ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 714 – Orgel-Choral: „Ach, Gott und Herr“
Mystisch italienisch
St-Bavokerk, Haarlem – Müller-Orgel
Von wem konnte Bach das kopiert haben?
Bach hat regelmäßig Stile und Formen aus der italienischen Musik in seinem Oeuvre verwendet. Doch der erste Satz von BWV 714 ist etwas Besonderes, wie praktisch nirgendwo sonst Bach diese rein italienische Orgelmusik schreibt. Als Organist Bart Jacobs bemerkt: Das ist definitiv der italienische Stil der Durezze e Legature, was buchstäblich „Härte und Suspensionen“ bedeutet. Hier schreibt Bach lange, anhaltende Notizen, löst Dissonanten auf und macht Platz für neue Dissonanten in einer Kette, die erst am Ende wirklich gelöst ist. In Italien begleitete diese Art von mystischer Musik oft die Erhebung: die Anzeige des Gastgebers während der Messe.
Es ist eher ähnlich wie GirolamoFrescobaldi, aber trägt eine noch stärkere Ähnlichkeit mit den Improvisationen der italienischen Kirchenorganisten. Man hört noch Organisten, die in diesem Stil heute in Italien improvisieren. Also, wem konnte Bach das abholen? Vielleicht indirekt vom italienischen Organisten und KomponistenVincenzo Albrici. Albrici arbeitete in Dresden und sogar an der St. Thomas-Kirche in Leipzig für ein Jahr im Jahre 1681, danach ging er nach Prag. Albricis Schüler Johann Kuhnau könnte auch in diesem italienischen Stil improvisiert haben. Ein italienischer Organist, den Bach vielleicht gehört hat, war Giovanni Alberto Ristori, der 1715 in Dresden ankam. Neben Zelenka und Heinichen war er für die Kirchenmusik am sächsischen Hof verantwortlich. Er war sicher ein ausgezeichneter Organist, als er 1733 einen vorübergehenden Termin als Kammerorganist erhielt.
Für den zweiten Satz dieser Chorale-Arrangement wählt Bach einen strengen Kanon. Es ist, als ob er sich durch seinen Ausflug in die italienische Mystik beunruhigte und ihn mit einer streng protestantischen Variation kontrastieren wollte.
BWV
714
Titel
Ach, Gott und Herr / Ach, Gott und Herr je Kanonismus
Die neue, futuristisch anmutende Rieger-Orgel in der Kasseler St. Martinskirchelädt zum Experimentieren und Staunen ein!
Eine neue Ära im Orgelbau hat begonnen.
Mit der Orgel verhalte es sich wie im wirklichen Leben: „Die größten Pfeifen stehen immer vorne“, scherzt Wendelin Eberle, seit 2003 Geschäftsführer der österreichischen Firma Rieger-Orgelbau. Besagte Pfeifen erstrecken sich über die ganze Westwand der Kirche. Zwar findet man derart in die Breite gestreckte Prospekte auch andernorts, etwa in der 2015 eröffneten Pariser Philharmonie, deren Orgel ebenfalls aus dem Hause Rieger stammt. In einem überschaubar großen Raum wie dem der Kirche St. Martin ist ein solch mächtiges Instrument mit über 5.700 Pfeifen jedoch eine absolute Ausnahmeerscheinung. Zum Vergleich: Die Konzertorgel der im Januar eröffneten Elbphilharmonie bringt es gerade mal auf 4.765 Pfeifen.
Dass diese große Anzahl an Klangkörpern nicht vorrangig der Lautstärke dient, sondern vor allem eine immense Klangfarbenvielfalt hervorbringt, demonstriert Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum am Spieltisch auf der Empore in der fast bis zum letzten Platz gefüllten Kirche. Neben dem immensen Arsenal an Streicher- und Bläserstimmen bietet das Instrument auch drei Harmonikastimmen, ein Glockenspiel, perkussive Effekte und eine weltenrückt singende „Voix celeste“. Besonders wichtig für die flexible Gestaltung des Orgelklangs sind die Obertöne, die durch sogenannte Aliquotregister hinzugeschaltet werden können, von denen die Martinsorgel besonders viele besitzt. Die kleinste der Pfeifen könnte man locker in einem Fingerhut verstauen: Sie misst gerade einmal acht Millimeter, die größte bringt es auf über neun Meter und versetzt mit ihrer tiefen 34-Hertz-Stimmung die Luft in mehr fühl- als hörbare Schwingungen.
„Wer meint, man könne diese Orgel jemals ganz begreifen – keine Chance. Hier hat man als Organist viele Jahre Entdeckerfreude“, schwärmt Maibaum und spielt damit auf die schier unerschöpflichen Möglichkeiten des Instruments an.
Ein Novum im Orgelbau sind nicht nur die in jeder Position elektronisch speicherbaren Registerzüge und die veränderbare Windstärke der einzelnen Systeme, sondern auch die vier in Vierteltönen spielbaren Register, die über das oberste der vier Manuale angesteuert werden können.
Hier hat der Organist – eine echte spieltechnische Herausforderung – 122 statt der üblichen 61 Tasten zur Verfügung. Vierteltöne werden in der zeitgenössischen Musik häufig verwendet – allerdings kaum in Orgelkompositionen – das könnte sich mit dem neuen musikalischen Flaggschiff in St. Martin nun ändern.
Schon lange ist St. Martin ein Podium für Neue Musik
Schon lange ist das Gotteshaus am Martinsplatz ein überregional bedeutsames Zentrum für „Neue Musik in der Kirche“, der hier seit über 40 Jahren ein gleichnamiges Festival gewidmet ist. Daher gab es schon vor 25 Jahren Überlegungen, die 1964 erbaute alte Orgel gegen ein neues Instrument auszutauschen, das neben der Pflege der musikalischen Tradition insbesondere den Ansprüchen zeitgenössischer Partituren entgegenkäme. 2012 war es endlich soweit: Die Firma Rieger-Orgelbau erhielt den Zuschlag. Nach einer fünfjährigen Planungsphase wurden die Einzelteile des Instruments von rund 40 Mitarbeitern in neun Monaten hergestellt. Weitere drei Monate benötigte das zehnköpfige Team für den technischen Aufbau in der Kirche, während die Intonation der Pfeifen fast ein halbes Jahr in Anspruch nahm.
Die neue Rieger-Orgel in der St. Martins-Kirche Kassel
Der große Zeit- und Arbeitsaufwand spiegelt sich im Preis wider: Stolze 2,5 Millionen Euro hat das Projekt verschlungen, erfahren die Besucher des „Orgelforums“ am Nachmittag, an dem Pfarrer Willi Temme, Kirchenmusikdirektor Eckhard Manz, Rieger-Orgelbau-Chef Wendelin Eberle und Kuratorin Susanne Pfeffer den „Weg zur neuen Orgel“ mit Fakten, Hintergrundinformationen und Kommentaren untermauern. Zur Hälfte wurden die Kosten des Instruments von der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck beglichen, 800.000 Euro stammen aus privaten Spenden, den Rest trägt die Kasseler Kirchengemeinde. Abgeschlossen ist das Großprojekt mithin noch nicht, denn die Hauptorgel mit ihren 86 Registern, vier schwellbaren Werken und zehn unabhängig voneinander steuerbaren Windsystemen soll im nächsten Jahr noch durch ein fahrbares Modul auf dem Boden des Kirchenschiffs ergänzt werden. Hierzu hofft man auf weitere 120.000 Euro, die über Pfeifenpatenschaften eingesammelt werden sollen.
Wehende Haare machen den „Atem” der Orgel sichtbar
Außerdem gibt es Überlegungen, die Südwand der Kirche zu durchbrechen und im Außenbereich eine Freiluftorgel nach dem Vorbild der berühmten „Heldenorgel“ der Festung Kufstein zu errichten, verrät Eberle nach dem Podiumsgespräch bei Kaffee und Kuchen auf dem sonnigen Kirchplatz.
Gar kein sonniges Gesicht macht Yngve Holen, der 1982 in Braunschweig geborene norwegisch-deutsche Künstler, der gemeinsam mit dem Architekten Ivar Heggheim für die Gestaltung des Instruments verantwortlich zeichnet. Seine Idee war es, vor den Pfeifenlabien über die gesamte Orgelbreite einen Vorhang aus langem Kunsthaar anzubringen. 71 programmgesteuerte Ventilatoren sollen daür sorgen, dass die dunkle ähne sich bewegt, um – abgestimmt auf das Spiel des Organisten – die Luftstöme, den Atem des Instruments sichtbar zu machen. Nur leider vergaß man bei der ersten Vorührung am fühen Nachmittag, die Ventilatoren einzuschalten.
Für das abendliche Eröffnungskonzert des achtwöchigen Orgelfestivals hat KMD Eckhard Manz ein klug austariertes Programm zusammengestellt. Es reicht von Bach, Liszt und Franck über Ligetis „Volumina” und Messiaens „Apparition de l’église éternelle” bis hin zu Uraufführungen von Christian Wolff und Sergeji Newski. Der Klangeindruck ist überwältigend. Neben der beeindruckenden Bandbreite an Registern, dem Spiel mit Obertönen, die zuweilen wie Schwärme silberner Glöckchen durch den Raum schwirren und den Vierteltonläufen, die den Eindruck eines nahtlosen Glissandos erwecken, überzeugt das Instrument vor allem durch sein ausgewogenes, unaufdringliches und sehr transparentes Klangbild. Besonders in J.S. Bachs „Passacaglia“staunt man über die transparente Auffächerung der einzelnen Stimmen, die in dem auf Wandbreite gestreckten Prospekt quasi wie in einem Orchester räumlich angeordnet sind
„Die Orgel hat viel Poesie und unendlich viele Farben. Wir wollen mit ihr nicht auftrumpfen, sondern verzaubern“, sagt Manz. Das gelingt schon an diesem ersten Abend. Und auch die Haare spielten diesmal mit.
Einen inhaltsreichen Artikel habe ich über die St. Martinskirche in Kassel verfasst.
Ein Textauszug:
Am 21. September 1732 reiste J.S. Bach mit Anna Magdalena nach Kassel. Nach der Orgelprüfung erfolgte am 28. September 1732 durch J.S. Bach das Einweihungskonzert in der St. Martins-Kirche.
Es erklang höchst-wahrscheinlich J.S. Bachs „Dorische Toccata und Fuge in d-moll“, BWV 538, ein ungemein virtuoses Stück aus seiner Weimarer Zeit.
Foto: Bach-Inschrift an der St. Martinskirche Kassel
Der zwölfjährige Erbprinz Friedrich von Hessen-Cassel schenkte Bach aus Begeisterung einen edelsteingeschmückten Ring, da er die Kunst der Füße Bachs bewunderte, die so beflügelt über die Pedale eilten, dass die wuchtigsten Klänge wie Blitz und Donner in den Ohren der Hörer widerhallten…….
Unterwegs in Thüringen – „Unterwegs auf der J.S. Bach Rad Erlebnisroute“- “Bach by Bike” – Filmbericht vom 5.8.2017
Film: Unterwegs auf dem Bach-Erlebnis-Radwanderweg in Thüringen! “Bach by Bike”
Hier wird J.S. Bach fast wieder lebendig. Radfahrer auf dem Bach-Erlebnis-Radwanderweg besuchen etwa seine Traukirche, treffen den jungen J.S. Bach und hören bei einer geführten Tour natürlich auch seine Musik.
Bach by Bike: Bildrechte: MDR – Steffi Peltzer – Büssow
Begleitet wird Steffi Peltzer-Büssow von zwei jungen Musikerinnen, die ihre beiden Leidenschaften – Bach und Radfahren – miteinander verbinden wollten. Sie fanden im „Bachland“ Mitteldeutschland jede Menge Radwege – aber keinen, auf dem man Bach mit dem Rad entdecken konnte. Also suchten sie sich Wege und dachten, dass vielleicht auch andere „Bach by bike“ entdecken wollen. Seitdem führen sie Radel- und Musikbegeisterte zu Bach.
Was haben Wasserbüffel und Wildpferde mit Johann Sebastian Bach zu tun? Was ist eine Zister? Und was hat Vogelgezwitscher in einer Orgel zu suchen? Das sind nur einige Fragen, auf die Moderatorin Steffi Peltzer-Büssow Antworten findet.
Von Arnstadt über Wechmar, Luisenthal, Crawinkel und Ohrdruf bis nach Dornheim ist Steffi Peltzer-Büssow im Land der „Bache“ unterwegs, wie die Bachs auch genannt werden. Ein Rundweg, der für manche „Radlerwaden“ ganz schön anstrengend sein kann, für Geist und Seele aber entspannend und oft auch anregend.
Eine Homage an die Instrumentenbauer aus Crawinkel und an Bach. Mareike Neumann und Anna-Luise Oppelt musizieren vor ungewöhnlichem Publikum in der „Thüringeti“.
Die etwa 60 Kilometer Radweg bieten abwechslungsreiche Landschaften, sagenumwobene Burgen und einen Truppenübungsplatz als Exil für seltene Pflanzen und Tiere. Wer der Route folgt, kann die dramatische Geschichte von Schloss Ehrenstein in Ohrdruf entdecken, ein Bierdiplom in Luisenthal machen, tierische Landschaftspfleger in Crawinkel sehen und natürlich jede Menge Spuren von Bach finden. So darf Johann Sebastian Bachs Traukirche in Dornheim nicht auf der Entdeckungsreise fehlen. Wir besuchen außerdem die Orgel in der Arnstädter Bachkirche, an der seine Musikerkarriere begann, sowie das Haus seiner Vorfahren in Wechmar.
Nachstehend ist das Video (Filmbericht) vom 5.8.2017 zu sehen!
„Unterwegs auf dem Bach-Erlebnis-Radwanderweg in Thüringen!“ – “Bach by Bike”
ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 957 „Orgelfuge Fuge in G-Dur“ – „Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt“
Ein Geheimnis wird gelöst!
Nach 250 Jahren zeigt eine kurze Fuge für Cembalo ihre wahren Farben.
Orgel-Partitur: BWV 957 Fuge in G-Dur / „Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt“
Das ist nicht die einzige Arbeit von Bach ohne einen klaren Kontext. Es gibt Dutzende von ihnen, sicherlich im Orgelrepertoire. Jedoch, wenige Stücke unterzog sich einer so dramatischen Torsion wie diese. Ohne handschriftliche Quelle von Bach, „Machs mit mir Gott, nach deiner Güte“ wurde für viele Jahre als Fuge betrachtet. Es war sogar unentschieden, ob es eine Fuge für Cembalo oder Orgel war. Das ist bis zur Entdeckung in New York, 1985, der Neumeister-Sammlung, die eine extra lange Version von BWV 957 unter allen möglichen anderen bisher unbekannten Werken von Bach (und anderen Komponisten) enthielt.
Noch spannender ist, dass in dieser Quelle die Fuge nahtlos durch eine Einstellung des Chorals „Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt“ verfolgt wird. Die Experten versprachen es bald, sie zu verwirren und was wissen Sie – die Choralmelodie ist während der ganzen Arbeit präsent, obwohl sie im dekorativen Fugenthema gut verborgen ist. Obwohl die Augen in diesem Fall nützlicher sind als die Ohren, hören Sie genau auf jeden „schweren“ Beat der Bar. Das ist wirklich ein Choral. Es ist ein einzigartiges Stück – oder hat Bach mit dieser Technik mehr Fugen geschrieben?
In den Worten der von Bach arrangierten Hymne dachte Johann Schein (einer von Bachs Vorgängern in Leipzig) an das Ende des Lebens. Für uns scheint dies ein melancholisches Thema zu sein, aber für die barocken Gemeinden war der Tod eine Tür zum Himmel, die Sie mit Gott an Ihrer Seite zuversichtlich öffnen konnten. Fröhliche Musik war also sehr geeignet, sicherlich für eine Schlußlinie wie ‚Herr, in deine Händ‘, ist alles gut, wenn gut das Ende ‚.
Im Einklang mit dem unberührten Charakter des Schlüssels von F-Dur, hielt Bach dieses Präludium und Fuge relativ einfach. Es ist ein Schlüssel, der auch für Ursula Dütschler gut geeignet ist, weshalb sie diese beiden kurzen Stücke gewählt hat. Das Präludium ist wie ein leichtfüßiger Spaziergang durch eine Almwiese, sagt der Cembalist der Schweizer Herkunft, der übrigens schon lange in den Niederlanden lebt. Es ist eine geniale Reihe von Arpeggierungen, die sich in einer reibungslosen Bewegung abwechseln. Allerdings gibt es auch Spoilsports: die „dummen Triller“ sowohl in der linken als auch in der rechten Hand. Es ist eine große Herausforderung, sie zu spielen, während die fließende Bewegung in der anderen Hand fortfährt. Das gibt der Arbeit eine leichte Luft eines Übungsstückes, in dem Bach die motorischen und rhythmischen Fähigkeiten des Spielers prüft.
Das Präludium macht einen sehr natürlichen Übergang, in praktisch dem gleichen Tempo, zur dreiteiligen Fuge. Die Fuge ist durch die Skala Passagen, die wie die Arpeggierungen im Präludium sind nahtlos zusammengefasst gekennzeichnet. Aber Bach macht auch hier nichts Verrücktes. Der Bergspaziergang scheint weiter zu laufen, kaum von dem geraden Weg zu verlaufen, da er nicht weiter als d-moll und g-moll vorkommt. Und im Rahmen von F-Dur sind sie nicht das, was man abenteuerliche Modulationen nennen würde.
Es ist alles Teil der Herausforderung. Wenn – wie Bach – du in allen Schlüsseln schreiben willst, wirst du in einer historischen Stimmung irgendwann in Schwierigkeiten geraten. Gerade warum du das tun würdest, ist eine eher technische Geschichte, aber es lässt sich wie folgt zusammenfassen. Um nicht zu viele Kompromisse zu machen, klingen einige Tasten fast perfekt (die meisten verbreitet), viele Tasten klingen sehr angenehm (die harmonischen Exkursionen) und schließlich ein paar Tasten klingen wirklich scharf. Und Bach wusste das natürlich. Beim Erreichen von B-Moll (mit fünf Wohnungen einer der außergewöhnlichen Schlüssel) scheint er einen warmen, gedämpften und bezaubernden Ansatz gewählt zu haben – vielleicht, um die bösen „Fälschungen“ etwas zu erweichen.
„Trouble“ wurde in umgekehrte Kommas oben gesetzt, weil es genau das angespannte Tuning ist, das dieses Paar von Werken macht. In dieser Aufführung ist das Tempo des Präludiums also langsam, so dass Kris Verhelst den manchmal unerwarteten Wendungen viel Spielraum verleihen kann, vor allem für diejenigen, die sorgfältig darauf hinweisen, wie die begleitenden Akkorde konstruiert werden. Der schwankende Rhythmus schafft eine meditative Atmosphäre. Es folgt eine der strengsten Fugen im Wohltemperirte Clavier, zu einem Thema, das bis an die Grenze gedehnt wird. Trotz des großen Sprungs und der straffen Struktur – Bach folgt alle Regeln des frühen Renaissance-Stils – auch hier ist der Oberton eine milde. Hör einfach zu, wie er die Gegenstände so nebeneinander stellt, dass sie zusammenhängende Saiten von Noten zusammenstellen. Kurz vor dem Ende, Bach kertet die Spannung wieder, indem die fünf Teile das Thema noch einmal in rascher Folge spielen.
Das Komponieren von 48 Keyboardstücken in allen 24 Tasten war die Art von Herausforderung, die Bach genossen hat. In jedem der beiden Teile des Wohltemperirte Claviers brachte er das musikalische Paar Vorspiel und Fuge 24 Mal zusammen; Zwölf in kleineren Schlüsseln und zwölf im Dur. In den Präludien gab er seiner Phantasie freien Lauf und zeigte mathematische Touren in den Fugen. Im Gegensatz zu der eisernen Disziplin musste sich Bach auf seine Kirchenkompositionen anwenden, hier konnte er sich in die intellektuelle Spielerei verlassen, ohne sich um die Fristen zu kümmern.
Der erste Teil des Wohltemperirte Clavier stammt aus dem Jahr 1722, obwohl er einige Musik enthält, die in den vorangegangenen fünf Jahren geschrieben wurde. Es gibt weniger Klarheit über die Geschichte von Teil zwei. Bach kompilierte dieses zweite Manuskript nur um 1740, obwohl noch einmal einige der Präludien und Fugen es datiert aus einer viel früheren Periode. Bach beschrieb die Zielgruppe für diese Stücke von Stücken wie folgt: „Für die Erziehung des fleißigen musikalischen Jugendlichen und des Genusses.“ Für die Erziehung des fleißigen musikalischen Jugendlichen und des Genusses Von denen, die in diesem Material vertraut sind).
BWV
856
Titel
Präludium und Fuge in F-Dur
Beiname
Nein. 11 von Das Wohltemperierte Clavier I
ALL OF BACH veröffentlicht das Orgelwerk BWV 598 „Pedal-Exercitium“ (Fragment)
„Geflügelte Füße dringen in die Ohren der Zuhörer wie ein Blitz.“
Das „Wunder von Leipzig“ (Lipsiae miraculum), wurde von Constantin Bellermann auf den Organisten Johann Sebastian Bach verliehen. Bellermann war der Direktor einer Provinzschule und hatte Bach in einer Kronlektion in Kassel(St. Martins-Kirche) – vermutlich 1732 gehört. Er war eindeutig sehr beeindruckt und sagte: „Wenn dieser Mann so wählt, kann er nur seine Füße (Solo Pedum Ministerio) benutzen, während Seine Finger tun nichts oder tun etwas anderes, um wundersame, schnelle und aufregende Harmonien auf dem kirchlichen Orgel zu produzieren.
Dieses Pedalfragment, das von Bachs Sohn Carl Philipp Emanuel notiert wurde, über dem einer von Johann Sebastians Schülern Pedal Exercitium und „Bach“ in den 1730er Jahren schrieb, passt Bellermanns Beschreibung der Bach-Pedaltechnik perfekt an. Es ist ein Schauplatz von schnellen gebrochenen Akkorden, großen Sprüngen und unerwarteten chromatischen Noten. Eyewitness-Konten wie Bellermann’s auch deutlich machen, dass Vater Bach wirklich diese Art von Passage so schnell wie Blitz spielen könnte.
Zum Beispiel schreibt Bellermann über Bachs Besuch in Kassel, daß er so schnell über die Pedale rannte, daß seine Füße mit einer donnernden Klangfülle geflügelten und die Ohren der Zuhörer wie ein Blitzlicht durchdrangen, und daß er “ Wurde von Prince Frederick van Hessen bewundert. Der Fürst entfernte einen Juwelenring von seiner Hand auf der Stelle und gab ihn Bach. Wenn er das gerade mit der Geschwindigkeit seiner Füße verdient hätte, fragte sich Bellermann, was hätte der Fürst ihm gegeben, wenn auch Bach seine Hände benutzt hätte?
Wir wissen nicht genau, warum Bach dieses Fragment von 33 Takten geschrieben hat. Wie es in der Hand seines Sohnes Carl Philipp Emanuel überlebt hat, könnte es gut sein, dass es eine Übung war, die von Vater Bach für seinen Sohn entworfen wurde.
Konzert in der Kirche Bergkirchen-Bad Salzuflen am Sonntag 23. Juli 2017
Lippischer Orgelsommer in Bergkirchen
Am Sonntag, 23. Juli, ist um 16.30 Uhr der Lippische Orgelsommer in der Kirche zu Bergkirchen zu Gast.
An der Oestreich-Schuke-Orgel spielt die lettische Organistin Līga Auguste. Sie hat in Riga und Herford Orgel, Musiktheorie und Kirchenmusik studiert. Im Moment studiert sie an der Kirchenmusikhochschule Herford das Fach künstlerisches Orgelspiel auf Konzertexamen. Sie ist Kantorin des Kirchenkreises Vlotho und der St. Stephans-Kirchengemeinde in Vlotho.
Auf dem Programm stehen von Johann Sebastian Bach die Sinfonia aus der Kantate
„Wir danken dir”BWV 29 und die Triosonate G-Dur BWV 530.
Vom norddeutschen barocken Komponisten Matthias Weckmann ist die Choralfantasie über Luthers Lied „Nun freut euch, lieben Christen gmein” zu hören und von den beiden französischen Romantikern Louis Vierne und Gabriel Fauré „Clair de lune“ aus „Piéces de Fantasie” und die Pavane op. 50 von Fauré.
Werke aus dem Bereich der deutschen Romantik kommen von Josef Rheinberger mit 2. Sätzen aus der 20. Orgelsonate F-Dur op. 196 und
mit der Fuge über BACH op. 60, Nr. 2 von Robert Schumannzur Aufführung!
Anstelle von Eintrittskarten wird eine Kollekte gesammelt. Bei diesem Konzert und den nachfolgenden Mondscheinkonzerten bieten wir keine Reservierungen an.
Ab 15 Uhr finden Führungen zur Kirche statt. Ebenfalls ab 15 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen
Die Organistin und Kirchenmusikerin Līga Auguste kam über die Musiktheorie und die Orgel zur Kirchenmusik. Sie studierte zunächst an der Akademie der evangelisch-lutherischen Kirche Lettlands und an der Nationalen Musikakademie Jāzeps Vītols in Rīga.
Derzeit bildet sie sich an der Hochschule für Kirchenmusik Herford fort (Studiengang Künstlerisches Orgelspiel bei KMD Wolfgang Lüschen), wo sie bereits einen Masterabschluss erworben hat. Sie ist hauptamtliche Kirchenmusikerin der ev.-luth. St. Stephans-Kirchengemeinde in Vlotho.
Dieses Stück erinnert an Bachs Matthäus- und Johannes Passion. In einem wunderbaren Dialog sagt Jesus, dass er nach Jerusalem geht. Die Seele (ein Alt) versucht ihn zu warnen: Sei vorsichtig, dein Kreuz wartet dort auf dich! Die Hauptthemen der Unterwerfung und des Leidens sind emotionale. Alto Alex Potter meint, dass ein solches Duett in Leipzig als ein Schock der Gemeinde ankommen muss. Die Idee von Bach als frommer Vater der Kirchenmusik entstand im neunzehnten Jahrhundert. Aber in Bachs Tagen waren gesungene Dialoge hauptsächlich mit der Oper verbunden, und sie hätten den frommen Verehrern unangenehm erschienen.
Die Kantate wurde für den letzten Sonntag vor der Fastenzeit geschrieben. In der letzten Arie singt der Bass „Es ist vollbracht“. Alex Potter: „Natürlich ist das kein tragisches Ende, da die Kreuzigung die Vollendung des Planes Gottes markiert. Hören Sie auf die Saiten, die eine Art Hallo-Effekt bilden wie der, den Christus in der Matthäus-Passion hatte, aber verloren, als er am Kreuz war. Jetzt ist der Heiligenschein zurückgekehrt, da Jesus über den Tod triumphiert und die Rettung gebracht hat.
Vier Solisten
Wir führen diese Kantate mit nur vier Sängern. Sie alle haben Solos, und das Stück schließt mit einem endgültigen Choral gesungen. In einigen Aufführungen kommen zusätzliche Sänger mit einem vierteiligen Finale zusammen und schaffen einen kleinen Chor. Wir wissen nicht, was Bach selbst tat, da es keinen Hinweis darauf gibt, wie viele Sänger er benutzen wollte.
In dieser Aufführung haben wir uns für vier Solisten entschieden. Das macht die Linien ausdrucksvoller und man hört mehr Details. Für einen zwei- oder dreiteiligen Teil in Bachs Musik würde niemand daran denken, mehr Stimmen für jeden Teil zu verwenden. Aber wenn es vier Teile gibt, dann muss es plötzlich ein Chor werden. Ich denke, dass die Entscheidung, nur vier Sänger zu benutzen, für eine Kantate so gut gerechtfertigt ist, die nicht viele Instrumente beinhaltet „, sagt der künstlerischerische Leiter und Dirigent Jos van Veldhoven.
Lage und Orgel
Diese Aufnahme wurde in der Wallonischen Kirche im Herzen von Amsterdam gemacht. Nicht nur die Kirche hat eine gute Akustik, es ist auch ein Wallfahrtsort für Organisten wegen ihrer Müller-Orgel von 1739.
Organist Leo van Doeselaar: „Dies ist eines der schönsten kleinen Barock-Orgeln in den Niederlanden. Gustav Leonhardt war der Organist an der Wallonischen Kirche von 1959 bis 1982. Er hatte die Orgel in den ursprünglichen Zustand schon in den 60er Jahren wiederhergestellt. Es ist eine echte Pionier-Orgel „. Für diese Aufführung verwenden wir diese „große“ Orgel. Eine Kastenorgel ist ein Anachronismus, der in Bachs Tag nie benutzt wurde.
„In Bachs Kirchenmusik spielte die große Kirchenorgel immer die Continuo-Parts. Grundsätzlich hatte es die gleiche weiche Anmeldung wie eine Kastenorgel, aber die viel breiteren skalierten Pfeifen der Kirchenorgel bilden einen bedeutungsvolleren Bestandteil des Timbre eines barocken Ensembles. Für Choräle und Chöre der Barockzeit wurden stärkere Register benutzt und die Bassline auf dem Pedal gespielt, mit einem 16-Fuß-Kontrabassregister. Die Tatsache, dass es noch nie so getan wurde, ist eigentlich eine der unbeabsichtigten Verfälschungen des historischen Klangansatzes „, sagt Organist Leo van Doeselaar.
BWV
159
Titel
„Sehet, wir gehn hinauf gen Jerusalem“
Genre
Kantate
Jahr
1729
Stadt
Leipzig
Texter
Christian Friedrich Henrici (alias Picander)
Gelegenheit
Sonntag Quinquagesima (der letzte Sonntag vor der Fastenzeit)
Uraufführung
27. Februar 1729
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Veröffentlichungs-Datum der Aufnahme: 14. Juli 2017
ALL OF BACH veröffentlicht den Orgel-Choral – BWV 739 „Wie schön leuchtet der Morgenstern“
„Gefüllt mit Optimismus, lässt Bach die Orgel in den höheren Regionen erfreuen.“
‚Schön‘, ’süsse‘, ‚lieblich‘, ‚freundlich‘, ‚herrlich‘, ‚grob‘, ‚ehrlich‘, ‚reich‘, ‚hoch‘ und ‚prächtig‘. Das sind die Worte, die über den Morgenstern im Titel dieser Choräle arrangiert wurden. Dieser Morgenstern bezieht sich gewöhnlich auf die Venus, den Planeten, der kurz vor der Morgendämmerung hell in den Himmel leuchtet. Hier ist natürlich der Morgenstern Jesus Christus.
Die wunderschönen, optimistischen Worte sind hervorragend von der Musik abgestimmt, in der sich die Orgel von Anfang bis Ende in den höheren Regionen freut. Es ist so weit, daß es schwer ist, die ursprüngliche Melodie zu erkennen, die zuerst in langen Tönen im oberen Teil und dann im Pedal erscheint. Nach etwa fünf Minuten ist diese Anordnung auf der langen Seite für ein chorales Präludium, das zu viel Spekulationen geführt hat, worum es bestimmt war. Angesichts der verschiedenen variantenartigen und eigenständigen Dekorationen, die einander folgen, könnte man das eine „freie“ Choralphantasie im Stil von Buxtehude und seinen Zeitgenossen nennen.
Die Papieranalyse hat gezeigt, dass das Stück zwischen 1703 und 1709 notiert worden sein muss. Die Partitur ist das älteste überlebende Manuskript von Bach. Es ist leicht, den geistigen Sprung von diesem Manuskript zu Bachs berühmter Reise nach Norddeutschland im Jahre 1705 zu machen, um den berühmten Organisten Dietrich Buxtehude zu hören. Vielleicht wollte er dieses Stück dem großen Meister zeigen, oder vielleicht ist es eine Komposition, die die Inspiration des jungen Bachs in Lübeck ausdrückt. Es ist klar, dass er auch hier alle seine Beispiele übertroffen hat. „Der jugendliche Überschwang“, schreibt Bach-Biograph Christoph Wolff, „grenzt an Übertreibung hier und da“. Die üppige „Coda“ in den letzten Takten wäre vor allem mit vielen Hörern nicht gut gegangen. Auf jeden Fall war Bach stolz auf diese Choralphantasie, von der er immer eine ordentliche Kopie hielt.
Besondere Hinweise Das Arrangement ist eine der Gruppen von ein paar Dutzend verstreuten Orgelchoranden von Bach, die nicht auf ein Erstellungsdatum oder eine Gelegenheit zurückverfolgt werden können.
Wie Bach eine bekannte Hymne zu einem irdischen Fest macht.
Zu singen oder nicht zu singen? Das ist eine der Schlüsselfragen der Orgelversion der Hymne „Allein Gott in der Höh sei Ehr.“ Dieser Choral war eine wichtige Hymne, die von der ganzen Gemeinde im lutherischen Gottesdienst gesungen wurde. Wie bei allen Chorälen ist die Melodie leicht zu singen und sich zu erinnern. Eine so genannte Kirchenhymne konnte von dem Organisten begleitet werden, der die Melodie harmonisierte und oft eine kurze Instrumentalbrücke zwischen den aufeinanderfolgenden Linien des Chorals spielte – genau wie in BWV 715.
In der Regel, Chorale Arrangements, wo die Gemeinde singt zusammen mit der Melodie nutzen Akkorde, die für den Schlüssel dieser Melodie offensichtlich sind. Doch Bach wäre nicht Bach, wenn er die Musik mit harmonischem Gewürz hier und da nicht bestreut hätte, auch in solchen Fällen. Der Musiktheoretiker Athanasius Kircher traf die Marke, als er schrieb, dass diese Variante leckere Musik sorgt: Schließlich wollen wir nicht immer das gleiche Essen essen.
Aber BWV 715 scheint das musikalische Äquivalent eines irdischen Festes zu sein! Die Melodie ist immer noch die von „Allein Gott in der Höh sei Ehr,“ aber unter fast jeder Note gibt es einen unerwarteten, komplexen Akkord. War es noch die Idee, dazu zu singen? Einige Experten haben ihre Zweifel. Aber wenn du irgendwann allein in der Höh sei Ehr singe (und vermutlich kein musikalischer Experte überhaupt), dann kannst du einfach nur laut und klar über alles singen. Wenn du allein zu Hause bist, drehe die Lautstärke auf und versuche es.
ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 232 – Messe h-moll
J.S. Bachs Testament
J.S. Bachs „Messe in h-moll“ BWV 232 – könnte als ein großes Konzert Grosso angesehen werden.
Grote Kerk in Naarden (Holland) bei aufgehender Sonne!
Erhabene, extreme und allumfassende … nur Superlative werden tun, um Bachs Messe in h-Moll zu beschreiben. Zwischen einem beeindruckenden Kyrie und dem jubelnden Finale Dona nobis pacem gibt es neun völlig einzigartige Arien und Duette, vierzehn beeindruckende Ensemble-Sektionen für vier, fünf, sechs und sogar acht Stimmen, ein breites Spektrum an Instrumentalsolos und eine unglaubliche Vielfalt Von Stilen Unsere Bewunderung ist gerechtfertigt: Es war mit gutem Grund, dass im Jahre 1748-49 Bach einige der Highlights seiner langen Karriere zusammenbrachte. Die Messe enthält sogar Bachs sehr letzte Seiten der Vokalmusik, die „Et incarnatus est“, direkt neben dem „Crucifixus“, eine schlaues Arrangement aus einer seiner frühesten Kantaten, die 1714 komponiert wurde.
Ein magnum opus
Es gab viel Spekulation über die Frage, warum Bach eine Messe am Ende seines Lebens zusammengestellt hat. Heutzutage wird die Messe in h-Moll allgemein als das Magnum-Opus seiner Vokalwerke angesehen; Gleichbedeutend mit anderen großen Projekten von Bach wie Die Kunst der Fuge und der Clavier-Übungen Serie. Bach hat sich für ein Odem der Messe entschieden, weil es ihm viel Freiheit gab. Es gibt viel Text und es ist nicht diktiert, welche Bewegungen vom Chor gesungen werden sollen und welche Arien es sein sollten. Weder gibt es Regeln über die Anzahl der Bewegungen. Darüber hinaus sind die Worte der Messe – anders als die der Kantaten – eher universell als ein Produkt ihrer Zeit.
Die Messe von 1733
Die Länge der Messe in h-Moll schließt es aus, dass es in einer Gesamtheit in einem Gottesdienst gesungen wird. Doch das bedeutet nicht, dass Bach seine Schöpfung nie wieder aufgenommen haben könnte. Es kann sein, dass es in Teilen über die Jahre aufgeführt wurde. Die meisten Forscher glauben jetzt, dass Bach seine Messe weitgehend aus der vorhandenen Musik zusammensetzte, die überwiegend aus den Kantaten stammte. Die Initiative für die komplette Messe stammt aus dem Jahre 1733, als Bach die Teile für eine Messe in h-Moll dem König August III in Dresden vorstellte. Es war der Beginn einer Reihe von fünf „lutherischen“ Messen, die nur die Kyrie und die Gloria enthielten, die alle in den 1730er Jahren entstanden sind. Während Bachs Text sich von der römisch-katholischen Liturgie etwas unterscheidet, war eine so beschränkte Einstellung der Messe am katholischen Hof von Dresden sehr verbreitet. Darüber hinaus eignet sich die Form sehr gut für den Brauch in Dresden (anstatt in Leipzig); Nämlich eine Messe wie im neapolitanischen Stil von Zelenka. Für die Aufführung konnte Bach das weltberühmte Hoforchester ordern, zu dem auch Stars wie der Violinist Pisendel, die Flötisten Buffardin und Quantz gehörten, und der Oboist Richter, der jeweils ein schönes Solo erhielt (bzw. Laudamus te, Domine Deus und Qui Sedes). Der Effekt muss großartig gewesen sein. Die Vielfalt der Stile ist auch bemerkenswert. Zum Beispiel folgt ein echtes barockes Opernduett, Christe eleison, dem zweiten Kyrie im starken Kontrapunkt.
Perfekte Proportionen
Bach kompilierte nur die letzten fünf Abschnitte der Messe, als er die ganze Arbeit in einer Partitur in 1748-49 notierte. Die Architektur des Credo ist auffallend. Im letzten Augenblick hat Bach sein ursprüngliches Format bewusst verändert, indem er den Et incarnatus est vom Duett Et in unum Dominum trennte und so neun Abschnitte produzierte. Im neuen Format werden die Kernelemente des Glaubens, d.h. die Geburt Jesu als Mensch, sein Tod und sein günstiger Aufstieg, jeden eigenen Mittelpunkt im Credo. Übrigens setzt Bach das Erwartungsfragment des Textes zweimal auf die Musik: zuerst dunkel und gepeinigt am Ende des Confiteors, als ob die Leiche in seinem Sarg für das, was kommen wird, und dann jubelnd, wenn die Auferstehung eine Tatsache ist. Bach entlehnte sich auch für die drei Sanctus-Abschnitte. Er verwendete einen Sanctus von 1724 (in extra festlichen lutherischen Diensten, dieser Text wurde gesondert gesungen, ohne Osanna und Benedictus), die Eröffnung der Kantate Preise dein Glücke von 1730 für das Osanna und ein unbekanntes Original für die Arie Benedictus in einem sehr modischen „Empfindsamen“ Stil des Tages, als wollte Bach sagen, dass er immer noch sehr aktuell war.
Über die Leistung
Jos van Veldhovens Idee für diese Aufführung war es, zwischen den Sängern und den Instrumentalisten so wenig wie möglich zu unterscheiden. Immerhin hat Bach oft Instrumentalmusik in seinen Vokalwerken wiederverwendet. Er versuchte auch, den „klassischen“ Chor-Satz zu vergessen und sich in die beeindruckende und reiche Tradition zu setzen, von der Bach teil war. Das Ergebnis ist eine „neue“ Messe in h-Moll: eine Messe wie ein großes Konzert grosso mit vielen verschiedenen Komponenten. Darüber hinaus wurde Jos van Veldhoven von der Textur der Partitur geleitet, auch im Hinblick auf das Orchester.
BWV 232 Titel Messe in h-Moll Genre Lateinische Kirchenmusik (Messe) Jahr 1733 / 1748-49 Stadt Leipzig Texter Ordinary der lateinischen Messe Gelegenheit unbekannt Uraufführung Nicht in ihrer Gesamtheit durchgeführt
Es ist eine gute Chance, dass Bach zum ersten Mal in der Paulinerkirche in Leipzig dieses beeindruckende Stück gespielt hat. Das war am 17. Oktober 1727, als die Universität einen Gedenkgottesdienst für die kürzlich verstorbene Christiane Eberhardine – Ehegattin von August dem Starken, gehalten hat. Wer ist die Kurfürstin von Sachsen und Königin von Polen. Zu diesem Anlass schrieb Bach die ‚Trauermusik im italienischen Stil‘: die Kantate „Lasst, Fürstin, lass Noch ein Strahl“ – BWV 198. Während der Zeremonie hat Bach die Orgel selbst gespielt. Er komponierte mit dem Präludium und Fuge ein Werk, das niemand kann beweisen, ob es in dieser Form das erste Mal gewesen war. Es strahlt die gleiche Atmosphäre aus, wie die Trauermusik und wird in der gleichen Tonart h-Moll geschrieben. In jenen Tagen war B-Moll beschrieben worden als, lustlos und melancholisch. Und Bach benutzte es für stattliche und häufiger traurigen Gelegenheiten, wie zum Beispiel die Arie aus der Matthäus-Passion: ‚Erbarme dich‘.
Die Verzweiflung ist fast greifbar im Vorspiel. Bach kommt direkt auf den Punkt mit einem melancholischen beklagen, die durch große Sprünge im Pedal, sich wiederholende und stur befolgt wird, als wenn man sich daran zu erinnern hat, zu halten, was passiert ist. Das ganze Stück ist mit einer großen Rührung gefüllt. Die Fuge, logisch, ist mehr rational, aber genial. Bachs inspirierte Möglichkeit jeden relativ leicht, das Thema singen zu können. Bach hat ein zweites Element hinzugefügt – noch einmal mit relativ großen Sprüngen – und so endet das Werk mit Aussicht auf ein hoffnungsvolles Ende.
Die Versuchung, die eigentümliche Thematik der Fuge (ziel- und ruheloses Wandern, dann machtvoller Einsatz, Eingriff aus der Höhe) symbolisch-theologisch zu deuten, besonders auch im Zusammenhang mit der vorangegangenen, beredten Klage des Präludiums, übt einen starken Sog aus. Doch wenn etwas an Orgelmusik aus sich selbst heraus sprechen kann, dann ist es dieses hervorragende Werk!
BWV 544
Titel
Präludium und Fuge in h-Moll
Genre
Orgelwerk
Jahr
1725-1736
Stadt
Leipzig
Prof. Gerhard Weinberger spielt am Samstag die Orgeln des Domes in der dritten MittagsMusik dieser Saison. Im Programm erklingt u.a. Max Regers Phantasie und Fuge d-moll, op. 135b.
Der Eintritt ist frei. Der Spendenerlös kommt in voller Höhe der Finanzierung und Weiterführung dieser Reihe zugute.
Diese Orgel Version des Osterhymnus „Christ lag in Todes Banden“ zeigt gedämpfter Freude. Das Stück beginnt zweiteilig; das Duett zwischen der Nachahmung der Bässe und Höhen. Die beiden Stimmen beginnen mit einer verzierten Form der ursprünglichen Choralmelodie. Also von Anfang an, fragt man sich, was folgen wird. Die dritte und vierte Stimme in Nachahmung der ersten beiden? Die Choralmelodie in langen Noten mit der Dekoration? Und wenn ja, dann wo? Viele Zuhörer – in Bach Zeiten und heute – würden erwarten, dass der Choral bald im Pedale in langen Noten erscheinen wird. Aber Bach überrascht uns mit noch etwas anderes. Er schlüpft die Choralmelodie fast unbemerkt zwischen den hohen und niedrigen Teilen der dritten Stimme, wie eine Singstimme. Es würde wenig Anordnung benötigen, um dies in eine Orgelfassung Arie zu verwenden (wie in der Schübler-Choral, BWV 645-650, in denen das Verfahren umgekehrt ist, dort werden Arien aus einer Reihe von Kirchenkantaten verwendet).
Es ist jedoch ganz natürlich die ursprüngliche Melodie im Pedal zu erwarten. Und es gibt sogar eine Version dieses Stück, BWV 695a, in dem die Melodie im Pedal erklingt. Aber es ist nicht sicher, ob diese Version auch von Bach selbst ist. Es ist wichtiger, zwei Versionen des Stückes zu beachten, schon wurden in Bach Tag zirkulieren, wahrscheinlich, weil es mehr üblich war für die Melodie im oberen Teil zu sein und nicht im unteren Teil den Choral zu hören.
Bach schätzte sehr viele seiner Kompositionen, que Gewährleistung sie erhoben oder recycelt, und – wenn möglich – veröffentlicht. Aber es gibt auch Stücke que das Boot verpaßt hat, wie zum Beispiel der vierundzwanzig frühen Orgelkompositionen jetzt bekannt zur Kirnbergerschen Sammlung. Wir verdanken das Überleben dieser Werke Bachs Schüler Johann Kirnberger, der vierundzwanzigOrgelKompositionen gesammelt, unter anderem Stücke, Nach dem Tod seines Herrn. Das Auffälligste an dieser Kollektion ist der Mangel an Zusammenhalt. Die einzige Ähnlichkeit zwischen den Arbeiten wahrscheinlich que Sie alle stammen aus der Zeit vor 1710.
BWV 695
Titel Fantasy Super: Christ lag in Todes Banden
Genre Arbeitsorgan (chorale Anordnung)
Serie Kirnbergerschen Sammlung
Jahr Vor 1710
City Mühlhausen oder Weimar
Besondere Hinweise: Es wird manchmal die Frage gestellt, ob diese Arbeit von Bach geschrieben wurde.
ALL OF BACH veröffentlicht die Kantate BWV 51 „Jauchzet Gott in allen Landen“
BWV 51 Grote Kerk, Naarden (Holland).
Alles ist wundervoll
Diese Musik ist voller Optimismus.
Die Trompete kommt direkt auf den Punkt und schafft die ekstatische Stimmung dieser Kantate, die sich um Jubel und Dankbarkeit dreht. Bach hat wahrscheinlich diese Musik für den fünfzehnten Sonntag nach Trinity komponiert, aber später schrieb er auf die Partitur, dass das Stück auch an anderen Sonntagen benutzt werden könnte. Der Text paraphrasiert Ausschnitte aus verschiedenen Büchern des Neuen und Alten Testaments. In seinem Arrangement betont Bach die jubelnde Stimmung von Anfang an, mit den schnell wiederholten Tönen und der Art, wie er das Wort „jauchzet“ illustriert. Wir hören dann immer eine Art rotierende Musik, die aus der rhetorischen Figur „Circulatio“ stammt. Die Trompete spielt sowohl bei der Eröffnungsarie als auch bei der „Halleluja“ eine herausragende Rolle.
Der Ausdruck der Worte über ‚lallen‘ (Geschwätz) im zweiten Satz ist sehr effektiv, wie die endgültige reich italienische Saitenbegleitung im Choral ‚Sei Lob und Preis mit Ehren‘ ist. Es gibt Zweifel daran, ob es in Leipzig eine Sopranistin gab, die in dieser Kantate die hohen Töne und die anspruchsvolle Solo-Passage verwalten konnte. Das ist zum Teil deshalb, warum der Musikwissenschaftler Klaus Hofmann davon ausgeht, dass Bach diese festliche, virtuose Kantate um 1730 für den Weissenfels-Hof im Südwesten von Leipzig komponierte, wo er eine unbezahlte, aber prestigeträchtige Position als Ehrenkapellmeister hielt. Eine andere Möglichkeit ist, dass er diese Arbeit für einen der italienischen Opernsänger schrieb, die sich in diesem Jahr in Dresden niederließen.
Die Besetzung umfasst Solo-Sopran, Tromba in C, Violine I/II, Viola und Basso continuo.
Aria S (Tr, Vl I/II, Va, Bc): Jauchzet Gott in allen Landen
Recitativo S (Vl I/II, Va, Bc): Wir beten zu dem Tempel an
Aria S (Bc): Höchster, mache deine Güte
Choral S (Vl I/II, Bc): Sei Lob und Preis mit Ehren
[Aria S (Tr, Vl I/II, Va, Bc): Alleluja]
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BWV 51 Titel „Jauchzet Gott in allen Landen“ Genre Kantate (Solokantate) Jahr 1730 Stadt Leipzig Texter unbekannt Gelegenheit Fünfzehnter Sonntag nach Trinität und allgemeiner Gebrauch Uraufführung Wahrscheinlich 17. September 1730
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Veröffentlichungsdatum 5. Mai 2017 Aufnahmedatum 17. Dezember 2015 Ort der Aufnahme Grote Kerk, Naarden
Violine 1 Shunske Sato, Annelies van der Vegt, Anneke van Haaften, Lidewij van der Voort Violine 2 Sayuri Yamagata, Pieter Affourtit, Paulien Kostense Viola Staas Swierstra, Jan Willem Vis Cello Lucia Swarts, Richte van der Meer Kontrabass Robert Franenberg Organ Pieter-Jan Belder
Der erste Teil dieser Kantate, dass der Dirigent Jos van Veldhoven jemals gehört hat, war die instrumentale Sinfonie – und es hat sich seitdem in den Sinn gelegt. „Es ist so fröhlich, und Bach macht das nicht sehr oft. Hier will er die Feierlichkeiten von Ostern für eine Weile deutlich verlängern „.
Diese Sinfonie kann einmal der erste Teil eines Konzertes für zwei Oboen, Fagott und Orchester gewesen sein. Die lange alto aria, ‚Wo zwei und drei versammlet sind‘, könnte dann die langsame Bewegung gewesen sein. Auch hier haben die Oboen und Fagott eine herausragende Rolle, die die Kantate fast schwer macht.
Aber es gibt auch viel im Laden. In „Verzage nicht“ ist die Basslinie in zwei geteilt, so dass neben dem Duett für Sopran und Tenor auch ein Duett für Fagott, Cello und Cembalo einerseits und Orgel und Kontrabass auf der anderen Seite entsteht. Und in der triumphalen Schliessarie gibt es zwei Solo-Violinen.
Vier Solisten
Wir machen diese Kantate mit nur vier Sängern. Sie haben alle Solos, und das Stück schließt mit einem endgültigen Choral gesungen insgesamt. In einigen Aufführungen kommen zusätzliche Sänger mit einem vierteiligen Finale zusammen und schaffen einen kleinen Chor. Wir wissen nicht, was Bach selbst tat, da er keinen Hinweis darauf gibt, wie viele Sänger er benutzen wollte.
In dieser Aufführung haben wir uns für vier Solisten entschieden. Das macht die Linien ausdrucksvoller und man hört mehr Details. „Für einen zwei- oder dreiteiligen Teil in Bachs Musik würde niemand daran denken, mehr Stimmen für jeden Teil zu verwenden. Aber wenn es vier Teile gibt, dann muss es plötzlich ein Chor werden. Ich denke, die Entscheidung, nur vier Sänger zu benutzen, ist für eine Kantate so gut gerechtfertigt, die nicht viele Instrumente beinhaltet „, sagt künstlerischer Leiter und Dirigent Jos van Veldhoven.
Lage und Orgel
Diese Aufnahme wurde in der Wallonischen Kirche im Herzen von Amsterdam gemacht. Nicht nur die Kirche hat eine gute Akustik, sondern auch eine Wallfahrtsstätte für Organisten wegen ihrer Müller-Orgel aus dem Jahre 1739.
Organist Leo van Doeselaar: „Dies ist eines der schönsten kleinen Barock-Orgeln in den Niederlanden. Gustav Leonhardt war der Organist an der Wallonischen Kirche von 1959 bis 1982. Er hatte die Orgel in den ursprünglichen Zustand schon in den 60er Jahren wiederhergestellt. Es ist eine echte Pionier-Orgel „. Für diese Aufführung verwenden wir eigentlich diese „große“ Orgel. Eine Kastenorgel ist ein Anachronismus, der in Bachs Tag nie benutzt wurde.
„In Bachs Kirchenmusik spielte die große Kirchenorgel immer die Continuo-Parts. Grundsätzlich hatte es die gleiche weiche Anmeldung wie eine Kastenorgel, aber die viel breiteren skalierten Pfeifen der Kirchenorgel bilden einen bedeutungsvolleren Bestandteil des Timbre eines barocken Ensembles. Für Choräle und Chöre der Barockzeit wurden stärkere Register benutzt und die Bassline auf dem Pedal gespielt, mit einem 16-Fuß-Kontrabassregister. Die Tatsache, dass es noch nie so gemacht wurde, ist eigentlich eine der unbeabsichtigten Verfälschungen des historischen Klangansatzes „, sagt Organist Leo van Doeselaar.
BWV 42 Titel Am Abend aber desselbigen Sabbats Genre Cantate Jahr 1725 Stadt Leipzig Texter unbekannt Gelegenheit Quasimodogeniti (erster Sonntag nach Ostern) Uraufführung 8. April 1725
Besetzung:
Veröffentlichungsdatum
21. April 2017
Aufnahmedatum
22. Oktober 2016
Ort Wallonischen Kirche, Amsterdam
Violine 1
Shunske Sato, Pieter Affourtit, Anneke van Haaften, Hanneke Wierenga
Geige 2
Sayuri Yamagata, Paulien Kostense, Annelies van der Vegt
Viola
Staas Swierstra, Jan Willem Vis
Cello
Lucia Swarts, Richte van der Meer
Kontrabass
Robert Franenberg
Oboe
Martin Stadler, Peter Frankenberg
Fagott
Benny Aghassi
Organ
Leo van Doeselaar
Cembalo
Siebe Henstra
ALL OF BACH veröffentlicht von J. S. Bach das BWV 622 –
Orgelchoral: „O Mensch, bewein dein Sünde gross“
Stiftskirche St. Georg – Goslar-Grauhof
„O Mensch, bewein dein Sünde groß“ ist ein lutherisches Kirchenlied zur Passionszeit. Den Text verfasste der Rektor und Kantor Sebald Heyden 1530 zur Melodie Es sind doch selig alle, die von Matthias Greitter (1525). Das Lied ist originalnah im Evangelischen Gesangbuch (Nr. 76), in einer revidierten ö-Fassung im Gotteslob (Nr. 267) enthalten.
Aus den kirchenmusikalischen Bearbeitungen des Liedes ragen Johann Sebastian Bachs ausgezierte Orgelparaphrase BWV 622 und insbesondere der groß angelegte Schlusschor des ersten Teils seiner Matthäuspassion (Nr. 35) heraus.
Ein Orgelwerk, das so ergreifend und bewegend ist wie dieses Chorvorspiel für die Passion ist eine Rarität, auch für Bach. Wir sind alle an unsere Verantwortung erinnert, auf die wir hoffnungslos verzichtet haben, wie wir wissen. O ihr treu von allen Ländern, nimm Schande! Obwohl Christus uns gerettet hat, musste er einen schrecklichen Tod sterben, um dies zu tun.
Die ungewöhnlich lange Choralmelodie, die sich langsam vor dem Zuhörer entfaltet, kommt aus einer Hymne aus dem Jahr 1525. Extreme Strenge würde für den strengen Ton der Worte passen, aber stattdessen nimmt Bach in einer Fülle von Ornamenten auf. Es ist, als ob er sagen will: Es ist wahr, dass wir ein wertloser Haufen sind, aber wir können es nicht wirklich helfen. Also, anstatt uns einen schmerzhaften Clip um die Ohren zu geben, setzt er einen Putz auf die Wunde.
Treutmann-Orgel von 1737 Grauhof, St. Georg
Allerdings kommen wir nicht so leicht weg. Indem er die einfache Choralmelodie in so tröstliche Umhänge setzt, nimmt Bach die Seele noch mehr überrascht mit seinen unerwarteten harmonischen Wendungen und Wendungen. Und das war genau seine Absicht. In seiner Sammlung von Choräle-Präludien Harmonische Seelenlust aus dem Jahr 1733 sagt der Organisist Georg Friedrich Kaufman in so vielen Worten: Das Ziel, Choräle in der Kirche zu spielen, ist, die Gemeinde in die richtige Stimmung zu bringen, damit sie dann den Chor mit demselben singen werden Größere Hingabe. Im Jahre 1746 bestätigte Bachs Schüler Ziegler, dass genau das, was er von Bach gelernt hatte: „Wie für das Spielen von Choräle, mein Lehrer, Kapellmeister Bach, lehrte mich, die Songs nicht so zu spielen, sondern im Einklang mit der Bedeutung (Affect) Der Worte „.
Wenn also nach einer chromatischen Torsion Bach in der allerletzten Bar von O Mensch eine wahrhaft bemerkenswerte Harmonie einnimmt, ist es nicht ohne Grund. In diesem sowieso langsam Arbeit, reduziert er das Tempo hier zu adagissimo, so dass es klar wird, wie schrecklich lange Christus musste an diesem gewundenen Kreuz hängen und wie schmerzhaft es war. Es ist leicht vorstellbar, dass die Gemeinde einen enormen Klumpen in ihrer Kehle hatte, als sie anfingen, diesen Chor zu singen.
Orgelbüchlein, BWV 599-644
Während seiner Zeit als Gerichtsorganistin in Weimar (1708-1714) begann Bach bereits seine erste Sammlung von Choral-Arrangements lutherischer Hymnen. Nach der Inhaltsliste sollte es sich um eine Sammlung von 164 Kompositionen handeln, aber am Ende nicht mehr als 46. Die Reihenfolge, kombiniert mit der begrenzten Länge der Stücke, zeigt, dass Bach plant, eine komplette zu kompilieren Zyklus der Chorale Präludien für die Kirche.
Später, in seiner Zeit in Köthen, gab er der Sammlung eine Titelseite, die lautet: Orgel-Büchlein, Worin ein für lernende Organisten Anleitung gegeben wird, auff allerhand Arth einen Choral durchzuführen … (kleines Orgelbuch, in dem ein Anfänger Organist gelehrt wird Um einen Choral auf alle möglichen Weisen zu ordnen …). So beabsichtigte er damals die Sammlung ebenso wie eine Lehranleitung, die er vielleicht 1722 für die Thomasschule in Leipzig vorstellte, was eine wichtige Lehraufgabe war. Die Schüler müssen eine harte Zeit erfüllen, denn die Präludien enthalten das komplette Spektrum der barocken Tastentechniken in Kürze.
BWV
622
Titel
O Mensch, bewein dein Sünde gross
Genre
Orgelarbeit (Chorale Arrangement)
Serie
Orgelbüchlein
Jahr
Ca. 1708-1717
Stadt
Weimar
Besondere Hinweise:
In einer Manuskript mit 45 anderen Chorale Präludien enthalten. Erst im Jahre 1722 wurde in Köthen das Manuskript mit einer Titelseite mit Orgelbüchlein versehen.
ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 727 – Orgel-Choral „Herzlich tut mich verlangen“
Dieser Orgel-Choral ist sehr bekannt!
„Herzlich tut mich verlangen“ ist ein deutscher christlicher Choral, mit Texten, die 1611 von Christoph Knoll geschrieben wurden , mit einer Melodie, die von einem weltlichen Lied von Hans Leo Hassler angepasst wurde . Es ist ein Gebet für einen gesegneten Tod, beginnend „Herzlich tut mich verlangen nach einem sel’gen Ende.“
Johann Sebastian Bach verwendete die Melodie in seinem Chorvorschlag , BWV 727, und für seine Weimarer Kantate „Komm, du süße Todesstunde“, BWV 161.
Dieses Choral Arrangement ist kompakt und facettenreich, aber auch ausdrucksvoll. Der Titel ist „Herzlich tut mich verlangen“, einer von etwa 24 Choraltexten, die um 1739 zu dieser Melodie gesungen wurden. Bach verstärkt den klagenden Charakter der Hymne mit seufzenden Dissonanten und ausdrucksvollen harmonischen Klangfarben, ohne sich auf einen bestimmten Text zu konzentrieren.
Es mussten viele weitere Beispiele für diese Art von prägnanten Choral-Arrangements gegeben haben, aber das Überleben der Musik, die nicht gedruckt wurde, wurde verhindert in Kriegszeiten und anderen turbulenten Entwicklungen in der europäischen Geschichte. Dieses Stück von Bach hat in zwei Manuskriptsammlungen in Berlin und den Niederlanden überlebt. Der in Berlin wurde leicht im Zweiten Weltkrieg zerstört. Das Manuskript im niederländischen Musikinstitut wurde 1902 von einem holländischen Sammler bei einer Auktion gekauft, die es Forschern zur Verfügung stellte.
Aber dann ging es im Ersten Weltkrieg fast schief, als das Manuskript vom französischen Musikwissenschaftler André Pirro für sein Studium von Bach und anderen deutschen Barockmusik ausgeliehen wurde. Im Jahr 1914 schrieb Pirro eine Karte an den Besitzer und sagte, dass er „das Manuskript“ für die Aufbewahrung für ein paar Tage im September 1914 an einem Posten der Autobahn Patrol in Curel (Haute-Marne) platziert hatte. Dieses kostbare Denkmal der deutschen Kunst entkam der Zerstörung durch die Deutschen, wie es früher ohne militärische Vernunft zu den Familienporträts und Memoiren geschehen war, daß der unterzeichnete Biograph von Bach, Schütz und Buxtehude in seinem Elternhaus in Wustweiler so sorglos zurückgelassen hatte. In der Nähe von Saargemünd, wo er glaubte, dass die deutsche Aufrichtigkeit und Gerechtigkeit seine kostbarsten Besitzungen geschützt hätten.“ Glücklicherweise hatte er aus dieser Lektion gelernt, und die Polizei schaffte es, das kostbare Manuskript zu schützen, so dass es jetzt sicher in Den Haag gehalten wird.