekomme ich es nicht übersetzt und die unsäglichen Google-Übersetzungen möchte ich Euch nicht zumuten.

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Bach-Motetten zelebrierte Sir Gardiner im Nikolaisaal Potsdam am 30.9.2011


Aussenansicht Nikolaisaal in Potsdam

Liebe Bach-FreundINNEN!

‚Na-, warum lässt der Sir Gardiner denn gerade die Motette ‚Der Geist hilft unsrer Schwachheit auf'“ –  aus? Kann man denn wirklich eine von den sechsen klassischen Vokalwerken Bach’scher Kunst so zurückstellen?‘ Das raunten einige der zahlreich erschienenen Potsdamer Bach-Freunde in der Reihe hinter mir. Und ich machte mir natürlich auch Gedanken, was uns Gardiner mit dieser wohl bewussten Auslassung sagen wollte. Am Schluß des Konzerts war mir klar: Da als Zugabe von Gardiner die Bach unsicher zugeschriebene Motette ‚Ich lasse Dich nicht, Du segnest mich denn‘ gegeben wurde, waren dann im Ganzen vordergründig alle 6 doch wieder vorhanden. Aber Spaß beiseite.

Ein inhaltlicher Grund drängte sich mir auf. Da in der  glänzend dargebotenen Motette ‚Jesu meine Freude‘ sehr viel und pointiert vom ‚Geist‘ die Rede ist, konnte man auf eine neuerliche Wiederholung des ‚Geistes‘ verzichten. Denn das was diese Motette ‚Jesu meine Freude‘ uns vom Geist sagt, ist wirklich ganz wichtig. Die wohl längste Bach-Motette hat vielfältige Sätze. Choral – Terzett – Frauenchor – Männerchor – chorisches Tenorsolo – Fuge – Ekstase (Weg, weg mit allen Schätzen) – mystische Zusagen.

Als Mittelpunkt empfand ist aber die Zusage:

‚Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich‘.

Für den Konserven verwöhnten Musikhörer bedeutet das m.Mg.: Lasst Euch auf die Länge und den Argumentationsverlauf des Musikstücks ein. Seid nicht zufrieden mit einem Highlight z.B. dem Eingangschor, sondern bei Bach setzt der Schlusschoral den Punkt.  Geistlich hören, heißt,  Raum lassen den innermusikalischen Entwicklungen von Chor – Rezitativ – Arie – Schlusschoral.  Da findet ein Gespräch zwischen den Sätzen statt, manchmal sogar ein Drama. Und die bei Bach so gerühmte Kraft der ‚Beruhigung und Heilung‘  des ‚aufgeregten‘ Menschen kann sich nur entfalten, wenn auch vorher die ‚Aufgeregtheit der Welt‘ in Turbae und Virtuosität dargestellt und durchlitten wurde.

Natürlich, bei so eng gestrickten Bach-Werken wie den Motetten leuchtet das leicht jedem ein, aber das gilt erst recht auch für die Kantaten, die Messe und die Passionen. Geistlich aufführen und hören braucht daher keine ‚Höhepunkte‘ Bach’scher Musik. Innermusikalisch gibt es für eine solche Ansicht auch gute  Argumente. Nämlich-,  die Abfolge von  Tonarten, die bei Bach ja bei jedem Satz  bewusst eingesetzt werden, wird zerstört und so sorgsam abgestufte  verbundene Glieder zerrissen.

Monteverdi Choir und English Baroque Soloists

Wie fing das Konzert an? Der Gardiner-Chor setzte ein mit einem labial wunderbar gerollten und gerundeten ‚L – obet den Herrn, alle Heiden‘. Auf diesen Einsatz war ich besonders gespannt. Da macht es ein ausländischer Chor uns Deutschen vor, was Sprache beinhaltet: niemals gleichförmig und unbeteiligt, immer betont und Entwicklungen verdeutlichend.

Gerade bei der Motette “Fürchte Dich nicht“ wurde mir die argumentative Gestaltung sehr deutlich. Man hätte ja auch mit der These und Behauptung ‚Fürchte Dich nicht‘ zufrieden sein können. Nein-,  musikalisch und textlich wird das ‚warum‘ bei Gardiner ernst genommen.  ‚Ich stärke Dich – ich halte Dich bei meiner rechten Hand‘. Da wird ausgestaltet, musikalische Linien werden wenn es nötig ist herausgehoben oder abgeschwächt.

Noch ein Licht leuchtete mir als ‚typisch britische Interpretation‘ auf: da gab es eine mysterienartige Interpretation der geheimnisvollen Zusagen wie z.B. ‚weiche nicht‘, ‚ich helfe Dir auch‘, ‚ich halte Dich mit meiner rechten Hand‘-, diese Zusagen kamen eher wispernd und  versteckt auf den Hörer zu. Plötzlich konnte ich mir Elfen und Baumgeister vorstellen – oder war ich abgedriftet und hatte  über die Maßen ‚Elfen-Literatur‘ mit meiner Tochter gelesen? Jedenfalls hatte ich empfunden, das eine solche eher romantische Auffassung sich abhebt von dem typisch deutsch-protestantischen Kantoren-Stil, der immer Klarheit und Eindrücklichkeit von den Sängern will.

So ging es mit Engagement und Einsatz im Motetten-Verlauf weiter. Der Sir gab sich bescheiden, die Sänger des Chores waren  bewegt im Einsatz und ließen auch manche Gesten zu.  Eine Mahnung zum Widerstand wie ‚Trotz dem alten Drachen!!‘ kann man nicht mit verschränkten Armen singen! ‚Tobe Welt und springe‘-, da bogen sich fast die Bretter und Balken des renovierten Nikolai-Saals. Erhellend war es auch, das ich in der Pause mit einem Continuo-Spieler ins Gespräch kam. Das Wichtigste:

Sir J.E. Gardiner

Sir Gardiner hat sein Bach-Buch fertig und einem englischen Verlag zur Veröffentlichung freigegeben. Zur Buch-Messe ist es zwar noch nicht übersetzt, doch wir können uns freuen auf eine Bach-Interpretation, die Staunen lässt.

So hatte ich in Berlin und Potsdam auch einen kulturell bereichernden Herbst-Aufenthalt. An jedem Tag wartete auf mich ein Höhepunkt: Zuerst die viel gerühmte ‚Gesichter der Renaissance-Austellung‘ im Bode-Museum, am nächsten Tag 6 Bach-Motetten interpretiert vom Sir Gardiner, am nächsten Abend, tags darauf im Olympia-Stadion mit meiner Tochter der  3 zu 0 Sieg der Hertha gegen die Kölner.

Immer wieder fragte ich mich: Was ist Kultur? Überall kannst Du hingehen und Dir eine Karte irgendwie besorgen, wenn Du es nur willst. Kultureller und materieller Überfluss strömen auf Dich ein. Bei der Portrait-Ausstellung im Bode-Museum hatten mir Landschaften gefehlt. Im Olympiastadium konnte ich mitfeiern, wie der Hauptstadt-Club kurzen Prozess mit den Rheinländern machte. Im Potsdamer Nikolai-Saal wurde ich ‚geistlich‘ so erfüllt, dass ich zum Verstehen der Musik kein Hochglanz-Programm-Heft und kein abgestandenes, müde sprudelndes Glas Sekt in der Pause brauchte.

Bist DU mit all‘ diesen ‚Fleisch-Brocken‘ glücklich.  Dann war am Sonntag den 2.10. noch Erntedank-Fest. Ich ging zum Gottesdienst in meine Nachbarkirche. Was sagte der Pfarrer:

‚Sammelt Euch Schätze im Leben, die nicht von Motten und Rost gefressen werden!‘

Ja-, das könnte es sein!

Gruß

Wolfgang

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 Rezension aus Potsdam   Singen voller Lebendigkeit und Leidenschaft

Märkische Zeitung:  http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12186808/60709/Publikum-feiert-Monteverdi-Choir-und-The-English-Baroque.html

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Biografie Wolf Matthias Friedrich – Bass


Wolf Matthias Friedrich .- Bass
Wolf Matthias Friedrich .- Bass

Wolf Matthias Friedrich studierte Gesang an der Hochschule für Musik Felix Mendelssohn Bartholdy in Leipzig bei Prof. Eva Schubert. 1980 war er Preisträger des Internationalen Dvorák-Wettbewerbes in Karlovy Vary. Von 1982 bis 1986 war Wolf Matthias Friedrich Mitglied des Opernstudios der Staatsoper Dresden.

1999 trat er in Opernproduktionen der Schwetzinger Festspiele (Joseph Haydn {1732-1809} Armida) und der Musikfestspiele Potsdam (Georg Friedrich Händel {1685-1759} Aci, Galatea e Polifemo) auf. Im Jahre 2000 sang er den Plutone in der Oper La Divisione del Mondo von Giovanni Legrenzi (1626-1690) unter der musikalischen Leitung von Thomas Hengelbrock und der Regie von Philippe Arlaud bei den Schwetzinger Festspielen und den Festwochen der Alten Musik in Innsbruck.

2002/03 sang er den Licomede in Händels Oper Deidamia bei den Händelfestspielen in Halle unter der Leitung von Alessandro De Marchi und der Regie von Nicholas Broadhurst.

Verpflichtungen unter Dirigenten wie Kurt Masur, Fabio Luisi, Marek Janowski, Rafael Frühbeck de Burgos, Michel Corboz, Roy Goodman, Howard Arman, Jan Willem de Vriend u.v.a. führten ihn in Opern- und Konzerthäuser aller Kontinente und wurden in zahlreichen Rundfunk- und CD/DVD-Produktionen dokumentiert. Er arbeitete mit Norman Shetler in verschiedenen Liedprojekten (Franz Schubert {1797-1828}, Felix Mendelssohn Bartholdy {1809-1847}, Carl Loewe {1796-1869}). 2004 sang Wolf Matthias Friedrich den Elias von Felix Mendelssohn Bartholdy bei den Folle Journée in Nantes und der Festa da Música in Lissabon unter dem Dirigat von Peter Neumann.

Konzertprojekte unter der Leitung von Paul Dyer führten ihn 2004 nach Sydney (Australian Brandenburg Orchestra) und Kuala Lumpur (Malaysian Philharmonic Orchestra). Im Mai 2005 und 2007 trat er mit erfolgreichen Konzertdebuts mit Werken Richard Wagners (1813-1883) – als Holländer (Der fliegende Holländer) und als Hans Sachs (Die Meistersinger von Nürnberg) – unter der Leitung von David Timm in Leipzig auf.

In der Saison 2006/07 sang Wolf Matthias Friedrich den Publio in La clemenza di Tito von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) in einer Inszenierung von Ursel und Karl-Ernst Herrmann und unter der musikalischen Leitung von Alessandro De Marchi am Ständetheater Prag, dem Ort der Uraufführung des Werkes.

Wolf Matthias Friedrich wirkte an zahlreichen Ur- und Erstaufführungen von Werken zeitgenössischer Komponisten mit (Udo Zimmermann Weisse Rose, Shih Vatermord, Hans Georg Pflüger, Wilfried Maria Danner u.a.).

2002 zählte er zu den Mitbegründern des Kerll-Rosenmüller-Festes, das von 2002 bis 2006 jährlich zur Förderung des musikalischen Erbes der in seiner vogtländischen Heimat geborenen Komponisten Johann Caspar Kerll (1627-1693), Johann Rosenmüller (1615-1684) und Sebastian Knüpfer (1633-1676) veranstaltet wurde.

Im Mai 2008 sang Wolf Matthias Friedrich den Zoroastro in Georg Friedrich Händels Oper Orlando unter der musikalischen Leitung von Nicholas McGegan und der Regie von Catherine Turocy im Deutschen Theater Göttingen anläßlich der Internationalen Händel-Festspiele. Im August 2009 erlebte die Produktion eine Wiederaufnahme im legendären Drottningholms Slottsteater. Im August 2011 sang er diese Partie unter dem Dirigat von Nicholas McGegan mit dem Philharmonia Baroque Orchestra beim Ravinia Festival, dem MostlyMozart Festival New York und beim Tanglewood Music Festival.

Im Herbst 2008 gab er den Osmin in Wolfgang Amadeus Mozarts Entführung aus dem Serail im Schloßtheater des Neuen Palais in Potsdam Sanssouci unter der musikalischen Leitung von Konrad Junghänel und der Regie von Uwe Eric Laufenberg. Diese Produktion hatte am 26. November 2010 in einer Wiederaufnahme der Oper/ \Köln im Palladium in Köln Mühlheim erneut Premiere und wurde im März 2011 in Sulaimania als erste Opernaufführung im Irak vom kurdischen Publikum gefeiert.

Im Mai/Juni 2009 war der Baß in der Partie des Meraspe in der Oper Admeto von Georg Friedrich Händel am Deutschen Theater in Göttingen unter der musikalischen Leitung von Nicholas McGegan und der Regie von Doris Dörrie im Rahmen der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen zu erleben, die im August 2009 beim Edinburgh International Festival, zu Gast war.

Im Oktober 2009 debütierte er als Taddeo in Gioachino Rossinis (1792-1868) L’italiana in Algeri an der Oper Köln unter der musikalischen Leitung von Will Humburg (Jean-Pierre Ponnelle, Inszenierung, Bühne und Kostüme).

Im Frühjahr 2010 war er erneut der Zoroastro in Georg Friedrich Händels Orlando unter der musikalischen Leitung von Alessandro De Marchi in einer Inszenierung von Alexander Mørk-Eidem an der Komischen Oper Berlin.

Im Juni 2010 sang Wolf Matthias Friedrich den Masetto in Don Giovanni von Wolfgang Amadeus Mozart an der Oper Köln unter der musikalischen Leitung von Markus Stenz und der Regie von Uwe Eric Laufenberg.

Im Oktober/November 2010 sang er den Seneca in L’incoronazione di Poppea von Claudio Monteverdi (1567-1643) unter der musikalischen Leitung von Konrad Junghänel in einer spektakulären Produktion der Oper Köln, inszeniert von Dietrich Hilsdorf im ehemaligen Gerling-Quartier Köln. Premiere der Wiederaufnahme: 14. April 2012

Quelle: Website des Künstlers
Die Biografie auf dieser Website ist ergänzt durch zahlreiche Fotos und Links, auch zu YouTube. Ebenso gibt es eine umfangreiche Diskografie und Pressestimmen.

http://www.wolfmatthiasfriedrich.de/

http://www.bach-cantatas.com/Bio/Friedrich-Wolf-Matthias.htm

 

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Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den 15. Sonntag nach „Trinitatis“


Die Musikstadt Leipzig auf einem Stich von J. C. A. Richter, um 1835..!!

Liebe Bach-Freunde/innen !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 02.10.2011 begehen wir den 15. Sonntag nach „Trinitatis“

Der 15. Sonntag nach Trinitatis hat „Irdische Güter“ zum Thema. Es geht ums Sorgen, die Angst um die Zukunft, um das, was morgen kommt, die Sorge um das leibliche Wohl, um das Dach über dem Kopf. Mancher Predigttext legt eine gewisse Leibfeindlichkeit nahe, etwas, das einzuüben heute gewiss nicht ganz verkehrt ist. Dabei sollte man sich allerdings davor hüten, die Gaben Gottes, von denen wir leben, zu verteufeln. m 15. Sonntag nach Trinitatis wird unser Blick fortgelenkt von den irdischen Gütern. Sie sollen nicht unsere erste und alleinige Sorge sein. So werden wir frei zu einem Leben in der Nachfolge Jesu. oder oft haben wir uns durch mühsame Arbeit einen Lebensstandard geschaffen, der uns ein Gefühl der Behaglichkeit und des Wohlstandes vermittelt. Diesen Lebensstandard zu erhalten, wird jedoch immer schwieriger, und Sorge um die Zukunft bestimmt unser Leben zusehends. Heute, am 15. Sonntag nach Trinitatis, werden wir durch die Lesungen daran erinnert, dass alles, was wir hier schaffen, vergänglich ist. Es ist tröstlich zu wissen, dass Gott uns nicht im Stich lassen wird, selbst wenn das, was wir haben, verloren geht.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den 15. Sonntag nach Trinitatis

BWV   51 –  „Jauchzet Gott in allen Landen“

BWV   99 –  „Was Gott tut, das ist wohlgetan“

BWV   138 –  „Warum betrübst du dich, mein Herz“

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„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 02.10.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 – „Geistliche Musik“ – Programmauszug:

Heinrich von Herzogenberg

Alle gute und vollkommene Gabe / Schmecket und sehet / Danket dem Herren

/ Halleluja / Amen, aus „Zum Erntedank“, op. 99;

Rheinische Kantorei, Leitung: Hermann Max

Dietrich Buxtehude

Wie schmeckt es so lieblich und wohl für 3 Singstimmen, Streicher und

Basso continuo; Katherine Hill, Sopran; Matthew White, Altus; Paul

Grindlay, Bass; Ariadna Ensemble, Leitung: Kevin Mallon

 Johann Sebastian Bach

BWV 99, „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ Kantate am 15. Sonntag nach Trinitatis für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo;

Yukari Nonoshita, Sopran; Daniel Taylor, Countertenor; Makoto Sakurada, Tenor; Peter Kooij, Bass;

Bach Collegium Japan, Leitung: Masaaki Suzuki

Johann Sebastian Bach

Präludium und Fuge C-dur, BWV 553 für Orgel; Gerhard Weinberger an der

Hoffmann-Orgel der Marienkirche Mechterstädt

Georg Philipp Telemann

Nun danket alle Gott, Kantate für Erntedankfest und andere Dankfeiern

für Soli, Chor, Bläser, Streicher, Pauken und Basso continuo; Gerhild

Romberger, Alt; Hans Jörg Mammel, Tenor; Gotthold Schwarz, Bass; Basler

Madrigalisten; L´arpa festante, Leitung: Fritz Näf

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Eine weitere Programmankündigung:

NDR-Kultur für den Sonntag, 02.10.2011

Online-Radio-Livestream: http://www.ndr.de/ndrkultur/livestream154.html

08:05 Uhr bis 08:40 Uhr Kantate
Geistliche Musik am Sonntagmorgen
08:00 Nachrichten, Wetter

Geistliche Musik am Erntedanktag

Heinrich Schütz:
Lasset uns doch den Herren, unseren Gott, loben Geistliches Konzert aus „Symphoniae Sacrae“, 3. Teil

Kammerchor Stuttgart mit Solisten / Musica Fiata Ltg.: Frieder Bernius

Johann Pachelbel:
Was Gott tut, das ist wohlgetan, Choralvariationen

Reinhard Ruge, Orgel

Johann Sebastian Bach:
Jauchzet Gott in allen Landen, Kantate BWV 51

Ruth Ziesak, Sopran / Reinhold Friedrich, Trompete Berliner Barock Compagney

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/ YouTube: BWV 51 – 

 „Jauchzet Gott in allen Landen“  

(Interpret: Nancy Argenta, sopranoCrispin Steele-Perkins, trumpet

Ensemble Sonnerie Monica Huggett, conductor)

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Kantaten-Beschreibung zum BWV 51 – BWV 99 – BWV 138

Kantaten für den 15. Sonntag nach Trinitatis –

Kantaten für den 15. Sonntag nach Trinitatis, Aufführungsort: Kirche Unser Lieben Frauen, Bremen am 28.09.2000

Da im Jahr 2000 zwei Feiertage so dicht aufeinander folgten – Erzengel Michael (29. September) und der 15. Sonntag nach Trinitatis (1. Oktober) – und die Finanzlage unserer ‚Cantata-Pilgrimage’-Projektes angespannter denn je war, machten wir von dem Angebot Gebrauch, beim Musikfest Bremen zwei Konzerte aufzuführen. Die einst wohlhabende Hafenstadt Bremen war im 16. Jahrhundert Schauplatz einer langen blutigen und ausweglosen Auseinandersetzung zwischen den missgestimmten Anhängern beider Ausprägungen des Protestantismus – den Kalvinisten, die vorwiegend dem Kaufmannsstand angehörten, und den Lutheranern unter der Führung des Adels. Für uns bedeutete das Angebot, dass wir unsere beiden Konzerte an einem einzigen Ort (in der Kirche Unser Lieben Frauen) aufführen (und einspielen) und beide Programme dann in der Franziskanerabtei Neviges und – am 15. Sonntag nach Trinitatis – in der Bonner Münsterbasilika wiederholen konnten.

Ein Teil der Kantatenmusik Bachs enthält mehr Dunkelheit als Licht; in den Kantaten jedoch, die er für den 15. Sonntag nach Trinitatis komponiert hat, wird eine tiefe, satte Dunkelheit von zartem Lichtglanz durchflutet.

BWV 138 „Warum betrübst du dich“ ein herzzerreißendes Werk aus Bachs erstem Leipziger Zyklus, ist dafür ein typisches Beispiel: Es schildert, unterbrochen von aufmunternden Rufen des Chores, standhaft zu bleiben, die Reise des bekümmerten Christen aus tiefer Verzweiflung zur Festigkeit im Glauben. Die Form der Kantate wurde heftig kritisiert. Philipp Spitta (1881) vermochte nicht einzusehen, dass zwei auf unterschiedliche Weise angelegte Choralsätze aufeinander folgten (warum eigentlich nicht?), während Albert Schweitzer (1911) die Meinung vertrat, Bach habe ohne einen sehr klaren Plan zu komponieren begonnen. Ich fand, dass dergleichen heftige Kritik nicht mehr angemessen ist, sobald das Werk aufgeführt wird. Es steht außer Frage, dass BWV 138 eine ausgesprochen originelle, neue Möglichkeiten auslotende Komposition ist, zum einen altertümlich, vor allem in dem motettenartigen Satz in den Nummern 1 und 2 (die an seine frühen Stücke aus Mülhausen und Weimar erinnern), und gleichzeitig modern in der Weise, wie Bach drei aufeinander folgende Strophen eines Chorals aus dem 16. Jahrhundert in den Griff bekommt und dabei den auf Chorälen basierenden Satz der Kantaten aus seinem zweiten Leipziger Zyklus vorwegnimmt. Es ist ein kluger Kunstgriff, der ihm die Möglichkeit gibt, zwischen Angst (den rezitativischen Einwürfen des Solisten) und Glauben (den vom Chor dargebotenen Choralversen) die Spannung aufzubauen. Die Kantate gelangt nach halber Wegstrecke zu ihrem Wendepunkt – dem Gläubigen beginnt die Vorstellung zu dämmern, dass Gott zu seiner Rettung kommen wird (in Nr. 3), und er äußert sein Vertrauen in die göttliche Fürsorge (in Nr. 4). Die kunstvoll ausgestaltete Fantasia im 6/8-Takt des Schlusschorals bietet ein perfektes – und wohlkalkuliertes – Gegengewicht zu der düsteren und bekümmerten Stimmung der Anfangssätze.

„Jauchzet Gott in allen Landen“ BWV 51, von den uns erhaltenen Kantaten Bachs eine der sehr wenigen, die wirklich populär wurden, scheint nie ihren gleißenden Charme zu verlieren – vorausgesetzt allerdings, Sopran und Trompete sind den gewaltigen technischen Anforderungen gewachsen (was hier auf die beiden Schweden, Malin Hartelius und Niklas Eklund, mit Sicherheit zutrifft). Bei aller Brillanz der Ecksätze, die der Trompete den ersten Rang einräumen, sind meiner Meinung nach die Binnensätze – das Accompagnato (Nr. 2) und die himmlische Aria ‚Höchster, mache deine Güte’ im 12/8-Takt – von musikalisch größerem Reiz. Wäre es zu weit hergeholt, in dieser Musik Bachs zärtliche Gefühle gegenüber seiner zweiten Frau zu entdecken? Sie war eine arrivierte Kammersängerin, und mir ihr hat er möglicherweise in den 1730er Jahren das Werk am Weißenfelser Hof aufgeführt.

© John Eliot Gardiner 2004

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen für den 15. Sonntag nach Trinitatis:

               Link:     h i e r  zum Download als PDF  Gardiner    

  Künstler-Beitrag –  Link: Künstlerbeitrag Mark Padmore, Tenor   

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/ YouTube: BWV  99 –

  „Was Gott tut, das ist wohlgetan“   (Interpret: Carità by W. Bouguereau)

 

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/ YouTube: BWV  138 – 

„Warum betrübst du dich, mein Herz“  (Interpret: unbekannt)

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CD für den 15. Sonntag nach „Trinitatis“ 
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……Cover: CD’s – SDG 104 – Vol.  8  (CD 1)
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BWV 51 – Jauchzet Gott in allen Landen

BWV 99 – Was Gott tut, das ist wohlgetan

BWV 100 – Was Gott tut, das ist wohlgetan III

BWV 138 – Warum betrübst du dich, mein Herz

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Ich wünsche allen Besuchern eine schönen Trinitatis-Sonntag.

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Grüße

Volker

Ein bewegendes Konzert von der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen „Bach im Fluss“ am 23.9.2011


Evangelisch reformierte Kirche in St. Gallen-Trogen (Schweiz)

Liebe Bachfreunde/innen!

Es war eine fantastische Begegnung zum Konzert der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen-Trogen

„Bach im Fluss“

am 23. September 2011. Wir fühlten uns sofort mit eingebunden Dank der hervorragenden und liebevollen Betreuung vor Ort. Solches ist uns noch nie widerfahren und zeugt von der hervorragenden Gastfreundschaft, die die Schweizer Bachfreunde uns zu Gute kommen liessen es war ein Traumerlebnis das wir fest im Gedächtnis verankert haben..!! Dir lieber Daniel von der Bachstiftung herzlichen Dank für deinen selbstlosen Einsatz der umso großartiger anzurechnen ist, weil Du deinen Urlaub wegen uns unterbrochen hast.

Evangelisch reformierte Kirche St. Gallen-Trogen

Programm-Auszug:

Eine thematische Collage mit Ausschnitten aus Kantaten und Instrumentalwerken. Zusammengestellt von Arthur Godel und Rudolf Lutz.

Mit dem Spezialprogramm „Bach im Fluss“ wagen wir es, aus dem fast unermesslichen Oeuvre von J. S. Bach eine Auswahl zu treffen; Kantatensätze und Instrumentalwerke verbinden wir zu einem Kontinuum, einer «Strömung».

Die Urheber des Programms, der profunde Bach-Kenner (und frühere Programmleiter von Radio DRS 2) Arthur Godel und der musikalische Leiter der J. S. Bach-Stiftung, Rudolf Lutz, sind sich der Gefahren eines solchen Unterfangens wohl bewusst. Es könnte gekleistertes Potpourri entstehen, ein unerträgliches Bach-Gulasch anstelle einer gelungenen Bach-Collage.

Indes vermag der rote Faden einer klaren Programmidee dies zu vermeiden. «Bach im Fluss» beginnt mit der Choralzeile «Ach wie flüchtig, ach wie nichtig sind der Menschen Sachen» und mündet zum Schluss ins unendliche Meer der Ewigkeit. Am Ohr des Zuhörers ziehen insgesamt 17 Ausschnitte aus 10 Werken des Thomaskantors vorbei. Sie werden zusammengehalten durch den vitalen Grundpuls von Bachs Musik und eine theologische Vision: die flüchtige, irdische Zeit endet in der himmlischen Ewigkeit.

Diese Lebensreise wird von einem Gesangsquartett und dem Orchester der J. S. Bach-Stiftung St. Gallen unter der Leitung von Rudolf Lutz nachgezeichnet. Als Orientierungshilfe bekommen die Zuhörer ein Textheft mit auf den Weg. Die Erwartung der Programmschaffenden liegt darin, dass mit «Bach im Fluss» einer der bedeutendsten und originellsten Komponisten der Musikgeschichte für viele zur längst fälligen persönlichen Entdeckung wird.

Solisten

Beginn

  • 17.30 – 18.15 Einführungsworkshop mit Rudolf Lutz und Arthur Godel
  • 19.00 – 20.00 Spezialkonzert „Bach im Fluss“
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Die Anfahrt von unserem Übernachtungsquatier Hittisau im Bregenzer Wald nach Trogen ins Appenzeller Land  war ein landschaftlicher Hochgenuss. Nach passieren der österreichischen Grenze ging die Fahrt entlang des traumhaft liegenden Bodensees in Richtung St. Gallen und wurden von einer wunderbar im Appenzeller Land eingebetteten Ortschaft Trogen empfangen. Würdige und schmucke Häuser umsäumen den Landsgemeindeplatz an der Trogener Kirche und durften trotz Parkraumnot unseren PKW dort abstellen.

Wunderbar erhaltenes Gemeindehaus am Landsgemeindeplatz von St. Gallen-Trogen

Gegen 15:30 Uhr haben wir die Reformierte Kirche am Landsgemeindeplatz in Trogen erreicht und unternahmen für das Archiv eine kleine Fotosafari durch den herrliche Ort. Aufgrund einer ausgiebigen Zeitspanne – bis zum Beginn des Workshops konnten wir eine Probe in der Ev. reform. Kirche beiwohnen und waren von dem Eifer und Enthusiasmus des Orchesters ganz begeistert wie locker und im ständigen Gesprächsaustausch der rührige Leiter Rudolf Lutz mit seinem Orchester umging.

Probe am Nachmittag in der Ev. reformierten Kirche in St. Gallen-Trogen (Schweiz)

Als sehr gelungen und nicht akademisch vorgetragen empfanden wir  den ersten Höhepunkt den Einführungs-Workshop vor Beginn des Konzertes:  „Bach im Fluss“ mit dem Referenten und frühere Programmleiter von Radio DRS 2 – Arthur Godel  und dem Leiter/Dirigenten der Bachstiftung Rudolf Lutz. Eindrücklich und humorvoll wurde es so zu einem Zwiegespräch unter diesen zwei Bach-Experten das von Rudolf Lutz mit kenntnisreichen musikalischen Bachauszügen eindrücklich manifestiert wurde. Das ist das Besondere, was die J.S. Bach-Stiftung St. Gallen-Trogen dem Konzertbesuchern mit einem vorab gegebenen Einführungs-Workshop anbietet mit musikalischen Kantaten-Auszügen und textlichernAussagen zu den Bach-Werken ein Hintergrundwissen zu vermitteln was voll aufgeht und Schule machen sollte. Wir haben sehr viel Neues dazu in Erfahrung bringen können und im eigentlichen Konzert davon sehr profitiert.

Workshop-Referenten von links: ehemaliger Programm-Leiter von DRS 2 - Arthur Godel und Rudolf Lutz - Dirigent der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen-Trogen

Nach einer 3/4stündiger Pause mit einem Imbiss im gegenüberliegenden Gasthof Krone mit Köstlichkeiten aus dem Appenzeller Land angereichert, gab es den gewaltigen Höhepunkt mit dem Konzert: „Bach im Fluss“ mit Auszügen aus 10 verschiedenen Bach-Kantaten zu dem vorgegebenen Thema. Es wurden folgende Bach-Werke mit Auszügen daraus aufgeführt:

1. Teil Nachdenkliches zu Zeit und Ewigkeit;

So eilen unsere Lebenstage:

BWV 26 Choral: „Ach wie flüchtig, ach wie nichtig“  /

... bleibt ewig stehen…

BWV 1003 Andante aus der Sonate für Violine solo /

Wo gehest du hin?

BWV 166 Arie und Rezitativ für Bass: „Gleichwie die Regenwasser bald verfliessen“ / 

…..so kann die letzte Stunde schlagen…..

BWV 971 Cembalo-Improvisation nach dem „Italienischen Konzert, 2. Satz

BWV 26  „Ach wie flüchtig ach wie nichtig“ Eröffnungschor und

Tenor-Arie (A-Teil) „So schnell ein rauschend Wasser schiesst“

….so eilen unsere Lebenstage…..

BWV 1066 Forlane aus der Orchestersuite Nr. 1

….Ich hatte viele Bekümmernis in meinem Herzen….

BWV 21 Sinfonia aus der gleichnamigen Kantate

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2. Teil: Wir folgen all zum Freudensaal

BWV 172  Sopran „Komm lass mich nicht länger warten“ / Alt „Ich erquicke dich mein Kind“ / Sopran „Liebste Liebe, die so süsse aller Wollust Überfluss“ / Alt „Nimm von mir den Gnadenkuss“ /  Sopran „Sei im Glauben mir willkommen“ / Duett Sopran  und Alt (Zwiesprache von Seele und heiliger Geist) „Ich bin dein, und du bist mein!“

….komm du sanfter Himmelswind….

BWV 846 Präludium C-dur 1. Teil „Wohltemperiertes Klavier“

BWV 140 „Zion hört die Wächter singen“

…von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig….

BWV 1079 Sechsstimmiges Ricercar aus dem „Musikalischen Opfer“

BWV 245 Schlusschoral aus der Johannespassion: „Ach Herr, lass dein lieb Engelein“

…dass meine Augen sehen dich…

BWV 1011 Sarabande aus der Suite für Cello solo

BWV 31 Schlusschoral: „So fahr ich hin zu Jesu Christ“

…wird die Himmelstür auftun….

BWV 31 Eröffnender Orchestersatz: „Der Himmel lacht, die Erde jubilieret“

BWV 21 Schluss-Chor: „Das Lamm, das erwürget ist“

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Wer empfindet nicht beim Anhören Bach’scher Musik den grossen rhythmischen Fluss, den Puls der Zeit? Und hinter diesem Schlagen der Stunden die Vorstellung von Ewigkeit. Alle Ströme des Daseins gehen davon aus und fliessen dahin zurück…

(Auszüge aus dem Programmheft der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen-Trogen)

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Eine sehr gut gefüllte Kirche lies uns Großartiges erwarten. Die Vielfalt der o.a. Bachwerke waren von Arthur Godel und Rudolf Lutz zum Thema „Bach im Fluss“ fantastisch ausgewählt worden. Es wurden so herrliche Instrumental- und Vokalwerke zu Gehör gebracht so dass es einem sehr schwer fällt, hier etwas als ein Highlight zu benennen. Erwähnenswert die überragende Akustik der Trogener Kirche. So ist es nicht verwunderlich, dass diese Kirche für die Aufnahmen der Bach-Kantaten der ideale Ort ist..!!

Das Cello-Solo (Maya Amrein) – BWV 1011 „Sarabande „war ein akustischer Hochgenuss und ebenso das Violin-Solo  von Renate Steinmann mit dem „Andante“ aus dem BWV 1003, das wurde berührend vorgetragen und offenbarte ihre großartige Klasse  und Können.

Hervorheben möchte ich das „Zwiegespräch von Seele und heiliger Geist “ im Duett für Sopran und Alt aus dem BWV 172 „Ich bin dein, und du bist mein“ das war berührend, was diese großartigen Gesangs-Solisten: Ulrike Hofbauer (Sopran) und  der englische Altus – Alex Potter  vortrugen, das war himmlischer Gesang in Perfektion und trug uns für einen Moment in eine andere  h e i l e  Welt…!!

Gesangs-Solisten von links: Ulrike Hofbauer (Sopran) Alex Potter (Altus)

Der Chor bestand aus einer schlanken Variante mit einer Sängerin oder Sänger pro Stimme. Zwischen Vokal- und Instrumentalensemble soll so eine Gleichberechtigung bestehen und das war wunderbar gelungen. Die Heraushörbarkeit der Einzelstimmen wurde durch so eine Minimal-Besetzungzu einem Hörgenuss…!!

Sicherlich gehört der Schluss-Choral aus der Johannespassion sowie der Schlusschoral aus dem BWV 31 „So fahr ich hin zu Jesu Christ“ und der Schlusschoral aus dem BWV 21 „Das Lamm, das erwürget ist“ zu den zu erwähnenden Besonderheiten, da sie sehr emotional uns zu packen wussten. Da diese Werke zum Schluss des Konzertes angestimmt wurden, war es mit der Fassung vollends vorbei. Frenetischer Jubelgesang mit Pauken und Trompeten bezeugten den Hörer: „Die Himmelstür ist weit geöffnet worden“ und lässt unsere Herzen freudig zur Ruhe kommen……

Als Lohn aller Bemühungen brauste frenetischer Jubel am Ende des Konzertes auf, der nicht enden wollte nur durch eine Zugabe waren die aus dem Häuschen geratenden Hörer zu beruhigen. Es war ein Traumkonzert von einer Großartigkeit, das lange in uns haften bleiben wird.

Standing Ovations am Schluss für ein überragendes Bach-Konzert in der Ev. reformierten Kirche in St. Gallen-Trogen

Wir können nur folgendes empfehlen:

„Wer ein Bachkonzert live erleben möchte“ muss unbedingt die
Evangelisch reformierte Kirche in St. Gallen-Trogen/Schweiz 
aufsuchen, hier wird man mit großartigen Aufführungen von Bach-Werken verzückt..!!

Dank an alle hervorragenden Solisten und Instrumentalisten sowie dem rührigen Leiter: Rudolf Lutz und Arthur Godel, die uns einen wunderbaren Querschnitt aus den Kantaten von J.S. Bach zu kredenzten wussten. Ein unvergesslicher Konzert-Tag in der Schweiz verbunden mit einer liebevollen Gastfreundschaft ging leider viel zu schnell zu Ende. Die Gewissheit bleibt: „Wir kommen wieder“ denn der Leitspruch der J.S. Bach-Stiftung sagt es so genial aus: „B a c h  er lebt“ und das werden wir mit einem weiteren Besuch zu beherzigen wissen..!!

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Information zur J.S. Bach-Stiftung St. Gallen-Trogen:

Die J. S. Bach-Stiftung führt innerhalb von rund 25 Jahren das gesamte Vokalwerk von Johann Sebastian Bach auf. Jeden Monat wird im appenzellischen Trogen eine der über 200 Kantaten von Bach gespielt. Sämtliche Konzerte, Workshops und Reflexionen erscheinen auf DVD, die Texte auch in Buchform.

Link zur Bach-Stiftung: http://www.bachstiftung.ch/de/

Der Fernsehsender – tvo – strahlt jeweils am Sonntag um 11:00 Uhr eine Bachkantate von der Bach-Stiftung aus. Diese Sendung kann nach der Ausstrahlung nochmals für 6 Tage (Montag bis Samstag) aufgerufen und angesehen werden.

Link zum tvo:  http://www.tvo-online.ch/index.php?article_id=1594

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Herzliche Grüße

Volker

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den 14. Sonntag nach „Trinitatis“


Johann Sebastian Bach-Denkmal in Eisenach

Liebe Bach-Freunde/innen !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 25.09.2011 begehen wir den  14. „Sonntag nach Trinitatis“

Der 14. Sonntag nach Trinitatis redet von der heilenden Kraft Gottes. Das Thema dieses Sonntags ist diesmal von der Epistel her abgeleitet. Die anderen Texte haben wenig mit dem Thema zu tun. Wir hören am 14. Sonntag nach Trinitatis die Erzählung von der Heilung der zehn Aussätzigen. Wir erfahren die Kraft Gottes, durch die Menschen, die Außenseiter waren, wieder zu Gliedern der Gemeinde werden. Die lebendige Kraft des Geistes Gottes hat auch uns zur Gemeinde hinzugetan; in ihr bringen wir unseren Dank gegen Gott zum Ausdruck dafür, dass wir seine Kinder sein dürfen, indem wir einander achten und lieben.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den 14. Sonntag nach Trinitatis

BWV    17 –  „Wer Dank opfert, der preiset mich“

BWV   25 –  „Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe“

BWV   78 –  „Jesu, der du meine Seele“

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„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 25.09..2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 – „Geistliche Musik“ – Programmauszug:

Johann Sebastian Bach

BWV 25 

„Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe,“

Kantate zum 14. Sonntag nach Trinitatis für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo;

Malin Hartelius, Sopran; James Gilchrist, Tenor; Peter Harvey, Bass;

Monteverdi Choir; English Baroque Soloists,

Leitung: John Eliot Gardiner

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Eine weitere Programmankündigung:

NDR-Kultur für den Sonntag, 25.09.2011

Online-Radio-Livestream: http://www.ndr.de/ndrkultur/livestream154.html

08:05 Uhr bis 08:40 Uhr Kantate
Geistliche Musik am Sonntagmorgen
08:00 Nachrichten, Wetter

Geistliche Musik am Tag des Erzengels Michael und aller Engel

Johann Christoph Bach:
Es erhub sich ein Streit, Kantate
Maria Zedelius, Sopran / Ulla Groenewold, Alt
Paul Elliott, Tenor / Michael Schopper und Stephen Varcoe, Bass / Rheinische Kantorei
Musica Antiqua Köln / Ltg.: Reinhard Goebel

Franz Tunder:
Herr Gott, dich loben wir, Choralfantasie
Albert Behrends, Orgel

Johann Sebastian Bach:

Kantate BWV 149

„Man singet mit Freuden vom Sieg“

Ausführende:  Malin Hartelius, Sopran / William Towers, Altus  / James Gilchrist, Tenor / Peter Harvey, Bass

Monteverdi Choir London / English Baroque Soloists  / Ltg.: John Eliot Gardiner 

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/ YouTube: BWV 25 – 

 „Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe“  (Interpret: Gardiner)

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Kantaten-Beschreibung zum BWV 17, 25  und 78

Kantaten für den vierzehnten Sonntag nach Trinitatis –

Aufführungsort: Abbaye d’Ambronay, am: 24.9.2000

Manchmal bekommt man das Gefühl, Bach hätte Beethovens inneren Aufruhr verstehen können, auch wenn ihm die musikalische Sprache, in der er geäußert wurde, zum Teil (und zu jener Zeit schrecklich) fremd vorgekommen wäre. Aber Tatsache ist, dass auch Bach die Gladiatorenkämpfe zwischen Gut und Böse, Geist und Fleisch in der Brust des Menschen erlebte und seine Erfahrungen kundig zum Ausdruck brachte. Das erzählt uns seine Musik, und das erzählen auch die privaten Notizen und Unterstreichungen in seinem Exemplar des Kommentars zur Calov-Bibel. Diese ganze Trinitatiszeit hindurch hatte er uns ein Beispiel nach dem andern für die harschen moralischen Alternativen geboten, vor die wir täglich in unserem Leben gestellt werden. Da seine Bezüge und die vertonten Texte dieser Trinitatiskantaten eindeutig lutherisch sind, haben wir uns schnell daran gewöhnt, auf welche Weise der menschliche Akteur in Szenarien von Glaube und Fall, Sünde und Satan positioniert wird. Doch das schmälert keineswegs weder die zutiefst menschliche Sicht Bachs noch die Kühnheit seiner musikalischen Antworten.

Nehmen wir diese drei Kantaten für den vierzehnten Sonntag nach Trinitatis, die alle direkt oder im weitesten Sinne auf dem Evangelium des Tages basieren, der Geschichte, wie Jesus die zehn Aussätzigen heilt (Lukas 17:11–19). In seinem ersten Versuch, der Kantate BWV 25 Es ist nicht Gesundes an meinem Leibe, die am 29. August 1723 uraufgeführt wurde, behandeln Bach und sein anonymer Librettist das Thema Aussatz als Metapher für die ganze Menschheit, in einer Sprache plastischer Extreme: ‚Der erste Fall hat jedermann beflecket / und mit dem Sündenaussatz angestecket’ – die ganze Welt ist ‚nur ein Hospital’ für die unheilbar Kranken. Die Lösung? ‚Du, mein Arzt, Herr Jesu, nur / weißt die beste Seelenkur’ (Nr. 3). So wird auf typische Weise, wie in so vielen seiner Kantaten, für den einzelnen Sünder in seiner Verzweiflung der Plan zu einer spirituellen Reise aufgestellt; ein Weg wird gewiesen, und der schmerzhafte Prozess des Heilens kann beginnen. Manche meinen vielleicht, der Text und überhaupt das ganze Konzept seien schwierig zu verdauen, aber wie immer, wenn wir uns Bachs Musik zuwenden, werden erkennen wir, dass er alles daran setzt, die schlimmsten verbalen Exzesse auszugleichen.

In der Tat, was dieser Kantate eine überraschende Wende gibt, ist die Rolle, die der Musik im Genesungsprozess zugewiesen wird. Die zweite Arie (Nr. 5) bringt die Hoffnung des Sünders/Komponisten zum Ausdruck, dass seine ‚schlechten Lieder’ gnädig angenommen werden mögen, und es ist durchaus möglich, dass es hier für Bach persönliche Bezüge gab: Er stellt zwei Instrumental-‚Chöre’ nebeneinander, einen irdischen (Oboen und Streicher) und einen himmlischen (drei Blockflöten), als Vorfreude auf den Chor der Engel, in deren Mitte sein ‚Danklied besser klingen’ werde. Es ist ein Freudentanz im Dreiertakt, der nach dem vorherigen Geschehen eine willkommene Atempause schafft und Linderung gewährt. Doch gerade in diesen früheren Sätzen hat der Komponist auf seine besondere Art und mit unbeabsichtigter Ironie seine Marschrichtung zu erkennen gegeben.

Im Anfangschor steht hinter den Noten und jeder Zeile kontrapunktischer Verflechtung das klare Bewusstsein – und das Erschrecken darüber –, dass der Mensch durch die Sünde krank geworden ist. Es ist zum Beispiel bezeichnend für seine Art, wie er ein zweites Thema (‚und ist kein Friede in meinen Gebeinen’) über eine rastlose Basslinie legt, die aus einer Kette paariger Sechzehntel gebildet wird, ein so überzeugendes Symbol für das aufgewühlte Gemüt, wie man es sich nur vorstellen kann. Noch eindrucksvoller ist, wie er ein ganz neues Orchester aus drei Blockflöten, drei Posaunen und einem Zinken über die übliche Streicher-plus-Oboe-Gruppe setzt, um dem Passionschoral Herzlich tut mich verlangen, der bereits in langen Noten im Continuoteil vorgestellt wurde, besonderes Gewicht zu geben. Als Bass des Chorals trifft die Bassposaune zuweilen mit dem Generalbass zusammen, an anderer Stelle geht sie jedoch ihren eigenen Weg. Sie steht für den Felsen, auf dem zwölf separate Linien errichtet und verarbeitet werden können, eine Tour de Force kontrapunktischer Meisterschaft, selbst nach Bachs Maßstäben. (Es ist auch selten, dass Bach Posaunen auf diese Weise verwendet, völlig unabhängig von den Gesangslinien – und in Vorgriff auf das Finale zu Beethovens Fünfter Symphonie.)

Nach diesem opulenten Anfangschor beschränken sich die nächsten drei Sätze auf eine Continuobegleitung, so als sollte betont werden, dass der Patient persönlich spirituelle Heilung benötigt. Auf die Gefühle des Hörers oder eine drohende Übelkeit wird keine Rücksicht genommen. Krankheit, hitziges Fieber, Aussatzbeulen und der ‚hässliche Gestank’ der Sünde werden ausführlich geschildert und türmen sich zu einem leidenschaftlichen Appell an Christus als ‚Arzt und Helfer aller Kranken’, Erbarmen zu zeigen und zu heilen. Man könnte vermuten, das Ausforschen tonaler Modulationen, mit der Bach die Vorstellung von einer spirituellen Reise allegorisch zu wenden sucht, vor allem in dem Eingangsrezitativ des Tenors (Nr. 2), dürfte die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer garantieren, heißt es doch in seinem Nachruf: ‚Hat jemals ein Tonkünstler die verstecktesten Geheimnisse der Harmonie in die künstlichste Ausübung gebracht; so war es gewiss unser Bach.’ 

© John Eliot Gardiner 2006

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen für den 12. und 13. Sonntag nach Trinitatis:

               Link:     h i e r  zum Download als PDF  Gardiner  

  Künstler-Beitrag –  Link: Künstlerbeitrag James Gilchrist, Tenor

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/ YouTube: BWV  17 – Part 1

  „Wer Dank opfert, der preiset mich“   (Interpret: Harnoncourt)

 

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/ YouTube: BWV  17 – Part 2  (Interpret: Harnoncourt)

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/ YouTube: BWV 78 –  Part 1

 „Jesu, der du meine Seele“   (Interpret: J.S. Bach-Stiftung St. Gallen)

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/ YouTube: BWV 78 –  Part 2  (Interpret: Harnoncourt)

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/ YouTube: BWV 164 –  Part 4  (Interpret: Harnoncourt)

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CD für den 14. Sonntag nach „Trinitatis“ 
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……Cover: CD’s – SDG 124 – Vol.  7  (CD 1)
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…….BWV 17 – Wer Dank opfert, der preiset mich
……BWV 25 – Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe
………………..BWV 78 – Jesu, der du meine Seele.
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Herzliche Urlaubsgrüße aus der Schweiz und ich wünsche allen Besuchern eine schönen

Trinitatis-Sonntag.

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Grüße

Volker