Johannes Brahms: (* 7. Mai 1833 in Hamburg; † 3. April 1897 in Wien) war ein deutscher Komponist, Pianist und Dirigent. Seine Kompositionen werden vorwiegend der Hochromantik zugeordnet; durch die Einbeziehung barocker und klassischer Formen gehen sie aber über diese hinaus. Brahms gilt als einer der bedeutendsten Komponisten der Musikgeschichte.
Unter einem Requiem versteht man gemeinhin die Liturgie der Totenmesse der katholischen Kirche bzw. kirchenmusikalische Kompositionen zum Totengedenken. Der im evangelisch-lutherischen Hamburg groß gewordene Brahms orientierte sich bei der Auswahl seiner Texte nicht am traditionellen Kanon des Requiems als Totenmesse, sondern wählte aus Texten des Alten und Neuen Testamentes in der Fassung der Lutherbibel vor allem solche aus, in denen der Trost der Hinterbliebenen im Mittelpunkt steht.
Brahms zeigte dabei, wie vertraut er mit den Bibeltexten und Psalmen war, und gestaltete sein Deutsches Requiem nicht als Trauermusik, sondern zum Trost derer, „die da Leid tragen“, also als eine von Ernst, Würde und Zuversicht getragene Musik für die Lebenden. Der kirchenmusikalischen Gattung des Requiems kann und soll das Werk deshalb nicht gerecht werden; von der Anlage – vor allem der Besetzung – her kann man es eher als Oratorium bezeichnen, wenn auch die dramatische Komponente fehlt. In der Textabfolge knüpft es am ehesten an die evangelische Motette früherer Zeiten an. Einer genauen Einordnung in eine musikalische Gattung verschließt sich das Werk, ähnlich wie Händels Messiah, mit dem es auch die Textauswahl zur Auferstehung der Toten gemeinsam hat.
Besetzung:
Gesang: Solo-Sopran, Solo-Bariton und vierstimmiger Chor.
Orchester: zwei Flöten, Piccoloflöte, zwei Oboen, zwei Klarinetten in A und B, zwei Fagotte, Kontrafagott ad libitum, vier Hörner, zwei Trompeten, drei Posaunen, Tuba, Pauken, zwei Harfen (unisono), Streicher, Orgel ad libitum.
Als das Deutsche Requiem am Karfreitag des Jahres 1868 im Bremer Domuraufgeführt wird, ist Johannes Brahms 35 Jahre alt. Die Aufführung wird ein bahnbrechender Erfolg für den jungen Komponisten.
Mit dem Gedanken, eine Trauermusik zu komponieren, trug sich Brahms bereits seit 1859. In dieser Zeit steht er noch unter dem Eindruck des Todes seines väterlichen Freundes und künstlerischen Mentors Robert Schumann, der nach schwerer Geisteskrankheit 1856 in Bonn verstarb. Schumann verkörperte für Brahms das Bild des genialen Künstlers schlechthin. Doch erst der Tod der geliebten Mutter im Jahre 1865 wurde zum direkten Auslöser für die Komposition des Werks.
Doch ist das Deutsche Requiem keine Totenmesse im Sinne der lateinischen kirchenmusikalischen Tradition. Ihm geht es nicht um ein Komponieren entlang der katholischen Liturgie, wie das bei den großen Requiemvertonungen des 19. Jahrhunderts der Fall war, wie etwa bei Verdi oder Dvorak. Brahms nahm sich die Freiheit, die ihm entsprechenden Texte aus dem Alten und Neuen Testament selbst auszuwählen. Einer kirchlichen Dogmatik, auch einer protestantischen, wollte er sich nicht unterwerfen. Brahms verzichtet auf die traditionellen Bilder von der Erlösung durch Christus am Tag des Jüngsten Gerichts. Anstelle dessen setzt er den zentralen Gedanken von Trauer, Trost und Hoffnung – eine Hinwendung zum Diesseits. Es gilt, der Toten zu gedenken und die Lebenden zu trösten. „Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden“ – der erste Satz nach Worten aus der Bergpredigt ist gleichsam das Motto, das über dem ganzen Werk steht.
Nicht zuletzt der Blick des Komponisten über konfessionelle Grenzen hinaus auf den Ernst der letzten Dinge, auf das menschlich Wesentliche, hat bewirkt, dass das Deutsche Requiem seinen Weg in die Herzen der Menschen gefunden hat und einen festen Platz in unserer Musikkultur einnimmt.
Johannes Brahms (born May 7, 1833 in Hamburg, † April 3, 1897 in Vienna) was a German composer, pianist and conductor. His compositions are mainly attributed to the high romantic; but by incorporating baroque and classical forms, they go beyond them. Brahms is considered one of the most important composers in music history.
A requiem is commonly understood to mean the liturgy of the funeral mass of the Catholic Church or church music compositions to commemorate the dead. Brahms, who had grown up in Protestant-Lutheran Hamburg, did not follow the traditional canon of the requiem as the funeral mass when choosing his texts, but selected texts from the Old and New Testaments in the version of the Luther Bible especially those in which the comfort of the bereaved the focus is on.
Brahms showed how familiar he was with the Bible texts and psalms, and designed his German Requiem not as funeral music, but as a consolation for those who „suffer because of it“, that is, a music carried by gravity, dignity and confidence for the living. Therefore, the work can not and should not do justice to the church music genre of the Requiem; From the plant – above all the occupation – one can call it rather oratorio, although the dramatic component is missing. In the text sequence, it most closely resembles the evangelical motet of former times. An exact classification into a musical genre closes the work, similar to Handel’s Messiah, with which it also has the text selection for the resurrection of the dead in common.
Occupation:
Vocals: solo soprano, solo baritone and four-part choir.
Orchestra: two flutes, piccolo, two oboes, two clarinets in A and B, two bassoons, contrabassoon ad libitum, four horns, two trumpets, three trombones, tuba, timpani, two harps (unison), strings, organ ad libitum.
When the German Requiem premieres on Good Friday of 1868 in the Bremen Cathedral, Johannes Brahms is 35 years old. The performance will be a groundbreaking success for the young composer.
Brahms had been involved with the idea of composing a funeral music since 1859. During this time he is still under the impression of the death of his paternal friend and artistic mentor Robert Schumann, who died after severe mental illness in 1856 in Bonn. Schumann embodied for Brahms the image of the ingenious artist par excellence. But it was only the death of her beloved mother in 1865 that became the direct trigger for the composition of the work.
But the German Requiem is not a funeral mass in the sense of the Latin church music tradition. He is not concerned with composing along the Catholic liturgy, as was the case with the great requiem settings of the nineteenth century, such as Verdi or Dvorak. Brahms took the liberty to select the texts corresponding to him from the Old and New Testament. He did not want to submit to ecclesiastical dogmatics, even Protestant ones. Brahms abandons the traditional images of Christ’s redemption on the Day of Judgment. Instead, he sets the central idea of grief, consolation and hope – a turn to this world. It is important to remember the dead and comfort the living. „Blessed are they that bear grief, for they are to be comforted“ – the first sentence of words from the Sermon on the Mount is, as it were, the motto that stands above the whole work.
Last but not least, the composer’s view beyond denominational boundaries to the seriousness of the last things, to the human essentials, has caused the German Requiem to find its way into people’s hearts and occupy a firm place in our musical culture.
Performed by:
Iwona Sobotka (soprano) and Andrè Schuen (baritone).
MDR SINFONIE ORCHESTRA
Conductor Risto Joost
Recording from the Frauenkirche in Dresden on 25.11.2017
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Ein Konzert, ein Tombeau, verschiedene Tänze und eine Fuge!
Der Auftakt zu dieser beliebten Suite erinnert an ein italienisches Concerto Grosso. Bach beginnt mit einem einfachen Motiv, das sich langsam über die ganze Tastatur bewegt und zu einem orchestralen Crescendo anschwillt. Es folgt eine solistischere Passage, in der zwei Soloinstrumente (Violinen, zum Beispiel Cembalist Pierre Hantaï) eine Violine hörbar ist.
Der Wechsel zwischen diesen beiden Klangfarben – Solo und Orchester – bestimmt die klare Struktur dieses großen Anfangsteils. Die folgenden Tänze basieren mehr auf dem französischen Vorbild, obwohl Bach nicht widerstehen kann, den relativ einfachen Melodien der Allemande und der Courantekomplexe Gegenthemen hinzuzufügen. Die Sarabande ist laut Pierre Hantaï ein absolutes Meisterstück von herzerwärmender Schönheit. Könnte es vielleicht Trauermusik sein? ein Tombeau für Bachs erste Frau, die in der Zeit starb, in der er die „englischen“ Suiten schrieb? Auf jeden Fall sind wir weit entfernt von der Tanzmusik, die von den französischen Titeln dieser Stücke vorgeschlagen wird.
Obwohl diese Sarabande den charakteristischen Rhythmus respektiert, wäre sie im Tempo, zu dem sie getanzt werden sollte, nicht spielbar. Und Bach fügt auch umfangreiche Ornamente hinzu, die die äußerst expressive Kraft des Stückes verstärken.
Die beiden kontrastreichen Gavottes sind entschieden französischer Natur. Die erste enthält ein eingängiges Trommelmotiv und die zweite heißt Musette – ein einfacher Pastoraltanz, der oft von französischen Komponisten wie Rameau und Couperin verwendet wird.
Am Ende der Suite setzt Bach seine Signatur mit einer Gigue, die auch unverkennbar eine komplette dreiteilige Fuge ist, in der er seine gewohnte thematische Akrobatik vorführt.
Wir haben diese Aufnahme im Bartolotti-Haus, in der Herengracht 170 und 172 gemacht. Das Haus auf der Rückseite von Nr. 170 wurde von Cembalist, Organist und Dirigent Gustav Leonhardtvon 1974 bis zu seinem Tod im Jahr 2012 besetzt.
Leonhardt war einer der Pioniere der Alten Musik in den Niederlanden. Als Lehrer und Interpret war er eine Quelle der Inspiration für viele Cembalisten auf der ganzen Welt.
Es ist eines der beeindruckendsten Gebäude in der Altstadt von Amsterdam. Es wurde um 1620 als Residenz im Auftrag des wohlhabenden Geschäftsmannes Willem van den Heuvel erbaut, der von einem kinderlosen Onkel, Giovanni Battista Bartolotti, der aus Bologna stammte, viel Geld geerbt hatte. Das Design im holländischen Renaissancestil stammt wahrscheinlich von dem Amsterdamer Stadtarchitekten Hendrick de Keyser. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Haus aufgeteilt und mehrmals modernisiert. Von den verschiedenen Renovierungen können Sie noch viele schöne historische dekorative Merkmale sehen. Die beiden Teile des Bartolotti-Hauses kamen in den Besitz von Vereniging Hendrick de Keyser, die dort ihren Sitz hat.
Die sechs „englischen“ Suiten wurden wahrscheinlich zwischen 1710 und 1720 komponiert, jedenfalls vor den „französischen“ Suiten und den Partiten. Es bleibt unklar, warum sie „Englisch“ genannt werden. Laut dem ersten Bach-Biographen Forkelwaren sie einem englischen Aristokraten gewidmet, dessen Name nicht angegeben ist. Sie sind auch stilistisch mit den sechs Cembalosuiten des in London lebenden französischen Komponisten Charles Dieupart verbunden. Und auf der Titelseite der Kopie von Bachs jüngstem SohnJohann Christian Bach (1735-1782), der ebenfalls in London lebte, heißt es „fait pour les anglois“.
Aber genau wie Bachs andere überlieferte Suiten für Cembalo sind die englischen Suiten überwiegend eine Synthese aus deutschen, italienischen und französischen Stilelementen. Bis zu einem gewissen Grad sind sie französischer als die sogenannten französischen Suiten. Alle sechs beginnen mit einem ausführlichen Präludiumnach dem Vorbild französischer Lautensuiten. Dem Auftakt folgt die klassische Reihe der stilisierten Tänze: Allemande, Courante, Sarabande und Gigue, mit einer freien Auswahl von Gavotte, Bourrée, Passepied oder Menuett zwischen den beiden letztgenannten Tänzen.
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eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 21.01.2018 begehen wir den letzten Sonntag nach Epiphanias
Der letzte Sonntag nach Epiphanias steht heraus schon deswegen, weil er immer gefeiert wird, während die anderen, vor ihm liegenden Proprien der Epiphaniaszeit u.U. wegfallen, je nach Länge der Epiphaniaszeit. Wichtiger ist allerdings das Thema dieses Sonntages. Es stellt die Verbindung her mit Traditionen anderer Kirchen, die am Epiphaniasfest die Verklärung Jesu feierten. In der Verklärung wird Jesus, während er noch auf Erden weilt, für eine kurze Zeit den Jüngern gegenüber in seiner Herrlichkeit als der Sohn Gottes dargestellt. Es ist dies das einzige Mal, wo die Jünger die Nähe des Himmels durch Jesus physisch erfahren, und es begeistert sie so, dass sie darin bleiben wollen.
Die Erzählung endet jedoch damit, dass es zurück in diese Welt geht, in der die Jünger zwar nun hoffen können, aber doch auch wieder der Not und dem Elend ausgesetzt sind. So stellt der letzte Sonntag nach Epiphanias die Verbindung her zwischen der Herrlichkeit des Sohnes Gottes und seinem Tod, durch den die Erlösung der Menschheit erwirkt wird dadurch, dass er selbst eben nicht von seiner Gottessohnschaft Gebrauch macht, sondern sich als Mensch opfert.Am 4. Sonntag nach Epiphanias werden wir daran erinnert, dass Gott die Macht über alle Naturgewalten hat, und hören die Erzählung von der Sturmstillung. Durch Jesus sollen wir teilhaben an dieser Macht, aber oft reicht unser Vertrauen nicht aus, so dass wir hoffnungslos verzagen wollen. Allein der Glaube an die Kraft dessen, der der Sintflut ein Ende setzte, der das Schilfmeer zerteilte, der Petrus zu sich auf das Wasser rief, gibt uns neue Zuversicht.
Am letzten Sonntag nach Epiphanias hören wir das Evangelium von der Verklärung Jesu. Auf wundervolle Weise wird drei Jüngern die Göttlichkeit Jesu offenbart, den sie zuvor nur als Menschen gekannt hatten. Auch uns widerfährt hin und wieder eine solche Offenbarung, und wir meinen, in ganz irdischen Dingen Gott selbst zu schauen. Und wenn unser Leben meist ohne solche Offenbarung abläuft, so haben wir doch die Gewißheit, dass der Herr uns nahe ist und unter uns wirkt.
Wochenspruch:
Über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. (Jes 60, 2b)
Neue Sendezeit und Titel: Sonntag um 20:00 Uhr bis 22:00 Uhr
Geistliche und Klassische Musik
Neue Angaben Stand: 21.01.2018 um 15:10 Uhr
21.01.2018 – ab 20:00 bis 22:00 Uhr
In der Bach-Familie gab es viele begabte Komponisten
Es muss nicht immer Johann Sebastian sein!
Traumhaft schöne Melodien, raffinierte Kompositionstechnik: all das findet sich bei Johann Sebastian Bach. Aber auch bei einigen seiner Verwandten, denn der Thomas-Kantor stammt aus einer großen Musikerdynastie.
Im „Alt-Bachischen Archiv“ haben sich die schönsten Werke erhalten. Auszüge erklingen in Musica.
Programm der Chorwerke aus der Bachfamilie in Musica:
Johann Michael Bach: Halt, was du hast
Johann Christoph Bach: Der Mensch, vom Weibe geboren
Johann Bach: Unser Leben ist ein Schatten
Johann Michael Bach: Das Blut Jesu Christi
Johann Christoph Bach / Johann Sebastian Bach: Ich lasse dich nicht
♪ Cantata BWV 182, „Himmelskönig, sei willkommen“(Weimar, 1714)
I. Sonata
II. Chorus: Himmelskönig, sei willkommen
III. Recitative (bass): Siehe, ich komme, im Buch ist von mir geschrieben
IV. Aria (bass): Starkes Lieben
V. Aria (alto): Leget euch dem Heiland unter
VI. Aria (tenor): Jesu, laß durch Wohl und Weh
VII. Chorale: Jesu, deine Passion ist mir lauter Freude
VIII. Chorus: So lasset uns gehen in Salem der Freuden
„Meine Seele erhebt den Herren“ (Fuge über das Magnificat)
„Eine schwierige Melodie“
Bach täuscht seinen Zuhörer mit einer Quasi-Fuge.
Angesichts des Titels Fuga sopra il Magnificat erwartet man bei diesem kompakten Orgelauftakt eine prominentere Funktion für die Melodie. Aber die gregorianische Magnificat-Melodie, die Bach hier verwendet, ist hartnäckig. Es stammt offensichtlich aus einer anderen musikalischen Ära, die immer noch von den alten Kirchenmode beherrscht wurde.
Wir können sogar hinterfragen, ob das eigentlich eine Fuge ist oder nicht. Sicher ist jedoch, dass das „Sopra“ im Titel wörtlich zu nehmen ist. Hier bedeutet es „obendrauf“ oder sogar „dazwischen“, anstatt seine übliche Definition von „basierend auf“. Bach schneidet die Melodie des Magnificat in zwei Teile und beschränkt sich dann bewusst auf Aussagen der ersten Hälfte. Erst im letzten Moment beendet er den Satz im Pedal, der plötzlich in Aktion tritt. Tatsache ist, dass die zweite Hälfte der Melodie eine harmonische Herausforderung darstellt: fünf Mal die gleiche Note, für die Bach in den oberen Teilen eine kreative Lösung finden muss.
Praktisch wie immer stellt er eine Fülle kleiner Motive der einfachen Melodie gegenüber. Zum Beispiel hören wir im ganzen Stück den wiederkehrenden Lauf von Takt 2, genau wie die Sprungnoten von Takt 3, die invertiert, erweitert, halbiert und verdoppelt werden können usw. Aber kleine Motive machen keine Fuge, oder zumindest nicht sind alleine. Hier verhalten sich die Themen nicht so, wie sie sollten, und sobald die fugale Trickkiste geöffnet ist, ist es mehr für den Effekt, als den Regeln der Kunst zu folgen. Und dennoch fallen wir mit weit geöffneten Augen auf diese „Fuge“ herein. Nicht schlecht komponiert für einen jungen Komponisten!
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Am 07.01.2018 begehen wir den 1. Sonntag nach Epiphanias
Am 1. Sonntag nach Epiphanias steht die Taufe Jesu im Mittelpunkt, die früher auch am Epiphaniastag selbst gefeiert wurde. Hiermit wird Jesus aus seinem einfachen Menschsein herausgenommen und von Gott berufen. Es ist Teil des großen Geheimnisses der Gottheit und Menschheit in Jesus Christus, dass diese Berufung und Taufe mach Jesu eigenen Worten notwendig ist. Jedoch ist eigentlich nur das Evangelium dieses Sonntages mit der Taufe Jesu „beschäftigt“. Die anderen Texte haben die Botschaft im Mittelpunkt, die durch Jesus die Welt veränderte: Tut Buße, kehrt um, wendet euch Gott zu, der durch Jesus eure Sünden getilgt hat.
Am 1. Sonntag nach Epiphanias denken wir besonders an die Taufe Jesu, bei der die Herrlichkeit Jesu deutlich wurde durch das Wort Gottes. Angesichts der Gestalt Johannes des Täufers sind wir gehalten, uns selbst in den Dienst Jesu zu stellen mit den Gaben, die Gott uns gegeben hat. Im Vertrauen auf den, der durch das Kreuz und die Auferstehung unsere Befreiung erwirkt hat, können wir getrost in dieser Welt für ihn Zeugnis ablegen.
Wochenspruch:
Die der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. (Röm 8, 14)
Neue Sendezeit und Titel: Sonntag um 20:00 Uhr bis 22:00 Uhr
Musik zum Abschluss der Weihnachtszeit
J. S. Bach BWV 7 „Christ, unser Herr, zum Jordan kam“
Am 7. Januar ist dieses Jahr schon wieder alles vorbei: mit dem Fest „Taufe des Herrn“ endet der Weihnachtsfestkreis.
Ein Tag zuvor war zudem das Hochfest „Erscheinung des Herrn“ – besser bekannt als Dreikönigstag oder Dreikönigsfest. In der evangelischen Kirche heißt der Tag Epiphanie. In der Sendung erklingen zwei Kantaten, die beide Anlässe thematisieren. Von J. S. Bach gibt es die großangelegte Kantate „Christ, unser Herr zum Jordan“ BWV 7 und von G. P. Telemann die kleiner dimensionierte Kantate „Am Feste der Heiligen Drei Könige“ für Bass solo und Instrumente.
Weitere Musik u.a. in „Musica“:
Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 4 Satz 1
Wolfgang Amadeus Mozart: Sonate F-Dur KV 533/494
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ERF – Plus (Evang. – Rundfunksender)
Sendung: Sonntag Bach-Kantate
Die Sonntagskantaten des Thomaskantors gespielt und erklärt.
Rudolf Lutz– Dirigent und musikalischer Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen)
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J.S. Bach Kantate BWV 155 „Mein Gott, wie lang, ach lange“
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Jede Kantatenaufführung der J. S. Bach-Stiftung wird mit einer rund
dreiviertelstündigen Werkeinführung,
dem Einführungsworkshop, eingeleitet. Der musikalische Leiter der J. S. Bach-Stiftung Rudolf Lutz gestaltet die Einführung zusammen mit dem Theologen Karl Graf.
Die Legende um diese Variationen ist so schön. Graf Hermann Karl von Keyserlinck hatte Schlafprobleme und bat Bach um eine angenehme Musik, um sich die Zeit zu vertreiben, gespielt von Keyserlincks Cembalo-Wunderkind Johann Gottlieb Goldberg. Bachs Verbindung zum russischen Botschafter Keyserlinck ist plausibel, weil er Bachs Traum, von Leipzig zu den Berliner und Dresdner Höfen zu gelangen, erfüllt.
Es gibt jedoch viel weniger Gewissheit über die Beteiligung von Goldberg. Wahrscheinlich hat sich Bach statt des dreizehnjährigen Schülers seines Sohnes Wilhelm Friedemann beim Komponieren gedacht, was man wohl als die beste konstruierte, expressivste Variationsserie des Barock bezeichnen kann. Der Name „Goldberg Variations“ stammt also nicht von Bach selbst. Er bezeichnete es praktisch als eine „Arie mit verschiedenen Veränderungen zur Gemüths-Ergetion“, die mit ein wenig poetischer Freiheit als „Variationen für die Seele“ übersetzt werden kann. Das Werk wurde als vierter Teil von Bachs enzyklopädischer Clavier-Übung veröffentlicht.
Struktur:
Bachs Titel ist eher irreführend, da nicht die Arie zum Thema wird – die melancholische Melodie kehrt erst am Ende zurück -, sondern die begleitende Basslinie von zweiunddreißig Noten (das gleiche wie die Gesamtzahl der Abschnitte). Die dreißig Variationen werden zuerst in zwei große Gruppen geteilt, die auf der großen Ouvertüre im französischen Stil der Variation 16 schwenken und dann in zehn Dreiergruppen. Diese Einteilung ist nicht willkürlich, sondern kann als „Gemüt-erregende“ Bezugnahme auf das biblische Gesetz (die Zehn Gebote) und Gottes Natur (die Dreieinigkeit) angesehen werden. Die zehn Cluster folgen alle demselben Muster: Charakterstück, virtuoses Duett und Kanon. Und schließlich haben die Kanonen ihre eigene Struktur. Im ersten geben die zwei folgenden Stimmen die gleiche Note ein (Nr. 3); dann in einem Intervall von einer Sekunde (ein Ton auseinander, Nr. 6); dann auf einem Drittel (zwei Töne, Nr. 9), bis zu einem Neunten in Nr. 27, die acht Töne auseinander ist. Variation 30, die der zehnte Kanon in der Folge hätte sein sollen, erscheint in der überraschenden Form eines Quodlibets, einer Art heiteren Medley, in dem Bachs Zuhörer sicher gleich zwei Volksweisen entdeckt hätten.
Spannungskurve:
Worin liegt also das Genie der Goldberg-Variationen? Was macht eine Aufführung zu einer so emotionalen Erfahrung? Ist die Arbeit trotz oder gerade wegen ihrer faszinierenden Konstruktion, gelehrten Tricks und einer breiten Palette von Stilen so bewegend? Es ist wichtig, dass Bach nicht nur eine zufällige Reihe von Variationstechniken aneinander reiht. Neben einem klaren architektonischen Plan hat der Zyklus eine affektive Kurve, in der die Variationen immer höher und tiefer gehen. Die Spannung steigt bis zur Grenze, weil die Musik allmählich die Extreme auslotet; immer wilder und immer vorsichtiger zugleich. Zum Beispiel, die drei kleinen Variationen, 15, 21 und besonders 25, machen einen erstaunlichen Eindruck zwischen allen temperamentvollen Feuerwerken in Dur. Wenn Sie möchten, können Sie der Basslinie in jeder Variation folgen, obwohl Bach nicht darauf besteht: sein Thema ist buchstäblich ein Unterton, eher als eine überzeugende Melodie. Und während Zeitgenossen es oft nicht erwarten konnten, die Zügel zu lockern, hält Bach sie fast bis zum Schluss fest. Nur die Variationen 28 und 29 sind pure Virtuosität (und praktisch unmöglich zu spielen, sogar auf einem Cembalo mit zwei Handbüchern). Das anschließende Quodlibet scheint eine ironische Pause zu sein, bevor die Arie in ihrer ganzen Einfachheit zurückkehrt. Eine solche Entwicklung stellt hohe Anforderungen an den Darsteller und Hörer. Und in der Performance von Jean Rondeau fühlen sich die „Goldberg-Variationen“ wie eine gefährliche, aber letztlich aufregende Expedition.
Aufnahmeort:
Sie sehen sich die ‚Goldberg Variations‘ im Concertgebouw Brugge an. Die im Jahr 2002 eröffnete Kunstinstitution wurde von der Genter Architekturgesellschaft Robbrecht en Daem entworfen. Neben dem Concertzaal, der 1.289 Sitzplätze bietet, umfasst er den intimeren Kamermuziekzaal, der zum Teil vom London Globe und dem Guggenheim Museum in New York inspiriert ist. Es kann 340 Personen auf der Bühne oder auf einem kleinen Balkon auf der „Spirale“ Platz finden. Die Aufnahme folgte einem Konzert von Jean Rondeau an der jährlichen Bach Academy Brügge.
Titel
Aria mit 30 Änderungen – (Goldberg-Variationen)
Beiname
Goldberg-Variationen
Genre
Tastaturarbeit (Variationen)
Jahr
1741 (Veröffentlichung)
Stadt
Leipzig
Erster Auftritt
1741?
Persönliche Anmerkungen:
Die Arie erscheint bereits im Klavierbüchlein für Anna Magdalena Bach (1725). Die komplette Arie mit Variationen erschien 1741. Bachs eigene Ausgabe enthält viele Korrekturen sowie 14 Kanons mit der Basslinie selbst als Thema. Die Entdeckung dieses „Handexemplars“ sorgte 1974 bei Bachforschern für Aufsehen.
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Am 31.12.2017 begehen wir den 1. Sonntag nach Weihnachten
Am 1. Sonntag nach dem Christfest steht Simeon, der auf den „Trost Israels“ wartet, im Vordergrund. Er erkennt in Jesus, dem Baby, das im Zusammenhang mit der Reinigung Marias und seiner Darstellung bzw. Auslösung zum Tempel gebracht wird, den Heiland, und spricht: Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. Diese Worte deuten auf die Weissagung hin, die ihm zuvor vom Heiligen Geist gemacht worden war, dass er nicht sterben würde, bevor den Messias gesehen hätte. Durch seine Person wird deutlich, dass das Warten ein Ende hat; alles ist erfüllt, was die Propheten vom Messias gesagt haben.
An diesem Tag denken wir besonders an Simeon, der im Tempel auf den Trost Israels wartete in der Gewißheit, dass Gott seine Verheißung erfüllen würde. Als er das Kind Jesus von den Eltern gebracht sieht, preist er es als das Licht der Heiden und die Freude Israels. Wir stimmen froh und dankbar in diesen Lobpreis ein.
Wochenspruch:
Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit.(Joh 1, 14a)
Ein Neujahrslied ist relativ harmlos und fröhlich, würde man meinen. Doch hier hat Bach eine ziemlich chromatische und melancholische Anordnung von „Das alte Jahr vergangen ist“ komponiert. Er war sich zweifellos der Tatsache bewusst, dass dieser Hymnus nicht harmlos war.
J.S. Bach schrieb dieses Werk BWV 614während seiner Weimarer Jahre zwischen 1708 und 1717. Nicht weit von Weimar entfernt liegtErfurt, das damals dem katholischen Mainzer Kurfürsten gehörte. Obwohl die Lutheraner Religionsfreiheit hatten, zeichneten sich immer wieder Konflikte ab. Und 1712 flammte ein Konflikt um diese Hymne: „Das alte Jahr vergangen ist“ -auf. Eine Gruppe von Schuljungen sang in den Straßen diese Hymne. Gerade als sie das Haus eines katholischen Geistlichen passierten, sangen sie die dritte Strophe, mit den Worten: .. ‚schütze uns, Herr, vor der päpstlichen Lehre und Abgötterei‘ (Vor der Papsts Lehr ‚und Abgötterei bewahr diejenigen, Herr). War es Zufall oder schelmische Absicht? Wie dem auch sei, es ging schlecht aus und führte zu einem langen Konflikt um die Religionsfreiheit, Beleidigungen und dieses Lied.
In Haarlem wurde die Situation im achtzehnten Jahrhundert umgekehrt, wo die Protestanten verantwortlich waren und die Katholiken toleriert wurden, vorausgesetzt, sie hielten sich zurück. Die imposante Orgel in der evangelischen St-Bavokerk, Haarlem war ein deutliches Symbol für die akustische Dominanz, besonders wenn alle Register gezogen wurden. Zum Glück hat sich Bart Jacobs für eine versöhnlichere Registrierung und Klang-Sound entschieden.
Das Orgelbüchlein vonJohann Sebastian Bach ist eine Sammlung choralgebundener Orgelstücke (Choralvorspiele), die er vor allem während seiner Amtszeit in den Jahren 1712 bis 1717 in Weimar komponierte (BWV 599–644).
Die Einzelsätze der Sammlung verbindet ein hoher künstlerischer Anspruch und der Gedanke der Verwendbarkeit sowohl im Gottesdienst als auch im Instrumental- und Kompositionsunterricht. Kennzeichnend für Bachs Choralsätze im Orgelbüchlein sind laut Christoph Wolff: „Dichte motivische Struktur und kontrapunktisches Raffinement (bis hin zum strengen Kanon) in Verbindung mit einer kühnen und ausdrucksstarken musikalischen Sprache sowie subtiler musikalisch-theologischer Textausdeutung. Jeder Satz erzielt proportionales Gleichgewicht, indem sich Manual- und Pedalstimmen elegant zu einer mustergültigen Orgelpartitur verbinden.“
Während seiner Zeit als Hoforganist in Weimar (1708-1714) begann Bach bereits mit der Zusammenstellung seiner ersten Sammlung von Chorarrangements lutherischer Hymnen. Nach der Liste der Inhalte, sollte es eine Sammlung von 164 Kompositionen gewesen sein, aber am Ende existieren nur 46 Werke davon. Die Reihenfolge, mit der begrenzten Länge der Stücke kombiniert, zeigt Bach, dass sie vollständig kompiliert wurden als eine Planung für ein Zyklus der Choralvorspiele für die Kirche.
Später in seiner Zeit in Köthen gab er seiner Sammlung als Titelseite, in dem es heißt: „Orgel-Büchlein.“ Es ist eine für erfahrene Organisten eine Anleitung auff allerhand Arth EINES Chor durchzuführen … (Kleines Orgelbuch, bei dem der Organist unterrichtet die Anfänger – einen Choral auf verschiedene Arten zu arrangieren …). Die Schüler mussten es schwer gehabt haben, denn die Preludes enthalten die gesamte Palette der barocken Orgeltechniken.
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Am 25.12.2017 und 26.12.2017 begehen wir das Weihnachtsfest
1. Weihnachtstag:
Das Christfest I ist der eigentliche Geburtstag Jesu, ist jedoch völlig hinter dem Heiligen Abend zurückgetreten. Der Gottesdienst ist in der Regel nur schwach besucht. Er greift aber mit seinen Perikopen den Gedanken der liebenden Zuwendung Gottes, die in der Geburt von Jesus Christus handgreiflich geworden ist, am stärksten auf.
Der erste Christtag ist der Festtag der Geburt des Herrn, an dem die Christenheit Gott dafür dankt, dass er durch das Opfer seines geliebten Sohnes, der ganz Mensch wurde, uns als seine Kinder angenommen hat, damit wir durch ihn frei werden und nicht mehr Knechte der Sünde sind. oder Gott kam aus seinem Licht in unser Zwielicht, aus seinem Reichtum kam er in unsere Armut, aus seiner Herrlichkeit in unsere Schwachheit, aus seinem Frieden in unsere von Streit und Gier geschundene Welt. Diese Botschaft, die wir so gerne zum Anlass besinnlicher Feiern nehmen, ist alles andere als besinnlich: sie stellt eigentlich eine Herausforderung dar, die unser ganzes Leben umkrempeln soll. Wo ist das gelungen?
2. Weihnachtstag:
Das Christfest II ist zugleich der Tag des Erzmärtyrers Stephanus. Inhaltlich ist dieser Tag, wenn er als „Tag nach der Geburt des Herrn“ gefeiert wird, nur noch ein Abglanz. Seine Existenz geht auf das Verlangen zurück, die Weihnachtsbotschaft immer und immer wieder zu hören, gewissermaßen das Geschehen der Christnacht zu einem andauernden Erlebnis werden zu lassen. Eine besondere Stellung erhält dieser Tag jedoch durch das Evangelium, das den Prolog des Johannes-Evangeliums enthält und so die Geburt Jesu in den Kontext der Schöpfung stellt. Von daher ist dieser Tag vielleicht gerade heute von besonderer Bedeutung.
Am 2. Christtag denken wir besonders darüber nach, was die Fleischwerdung Gottes bedeutet. Wir spüren, dass das große Geschenk der unmittelbaren Nähe Gottes uns unermesslich reich macht dadurch, dass er selbst arm wurde.
Wochenspruch:
Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit.(Joh 1, 14a)
J.S. Bach Kantate BWV 63 „Christen ätzet diesen Tag“
Die Kantate ist für den 1. Weihnachtsfeiertag gedacht und bezieht sich auf die Weihnachtsgeschichte nach Lukas 2,1–14 Lut, in dem Christi Geburt, die Verkündigung durch die Hirten sowie der Lobgesang der Engel geschildert werden.
Aufführung: 19.12.2008 Ev. Kirche Trogen, Schweiz
J.S. Bach-Stiftung St. Gallen, Trogen (Schweiz)
Solists: Eva Oltiványi, Sopran; Jan Börner, Altus; Julius Pfeifer, Tenor; Markus Volpert, Bass Leitung: Rudolf Lutz
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Ich wünsche allen Besuchern ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest.
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eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Die Adventszeit als Vorbereitungszeit auf das Christfest ist erst im 4. Jahrhundert entstanden, wobei es zunächst erhebliche Unterschiede in der Dauer (von einer Woche bis zu 40 Tagen) gab. Vier Sonntage im Advent gibt es für die römische Kirche, deren Praxis die Reformation übernommen hat, seit etwa 600, der 1. Sonntag im Advent wird aber erst seit Mitte des 8. Jahrhunderts als Beginn des Kirchenjahres besonders gefeiert. Von Anfang an hatte die Adventszeit den Charakter der Bußzeit als Vorbereitung auf das Christfest, den „Geburtstag“ Jesu Christi.
In den Evangelienlesungen nach Lukas, die am 4. Sonntag im Advent vorgesehen sind, steht Maria im Vordergrund. Das Magnifikat sowie der Besuch des Engels, dessen Verkündigung sie sich unterwirft, werden allerdings von einer weiteren Erzählung über Johannes, den Täufer, aus dem Johannes-Evangelium ergänzt. Alttestamentliche und Epistellesung verkünden von der Freude, die wir schon haben, weil uns das Kommen des Herrn verkündet ist, der Frieden in diese Welt bringt.
Am 4. Advent erfüllt sich unser Herz mit Freude, denn das Fest der Geburt des Herrn ist nahe. Wir hören den Lobgesang Marias, der Mutter Jesu, und preisen mit ihr die Größe des Herrn, denn mit Jesus Christus sind alle Verheißungen, die seinem Volk Israel und uns zugesprochen sind, bestätigt. Durch ihn wissen wir, dass auch die Verheißungen, die noch nicht erfüllt sind, zur Vollendung kommen werden.
Wochenspruch:
Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe! (Phil 4, 4-5)
♪ Christmas Cantata BWV 110„Unser Mund sei voll Lachens“
(Leipzig, 1725)
i. Chorus: Unser Mund sei voll Lachens
ii. Aria (tenor): Ihr Gedanken und ihr Sinnen
iii. Recitative (bass): Dir, Herr, ist niemand gleich
iv. Aria (alto): Ach Herr! was ist ein Menschenkind
v. Duet (soprano, alto): Ehre sei Gott in der Höhe
vi. Aria (bass): Wacht auf, ihr Adern und ihr Glieder
vii. Chorale: Alleluja! Gelobt sei Gott
ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 807 – „Englisch Suite Nr. 2 in a-Moll“
Eine Hommage an A-Moll
„Bach kann niemals einfach weggeworfen werden.“
Cembalist Bertrand Cuiller
Der französische Cembalist Bertrand Cuiller hat gelernt, diese „englische Suite“ speziell für „All of Bach“ zu spielen. Obwohl er einige Teile davon zu Hause gelesen hatte, hatte er nie zuvor die ganze Arbeit gespielt, geschweige denn im Konzert.
Wie die anderen ‚englischen‘ Suiten beginnt auch diese mit einem umfangreichen Präludium. Cuiller nennt es einen echten Hit, geschrieben in dem leichten und zugänglichen Stil eines italienischen Konzerts. Orchesterpassagen wechseln sich mit Solointerventionen ab, obwohl sie alle auf dem Cembalo gespielt werden. Einige Cembalisten entscheiden sich dafür, das Timbre dieser Passagen zu differenzieren, indem sie sie auf verschiedenen Keyboards spielen, aber Bertrand Cuiller hält das für zu einfach. Er hält sich auf der unteren Tastatur und bevorzugt den Kontrast durch sein Spiel.
Der Charakter des Präludiums ist einfach, und in diesem Stück zeigt Bach uns die fröhlichste und gelassenste Seite des Schlüssels von a-Moll. Laut Cuiller kann die ganze Suite als eine Hommage an a-Moll angesehen werden.
Die Sarabande ist eine der ausdrucksvollsten von Bach geschrieben. Er fügte eine Version mit umfangreichen Verzierungen hinzu. Wie die meisten seiner Kollegen ist Cuiller froh, die ornamentierte Version für die Wiederholungen zu verwenden, da er es nicht wagt, Bach sein eigenes Ornament hinzuzufügen.
Die zweiteilige Gigue am Ende ist ebenfalls sehr italienisch. Es ist extrem taktvoll und relativ einfach, da es sich um die einzige Gigue in den „englischen“ Suiten handelt, die keine Fuge ist. Es öffnet sich eher wie ein Tanz auf einem Dorfplatz, sagt Cuiller. Seine harmonische Einfachheit bedeutet jedoch nicht, dass es einfach weggeschleudert werden kann. Bei Bach ist das selten der Fall.
Wir haben diese Aufnahme im Bartolotti-Haus, in der Herengracht 170 und 172 gemacht. Das Haus auf der Rückseite von Nr. 170 wurde von Cembalist, Organist und Dirigent Gustav Leonhardt von 1974 bis zu seinem Tod im Jahr 2012 besetzt.
Leonhardt war einer der Pioniere der Alten Musik in den Niederlanden. Als Lehrer und Interpret war er eine Quelle der Inspiration für viele Cembalisten auf der ganzen Welt.
Es ist eines der beeindruckendsten Gebäude in der Altstadt von Amsterdam. Es wurde um 1620 als Residenz im Auftrag des wohlhabenden Geschäftsmannes Willem van den Heuvel erbaut, der von einem kinderlosen Onkel, Giovanni Battista Bartolotti, der aus Bologna stammte, viel Geld geerbt hatte. Das Design im holländischen Renaissancestil stammt wahrscheinlich von dem Amsterdamer Stadtarchitekten Hendrick de Keyser. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Haus aufgeteilt und mehrmals modernisiert. Von den verschiedenen Renovierungen können Sie noch viele schöne historische dekorative Merkmale sehen. Die beiden Teile des Bartolotti-Hauses kamen in den Besitz von Vereniging Hendrick de Keyser, die dort ihren Sitz hat.
Die sechs „englischen“ Suiten wurden wahrscheinlich zwischen 1710 und 1720 komponiert, jedenfalls vor den „französischen“ Suiten und den Partiten. Es bleibt unklar, warum sie „Englisch“ genannt werden. Laut dem ersten Bach-Biographen Forkel waren sie einem englischen Aristokraten gewidmet, dessen Name nicht genannt wird. Sie sind auch stilistisch mit den sechs Cembalosuiten des in London lebenden französischen Komponisten Charles Dieupart verbunden. Und auf der Titelseite der Kopie von Bachs jüngstem Sohn Johann Christian Bach, der ebenfalls in London lebte, heißt es „fait pour les anglois“.
Aber genau wie Bachs andere überlieferte Suiten für Keyboards sind die englischen Suiten überwiegend eine Synthese aus deutschen, italienischen und französischen Stilelementen. Bis zu einem gewissen Grad sind sie französischer als die sogenannten französischen Suiten. Alle sechs beginnen mit einem ausführlichen Präludium nach dem Vorbild französischer Lautensuiten. Dem Auftakt folgt die klassische Reihe der stilisierten Tänze: Allemande, Courante, Sarabande und Gigue, mit einer freien Auswahl von Gavotte, Bourrée, Passepied oder Menuett zwischen den beiden letztgenannten Tänzen.
Johann Ludwig Bach (1677-1731)Kantate „Mache dich auf, werde Licht“
Für das Fest Mariä Reinigung!
Johann Ludwig Bach (* 4. Februar jul./ 14. Februar 1677 greg. in Thal bei Eisenach; beerdigt 1. Mai 1731 in Meiningen)genannt der „Meininger Bach“, war ein deutscher Komponist aus der Familie Bach.
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Die Kantate: „Mache dich auf, werde licht, denn dein Licht kömmt“ . Sie stammt nicht von Johann Sebastian Bach, sondern von seinem entfernten Vetter Johann Ludwig Bach (1677-1731),der von 1711 an Hofkompositeur in Meiningen war.
Die Kantate „Mache dich auf, werde Licht“ von Johann Ludwig Bach wurde ursprünglich für das nachweihnachtliche Fest Mariä Reinigung am 2. Februar geschrieben. Sie passt aber auch hervorragend in die Adventszeit.
Zur besseren Unterscheidung von seinem berühmten Vetter Johann Sebastian Bach (1685-1750) wird Johann Ludwig Bach häufig auch der „Meininger Bach“ genannt wird, weil er den größten Teil seines Lebens am Meininger Hof verbracht hat. Im Alter von 22 Jahren kam er zunächst als Chorsänger dorthin. Vier Jahre später, 1703 wurde er, der für die Kirchenmusik zuständige, Hofkantor. 1711 erfolgte schließlich die Ernennung zum Hofkapellmeister, der er bis zu seinem Tod zwanzig Jahre später auch blieb.
Von Johann Ludwig Bachs Vokalwerken haben sich nur wenige erhalten, eine Messe und eine Trauermusik, elf Motetten und 22 Kantaten. Die meisten übrigens nur dank Abschriften von Johann Sebastian, der sie gerne in Leipzig aufführte. Dazu zählt auch die Kantate „Mache dich auf, werde Licht“, die eigentlich für das Fest Mariä Reinigung am 2. Februar geschrieben wurde, das heute Darstellung des Herrn heißt.
Sie passt aber auch hervorragend in die Adventszeit. Schon im ersten Satz zitiert Bach den Propheten Jesaja. Der wiederum weist mit seinen Worten nach christlicher Überzeugung auf Jesus als den Messias hin. Die Arie zitiert die ersten beiden Verse des 60. Kapitels aus Jesaja. In der Einheitsübersetzung heißt es: „Auf, werde licht, denn es kommt dein Licht und die Herrlichkeit des Herrn geht leuchtend auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker, doch über dir geht leuchtend der Herr auf, seine Herrlichkeit erscheint über dir.“
Damit ist das Thema der Kantate klar, die Verheißung des kommenden Messias. Spannend ist diese Eröffnungsarie aber auch durch eng am Text sich orientierende musikalische Gestaltung. Ganz dem Text entsprechend ist sie dreiteilig angelegt. Zu Beginn und am Ende eher festlich steht in der Mitte ein eher dunkler etwas langsamerer Teil, der die das Erdreich bedeckende Finsternis ausmalt. Nach einem Duett wird der Text und das Thema Licht und Finsternis weiter meditiert und ein Bezug zum individuellen Menschen hergestellt. Zunächst geschieht das in einem Alt-Rezitativ und dann schließlich in einer Sopran-Arie. Beinahe fröhlich auffordernd singt der Sopran: „Weicht, ihr Schatten, weil der Herr mein Licht will sein.“
In einem zweiten Teil steht nun ein neutestamentliches Zitat im Mittelpunkt. Der Lobgesang des Simeon aus dem zweiten Kapitel des Lukas-Evangeliums. Den Text, der auch zum Fest Darstellung des Herrn gehört. „Nun lässt Du Herr deinen Knecht in Frieden scheiden, denn meine Augen haben das Heil gesehen.“ Die Kantate nimmt also die Hoffnung auf die Erlösung vorweg. Sie bringt dem Hörer schon nahe, was geschieht, wenn der Messias geboren ist. Und so gipfelt die Kantate „Mache dich auf, werde Licht“ von Johann Ludwig Bach schließlich auch in einem vom ganzen Orchester begleiteten Schlusschoral. Dort bittet der Chor darum einst zur Himmelstür geführt zu werden. Und zwar durch Christus, der wie es wörtlich heißt „Weg, Licht, Pfort, Wahrheit und Leben“ ist.
Johann Ludwig Bach (1677-1731) Cantata „Mache dich auf, werde Licht“ („Get up, become light“) – For the Feast of the Purification of the Virgin Mary
The cantata: „Mache dich auf, werde Licht“ („Open yourself, become light,) for your light is coming“. It does not come from Johann Sebastian Bach, but from his distant cousin Johann Ludwig Bach (1677-1731), who was from 1711 court composer in Meiningen.
The cantata „Get Up, Become Light“ by Johann Ludwig Bach was originally written for the post-Christmas feast of the Purification of the Virgin Mary on 2 February. But it also fits perfectly into the Advent season.
To better distinguish him from his famous cousin Johann Sebastian Johann Ludwig Bach is often called the „Meininger Bach“, because he spent most of his life at Meininger farm. At the age of 22, he first came there as a chorister. Four years later, in 1703, he became court cantor in charge of church music. Finally, in 1711, he was appointed Court Kapellmeister, to whom he remained until his death twenty years later.
Only a few have survived Johann Ludwig Bach’s vocal works, a mass and funeral music, eleven motets and twenty-two cantatas. Most of them only thanks to copies of Johann Sebastian, who performed them in Leipzig. This also includes the cantata „Get up, become light“, which was actually written for the Feast of the Purification of the Virgin Mary on 2 February, which today is called Representation of the Lord.
But it also fits perfectly into the Advent season. Already in the first sentence Bach cites the prophet Isaiah. In his turn, according to Christian conviction, he points to Jesus as the Messiah. The aria cites the first two verses of the 60th chapter of Isaiah. The unitary translation states, „Open up, become light, for your light is coming, and the glory of the Lord is shining bright upon you, for behold, the earth and darkness cover the nations, but the Lord above you shines bright, his Glory appears above you. “
Thus, the theme of the cantata is clear, the promise of the coming Messiah. But this opening aria is also exciting because of the musical design, which closely follows the text. In keeping with the text, it is in three parts. At the beginning and at the end rather festive stands in the middle of a rather darker, somewhat slower part, which paints the darkness covering the ground. After a duet, the text and the subject of light and darkness are meditated further and a relationship to the individual man is established. At first this happens in an alto recitative and then finally in a soprano aria. Almost cheerfully, the soprano sings: „Forsake, you shadows, because the Lord wants my light.“
In a second part is now a New Testament quote in the center. The praise of Simeon from the second chapter of the Gospel of Luke. The text that also belongs to the Feast of the Lord. „Now Lord lets you divorce your servant in peace, for my eyes have seen salvation.“ The cantata thus anticipates the hope of salvation. It already teaches the listener what happens when the Messiah is born. And so the cantata „Get Up, Become Light“ by Johann Ludwig Bach culminates in a final chorale accompanied by the whole orchestra. There, the choir asks to be led once to heaven’s door. And through Christ, who literally means „way, light, comfort, truth, and life.“
Performed by:
Jugenkantorei Dormagen / The Little Concert
Barbara Schlick (soprano), Mary Nichols (alto), Wilfried Jochens (tenor), Stephen Varcoe (bass)
Head: Hermann Max
Recording of the WDR from 1991
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Von vielen seit langem erwartet, wurde am 1. Advent mit einem festlichen Gottesdienst die Universitätskirche St. Pauli ihrer Bestimmung übergeben.
1968 verlor die Universitätsmusik in Leipzig ihr Zuhause. Für ihren Protest gegen die Sprengung der Universitätskirche gingen manche Chormitglieder sogar ins Gefängnis. Martin Luther persönlich hatte einst die Universitätskirche geweiht, große Namen wirkten in dem Gebäude wie u.a. Johann Sebastian Bach.
Am Sonntag, der in diesem Jahr zugleich der 1. Advent ist, wurde die Leipziger Universitätskirche St. Pauli durch Landesbischof Carsten Rentzing geweiht. Dabei wurden auch die Orgeln und Prinzipalien, also Altartische, der Taufstein und das Pult – der sogenannte Ambo – sowie das gesamte Altargerät wie Kelche, Kannen, Patenen und Kerzenleuchter ihrer Bestimmung übergeben. Das Altargerät entstammt der alten Paulinerkirche und konnte 1968 aus der Kirche gerettet werden, während die beiden Altartische, Ambo und Taufstein Neuanfertigungen sind.
Mit der Fertigstellung des neuen Paulinums bekommt nun der Chor der Alma Mater endlich ein neues Zuhause. Darüber freut sich vor allem David Timm, Musikdirektor der Leipziger Universität.
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In dem Festgottesdienst erklang von J.S. Bach das BWV 61 „Nun komm, der Heiden Heiland“ die Sätze: 2 bis 6
„Nun komm, der Heiden Heiland“ (BWV 61) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie 1714 in Weimar für den 1. Advent, den 2. Dezember 1714.
Bach schrieb die Kantate im Jahr seiner Ernennung zum Konzertmeister am Hof von Johann Ernst von Sachsen-Weimar für den 1. Advent und führte sie am 2. Dezember 1714 in der Schlosskirche erstmals auf. Bach führte die Kantate in seinem ersten Jahr in Leipzig am 28. November 1723 erneut auf.
Die Kantate ist wie andere Kantaten aus Weimar klein besetzt mit drei Solisten, Sopran, Tenor und Bass, vierstimmigem Chor, zwei Violinen, zwei Violen und Basso continuo.
Coro: Nun komm, der Heiden Heiland
Recitativo (Tenor): Der Heiland ist gekommen
Aria (Tenor): Komm, Jesu, komm zu deiner Kirche
Recitativo (Bass): Siehe, ich stehe vor der Tür
Aria (Sopran): Öffne dich, mein ganzes Herze
Choral: Amen, Amen, komm du schöne Freudenkrone
Mit dem 1. Advent beginnt das Kirchenjahr. J.S. Bach schrieb den Eingangschor aus diesem Anlass als Choralphantasie in Form einer Französischen Ouverture, die dem Ablauf langsam – schnell (Fugato) – langsam folgt.
Zwei Zeilen der Choralmelodie sind im ersten langsamen Abschnitt verarbeitet, die dritte Zeile ist als bewegtes Fugato gestaltet, die letzte Zeile wieder langsam. Die Melodie von Zeile 1 erscheint zuerst im Continuo und wird dann von allen Stimmen nacheinander vorgetragen zum feierlich punktierten Rhythmus im Orchester. Zeile 2 ist vierstimmig in den Orchestersatz eingebettet, während die Instrumente im schnellen Abschnitt colla parte spielen, Zeile 4 ähnelt Zeile 2.
Das Rezitativ beginnt secco, wird jedoch als Arioso weitergeführt, mit Imitation von Tenor und Continuo. Die Tenor-Arie wird von allen Violinen und Violen unisono begleitet. Satz 4, das Bibelzitat, ist dem Bass anvertraut als der Vox Christi, das Anklopfen ist durch pizzicato der Streicher ausgedrückt. Die Antwort ist ein persönliches Gebet des Soprans, das nur vom Continuo begleitet wird, mit einem adagio bezeichneten Mittelteil. Im Schlusschoral spielen die Violinen eine jubelnde fünfte Stimme zum vierstimmigen Chorsatz.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 10.12.2017 begehen wir den 2. Advent
Die Adventszeit als Vorbereitungszeit auf das Christfest ist erst im 4. Jahrhundert entstanden, wobei es zunächst erhebliche Unterschiede in der Dauer (von einer Woche bis zu 40 Tagen) gab. Vier Sonntage im Advent gibt es für die römische Kirche, deren Praxis die Reformation übernommen hat, seit etwa 600, der 1. Sonntag im Advent wird aber erst seit Mitte des 8. Jahrhunderts als Beginn des Kirchenjahres besonders gefeiert. Von Anfang an hatte die Adventszeit den Charakter der Bußzeit als Vorbereitung auf das Christfest, den „Geburtstag“ Jesu Christi.
Im Advent sehen wir nicht nur zurück auf die Ankunft des Herrn, wie sie uns in der Bibel als „Weihnachtsgeschichte“ überliefert ist, sondern auch voraus auf die zukünftige Ankunft des Herrn als Herrscher dieser Welt und Begründer des Neuen Jerusalem. In der Spannung zwischen beiden erfahren wir im Advent den Herrn als den, der auf uns zukommt, sich uns immer wieder neu zuwendet und uns zur Buße zur Umkehr zu ihm hin einlädt.
Das Thema des 2. Sonntags im Advent wendet sich jetzt dem erlösenden Aspekt Gottes zu, nachdem am 1. Sonntag im Advent die Macht des Herrschers im Vordergrund stand. Der Erlöser wirkt auf vielerlei Weise – wiederum durch Macht, oder durch den Opfertod am Kreuz. Das Kommen wird aber auch als Erlösung von den Leiden dieser Welt angesehen, d.h. der Herr, wenn er kommt, wird endlich ein Ende machen mit der hiesigen Trübsal (Epistel).
Ab diesem Sonntag entfällt das „Gloria in excelsis“.
Am 2. Advent denken wir besonders an den Tag, an dem Gott diese Welt erlösen wird. Noch stehen wir in dieser Welt der Not und der Schuld, noch warten wir auf den Erlöser, der schon naht. In aller Trübsal unseres Lebens hören wir die Verheißungen, die uns mit Hoffnung erfüllen und deren Einlösung wir geduldig erwarten.
Wochenspruch:
Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht. (Lk 21, 28b)
Der alttestamentliche Jesaja-Text will die Menschen auf das Kommen des Messias an Weihnachten vorbereiten. Die prägnanten Worte der Bibel haben Komponisten wie Johann Sebastian Bach, Heinrich Schütz und Eduard Nössler in ganz unterschiedliche Musik übersetzt.
Programm u. a.:
J. S. Bach: Kantate – BWV 132„Bereitet die Wege, bereitet die Bahn“
Kantate für den 4. Advent!
H. Schütz: Drei adventliche Gesänge SWV 381-383 aus der Geistlichen Chormusik von 1648
M. Praetorius: Liedsatz „Wachet auf“ und Magnifikat in deutscher Sprache
i. Overture (chorale fantasia): Nun komm, der Heiden Heiland
ii. Recitative (tenor): Der Heiland ist gekommen
iii. Aria (tenor): Komm, Jesu, komm zu deiner Kirche
iv. Recitative (bass): Siehe, ich stehe vor der Tür
v. Aria (soprano): Öffne dich, mein ganzes Herze
vi. Chorale: Amen, Amen, komm du schöne Freudenkrone
J.S. Bach Cantata BWV 132“Bereitet die Wege, bereitet die Bahn”
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
„Bereitet die Wege, bereitet die Bahn!“
Kantate BWV 132 zum 4. Advent für Sopran, Alt, Tenor, Bass, Oboe, Fagott, Streicher und Continuo.
Die Neumeister-Sammlung ist eine Zusammenstellung von 82 Choralvorspielen, die in einer von Johann Gottfried Neumeister (1757-1840) entstandenen Handschrift gefunden wurden. Als das Manuskript in den 1980er Jahren an der Yale University wiederentdeckt wurde, enthielt es 31 bisher unbekannte frühe Choralvertonungen von Johann Sebastian Bach , die als Nr. 1090-1120 in den BWV – Katalog aufgenommen und 1985 veröffentlicht wurden.
Einige Zeit nach 1807 ging das Manuskript an Christian Heinrich Rinck (1770-1846), dessen Bibliothek von Lowell Mason im Jahr 1852 gekauft wurde. Nach Masons Tod im Jahr 1873 wurde seine Sammlung von der Yale University in New Haven, Connecticut (USA) erworben. Dort lag der Neumeister-Band als Handschrift LM 4708, bis er Anfang 1984 von den Musikwissenschaftlern Christoph Wolff ( Harvard-Universität ) und Hans-Joachim Schulze ( Bach-Archiv Leipzig ) und Bibliothekar Harold E. Samuel (Yale) entdeckt wurden. Nachdem sie sich davon überzeugt hatten, dass das Manuskript echt sei, gaben sie die Entdeckung im Dezember 1984 bekannt.
‚Lass fahren, war auf Erde, wird lieber selig Werden‘ Mit einem langen, absteigenden Kranz von Noten am Ende des Choral, Illustriert Bach den Refrain des Textes: das Motto ‚wenn das Leben hart war, Heil erwartet im Himmel‘ (in Dur!). Der Priester Simeon, der hier spricht, steht für alle treuen Christen, wenn er erkennt, dass das Kommen Jesu einen entscheidenden Kurswechsel bedeutet. Doch bevor er diesen Punkt erreicht, kombiniert Bach alle möglichen Motive, die er als junger Organist von ihm aufgenommen hat – mit faszinierenden Ergebnissen. Es gibt statische Akkorde, die durch Pausen unterbrochen werden, eine einfache Harmonisierung der ersten Choralphrase und dann eine Wiederholung dieser Phrase, die jetzt von gebrochenen Akkorden begleitet wird. Die Läufe wie Intermezzi erzeugen ein verwirrendes Hörerlebnis. Wenn Bach im Orgelbüchlein, BWV 617, Jahre später wieder dieselbe Melodie verwendet, ist der Effekt viel zusammenhängender – aber vielleicht auch weniger abenteuerlich?
Neumeister kopierte den größeren Teil seiner Sammlung 1790 aus einem viel älteren, verlorenen Manuskript. Ich habe eine Vielzahl von populären Orgelchorälen ausgewählt, die er für gewöhnliche Gottesdienste selbst spielen könnte. Die Mehrzahl sind Werke von zwei von Bachs CousinsJohann Michael Bach (1648-1694) und Johann Christoph Bach (1642-1703) sowie von J.S. Bach selbst.
Unter anderem gibt es Arrangements von Friedrich Wilhelm Zachow(1663-1712) und Johann Pachelbell (1653-1706). So gibt Neumeister in seiner Sammlung eine Vorstellung von dem Repertoire, das J.S. Bach in jungen Jahren kannte. Bachs eigene Kompositionen in der Neumeister-Sammlung sind sehr alt und stammen meist aus der Zeit vor 1708 und wahrscheinlich sogar aus der Zeit um 1700, als Bach etwa fünfzehn Jahre alt war. Später fügte Neumeister weitere fünf Choräle hinzu, die viel jünger waren, geschrieben von seinem eigenen Lehrer Georg Andreas Sorge.
Jedes Satzpaar aus Präludium und Fuge wird im Bach-Werke-Verzeichnis unter einer eigenen Nummer geführt. Entsprechend umfasst der 1. Teil BWV 846 bis BWV 869
Das Wohltemperierte Klavier (BWV 846–893) ist eine Sammlung von Präludien und Fugen für ein Tasteninstrument von Johann Sebastian Bach in zwei Teilen. Teil I stellte Bach 1722, Teil II 1740/42 fertig. Jeder Teil enthält 24 Satzpaare aus je einem Präludium und einer Fuge in allen Dur- und Molltonarten, chromatisch aufsteigend angeordnet von C-Dur bis h-Moll.
Mit dem Begriff „Clavier“, der alle damaligen Tasteninstrumente umfasste, ließ Bach die Wahl des Instruments für die Ausführung bewusst offen. Die Orgel scheidet in den meisten Fällen aus, da Bach keine separate Pedalstimme notierte oder als solche bezeichnete und die Orgeln seiner Zeitmitteltönig gestimmt waren. Der größte Teil des Werks ist offenbar für Clavichordoder Cembalo konzipiert.
Nach einer Äußerung Johann Nikolaus Forkels (1749-1818) hatte Bach eine Vorliebe für das Clavichord. Im Nekrolog von 1754 steht dagegen über Bach: „Die Clavicymbalewußte er, in der Stimmung, so rein und richtig zu temperiren, daß alle Tonarten schön und gefällig klangen.“ Das Werk wird heute sowohl auf dem Cembalo als auch auf dem modernen Klavier bzw. Flügel gespielt.
Der sorgfältig formulierte Langtitel gab den pädagogischen Zweck der Sammlung als systematisches Lehrwerk für musikalische Anfänger und Fortgeschrittene an: Es diene „zum Nutzen und Gebrauch der Lehrbegierigen Musicalischen Jugend, als auch derer in diesem studio schon habil seyenden besonderem Zeitvertreib“. Diese Zweckbestimmung gab Bach auch zwei weiteren, 1722/23 neu herausgegebenen Kompositionszyklen: der „Auffrichtigen Anleitung“ und dem „Orgelbüchlein“.
Damit reihte er das Wohltemperierte Klavier in jene Instrumentalwerke ein, die vornehmlich der Ausbildung des musikalischen Nachwuchses dienten. Diese gehörte zu den hervorragenden Pflichten des Thomaskantors in Leipzig: jenes Amtes, um das Bach sich 1722 gerade bewarb. Der erste Teil des Wohltemperierten Klaviers mitsamt seinem Langtitel war also zugleich Teil dieser Bewerbung Bachs.
Trotz seiner Beschränkung auf die Formen des Präludiums und der Fugeweist das Wohltemperierte Klavier eine große Vielfalt an musikalischen Ausdrucksformen auf. Die Größe des Werkes besteht dabei nicht nur in der kunstvollen Kompositionstechnik. So ist es gerade der poetische Gehalt der Stücke, der Interpreten und Hörer des Werks durch die Jahrhunderte hindurch fasziniert hat.
Der weltberühmte Bach-Interpret András Schiffspielt das umfangreiche Klavierwerk von Johann Sebastian Bach, Das wohltemperierte Klavier, Buch 1, auf einem Steinway-Flügel. Live aufgezeichnet in der Royal Albert Hall am 7. September 2017.
András Schiff (* 21. Dezember 1953 in Budapest) ist ein österreichischer und britischer Pianist und Dirigent ungarischer Herkunft.
Schiff ist ein renommierter Interpret der Musik von Mozart, Beethoven, Schubert und besonders des Klavierwerks seines Landsmannes Béla Bartók. Daneben widmet er sich intensiv dem Werk von Johann Sebastian Bach, wobei er nicht der historischen Aufführungspraxis folgt, sondern die Musik Bachs üblicherweise auf modernen Flügeln verschiedener Bauart (Bösendorfer, Steinway) darbietet.
J. S. Bach – „The Well-Tempered Clavier, Part 1“
Each sentence pair of prelude and fugue is listed in the Bach-Werke-Verzeichnis under its own number. Accordingly, Part 1 comprises BWV 846 to BWV 869
The Well-Tempered Clavier (BWV 846-893) is a collection of preludes and fugues for a keyboard instrument by Johann Sebastian Bach in two parts. Part I was completed by Bach 1722, part II 1740/42. Each part contains 24 sentence pairs, each consisting of a prelude and a fugue in all major and minor keys, arranged in ascending chromatic order from C major to B minor.
The term „well-tempered“ possibly refers to the 1681 invented by Andreas Werckmeister, by him so-called well-tempered mood. The middle-tone Wolfsquinte was defused at the expense of pure thirds to allow playing in all keys.
With the term „clavier“, which encompassed all keyboard instruments at that time, Bach deliberately left the choice of the instrument for the execution open. The organ is eliminated in most cases, as Bach did not record or designate a separate pedal voice, and the organs of his time were medium-pitched. Most of the work is apparently conceived for clavichord or harpsichord.
After a statement by Johann Nikolaus Forkels Bach had a preference for the clavichord. Bach ’s obituary of 1754, on the other hand, says of Bach: „He knew the clavicymbals in the mood to temper so pure and true that all the keys sounded beautiful and pleasing.“ The work is today performed both on the harpsichord and on the modern piano or on the piano Wings played.
The carefully formulated long title stated the pedagogical purpose of the collection as a systematic textbook for beginners and advanced musicians: it served „for the benefit and the use of the teacher-studious musical youth, as well as those in this studio already habil seyenden special pastime“. This purpose also gave Bach two more composition cycles, newly published in 1722/23: the „Auffrichtige Anleitung“ and the „Orgelbüchlein“.
He included the Well-Tempered Clavier in those instrumental works that primarily served to train young musical talent. This was one of the outstanding duties of the Thomaskantors in Leipzig: the office, the creek in 1722 just applied. The first part of the Well-Tempered Clavier, including its long title, was at the same time part of Bach’s application.
Despite its limitation to the forms of prelude and fugue, the Well-Tempered Clavier has a great variety of musical expressions. The size of the work does not only consist of artistic technique of composition. Thus it is precisely the poetic content of the pieces that fascinated interpreters and listeners of the work through the centuries.
The world-famous Bach interpreter András Schiff plays the extensive piano work of Johann Sebastian Bach, The Well-Tempered Clavier, Book 1, on a Steinway grand piano. Recorded live in the Royal Albert Hall on September 7, 2017.
András Schiff (born December 21, 1953 in Budapest) is an Austrian and British pianist and conductor of Hungarian origin.
Schiff is a renowned interpreter of the music of Mozart, Beethoven, Schubert and especially the piano works of his countryman Béla Bartók. In addition, he devotes himself intensively to the work of Johann Sebastian Bach, whereby he does not follow the historical performance practice, but the music of Bach usually on modern wings of various design (Bösendorfer, Steinway) presents.
Die sechs Cellosuiten von Johann Sebastian Bach gehören zum Alten Testament der Cello-Literatur. Jeder Cellist, der die Musik anschaut, spürt sofort, wie natürlich die Töne um die Saiten des Instruments gelegt sind. Dennoch gibt es viele Fragen und Diskussionen zu diesen Suiten ein Violoncello Solo senza Basso. Hat Bach wirklich die Musik für Cello oder zumindest für Cello allein geschrieben? Und wann hat er es geschrieben? In Köthen oder früher?
Die Suiten folgen einem Weg von der Einfachheit zur zunehmenden Virtuosität. Suite Nr. 6 in D-Dur ist in jeder Hinsicht außergewöhnlich. In dieser letzten Suite, die auch die längste ist, lässt Bach das Instrument in den Himmel aufsteigen. Er tut dies, indem er eine zusätzliche fünfte Saite verwendet – „a cinq cordes“, wie Anna Magdalena Bach es im Manuskript beschrieben hat. Die fünfte Saite liegt eine Fünftel über der A-Saite, die normalerweise die höchste Saite ist. Sie könnten sogar argumentieren, dass Bach dem Cellisten erlaubt, sein eigenes Instrument zu transzendieren.
Der Geiger und Viola da Spalla–Spieler Sergey Malov glaubt, dass diese Suite auf einem Violoncello da spalla gespielt werden sollte – ein Instrument, das kleiner ist als das stehende Cello, das wie eine Violine auf der Schulter gespielt wird. Aber auch Cellisten, die die Daumenstellung fanatisch beherrschen, können die sechste Suite auf einem viersaitigen Cello spielen.
Der düsteren Stimmung von Suite Nr. 5 in c-Moll, die Leichtigkeit und Ausstrahlung von Suite No. 6 ist noch auffälliger. Die Tonart D-Dur, die in der Barockzeit oft Triumph und Fest symbolisiert, wird gleich in der ersten Bar des Préludes mit heiterer Spannung bestätigt. Auf diese fröhliche Bewegung, die im Zwei-Acht-Takt überspringt, folgt eine untypische Allemande, die introvertiert und ruhig ist.
Aber auch diesmal wird das Herz der Suite von der langsamen Sarabande mit ihren himmlischen Akkorden gebildet. Hier muss der Darsteller die Anstrengung verbergen, die es braucht, um diese gleitenden Noten zu spielen. Um die gute Laune zu betonen, ist die zweite Gavotte einmal nicht im kontrastierenden Mollton, sondern bleibt vom Dur dominiert. Und die Gigue ist der Superlativ der virtuosen Glückseligkeit.
Schultercello:
Sergey Malov hat sich für diesen Auftritt entschieden, einen Violoncello da spalla zu spielen. Er ist überzeugt, dass diese Suite Nr. 6 insbesondere, aber eigentlich alle Cello-Suiten, wurden für den Violoncello da Spalla geschrieben. Es mag seltsam erscheinen, dass wir nicht genau wissen, welches Instrument Bach für diese Musik vorhatte, aber zu seiner Zeit gab es weit mehr Abwechslung als heutzutage. Violoncello könnte sich auf das Instrument beziehen, das wir heute als „Standing Cello“ kennen, aber auch auf ein Instrument, das auf der Schulter gespielt wurde. Zum Beispiel ist Sigiswald Kuijken auch überzeugt, dass Bach den Violoncello da spalla viel häufiger als heute benutzt hat.
Ort:
Alle Cellosuiten werden an bemerkenswerten Orten in Amsterdam aufgenommen. Wir haben diese Suite Nr. 6 in der Gashouder der ehemaligen Westergasfabriek Gasfabrik erstellt. Der Gashouder wurde 1902 erbaut und war zu dieser Zeit der größte Gasherd in Europa. Das Gas wurde an der Spitze des Gashouders in einem Stahltank gelagert, der auf eine Höhe von vierzig Metern erweitert werden konnte. Es ist jetzt ein denkmalgeschütztes Gebäude, und die riesige Halle ohne Säulen sieht nicht nur magisch aus, sondern bietet auch eine wunderbare Akustik.
In der Geschichte der sechs Schübler Choräle steht dieser Schlusschoral für Advent. Um diese Struktur zu erreichen, musste Bach (oder der anonyme Arrangeur) einen Trick mit dem Text ausführen, da die Kantate, aus der er diese Arie nahm – und besonders der Choral, den er verwendete, Lobe den Herren – nichts mit dem zu tun haben. Geburt von Jesus. Die Worte des BWV 137 jubeln allgemeiner und wurden außerdem mitten im kirchlichen Jahr gesungen. Der Weihnachtsakzent wird hinzugefügt, indem ein alternativer Choraltext auf die Musik geklebt wird, auch wenn wir es uns selbst in diesem rein instrumentalen Setting vorstellen müssen.
Die Anordnung folgt quasi dem Buchstaben nach der ursprünglichen Altarie, mit dem hochfliegenden Violinsolo in der rechten Hand. Bei der Transposition zur Orgel verliert das Solo etwas von seiner Bravour, was dem „neuen“ Choral gut entspricht. Anders als die Kantate, die von Trost und Schutz spricht, bittet sie dringend um die Errettung durch das Kommen Christi. Es gibt Zweifel, wie man die anderen Teile spielt. Entweder der Choral geht zur linken Hand und der Continuo zum Pedal, oder umgekehrt mit dem Choral an den Füßen. Wenn der Spieler sich für letzteres entscheidet, wie es der Organist Bart Jacobs hier tut, dann ist es der einzige ornamentierte Cantus firmus in Bachs bekanntem Oeuvre.
Sie können eine Nummer und einen Beinamen haben, aber das bedeutet nicht unbedingt, dass Bach die sechs bezaubernden Schübler-Choräle selbst geschrieben hat. Fünf von ihnen sind Arrangements bekannter Kantatenbewegungen – und das sechste kann durchaus auch ein Arrangement aus einem verlorenen Werk sein. Während einige Leute die Hand des Meisters nicht bezweifeln und eine wohlüberlegte Konstruktion darin identifizieren, sehen andere Spezialisten eine große Lücke zwischen Bachs eigenen verfeinerten Transkriptionen und diesen Werken, die oft ziemlich wörtlich auf die Orgel übertragen wurden.
Hat der Meister diese Aufgabe zum Beispiel seinem Sohn Wilhelm Friedemann Bach übertragen? Wollte er Spielern populärer Musik in der Clavier-Übung III sowie den virtuosesten Organisten die Möglichkeit geben? Waren diese Hits auch Bestseller wenn arrangiert? Obwohl wir die Antworten nicht kennen, ist es eine Tatsache, dass Bach selbst eine Kopie von Schüblers Publikation besaß, was sehr interessant ist für seine Fülle an Verbesserungen und Veränderungen durch einen Komponisten in den letzten Jahren seines Lebens.
Das Cellokonzert Nr. 1 Es-Dur op. 107 ist das erste Cellokonzert von Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch aus dem Jahr 1959. Er widmete es dem Cellisten Mstislaw Leopoldowitsch Rostropowitsch, der sein Schüler und ein guter Freund war.
Das Konzert entstand in einer Zeit, in der das Erbe von Josef Stalins Kulturbürokratie während der Tauwetter-Periode langsam überwunden wurde. Unter Stalin hatten bedeutende Teile von Schostakowitschs Kompositionen als „volksfremd und formalistisch“ gegolten. Das Konzert gilt als Teil der musikalischen Abrechnung Schostakowitschs mit Stalin. Am 4. Oktober 1959 wurde das Cellokonzert im Großen Saal der Leningrader Philharmonie durch Mstislaw Rostropowitsch mit den Leningrader Philharmonikern unter der Leitung von Jewgeni Mrawinski uraufgeführt.
Die treibenden Bewegungen und der tänzerische Übermut des ersten und dritten Satzes stehen der Melancholie des zweiten Satzes gegenüber. Er entfaltet zwei kantable Themen, auf die der dritte Satz noch einmal Bezug nimmt. Ein Sarabandenrhythmus und schlichte folkloristische Melodiebildungen mit vereinzelten Leierkastenklängen und flüchtigem Flageolett des Cellos geben diesem Satz jene berührende Eindringlichkeit, wie sie auch für andere Werke Schostakowitschs typisch ist. Ihr Effekt beruht unter anderem darauf, dass das Soloinstrument durch Flageolett die höheren Töne gegenüber den Diskantstreichern spielt. Der dritte Satz ist eine Kadenz oder ein „Monolog“ für das Solocello.
Der atemlose Schlusssatz ist von sprühender Virtuosität geprägt. Er greift auf das Hauptmotiv des ersten Satzes zurück. Zudem zitiert er das Lieblingslied Josef Stalins, „Suliko“.
Ähnlich seinem 1. Klavierkonzert ist der Solostimme ein weiteres Instrument, in diesem Fall ein Horn, mit verschiedenen Solopartien zur Seite gestellt. Eine besondere Stellung im Konzert nimmt zudem die Pauke ein, die als Widerpart der Cellostimme fungiert, immer wieder Brüche im melodischen und rhythmischen Ablauf erzeugt und in Kombination mit der Chromatik im vierten Satz einen bedrohlich Charakter bekommt.
The Cello Concerto No. 1 in E-flat major op. 107 is the first cello concerto by Dmitry Dmitrievich Shostakovich from 1959. He dedicated it to the cellist Mstislav Leopoldovich Rostropovich, who was his pupil and a good friend.
The concert was written in a time when the legacy of Josef Stalin’s cultural bureaucracy was slowly overcome during the thawing period. Under Stalin, significant parts of Shostakovich’s compositions had been considered „alien and formalistic“. The concert is considered part of the musical settlement of Shostakovich with Stalin. On October 4, 1959, the Cello Concerto in the Great Hall of the Leningrad Philharmonic was premiered by Mstislav Rostropovich with the Leningrad Philharmonic under the direction of Yevgeny Mrawinski.
The driving movements and the dance-like exuberance of the first and third movement are juxtaposed with the melancholy of the second movement. He unfolds two cantabile themes, to which the third movement refers again. A sarabande rhythm and simple folkloristic melodic formations with isolated lyre box sounds and fleeting harmonics of the cello give this movement the touching intensity that is typical of other works by Shostakovich. Their effect is based, among other things, on the fact that the solo instrument plays the higher notes over the treble strings through flageolet. The third movement is a cadence or a „monologue“ for the solo cello.
The breathless final movement is characterized by sparkling virtuosity. He refers back to the main motive of the first movement. He also quotes Josef Stalin’s favorite song, „Suliko“.
Similar to his first piano concerto, the solo part is another instrument, in this case a horn, with different solo parts set aside. A special position in the concert also takes the timpani, which acts as an antagonist of the cello, repeatedly breaks in the melodic and rhythmic process generated and gets in combination with the chromaticism in the fourth movement a threatening character.
Die Sonate Nr. 9 a-Moll KV 310 (300d) (von der Zählweise des Köchelverzeichnisses her Nr. 8) von Wolfgang Amadeus Mozart ist eine Klaviersonate in drei Sätzen. Sie gehört zu einem Zyklus von drei Sonaten, die zwischen 1777 und 1778 im Verlauf einer längeren, von Mannheim nach Paris führenden Gastspielreise entstanden sind und die einen ruhigeren Charakter gegenüber den ersten sechs Sonaten haben.
Die a-Moll-Sonate ist die erste von nur zwei Klaviersonaten, die Mozart in Moll schrieb. Sie ist die dunkelste seiner Klaviersonaten und wurde 1778 in Paris komponiert, nachdem seine Mutter Anna Maria Mozart, die ihn auf der Reise begleitet hatte, dort verstorben ist.
Die Klaviersonate Nr. 10 in C-Dur KV 330 (300h) von Wolfgang Amadeus Mozarts ist eine von drei Arbeiten im Zyklus der Klaviersonaten KV 330–332. Die Sonate wurde 1783 komponiert, als Mozart 27 Jahre alt war. Mit den anderen beiden Sonaten wurde sie im Jahr 1784 im Verlag Artaria veröffentlicht. Mozarts Autograph der Sonate befindet sich in der JagiellonischenBibliothek, Kraków.
Daniel Barenboim(piano) plays piano sonatas by W.A. Mozart – Sonata in A minor KV 310 and Sonata in C major KV 330!
The Sonata No. 9 in A minor KV 310 (300d) (by the method of counting the saxophone No. 8) by Wolfgang Amadeus Mozart is a piano sonata in three movements. It belongs to a cycle of three sonatas, which were written between 1777 and 1778 during a longer tour of Mannheim, leading to Paris, and which have a calmer character than the first six sonatas.
The A minor Sonata is the first of only two piano sonatas Mozart wrote in minor. It is the darkest of his piano sonatas and was composed in Paris in 1778 after his mother Anna Maria Mozart, who accompanied him on the journey, died there.
The Piano Sonata No. 10 in C major KV 330 (300h) by Wolfgang Amadeus Mozart is one of three works in the cycle of Piano Sonatas K. 330-332. The sonata was composed in 1783 when Mozart was 27 years old. With the other two sonatas she was published in 1784 by the publisher Artaria. Mozart’s Sonata autograph is in the Jagiellonian Library, Kraków.