ALL OF BACH veröffentlicht von J.S. Bach – BWV 952 – „Orgel-Fuge in C-Dur“ Wohltemperierte Clavier
Was wäre, wenn diese Fuge mit BWV 846 oder 870 Platz machen würde?
Da diese Fuge, BWV 952 in C-Dur nicht Teil von Bachs großen Orgel-Zyklen ist, verschwand es aus der Sicht, zusammen mit vielen anderen „separaten Fugen“. Und doch würde dieses lebhafte Stück mit geschmackvoll harmonischen Wendungen im Wohltemperierte Clavier nicht fehl am Platz sein. Während Bach später noch andere „getrennte“ Fugen in die Serie aufgenommen hat, ist diese nicht angeführt worden.
Seit dem späten neunzehnten Jahrhundert wurde BWV 952 oft in der Ausgabe von „Kleinen Präludien und Fugen“ mit aufgenommen worden. Dies führte dazu, dass die Fuge ungerecht behandelt wurde. Es wurde nicht-ganz vom-WTC zu ‚minor‘ als Übungsmaterial für Anfänger hinzugefügt.
Glücklicherweise wurde auch Bachs „separate“ Cembalo und Orgelmusik gespielt. Und in den Händen eines Cembalisten wie Pierre Hantaï wird die Qualität dieser Fuge wieder plötzlich klar und wir erkennen, warum die Musik überlebt hat. Es ist leicht vorstellbar, dass Bach in der Tat auch diese Fuge im Wohltemperierte Clavier betrachtet haben könnte. Und es könnte tatsächlich ein guter Test sein, um BWV 952 an die Stelle einer der beiden C-Dur-Fugen im Wohltemperierte Clavier zu hören.
Chevreuse ist eine Gemeinde in Frankreich von Yvelines (Region Ile-de-France) und hat 5722 Einwohner (2005).
Die Website ist Teil des Bezirks von Rambouillet.
Cembalist Pierre Hantaïist ein französischer Cembalist und Dirigent im Bereich der historischen Aufführungspraxis.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 26.03.2017 begehen wir den Sonntag „Laetare„
Der Name des Sonntags Laetare leitet sich vom Beginn der lateinischen Antiphon ab: „Laetare cum Jerusalem, et exsultate in ea, omnes qui diligitis eam“ (Jes 66, 10;)
Der Sonntag Laetare steht in der Mitte der Fastenzeit und wird deshalb auch „Mittfasten“ genannt. Ein anderer Name für diesen Sonntag aufgrund des Evangeliums von der Brotvermehrung ist „Brotsonntag“. In der römischen Kirche wird der Sonntag auch als „Rosensonntag“ bezeichnet, weil an ihm der Papst eine goldene Rose weihte, die angesehenen Persönlichkeiten oder Instituten, die sich um die römische Kirche verdient gemacht hatten, verliehen wurde. Dieser Brauch wird heute nicht mehr wahrgenommen.
Nachdem bisher der Aspekt unserer Schuld gegenüber Gott stärker in den Vordergrund getreten ist, tritt nun am Sonntag Laetare Gottes Handeln an uns in den Vordergrund als Antwort auf unsere Verfehlungen. Dadurch wird der wichtige Aspekt des Evangeliums deutlich, dass wir eben in erster Linie durch Gottes Hilfe frei werden von unseren Verfehlungen, und nicht durch unsere eigenen Werke. Damit gewinnt die Fastenzeit nun einen gewissen fröhlichen Charakter, obgleich wir natürlich weiterhin betrübt sind darüber, dass ein solches Opfer um unseretwillen nötig ist. Dass Gott es aber aus freien Stücken gibt, um uns zu erlösen, ist die große Freude des Evangeliums, das auch in der Fastenzeit uns durchträgt!
Das Opfer Jesu, an das wir durch die Worte vom Weizenkorn, das stirbt und dadurch viel Frucht bringt, erinnert werden, läßt uns froh und dankbar auf das Kreuz schauen. Wir haben Teil am Leiden und Sterben Jesu durch die Gaben der Schöpfung, in deren Gestalt er sich uns im Abendmahl hingibt.
Wochenspruch:
Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. (Joh 12, 24)
Der böhmische Komponist Antonín Dvořák schrieb im 19. Jahrhundert überwiegend weltliche Werke symphonischer und kammermusikalischer Gattung. Unter den geistlichen Kompositionen sticht vor allem das „Stabat Mater“ hervor.
Zugrunde liegt der Text der gleichnamigen Sequenz aus dem 13. Jahrhundert. Diese wurde am Fest der Sieben Schmerzen Mariens am 15. September unmittelbar nach dem Halleluja der Messfeier gesungen und ist als eine der wenigen Sequenzen in der Liturgie der Kirche bis auf den heutigen Tag erhalten geblieben.
In dem Text wird die Gottesmutter Maria in ihrem Schmerz um ihren gekreuzigten Sohn besungen. Dvořák schrieb sein „Stabat Mater“ 1876/77 nicht für den Gottesdienst, sondern für das Konzert. Er verarbeitete mit dem Werk den Tod seiner drei Kinder.
Die Erstaufführung 1880 in Prag und vor allem die in London drei Jahre später waren trotz des düsteren Themas ein triumphaler Erfolg und sorgten für den Durchbruch des Komponisten….
Aufführungsort: Walpole St. Peter, Norfolkam 05.03.2000
BWV 1„Wie schön leuchtet der Morgenstern“
Kantate für den Sonntag „Mariä Verkündigung“
Der Höhepunkt dieses Konzerts war die Kantate zu Mariä Verkündigung
BWV 1 „Wie schön leuchtet des Morgenstern“,die 1725 in Leipzig uraufgeführt wurde, in einem Jahr, als Verkündigung und Palmsonntag auf einen Tag fielen. Es ist nicht viel Phantasie nötig, um die Bedeutung dieser doppelten Feier zu ermessen, die mit dem Ende der Fastenzeit kam, als in der Kirche wohl keine Musik zu hören war. Bachs zweiter Jahrgang schloss mit dieser jubelnden Frühlingskantate (auf die am folgenden Freitag die Uraufführung der Matthäus-Passion gefolgt wäre, hätte er sie rechtzeitig vollendet). Sie war auch die erste Kantate, die von der Bach-Gesellschaft im ersten Band (von 45) der Ausgabe von 1850 veröffentlicht wurde. Man fragt sich, wie Subskribenten-Komponisten wie Schumann und Brahms mit Bachs einfallsreicher und meisterhafter Manier umgegangen sein mögen, einen der bewegendsten und bekanntesten Choräle Luthers mit seinen kontrapunktischen Texturen zu umweben. Die Partitur ist üppig, majestätisch und ‚östlich’, sie erinnert an die Epiphanias-Kantate BWV 65 Sie werden aus Saba alle kommen, die wir ein paar Monate zuvor in Leipzig aufgeführt hatten, und das gilt für die Instrumentierung – Hörner, Oboen da caccia und Streicher (aber diesmal keine Blockflöten) – in gleicher Weise wie für das Metrum – ein würdiges Zeremoniell in F-dur im 12/8-Takt in der einleitenden Choralfantasie. Das Werk beginnt mit einem intimen Tableau, das die Verkündigung darstellt:
Ein sanftes Solo für die zweite Violine wird von der ganzen Gruppe beantwortet, von den beiden Violinen und schließlich paarigen Hörnern, Oboen und Violinen in der Dominante echohaft wiederholt und führt zu einem recht unzeremoniellen ‚Schwof’ – einen Tanz von anderthalb Takten sowie eine rhapsodische Darbietung für die ganze Kapelle über einer pulsierenden Folge von Fs der im Oktavabstand geführten Basslinie, bevor Nicolais Melodie in einem eindrucksvollen Chorsatz von den Sopranstimmen und (manchmal) dem ersten Horn in langen Noten präsentiert wird.
Wie in BWV 182 ist die Begrüßung durch die Menge mitreißend und voller Jubel, vor allem auf dem Höhepunkt des Satzes, ‚hoch und sehr prächtig erhaben’, wo sich der Akzent auf die Majestät und Pracht verlagert, so bei der dreimaligen Wiederholung der Worte ‚reich von Gaben’. Ich hatte den Eindruck, das Publikum war mit Nicolais Liedmelodie vertraut genug (auf Englisch ist sie unter dem Titel ‚How brightly shines the morning star’ bekannt), um diesen ‚unsichtbaren Kreis menschlicher Mühen’ erstehen zu lassen, wie Yo Yo Ma es ausdrückte, wenn ausführende Musiker und Zuhörer auf gleiche Weise in eine gemeinsame oder gemeinschaftliche Handlung eingebunden sind. Es war ein Gefühl, das ich vierundzwanzig Stunden später bei einem Rockkonzert in der Royal Albert Hall noch einmal hatte, wo Sting ein paar Takte aus bekannten Songs mit seinem Publikum, das ihn anbetete, in einer Art Litanei austauschte. Es sind Augenblicke wie diese, wenn ein besonders starkes Band zwischen Musikern und ihren Hörern vorhanden ist, dass man eine kleine Vorstellung davon bekommt, wie diese Kantaten bei ihrer Uraufführung in Leipzig aufgenommen worden sein mögen – oder wenigstens wie Bach wollte, dass sie aufgenommen würden.
Die festliche Stimmung dieser Kantate bleibt in ihren heiteren Tanzrhythmen erhalten: mit würdevoller Zeremonie in dieser Eingangsfantasie, mit Flammen züngelnd in der ersten Arie (für Sopran mit Oboe da caccia), jubilierend im Dreiertakt in der reich verzierten zweiten Arie (für Tenor und, wie es sich gehört, den ‚Ton der Saiten’) und schließlich in einer mitreißenden vierstimmigen Harmonisierung eines 15 weiteren Textes von Philipp Nicolai, diesmal mit einer unerhörten Melodie für das zweite Horn. Musik, die in den Ohren klingt und zu Tränen rührt, zumal Strahlen der Frühlingssonne auf das Stichwort ‚Morgenstern’ durch die klaren Glasfenster der Kirche blitzten.
Das Bachfest 2017 steht unter dem Motto ““EIN SCHÖN NEW LIED” – MUSIK UND REFORMATION
Martin Luther sah in „Frau Musica“ eine göttliche Kunst, da sie den Teufeln zuwider sei. Entsprechend stellte er die Musik in eine Reihe mit der Theologie, erhob das deutschsprachige geistliche Lied zu einem festen Bestandteil des reformatorischen Programms und hielt ließ es Eingang in den Gottesdienst finden. Häufig als „schöne newe Lieder“ betitelt, verbreitete sich das neue reformatorische Liedrepertoire rasant….
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2017 beginnt seit dem 14. Oktober 2016.
Kantate BWV 97 ohne liturgische Bestimmung für Sopran, Alt, Tenor und Bass, Oboe I+II, Fagott, Streicher und Continuo.
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
Zum Bachfest 2011 in Ansbach hat der Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen – Rudolf Lutz – die „Ansbach-Kantate“ komponiert. Ganz im Sinne von Johann Sebastian Bach.
„Mit Bach fang an, mit Bach hör auf, das ist der schönste Tageslauf, den wir uns denken können.“
Denn Ansbach pflegt Bachs großes Werk, dass es die Herzen aller stärk, wie’s jedem ist zu gönnen: strahlend, leuchtend, schön und kräftig, geistesmächtig, voller Leben uns als Erbe übergeben.
J.S. BachBWV 106Kantate: „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“
„Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“, BWV 106, auch bekannt unter dem Namen „Actus tragicus“, ist eine geistliche Kantate von Johann Sebastian Bach.
Das Werk ist eine der frühesten Bach-Kantaten überhaupt. Wahrscheinlich ist sie 1707 oder 1708 in Mühlhausen als Trauerkantate entstanden, möglicherweise aus Anlass des Todes des Bürgermeisters Strecker oder zur Trauerfeier von Bachs Onkel Tobias Lämmerhirt (gest. 10. August 1707 in Erfurt).
an jährlich vier Bach-Wochenenden (Donnerstag, Freitag & Sonntag) und in ergänzenden Sonderkonzerten das gesamte Vokalwerk von Johann Sebastian Bach auf. Die geistlichen Kantaten erklingen dabei im Zusammenhang mit ihrer ursprünglichen Bestimmung im Kirchenjahr.
Auf der Webseite zum Projekt finden Sie alle Informationen rund um Termine, Karten, Künstler:
Professionelle Qualität in Bild und Ton: Jede Woche kommt ein Chorsatz, eine Arie oder ein Choral hinzu! So können Sie mit Bach:vokal verbunden bleiben, auch wenn gerade kein Konzert ansteht.
Unter dem nachstehenden Link sind veröffentlichte Videos auf YouTube einsehbar..!!
J.S. Bach,Kantate BWV 67„Halt im Gedächtnis Jesum Christ“ ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er schrieb sie in Leipzig für Quasimodogeniti, den 1. Sonntag nach Ostern, und führte sie am 16. April 1724 zum ersten Mal auf.
Ausführende:
Christian Villiger, Bass | solistenensemble stimmkunst | Stiftsbarock Stuttgart (Konzertmeisterin: Lisa Immer) | Leitung: Kay Johannsen
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“Ich wünsche allen Besuchern einen schönen Sonntag”
„Vater unser im Himmelreich“ ist Luthers Interpretation unseres Gott-Vaters: das einzige Gebet, das direkt von Jesus selbst kam und das also immer einen besonderen Platz im Christentum hatte. In Bachs Tag, neben der Verwendung als Hymne während der Kommunion, war „Vater unser im Himmelreich“ auch mit dem Sonntag Rogate verbunden, dem fünften Sonntag nach Ostern, der also auch der Sonntag vor dem Himmelfahrtstag war, als es traditionelle Prozessionen durch die Felder gab.
Von den verschiedenen Orgel-Arrangements, die Bach aus diesem Choral gemacht hat, ist dies der gedämpfte und zeitloseste. Das Stück ist in stile antico geschrieben – der „alte“, stimmliche, polyphonische Kompositionsstil des sechzehnten Jahrhunderts.
Hier betont der Organist Bart Jacobs, diesen archaischen Charakter mit dem Cornet Stop. Sein Name und sein Timbre beziehen sich auf das Cornetto, ein Blasinstrument aus dem sechzehnten Jahrhundert. Der Anschlag macht die Orgel wie ein Blasensemble aus der Renaissance.
Und das passt genau zu diesem Stück, denn Bach kann hier den „alten Stil“ benutzt haben, um die Tatsache zu betonen, dass „Vater unser im Himmelreich“ ein Gebet ist. Und ein Gebet impliziert Worte und Gedanken, entweder gesprochen oder gesungen In der Tat ist diese Anordnung eine vierteilige Motette im alten Stil und man konnte leicht das ganze Stück im Lied durchführen. Gelegentlich gibt es eine etwas kühnere Harmonie, was die Tatsache enthält, dass dieses Stück nicht wirklich eine Motette von Luthers Tag ist.
„Paranimf – Auditorium“ des historischen Gebäudes der Universität von Barcelona, erbaut vom Architekten Elies Rogent. Das Auditorium ist das Wahrzeichen des historischen Gebäudes. Gedacht als das Herz des Universitätslebens , liegt im zentralen Teil des Gebäudes befindet sich direkt über der Lobby. Der Bau des Auditoriums wurde 1884 beendet. Die sechs große Gemälde mit historischen Themen beeindrucken. Das „Paranimf“ ist Schauplatz von zahlreichen akademischen, wissenschaftlichen und kulturellen Veranstaltungen.
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Der Bach-Zyklus wurde fortgesetzt von BZM (BACH ZUM MITSINGEN) mit zwei der bekanntesten Kantaten von J.S. Bach.
Katy Elkin, Oboe d’amore
Daniel Ramirez, Oboe d’amore
Marina Comas, Travers
Haben Clara, Travers
Anna Casademunt, Viola da gamba
Rahmen Linde, Viola da gamba
Maria Roca, Violine
Nuno Mendes, Violine
Nuria Pujolràs, Viola
Igor Davidovics, Laute
Frances Bartlett, Cello
Daniel Tarrida, Orgel und
„Erhöhtes Fleisch und Blut“ (BWV 173) ist eine Kirchen-Kantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie in Leipzig für den 2. Pfingsttag und führte sie wahrscheinlich am 29. Mai 1724 zum ersten Mal auf. Ihre Musik beruht vollständig auf der Köthener Glückwunschkantate Durchlauchtster Leopold, BWV 173a.
„Laß, Fürstin, laß noch einen Strahl“ (BWV 198) ist eine weltliche Kantate , die von Johann Sebastian Bach als Trauerfeier komponiert wurde , die erstmals am 17. Oktober 1727 aufgeführt wurde . In Wolfgang Schmieders Katalog von Bachs Werken ( BWV) wurde ihm die Nummer 198 zugewiesen . Es ist auch bekannt als Trauerode oder als Trauerode: auf den Tod der Königin Christiane Eberhardine .
Beim Betreten des Paranimf – Auditoriumumfing uns sofort die großartige Atmosphäre dieses wunderbaren Paranimf mit seinen gewaltigen und beeindruckenden Wand-Gemälden aus der Geschichte von Katalonien. Hohe Decken und ein Steinfliesboden ergaben eine gute Akustik.
BZM führte die Kantaten BWV 173 und das BWV 198 auf.
Der Chor, aus Laiensänger mittleren Alters und das Barockorchester mit historischen Instrumenten, wurden ihrer Aufgabe, die zwei Kantaten zu interpretieren, vollauf gerecht. Die Gesangs-Solisten rekrutierten sich aus dem Bach-Projekt für „Junge Künstler“, das alljährlich von BZM durchgeführt wird. Hier sollen sie in einem öffentlichen Konzert ihre Praxis des Erlernten, vervollständigen können.
Hier war leider von den Gesangs-Solisten ein absolutes Manko zu bemerken. Der Deutsche Text fiel ihnen offensichtlich schwer, im Gesang darbieten zu können. Eine Ausnahme war der spanische Bariton Oriol Mallart, der den deutschen Text gut und verständlich auszudrücken vermochte.
Das Barock-Orchester bestand aus sehr jungen Mitgliedern, die mit einer herzerfrischenden Freude einen guten Eindruck zu vermitteln mochten. Ein rühriger und junger Dirigent des Gesamt-Projektes: Pau Jorquera, wurde seiner Aufgabe mehr als gerecht und führte das Orchester, Chor und die Gesangs-Solisten mit einem ruhigen Dirigat gekonnt durch die Kantaten.
Ein absolutes Manko aus deutscher Sicht, wie sich alle in der Kleidung präsentiert haben.Hier werden sie den Vokal-Werken von Johann Sebastian Bach nicht gerecht. Bachs tiefe Frömmigkeit sollte von allen auch in ihrer äußeren und inneren Anteilnahme zum Ausdruck gebracht werden. Turnschuhe, Sporthemden und Sport-Hosen machten das gesamte Eindrucksbild zu einem Fiasko. Solch Auftreten wäre in Deutschland nicht möglich und sollte zu einem Umdenken vom BZM führen. Ich hoffe und wünsche, dass in Zukunft in Barcelona vom BZM mehr darauf geachtet wird, in einer festlicheren Kleidung J.S. Bachs Werke den Besuchern zu übermitteln.
Gesangs-Solisten von Links: Carine Tinney (Sopran) Maria Chiara Gallo (Mezzosopran) Matthew Thomson (Tenor) Ariel Mallart (Bariton).
Ein großartiger Schlussapplaus der Besucher bedankte sich bei allen Beteiligten.
Ein kleines Video, aufgenommen mit dem iPhone, füge ich meiner Rezension bei. Es ist der Schlusschoral aus dem BWV 198 „Laß, Fürstin, laß noch einen Strahl“ – „Doch, Königin! du stirbest nicht“
Die magische Zahl 14 im Leben von J.S. Bach und das Haußmann-Bildnis mit J.S. Bach !
„B+A+C+H = 14“
Das Bachhaus in Eisenach hatte ein Rätsel öffentlich gestellt und gestern dafür die Lösung präsentiert. Viel Erstaunliches ist in dem Video über J. S. Bach enthalten u.a. im Bild von Gottlieb Haußmann, wo es viele Hinweise gibt, die einem total faszinieren und absolut neue Erkenntnisse offenbaren.
Im Rahmen der szenischen Aufführung der Johannes Passion im Berliner Dom kommt das Bachhaus Eisenach mit der Sonderausstellung »Bachs Passionen« nach Berlin. Vier Stelen mit unseren Animationsfilmen fügen sich in den bestehenden Domrundgang ein.
Im Rahmen der Ausstellung »Bach und die Juden«, in Jerusalem und in Eisenach, erweiterten wir den Zykus um den Film über die Matthäus-Passion.
Konzert-Termine für die Passionszeit 2017 – Oratorien von Johann Sebastian Bach!
Liebe Bachfreunde(innen)
Wer in Deutschland einen Termin in 2017 für ein Oratorium in der Passionszeit von J. S. Bach sucht, kann unter dem nachstehenden Link exzellente Angaben mit Eintrittskarten bekommen.
J.S.Bach – Matthäus- Johannes Passion TICKETS, KONZERTKARTEN & EINTRITTSKARTEN J.S.Bach – Johannes- Matthäus Passion – Tickets jetzt im Vorverkauf sichern.
Eine sofortige Gesamt-Darstellung der Termine ist für Deutschland vorhanden.
Mit diesem Link von reservix ist eine spezielle Suche nach der „Johannes Passion“ für Deutschland möglich.
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Erstaunlich ist bereits die Aufführungsgeschichte dieser oratorischen Passion. 1727 in der Thomaskirche zu Leipzig uraufgeführt, geriet die Matthäuspassion nach Bachs Tod in nahezu hundertjährige Vergessenheit und wurde erst mit der durch Felix Mendelssohn-Bartholdy aufkommenden Bach-Renaissance 1829 – in gekürzter Version – wieder aufgeführt. Mit mehr als drei Stunden Aufführungsdauer und einer Besetzung von Solisten, zwei Chören und zwei Orchestern ist die Matthäus-Passion Bachs umfangreichstes und am stärksten besetztes Werk und stellt einen Höhepunkt protestantischer Kirchenmusik dar.
S.Nicolai Kirche Leipzig
Das prächtige episch-dramatische Werk entfaltet seine Breitenwirkung durch die doppelte Anlage von Chor und Orchester, bei der die Chöre vielfach miteinander einen Dialog führen. Eingerahmt werden die Teile des Werkes jeweils durch groß angelegte Eingangs- und Schlusschöre, von denen der überwältigende Eingangschor herausragt und ohne Parallele geblieben ist. Ein weiteres Element sind die vielfach kontemplativen Arien von überschaubarer Länge, die den Leidensweg Jesu veranschaulichen. Zwischen Rezitativen, Chören und Arien sind die Choräle eingebettet, die auf die dramatischen Höhepunkte der Handlung Bezug nehmen.
Am Samstag, 01. April 2017 wird um 18:00 Uhr in der Kirche St. Marien zu Lemgo die MatthäuspassionBWV 244 von Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) erklingen.
Solisten, die Chöre der MarienKantorei Lemgo (mit den Kindern und Jugendlichen der großen Singschule), der Herforder Münsterchor (mit Kinder- und Jugendchor am Herforder Münster) und das Orchester „arcipelago“ auf historischen Instrumenten bringen diese mit Solisten, zwei Chören und zwei Orchestern am stärksten besetzte und mit über 150 Minuten Aufführungsdauer längste Passion von Johann Sebastian Bach unter der künstlerischen Leitung von Kantor Volker Jänig zur Aufführung.
Dirigent Volker Jaenig
Konzertkarten für die Matthäuspassion sind ab sofort unter
im Büro der MarienKantorei Lemgo, im Gemeindebüro St. Nicolai, in allen Geschäftsstellen der Lippischen Landeszeitung und bei Lemgo-Marketing erhältlich.
1. Aufführung unter der Leitung von Volker Jäning am 01.04.2017 um 18 Uhr in der Marienkirche Lemgo
Kategorie A (nur an der Abendkasse !):
Euro 12,–, Schüler, Studenten, Schwerbehinderte Euro 6,–
Rentner Euro 10,–
Kategorie B (auch im Vorverkauf, Restkarten an der Abendkasse):
Euro 13,– 20,– 25,– (Ermäßigung für
Schüler/Studenten/Schwerbehinderte um 5 €, Rentner um 3 €)
Eintrittskarten gibt es in vier verschiedenen Kategorien für 10, 18, 23 und 26 Euro (ermäßigt jeweils 3 Euro günstiger). Ermäßigungsberechtigt sind Schüler, Studenten und Erwerbslose (mit Nachweis, z.B. dem Bielefeld-Pass). Rollstuhlfahrer, die keinen Sitzplatz benötigen, sowie Menschen mit Behinderung (mit B im Ausweis) erhalten freien Eintritt. Die Begleitperson zahlt den vollen Preis.
Vorverkaufsstellen
Karten für unsere Konzerte gibt es auch an folgenden Vorverkaufsstellen
Tourist-Information im Neuen Rathaus
Niederwall 23, Telefon (0521) 51 69 99
Neue Westfälische
Niedernstraße 21-27, Telefon (0521) 555 444
Westfalenblatt
Oberntorwall 24, Telefon (0521) 529 9641
konTicket
Bahnhofstraße 15 (bei Karstadt im Erdgeschoss), Telefon (0521) 66100
sowie bei den Chormitgliedern.
Abendkasse
Restkarten können Sie ab 1 Stunde vor Konzertbeginn an der Abendkasse erwerben. Karten an der Abendkasse kosten jeweils 1 Euro mehr als im Vorverkauf.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 19.02.2017 begehen wir den Sonntag “Oculi”
Der Name des Sonntags Okuli leitet sich vom Beginn der lateinischen Antiphon ab: “Okuli mei semper ad Dominum, quoniam ipse evellet de laqueo pedes meos” (Ps 25, 15;) Der Sonntag Okuli hat das Thema “Konsequente Nachfolge”. In diesem Thema klingt alles mit, was zum Thema Nachfolge von Bedeutung ist. Nicht unbedeutend ist in manchen Perikopen auch die Bereitschaft zum Verzicht auf weltliche Güter.
Der Sonntag Okuli steht im Mittelpunkt der Fastenzeit (die Heilige Woche ist hier ausgenommen), und als solcher sollte er auch begangen werden: es sollte eine Bekräftigung der Entscheidung zur Nachfolge stattfinden, und im Rahmen der Fastenzeit kann man vielleicht auch generell noch einmal auf verschiedene Möglichkeiten des Verzichtes eingehen. Die Stellung des Sonntags als Mittelpunkt der Fastenzeit vor der Heiligen Woche lädt auch dazu ein, das Leiden und Sterben Jesu, wodurch wir gerecht werden, vorweg zu erahnen. Denn dadurch ist ja auch unser Versuch, an diesem Leiden durch Verzicht auf etwas liebgewonnenes teilzuhaben, ohne Verpflichtung möglich. Der von uns geleistete Verzicht erfolgt aus freien Stücken und bringt uns keinen Gewinn bei Gott, aber für uns selbst.
Am Sonntag Okuli hören wir, dass die Nachfolge Jesu auch Verzicht auf die Reichtümer bedeutet, deren Gebrauch uns so selbstverständlich ist. Nachfolge bedeutet auch Einsamkeit, wenn das Wort, das wir befolgen, uns zwingt, gegen den Strom zu schwimmen. Das Blut Jesu Christi aber macht es uns leicht, auch diese Bürden der Nachfolge zu tragen.
Wochenspruch:
Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes. (Lk 9, 62)
Nikolaus Bruhns gehört zu einer Komponistengeneration in Deutschland, die zeitlich zwischen der Renaissance und dem Frühbarock im 17. Jahrhundert wirkte.
In diesem Spannungsfeld entstand eine Musik, die alt und neu sehr reizvoll zu verschmelzen wusste.
Die Kantate entstand als Trauermusik, wobei der genaue Anlass und die Entstehungszeit unklar sind. Textliche Basis sind die alttestamentlichen Psalmen 4 und 9. Besetzt ist die Kantate für Chor, Orchester und vier Solisten. Immer wieder taucht das musikalische Thema des ersten Satzes im Verlauf der gesamten Kantate auf.
Im ersten Satz wird zunächst der Tod als Schlaf dargestellt, doch die Todesruhe wird hoffnungsvoll aufgebrochen durch den Satz „Denn du allein, Herr, hilfest mir“ – der Chorpart ist an dieser Stelle viel lebendiger gestaltet. Der zentrale Gedanke der Kantate ist die Erlösung des Menschen….
Aufführungsort: Walpole St. Peter, Norfolkam 05.03.2000
BWV 54 – “Widerstehe doch der Sünde”
Kantaten für den Sonntag Oculi
Als nächstes folgte BWV 54“Widerstehe doch der Sünde”, eine Solokantate mit zwei Arien für tiefe Altstimme (der wunderbaren Nathalie Stutzmann geradezu auf den Leib geschrieben), vermutlich wie Himmelskönig im selben Jahr – oder ein Jahr später – für den Dritten Fastensonntag (Oculi) komponiert. Das Werk sieht ein fünfstimmiges Streicherensemble mit geteilten Bratschen vor und legt einen Text von Georg Christian Lehms zugrunde, der auf dem Brief an Jakobus basiert: ‚So seid nun Gott untertänig, widerstehet dem Teufel, so fliehet er vor euch’.
Die erste Arie ist überwältigend. Zweimal im Laufe eines Jahres beginnt Bach einen Satz mit einer schroffen Dissonanz, einem Dominantseptakkord über einem Orgelpunkt auf der Tonika (das zweite Mal in der Adventskantate BWV 61 Nun komm, der Heiden Heiland). Es ist ein Schocktaktik, die den Hörer aufhorchen lassen und warnen soll: ‚Widerstehe doch der Sünde, sonst ergreifet dich ihr Gift’. War das auch, so fragt man sich, seine Art, sich zwei Tage nach seiner Ernennung zum Concertmeister am Weimarer Hof einzuführen? Bach schafft eine Atmosphäre dringlichen, unbeirrbaren Widerstands gegen die verführerischen, beharrlichen Mächte des Bösen. Diese beschwört er in lyrischen Violinlinien herauf, die sich drehen und winden und ineinander 12verflechten, dann einen ganzen Takt lang in taumelnder Spannung verharren, bevor sie in eine scheinbare Ruhe taumeln, ein deutliches Symbol für die Gnadenfrist, die jenen gewährt wird, die sich der Sünde standhaft widersetzen.
Ein tödlicher Fluch (dargestellt durch zwei abrupte Neueinsätze der Bratschen auf der gleichen Dominantseptime) erwartet jene, die den Willen zum Widerstand verlieren. Und für den Fall, dass jemand nicht richtig aufgepasst hat, behält Bach das mächtige, hartnäckige Pulsieren des Akkords unverändert bei. Von den zweiunddreißig Achteln der vier Anfangstakte sind nur vier Konsonanzen, alle übrigen sind Dissonanzen, zwölf davon Akkorde aus fünf Noten!Das sich anschließende Rezitativ reißt der Sünde die Maske vom Gesicht, sie erweist sich bei näherem Hinsehen als ‚leerer Schatten’. Sie ist auch ‚als wie ein scharfes Schwert, das uns durch Leib und Seele fährt’.
Die zweite Arie ist als vierstimmige Fuge angelegt, deren einschmeichelndes chromatisches Thema und ein langes, verzerrtes Gegenthema die listigen Fesseln des Bösen beschreiben. War das wirklich der Schluss des Stückes oder haben wir irgendwo unterwegs einen Choral verloren, wenn nicht ganz am Ende, dann vielleicht als Cantus firmus, als musikalische Überschrift der Fuge? Mir fällt auf, dass Bach genau einen solchen Kunstgriff (Strophen von Paul Gerhardts Choral ‚Warum sollt’ ich mich denn grämen’) in seiner doppelchörigen Motette BWV 228 Fürchte dich nicht einsetzt, die offensichtlich auch um diese Zeit entstanden ist. Beide Fugen überraschen mit einer absteigenden chromatischen Figur zu Beginn. Noch erstaunlicher ist die Ähnlichkeit des Gegenthemas mit dem Thema im letzten Satz von BWV 63 Christen, ätzet diesen Tag, das für Weihnachten 1714 in Weimar geschrieben wurde. Nehmen wir einen Augenblick an (und hier will sich selbst der große Alfred Dürr nicht festlegen), Widerstehe sei im folgenden Jahr entstanden; könnte es sein, dass Bach sein weihnachtliches Flehen um Gnade (‚Höchster, schau in Gnaden an diese Glut gebückter Seelen!’ ) in der Kantate der Fastenzeit wiederholt, um die verführerische Schönheit der Sünde (‚von außen wunderschön’), die eine Erfindung des Teufels ist, für null und nichtig zu erklären?
Das Bachfest 2017 steht unter dem Motto ““EIN SCHÖN NEW LIED” – MUSIK UND REFORMATION
Martin Luther sah in „Frau Musica“ eine göttliche Kunst, da sie den Teufeln zuwider sei. Entsprechend stellte er die Musik in eine Reihe mit der Theologie, erhob das deutschsprachige geistliche Lied zu einem festen Bestandteil des reformatorischen Programms und hielt ließ es Eingang in den Gottesdienst finden. Häufig als „schöne newe Lieder“ betitelt, verbreitete sich das neue reformatorische Liedrepertoire rasant….
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2017 beginnt seit dem 14. Oktober 2016.
J.S. Bach Cantata – BWV 54 “Widerstehe doch der Sünde” zum Sonntag Okuli für Altus, Sreicher und Continuo.
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
Die Achtzehn Choräle von verschiedener Art, auch Leipziger Choräle stellte Johann Sebastian Bach in seinen letzten Lebensjahren zusammen mit der Absicht, sie zu drucken. Diese Sammlung enthält Choralbearbeitungen für Orgel mit zwei Manualen und Pedal.
Bach wählte Sätze aus ganz verschiedenen Lebensperioden aus – die meisten dürften bereits in Weimar entstanden sein. In vielen Fällen gibt es mehrere ältere Lesarten, beispielsweise sind die beiden letzten Sätze auch im Orgelbüchlein enthalten; nicht immer weichen diese Frühformen so weit von der Endfassung ab, dass sie eigene BWV-Nummern erhielten.
Wie immer schrieb Bach nicht nur ab, sondern nutzte die Gelegenheit zu zahllosen Detailverbesserungen. Das Manuskript beginnt in fester, sicherer Schrift, die aber – wohl wegen Bachs Augenleiden – zunehmend unsicher und zittrig wird. Die letzten drei Sätze wurden von Bachs Schwiegersohn Johann Christoph Altnikolgeschrieben; laut der Vorrede der Kunst der Fuge nach Diktat.
Der letzte Choral, Vor deinen Thron tret’ ich hiermit ist wohl am bekanntesten; er wurde unter dem Namen Wenn wir in höchsten Nöten sein von den Herausgebern in die Kunst der Fuge integriert und wird bis heute manchmal als deren Abschluss gespielt.
J. S. Bach BWV 656 Orgel-Choral „O Lamm Gottes, unschuldig“
Diese Orgelanordnung ist ein Spiel der Wiederholung und Unterbrechung, für die die Struktur des Chorals selbst hervorragend geeignet ist. „O Lamm Gottes, unschuldig“ ist eine deutsche Paraphrase des Agnus Dei, der letzte Abschnitt der lateinischen Messe. In drei Strophen erzählen die Worte, wie Christus am Kreuz für unsere Sünden gestorben ist.
an jährlich vier Bach-Wochenenden (Donnerstag, Freitag & Sonntag) und in ergänzenden Sonderkonzerten das gesamte Vokalwerk von Johann Sebastian Bach auf. Die geistlichen Kantaten erklingen dabei im Zusammenhang mit ihrer ursprünglichen Bestimmung im Kirchenjahr.
Auf der Webseite zum Projekt finden Sie alle Informationen rund um Termine, Karten, Künstler:
Professionelle Qualität in Bild und Ton: Jede Woche kommt ein Chorsatz, eine Arie oder ein Choral hinzu! So können Sie mit Bach:vokal verbunden bleiben, auch wenn gerade kein Konzert ansteht.
Unter dem nachstehenden Link sind veröffentlichte Videos auf YouTube einsehbar..!!
ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er schrieb sie in Leipzig für den zweiten Sonntag nach Trinitatis und führte sie am 18. Juni 1724 zum ersten Mal auf.
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“Ich wünsche allen Besuchern einen schönen Sonntag”
ALL OF BACH veröffentlicht – Präludium und Fuge b-Moll BWV 867 (Das Wohltemperierte Klavier, I. Teil)
Präludium und Fuge b-Moll, BWV 867, bilden ein Werkpaar im 1. Teil des Wohltemperierten Klaviers, einer Sammlung von Präludien und Fugen für Tasteninstrumente von Johann Sebastian Bach.
Orgelpunkte, frei einsetzende Dissonanzen, ostinater Rhythmus und vollstimmiger Satz kulminieren im drittletzten Takt auf einer Fermate mit neunstimmig gesetztem vermindertem Septakkord. Dies alles summiert sich zum Affekt gewichtigen Ernstes und pathetischer Würde. Das Präludium wird üblicherweise in sehr langsamem Zeitmaß, piano und in weich konturiertem Rhythmus gespielt. Möglich und vertretbar, vor allem auf dem Klavier, ist aber auch ein Vortrag in ruhigem Viertelpuls und im Forte, verbunden mit rhythmischer Strenge.
Das Stück enthält 24 Takte; die Mitte wird durch die dünnstimmig gesetzten Takte 13 bis 15 deutlich hervorgehoben. Nach dem ersten Achtel in Takt 20 setzt ein intendiertes Crescendo ein, das Bach vor allem durch zunehmende Stimmenzahl realisiert.
Diese Fuge und diejenige in cis-Moll aus dem 1. Teil sind die einzigen fünfstimmigen Beispiele aus dem Wohltemperierten Klavier. Das Notenbild suggeriert hier eine Nähe zum stile antico, die allerdings durch den nach einer Pause eintretenden Nonensprung innerhalb des Themas relativiert wird. Das Thema endet nicht beim Einsatz des Comes, sondern reicht über diesen hinweg, bis zum Beginn von Takt 4.
In der Exposition wird das Thema in fünf Stimmen von oben (Sopran) nach unten (Bass) bis Takt 18 eingeführt. Nachdem in Takt 25 die Paralleltonart Des-Dur erreicht ist, folgt eine Durchführung mit vier dicht aufeinander folgenden Themeneinsätzen; der fünfte Themeneinsatz erfolgt bei der Kadenz nach As-Dur in Takt 37, in der Mitte der Fuge. Die Takte 50 bis 53 suggerieren wiederum eine mehrfache Engführung; doch auch diese ist nur vorgetäuscht, da jeweils nur der Themenbeginn wiederholt wird. Erst ab Takt 67 erklingt als Höhepunkt eine tatsächlich fünffache Engführung – vermutlich einzigartig in Bachs gesamtem Fugenschaffen.
Genies, besonders musikalische, bleiben letztlich unbegreiflich. Selbst dann, wenn das Genie aus der Familie Bach stammt, die schon vor Johann Sebastian Bach generationenlang Musiker von eigenständiger Klasse hervorgebracht hat und diese Tradition noch einmal in ihren Söhnen fortsetzt. Selten kann und will man die Spuren zum „Genie der Familie“, wie Jean Paul Sartre über Gustave Flaubert formulierte, aber so gern und gut verfolgen wie bei den Bachs.
Sich auf die Fährten der Bachs vor Bach zu begeben, hat Volker Hagedorn, passionierter Bratscher und formidabler Musikkritiker (auch für die ZEIT) unternommen. Es ist eine ungemein lohnende Recherche geworden, sie führte kreuz und quer durch Thüringen von Wechmar nach Ohrdruf, von Eisenach nach Erfurt, von Arnstadt sogar bis ins fränkische Schweinfurt, sie führt letztlich zum sogenannten Altbachischen Archiv, zu den musikalischen Hinterlassenschaften, die von Johann Sebastian Bach selbst gesammelt wurden, Stücke seiner Vorfahren, deren Qualität jeden überzeugten. Heute lagert das Archiv versteckt in der Berliner Staatsbibliothek….
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 12.03.2017 begehen wir den Sonntag Reminiszere
Der Name des Sonntags Reminiszere leitet sich vom Beginn der lateinischen Antiphon ab: „Reminiscere miserationum tuarum, Domine, et misericordiarum tuarum quae e saeculo sunt.“ (Ps 25, 6;)
Der Sonntag Reminiszere hat das Gleichnis von den bösen Weingärtnern zum Thema. Es geht dabei um das Verhältnis zwischen Gott und Mensch. Wohl wissend, was sie tun, bringen die Weingärtner den Sohn des Besitzers um, hoffend, dass sie dann den ganzen Besitz für sich einstreichen können. Ganz offensichtlich soll das Gleichnis darauf hindeuten, dass die Menschen, die eine Verantwortung von Gott übertragen bekommen haben (jeder), das ihnen Anvertraute lieber als ihr Eigentum ansehen wollen und dabei die Rechte Gottes zu mißachten (und damit auch seine Macht).
Die Frage dieses Sonntags und dieser Woche ist daher die nach unserem Verhältnis zu Gott. Sie wird allerdings schwierig zu beantworten sein, denn wie mißt man ein solches Verhältnis? Sobald man zu messen beginnt, ist man ja nicht mehr Betroffener, sondern „Richter“, und stellt sich damit jenseits dessen, was einen zutiefst persönlich angeht. Und das kann nicht gut gehen. Soll man andere den Maßstab anlegen lassen? Auch das ist nicht im Sinne des Evangeliums. Bleibt nur das „Innewerden“, das „Auf-Sich-Besinnen“, als Möglichkeit, über das eigene Verhältnis zu Gott nachzudenken und, falls nötig, Konsequenzen zu ziehen.
Wochenspruch:
Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. (Röm 5, 8)
In Cantica erklingt als Beispiel von Michel Richard Delalande seine Vertonung von Psalm 137. Der ist einer der bekanntesten Psalmen des Alten Testamentes überhaupt; seine Eröffnungszeilen („An den Strömen Babylons“) waren mehrfach Teil erfolgreicher Musikstücke im 20. Jahrhunderts. Der Beter reflektiert in den Psalm die schwierige Lage der Israeliten. Sie befinden sich im Exil in Babylon. Jerusalem, die Heilige Stadt der Juden, war im 6. Jahrhundert vor Christus von den Babyloniern zerstört worden. Melancholisch erinnern sich im Psalm die Überlebenden an Jerusalem vor der Zerstörung der Stadt. Im weiteren Verlauf des Psalms hoffen die Israeliten auf eine Verbesserung ihrer Lage und vor allem auf einen Rückkehr nach Jerusalem.
Delalande teilt den Text in mehrere Abschnitte ein und besetzt diese unterschiedlich. Basis sind insgesamt vier Sätze für Chor, dazwischen interpretieren Gesangsolisten den Psalm. Zu seinen Lebzeiten war Delalande sehr erfolgreich mit diesen Vertonungen. Er starb mit knapp 70 Jahren hochgeachtet am Hof von Versailles im Jahr 1726…..
Johann Michael Bach * 9. November 1745 in Struth bei Schmalkalden; † 13. Juni 1820 in Wuppertal-Elberfeld), auch Tanner Bach, seltener Elberfelder Bach oder Schmalkaldener Bach genannt, war ein deutscher Komponist aus der Familie Bach. Sein Verwandtschaftsverhältnis zur Wechmarer Linie, welcher Johann Sebastian Bach entstammt, ist nicht völlig geklärt.
Er ging früh auf Reisen nach Holland und (angeblich) England, war in Tann als Kantor tätig, studierte in Göttingen und Leipzig, ließ sich einige Jahre in Güstrow als Advokat nieder. 1785 kehrte er wieder nach Tann zurück, wo er erneut als Kantor wirkte. 1795 ging er nach Basel und verbrachte seinen Lebensabend in Elberfeld, einem Stadtteil des heutigen Wuppertal.
V i d e o :
Cantata: – „Das Volk, so im Finstern wandelt“
1.Chorus: Das Volk, so im Finstern wandelt
2.Recitative: Ehre sei Gott in der Höhe
3.Aria: Heil der Armen, Trost der Seelen
Die dritte der von Bach für diesen Sonntag erhaltenen Kantaten ist
BWV 92 „Ich hab in Gottes Herz und Sinn“ von 1725,
eine neunsätzige Choralkantate, die auf ein Lied von Paul Gerhardt zurückgeht. Im Gegensatz zu den beiden Vorgängerwerken bezieht sich der aus dem Jahr 1647 stammende Text nicht ausdrücklich auf eine der festgesetzten Bibellesungen, sondern ermahnt die Gemeinde, sich Gott mit Herz und Sinn zu ergeben und ihm im Guten und im Bösen zu vertrauen. Das mag die Erklärung sein, warum das einleitende Oboenthemas in Melodieführung und Stimmung der zärtlichen Sopranarie ‚Komm in mein Herzenshaus’ aus BWV 80 ähnlich ist. Die einleitende Choralfantasie ist sorgfältig ausgearbeitet und weist in den drei einander imitierenden tiefen Stimmen heftige Spannungen auf. Spuren der Choralmelodie sucht man in ihr vergeblich, bis man gewahr wird, dass ihr Material aus den Instrumentalritornellen gewonnen ist, die zwischen die Zeilen des Chorals eingefügt sind.
Der zweite Satz ist ein kühnes Experiment, mit dem Bach den Bass seinen eigenen gemessenen Gesang der zweiten Choralstrophe nicht weniger als neunmal durch seine eigenen Anmerkungen in freier rezitativischer Form unterbrechen lässt, während der Continuo den Sinn der Worte tonmalerisch ausdeutet. Das alles hört sich ein bisschen an wie eine Lehrstunde zur Auslegung der Heiligen Schrift: Der Lehrer der Sonntagsschule erklärt geduldig, dass Gott ‚mich nur üben’ will, wenn das Leben mühselig wird, daher auch die beiläufigen Anspielungen auf Jonas und den Walfisch, den uns das unterirdische Grummeln im Continuo identifizieren hilft, und auf Petrus, der ‚stark im Glauben’ ist, was durch das kantige, mit Hilfe von Steigeisen bewerkstelligte Klettern hinauf zum Gipfel (hohes E) zum Ausdruck kommt. Unterdessen teilt Bach seinen Hörern mit, dass die Hauptstrophe des Chorals gleich wieder einsetzen wird, indem er sie jedes Mal kurz vor ihrem Erscheinen in diminuierter Form im Continuo ankündigt (oder gleichzeitig präsentiert). Es besteht die Gefahr, dass der Hörer durch das Übermaß an Informationen erdrückt wird, so wie angesichts jener verwirrenden Verkehrsschilder an Straßenkreuzungen, die Autofahrer blitzschnell entschlüsseln sollen, und die ganze Fülle lässt sich schwer bewältigen.
Dergleichen Probleme sind in der sich anschließenden Tenor-Arie ‚Seht! wie reißt, wie bricht, wie fällt’ nicht vorhanden. Sie findet Bach in apokalyptischer Stimmung vor. Hier verlagert sich die Tonmalerei auf eine sehr viel größere Leinwand: Die in Rubensmanier kühn dahinfegenden Pinselstriche, die Tiraden in den ersten Violinen (mit weiten Sprüngen und schroffen Rhythmen) im Wechsel mit viernotigen Motiven der beiden mittleren Stimmen und das sich in Gegenrichtung bewegende Continuo setzen eine riesige Energie frei. All das trägt dazu bei, einen Eindruck davon zu vermitteln, ‚wie reißt, wie bricht, wie fällt, was Gottes starker Arm nicht hält’. Das Stück verlangt vom Sänger eine äußerst virtuose Leistung; es ist eindrucksvoll, aber absichtlich unerquicklich.
Die Choralmelodie kehrt, spärlich verziert, im vierten Satz wieder, der Gottes ‚Weisheit und Verstand’ als obersten Hüter der Zeit rühmt (‚Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt, zu tun und auch zu lassen’). Sie wird hier sachlicher vorgetragen als in ähnlichen Modellen, und das legte mir nahe, die hinter dem Instrumentalensemble postierten Altstimmen unisono statt solistisch zu führen. Folglich wird nun der Hintergrund – zwei Oboen d’amore, die in fugiertem Austausch miteinander verkettet sind (ohne dass in fünfundfünfzig Takten eine Stelle vorgesehen wäre, wo sie Atem schöpfen könnten) und zusammen mit dem Continuo eine Art dreistimmige Invention schaffen –zum Vordergrund.
‚Das Brausen von den rauen Winden’ kehrt im sechsten Satz wieder, heraufbeschworen durch den lebhaften Austausch zwischen Cello und Bassist. Bach verwertet hier einen Gedanken aus seiner allerersten Kantate (BWV 150, Nr. 5), in der das gleiche Motiv dazu verwendet wurde, Zedern zu beschreiben, die ‚von den Winden oft viel Ungemach empfinden’. Hier dient der Vergleich dazu, die Botschaft des B-Teils hervorzuheben – wie ‚des Kreuzes Ungestüm schafft bei den Christen Frucht’. (Die in der Bedeutung des Wortes ‚Ungestüm’angelegte ‚Heftigkeit’ bezieht sich, wie ich meine, auch auf die Brutalität eines Todes durch Kreuzigung.) Für mich ist das Bild ‚brausender rauer Winde’, die ‚volle Ähren’ bringen, irritierend. Wind hat für Bauern gewöhnlich die umgekehrte Wirkung: Eines der Dinge, die wir zur Zeit der Ernte fürchten müssen, ist ein unberechenbarer Sturm, der das Getreide flach legt und den möglichen Ertrag vernichtet.
Ein zweites Mal unterbricht nun Bach die Choralstrophe (Nr. 7) mit Kommentaren in rezitativischer Form, die sich von der tiefsten zur höchsten Stimme bewegen. Genau an der Stelle, wo der Choraltext ausgesprochen persönlich wird (‚Ei nun, mein Gott, so fall ich dir getrost in deine Hände‘) und den Hörer eigentlich einen solistischen Vortrag erwarten ließe (wie in Nr. 2), vertont ihn Bach als vierstimmigen Choral über einer teilweise unabhängigen Continuolinie. Linde Düfte bringt die von Oboe und Streicherpizzicati begleitete pastorale Sopranarie ‚Meinem Hirten bleib ich treu’ (Nr. 8). Wunderbar ist die Doppeldeutigkeit des rhythmischen Akzents: Bach lässt den Hörer eine Folge zweitaktiger Einheiten erwarten, um dann plötzlich vier Takte zu verklammern. Bei ihrem bezaubernden Schluss – ‚Amen: Vater, nimm mich an!’ – sind Unschuld, Vertrauen und Fragilität zur Einheit verschmolzen.
BWV 84 – „Ich bin vergnügt mit meinem Glücke“ BWV 92 – „Ich hab in Gottes Herz und Sinn“ BWV 144 – „Nimm, was dein ist, und gehe hin“
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Bachfest Leipzig 2017 vom 09.06 – 18.06.2017
“EIN SCHÖN NEW LIED” – MUSIK UND REFORMATION
Das Bachfest 2017 steht unter dem Motto ““EIN SCHÖN NEW LIED” – MUSIK UND REFORMATION
Martin Luther sah in „Frau Musica“ eine göttliche Kunst, da sie den Teufeln zuwider sei. Entsprechend stellte er die Musik in eine Reihe mit der Theologie, erhob das deutschsprachige geistliche Lied zu einem festen Bestandteil des reformatorischen Programms und hielt ließ es Eingang in den Gottesdienst finden. Häufig als „schöne newe Lieder“ betitelt, verbreitete sich das neue reformatorische Liedrepertoire rasant….
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2017 beginnt seit dem 14. Oktober 2016.
Johann Rosenmüller begann 1640 sein Studium an der theologischen Fakultät der Universität Leipzig, nahm Musikunterricht beim damaligen Thomaskantor Tobias Michael, wirkte als Lehrer an der Thomasschule und als Organist an der Nikolaikirche. Sein Weg führte ihn nach Venedig, wo er 24 Jahre seines Lebens verbrachte, als Posaunist am Markusdom, Komponist und Kapellmeister. Deutsche Musiker, die sich auf ihren Reisen auch nach Italien begaben, wie zum Beispiel J. P. Krieger, wurden von ihm unterrichtet, seine Kontakte nach Deutschland rissen niemals ab.
J.S. Bach Cantata – BWV 125„Mit Fried und Freud ich fahr dahin“
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
Kantate BWV 125 zum Fest Mariae Reinigung für Altus, Tenor und Bass, Vokalensemble, Corno, Flauto traverso, Oboe d’amore, Streicher und Continuo Solisten.
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Die DVD mit der gesamten Kantate ist erhältlich im Shop
J.S. Bach – BWV 538 „Toccata und Fuge in d -Moll (‚Dorian)
Die Toccata und Fuge in d-Moll, BWV 538 ist ein Orgelstück von Johann Sebastian Bach. BWV 538 trägt den gleichen Titel wie die bekanntere Toccata und Fuge d-Moll BWV 565, wird jedoch oft mit dem Beinamen dorische versehen – Grund dafür ist die für d-Moll heute unübliche Schreibweise ohne Generalvorzeichen, die auf den ersten Blick den dorischen Modus vermuten lässt.
an jährlich vier Bach-Wochenenden (Donnerstag, Freitag & Sonntag) und in ergänzenden Sonderkonzerten das gesamte Vokalwerk von Johann Sebastian Bach auf. Die geistlichen Kantaten erklingen dabei im Zusammenhang mit ihrer ursprünglichen Bestimmung im Kirchenjahr.
Auf der Webseite zum Projekt finden Sie alle Informationen rund um Termine, Karten, Künstler:
„Halt im Gedächtnis Jesum Christ“ (BWV 67) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er schrieb sie in Leipzig für Quasimodogeniti, den 1. Sonntag nach Ostern, und führte sie am 16. April 1724 zum ersten Mal auf.
Ausführende:
Christian Villiger, Bass | solistenensemble stimmkunst | Stiftsbarock Stuttgart (Konzertmeisterin: Lisa Immer) | Leitung: Kay Johannsen.
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“Ich wünsche allen Besuchern einen schönen Sonntag”
ALL OF Bach veröffentlichte das Orgelwerk BWV 527 „Trio-Sonate 3 d-Moll“
„Einfache Konversation“
Bachs einfachste Trio-Sonate ist ein großartiges Duett.
Sätze
Andante 2/4 d-Moll
Adagio e dolce 6/8 F-Dur
Vivace 3/8 d-Moll
Bach verwendete den langsamen Satz später als Mittelsatz für sein Tripelkonzert (BWV 1044) und fügte dazu eine vierte Stimme hinzu. Unabhängig davon bearbeitete Wolfgang Amadeus Mozart später den gleichen Satz für Streichtrio.
Zu den Ohren des siebzehnten und achtzehnten Jahrhunderts – Komponisten wie Mattheson, Rousseau und Schubart, der Schlüssel von d-Moll vertreten Melancholie, Hingabe, Feierlichkeit und Ernst. Und Bach mußte ähnliche Ideen haben, da die Eröffnung dieser Sonate in d-Moll einen unsicheren und nachdrücklich andanten Klang hat. Nach diesem vorläufigen Start startet Bach ins Experimentieren, indem er fast immer die Motive jongliert und nach neuen Schlüsseln sucht.
Das ganze Stück ist wie ein einfaches Gespräch zwischen den beiden Oberteilen aufgebaut, begleitet von einem Kontinuums Bass. Die Adagio (die Komposition wurde später Adagio e dolce) scheint ein elegantes, unkompliziertes Flötenduett zu sein. Bach verwendete es selbst in seinem Konzert in a-Moll, BWV 1044, und Mozart benutzte es in seinem String-Trio, KV 405a.
Der letzte Satz, ein üppiger Vivace, macht auf jeden Fall mehr technische Anforderungen an den Organisten. In ihrer Form ähnelt diese zweiteilige Fuge einem Rondo, mit einem Katalog von Nachahmung von Triplet-Figuren, die von Teil zu Teil springen, zwischen den Wiederholungen des Themas.
Orgel Diese Aufnahme wurde auf der berühmten Müller-Orgel im Dom von Saint Bavo in Haarlem gemacht. Es ist ein ganz besonderes Instrument von 1738. Sowohl Georg Friedrich Händel als auch Wolfgang Amadeus Mozart reisten nach Haarlem, um diese Orgel zu spielen! Händel freute sich besonders über das ungewöhnliche Vox Humana Register. Die Orgel hat über 5000 Pfeifen, geteilt über 64 Register, mit drei Handbüchern und einem Pedal.
Um 1727-1730 führte Bach ein neues Orgel-Genre ein: die Trio-Sonate. Diese Art von Sonate – mit zwei melodischen Instrumenten und Bass, oder Solist und Keyboard – war schon lange in der barocken Kammermusik, aber die drei Teile waren noch nie zuvor auf einem Instrument zu hören. Durch eine schlaue Registrierung ist es möglich, eine Fülle von Klängen auf der Orgel zu erreichen, aber das ist nur der Anfang, da die sechs Sonaten als äußerst schwierig angesehen werden. Schweitzer sagt zum Beispiel, dass „diejenigen, die diese Sonaten gründlich praktiziert haben, in der alten oder der modernen Orgelliteratur keine Probleme mehr haben werden. […] Er hat absolute Präzision in seinem Spiel erreicht – der ultimative Zustand der wahren Orgelkunst. In diesem komplizierten Trio-Stück ist auch die kleinste Unregelmäßigkeit mit schrecklicher Klarheit zu hören. „
Biograph Forkel bemerkte, dass Bach die Sammlung (oder aus dem früheren Material transkribiert) für die Studien von Wilhelm Friedemann, die er „so trainiert, und er wurde später der große Organist“. Vielleicht ist dieser Kontext auch der Grund dafür, dass er hier und da den italienischen Konzertstil galantisch berührt, inspiriert von den Opern in Dresden, von denen Friedemann anscheinend ein großer Fan war. Die Sonaten blieben für eine lange Zeit einflussreich, auch auf dem jungen Mendelssohn zum Beispiel. Ungeachtet seiner Kammermusik Ursprünge, ist dies Out-and-out-Keyboard-Musik, mit einer einzigartigen Interaktion zwischen beiden Händen. Die fast endlose Variation der Form macht die Kollektion zu einer eigenen Welt.
BWV 527 Titel Sonate Nr. 3 in d-Moll Genre-Orgel-Arbeit (Trio-Sonate) Serie sechs Sonaten Jahr 1727-1732 Stadt Weimar / Leipzig
Besonderer Hinweis: Bach arrangierte den zweiten Satz für das Konzert in a-Moll für Flöte, Violine und Cembalo, BWV 1044.
Raphaël Pichon & Ensemble Pygmalion gelingt eine überragende Aufführung der „Matthäus Passion“ BWV 244 von J.S. Bach
Die Matthäus-Passion, BWV 244, ist eine oratorische Passion von Johann Sebastian Bach. Der Bericht vom Leiden und Sterben Jesu Christi nach dem Evangelium nach Matthäus bildet das Rückgrat. Ergänzt wird er um eingestreute Passionschoräle und erbauliche Dichtungen von Picander in freien Chören und Arien. Die Matthäus-Passion und die Johannes-Passion sind die beiden einzigen vollständig erhaltenen authentischen Passionswerke von Bach. Mit über 150 Minuten Aufführungsdauer und einer Besetzung von Solisten, zwei Chören und zwei Orchestern ist die Matthäus-Passion Bachs umfangreichstes und am stärksten besetztes Werk und stellt einen Höhepunkt protestantischer Kirchenmusik dar. Die Uraufführung fand am 11. April 1727 in der Thomaskirche in Leipzig statt. Nach Bachs Tod geriet das Werk in Vergessenheit. Die Wiederaufführung in einer gekürzten Version unter Felix Mendelssohn Bartholdy im Jahr 1829 leitete die Bach-Renaissance ein.
Dieses Konzert würdigt die Opfer der Brüsseler Terrorangriffe vom 22. März 2016. Raphaël Pichon leitet Bachs Matthäus Passion, eines der ikonischsten und monumentalen Werke des westlichen heiligen Repertoires an der Chapelle Royale du Château de Versailles. Diese Veranstaltung enthält Julian Prégardien, Stéphane Degout, Sabine Devieilhe und das Ensemble Pygmalion.
Raphael Pichon(30) stammt aus Paris. Foto: Jean Baptiste Millot
Bachs Heilige Matthäus-Passion ist ein monumentales musikalisches Werk: zwei Chöre, zwei Orchester, vier Solisten und ein Erzähler, der Matthäus den Evangelisten verkörpert. Aber jenseits der außerordentlichen Massen-Klangfülle ist es die dramatische Spannung der Erzählung der Passion, die die Zuschauer während dieses dreistündigen Oratoriums festhält.
Die Heilige Matthäus-Passion erforscht das ganze Spektrum der menschlichen Leidenschaften und scheint sie in einem archetypischen musikalischen Ausdruck zu sublimieren, wie die Arie „Erbarme dich“ zeigt. Wahrscheinlich die bekannteste Arie der ganzen Partitur, „Erbarme dich“ drückt bewundernswert die Reue und Trauer des Petrus, des Apostels aus, als er sich an das Wort Jesu erinnerte, das zu ihm gesagt hatte: „Bevor der Hahn kräht, wirst du mich drei verleugnen mal.‘ So ging er hinaus und weinte bitterlich „(Matthäus 26:75). Die melodischen Linien des Duetts, die sich aus der Violine und dem Solisten zusammensetzten, deutete Petrus plötzliche Vergebung und schließlich seine Hoffnung auf Erlösung.
J. S. Bach BWV 244 Matthäus Passion, Raphael Pichon, Recording from 26. März 2016 Chapelle royale du Château de Versailles.
Zwischen dem ersten Teil und dem zweiten Teil der Matthäuspassion klingt eine Vokalwerk von Jacobus Gallus (1550-1591) „Ecce quomodo moritur justus“
Es ist eine neue Aufnahme von dem jungen französischen Dirigenten, Raphaël Pichon, die mich sofort gefesselt und inspiriert hat. Sie strahlt „Frische und Eleganz“ aus. Es ist wunderbar, dass wieder ein junger Bach-Interpret die Bühne betritt und für Furore sorgt. Diese Leichtigkeit, Beschwingtheit der Chöre begeistert. Hier ist keine Steifheit zu bemerken wie sie bei manchen Interpreten oft vorkommt. Ein so selten befreiter Chor verdiente dafür allein schon die würdigende Höchstwertung. Das Orchester, bestückt mit „Historischen Instrumenten“, spielen in einer Eindringlichkeit und Beseeltheit, die fesselt und bewundernswert ist.
Hier erscheint ein neue Stern am Horizont der Bach-Interpreten. Ich prophezeie dem Jung-Interpreten Raphaël Pichon eine großartige Zukunft!
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 05.03.2017 begehen wir den Sonntag Invokavit
Der Name des Sonntags Invokavit leitet sich vom Beginn der lateinischen Antiphon ab: „Invocavit me, et ergo exaudiam eum“ (Ps 91, 15;).
Der Sonntag Invokavit hat die Geschichte der Versuchung Jesu zum Thema. Versuchung ist inzwischen zu einem altertümlichen Begriff geworden, vor allem deshalb, weil die Frage nach dem Versuchenden immer deutlicher gestellt wurde und wird. Gibt es ihn überhaupt? Entspringt die Versuchung nicht ausschließlich in einem selbst? Diese Entwicklung muss auf jeden Fall berücksichtigt werden, wenn wir von Versuchung sprechen. Die Vorstellung eines leibhaftigen Versuchers als des Teufels ruft höchstens noch ein müdes Lächeln hervor; das Arbeiten mit solchen Bildern in der Predigt ist heutzutage ausgesprochen schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Die Frage nach dem Versuchenden bleibt, sei es nun die Person selbst oder eine von außen wirkende Kraft. Und immerhin finden wir den Begriff noch in der deutschen Sprache, wenn z.B. gesagt wird: „Ich bin versucht, das und das zu kaufen.“ Aber hier hat es gewiss nicht mehr den Sinn, den es in der Bibel hat.
Am Sonntag Invokavit hören wir die Erzählung von der Versuchung Jesu und danken Gott, dass wir in ihm einen Hohenpriester haben, der – ohne Sünde – durch sein Opfer für uns die Erlösung gewirkt hat. Nur im Blick auf diesen Hohenpriester können wir, die wir immer die Macht der Versuchung erfahren und ihr unterliegen, getrost leben.
Wochenspruch:
Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. (1. Joh 3, 8b)
Am 1. Fastensonntag geht es um eine Art Privatkomposition, die über Jahre nur ein ausgewählter Personenkreis zu hören bekam. Geschrieben wurde die Musik vor rund 450 Jahren von Orlando di Lasso. Er lebte als Komponist während der Renaissance und war einer der berühmtesten Musiker im 16. Jahrhundert. Sein Dienstherr war Herzog Albrecht V. von Bayern, der in München residierte.
Für ihn hatte di Lasso eigens die sieben so genannten Bußpsalmen aus der Bibel vertont. Doch veröffentlichen durfte er die Werke nicht. Nur der Herzog und sein Gefolge kamen in den Genuss der Musik. Erst 1584 konnte Lasso nach dem Tod des Fürsten die Bußpsalmen endlich der Öffentlichkeit vorstellen. Zu diesem Zeitpunkt war Orlando di Lasso bereits der berühmteste Komponist Europas. Sein kompositorisches Spektrum übertraf in seiner Vielseitigkeit alle Musikerkollegen, mehr als 2000 Werke schrieb er. Von keinem Komponisten dieser Zeit wurden mehr Werke gedruckt, überall in Europa wurden sie vervielfältig und aufgeführt….
Das bezaubernde fünfsätzige Werk BWV 84 „Ich bin vergnügt mit meinem Glücke“ für Sopran solo, Oboe und Streicher trägt ausdrücklich den Titel ‚Kantate’ (was in Bachs geistlichem Werk sehr ungewöhnlich ist) und wurde sehr wahrscheinlich am 9. Februar 1727 uraufgeführt. Das Libretto stammt von einem anonymen Textdichter, enthält jedoch Bezüge zu einem früheren Text, den Erdmann Neumeister für Telemanns Eisenacher Zyklus geliefert hatte, sowie einem anderen, in zeitlicher Nähe entstandenen Text, den Picander 1728 veröffentlichen würde. Der aktuell zu vertonende Text, der auf Bachs Schreibtisch lag, basiert ebenfalls auf dem Gleichnis vom Weinberg, auch wenn diesmal nicht von den missgestimmten Arbeitern die Rede ist, sondern von ‚meinem Glücke, das mir der liebe Gott beschert’. Das Tagesevangelium aus Matthäus kommt zu dem Schluss: ‚Also werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt’, und das bedeutet, dass der Arbeitsvertrag Gültigkeit hat, ohne Rücksicht darauf, ob für den Lohnempfänger andere Verträge vorteilhafter wären.
Da Bach während seines gesamten Schaffens ständig darauf bedacht war, für eine Arbeit nicht unangemessen entlohnt zu werden, bevor er einen neuen Vertrag annahm, dürfte die Moral dieses Kantatentextes für ihn recht hart zu schlucken gewesen sein. ‚Vergnügt mit meinem Glücke’ zu sein, das ist die eine Sache – ein kleines bisschen mehr als gehorsam‚ seines Amtes zu walten’ (wie in dem Calov-Zitat, das er unterstrichen hat). Doch Neumeister und Picander gehen beide einen Schritt weiter, wenn sie davon reden, zufrieden oder ‚vergnügt mit meinem Stande’ zu sein, ‚in welchen mich mein Gott gesetzt’ oder ‚den mir der liebe Gott beschert’. War Bach zufrieden mit dem ‚Stande’, in dem er sich in Leipzig befand? Alles, was wir über seine mühselige Tätigkeit als Kantor herausfinden können, deutet auf einen ständigen inneren Kampf hin zwischen dem Wunsch, einerseits seine Arbeit unter dem Einsatz aller Kräfte zu erledigen (Gott zur Ehre und seinem Nächsten zum Nutze, wie er es ausgedrückt hätte) und andererseits mit seinem Leben ‚fast in stetem Verdruss, Neid und Verfolgung’ (wie er es in einem Brief an einen Freund schilderte) zurechtzukommen.
War es also Bach, der diese Textänderung veranlasst hatte? Diese Frage lässt sich kaum beantworten. Doch selbst wenn wir angesichts dieser Verlagerung der Betonung in der langen Arie in e-moll, mit der das Werk beginnt, eine unmissverständliche Schilderung des Gleichmuts und der Gelassenheit gewärtigen, so würde das nicht einfach zu all dem im Widerspruch stehen, was wir aus seiner Situation in Leipzig schließen könnten, sondern es würde auch der Ambivalenz und Komplexität der Musik – besonders seiner Musik – und ihrer Fähigkeit, Stimmungen nuanciert zu schildern, nicht gerecht werden. Zufriedenheit ist wohl eher eine statische Gemütsverfassung, während Bachs Musik hier auf etwas Dynamisches, Wechselhaftes hindeutet. Die reich verzierte Verflechtung von Singstimme und Oboe, die Vielzahl schwungvoller punktierter Rhythmen und ausdrucksvoller Synkopierungen, die Weise, wie das Eingangsritornell in unterschiedlicher Gestalt wiederkehrt, während die Sopranstimme mit neuen Motiven aufwartet – all das trägt zu dem Zauber dieser Musik und ihren schwer zu fassenden Stimmungen bei. Wehmütig, resigniert, vielleicht gar elegisch?
Dank ihrer guten Laune ist die zweite Arie (‚Ich esse mit Freuden mein weniges Brot’), für Oboe solo, Violine und Continuo, reizvoll auf eine weit weniger anspruchsvolle Art. Mit ihrem Sextensprung aufwärts gerät sie unwillkürlich in die Nähe von Galateas Arie ‚As when the dove’ aus Händels Masque Acis and Galatea. Das folgende, von Streichern begleitete Rezitativ (Nr. 4) führt die Kantate zurück in die Nähe des Mollbereichs, spiegelt die im Text angelegten leisen Todesahnungen und liefert einen perfekten Übergang zu dem abschließenden Choral: die zwölfte Strophe eines geistlichen Liedes von Ämilie Juliane von Schwarzburg-Rudolstadt zu Georg Neumarks unvergesslicher Melodie. Er trägt den Vermerk a soprano solo e a 3 ripieni, und das bedeutet, dass keiner der vier Vokalparts instrumental verdoppelt werden sollte. Wir haben ihn also a cappella und recht ruhig gesungen. ‚Ich leb indes in dir vergnüget / und sterb ohn alle Kümmernis’. Ich fand ihn sehr bewegend.
BWV 84 – „Ich bin vergnügt mit meinem Glücke“
BWV 92 – „Ich hab in Gottes Herz und Sinn“
BWV 144 – „Nimm, was dein ist, und gehe hin“
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Bachfest Leipzig 2017 vom 09.06 – 18.06.2017
“EIN SCHÖN NEW LIED” – MUSIK UND REFORMATION
Das Bachfest 2017 steht unter dem Motto ““EIN SCHÖN NEW LIED” – MUSIK UND REFORMATION
Martin Luther sah in „Frau Musica“ eine göttliche Kunst, da sie den Teufeln zuwider sei. Entsprechend stellte er die Musik in eine Reihe mit der Theologie, erhob das deutschsprachige geistliche Lied zu einem festen Bestandteil des reformatorischen Programms und hielt ließ es Eingang in den Gottesdienst finden. Häufig als „schöne newe Lieder“ betitelt, verbreitete sich das neue reformatorische Liedrepertoire rasant….
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2017 beginnt seit dem 14. Oktober 2016.
– „Wer mich liebet, der wird mein Wort halten“, BWV 74
– „Herr Jesu Christ, wahr` Mensch und Gott“, BWV 127
– „Gelobet sei der Herr, mein Gott“, BWV 129
Stephan König: „Haddock“, Chorkantate op. 205 (UA)
»Haddock« wird musiziert von der Leipziger Cantorey und der Staatskapelle Weimar unter der Leitung von Alt-Thomaskantor Georg Christoph Biller.
J.S. Bach Cantata BWV 84 „Ich bin vergnügt mit meinem Glücke“
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
BWV 84„Ich bin vergnügt mit meinem Glücke„
Kantate BWV 84 für den Sonntag: Septuagesimae für Sopran, Oboe, Fagott, Streicher und Continuo.
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Die DVD mit der gesamten Kantate ist erhältlich im Shop
ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte die Dialogkantate in Leipzig für den ersten Sonntag nach Epiphanias und führte sie am 13. Januar 1726 erstmals auf. Bach schrieb die Kantate “Liebster Jesu, mein Verlangen” in seinem dritten Amtsjahr in Leipzig für den ersten Sonntag nach Epiphanias (Erscheinung des Herrn).
an jährlich vier Bach-Wochenenden (Donnerstag, Freitag & Sonntag) und in ergänzenden Sonderkonzerten das gesamte Vokalwerk von Johann Sebastian Bach auf. Die geistlichen Kantaten erklingen dabei im Zusammenhang mit ihrer ursprünglichen Bestimmung im Kirchenjahr.
Auf der Webseite zum Projekt finden Sie alle Informationen rund um Termine, Karten, Künstler:
Professionelle Qualität in Bild und Ton: Jede Woche kommt ein Chorsatz, eine Arie oder ein Choral hinzu! So können Sie mit Bach:vokal verbunden bleiben, auch wenn gerade kein Konzert ansteht.
Unter dem nachstehenden Link sind veröffentlichte Videos auf YouTube einsehbar..!!
J.S. Bach – Kantate BWV14 „Wär Gott nicht mit uns diese Zeit“
Wär Gott nicht mit uns diese Zeit (BWV 14) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte die Choralkantate in Leipzig für den 4. Sonntag nach Epiphanias auf das Kirchenlied von Martin Luther und führte sie am 30. Januar 1735 erstmals auf.
ALL OF Bach veröffentlicht die Solo-Kantate für Alt – BWV 170 „Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“
„Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“(BWV 170) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach, eine Solokantate für Alt.
Nehmen Sie jede CD von gesammelten Alt-Arien und – Sie finden die erste Arie von „Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“ darauf. Bei einer ersten Anhörung ist es ein ‚Classic FM‘ Stück, und es singt von angenehmer Ruhe. „Allerdings“, sagt Alt-Solist Alex Potter, „Bach ist mehr als das. Er zeigt, wie dieser himmlische Frieden mehr ein Ehrgeiz ist als eine Leistung. Sie hören es zum Beispiel in der Aufregung der Sechzehnteln, die zeigt, dass Adams Fluch noch wahr ist: die Sündhaftigkeit des Fleisches ist immer vorhanden. Es ist kein Zufall, dass diese Kantate wahrscheinlich um die Kommunion herumgeführt wurde; Der Teil des Gottesdienstes, der die Verbindung zwischen Christus und der Gemeinde erneuert „.
In der zweiten Arie wird die Sängerin – (Countertenor) von einer Solo-Orgel begleitet, die eine Seltenheit in den Bach-Kantaten ist. Hier identifiziert sich der Sänger mit dem Verehrer und beklagt die vielen bösen Herzen in der Welt. Die Orgel unterstützt ihn mit kurzen Seufzern. „Es gibt zahlreiche Herausforderungen. Ich muss meine Koloraturen (lange, virtuose Linien auf einer Silbe) im Tempo mit dem Organisten halten und gleichzeitig den richtigen Ausdruck finden. Und ich muss es tun, ohne in sinnlose Virtuosität zu verfallen. „Rach und Hass“ sind Worte, die du nicht einfach nett singen kannst „.
Die abschließende Arie, ‚Mir ekelt mehr zu leben‘, sollte metaphorisch eher als buchstäblich interpretiert werden, laut Alex Potter. „Es geht nicht um einen direkten Wunsch zu sterben, sondern um den Wunsch, das Fleisch sterben zu lassen, um Gott näher zu kommen. Die eher falsche Orgelbegleitung könnte die Eitelkeit der Welt darstellen. Bedeutend wählte Bach hier für die rhythmische Struktur des Bourree – ein höfischer Tanz“.
Lage und Orgel
Diese Aufnahme wurde in der Wallonischen Kircheim Herzen von Amsterdam gemacht. Nicht nur die Kirche hat eine gute Akustik, sondern auch eine Wallfahrtsstätte für Organisten wegen ihrer Müller-Orgel aus dem Jahre 1739.
Organist Leo van Doeselaar: „Dies ist eines der schönsten kleinen Barock-Orgeln in den Niederlanden. Gustav Leonhardt war der Organist an der Wallonischen Kirche von 1959 bis 1982. Er hatte die Orgel in den ursprünglichen Zustand schon in den 60er Jahren wiederhergestellt. Es ist eine echte Pionier-Orgel „. Für diese Aufführung verwenden wir eigentlich diese „große“ Orgel. Eine Kastenorgel ist ein Anachronismus, der in Bachs Tag nie benutzt wurde.
„In Bachs Kirchenmusik spielte die große Kirchenorgel immer die Continuo-Parts. Grundsätzlich hatte es die gleiche weiche Anmeldung wie eine Kastenorgel, aber die viel breiteren skalierten Pfeifen der Kirchenorgel bilden einen bedeutungsvolleren Bestandteil des Timbre eines barocken Ensembles. Für Choräle und Chöre der Barockzeit wurden stärkere Register benutzt und die Bassline auf dem Pedal gespielt, mit einem 16-Fuß-Kontrabassregister. Die Tatsache, dass es noch nie so gemacht wurde, ist eigentlich eine der unbeabsichtigten Verfälschungen des historischen Klangansatzes „, sagt Organist Leo van Doeselaar.
Die Kantate gliedert sich in fünf Teile:
Arie: Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust
Recitativo: Die Welt, das Sündenhaus
Arie: Wie jammern mich doch die verkehrten Herzen
Recitativo: Wer sollte sich demnach wohl hier zu leben wünschen
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J. S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Der Name des Sonntags leitet sich vom Beginn der lateinischen Antiphon ab: esto mihi in lapidem fortissimum et in domum munitam ut salves me (Ps 31, 3b).
Der Sonntag Estomihioder Quinquagesimae (der Fünfzigste) beginnt nun, die Spannung wieder zu steigern, indem er auf das Leiden als einen wichtigen Bestandteil der Erlösung und der Nachfolge betont. Das Evangelium des Sonntags enthält zwei wichtige Aussagen: die Leidensankündigung Jesu und der Aufruf zur Nachfolge unter dem Kreuz: „Wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird’s erhalten.“ (Mk 8, 35b). Wichtig in dieser Woche ist, dass die Fastenzeit am Aschermittwoch beginnt. In manchen Gegenden ist der Karneval jetzt im vollen Schwung, was sicher auch im kirchlichen Geschehen ein Echo finden kann.
In der Woche des Sonntags Estomihi beginnt mit dem Aschermittwoch die Fastenzeit. Wir denken nun besonders an den Weg Jesu zum Kreuz und erfahren, dass sich Nachfolge auch durch Leid hindurch vollzieht. In den Armen und Unterdrückten dieser Welt wird deutlich, warum Jesus selbst den Weg des Leidens gehen musste.
Wochenspruch:
Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn. (Lk 18, 31)
Mit seiner ersten großen Messkomposition in d-Moll feierte Anton Bruckner den endgültigen Durchbruch. Eigentlich war sie für den Geburtstag des österreichischen Kaisers Franz Joseph I. bestimmt. Die Uraufführung zog sich jedoch noch bis zum 20. November 1864 hin.
Anton Bruckner war nach seiner Zeit als Stiftsorganist in Sankt Florian und Domorganist in Linz lange Jahre Professor am Wiener Konservatorium und gilt als einer der großen Komponisten der Romantik im 19. Jahrhundert. Ein umfangreiches Œuvre von Orchesterwerken, vorwiegend geistlicher Vokal- und Kammermusik ist von ihm überliefert. Von den Vertonungen des Ordinariums sind vor allem die drei großen Messen bekannt, die er während seiner Linzer Zeit in d-, e- und f-Moll komponierte. Die erste in d-Moll schrieb er in einer ersten Fassung im Jahr 1864 unter dem Eindruck einer Aufführung von Richard Wagners Tannhäuser….
Aufführungsort: King’s College Chapel, Cambridgeam 05.03.2000
BWV 22„Jesus nahm zu sich die Zwölfe“
Kantaten für den Sonntag Estomihi / Quinquagesimae
Dieses Konzert war in vielerlei Hinsicht bedeutsam. Zum einen enthielt es die beiden ‚Prüfungsstücke’ Bachs für das Amt des Kantors an der Leipziger Thomaskirche, BWV 22 und BWV 23, die gemeinsam in einem Gottesdienst am 7. Februar 1723, jeweils vor und nach der Predigt, aufgeführt werden sollten. Da zum anderen Quinquagesima der letzte Sonntag vor der Fastenzeit war, bot sich den Leipzigern vor der vorgeschriebenen, tempus clausum genannten Karenzzeit, die bis zur Vesper am Karfreitag dauern würde, die letzte Gelegenheit, Musik in der Kirche zu hören, und Bach schien entschlossen, sie mit Musik – vier Kantaten – in die Fastenzeit zu schicken, die sie nicht so leicht vergessen würden.
Drittens fiel Quinquagesima 2000 zufällig auf den 5. März, an dem ich sechsunddreißig Jahre zuvor als Student zum ersten Mal Monteverdis Vesper von 1610 in der King’s College Chapel dirigiert hatte. Der Monteverdi Choir wurde an jenem Abend gegründet. Ich freute mich, an diesem Jahrestag zur King’s Chapel zurückzukehren und die Chöre des College, aus denen ich die ersten Monteverdi-Sänger rekrutiert hatte, einzuladen, mit uns gemeinsam die Choräle zu Beginn des Konzerts zu singen. Die King’s Chapel schien auf die Musik mit ihrer einzigartigen gotischen Alchemie zu wirken, wenngleich man sich, wie immer, vor dem heimtückischen ‚Schwanz’ ihres langen Nachhalls zu hüten hatte, der selbst das bodenständigste Musizieren zu verschnulzen drohte.
Das Lukas-Evangelium für Quinquagesima erzählt zwei verschiedene Episoden, zum einen wie Jesus den Jüngern die ihm bevorstehende Passion ankündigt, zum anderen wie ein blinder Bettler in der Nähe von Jericho wieder sehend gemacht wird. Bach verarbeitet die erste Episode in BWV 22 Jesus nahm zu sich die Zwölfe, dessen autographe Partitur darauf hindeutet, dass das Werk in aller Eile in Leipzig komponiert wurde; und die zweite in BWV 23 Du wahrer Gott und Davids Sohn, das vermuten lässt, es sei schon in Köthen entstanden. BWV 22 verwendet Tanzrhythmen und zollt in seinem abschließenden Chorsatz – einem elegant fließenden moto perpetuo – Johann Kuhnau, seinem Vorgänger an der Thomaskirche, stilistischen Tribut.
Das Werk beginnt mit einem flüssigen Arioso für Tenor (Evangelist) und Bass (vox Christi) mit Oboe und Streichern und bricht in einen nervösen fugierten Chor aus, der das Unverständnis der Jünger in dem denkwürdigen Kommentar zusammenfasst: ‚Sie aber vernahmen der [Worte] keines und wussten nicht, was da gesaget war’. Man könnte in diesen Satz eine ironische Prophezeiung hineinlesen, wie Bachs neues Leipziger Publikum im Laufe der folgenden sechsundzwanzig Jahre auf seine schöpferischen Verlautbarungen reagieren würde – da immerhin greifbare Indizien oder Beweise für eine ihm entgegengebrachte Würdigung fehlen: weder rasende Begeisterung noch tiefes Verständnis oder offene Missbilligung.
Zwei auf Tänzen basierende Arien folgen: Eine grambeladene Gigue im 9/8-Takt für Alt mit obligater Oboe (Nr. 2), eine behutsam vorgetragene Bitte, den Heiland auf seiner spirituellen Reise nach Jerusalem begleiten zu dürfen, und ein Passepied für Tenor und Streicher (Nr. 4), ein Gebet um Mut und Hilfe im Bestreben, dem Fleisch zu entsagen. Die Kantate schließt mit einem piacevole Choralsatz über einem Laufbass, der ein Symbol für den Weg der Jünger zur Erfüllung ist – nichts, was hier Argwohn wecken oder die Gemeinde aus der Fassung hätte bringen können. Im Vergleich zu manchen blumenreichen Texten und unerfreulichen Bildern, die Bach im weiteren Verlauf seines ersten Amtsjahres vertonte, ist dieses Libretto erfrischend direkt und handwerklich solide – vielleicht ein ‚vorgegebener Text’, den ihm seine klerikalen Prüfer zugeteilt hatten?
Das Bachfest 2017 steht unter dem Motto ““EIN SCHÖN NEW LIED” – MUSIK UND REFORMATION
Martin Luther sah in „Frau Musica“ eine göttliche Kunst, da sie den Teufeln zuwider sei. Entsprechend stellte er die Musik in eine Reihe mit der Theologie, erhob das deutschsprachige geistliche Lied zu einem festen Bestandteil des reformatorischen Programms und hielt ließ es Eingang in den Gottesdienst finden. Häufig als „schöne newe Lieder“ betitelt, verbreitete sich das neue reformatorische Liedrepertoire rasant….
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2017 beginnt seit dem 14. Oktober 2016.
♪ Cantata BWV 22,„Jesus nahm zu sich die Zwölfe“ (Köthen / Leipzig, 1723)
i. Arioso & Chorus: Jesus nahm zu sich die Zwölfe und sprach
ii. Aria (alto): Mein Jesu, ziehe mich nach dir
iii. Recitativo (bass): Mein Jezu, ziehe mich, so werd ich laufen
iv. Aria (tenor): Mein alles in allem, mein ewiges Gut
v. Chorale: Ertöt uns durch dein Güte
Thomaner Paul Bernewitz, soprano (chorus)
Thomaner Stefan Kahle, alto
Patrick Grahl, tenor
Matthias Weichert, bass
Thomanerchor Leipzig
Gewandhausorchester
Georg Christoph Biller
J.S. Bach Cantata BWV 22 „Ich steh mit einem Fuß im Grabe“
.
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
BWV 22„Jesus nahm zu sich die zwölfe“ Kantate BWV 22 zum Sonntag Estomihi
für Alt, Tenor und Bass Vokalensemble, Oboe, Fagott, Streicher und Continuo
Solisten:Markus Forster, Alto; Johannes Kaleschke, Tenor; Ekkehard Abele, Bass
Chanteurs : Ensemble Renaissance de Lausanne, dir. Gaël Liardon
enregistré à l’église Saint-Paul, Lausanne, le 23 mai 2004
1) 1ère strophe, accompagnement improvisé
2) J.S. Bach, BWV 654
Schmücke dich, o liebe Seele,
Lass die dunkle Sündenhöhle!
Komm ans helle Licht gegangen,
Fange herrlich an zu prangen!
Denn der Herr, voll Heil und Gnaden,
Will zu seinem Tisch dich laden;
Der den Himmel kann verwalten,
Will jetzt Herberg‘ in dir halten.
an jährlich vier Bach-Wochenenden (Donnerstag, Freitag & Sonntag) und in ergänzenden Sonderkonzerten das gesamte Vokalwerk von Johann Sebastian Bach auf. Die geistlichen Kantaten erklingen dabei im Zusammenhang mit ihrer ursprünglichen Bestimmung im Kirchenjahr.
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J.S. Bach – Kantate BWV 14 „Wär Gott nicht mit uns diese Zeit“
Wär Gott nicht mit uns diese Zeit (BWV 14) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte die Choralkantate in Leipzig für den 4. Sonntag nach Epiphanias auf das Kirchenlied von Martin Luther und führte sie am 30. Januar 1735 erstmals auf.
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“Ich wünsche allen Besuchern einen schönen Sonntag”
ALL OF BACH veröffentlicht am 24.02.2017 die Motette – BWV 159 Anhang „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn“
„Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn“ – BWV Anh. 159, ist eine Motette für den Doppelchor. Das jüngste Stipendium nimmt Johann Sebastian Bach als Komponist an, der ihn während seiner Weimarer Zeit um 1712 schrieb.
Das Stück, wie es seit der Wiederentdeckung der Sammlung Altbachisches Archiv im Jahr 1999 bekannt ist, enthält zwei Bewegungen, eine für den Doppelchor auf der Grundlage eines Textes aus dem Buch Genesis, in dem der Patriarch Jakob Gott um einen Segen bittet, gefolgt von einem schließenden Chor . Der erste Satz ist bekannt als eine Partitur ohne Autor, teils in J. S. Bachs Handschrift.Das Werk wurde Johann Christoph Bach seit dem 19. Jahrhundert zugeschrieben, während andere mit Philipp Spitta diese Attribution bezweifelten.Der Choral ist von J. S. Bach und wurde im Jahre 1802 hinzugefügt, als die Motette zuerst gedruckt wurde.
Aber ist es Bach?
„Eines der schönsten Stücke deutscher Kirchenmusik“ ist für uns immer noch ein Rätsel.
Das ist die traurige Sache über das Zählen, oder darüber, wie eine Katalognummer unsere musikalische Wahrnehmung beeinflusst. Wie schön, die Motette Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn schmachtet in der kompletten Liste von Bachs Werken unter den „falsch zugeschriebenen Werken“. Der Kandidatenkomponist in dieser Liste ist Johann Christoph Bach (1642-1703). Schade, aber nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass auch Carl Philipp Emanuel, der kurz nach dem Tod seines Vaters ein Inventar machte, das Holz nicht mehr für die Bäume sehen konnte. Ihm zufolge hatte sein Vater „einige Motetten für Doppelchor“ geschrieben. Es scheint, dass er seine Liste kompiliert hat, ohne genau zu wissen, welche Motetten sie waren. Die folgenden Jahrzehnte führten noch mehr Verwirrung. Trotz seiner Zweifel wollte ein Fachmann noch die feine Arbeit, die als „Bach“ veröffentlicht wurde, neben den sechs Motetten, die von allen als authentisch angenommen wurden, sehen. Was auch immer der Fall ist, die beiden Quellen für „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn“ sind zweifellos zweideutig, also lohnt es sich, die Notizen genau zu betrachten.
Ob es unterschrieben ist oder nicht, diese Arbeit ist von höchster Qualität. Nehmen Sie die außergewöhnliche Wirtschaft des Stückes zum Beispiel. Ein einziger Satz entsteht ein einzigartiges und abwechslungsreiches Stück für Doppelchor in zwei Abschnitten. Zuerst hören wir ein Anruf- und Response-Spiel auf einem siciliano-Rhythmus, der jeden Aspekt des Textes aussortiert. Hören Sie die harmonische Spannung bei der Betonung der vorangegangenen und konsequenten Phrase, auf die Art und Weise „mein Jesu“ manchmal klingt wie eine Dekoration und manchmal wie ein Ausruf (vor allem die letzteren), oder auf die Art und Weise ’nicht‘ wird ein fast flehentliches Echo gegeben Wirkung, wie die Diskussion fortschreitet.
Im zweiten Abschnitt überspannt der Komponist seine Zeitgenossen weit. Obwohl es in Thüringen populär war, einen „cantus firmus“ zu dekorierten in den unteren Stimmen zu präsentieren, wissen wir eigentlich nur ein weiteres Beispiel einer kompletten polyphonen Begleitung zu einem solchen „cantus firmus“: Bachs Motette „Fürchte dich nicht“, BWV 228. Nur die Motive „Ich lasse dich nicht, nicht“ und eine ausgedehnte „sehnlichste“ dienen als transparente Fundament unterhalb der Hymne ‚Weil du mein Gott und Vater bist“; These und Beweis in einem. Das war eines der größten Hits von Bach.
Motetten, BWV 225-231, 118 und Anhang BWV 159
Kantaten waren Bachs tägliches Brot und ein regelmäßiger Teil seiner wöchentlichen Aufgaben als Cantor von St. Thomas. Seine Motetten waren ganz anders. Abgesehen von der Kantate wurde in Leipzig kaum eine neue Musik gespielt (stattdessen wurde die Musik aus der Motettsammlung Florilegium Portense ausgewählt). Dies gab Bach Umfang für schriftliche Auftragsarbeiten für private Anlässe, oft Beerdigungen. Leider sind wahrscheinlich Dutzende dieser Werke verloren gegangen. Die Stücke, die überlebt haben, sind seit ihrer Komposition im Repertoire geblieben, im Gegensatz zu Bachs anderen Vokalwerken.
Die überlebenden authentischen Motetten – neun Werke, obwohl die Forschung weiter – bauen auf einem Genre mit einem beeindruckenden Stammbaum. Vor dem Hintergrund der strengen Renaissance-Polyphonie entlehnte die Generation von Schütz (1585-1672) Elemente aus den opulenten, polychoralen Werken von Giovanni Gabrieli und gab ihnen eine mitteldeutsche, lutherische Torsion. Auch in Bachs Fall konzentrierte sich der Inhalt auf Choräle und biblische Passagen, wobei der weltliche Madrigalismus (oder einfach nur die Darstellung der Worte) nur den Ausdruck des religiösen Genres verstärkte.
BWV Anhang 159
Titel
„Ich lasse dich nicht“
Genre:
Motette
Jahr
Vor 1713
Stadt
Weimar?
Texter
Genesis 32:27, Chor von Erasmus Alber (1557)
Orlanda Velez Isidro, Klaartje van Veldhoven, Griet de Geyter, Aleksandra Lewandowska, Marjon Strijk, Hilde van Ruymbeke, Stephanie Pfeffer, Marta Paklar
Alto
Barabás Hegyi, Gemma Jansen, Elena Pozhidaeva, Bernadett Nagy, Marine Fribourg, Victoria Cassano McDonald
Tenor
Adriaan de Koster, Wolfgang Frisch, Guy Cutting, Diederik Rooker, Immo Schröder, Ronald Threels
Bass
Matthew Baker, Sebastian Myrus, Pierre-Guy Le Gall White, Martijn de Graaf Bierbrauwer, Michiel Meijer, Jelle Draijer
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Am 19.02.2017 begehen wir den Sonntag „Sexagesimae“
Der Sonntag Sexagesimae steht unter dem Gleichnis vom vierfachen Acker und geht daher besonders auf das Wirken des Wortes Gottes ein. Dieses Wirken wird von verschiedenen offenbar äußeren Kräften beeinflusst. Es ist wichtig, an diesem Sonntag auf die Kraft der Botschaft von der Liebe Gottes hinzuweisen, wie sie einem Samenkorn innewohnt. Es gilt nur, dass wir dieser Kraft in uns selbst auch Raum geben, damit sich das Wort entfalten kann und durch uns wirksam werden kann.
Am Sonntag Sexagesimae hören wir das Gleichnis vom vierfachen Acker. Oft meinen wir, dass das Wort, das wir weitersagen, nicht auf fruchtbaren Boden fällt, nur selten, ja eigentlich nie sehen wir die Frucht des Wortes. Wir haben aber die Verheißung, dass Gottes Wort nicht leer zurückkommt, und so werden wir nicht aufhören, von ihm zu erzählen in dem Vertrauen, dass Gott selbst das Gedeihen gibt.
Wochenspruch:
Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht. (Hebr 3, 15)
Von der Form her streng, der Text über Jahrhunderte nicht verändert: die Worte der Heiligen Messe mit den Teilen Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei werden jede Woche Sonntag für Sonntag in der Katholischen Kirche gesprochen oder gesungen. Ausgerechnet diese relativ starre Vorlage hat über Jahrhunderte Komponisten zu wahren Höchstleistungen getrieben und sie absolute Meisterwerke schreiben lassen. Auch der böhmische Komponist Jan Dismas Zelenka hat mit der „Missa Votiva“ ein wahres Kunstwerk geschaffen. In Cantica gibt es die Vorstellung.
Zelenka war ein Zeitgenosse von Johann Sebastian Bach, beide erhielten fast zur gleichen Zeit den Ehrentitel Hofkompositeur vom Sächsischen Hof in Dresden verliehen. Und doch ist ihre Musik vollständig unterschiedlich – Bach schien aber Zelenka durchaus zu schätzen, in seinem Nachlass finden sich einige Abschriften seiner Werke. Bis heute ist Zelenka ein unterschätzter Komponist, er hatte eine ganz eigene Musiksprache irgendwo zwischen Antonio Vivaldi und Georg Friedrich Händel. Seine Musik klingt deutlich gefälliger als die Werke Johann Sebastian Bachs, ohne dass sie simpel konstruiert wäre. Die musikalischen Ideen scheinen aus Zelenka nur so heraus zu sprudeln……
Beschreibung: Kantate BWV 18„Gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt“
In dieser Woche standen wir vor der Aufgabe, drei der originellsten und einander erstaunlich unähnlichen Kantaten der Vorfastenzeit zu bewältigen. Trotz ihres unterschiedlichen Ursprungs können diese drei Werke durchaus in Leipzig im Abstand von jeweils zwölf Monaten aufgeführt worden sein:
BWV 18 noch einmal am 13. Februar 1724, vielleicht vor der Predigt in der Nikolaikirche, und das neu komponierte BWV 181 unmittelbar danach, BWV 126 dann am 4. Februar ein knappes Jahr später. Im Brennpunkt aller drei Kantaten steht die überwältigende Macht des Wortes, das (als geistliches Manna vom Himmel) zum Glauben führt, das Thema des Tagesevangeliums (Lukas 8, 4–15), das in den ersten beiden Werken am Beispiel des Gleichnisses vom Sämann behandelt wird. Selbst an seinen eigenen Maßstäben gemessen widmet sich Bach dieser Herausforderung mit ungewöhnlicher Intensität und Findigkeit.
Jede dieser Kantaten zeichnet sich aus durch eine lebendige Bildersprache, fesselnde Dramatik und eine Musik von einer Frische und Kraft, die im Gedächtnis haften bleibt.
Ein hervorragendes Beispiel dafür ist BWV 18 „Gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt“, das Bach vermutlich 1713 in Weimar komponierte, kurz bevor er vom Hoforganisten in das neu geschaffene Amt des Konzertmeisters berufen wurde. So viel in dieser Kantate ist höchst originell und ungewöhnlich, angefangen mit der Besetzung für vier Bratschen und Basso continuo einschließlich Fagott. Bachs Entschluss, das übliche Weimarer Streicherensemble nach unten in eine Alt-/Tenorlage zu transponieren, war nicht auf das zufällige Auftauchen zweier zusätzlicher Bratschisten zurückzuführen, die eines Tage bei Hofe vorstellig wurden und um Arbeit nachsuchten (er hätte zweifellos seine üblichen Violinisten gebeten, in dieser Kantate bei den Bratschen mitzuspielen), sondern auf den zauberhaft dunklen Klang, den die vier Bratschen hervorzubringen vermochten.
Ich glaube, es ist nicht zu abwegig, sie als Repräsentanten, vor allem in den beiden mittleren Sätzen, des warmen, fruchtbaren und gut bewässerten Ackerbodens zu sehen, der eine ideale Pflanzstätte darstellt, in der Gottes Wort aufgehen und gedeihen kann. Als Bach die Kantate 1724 in Leipzig wiederaufführen wollte, ergänzte er dieses Streicherensemble um zwei Blockflöten, zur Verdopplung der beiden hohen Bratschenstimmen, dem sie einen Nimbus geben, der in gewisser Weise dem 4’-Register einer Pfeifenorgel entspricht. Das war die Version, die wir übernommen und vom Weimarer Chorton in g-moll nach a-moll transponiert haben (die Bratschen sind auf A=465 Hz gestimmt, spielen jedoch nach den ursprünglichen, in g-moll notierten Parts).
Die einleitende Sinfonia, eine richtige Ouvertüre in der Weise, wie sie Thema und Handlung vorwegnimmt, ist eine faszinierende stilistische Mischform – die Basslinie einer Chaconne im alten Stil wird zunächst unisono vorgetragen und fungiert dann als Ritornell in der allerneusten Konzertform nach italienischem Muster. Über dem ostinaten Bass weben die beiden Oberstimmen (in der Oktave von den Blockflöten verdoppelt) ein elegantes Geflecht und wirbeln umher wie Regenböen oder Schneeflocken in stürmischem Wind. Als Interpreten stehen wir vor der Wahl, die Wiederholungen des Grundbasses entweder formal voneinander abzusetzen oder die anschauliche Metaphorik innerhalb des einleitenden viertaktigen Unisonoritornells (zwei Takte, in denen Regen fällt, und zwei mit Schneefall, und darin inbegriffen vielleicht auch der symbolische ‚Abfall’ der Menschheit vom Glauben) durch einen Wechsel der Dynamik hervorzuheben.
In der Begegnung mit den Worten des Propheten Jesaja, die ihm seinen Titel liefern, komponiert Bach sein erstes ‚modernes’ Rezitativ in einer Kirchenkantate. Es wird auf Anhieb klar, dass ihn das vertraute Plappern des Opernrezitativs seiner Zeit nicht besonders reizt. Wonach er vor allem strebt, das ist eine eingängige Darbietung des Textes in einem gediegenen, sehr persönlichen Stil, einem Stil, der in ein Arioso hinein und aus ihm hervor sprießt. So repliziert der Bassist getreulich die im Text angelegte Metaphorik des Steigens und Fallens und vergleicht, Jesaja folgend, den Samen und den Einfluss des Wetters auf dessen Keimen und Wachsen mit dem Heiligen Wort.
An der Oberfläche wirkt der sich anschließende Satz wie eine harmlose Verschmelzung von Litanei und Kommentar, doch Bach macht ihn zum Herzstück seiner Kantate. Angelegt als ein faszinierender Wandteppich, einzigartig in seinen Kantaten, besteht er aus vier ausgedehnten begleiteten Rezitativen (immer noch mit dieser ungewöhnlichen und aktiv beteiligten Instrumentierung), zwei für Tenor, zwei für Bass, durchwebt von vier kurzen Gebeten. Diese werden in einer altertümlichen dreinotigen Phrase angekündigt und vom gesamten Chor beantwortet, der flehende Refrains aus Luthers Deutscher Litanei zitiert.
Wie es für Litaneien typisch ist, werden diese Abschnitte musikalisch unverändert vorgetragen (enthalten sie vielleicht eine leichte satirische Anspielung auf den monotonen Singsang der Geistlichen?), mit Ausnahme des Continuoparts, den der wilde Zorn packt, sobald der Text ‚des Türken und des Papsts grausamen Mord und Lästerungen, Wüten und Toben’ erwähnt. Inzwischen sind die überleitenden Abschnitte durchkomponiert und schwenken an geeigneter Stelle von Adagio zu Allegro (vermutlich doppelt so schnell), um die wechselnden Stimmungen des Textes widerzuspiegeln. Da ist von Menschen die Rede, die das Wort verleugnen und ‚fallen ab wie faules Obst’, und ‚ein andrer sorgt nur für den Bauch’. All dies fügt sich zu einer lebendigen, an Breughel erinnernden Schilderung der bäuerlichen Gesellschaft bei der Arbeit zusammen – mit dem Sämann, dem Vielfraß, dem lauerndem Teufel und auch jenen Erzschurken, den Türken und Papisten.
Alles in allem legt dieser Satz einen faszinierenden Vergleich zu Telemanns Vertonung des gleichen Textes nahe, den Erdmann Neumeister ausdrücklich für dessen Eisenacher Kantatenzyklus von 1710/11 geschrieben hatte. Während Bach und Telemann, die nur achtzig Kilometer voneinander entfernt lebten, in Bachs Weimarer Zeit aller Wahrscheinlichkeit nach regelmäßigen Kontakt hatten (Telemann war Pate von C.P.E. Bach), so lässt sich die Theorie, Telemann habe auf Bachs Entwicklung als Kantatenkomponist einen starken stilistischen Einfluss ausgeübt, weniger leicht begründen. Es besteht kein Zweifel, dass Telemanns Eisenacher Zyklus in Thüringen einiges Aufsehen erregte – ein Modell, das zeigt, wie sich die Techniken der Opernmusik dieser Zeit auf den alten Wurzelstock der aus Chorsätzen und Chorälen bestehenden Kantate aufpfropfen lassen –, und tatsächlich wurde er vielleicht sogar 1712/13 in Weimar aufgeführt, wo Telemann bei Ernst August, dem amtierenden Herzog, beliebt war, also in Bachs Hörweite.
Doch wenn Telemann den neuen Stil ins Werk gesetzt hatte, so übertraf Bach seinen Kollegen in jeder Hinsicht, arbeitete in einem sehr viel größeren Maßstab und erweiterte die Substanz und den Reiz seiner Musik beträchtlich. Dieser Satz ist dafür ein vorzügliches Beispiel. Auf der einen Seite haben wir Telemann, kurzatmig und Extreme vermeidend und sein Bestes gebend, um den Unterschied zwischen Psalmodie und redeähnlichem Gesang zu verwischen. Auf der anderen Seite ist da Bach, der den Gegensatz zwischen altertümlicher Litanei und seinem neuen ‚modernen’ Rezitativstil zu genießen scheint, der ihm die Möglichkeit gibt, seine beiden Solisten mit der Vollmacht auszustatten, angesichts vielfältiger Heimsuchungen und teuflischer Tücken persönliche Bitten um Glauben und Entschlusskraft zu äußern, und dies mit immer virtuoser gestalteten Koloraturen, immer weiter ausgreifenden Modulationen und üppiger Wortmalerei bei ‚berauben’, ‚Verfolgung’ und ‚irregehen’.
Ein bisschen von dieser Stimmung fließt in die einzige und kurze Arie dieser Kantate (Nr. 4) ein. Die vier unisono geführten Bratschen (wieder von Blockflöten in der Oktave verdoppelt) liefern der Sopranstimme, wenn sich diese in einer Weise an das Wort Gottes wendet, als wäre es ihr Liebhaber, eine sinnliche und bukolisch anmutende Begleitung. Vorhanden ist ein beharrlich aufsteigendes Motiv, ‚Fort mit allen, fort, nur fort!’, mit dem sie die Versuchungen und die ‚Netze, welche Welt und Satan stricken’ abwehrt. Und als Krönung gibt uns Bach, was in Wahrheit die erste einer Reihe vierstimmiger Choralharmonisierungen ist – und was wir für einen ‚typischen’ Schluss einer Kantate halten würden, diesmal die achte Strophe von Lazarus Spenglers Lied ‚Durch Adams Fall’.
Das Bachfest 2017 steht unter dem Motto ““EIN SCHÖN NEW LIED” – MUSIK UND REFORMATION
Martin Luther sah in „Frau Musica“ eine göttliche Kunst, da sie den Teufeln zuwider sei. Entsprechend stellte er die Musik in eine Reihe mit der Theologie, erhob das deutschsprachige geistliche Lied zu einem festen Bestandteil des reformatorischen Programms und hielt ließ es Eingang in den Gottesdienst finden. Häufig als „schöne newe Lieder“ betitelt, verbreitete sich das neue reformatorische Liedrepertoire rasant….
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2017 beginnt seit dem 14. Oktober 2016.
Die Besonderheit des Sommersaales im Bacharchiv Leipzig mit einer umlaufenden Galerie – einer Situation, die Johann Sebastian Bach in seiner Weimarer Zeit in der Schlosskapelle, der »Himmelsburg«, vorfand – ermöglicht dem Hörer ein einzigartiges Klangerlebnis, wenn von dort musiziert wird. In der »Musik aus der Himmelsburg« erklingen vorwiegend Kantaten und Kammermusik von J. S. Bach, die von den Musikern und Musikerinnen des Leipziger Barockorchesters auf historischem Instrumentarium sowie originalgetreuen Kopien dargeboten werden.
Johann Sebastian Bach: Sonate G-Dur BWV 1038 für zwei Violinen und Basso continuo
Workshop zur Kantate BWV 35 „Geist und Seele wird verwirret“
In diesem Workshop führen uns Rudolf Lutz, künstlerischer Leiter der J.S. Bachstiftung, und Pastor Karl Graf durch den musikalischen und theologischen Inhalt von
Bachs Kantate BWV 35 „Geist und Seele wird verwirret“.
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Video: J.S. Bach – Kantate BWV 35 „Geist und Seele wird verwirret“
ist eine geistliche Kantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte die Solo-Kantate für Alt 1726 in Leipzig für den 12. Sonntag nach Trinitatis und führte sie am 8. September 1726 zum ersten Mal auf.
Konzert aus derreformierten Kirche Trogen, Schweiz, vom 28. August 2009
an jährlich vier Bach-Wochenenden (Donnerstag, Freitag & Sonntag) und in ergänzenden Sonderkonzerten das gesamte Vokalwerk von Johann Sebastian Bach auf. Die geistlichen Kantaten erklingen dabei im Zusammenhang mit ihrer ursprünglichen Bestimmung im Kirchenjahr.
Auf der Webseite zum Projekt finden Sie alle Informationen rund um Termine, Karten, Künstler:
J.S. Bach, Kantate BWV 14 „Wär Gott nicht mit uns diese Zeit“
ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte die Choralkantate in Leipzig für den 4. Sonntag nach Epiphanias auf das Kirchenlied von Martin Luther und führte sie am 30. Januar 1735 erstmals auf.
J.S. Bach, Kantate BWV 14 „Wär Gott nicht mit uns diese Zeit“: | solistenensemble stimmkunst | Stiftsbarock Stuttgart | Leitung: Kay Johannsen
ALL OF BACH veröffentlicht den Orgelchoral – BWV 766 „Christ, der du bist der helle Tag“
J.S. Bach ist eindeutig von den Variationen seines Lehrers Böhm beeinflusst worden.
Natürlich will sich niemand über Spekulationen über die Datierung von Musik verbrennen, die nicht einmal in Bachs eigener Schrift überliefert worden ist. Aber trotz des Fehlens schlüssiger Beweise scheinen die Variationen, die Bach auf den Choral Christus schrieb, leicht zu platzieren. Die meisten Bach-Forscher stimmen darin überein, dass Bachs Variation für Orgel entweder aus seinen jüngeren Jahren stammen oder am Ende seiner Karriere entstanden sind. Bei dieser Choralpartita ist der Einfluß von Böhm deutlich zu erkennen. Er schrieb viele Variation Werke für Orgel und war Bachs Lehrer an der Michaelisschule in Lüneburg. Neben Kompositionstechniken, die oft von Böhm verwendet werden, zeigt das Werk auch seinen Einfluß in der Konstruktion.
Zu Beginn des achtzehnten Jahrhunderts folgte eine einfache Einstellung der Hymne selbst, die in diesem Fall eine feierliche warme Melodie hatte, eine mehr oder weniger feste Ordnung der Arrangements. Die erste Variante war eine zweiteilige Anordnung, die auch in der Vergangenheit als „Bicinium“ bezeichnet wird. Die letzte Variation war eine Gigue, ein schneller Tanz, der oft auch barocke Instrumentalsuiten endete. Die dazwischen liegenden Variationen betrafen mehrschichtige Anordnungen, die ihren Charakter veränderten. Hier ist die Melodie in der mittleren Stimme in der vierten Variation.
Übrigens, nach dem schnellen Dancy-Finale, enthalten drei der fünf überlebenden Exemplare dieses Werkes auch eine Extravariation. Die Melodie befindet sich im unteren Teil, die Verdoppelung von ’se piace‘, oder ‚frei‘, im Pedal, als wollte sie unterstreichen, dass es sich um ein Orgelwerk handelt. Umgekehrt könnte es aber auch so sein: dass das Werk ursprünglich für Cembalo konzipiert war und in der Heimat gespielt werden sollte, wo die Spielvarianten damals sehr beliebt waren. Und dann wäre die zusätzliche Variation später für die Performance auf einem Orgel – so mit Pedal hinzugefügt worden.
Chorale partitas, BWV 766-770
Die Choralpartita ist eine besondere Form der Choralgestaltung, da der Choral (oder Hymne) als Ausgangspunkt für eine Reihe von Variationen dient. Die Kunst der Variation war auf ihrem Höhepunkt im siebzehnten Jahrhundert. Normalerweise wurde ein Volkslied als Ausgangspunkt für eine Reihe von Variationen genommen, die in Schwierigkeiten und Schnelligkeit zunahmen. Das Genre war nicht auf Tasteninstrumente beschränkt. Der blinde niederländische Rekorder und Carillonspieler Jacob van Eyck war auch ein Meister in der Technik, zum Beispiel. Die fünf Kompositionen von Bach, die den Namen chorale partita tragen, stammen nicht aus einer einzigen Quelle, noch sind sie datiert, aber es wird angenommen, dass sie in seinen jugendlichen Jahren entstanden sind und möglicherweise später überarbeitet wurden.
In Memoriam Karl Richter, gestorben am 15. Februar 1981 in München!
Karl Richter * 15. Oktober 1926 in Plauen; † 15. Februar 1981 in München – war ein deutscher Dirigent, Chorleiter, Organist und Cembalist.
Von 1953 bis zu seinem Tod war Karl Richter einer der weltweit bekanntesten Interpreten der Musik Johann Sebastian Bachs und Georg Friedrich Händels.
Karl-Richter (1926-1981) Bach-Interpret in München!
Weniger bekannt ist, dass Richter auch Werke anderer Komponisten aufgeführt und eingespielt hat, beispielsweise von Joseph Haydn, Johannes Brahms, Anton Bruckner oder Antonín Dvořák. Sein Stil war geprägt von Expressivität und impulsiver Musizierfreude. Die Musikkritiker bemängelten gelegentlich Richters „romantisierende“ Bach-Interpretationen oder den Einsatz stark besetzter Chöre. Die gleichzeitig aufkommende historische Aufführungspraxis mit Originalinstrumenten interessierte Richter nicht besonders, auch wenn er sich gelegentlich daran versuchte. Letztlich blieb er seinem Stil bis zu seinem Tod treu.
Schon im Alter von 30 Jahren wurde Karl Richter das Amt als Thomaskantor in Leipzig angeboten. Doch Richter lehnte ab. Er sagte dazu später: „Es wäre die Krönung meiner Karriere gewesen.“ Aber ich habe in München etwas aufgebaut, was ich nicht mehr aufgeben kann.
Karl Richter ist es zu verdanken, dass in den 1950er-Jahren Schallplattenaufnahmen mit klassischer Musik einem breiten Publikum bekannt gemacht wurden. Die erstmalige Einspielung der Matthäus-Passion bei der „Archiv“-Produktion 1958 erlangte unter Verwendung eines mächtigen Chores viel Aufmerksamkeit. Diese Aufnahme auf einer LP-Kassette wurde in den folgenden sieben Jahren 50.000 Mal verkauft. 1964 folgte die Einspielung von Bachs Johannes-Passion. 1980 kam eine weitere Einspielung der Matthäus-Passion mit dem Münchener Bach-Chor und dem Schallplatten-Label „Deutsche Grammophon“ heraus.
Richter hatte zu seinen Lebzeiten bei seinen Hörern zahlreiche Fans. John F. Kennedy war einer von ihnen. Am 22. November 1965 gab Richter in der Philharmonic Hall in New York das offizielle Kennedy-Gedächtnis-Konzert, exakt zwei Jahre nach der Ermordung des US-Präsidenten. Richter leitete 1968 in Moskau und Leningrad Aufführungen der Johannes-Passion und der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach. Seine Interpretation des 2. Brandenburgischen Konzertes führt den musikalischen Teil der Schallplatte Voyager Golden Record an, die als Botschaft der Menschheit an Bord der Sonden Voyager 1 und Voyager 2 unser Sonnensystem verlassen hat.
Richter starb 1981 im Alter von 54 Jahren an Herzversagen in einem Hotel in München. Er wurde auf dem Friedhof Enzenbühl (FG 81163) in Zürich beerdigt. Im Gedächtniskonzert für Karl Richter am 3. Mai 1981 dirigierte sein Freund Leonard Bernstein den Münchener Bach-Chor und das Bach-Orchester im Herkules-Saal der Münchener Residenz.
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Karl Richter in München – Zeitzeugen erinnern sich!