Die Chromatische Fantasie und Fuge in d-Moll (BWV 903) ist ein Werk für Cembalo bzw. Klavier von Johann Sebastian Bach. Als Entstehungszeit wird Bachs Zeit in Köthen (1717–1723) vermutet. Das Stück gehört zu Bachs bedeutenden Kompositionen und galt schon zu seiner Zeit als einzigartiges Meisterwerk.
Die Fantasie beginnt als Toccata mit schnellen, auf und ab wogenden Läufen in Zweiunddreißigsteln sowie gebrochenen Akkorden in Sechzehnteltriolen, bei denen oft verminderte Septakkorde im Halbtonabstand aneinandergereiht werden. Der zweite Teil ist eine Folge von sehr frei und weit modulierenden ruhig schreitenden Akkorden, die schon in den ältesten Abschriften mit „Arpeggio“ überschrieben sind, also eine gebrochene Ausführung verlangen. Der dritte Teil ist mit „Rezitativ“ überschrieben und enthält eine mit vielen verschiedenen Verzierungen angereicherte, stark expressive Melodienführung. In diesem Teil finden sich auffällige enharmonische Verwechslungen, die die wohltemperierte Stimmung der Tasteninstrumente zu Bachs Köthener Zeit voraussetzen. Das Rezitativ geht in eine Schlusspassage chromatisch absinkender verminderter Septakkorde über dem Orgelpunkt D über.
Das Thema der Fuge beginnt mit einer in Halbtonschritten aufsteigenden Linie von a nach c, hier also von der Terz zur Quinte der zu d-Moll parallelen Dur-Tonart F-Dur, schwenkt von dort mit einer erneuten chromatisch von e bis g aufsteigenden Linie nach g-moll über und moduliert von dort zurück zur Haupttonart d-moll.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Kernaussage:
Am 22.08.2021 begehen wir den 12. Sonntag nach „Trinitatis“
Es ist ein altes Bild für das Reich Gottes: Blinde sehen, Taube hören, Stumme sprechen. Gott kann Augen und Ohren öffnen – für sein Wort und den Blick in die Welt.
Predigttext: Apg 3,1–10
Gottes heilende Nähe Manchmal verstumme ich vor dem Leid anderer Menschen. Manchmal stehe ich wie gelähmt vor den Herausforderungen für unsere Welt.
Manchmal verschließe ich meine Augen vor den Bildern, die täglich über den Fernseher auf mich einströmen und meine Ohren vor den Klagen Verzweifelter. Manchmal verschließe ich mein Herz… Von Jesus, der Menschen die Ohren auftut und Kranke heilt, von der Vision einer Welt ohne Leid, von dem Ende jeder Ungerechtigkeit spricht der 12. Sonntag nach Trinitatis. Aber er geht noch weiter: Er erzählt von Menschen, die, angeregt vom Beispiel Jesu, andere aus der Erstarrung holen. Menschen werden auf vielfältige Weise von Jesus berührt und verbreiten sein Lob – und bauen nach ihren Kräften mit an Gottes Reich.
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Videos:
mit Bach-Kantaten für den 12. Sonntag nach Trinitatis
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Am 15.08.2021 begehen wir den 11. Sonntag nach „Trinitatis“
Kernaussage:
„Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme …“ Ein Sonntag, der die alte Tugend Demut in den Blick nimmt: Was wir sind, sind wir nicht aus eigener Kraft, sondern aus Gottes Gnade.
Predigttext: Hiob 23
Auftrumpfen zählt nicht „Mein Haus, mein Auto, mein Boot“ – auch wenn ich nicht so dick auftrage, habe ich doch gern etwas vorzuweisen: einen sicheren Arbeitsplatz, eine intakte Partnerschaft oder wohl geratene Kinder.
Vor Gott zählen solche „Errungenschaften“ nichts. Es gibt nichts, womit ich mich vor ihm brüsten könnte, zeigt der 11. Sonntag nach Trinitatis, weder mit meinem Erfolg noch mit meinem Glauben. Gerade diejenigen, die wissen, dass sie vor Gott nichts vorzuweisen haben, und sich ganz auf Jesus verlassen, denen wendet er sich zu. Er lässt sich von Zöllnern einladen und von einer Prostituierten salben. Gerade sie können seine Zuneigung schätzen und mit Liebe darauf antworten. Auch Paulus bekennt: Wir können Gottes Liebe nicht verdienen, nur dankbar empfangen.
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Videos:
mit Bach-Kantaten für den 11. Sonntag nach Trinitatis
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eine Hör- oder Sehprobe, mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 08.08.2021 begehen wir den 10. Sonntag nach „Trinitatis“
10. So. n. Trinitatis Kernaussage:
„Höre, Israel, der Herr ist unser Gott“: So beginnt das Schema Israel, das Grundbekenntnis des Volkes Israel. Am 10. Sonntag nach Trinitatis, dem Israelsonntag, geht es um das Verhältnis und die bleibende Verbindung zwischen Christentum und Judentum.
Predigttext: Mk 12,28–34
Gottes erwähltes Volk Israel – ein von Konflikten gebeuteltes Land. Eine grauenvolle Geschichte, die Deutschland und Israel trennt und verbindet. Israel – Ursprung des Christentums, verachtet und idealisiert, bewundert und verfolgt. All diese Facetten spielen am „Israelsonntag“ eine Rolle.
Er erinnert seit dem 16. Jahrhundert an den Gedenktag der Zerstörungen des Jerusalemer Tempels. Doch während in der Vergangenheit die Überlegenheit des Christentums demonstriert wurde, stehen heute die Trauer über das Unrecht, das den Juden angetan wurde, sowie die heutigen guten Beziehungen zwischen Juden- und Christentum im Vordergrund.
So kann der Israelsonntag auf zwei verschiedene Weisen begangen werden: Als Bußtag (Farbe: violett) als Gedenktag der der Zerstörung Jerusalems oder als Tag der Besinnung auf die Verbundenheit zwischen der Kirche und Israel (Farbe grün). Denn vieles von dem, was Jesus gelehrt hat, ist nur aus dem Judentum zu verstehen: So die Frage nach dem höchsten Gebot oder die Bedeutung des Gesetzes. Das Volk Israel spielt eine herausragende Rolle in der Geschichte Gottes mit den Menschen. Und auch wenn wir nicht wissen, was Gottes Plan mit den beiden Religionen ist, so bleibt Israel doch Gottes auserwähltes Volk.
Videos:
mit Bach-Kantaten für den 10. Sonntag nach Trinitatis
Johann Sebastian Bach: – „Wer mich liebet, der wird mein Wort halten“, BWV 74 – „Herr Jesu Christ, wahr` Mensch und Gott“, BWV 127 – „Gelobet sei der Herr, mein Gott“, BWV 129
PandemicDance #NeueMusik #ContemporaryClassic Pandemic Dance XV in Arnstadt von Ann-Helena Schlüter
Video: Jörg Reddin Mit B-A-C-H (einfach passiert) Bach Orgel Bachkirche Arnstadt Konzert Schuhe: Leguano Sandalen Jara Neue Musik auf Barockorgeln Contemporary Music on Baroque Organs
Foto: Konzert-Organistin Ann-Helena Schlüter an der Bach-Orgel in der Bach-Kirche Arnstadt.
Johann Sebastian Bach – Präludium und Fuge C-Dur BWV 846 WTK I Nr 1, Ann-Helena Schlüter an der Wiegleb Orgel, Schornweisach.
Ann-Helena Schlüter,
ein Name, der elektrisiert und aufhorchen lässt. Ich möchte diese großartige Pianistin und Organistin vorstellen, die in Deutschland und International für Furore sorgt. Sie ist eine bekennende Bach-Interpretin und Spezialistin, die sich um die Weitervermittlung von den Werken von J.S. Bach national und international sehr darum bemüht, auch die Jugend mit einzubeziehen.
Ann-Helena Schlüter – ist die einzige Konzertorganistin der Gegenwart, die zudem Komponistin und international anerkannte Konzertpianistin ist.
Diese Kombination ist einzigartig, besonders und außergewöhnlich. Die Deutsch-Schwedin ist eine der vielseitigsten Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen ihrer Zeit. Als virtuose Pianistin und Solistin am Flügel konzertiert sie weltweit seit 2010. Sie komponiert u.a. Werke für Orchester, Orgel, Klavier, Klavierkonzerte, Chor. Konzertexamen Klavier Meisterklassendiplom HfM Würzburg Bernd Glemser absolvierte sie erfolgreich; zuvor Künstlerisches Diplom Klavier HfMT Hochschule Musik und Tanz Köln, HfM Detmold Solistenklasse Klavier.
Als Organistin konzertiert sie weltweit seit 2016 (2018-2021 mit Hochstufungen bis zu sechs Semestern (was es noch nie zuvor so gab) Konzertfach Master Orgel HfMT Hamburg Pieter van Dijk und HfMDK Frankfurt/Main; Studiengang Konzertexamen Orgel HfK Heidelberg; Master Orgel HfM Würzburg Christoph Bossert, Gesamtnote 1,0). Zudem genießt sie als Komponistin, Lyrikerin, Roman-Autorin Ansehen.
Die studierte Diplom-Musikpädagogin und Instrumentalpädagogin widmet sich ihren außergewöhnlichen Begabungen, forscht, reist und spielt auch in Corona-Zeiten vor Publikum. Geboren in einer Pianistenfamilie in Nürnberg, zeigten sich früh ihre musikalischen, literarischen Talente. Sie galt als Wunderkind. Das Klavierspiel begann sie mit drei Jahren bei ihren Pianisten-Eltern (Vater Prof. Karl-Heinz Schlüter).
Zunächst wurde sie von ihrer Mutter unterrichtet (Schwedin, geboren in Jönköping), dann von ihrem Vater Prof. Karl-Heinz Schlüter (Busoni- und Chopin-Preisträger, geboren in Torgau). Sie nahm erfolgreich an internationalen Wettbewerben teil, gewann in Musik und Literatur erste Preise, weitere Preise, Stipendien, Auszeichnungen, u.a. bei den internationalen Klavierwettbewerben Nürnberg, München, London, Ettlingen, sowie beim Steinway-Klavierwettbewerb Hamburg, in Italien; zuvor mehrfach erste Bundespreisträgerin mit Sonderpreis.
Nachfolgend benenne ich zahlreiche Link-Angaben für diese großartige Künstlerin! Ihre ausführliche Vita von Ann-Helena Schlüter – kann in dem nachfolgenden Link eingesehen werden:
Der letzte öffentliche Auftritt von Ann-Helena Schlüter erfolgte am Freitag, 30. Juli 2021 bei dem Bachfest 2021 in Arnstadt und es wurde das nachstehende Video veröffentlicht:
Eine wunderschöne Orgelaufnahme wie folgt: Johann Sebastian Bach – Präludium und Fuge C-Dur BWV 846 WTK I Nr 1, Ann-Helena Schlüter an der Wiegleb Orgel, Schornweisach.
Das Wohltemperierte Klavier, Ann-Helena Schlüter an der frisch gestimmten Wiegleb Orgel (historischer Prospekt), von Steinmeyer 1867 restauriert, von Vleugels ausgereinigt, in der evangelischen Kirche St. Roswinda in Mittelfranken bei Neustadt/Aisch und Geiselwind im Steigerwald / Ann-Helena Schlüter AHS Organistin.
Bearbeitung für Orgel: Ann-Helena Schlüter Experiment Orgelwanderung WTK auf Orgel Wunderschönes Gedackt 8 und Flöte 8 Wunderbar sprechende (trockene) Akustik
Erfreuen wir uns über unser neues Mitglied von Ann-Helena Schlüter auf „Volkers Klassikseiten J.S. Bach“ und wünschen ihr ein wunderbares Mitwirken in unserem Bach-Forum. Frau Schlüter wird in Zukunft zahlreiche Konzerte in OWL (Ostwestfalen-Lippe) realisieren und die Termine werden hier rechtzeitig bekannt gegeben.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
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Der neue Thomaskantor aus der Schweiz, ein Video..!!
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Am 01.08.2021 begehen wir den 9. Sonntag nach „Trinitatis“
So. n. Trinitatis
Kernaussage:
„Denn wer da hat, dem wird viel gegeben“: Das Evangelium von den anvertrauten Zentnern bei Matthäus stellt klar: Nicht der erlangt die Gnade Gottes, der „seinen Zentner im Acker sicher verbirgt“, sondern derjenige, der etwas riskiert, seine Talente, seinen Reichtum einsetzt und entwickelt.
Predigttext: Matthäus 7,24–27
Riskier was, Mensch!
Welche Sicherheiten habe ich? Womit kann ich rechnen? Oft ist mir mein Leben undurchsichtig. Dann will ich nichts riskieren, einfach nur dahinleben… Doch der 9. Sonntag nach Trinitatis beunruhigt.
Wer sich auf Gott einlässt, muss auf Überraschungen gefasst sein – wie Paulus, dessen Werte durch die Begegnung mit Jesus auf den Kopf gestellt werden, wie Jeremia, der sich für zu jung hält und trotzdem zum Propheten berufen wird, und der Mann, der auf einen Schatz stößt und spontan seinen ganzen Besitz dafür verkauft. Nur wer etwas riskiert, sich ganz auf das Wagnis mir Jesus Christus ausrichtet, wer seine Gaben Gott und den Menschen zur Verfügung stellt, der wird letztlich reich dastehen. Welch ein Paradox: Nur wer sich nicht auf weltliche Sicherheiten verlässt, dessen Lebenshaus steht auf festem, sicherem Grund.
Videos:
mit Bach-Kantaten für den 9. Sonntag nach Trinitatis
J. S. Bach Cantata BWV 59„Wer mich liebet, der wird mein Wort halten“
ist eine Kirchen-Kantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie für den 1. Pfingsttag in Leipzig und führte sie wahrscheinlich am 28. Mai 1724 erstmals auf, doch ist auch eine erste Aufführung bereits am 16. Mai 1723 in der Paulinerkirche möglich.
Programm: „Poesie an der Orgel“ Orgelwerke von Johann Sebastian Bach sowie Erklärungen zum Wohltemperierten Klavier I und zu Kunst der Fuge.
Wann: Donnerstag, 29. Juli 2021, 19.30 Uhr
Einlasszeiten: Um Schlangenbildungen vor der Veranstaltungsstätte zu vermeiden, wird es zeitgestaffelte Einlasszeiten für die einzelnenen Ticketpreiskategorien geben. Wir bitten Sie darum rechtzeitig einzutreffen. 18.30 – 18.55 Uhr: Kategorie 2 19.00 – 19.25 Uhr: Kategorie 1
Ticketpreise: Kategorie 1: 21,00 € / 18,00 € (erm.) Kategorie 2: 19,00 € / 16,00 € (erm.)
Die Preise sind gültig in unserem Ticketshop. Ermäßigung erhalten: Schüler, Studenten, Inhaber des Arnstädter Freizeitpasses mit dem Vermerk „ALG II Empfänger“, ALG II Empfänger sowie Schwerbeschädigte und deren volljährige Begleitperson gegen Vorlage eines entsprechenden und gültigen Ausweises.
Bitte beachten Sie: Aufgrund der coronakonformen Anpassung der Veranstaltungsstätten bezüglich der Einhaltung der Mindestabstände stehen nur begrenzt Sitzplätze zur Verfügung. Somit haben wir uns dafür entschieden in den einzelnen Preiskategorien „Freie Platzwahl“ anzubieten. Viele Angebote wie beispielsweise: Kinder bis einschließlich 7 Jahren, in Begleitung eines Erwachsenen, erhalten freien Eintritt ohne Sitzplatzanspruch, können wir in diesem Jahr leider nicht anbieten. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Das ist das Ann-Helena Schlüter: Ann-Helena Schlüter ist eine deutsch-schwedische Konzertpianistin, Organistin, Musikpädagogin, Musikwissenschaftlerin, Komponistin, Lyrikerin und Autorin.
Sie studierte Künstlerische Orgel an der HfMDK Frankfurt (Generalbass, Jazzklavier, Improvisation und Gesang) sowie Künstlerisches Klavier an den Musikhochschulen in Köln, Würzburg, Detmold, Leipzig. Zwei Jahre an der Arizona State University Phoenix, USA und ein halbes Jahr in Australien (Künstlerisches und Instrumentalpädagogisches Diplom, Master of Music, Solisten- und Meisterklassendiplom bei Prof. Bernd Glemser, Prof. Anatol Ugorski).
Sie promoviert an der Uni Leipzig über Johann Sebastian Bach und an der Universität Mozarteum Salzburg in Musikpädagogik (Jugendliche und Bach) mit Zweitfach Hammerklavier. Sie ist Preisträgerin internationaler Klavierwettbewerbe und Lyrikwettbewerbe.
Frau Ann-Helena Schlüter wird in Zukunft Piano- und Orgel-Konzerte in Ostwestfalen-Lippe – (Herford- Bad Oeynhausen) veranstalten und dazu werden weitere Informationen unmittelbar folgen.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 25.07.2021 begehen wir den 8. Sonntag nach „Trinitatis“
Kernaussage:
Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt – das Evangelium des 8. Sonntags nach Trinitatis stammt aus der Bergpredigt. Die Epistel konkretisiert den Zuspruch: „Die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit“. Ohne Gottes Gnade würden wir dem nicht gerecht werden können. Seine Liebe geht jedem Anspruch voraus.
Predigttext: Jesaja 2,1–5
Salz der Erde – Licht der Welt Was ich tue oder unterlasse, was ich sage und plane, ist nicht gleichgültig. Wer vom Glauben an Jesus angesteckt ist, der weiß: Ich bin verantwortlich. Mein Leben kann etwas verändern.
Wie ein Stein, der ins Wasser fällt, oder wie ein Funke, der überspringt, setzt die frohe Botschaft von Jesus Christus Menschen in Bewegung. So spricht der 8. Sonntag nach Trinitatis von den Auswirkungen des Glaubens: Als Licht der Welt und Salz der Erde werden Christen in der Welt nicht unbemerkt bleiben und oft genug auch darin anecken. Als Wohnstätten für Gottes Geist werden sie sorgsam und besonnen mit ihrem Körper umgehen. Als reich Beschenkte werden sie ihren Besitz teilen – und wenn es noch so wenig ist. Von Gottes Licht berührt werden sie selbst wie Kirchenfenster leuchten.
Videos
mit Bach-Kantaten für den „8. Sonntag nach Trinitatis“
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
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eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 18.07.2021 begehen wir den 7. Sonntag nach „Trinitatis“
Kernaussage:
Der 7. Sonntag nach Trinitatis steht im Zeichen des Abendmahls: Brot und Wein stiften Verbindung mit Gott und unter denen, die miteinander teilen und feiern.
Abendmahl: Gott stillt Hunger Ich habe so viel – und trotzdem bin ich manchmal ganz leer. Ich werde täglich satt, trotzdem habe ich einen ungeheuren Durst nach Mehr. Ich sehne mich nach etwas, das ich nicht beschreiben kann …
Dass Gott körperlichen und seelischen Hunger stillt, davon erzählen die Lesungen des 7. Sonntag nach Trinitatis, der aus verschiedenen Perspektiven das Abendmahl beleuchtet. Essen und Trinken, Feiern und Teilen sowie große Gastfreundschaft gehören zum christlichen Glauben. Jesus nahm die natürlichen Bedürfnisse der Menschen ernst, sättigte Tausende mit fünf Broten und zwei Fischen und saß mit unterschiedlichsten Menschen zu Tisch. Im Abendmahl setzen Christen von Anfang an diese einträchtige Tischgemeinschaft fort und nehmen die Zeit vorweg, in der der Hunger nach wahrem Leben gestillt sein wird.
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Videos: Bach-Kantaten zum 7. Sonntag nach Trinitatis
J.S. Bach Kantate BWV 107„Was willst du dich betrüben“
Kantate für den 7. Sonntag nach Trinitatis!
„Was willst du dich betrüben“ (BWV 107) ist eine Kirchen-Kantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte die Choralkantate in Leipzig für den 7. Sonntag nach Trinitatis als siebte Kantate in seinem zweiten Kantatenzyklus und führte sie am 23. Juli 1724 erstmals auf. Die Kantate beruht auf dem Choral von Johann Heermann „Was willst du dich betrüben“ (1630), dessen sieben Strophen Bach ausnahmsweise unverändert vertonte.
Mein Abend-Tagebuch der ‘Bach by bike’ Reise vom 03.07.-12.7.2021 – der achte und letzte Tag in Weimar am 11.07.2021
Letzter Tag 11.7.21, Sonntag.
Mein ABENDTAGEBUCH-Buch der Radreise mit ‚Bach by bike‘. Der 8.Tag (11.7.21)
Noch einmal, nüchtern und diesmal ohne Überschwang ein paar abendlichen Gedanken. ——————————————
Fotos: Kirche Oberweimar
Belvedere und die Frühform derBrandenburgischen Konzerte. Ich bin wieder im Ilm-Park bis Ober-Weimar geradelt. Plötzlich stand da eine wahre Kirchenburg. Gern bin ich reingegangen und habe den Gottesdienst noch mitgefeiert.
Nachmittags flanierten wir dann zurWeimarer Belvedereeinem Lustschloss, aufgeteilt in Nebenschlösser und einer ausladenden Orangerie. Und das Abschluss-Konzert war dann mit einem ,Wunsch‘ verbunden: die 6 Konzerte, mit dem Titel ‚six concerts avec plusieurs Instruments’ 1621 veröffentlicht, sind nicht in Köthen, sondern Jahre früher, also in Bachs Weimarer Zeit entstanden? Wie dem auch sei?
Fotos: Römisches Haus im ILM-Park; – Brandenburgische Konzerte
Jedenfalls kamen die zwei Brandenburgischen Konzerte Nr.2 und Nr.4 in der holzverschalten Akustik des Musik-Gymnasium hervorragend zu Gehör. Auch das Telemann-Konzert für 2 Streicher und B.C. hatte mir sehr gefallen.
Wir Radfahrer saßen dann noch zu einem Abschluss-Essen zusammen und freuten uns über unsere Urkunden. Auch hatten Helene, Mareike, Anna und Christine uns mit viel Vorbereitung sicher und mit Musik in den Spuren des jungen Bach geführt.
Mein Abend-Tagebuch der ‘Bach by bike’ Reise vom 03.07.-12.7.2021 – der siebte Tag in Weimar am 10.07.2021
Mein ABENDTAGEBUCH-Buch der Radreise mit ‚Bach by bike‘. Der 7.Tag (10.7.21)
Nach dem frühen Frühstück nehme ich mein Fahrrad, radle entspannt an der Ilm durch den Goethe-Park. Jogger, Yoga-Gruppen, Spaziergänger sind längst im Park zugange. Wahrscheinlich suchen sie in diesem wunderbaren Grün Entspannung und Heilung.
Die Intendantin der Biennale Prof.Myriam Eichberger leitet die Flötenklasse der Musikhochschule Franz Liszt und führte eins persönlich über die Bachstätten, Initiatorin der Weimarer Initiativen für Bach.
In Weimar, Am Markt 16 waren die fürstlichen Dienst-Wohnungen. Hier wohnte die Bach-Familie. Das Haus wurde im Krieg zerstört.
Frau Prof.Eichberger stellte zwei Weimarer Kantaten in die Mitte ihrer Führung. Zunächst die Advents-Kantate ‚Himmelskönig sei willkommen (BWV 182), die in der Schlosskirche, der sog.Himmelsburg uraufgeführt wurde. In ihrer reichen Musikalität und Thematik kann die Kantate als ‚pars pro toto‘ (Teil für das ganze Werk Bach‘s) gelten.
Ganz musik-wissenschaftlich ging es später beim Vortrag von Prof. Gerhart Darmstadtzu. Er stellte sich die Frage: ‚Was wusste Bach vom Himmel? War Bach naturwissenschaftlich interessiert? Ein Bach, der so tiefgründig über den ‚Himmel‘ komponierte. Zusammen mit einer Astronomin entfalteten die Wissenschaftler das ‚Oben und Unten‘ in Bach‘s Weltbild. Ausgehend vom Kirchengebäude ‚Himmelsburg‘ des Weimarer Stadtschlosses ging es zu wissenschaftlichen Büchern aus dem 16.Jahrhundert ( Athanasius Kircher, Heinrich Müller, Robert Fludd). Werke, die das ‚Himmelsbild der Barockzeit‘ zu ergründen versuchen.
Die Kantate ,Ich hatte viel Bekümmernis (BWV21) war zur Stärkung des kränklichen Erbprinzen bestimmt.
Überall in der Stadt gab es kleine Musikvorführungen. Musikstudierende mit ihren Instrumenten. Auch Hörproben aus dem mit einem Lautsprecher verbundenem iPhone.
Am Abend erreichte ich mit dem Fahrrad am Stadtrand von Weimar das sog. ‚Schießhaus‘. Hier startete ein Barockfest: Ein lauer Sommerabend entschädigte mich für vergangene und längst ‚vergebene‘ Regenschauer. Hörgruppen waren aufgeteilt in ,Räume’, die künstlerisch und musikalisch von Musizierenden der Musik-Hochschule Weimar gestaltet wurden. (Corona lässt grüßen !!)
Da war ein ‚Lamento‘ (Klagegesang auf sich selbst!), aber auch ein ‚Liebesgesang‘, ‚Meine Freundin, Du bist schön‘ zu hören. Das erste ein Werk vom Vater Johann Ambrosius, das zweite vom Onkel Johann Christoph.
Jetzt liege ich im Bett und schreibe die vor-letzten Seiten meines digitalen Abend-Tagebuchs voll. Ich bin dankbar, dass ich das Gesehene und Gehörte des Tages noch mal für mich, aber auch für einen ‚unbekannten digitalen Nächsten‘ allein in meinem Hotelzimmer schriftlich bedenken kann. Prof. Darmstadt, der Bach-Wissenschaftler, der ‚Bach‘s Himmel deutete, sprach davon, das ‚allein sein‘ gar nicht alleine sein (z.B. im Zimmer) bedeutet. ‚All-ein-sein‘ heißt im Wortsinn, das ‚eine(r) sich mit dem All, also dem Universum verbindet.
So fühlte ich mich abends mit dem allumfassenden Genie Bach, der das ‚Oben und Unten der Welt, das damals bekannte All und Universum, gedanklich verbunden.
Mein Abend-Tagebuch der ‘Bach by bike’ Reise vom 03.07.-12.7.2021 – der sechste Tag Ankunft in Weimar am 08.07.2021
Mein ABENDTAGEBUCH-Buch der Radreise mit ‚Bach by bike‘. Der 6.Tag (8.7.21)
Eine Stadtführung Erfurt war morgens angesagt. Doch ich entschuldigte mich. Erfurt ist ja die Partnerstadt von Mainz, meiner Heimat. So kenne ich Erfurt ganz gut. Die berühmten Treppenstufen vor Dom sind wegen der beginnenden Domfestspiele mit dem Theaterspiel ‚Johanna auf dem Scheiterhaufen‘ abgesperrt. Ich finde gerne andere Wege.
Da sind z.B. die Bach-Häuser in der Nähe der Gera-Brücke. Die ‚Erfurter Bache‘ wohnten hier und in der Kaufmanns-Kirche wurden Die Eltern unseres Basti 1668 getraut. Zu den ‚Erfurter Familientagen‘ reiste der später arrivierte Basti Bach gerne an.
Doch jetzt heißt es wieder: Radfahrklamotten anziehen! Das Ziel unser Reise ist zu erreichen. Doch es fängt an zu regnen, wir warten noch etwas mit der Abfahrt. ‚Egal, da müssen wir durch, wir sind doch keine ………‘ meint der Brückenbauer Matthias. Also los. Es wird ein richtiges ‚Regen/kalter Wind-Inferno‘. Als wir endlich in Weimar einfahren, kommt die Sonne durch. Zum Hotel Amalienhof geht’s durch einige Strassenbaustellen, aber endlich im Hotel empfängt uns ein Rokoko-Ambiente. Nasse Klamotten ab, heiße Dusche und dann auf‘s Chaiselongue Beine ausstrecken. Hier im Haus scheint man gleich in Goethes Welt zu sein. Noch dazu habe ich die Ehre, im Zimmer‚ Herzogin Anna-Amalie‘ zu wohnen. Aber nein! Das wollte ich doch gar nicht !!
J.S. Bach war viel früher als Goethe und die Herzogin hier und sogar zweimal länger am fürstlichen Hof angestellt. 1703 war er in der HOFKAPELLE noch einfacher Kammermusiker. Später stieg er in den Jahren 1708 bis 1717 zum Hoforganist und dann zum KONZERTMEISTER auf.
Dann saßen wir endlich in der Herderkirche und hatten unseren ersten Konzerteindruck von dieser Bach-Biennale. Stephan McLeod (Bariton) und Miriam Feuersinger (Mezzosopran)zauberten ein ‚Potpourri’ aus Bach-Kantaten, herrliche Arien, Duette und Rezitative. Eigentlich kann ich so ein ‚Zerpflücken‘ von Bach-Kantaten nicht leiden. Aber na ja, man muss eigentlich für jedes Bach-Life-Erlebnis dankbar sein.
Erfüllt und dankbar schlafe ich jetzt ein. Die gesamte Route von Mühlhausen bis Weimar habe ich bei schwierigen Wetterbedingungen geschafft. Jetzt höre ich nur noch Konzerte und Events der Bach-Bienale.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
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Am 11.07.2021 begehen wir den 6. Sonntag nach „Trinitatis“
Kernaussage:
„Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ Der 6. Sonntag nach Trinitatis steht ganz im Zeichen der Taufe.
Ich bin getauft! Die meisten waren so klein, dass sie sich heute nicht mehr daran erinnern können. Und trotzdem wurde damals ein Fundament für das ganze Leben gelegt. Der 6. Sonntag nach Trinitatis steht ganz im Zeichen der Taufe.
Er erinnert an den Auftrag Jesu, Menschen zu taufen, und an das Geschenk, das am Beginn des Lebens als Christ und Christin steht: Jesu Leben, Sterben und Auferstehen gilt mir, mein Leben ist vor Gott rein und gut. Über meinem Leben steht die Zusage: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ Viele Gemeinden taufen an diesem Sonntag oder feiern ein Taufgedächtnis.
Der 5.Tag: (7.7.21). Von Ohrdruf in herrlicher Waldfahrt, doch auch als gesicherte Kolonne nach Arnstadt (ca. 38 km)
Bachliebhaber in aller Welt denken an die schreckliche Nacht um Schloss Ehrenstein in Ohrdruf. Im November 2013 zerstörte ein Dachstuhlbrand dieses Schloß, das gerade frisch renoviert war.
Heute radle ich wieder entspannt durch den Park. Ich merke, dass die Instandsetzung des einst verbrannten Schlosses gut vorangeht. Die mit Kupfer verkleidete Haube des Schlossturms funkelt und glänzt von Weitem. Hier im Ort ist der junge Bach zur Schule gegangen. Als Waisenkind lebte er in der Familie seines älteren Bruders Johann Christoph. Glückliche Umstände ermöglichten es dem jungen Sebastian, eine gute Ausbildung zu bekommen. Der Bruder führte den jungen Basti in den Tonsatz ein. Kantor Elias Herda lernte dem Basti das Orgelspielen, Superintendent Kromaers Predigten schenkten Basti Wissen und Ideen. Aber die genetischen Grundlagen zur Meisterschaft bekam Bach von Geburt an geschenkt. Die mittelalterliche Bibliothek im Turm der Michaelskirche bezeugt all diese Einflüsse.
Die Bachstadt Arnstadt erreichten wir in vorsichtiger Kolonnenfahrt, d.h. hinter uns sicherte unser warnblickendes Begleitfahrzeug mit Carlotta am Steuer unseren Fahrrad-Pulk vor dem rasenden Verkehr der Bundesstraße von Crawinkel bis Arnstadt.
Angekommen in Arnstadt logierten wir in dem alten und knarrenden Gasthaus ‚Goldene Henne’ mit Sicht auf das mittelalterliche Riedtor. Eine sachkundige Stadtführerin führte uns zumBachhaus Kohlgasse 7. Hier muss der 18 jährige Bach aus und eingegangen sein.
Dann trafen wir uns mit dem Organisten –Kantor Jörg Reddin zu Orgelkonzerten. Frühe Orgelwerke von ‚unserem Basti‘ erklangen. Zunächst in der frühgotischen Liebfauenkirche. Wir wandelten dann aber in die berühmte Bachkirche am Markt und tauchten ein in die ‘Orgelwelt’ von Bach
Das anschließenden Abendessen draußen an einem herrlichem Sommerabend beendete diesen Tag. VonKantor Jörg Reddin konnten wir viel davon hören, wie Arnstadt sein Bach-Erbe lebendig hält.
Noch einmal in der beginnenden Nacht radelte ich dann vom Markt herunter in meine Logie zumWirtshaus ‘Goldenen Henne’. Die Treppen knarrten, doch ich konnte gut schlafen.
Gute Nacht.
Adamo
P.S.
Ein Video mit Textangabe und Noten von der Gruppe „Bach by Bike“ auf Facebook von Wolfgang Adam veröffentlicht wird auch hier zu sehen sein.
Gut aufgewacht im vornehmen Hotel am Schlosspark Gotha, reichlich gefrühstückt und gut gelaunt, flaniere ich schon mal am frühen Morgen die berühmte Gotha’er Wasserkunst entlang. Vieles wird restauriert. Mein Lieblings-Antiquariat ist noch geschlossen. Aber für Bücher habe ich in meinem Fahrrad-Säcken sowieso keinen Platz mehr.
Wir alle trafen uns dann an der Brüstung der riesigen Schlossanlage mit Blick auf die Stadt. Wir schauten über die Wasserkunst hinweg bei herrlichem Sonnenschein in die Stadt. Doch fast mehr bewunderte ich das schicke blaue Kleid von unserer Begleiterin Christine, mit den mir ins Auge springenden, ausdrucksstark sprechenden Fahrrad-Motiven. (Foto, von Christine genehmigt!)
Gleich werden wir die Schloss-Kirche Gotha besichtigen, für die der bereits arrivierte Bach eine bisher verschollene Frühform der Johannes-Passion geschrieben hat (1717 ?). Helene hatte dazu auch die passende Ton-Aufname dieser unbekannten Johannes-Passion. Wir ließen uns dabei akustisch umhüllen vom Eingangschor der Passion. ‚Herr, unser Herrscher, dessen Ruhm in allen Landen herrlich ist’. Wir fühlten uns zurückversetzt in die Zeit der Uraufführung, hier in dieser Kirche.
Darauf gingen wir durch den riesigen Renaissance-Schlosshof in das frühbarocke Eckhof-Theater. Das war eben der Fürsten Lust, eine Theater-Maschinerie mit ‚Blitz und Donner’ bühnengerecht in Gang zu setzen-, darauf dann Liebes-bzw.Verzweiflungsszenen sich vorspielen zu lassen. Einige Kostproben von diesem barocken Theaterdonner gab uns die Schloss-Führerin. Sie drehte dafür eifrig in den Theaterkulissen die barocke Wind-und Donnermaschinerie.
Jetzt ging es aber wieder rein in die echten Radfahrklamotten und damit auf die heutige Strecke von 40 km zum Ursprungsort der Generationen umgreifenden Bach-Familie nachWechmar und Ohrdruf. Der Waisenknabe und bereits begabte Knabe Basti wurde hier einst von seinem Onkel eifersüchtig umsorgt. Zwar begleiteten uns auf unserer Fahrt öfters deftige Regenschauer. Aber die Bach-Freunde aus Wechmar entschädigten uns mit herzlichem Empfang mit Kaffee und Kuchen in der Bach-Mühle desStammvaters Veit Bach. Mit dem Ehepaar Elmar von Colson, (Elmar von Kolson ist Nachfahre von Johann Sebastian Bach – in elfter Generation) – das sich ableitend aus der Bückeburger Bach-Linie als heutige Verwalter des Bach-Erbes begreift, sangen wir erfüllt von Dankbarkeit unseren Bach-Kanon.
Zuletzt strampelten und auch schoben wir die letzten 10 km zu unserer Übernachtung nach Ohrdruf. Eine deftig dampfende frisch gekochte Regionalspezialität lies uns alle Regen-Schmerzen des Tages vergessen. Natürlich, denn es gab Thüringer Klöße mit reichlich Rotkraut und Wildgulasch.
Jetzt habe ich den Tag aufgeschrieben, meine Knochen schmerzen etwas, doch heute war alles uns gelungen.
Mein Abend-Tagebuch der ‘Bach by bike’ Reise vom 03.07.-12.7.2021 – der erste Tag in Mühlhausen am 03.07.2021
Mein Abend-Tagebuch der ‘Bach by bike’ Reise 3.-12.7.21.
Tag 1: Ankunft in Mühlhausen.
Wir, die ‘Bach by bike’–Gruppe lernen uns im sonnigen Wetter vor dem Museum, das über die Ereignisse des Bauernkriegs 1525 berichtet, alle kennen. Da sind Bachfreund-INNNEN aus Berlin , Stuttgart und Nordrhein-Westfalen, jetzt als eine kleine Familie, vereint in ihrer Liebe und Neugier zur Bach’schen Musik. Eine kenntnisreiche Mühlhausen-Stadtführerin führte uns zu den Highlights der Stadtgeschichte, aufbereitet zeitgemäß mit den Audio-technischen ‘Hörhilfen’ unserer ach so Musik-vergessenen Zeit. Aber zuvor lauschten wir, von unserer ‘bach by bike ‘ Führerin Helene, vorgestellt, einer Aufnahme der hier entstandenen Ratswahl-Kantate ‘Gott ist mein König’ (BWV 71).
Natürlich pilgerten wir zuerst zur gotischen Divi Blasii-Kirche in Mühlhausen (gewidmet dem göttlichen=herausragenden Blasius, Schutzheiliger der Weber), wo der junge Bach, von Arnstadt kommend, für ein knappes Jahr als Organist angestellt war. Hier hörten wir eine Passacaglia gespielt vom Organisten und Kantor Oliver Stechbart.
Besonders gefallen hat mir, dass wir uns alle zu einem Spontan-Chor zusammen gesellten und aus derBach-Motette ‘Jesu meine Freude’ (BWV 227) den Eingangs-Choral sangen.
Jetzt sitze ich zum Nacht-Orgel-Konzert in der Divi Blasii-Kirche und frage mich im Stillen: was bringt Bach in mein Leben ein? Warum nehme ich die Freuden und Strapazen einer Fahrradtour auf Bach’s Spuren auf mich? Manchmal denke ich: Bach’s Musik, gehört, gesungen und gefühlt in seinen Chören, Instrumenten und Orgelwerken, verbindet mich mit dem UNENDLICHEN. Das gibt mir Halt.
Morgen (Sonntag, 4.7.) haben wir 45 Km radeln durch den ‚Urwald‘ Hainich mit Stop in Langula (bisher vernachlässigter Bach-Ort) vor uns. Dann empfängt uns Eisenach. Hier wurde Bach einst getauft.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, mit Bach-Kantaten und „Bach-Kantaten-Beschreibungen“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 04.07.2021 begehen wir den 5. Sonntag nach „Trinitatis“
Kernaussage: „Fahre hinaus, wo es tief ist“: Es erfordert Mut und Vertrauen, etwas zu wagen, auch wenn die Erfahrung dagegenspricht. Auch der Glaube ist ein Wagnis – richtet er sich doch auf das Kreuz, das eine Torheit ist in den Augen der Welt.
Predigttext: Mt 9,35–10,1(2–4)5–10
Mit Gott neue Wege gehen „Kommt und seht!“ Diese Einladung Jesu gilt uns heute wie den Jüngern vor 2000 Jahren. Von Menschen, die sich in Gottes Dienst rufen ließen, erzählt der 5. Sonntag nach Trinitatis.
Der Nomade Abraham, der auf Gottes Wort hin auszieht, und die Fischer, die ihre Netze zurücklassen, Paulus, der durch die Botschaft des Auferstandenen zum Apostel wird, – sie alle sind ganz normale Menschen. Aber sie sind bereit, Altes aufzugeben und mit Gott neue Wege zu gehen.
Selbst wenn es unvernünftig scheint. Das ist riskant, denn oft müssen sie Unverständnis und Spott ihrer Umgebung und den Widerspruch ihrer eigenen Familien ertragen. Doch sie dürfen sehen: Die übervollen Netze sind erst der Anfang unzähliger wunderbarer Erfahrungen. Wer Jesus folgt, entdeckt immer tiefer, wo Gott auf Erden Wohnung nimmt.
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eine Hör- oder Sehprobe, mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 27.06.2021 begehen wir den 4. Sonntag nach „Trinitatis“
Kernaussage: Wie kann ein friedliches Zusammenleben gelingen? Am Ende der neutestamentlichen Briefe werden oft Ratschläge gegeben, die nichts von ihrer Aktualität verloren haben. So auch heute: „Ist’s möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden. Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem“
Predigttext: Lukas 6,36–42
Seid barmherzig!
Sympathisch oder unsympathisch? Innerhalb weniger Sekunden ist die Entscheidung gefällt. Auch mit dem moralischen Urteil geht es sehr schnell.
Wir „wissen“ meist sehr gut, was verwerflich ist, und tun lautstark oder subtil unsere Verachtung kund. „Vorsicht vor solchen Urteilen!“, warnt der 4. Sonntag nach Trinitatis. Denn es gibt niemanden, der ohne Fehler ist, der nicht immer wieder der Großzügigkeit und der Nachsicht bedarf. Einzig Gott ist es, der richten kann. Darum ermutigt Jesus zum Vergeben: Wer aus dem Bewusstsein lebt, dass Gott ihm barmherzig entgegenkommt, der kann versuchen, versöhnt zu leben – wie Josef, der seinen Brüdern nach langer Zeit das Unrecht verzeiht, das sie ihm angetan haben, und David, der Saul, der ihn töten will, verschont. „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem“, sagt Paulus.
J. S. Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Videos und Kantaten-Beschreibungen für den “3. Sonntag nach Trinitatis”und Informationen zum Bachfest Leipzig 2021
Foto: Eröffnungskonzert Bachfest Leipzig am 11.06.2021 mit Ton Koopman in der Nikolaikirche
Leipzig · KONZERT TIPP Morgen (19.06.2021) gastiert Sir András Schiff im Rahmen eines Kooperationskonzerts von Bachfest Leipzig und Gewandhaus zu Leipzig im Großen Saal des traditionsreichen Konzerthauses. Der Pianist ist seit 2010 regelmäßig im Bachfest zu erleben – zuletzt im Jahr 2019, als dieses Foto von Sir András Schiff entstand. Foto: Gert Mothes
Veranstaltung von Bach-Archiv · Bachfest Leipzig 2021 Online via Facebook Live Preis: Kostenlos Öffentlich · Jeder auf und außerhalb von Facebook
Das verkürzte und überwiegend digitale Bachfest 2021 geht mit einem würdigen »Abschlusskonzert« zu Ende.
Der scheidende Thomaskantor Gotthold Schwarz dirigiert zum letzten Mal im Bachfest Leipzig den Thomanerchor.
Das Konzert beginnt am Sonntag, 20.06.2021 um 18 Uhr. In der Konzertpause zeigen wir die Verleihung der Bach-Medaille an Hans-Joachim Schulze und Christoph Wolff.
Programm: J. S. Bach: Ich hatte viel Bekümmernis, BWV 21 • Präludium und Fuge C-Dur, BWV 547 • Magnificat D-Dur, BWV 243
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 20.06.2021 begehen wir den 3. Sonntag nach „Trinitatis“
Trinitatiszeit Kernaussage:
Der 3. Sonntag nach Trinitatis ist ein Sonntag der offenen Arme: So, wie der Vater seinen verlorenen Sohn in die Arme schließt, der reuevoll zurückkehrt, nachdem er sein Erbe durchgebracht hat, so ist auch Gott, sagt das Gleichnis vom verlorenen Sohn. „Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.“
Predigttext: 1. Tim 1,12–17
Gott nimmt das Verlorene an! Manchmal stehe ich da und möchte die Zeit zurückdrehen: Mein verletzendes Wort, meine falsche Entscheidung, meine Unachtsamkeit … „Wenn man es doch ungeschehen machen könnte!“ Es ist schmerzlich, wenn das nicht gelingt.
Was bei Menschen oft nicht mehr geht, bei Gott ist es möglich – das ist die Botschaft des 3. Sonntags nach Trinitatis. Gott will nicht, dass Menschen verloren gehen. Er lässt sie ihre Wege suchen und ihre Fehler machen: das Schaf, das auf Abwege gerät, der Sohn, der es zu Hause nicht mehr aushält, die Menschen der Stadt Ninive.
Doch wie der gute Vater lässt Gott sie nicht fallen: wartet, geht entgegen, feiert ein Fest für den wiedergefundenen Sohn. Und er verschont die Stadt, deren Untergang er beschlossen hat, weil sie ihre Taten bereut. Eindringlich klingt die Mahnung der Propheten: „Wagt umzukehren! Ihr könnt zurück, wenn ihr nur wollt.“
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Videos:
Bach-Kantaten für den „3. Sonntag nach Trinitatis“