200 Jahre alte Kantaten-Handschriften aufgefunden. Foto: S. Hübner
Wieder wurden 200 wertvolle handschriftliche Kantaten in Blankenburg entdeckt und der Klassik-Freund ist erfreut darüber.
Das Archiv der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig hat in seinen Beständen eine Sammlung von Kirchenkantaten aus der Zeit um 1800 entdeckt. Die sechs Kartons mit Notenblättern stammen aus der St. Bartholomäuskirche in Blankenburg am Harz und wurden erst jetzt umfassend untersucht, teilte das Archiv am 23. Juni mit. Bei den 95 Kantaten und Psalmvertonungen handelt es sich ausschließlich um Handschriften.
Die schiere Menge des Materials zeigt, dass die musikalische Ausgestaltung des Gottesdienstes vor rund 200 Jahren noch sehr viel üppiger war als heute“, sagte der Musikwissenschaftler Helmut Lauterwasser, der in den vergangenen drei Wochen das Material für eine internationale Musikdatenbank untersucht hat. „Während archivierte Drucke insgesamt bereits nahezu vollständig untersucht sind, bergen gerade Handschriften noch viele Geheimnisse und manchen Schatz.“
Unter anderem enthält der Archivfund mit allein 44 Kantaten von „Christian Gotthilf Tag“ (1735-1811) die umfangreichste Werksammlung des Künstlers. Zudem wurden zwei bislang unbekannte Werke des Komponisten Johann Christoph Kellner (1736-1803) entdeckt. „Diese Kantoren-Komponisten gehören als kleine Mosaiksteine genauso zur Musikgeschichte wie große Künstler namens Brahms oder Bach“, sagte Lauterbach.
Der Fund soll nun nicht wieder einfach im Archiv verschwinden. „Es wäre wünschenswert, wenn wir Auszüge daraus auch zur Aufführung brächten“, sagte Landeskirchenmusikdirektor Claus-Eduard Hecker. Die Werke zeichneten sich durch einen empfindsamen Stil mit Einflüssen aus der Oper aus. Konkrete Planungen zu Aufführungen gebe es allerdings noch nicht.
Kurz-Biographie von Christian Gotthilf Tag (1735-1811)
Tag wurde 1735 als Sohn des Beierfelder Kantors und Schullehrers Christian Gottlob Tag geboren. Nach erster Schulbildung in seiner erzgebirgischen Heimat besuchte er als Freischüler die Dresdner Kreuzschule, wo er als Alumnus und Chorsänger unter Gottfried August Homilius Musikausbildung erhielt. Obwohl er sich an der Universität Leipzig als Student der Theologie immatrikulieren wollte, nahm er 1755 in der sächsischen Kleinstadt Hohenstein die Kantorenstelle an, der er bis 1808 treu blieb. Er zog zu seiner Tochter in Niederzwönitz, wo er 1811 starb.
Christian Gotthilf Tag gilt als einer der tüchtigsten Organisten, Orgelsachverständigen und Kantoren seiner Zeit. Er komponierte eine Fülle geistlicher Werke, die er ursächlich für seine Hohensteiner Kantorei schuf. Den Schwerpunkt seines Schaffens bilden Kantaten, in denen er an der Fugenform festhält und viele tonmalerische und tonsymbolische Elemente verwendet.
Meine Eindrücke von der Aufführung der h-Moll Messe – BWV 232 – in der Altstädter Nicolai-Kirche Bielefeld!
Lange Schlangen vor dem Kirchenportal ließen mich an vorangegangene Aufführungen zum „Haller Bachfest“ an schlechte Erinnerungen der Einlasskontrolle „Böses“ erahnen. Aber, die Veranstalter haben dazu gelernt und es ging sehr zügig voran und betrat nach 5 Minuten Wartezeit die restlos ausverkaufte Nicolai-Kirche in Bielefeld.
Eine Überraschung beim Suchen meines Platzes – leider erhielt ich nur noch 1 Eintrittskarte im Vorverkauf – sah ich eine treue Blog-Begleiterin @Iris, sie hatte sich die Mühe gemacht und den weiten Weg mit dem Zug nach Bielefeld unternommen und tatsächlich noch eine Eintrittskarte bekommen. Die Wiedersehensfreude war groß und konnten sogar nebeneinander liegende Sitzplätze einnehmen und gemeinsam das Konzert am Sonntag genießen..!!
Ausführende: 84. Haller Bach-Tage in der Altstädter Nicolai-Kirche Bielefeld
Die Akustik der Altstädter Nicolai-Kirche erwies sich für dieses großartige Bach-Werk als gut geeignet, den Chor und das Orchester hörten wir auf unseren hinteren Plätzen recht gut.
Es ist mittlerweile Tradition geworden, dass die „Haller Bach-Tage“ in Bielefeld ihren krönenden Abschluss finden und die Konzerte voll ausgebucht sind. Das ist ein erfreulicher Nebeneffekt und sollte in Zukunft weiter Bestand haben. Am Vortag wurde bereits die h-Moll Messe von dem Bach-Chor der Johanniskantorei Halle / Westfalen in der St. Johanniskirche in Halle zu Gehör gebracht. Aufgrund einer Erkrankung der Altistin: Ute Grunewald wurde kurzfristig „Christiane Schmidt“ (Alt) für den Part verpflichtet.
Gesangs-Solisten- 84. Haller Bach-Tage Altstädter Nicolai-Kirche in Bielefeld
Warum Bach diese Kurzmesse zur vollständigen Missa tota ausbaute, ist noch nicht vollständig geklärt. Da er ab Mitte der 1730er Jahre begann, auch andere zyklische Werke mit Modellcharakter zu schaffen (Goldberg-Variationen, Weihnachtsoratorium, Die Kunst der Fuge), vermutete man, die Erweiterung könne im Zusammenhang mit diesem Bestreben stehen.
Da die umfangreiche, groß dimensionierte und reich besetzte Messekomposition Elemente des konzertanten Stils der Kantate aus Bachs Zeit aufnimmt („Missa concertata“) und im besten Fall zu kirchlichen Hochfesten in liturgischen Messfeiern verwendet werden kann, verliehen ihr die Musikliebhaber des 19. Jahrhunderts den Beinamen „Hohe Messe in h-Moll“, in Anlehnung an die Bezeichnung „Missa solemnis“. Die Tonartbezeichnung bezieht sich dabei auf den Beginn des Werkes – tatsächlich stehen nur wenige weitere Sätze in h-Moll, die meisten hingegen in anderen Tonarten (wegen der Naturtrompeten überwiegend in der Paralleltonart D-Dur).
Erstaunlich, was dieser Bach-Chor (Laien-Chor) stimmlich an Potential besitzt, im Bass leider etwas unterbesetzt war er nur sehr schwer zu hören und steigerten sich im Schlussteil zu einer großartigen Leistung.
KMD Martin Rieker
Erstaunlich, was der rührige Leiter der Haller Bach-Tage „KMD Martin Rieker“ auf die Beine stellt und zu einem befriedigen Ergebnis führt. Die h-Moll Messe ist schon ein gewaltiges Werk und benötigt dafür gut ausgebildete Chöre um das umsetzten zu können. Die Probenarbeit des Laienchores muss immens gewesen sein und führten dieses Bach-Werk gekonnt auf. Das „Ensemble aperto“ mit historischen Instrumenten besetzt gelang eine vorzügliche Aufführung, die klanglich alle Voraussetzungen erfüllten.
Als eine gravierende Fehlbesetzung entpuppte sich der mir unbekannte Hornist in dem Satz 11 für Bass-Solo: „Gloria – Quoniam tu solus sanctus“. Für diese wunderbare Bass-Arie ist ein gelungenes Horn als Begleitung unverzichtbar. Das war auch der einzigste Wehrmutstropfen in einer rundherun gelungenen Werkswiedergabe. Die Tenor-Besetzung mit „Daniel Johannsen“ war ein Volltreffer und bestach durch seine glasklare Wortartikulation und schlanken Stimmführung. Die 1. Sopranistin: „Cornelie Isenbürger“ vom hiesigen Stadt-Theater Bielefeld, überzeugte wiederum mit einem glockenreinen Sopran.
"Ensemble aperto" - "Bach-Chor" der Johanniskantorei Halle:Westf.
Umfangreicher Schluss-Applaus zeugte von einem rundum gelungenen Konzertabend und als ein würdiger Abschluss der 84, Haller Bach-Tage in Bielefeld. Auf Wiedersehen in 2012 an alter Stätte und wieder mit einem Bach-Werk? Ich bin gespannt, was uns der KMD Rieker wieder aus seiner Fundgrube präsentieren wird.
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Eine PDF-Rezension der NW Bielefeld und „Haller Kreisblatt“
Die Kandidaten für den zweiten und dritten Platz sind dann Mozart und Beethoven. Auf Platz vier landet Schubert. Debussy ist für Tommasini die Nummer 5 – vor Strawinsky und Brahms. Und schon die Überlegungen in Tommasinis Text zeigen: Hier fangen die Unsicherheiten an. Hier streiten sich auch die Leser im Forum, wer alles in die engere Wahl für die Top 10 gehört. Bei Verdi und Wagner fällt es Tommasini schwer, die richtige Reihenfolge zu finden. Er setzt dann nach reiflichem Abwägen Verdi auf 8 und Wagner (und damit den zweiten Leipziger Komponisten) auf 9.
Nach eine Woche nach dem tollen Examens-Konzert der HfM Herford erklang ein hochkarätiges Konzert in der St.Marien Kirche Stift Berg in Herford. Eingeladen hatte die NWD am Sonntag, 6.2.2011 alle Stifter zum 8. Konzert mit Werke von Haydn und Mozart.
Es erklang zum Anfang von Joseph Haydn (1732-1809) die Sinfonie Nr. 48 C-Dur „Maria Theresia.“
Das große NWD-Orchester bestach durch eine lupenreine Interpretation. Pauken, Trompeten, Waldhörner und famos aufspielende Streicher machten dieses Werk zu einem Glanzpunkt in dem Konzert. Die Halligkeit der St. Marien Kirche war kein Nachteil sondern entsprach genau den Erwartungen, die man an ein so großes sinfonisches Werk stellt. Der Hörer war beeindruckt von der Wiedergabe und dem Können eines festlich aufspielenden Orchesters. OWL kann sich glücklich schätzen, so ein Orchester als Eigentum zu besitzen. Die vorangegangen Mahnungen des Intendanten der NWD Andreas Kuntze über die Kürzungen im Kultur-Haushalt werden hoffentlich bei der anwesenden Regierungs-Präsidentin auf fruchtbaren Boden fallen. Erfolgreiche Auslandsauftritte des NWD-Orchesters aus OWL in ganz Europa sprechen eine eindeutige Sprache über das zu bewahrende Kulturgut.
Leiter NWD-Orchester Eugene Tzigane
Mit der Mozart-Sinfonie Nr. 36 C-Dur, KV 425 „Linzer“ gelangte das Konzert zu seinem Abschluss. Mit ruhiger Hand und bemerkenswerter gelungener Interpretation durch den Jung-Dirigenten und neuer Leiter des NWD-Orchesters „Eugene Tzigane“ wurde ein hervorragend besuchtes Stifter-Konzert zu Ende geführt. Etwas trockener erklang die Mozart-Sinfonie als zuvor die brillante Haydn-Sinfonie, so war der Papa Haydn der ungekrönte Star in diesem Konzert der NWD aus Ostwestfalen..!! Riesiger Schlussapplaus dankte den Aufführenden für ein gelungenes Konzert mit zwei Werken aus der Klassik-Zeit.
Schluss-Applaus Stifter-Konzert der NWD Herford (Fotorechte: V.Hege)
Musikbeispiele wie gewohnt hier anzusehen und anzuhören:
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Joseph Haydn Sinfonie Nr. 48 C-Dur „Maria Theresia“
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Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie Nr. 36 C-Dur, KV 425 „Linzer“
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Rezension der NW vom 8.2.2011
Zur größeren Ansicht in das Foto klicken..!!
NW Herford Bericht vom Stifter Konzert Herford
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Zur Biographie vom japanischen Dirigenten: Eugene Tzigane NWD-Herford:
Ein Jungstar-Dirigent der dreißiger: Andris Nelsons wird in der Oetkerhalle Bielefeld und Philharmonie Essen mit dem „City of Birmingham Symphony Orchestra“ ein Konzert geben.
5. Schoneberg Konzert am 16.01.2011 in der Oetkerhalle Bielefeld – „City Of Birmingham Symphony Orchestra.“
Gautier Capuçon, Cello
Andris Nelsons, DirigentProgramm:
L. v. Beethoven – Egmont-Ouvertüre op. 84
D. Schostakowitsch – Cellokonzert Nr. 1 Es-Dur op. 107
G. Mahler – Sinfonie Nr. 1 D-Dur „Der Titan“
„Die größte und schönste Hoffnung am internationalen Dirigentenhimmel. Der 30-jährige Lette ist ein Ausbund an Musikalität.” (Der Tagesspiegel)
Seit 2008 leitet mit dem jungen Letten Andris Nelsons ein gleichermaßen intelligent wie feurig zupackender Dirigent das „City of Birmingham Symphony Orchestra“.
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Während man in Bielefeld das 1. Cellokonzert von Schostakowitsch (Solist: Gautier Capuçon) mit Beethovens Egmont-Ouvertüre und Mahlers 1. Sinfonie kombiniert, wird sich in Essen der lettische Pianist Vestard Shimkus mit dem „City of Birmingham Symphony Orchestra“ in Rachmaninows 3. Klavierkonzert vorstellen.
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Aus diesem Anlass verfasste die NW in Bielefeld ein Interview mit dem Senkechtstarter als Nachwuchs-Dirigent: Andris Nelsons.
Ein weiteres Interview erschien im Focus über Andris Nelsons, beide Link-Angaben nachstehend.
Biographie des lettischen Dirigenten Andris Nelsons
Andris Nelsons, geboren 1978 in Riga, stammt aus einer Musiker-Familie und wurde als Trompeter ausgebildet. Schon früh zeigte sich ein Interesse am Dirigentenfach, so dass er ein Dirigierstudium begann. Daneben absolvierte er Meisterkurse bei Neeme Järvi und Jorma Panula. Seit 2002 nahm er überdies Privatunterricht bei Mariss Jansons. Seine erste feste Stelle fand er als Trompeter im Orchester der Lettischen Nationaloper, wo er in der Saison 2003/04 zum Music Director berufen wurde. In den folgenden Jahren debütierte er beim Tonhalle-Orchester Zürich, beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, beim BBC Philharmonic Orchestra und beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin.
Im Sommer 2006 übernahm er die Leitung der Nordwestdeutschen Philharmonie in Herford. Es folgten die Debüts an der Berliner und der Wiener Staatsoper, bei Pittsburgh Symphony, beim Cleveland Orchestra und dem Pariser Orchestre National de France. Im Oktober 2007 übernahm er die Leitung des City of Birmingham Symphony Orchestra, das durch Sir Simon Rattle in die „Champions League“ der Orchester geführt worden war.
Den Vertrag hat er jüngst bis in die Saison 2013/14 verlängert. In dieser Saison wird er an der Metropolitan Opera New York, am Royal Opera House in Covent Garden, bei der Staatskapelle Berlin, der Sächsischen Staatskapelle Dresden und anschließend bei den Berliner Philharmonikern, den Wiener Symphoniker und dem Gewandhausorchester Leipzig debütieren. Im kommenden Jahr wird Nelsons in Bayreuth erstmals den „Lohengrin“ dirigieren.
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Rezension der NW zum Konzert in der Oetkerhalle in Bielefeld:
Lokale Kultur vom 18.01.2011
Musikalischer Urknall „City of Birmingham Orchestra“ mit Andris Nelsons
VON CHRISTOPH GUDDORF
Bielefeld. Es ist 20.50 Uhr. Eine Dame fragt am CD-Stand im Foyer der Oetkerhalle enthusiastisch gestimmt nach einer Aufnahme der 1. Sinfonie Gustav Mahlers mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra unter Andris Nelsons. „Die gibt es nicht? Wie schade. Dann müssen wir sie wohl so im Kopf behalten.“ Eine signifikantere Aussage hätte diese Dame nicht treffen können, scheint es doch schier unmöglich, ein solches, gerade zu Ende gegangenes, unwiederholbares musikalisches Ereignis auf eine gerade einmal 12 cm große Scheibe zu pressen.
Wer immer noch glaubt, das Hören einer CD würde ein Besuch im Konzertsaal ersetzen können, der sieht sich getäuscht. Der 31jährige lettische Dirigent Andris Nelsons, seit zwei Jahren Music Director in Birmingham, lässt Mahlers Visionen wie einen tönenden Urknall erscheinen, bei dem jedes Teilchen seine eigene Energie entfalten kann und seinen Platz im universalen Ganzen erhält. Alles steht in engstem Zusammenhang, nichts für sich. Motive (wie etwa das „Blaue Augen“- und das „Bruder Jakob“-Motiv) fließen ineinander, explosive Entladungen erwachsen aus der Stille und führen dorthin zurück.
Meister der Visualisierung
Nelsons ist ein Meister der Visualisierung, sein Dirigat führt die Musiker und den Hörer direkt zum Kern der Aussage, ohne jemals zum Selbstzweck zu avancieren. Sein Orchester folgt ihm mit unfassbarer Präzision und glühender Leidenschaft. Jede Phrase bekommt ihre eigene Bedeutung, ihre eigene Klangnuance. Überdreht Verzerrtes und Burleskes wirkt niemals vordergründig, sondern bildet eher eine Folie des Geschehens. Klanggewalt ist hier nicht gleich Tonstärke, gedämpftes Piano nicht gleich romantischer Zierrat. Alles berührt und erschüttert zugleich. Ein stehender (!) Bläserchor am Ende des finalen Satzes fesselt hier gleichermaßen wie ein wehmütig-fragil klagender Streicherklang im liedmotiv-geprägten dritten Satz.
Erste Bravorufe bei Beethoven
Freilich – ein solch exzellenter Klangkörper wie das CBSO macht es einem Dirigenten leichter, seine Vorstellungen umzusetzen, vorausgesetzt, dieser kann die Musiker mit seinen assoziativen Gedanken inspirieren. Nelsons gelingt dies ohne Zweifel. Auch bei Beethovens scharf konturierter Egmont-Ouvertüre zu Beginn des Konzerts, die bereits für die ersten Bravorufe sorgt. Bei Schostakowitschs 1. Cellokonzert hat er einen weiteren kongenialen Partner zur Seite: Gautier Capuçon. Hier singt kein Cello, hier klagt eine menschliche Stimme, die aus einem viertönigen humoristischem Motiv (abgewandelt aus Schostakowitschs Monogramm D-Es-C-H) und der Melodie von Stalins Lieblingslied „Sulinka“ ein autobiographisch geprägtes, musikalisches Zerrbild stalinistischer Schreckensherrschaft formt.
Orchester und Solist schaffen eine klangliche Intensität, die zum Zerreißen angespannt ist. Da bietet die herbeigeklatschte Zugabe Capuçons Kontrast und Entsprechung zugleich: Prokofjews „Der kleine Soldat“. Stehender Beifall am Ende des Konzerts entlockt auch Nelsons einen Nachschlag: ein in Streicherklängen schwelgendes Orchester-Kleinod („Anja“) seines Landsmannes MedinÅ¡. Am Ende bleibt (nicht nur für den Kritiker) die Erkenntnis: Manchmal ist es besser zu schweigen und sich zu verneigen vor einer musikalischen Darbietung, dessen Vollkommenheit und Impulsivität nur noch schwer in Worte zu fassen ist.
DIE ZEIT überrascht immer wieder mit tiefgründigen Interviews mit internationalen Größen aus der Klassik-Szene. In dem heutigen Interview kommt die französische Spitzen-Pianistin Hélène Grimaud zu Wort, die nach langer schwerer Krankheit den Weg zurück zur Bühne gefunden hat.
Hélène Grimaud - französische Pianistin
Auszug aus dem Interview von der Zeitung DIE ZEIT:
„Die Musikbranche ist nicht frei von einer Hedgefonds-Mentalität“
Frage: Ein bisschen Krise gilt im Klassikbusiness als schick. Wie viel ernsthafte Krise aber toleriert der Markt wirklich?
Grimaud: Kennen Sie die Geschichte des kleinen Mädchens, das am Strand entlanggeht und so viele angeschwemmte Seesterne wie möglich zurück ins Wasser wirft? Ein Mann kommt ihr entgegen und sagt, du weißt, dass es total sinnlos ist, was du tust? Und sie antwortet: Aber für diesen Seestern ist es nicht sinnlos – und wirft ein besonders schönes, großes Exemplar hinaus aufs Meer. Was ich sagen will: Der Musikmarkt ist kein anonymes, gesichtsloses Ungeheuer, er besteht aus Menschen.
Frage: Die alle Geld verdienen wollen.
Grimaud: Ja, 80 Prozent wollen wahrscheinlich nichts anderes. Aber mit jedem Einzelnen kann sich alles ändern. Die Leute, mit denen ich eng zusammenarbeite, haben Qualität, Niveau und Herz, für sie lege ich meine Hände ins Feuer (lacht). Und sie wissen: Von ein paar Absagen, von einer CD, die nicht erscheint, geht die Welt nicht unter. Bei allem schlechten Gewissen, das ich habe, wenn ich absagen muss, gibt mir das die Sicherheit, nicht um jeden Preis funktionieren zu müssen….
Video:Hélène Grimaud, Thomas Quasthoff – Schumann Dichterliebe – Verbier Festival 2007
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Eine Kurz-Biographie von Hélène Grimaud
Die Eltern von Hélène Grimaud waren Lehrer jüdischer und katholischer Konfession. Ihre Mutter entstammt einer Familie nordafrikanischer Juden, ihr Vater hatte deutsche und italienische sowie ebenfalls jüdische Vorfahren. Ihre Familie änderte noch vor ihrer Geburt den Familiennamen Grimaldi in die heutige Schreibweise um. Nach eigener Bekundung hat Hélène sich aufgrund der anderen Herkunft obwohl sie in Frankreich aufwuchs dort nie richtig heimisch gefühlt.
Hélène Grimaud ist am 7. November 1969 in Aix-en-Provence (Frankreich) geboren. Überbegabtes Kind ist sie nicht und findet Zuflucht in der Musik, wo sie in vollem Umfang aufblüht. Mit acht Jahren bekam sie ersten Klavierunterricht studiert zunächst in ihrer Heimatstadt bei Jacqueline Courtin, daraufhin bei Pierre Barbizet am Konservatorium in Marseille. Er erkannte ihr ungewöhnliches Talent und schlug vor, sie für die Aufnahmeprüfung am Pariser Konservatorium vorzubereiten. Im Jahre 1982 – mit dreizehn Jahren – besucht sie das Konservatorium von Paris.Sie schloss ihre Ausbildung 1985 mit dem „Premier prix“ im Piano-Fach des Conservatoire ab und nahm nur kurz nach dem Diplom ihre erste CD mit Rachmaninovs „Sonata No. 2“ und die „Etudes-Tableaux op. 33“ auf (Grand Prix du disque 1986). Anfang der neunziger Jahre widmet sie sich in den Vereinigten Staaten überwiegend ihrer Leidenschaft für die Wölfe.
In einem Interview der FAZ äußert sich Enoch zu Guttenberg – (Dirigent und Leiter der „Chorgemeinschaft und Klangverwaltung Neubeuern“) – zu Fragen des Musik-Konsums in der Weihnachtszeit.
Fragt man einen kritisch reflektierenden Geist wie den Dirigenten Enoch zu Guttenberg, der sich mit Vorliebe quer zum Zeitgeist eines mehr und mehr kommerzialisierten Musikbetriebs stellt, fängt man sich eine freundliche, aber grundsätzliche Abfuhr ein: „Musik-Erleben hilft mir persönlich nicht, um mit einer bestimmten Situation – sei es einer schweren, einer festlichen oder einer besonders glücklichen – fertig zu werden. Vielleicht ist das eine Profi-Krankheit. Ganz anders als beim ausübenden Musiker kann das aber bei den Menschen sein, für die die Musik gemacht wird. Mein Vater beispielsweise hat als leidenschaftlicher Musikhörer immer wieder Kraft aus den Werken von Johann Sebastian Bach geschöpft – noch bis in seine letzten Stunden hinein. Ich dagegen beziehe nicht aus dem Hören, sondern aus dem Aufführen selbst unglaubliche Kraft……
Mit einem Benefiz-Konzert am 30.12.2010 in der St. Laurenzenkirche von St. Gallen/Schweiz um 19:00 Uhr – mit dem Magnificat von J.S. Bach – wird die Jugendarbeit des „Thomaner Chores“ Leipzig finanziell unterstützt.
Das war für mich eine riesige Überraschung, dass eine Bach-Stiftung aus der Schweiz selbstlos ein Konzert zu Gunsten der Thomaner veranstaltet und die finanziellen Einnahmen der Jugendarbeit für die Thomaner zur Verfügung stellt.
Die Unterstützung des forum thomanum durch die Einnahmen des heutigen Benefizkonzerts ist ein wichtiger Beitrag, die Zukunft des von Johann Sebastian Bach geprägten Thomanerchors zu sichern.
Diese großartige Geste aus der Schweiz will ich in Deutschland nicht unerwähnt lassen und habe mich dazu entschlossen, dieses großartige Nachricht zu publizieren.
Eine Dankeschön an die Schweizer Bach-Freunde für diese großartige Neuigkeit, für das Konzert wünsche ich einen großen Besucher-Zuspruch und ein tolles Gelingen.
Über dieses Konzert ist im Vorfeld im St. Galler Tageblatt ein Artikel verfasst worden, der nachstehend als PDF eingesehen werden kann.
Sir J.E. Gardiner am Bachdenkmal vor der Thomaskirche Leipzig
Über sein umfangreiches Bach-Cantata-Pilgrimage 2000 – Projekt von Sir J.E. Gardiner kommt zum rechtzeitigen Zeitpunkt eine gute und launige Rezension in der Zeitung „DIE ZEIT.“ Bereits vorhandene Kommentare sind in der Zeitung DIE ZEIT am Fußende zu beachten..!!
John Eliot Gardiners lange Pilgerreise zu Bach ist zu Ende. Sie liegt nun auf 27 CDs vor.
Der Mann hat Visionen, und keine, mit denen er zum Arzt gehen sollte. John Eliot Gardiners Entschluss, das komplette überlieferte Kantatenwerk Johann Sebastian Bachs, knapp 200 Kantaten, im Laufe eines Jahres in historischen Kirchen quer durch ganz Europa von Santiago de Compostela bis Eisenach live aufzuführen, war eine solche Vision……..
Philharmonie Berlin Sir Gardiner mit Advents-Kantaten
J.S. Bach
Advents-Kantaten
in der
Philharmonie Berlin
am 6.12.2010
EBS und Monteverdi Choir.
Leitung: Sir John Eliot Gardiner
Programm:
Johann Sebastian Bach:
Eingang Philharmonie Berlin
Nun komm der Heiden Heiland BWV 61
Konzert für Violine und Oboe BWV 1060
Schwingt freudig euch empor BWV 36
Wachet! Betet! BWV 70
Als Zugabe: (Eingangs-Choral) „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ BWV 140
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Mit einer Verspätung von 10 Minuten kam unser ICE aus dem Kulturgebiet Ruhr2010 in Bielefeld um 08:50 Uhr an. Voll gepfropft mit Computer Freaks an ihrem Laptop und bimmelnden Handys erreichten wir nach einer problemlosen Anfahrt um ca. 11:30 Uhr unser Reiseziel Berlin-HBF. Die Orientierung zu unserem Hotel war in diesem riesigen HBF-Neubau nicht ganz einfach, aber erprobte Gardiner-Reise-Fans wissen auch mit solchen Situationen umzugehen. Quartier bezogen wir in einem sehr günstigen Mercure-Hotel – (die Buchung erfolgte schon im September) – unweit des Potsdamer Platzes. Hier fühlten wir uns heimisch und geborgen . Unser erster Tripp folgte zu Fuß vom Hotel über den Potsdamer Platz zur Philharmonie Berlin, ein Foto von dem „Scharoun-Gebäude“ sollte unbedingt für den Blog bei Tageslicht erfolgen und erreichten unser Ziel nach Einnahme eines Glühweines auf dem Weihnachtsmarkt an den Potsdamer-Platz-Accarden.
Weihnachtsmarkt am Potsdamer Platz Berlin im Hintergrund "Sony-Center"
Gegen Früh-Abend wollten wir unbedingt noch etwas Warmes in unseren Magen bekommen und stapften tapfer bei der Hundskälte Richtung Sony-Center. Wie es so schön der Zufall wollte, trafen wir dort auf „@Iris und @Karl-Heinz“ und konnten gemeinsam unser Essen in dem Brauhaus Lindenbräu dort in einer gemütlichen Runde einnehmen.
Der anschließende gemeinsame Fußmarsch Richtung Philharmonie war ein Katzensprung von nicht ganz 10 Minuten und kamen dort eine halbe Stunde vor Konzertbeginn durchfrohren an und konnten uns in dem riesigen aber warmen Foyer entsprechend aufwärmen. Wunderbar, dass der kurzfristig angesagte Konzert-Besuch von @Wolfgang, mit seiner Tochter @Constanze, klappte, in trauter Runde fieberten wir nun dem Konzert entgegen. In der riesigen profanen Philharmonie war es nicht ganz einfach, die Ränge – Links und Rechts – auseinanderhalten zu können, die Beschilderung ist nicht sehr ergiebig und sollte eine eindeutigere Aussageform besitzen.
Nun war es soweit, unser erster Besuch des Karajan-Rattle-Musentempel zu bestaunen und Sir Gardiner einmal mit Kantaten – nicht in einer Kirche – sondern in den heiligen Hallen der Philharmonie beiwohnen zu können, damit ging endlich ein langgehegter Traum in Erfüllung.
Unsere eingenommenen Plätze erwiesen sich bis zu Pause als nicht ganz glücklich gewählt, mit dem erklingen der 1. Advents-Kantate:
BWV 61 „Nun komm der Heiden Heiland“
kam das grazile und beim hauchzarten Singen vom Monteverdi Choir und English Baroque Soloists nur sehr bedingt hörbar an, die sehr große Entfernung zur Mitte des riesigen Raumes war ein großer Nachteil und mussten sehr genau hinhören, um akustisch alles mitzubekommen. Hier haben wir doch sehr den Kirchen-Hall vermisst, es klang ein wenig trocken und man fühlte sich nicht unbedingt mit eingebunden. Besser wurde es nach der Pause, wir wechselten in freie Plätze über näher am Ring des Geschehens gelegen und wurden dann total entschädigt, da erlebten wir dann hautnah das Orchester, den Chor und die Gesangs-Solisten vom Feinsten, konnten John Eliot mit seiner unnachahmlichen Art einmal wieder aus allernächster Nähe bewundern und die Akustik war perfekt.
Bass - Jonathan Sells - in der Philharmonie Berlin
Die Kantate BWV 61 „Nun komm der Heiden Heiland“ komponierte Bach zu seiner Weimarer Zeit zum 1. Advent 1714. Herausgreifen möchte ich aus dieser Kantate Satz 4 mit dem Bass-Rezitativ: „Siehe ich stehe vor der Tür und klopfe an.“ Wunderbar, wie Gardiner sein Orchester auf dieses Anklopfen einstellt, die Pizzicato-Akkorde der Instrumente als ein Symbol des Anklopfens und Verharren, ob die Tür aufgetan wird, war traumhaft gelungen, ein großartiger Bassist: Jonathan Sells, sang Raumfüllend sein Anklopf-Rezitativ in einer bewundernswerten und überzeugenden Art. Hier wächst wieder ein Bass-Solist heran, dem in Zukunft eine großartige Karriere vorausgesagt werden kann. In der Statur erinnert er mich ein wenig an den SDG-Tenor: Mark Padmore..!!
Wie bereits im Vorfeld seiner Konzert-Programme für 2010 angekündigt, möchte Sir Gardiner einmal den Oboisten in seinem Orchester „Prof. Michael Niesemann“ mit Solo-Instrumentalwerke von
Prof. Michael Niesemann - Oboe - in der Philharmonie Berlin
J.S. Bach besonders herausstellen. Bereits beim Bach-Fest 2010 in Köthen wurde dies bereits so glänzend umgesetzt. Nun wieder ein Highlight in der Philharmonie Berlin für „Michael Niesemann“ und für die 1. Geigerin: „Kati Debretzeni“ mit dem
„Konzert für Oboe und Violine, Streicher & Continuo c-Moll“ BWV 1060.
Dieses Werk entstand um 1719 in Köthen und Bach transkribierte dieses Konzert zwischen 1730-1733 in Leipzig für zwei Cembali, Streicher und Continuo. Nach den Aussagen seines Sohnes Carl Philipp Emanuel Bach soll J.S. Bach die Violine gespielt haben sein Spiel war rein und durchdringend. Es entspricht einer Konzertform Vivaldis und hat einen beschwingten und dynamischen Inhalts-Stil, der von dem Oboisten Michael Niesemann und Kati Debretzeni zu einer großartigen Interpretation führte. Man mag fast urteilen, dass die Violinistin in ihrem Spiel im künstlerischen Ausdruck und mit der Geige einen so warmherzigen Ton erzeugt, was in der Vergangenheit so nicht zu beobachten war. Der künstlerische Leiter des Abends erwies sich als ein wahrer Kavalier und
Kati Debretzeni - 1.Violine (Konzertmeisterin von EBS)
blätterte ihr die Notenseiten um. Michael Niesemann ist ein Top-Oboist und entwickelte mit Kati eine Spielfreude, die das Publikum in seinen Bann zog, Herr Bach hätte seine hellste Freude an den beiden Künstlern gehabt. Frenetischer Applaus, der Scharoun-Bau bebte, bezeugte, dass ein grandioses Virtuosen-Paar ein Werk so bezaubernd und brillant umzusetzen weiss. Das war Können auf allerhöchstem Niveau..!!
Nach diesem nicht adventlichen-Zwischenspiel erklang die Kantate:
„Schwingt freudig euch empor“ BWV 36.
Diese Kantate wurde von J.S. Bach am 2. Dezember 1731 in Leipzig aufgeführt. Nach einer kürzeren Erstfassung als Kirchen-Kantate entstand wahrscheinlich mit Hilfe Picanders die heute geläufige zweiteilige Advents-Kantaten-Fassung, die mit einer tiefgreifenden Veränderung die Ankunft Jesu feiert. Der Evangelien-Text zum 1. Advent schildert nach Matthäus 21, 1-9 den Einzug Jesu in Jerusalem. Diese Kantate besitzt eine gewisse Ausnahmestellung. Anstelle von Rezitativen hat Bach in dieser Kantate solistische Choralbearbeitungen vorgenommen.
Ein Juwel besitzt diese Kantate in Teil zwei in Satz sieben mit der Sopran-Arie: „Auch mit gedämpften, schwachen Stimmen wird Gottes Majestät verehrt.“
In dieser verhalten gesungenen Sopran-Arie mit einer konzertierenden Geige zur Unterstützung wird im Mittelteil eine Echowirkung zwischen der Sängerin und Instrument erzeugt und als Bezeugung „Gottes Majestät“ verehrt. Das gelingt so herzzerreissend schön, das die Besucher faszinierend dies als einen wundersamen Glücksmoment erfassen, das ist wieder eine so unbeschreibliche Musik von Bach, die einem das Herz vor Glück zerspringen lässt. Die Sopranistin – Zoe Brown (der Name ist mir leider nicht bekannt, als Sängerinnen war „Zoe Brown“ oder „Katy Hill“ benannt worden, Danke an Jonny Sells für seine Rückmeldung und Klarstellung) – aus dem Monteverdi Choir zelebrierte diese Sopran-Arie auf wunderbarster Weise, ein Engels-Gesang pur, danke für diesen wunderbaren Glücksmoment, der uns voll getroffen hat…!!
Zu bewundern ist bei den Gesangs-Solisten vom Monteverdi Choir, dass alle Gesangs-Vorträge ohne eine Partitur vorgetragen wurden, das ist schon erstklassig zu nennen und als sehr nachahmenswert empfohlen, das sieht man sonst sehr sehr selten, aber diese Könner haben das verinnerlicht und besitzen das exzellente Format dafür. Wenn ich schon einmal bei den Lobpreisungen angelangt bin, möchte ich aber auch ein wenig verhaltende Kritik ausüben. Es ist bekannt, dass Sir Gardiner dem Nachwuchs eine Chance zum Singen und Weiterbildung anbietet. Aber, das stimmliche Volumen für so eine riesige Konzerthalle ist teilweise nicht vorhanden und lässt doch einige Wünsche aufkommen, diese solistischen Gesangsbeiträge von exzellenteren Sänger/innen vortragen zu lassen, die im Stimmvolumen dieses Manko nicht besitzen.
Nach diesen aufgeführten Werken wurde die Pause eingeläutet und unser Platzwechsel Richtung Ring-Mitte vorgenommen, diese neuen unbesetzten Plätze hatten wir uns während der Aufführung schon ins Visier genommen und sind voll dafür entschädigt worden, nah am Geschehen und eine exzellente Akustik – zum Genießen schön.
Nach der Pause:
Kantate: „Wachet! betet! betet! wachet!“ BWV 70
Trompete - Neil Brough
Diese Kantate komponierte J.S. Bach in Weimar, wo sie im Dezember 1716, für den 2. Advents-Sonntag bestimmt, aufgeführt wurde. In Leipzig ordnete Bach diese Kantate dem 26. Sonntag nach Trinitatis zu, wo sie erstmals am 21. November 1723 erklang. Die nunmehr zweiteilige Kantate handelt vom Ende der Welt und der Erwartung der Wiederkunft Christi. Nach einer Sinfonia und dem Eingangschor „Wachet! Betet“ rüttelt ein Bass-Accompagnato – (Accompagnato = ital. begleitet) – mit Trompete, Oboe, Streichern und Bc die verstockten Sünder wach.
Auf diese herrliche Kantate hatten wir uns so sehr gefreut, da ein Trompetenpart einfach das Salz in der Suppe ist. Der fantastisch blasende Neil Brough erwies sich wieder einmal als ein einsamer Könner in der Trompeten-Gilde, sein zurückhaltendes und dann wieder donnerndes Blasen war ein exzellenter Höhepunkt. In Satz zwei mit dem Bass-Rezitativ: „Erschrecket, ihr versotcketen Sünder“ wurde sein Trompeten-Part mit dem wunderbaren Gesang von Jonathan Sells zu einem weiteren Höhepunkt nach der Pause. Erstaunt ist der Besucher darüber, was für ein Potential der Monteverdi Choir an Neuankömmlingen besitzt. Jonathan Sells wirkte beim Bachfest 2010 in Leipzig bei der h-moll-Messe mit und war der Gesangs-Star – neben den uns unbekannten Sopranistinen „Zoe Brown“ oder „Katy Hill“ – des Konzertes. In drei Bass-Partien des BWV 70 konnte Jonathan Sells sein Können offenbaren und ist ein Juwel in der Gardiner-Sanges-Gilde..!! Diese zweiteilige Kantate besaß absolutes Weltklasse-Niveau in der Interpretation von Gardiner und den wunderbar anzuhörenden English Baroque Soloists, die Choräle waren ebenso ein Highlight, da ist der Monteverdi Choir in der Ausführungsform einmalig, wie Gardiner sie fordert, ermuntert, piano oder kraftvoll auftrumpfend das ist die Meisterhand des Magiers „Sir John Eliot Gardiner“ der dem Text und der Musik seine Deutung und Form verleiht, das ist Kunst in Vollendung,was er so unübertrefflich zu meistern versteht. Bei seinem Dirigier-Stil ist alles in Bewegung, wenn es das Werk fordert, den Oberkörper weit vorgestreckt, wiegend in den Hüften und mitsingend fordert er dem Orchester und Chor alles ab, einfach wunderbar dieser Bach-Papst, wie ihn ein Zeitungs-Rezensent einmal titulierte, dem ist so und wir hoffen alle inständig, dass er trotz seiner anstehenden Auszeit in 2011 uns weiterhin als der geniale Bach-Interpret erhalten bleibt.
„Soli Deo Gloria“
Auf YouTube
gibt es ein Video von Gardiner-EBS und dem Monteverdi Choir mit dem BWV 70 als Eingangs-Satz zum Genießen schön..!!
Sir J.E. Gardiner zufrieden mit den Bach-Kantaten und einem enthusiastischen Publikum
Nach dem Ende brauste jubelnder Applaus auf der nicht enden wollte, das war ergreifend schön und ein wichtiges Zeugnis für alle Aufführenden, dass die Besucher mit den Werkswiedergaben von J.S. Bach einen Traum-Abend erleben durften. Ein glücklicher und strahlender John Eliot genoss es sichtlich, dass er wieder einmal die Herzen der Besucher mit seinen Protagonisten voll berühren konnte. Seine Bescheidenheit ist zu rühmen, den Vortritt lässt er seinen Künstlern zukommen und hält sich bescheiden im Hintergrund auf und freut sich mit ihnen, wenn der tosende Beifall ihnen zugute kommt.
Aus Dankbarkeit für diese Beifallsbekundung, schnellte er an sein Pult und brachte wiederum eine Bach-Kantate zu Gehör, die mit ihrem grandiosen Eingangs-Satz so faszinierend und ergreifend ist. Er lies den Eingangssatz vom
BWV 140 „Wachet auf ruft uns die Stimme“
erklingen, das war ein würdiger und berauschender Abschluss für einen unvergessenen und mitreissenden Konzertabend.
Ein gefälliges Video vom Sir:
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Ein weiteres aktuelles Video mit Gardiner aus Frankreich vom 4. und 5.12.2010
Aus Anlass des 10-järigen Bestehens von SDG und der Bach-Cantata-Pilgrimage 2000 führten sie das Sonder-Konzert am 6. Dezember 2010 in der Philharmonie Berlin auf. Es ist mehr als unanständig anzusehen, dass aus diesem Anlass keine Moderation und Würdigung für dieses großartige Bach-Projekt im Jahre 2000 in der Philharmonie Berlin vorgenommen wurde.
Wir kleine Blog-Gemeinschaft aus Deutschland möchten Ihnen Sir Gardiner und ihren Mitwirkenden auf diesem Wege herzlich dafür danken, dass Sie dieses großartige Bach-Projekt im Kalenderjahr 2000 verwirklicht haben. Uns ist bewusst, welche unsägliche Schwierigkeiten zu bewältigen waren, finanzielle Gründe, Künstler-Verpflichtungen, Austausch von Orchester-Mitglieder, Reisestrapazen und Proben in unterschiedlichen Kirchen, das ist einmalig und gilt unsere volle Bewunderung. Ein herzliches Danke für ihre anschließenden großartigen Konzerte in den Folgejahren in Deutschland die uns beglückt und bereichert haben..!!
Ein historischer Dokumenten-Fund über Johann Sebastian Bach im Erzgebirge sorgt für Furore in der Internet-Welt. Erst erschien ein Artikel darüber in dem Herbst-Magazin 2010 vom Gewandhaus-Orchester in Leipzig und im Hörfunk berichtete der WDR3 in seinen Kultur-Nachrichten davon.
Ein bekannter Hobby-Forscher aus dem Gewandhaus-Orchester – Kontrabassist Eberhard Spree – hat sich mit dem Verzeichnis des Nachlasses von J.S. Bach beschäftigt.
+) Der Kontrabassist des Gewandhausorchesters war beim Lesen in einem 130 Jahre alten Buch auf den
Zechen-Foto mit Förderturm
Namen der Zeche St. Ursula in Kleinvoigtsberg bei Freiberg gestoßen, hatte ein wenig recherchiert und sich schließlich an den im gleichen Ort wohnenden Geologen Jens Kugler mit der Bitte um weitere Informationen gewandt.
Nach nicht einmal einem Monat dann der Treffer: Man habe in zwei Quartalsregistern wirklich den Eintrag »Johann Sebastian Bach, Capellmeister in Leipzig« gefunden, meldete sich der Geologe und erzählte, dass der Freiberger Archivleiter sehr begeistert sei. Bisher hatte nämlich noch niemand in den 140 000 Zechenregistern des Sächsischen Bergarchivs nach dem Namen des Thomaskantors geforscht.
Nun galt es, den ersten Eintrag Bachs in den Zechenregistern zu finden. Und tatsächlich: Im letzten Quartalsregister von 1746 war sein Name erst nachträglich eingefügt worden an einer Stelle, die eigentlich als leerer Zwischenraum gedacht war. Da er in den Registern unmittelbar davor nicht verzeichnet ist, schien nun festzustehen: Bach erwarb 1746 einen Anteil an dem Silberbergwerk.
Wer aber regte den Kantor zum Kuxkauf an? Hier müssen die Historiker spekulieren. Beim ersten Erwerb 1741 deutet sich eine Verbindung zu einem Leipziger Kaufmann an, beim Neuerwerb 1746 könnte der Freiberger Orgelbaumeister Gottfried Silbermann Pate gestanden haben………..
weiter zum spannenden Bericht und sensationellen Fund als „PDF des Herbst-Magazin 2010 vom Gewandhaus-Orchester Leipzig“ nachstehend:
Auslöser für diesen sensationellen Bericht war eine EMail von @Irisan mich übermittelt. @Iris, hab ganz herzlichen Dank für deinen Hinweis, ich habe es unter meinem Namen verfasst und weitere Recherchen zu diesem Thema vorgenommen und hoffe, dass Du damit einverstanden bist.
Herzliche Bach-Historie-Grüße und Bericht-Urheberin von
Ein in 2010 neu gegründeter DVD-Label aus Leipzig sorgt für Furore in der Klassikwelt und ich möchte eine sehr höchst bemerkenswerten DVD – Neuerscheinung von diesem Label in meinem Beitrag einmal vorstellen.
Gegründet im Jahr 2010 mit Sitz in Leipzig, ein Zentrum der klassischen Musik, produziert „Accentus Music“ hochkarätige Konzert-und Opernaufnahmen weltweit, sowie abendfüllende Dokumentarfilme und Porträts. Sowohl künstlerisch als auch technisch erfüllt Accentus Music den höchsten Erwartungen von Musikliebhabern auf der ganzen Welt.
Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung als Produzent und Regisseur hat Paul Smaczny mit der Produktionsfirma ACCENTUS Music nun auch das gleichnamige DVD-Label gegründet. Die Gründung von ACCENTUS Music DVD Labels geht mit einer weiteren Weltpremiere einher.
Vier fast vergessene Kantaten des ältesten J.S. Bach – Sohn „Wilhelm Friedemann Bach“ werden nun zu Ehren seines 300. Geburtstages erstmals auf DVD erhältlich sein.
Kantaten: W.F. Bach - Bachchor Mainz und das Münchner Barockorchester L'arpa festante
Genau zur 300. Wiederkehr des Geburtstags von W.F. Bach fand jetzt der erste klingende Kontakt mit Teilen der Hallenser Produktion des Friedemann Bach in der Seminarkirche des Bischöflichen Priesterseminars Mainz statt.
Ein Konzert, das besonderen Rang hatte, sind doch die vier Kantaten, die vom Bachchor Mainz unter Ralf Otto zu Gehör gebracht wurden, erst vor zehn Jahren in Kiew entdeckt worden.
Auszüge aus der Rezension der FAZ:
„Originalgenie“ und Tradition – Frankfurter Allgemeine Zeitung von Guido Holze, vom 4.06.2010 – Kantaten – „Wilhelm Friedemann Bach“ in Mainz –
+) Charakterlich ist Wilhelm Friedemann Bach seinem Vater, von dem er sich zeitlebens überschattet gefühlt haben muss, in mancher Hinsicht ähnlich gewesen. Als „unbequemer, widerborstiger Zeitgenosse“ geriet auch er in Konflikt mit seinen Vorgesetzten in einem Amt, das dem des Leipziger Thomaskantors durchaus ähnelte. Der 1710 geborene, älteste Sohn des berühmten Bach zog die letzte Konsequenz und kündigte die angesehene Stelle als Hallenser Musikdirektor und Organist nach 18 Jahren 1764, um als einer der Künstler der Musikgeschichte sein Glück als freischaffender, reisender Virtuose zu suchen. „Alt, ausgelaugt, arm und verbittert“ ließ er sich schließlich 1774 in Berlin nieder, schilderte der Bach-Forscher Peter Wollny vom Bach-Archiv Leipzig jetzt zur Einführung in ein ungewöhnliches Konzert mit wiederentdeckten Hallenser Kantaten von Wilhelm Friedemann Bach.
Vertraglich war Wilhelm Friedemann, ähnlich wie sein Vater, zur regelmäßigen Aufführung von Kantaten verpflichtet. Das mussten nicht immer eigene Werke sein, doch hatte er offenbar den Ehrgeiz, wenigstens zu den hohen Festtagen selbst die Vokalmusik zu schreiben. So sind immerhin etwa 20 Kantaten aus seiner Hallenser Zeit erhalten, die jedoch in der Praxis nie als Repertoire erschlossen wurden. Erst zum 300. Geburtsjahr des Komponisten wurde nämlich jetzt eine Gesamtausgabe seiner Werke vorgelegt. Eine wichtige Grundlage dafür war die Wiederentdeckung eines verschollen geglaubten Notenarchivs durch den Bach-Forscher Christoph Wolff 1999 in Kiew.
+) Textauszüge der FAZ
DVD Wilhelm Friedemann Bach vier Kantaten-Werke - Bach-Chor Mainz veröffentlicht in 10_2010
Angaben zur DVD – Label: „ACCENTUS Music“ – Leipzig
DVD Kantaten von Wilhelm Friedemann Bach
aufgezeichnet mit dem Bach-Chor Mainz im Juni 2010.
DVD-Inhalt:
1.Kantate: Wohl dem, der den Herren fürchtet Fk 76
2.Kantate: .O Wunder, wer kann dies fassen Fk 92
3.Kantate: Ach, dass du den Himmel zerrissest Fk 93
4.Kantate: Gott fähret auf mit Jauchzen Fk 75
Mitwirkende:
Dorothee Mields, soprano
Gerhild Romberger, alto
Georg Poplutz, tenor
Klaus Mertens, bass
Bachchor Mainz
Orchester: L’arpa festante, München
Ralf Otto, conductor
Aufnahmeort: Augustinerkirche Mainz am 1. und 2. Juni 2010
Seine etwa zwanzig erhaltenen Hallenser Kantaten bilden ein bislang von der Praxis noch kaum erschlossenes Repertoire, das in vielfacher Hinsicht ohne Parallele dasteht. Als künstlerisch hochwertige Beiträge zur Geschichte der Kirchenkantate nach Johann Sebastian Bach bilden sie außerordentlich individuelle Versuche, die Leistungen des großen Lehrmeisters und Vorbilds aufzugreifen und eigenständig weiterzuentwickeln. Hierbei gelangte der Bach-Sohn zu Lösungen, die nichts von den formalen und stilistischen Schablonen vieler seiner Zeitgenossen aufweisen, sondern immer wieder aufs Neue nach Pathos und Anmut, Brillanz und Originalität, kunstreicher Mannigfaltigkeit und natürlicher Schlichtheit streben.
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CD - Bach-Chor Mainz - W.F. Bach - Kantaten Vol.1
Eine gleichartige Aufnahme gibt es vom SWR -Carus-Verlag. als CD (für 18,99 €)
CD-Inhalt: 1.Kantate: Wohl dem, der den Herren fürchtet Fk 76
2.Kantate: .O Wunder, wer kann dies fassen Fk 92
3.Kantate: Ach, dass du den Himmel zerrissest Fk 93
4.Kantate: Gott fähret auf mit Jauchzen Fk 75
Ausführende:
Bach-Chor Mainz,
Orchester: L’arpa festante, München
Ralf Otto, conductor
Dorothee Mields, soprano
Gerhild Romberger, alto
Georg Poplutz, tenor
Klaus Mertens, bass
Resume von mir zu den vier Kantaten von „Wilhelm Friedemann Bach“
Beim einsetzen der ersten Tackte verspürte ich sofort, hier bin ich zuhause, das ist Bach-Musik die ich so liebe. Unverkennbar sind bei W.F. Bach die Spuren seines Vaters: J.S. Bach wieder zu entdecken, umso erstaunlicher, dass bis auf die Einspielungen von Hermann Max – vor 10 Jahren – kein Interpret sich gefunden hat, diese wunderbaren Kantaten aus der Hallenser-Zeit von W.F. Bach zu veröffentlichen. Vergeblich schaut man in den Konzertankündigungen nach Werken von dem ältesten Sohn von J.S. Bach. In den Augen des Vaters war er sein Liebling und versprach sich eine große Zukunft von ihm, der das leider durch seinen Lebenswandel nur teilweise verwirklichen konnte. Die fruchtbarste Zeit war seine Anstellung von 1746-1764 als Musikdirektor und Organist an der Marienkirche in Halle a.d. Saale und wurde aus dem vorgenannten Grund als der „Hallesche Bach“ bezeichnet.
Ich liebe es, wenn ich eine DVD mit den Künstlern-Orchester-Sängern bildhaft vor Augen habe, hier fühle ich mich direkt mit eingebunden als Zuschauer und Hörer. Diese DVD vom DVD-Label: „ACCENTUS Music“ entspricht genau meinen persönlichen Vorgaben. Eine wunderbare Augustinerkirche, üppig ausgestattet mit Fresken, Deckengemäldern und einem herrlichen Altarraum geben diesen Bach-Kantaten den würdigen Rahmen. Die Bild und Tonqualität dieser DVD ist überwältigend und lässt keine Wünsche offen. Der Mainzer Bach-Chor besteht aus einer mittleren Besetzung und besitzen ein großartiges Format und können in gesanglicher und Wortverständlichkeit absolut überzeugen. Die Gesangs-Solisten sind Topp-Verpflichtungen, die überragende Sopranistin Dorothee Mields mit ihrer engelhaften Stimme ist ein Genuss, die Altistin Gerhild Romberger weiß ebenso zu überzeugen und dazu der Bassist: „Klaus Mertens“ – das ist ein Pfund, womit die Mainzer-Aufführung unwahrscheinlich punkten kann. W.F. Bach würde sich aus dem Grab erheben, wenn er seine Werke so innig und inbrünstig von den Mainzern vorgetragen, hören würde.
Schon die Eingangs-Kantate: „Wohl dem, der den Herren fürchtet“ ist ein Ohrwurm, herrlich das Gesangs-Duett für Sopran und Alt im 2. Satz: „Gottes süße Seelenlehre“ – hier stellt sich das berühmte Gänse-Hauterlebnis ein, dass ist Bach-Musik in Vollendung, untermalt mit Laute und Bc durch das vorzügliche Orchester: „L’arpa festante“. Das ist himmlische Musik, da ist der Genius W.F. Bach in den Fußstapfen seines Vaters angekommen. Diese Stelle steht bei mir auf „Da capo…“ Eine rhythmisch und tänzerische Chorpartie ist in diesem Werk enthalten, vortrefflich gelingt es dem Bach-Chor das umzusetzen.
Ich möchte nur noch eine Anmerkung zu einem weiteren Werk abgeben, – die Sinfonia in D-minor „Adagio & Fuge Fk 65 – grenzt an überirdische Musik, das geht unter die Haut und an das Gemüt der Wortlaut dieses Werkes könnte so treffend formuliert werden: „O Wunder, wer kann dieses fassen“ – siehe Kantate 2 auf der Einspielung. Hier verneige ich mein Haupt vor einem weiteren großartigen Bach-Komponisten, der mich in seinen Bann gezogen und begeistert hat.
Ja, was hätte Wilhelm Friedemann…!!
Hier möchte ich meinen Kommentar nicht weiter ausführen sondern bewundere seine Werke und sage danke für eine bewundernswerte Wiedergabe durch die Protagonisten aus Mainz, die es so glänzend verstanden haben mir W.F.B. so nahe gebracht zu haben.
Hörprobe nachstehend: Sinfonia in D-minor „Adagio & Fuge Fk 65 – (Die Klangqualität auf der DVD ist überzeugender)
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Zusatz-Tipps zum 300. Geburtstag von Wilhelm Friedemann Bach:
Fernsehen Arte:
Sonntag, 5. Dezember 2010 19:15 Uhr
ARTE – Konzert
Wilhelm-Friedemann Bach: Kantaten
Galakonzert aus Mainz
Wilhelm Friedemann Bach stand – zu Unrecht – lange im Schatten seines Vaters Johann Sebastian. Anlässlich seines 300. Geburtstags wurde im Juni 2010 in der Mainzer Augustinerkirche dem „Sturm- und Drang“-Komponisten zu Ehren ein Galakonzert veranstaltet, das ARTE mitgeschnitten hat und nun überträgt.
Arte 19:15 Uhr, 45 Min.
Zeitschrift: "ALTE MUSIK AKTUELL-TOCCATA" Ausgabe November-Dezember 2010
Vor Tagen bestellte ich bei jpc die Neuausgabe der Zeitschrift:
„ALTE MUSIK AKTUELL-TOCCATA“
Ausgabe November-Dezember 2010 – mit einem Interview mit Sir John Eliot Gardiner, das aus dem englischen ins deutsche übersetzt wurde. Dieses Interview ist Online nicht einsehbar sondern kann nur über den Erwerb beim Verlag:
Die Zeitschrift bekam ich heute per Post und bin von dem Interview restlos begeistert. Hier wird wirklich alles angesprochen, was den Gardiner-Freund so ungemein interessiert vom Werdegang des großen Dirigenten und seine Auffassungen zur modernen und historischen Aufführungspraxis, Aussagen zu J.S. Bach, Monteverdi Choir, The English Baroque Soloists, Orchestre Révolutionnaire et Romantique.
Wie muss sich ein Sänger-Chor in den Bachwerken artikulieren können, wie muss die Stimme sein, um seine Werke gesanglich umsetzen zu können, etc.
Das ist wirklich einmal ein inhaltlich fantastisches Interview, das sehr selten in dieser Form zu finden ist. Ich kann es allen Gardiner-Freunden nur sehr ans Herz legen, sich dieses Einzelheft bei – jpc – zu besorgen.
Wünsche inhaltsreichen Lese-Spass
Volker
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P.S.
Blog-Mitglieder bitte beim Administrator melden per EMail.
Leipzigs Kulturbürgermeister Michael Faber (parteilos) muss einen Teil seiner Kompetenzen an Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) abtreten. Dieser gab heute bekannt, dass Faber mit sofortiger Wirkung die Zuständigkeit für die städtischen Eigenbetriebe Gewandhaus, Oper, Centraltheater, Theater der Jungen Welt und Musikschule „Johann Sebastian Bach“ entzogen wird.
wer am November-Wochenende Langeweile verspürt, kann sich das neuste Interview mit Sir John Eliot Gardiner durchlesen. Leider steht nur ein Teil des Interviews zur Verfügung, da ein Login für das „BBC Musik-Magazin“ verlangt wird. Aber so manch Informatives ist auf der Einleitungs-Seite schon zu entdecken.
Die J.S. Bach-Stiftung St. Gallen-Schweiz findet immer mehr Anhägnger und Freunde in Deutschland und Europa. Das Ziel dieser J.S. Bach-Stiftung ist es, sämtliche Kirchen-Kantaten von J.S. Bach in den Live-Konzerten mitzuschneiden und auf DVD zu veröffentlichen. Ihre Würdigung bekommen sie zu Recht im neuen Heft des BACH MAGAZIN aus Leipzig
……und werden zum „Bachfest 2012“ nach Leipzig eingeladen..!!
Eine fantastische Gelegenheit – meine Schweizer Bachfreunde mit einem Besuch zu beehren..!!
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In der neusten Ausgabe vom BACH MAGAZIN Heft 16 ist ein mehrseitiger Artikel über die „J.S. Bach-Stiftung St. Gallen“ – Schweiz veröffentlicht worden.
Titel: „Vom Reiz der verspäteten Aneignung“
Innovatieve Konzepte einer Gesamtaufführung von Bach’s Vokalwerken in der Schweiz.
Text-Auszüge aus dem BACH MAGAZIN – Heft 16 –
erschienen im November 2010:
Bach und die Schweiz – erst vor wenigen Jahren erschien ein erster Sammelband dieses Namens und tatsächlich war diese Verbindung bis in die jüngste Vergangenheit hinein kaum ein Thema.
Anders als Felix Menselssohn Bartholdy hat Bach das Land nie besucht und über die Aktivitäten des Verlegers Hans Georg Nägeli – (bekannt geworden durch seine Aussagen zur h-Moll-Messe *) – in den Jahrzehnten nach 1800 hinaus spielte die Schweiz in der Rezeptionsgeschichte seiner Werke keine herausragende Rolle.
Artikel BACH MAGAZIN Leipzig über die J.S. Bach-Stiftung St.Gallen-Schweiz
Für die heutige Aufführungspraxis erweist sich diese „Verspätung“ jedoch in mancherlei Hinsicht als Vorteil: Neue Bach-Initativen sind zwischen Alpen und Oberrhein weniger belastet durch Traditionen und verfestigte Hörgewohnheiten; die unterdessen gewonnen Erfahrungen im Umgang mit barocken Spielweisen und historischen Instrumentarium können in umfassender Weise einbezogen werden.
BACH MAGAZIN: J.S. Bach-Stiftung St. Gallen-Schweiz in Aktion
Nicht zuletzt sorgen eine gewachsene lokale Alte-Musik-Szene sowie hervorragende Ausbildungs-Institutionen wie die „Schola Cantarum Basiliensis“ für die nötige Basis, um Aufführungen jener Qualität in Werk zu setzen, wie sie angesichts der Verfügbarkeit von Referenzeinspielungen mittlerweise unerlässlich ist…….
*) Zusatzinformation vom Verfasser!
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Das Bach Magazin ist erhältlich in ausgewählten Buch- und Musikalienhandlungen in ganz Deutschland und kann im Abonnement direkt beim Bach-Archiv bezogen werden
Rudolf Lutz (*1951) wurde 2006 zum künstlerischen Leiter der J. S. Bach-Stiftung St. Gallen berufen. Im Hinblick auf die geplante Gesamtaufführung von Bachs Vokalwerk hat Rudolf Lutz in Zusammenarbeit mit erfahrenen Musikern das Orchester «Schola Seconda Pratica» sowie ein ständiges Ensemble von Solisten und Chorsängern aufgebaut.
Rudolf Lutz ist Dozent für Improvisation an der Hochschule für Alte Musik «Schola Cantorum Basiliensis» und für Generalbass an der Hochschule für Musik Basel. Zudem unterrichtete er von 1998 – 2008 das Fach Oratoriumskunde an der Hochschule Zürich……
Weitere Angaben zur „J.S. Bach-Stiftung St. Gallen“ auf – YouTube –
Eingeplant habe ich einen Besuch eines Kantaten-Konzertes in Trogen-Schweiz (St. Gallen) für das Jahr 2011 und nun kommt diese fantastische Ankündigung, dass das sympathische Ensemble auch zum Bachfest 2012 in Leipzig erscheinen wird, das steigert die Vorfreude und begeistert mich, sie in Leipzig an historischer Bach-Stätte Wiedersehen zu können.
Ein interessantes Thema veröffentlicht die Zeitung:
BERLINER TAGESSPIEGEL
unter dem Titel:
Klassikmarkt Dabeisein ist alles
Wer mit klassischer Musik Geld verdienen will, veranstaltet seine Konzerte nicht in Berlin. Sondern in Hannover, Stuttgart und München. Oder, noch besser, in Bielefeld und Münster. Also dort, wo viele Menschen wohnen, die überdurchschnittlich verdienen, aber relativ wenige Möglichkeiten haben, ihr Geld für Kultur auszugeben.
In Berlin wird mit klassischer Musik nur Geld verdient, wenn es sich um große Events handelt, die Preise sind eingefroren und alle großen Künstler und Ensemble wollen unbedingt in Berlin auftreten.
Der BERLINER TAGESSPIEGEL schreibt dazu:
„Die Künstler sind so scharf darauf, ihre Biografie mit einem Auftritt in der Berliner Philharmonie schmücken zu können, dass sie sich fast gegenseitig das Messer in den Rücken rammen, um als erster dranzukommen“, erzählt Till Schoneberg. Mit der Konzertdirektion, die seinen Nachnamen trägt, bespielt er normalerweise zwei Inseln der Seligen: Münster und Bielefeld. Dort ist er etabliert, verdient gutes Geld. Im kommenden Jahr wird er 50 – und hat beschlossen, gerade jetzt ein Abenteuer anzufangen: „Wenn ich noch mal meinen Hut in den Ring werfe, dann in Berlin.“ Sein Credo, nur solche Orchester und Solisten zu präsentieren, die das in der jeweiligen Stadt übliche Niveau toppen, lässt sich in Berlin natürlich nicht realisieren. Denn auch für Schoneberg sind Rattles Philharmoniker die beste Klassiktruppe der Welt. Darum nähert er sich der Hauptstadt respektvoll, mit einer Kammermusik-Reihe.
– Zitat-Ende –
Der ganze Artikel kann unter dem nachstehenden Link nachgelesen werden:
Die Konzert-Agentur Schoneberg aus Münster setzt sehr erfolgreich das Konzept: „Neue Namen“ als Projekt um 18:30 Uhr in Bielefeld und Münster ein.
Gedacht ist die Sache für Büromenschen, die das Kurzkonzert als Einstieg für einen Ausgeh-Abend nutzen möchten.
Im kleinen Saal der Oetkerhalle lässt er sehr junge Nachwuchs-Künstler auftreten um ihnen die Gelegenheit zu geben, sich profilieren zu können für ihre zukünftige Künstler-Laufbahn.
Für Interessenten gebe ich den Link zur Agentur Schoneberg aus Münster mit seinen Konzert-Veranstaltungen in der Bielefelder Oetkerhalle nachstehend an:
Die neue Orgel der Hochschule für Musik Detmold ist am Dienstag, 5. Oktober 2010, in der Heilig Kreuz-Kirche in Detmold vorgestellt worden. Mit dem von der Berliner Orgelbauwerkstatt Karl Schuke gebauten Instrument besitzt die Hochschule nun eine der eindrucksvollsten Orgeln der Region. Nach der Einweihung der Sandtner-Orgel in der Kapelle des Palais im Jahr 2006 und der runderneuerten Klais-Orgel im Konzerthaus im Jahr 2009 erhält die Hochschule nun ihre dritte bedeutende Orgel.
Die Orgel ist mit ihren 62 Registern und mehr als 4.000 Pfeifen auf das Klangideal der deutschen und französischen Romantik gerichtet. Dazu gehört vor allem eine reiche Palette von charakteristischen 8’-Labialregistern, insbesondere im Schwellwerk, von zarten Farben und auch sehr leisen Registern. Ihre Disposition macht jedoch auch die Darstellung barocker Literatur möglich, die einen gravitätischen Klang benötigt, ebenso wie die Interpretation vorbarocker Kompositionen. Die stark ausgebauten Schwellwerke im II. und III. Manual besitzen für die Literatur der symphonischen französischen Orgelmusik des 19. und 20. Jahrhunderts alle notwendigen Zungenstimmen.
Sowohl für die Interpretation zeitgenössischer Orgelmusik als auch für Orgelimprovisation verfügt das neue Instrument über eine ganze Reihe von bautechnischen Besonderheiten, die in dieser Fülle kaum in einer anderen Orgel zu finden sind, darunter Mixtursetzer für alle Werke, eine Pizzicato-Koppel Hauptwerk / Pedal, eine additive und auslösende Tastenfessel, eine Pedalteilung für das gesamte Pedal (H-c) sowie eine zusätzliche Windabschwächung. Außerdem ist ein Midi-System (mit Replay) vorhanden sowie ein hochmodernes Setzersystem mit einer Ablagemöglichkeit nach Titeln. +)
für den Abschluss und den Höhepunkt der Orgelweihewoche ist eröffnet. Wenn Sie sich für diese außergewöhnliche Veranstaltung mit ca. 150 Ausführenden einen Sitzplatz reservieren wollen (nummerierte Plätze), sollten sollten Sie sich bald um eine Karte kümmern.
Karten für 20,- und 15,- Euro sind im Haus der Musik www.musikalienhandel.de
und auch im Pfarrbüro zu den normalen Öffnungszeiten erhältlich.
Auf dem Programm stehen mit der Orgelsinfonie von Camille Saint-Saens und der Toccata festiva von Samuel Barber zumindest 2 Werke, die in Detmold noch nie zu hören waren. Weitere Infos rund um die Orgel, die Festwoche und das 1. Detmolder OrgelTriduum finden Sie auch unter
Neubau Schuke-Orgel in Heilig Kreuz Detmold / Fotorechte: Heilig Kreuzgemeinde
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Orgelweihewoche 10. bis 17. Oktober 2010 in Heilig Kreuz Detmold
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Ein Favorit in der Orgelwoche:
Dienstag, 12.10.2010
Kath. Pfarrkirche Heilig Kreuz, 19:30 Uhr
Orgelkonzert
Sonderveranstaltung anlässlich der Festwoche zur Einweihung der Schuke-Orgel in Heilig Kreuz
Johann Sebastian Bach (1685-1750): Toccata und Fuge F-Dur BWV 540 – Gerhard Weinberger (Orgel) / Kleines Lob der Orgel I – Landessuperintendent i.R. Dr. h.c. Gerrit Noltensmeier / Franz Liszt (1811-1886): Fantasie und Fuge über den Choral „Ad nos, ad salutarem undam“ aus der Oper „Der Prophet“ von Giacomo Meyerbeer – Tomasz Adam Nowak (Orgel) / Kleines Lob der Orgel II – Landessuperintendent i.R. Dr. h.c. Gerrit Noltensmeier / Max Reger (1873-1916): Phantasie über den Choral
„Wie schön leucht‘ uns der Morgenstern“ op. 40/1 – Gerhard Weinberger (Orgel)
Eintritt frei
Artikel der LLZ-Detmold über die Weihe der Schuke-Orgel am 10.10.2010
Nach der Weihe der Paschen-Orgel in der Luther Kirche Detmold wird wieder die Orgellandschaft in OWL mit einem vorzüglichen Neubau der Schuke-Orgel in Heilig Kreuz eine Bereicherung finden..!!
Klassische Musik in einer Duisburger Straße erklingt im und an dem Fenster eines Hauses
Das ist eine ganz neue Seite in der Klassik-Szene um auf sich Aufmerksam zu machen und neues Klientel hinzugewinnen zu können. In der beruhigten St.- Johann Straße in Duisburg-Hochfeld musizierten am Samstag, 2.Oktober 2010 – 19 Streicher jeweils aus einem Fenster und spielten „Klassische Musik“ Laut Presseberichten sollen bis zu 500 Besucher das Klassik-Spektakel besucht haben.
15 Geiger und Bratscher in Konzertkleidung stehen in den Fenstern eines Wohnhauses und spielen klassische Musik, während die Cellistinnen und der Kontrabass vor dem Haus postiert sind und der Dirigent Norbert Killisch mitten auf der Straße den Takt schlägt.
Die Idee stammt von dem Intendanten Dr. Alfred Wendel von den Duisburger Philharmonikern. In der St.-Johann-Strasse und in der Saarbrücker Strasse in Duisburg-Hochfeld leben seit Beginn des Kulturhauptstadt-Jahres 26 neue Bewohner aus Deutschland, Österreich, Italien, Russland und Japan. Als Teil der Ausstellung „2-3 Straßen“ schreiben alle an einem gemeinsamen Text. Dieser wird, zusammen mit anderen während des Projekts entstandenen Texten, Anfang 2011 in einem Buch veröffentlicht. Zudem stoßen die neuen Bewohner kreative Projekte in ihrem Viertel an.
Zum Start in das Video klicken!
Natürlich sind viele Klassik-Fans erschienen die Konzerte in der Mercatorhalle Duisburg besuchen und aus den Nachbarstädten sind Musikfreunde angereist. Einige der Anwohner haben ihre erste Begegnung mit der Klassik.
Die „Europäische Kulturhauptstadt Ruhr 2010“ wartet wieder mit einer gelungenen Überraschung in der Klassik auf und beweisen zu Recht, dass im Ruhrgebiet helle Köpfe zu Hause sind und das Festival zu bereichern wissen.