Es ist immer eine sehenswerte Sendung des ZDF, die in jedem Jahr zum 1. Advent in Verbindung mit der Stiftung Frauenkirche Dresden – veranstaltet wird. Namhafte Künstler sind dort zu bewundern.
Galakonzert aus der Frauenkirche
Sonntag, 28. November 2010 um 18:00 Uhr im ZDF.
Exakt zehn Jahre ist es her, dass das erste Konzert aus der damaligen Baustelle der Frauenkirche vom ZDF übertragen wurde. Das war der Auftakt für die inzwischen alljährlich stattfindenden ZDF-Adventskonzerte aus dem Dresdner Gotteshaus.
Zum Jubiläum wird Mojca Erdmann (Sopran) zu Gast in der Frauenkirche sein. (Mojca Erdmann singt anstelle der angekündigten Sopranistin Anna Netrebko) – Zweiter Solist im ZDF-Adventskonzert ist der italienische Tenor Vittorio Grigolo.
Auch in diesem Jahr garantieren zwei Dresdner Spitzenensembles eine stimmungsvolle vorweihnachtliche Konzertstunde auf höchstem Niveau: die Staatskapelle Dresden und der Chor der Sächsischen Staatsoper. Einen zusätzlichen musikalischen Akzent setzt der Kammerchor der Frauenkirche. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Bertrand de Billy. Es erklingen Werke von Händel, Vivaldi, Haydn und Mozart.
Das Konzert ist bereits ausverkauft!
Aktualisierung am 30.11.2010 mit folgender Information:
In der ZDF-Mediathek ist bis zum – 4.12.2010 – die „Festliche Adventsmusik aus der Frauenkirche Dresden“
Im Kalenderjahr 2010 gibt es vier Neueinspielungen von J.S. Bach – Weihnachtsoratorium
– BWV 248 – u.a. in einer Jazz-Version.
BWV 248 Johann Sebastian Bach Weihnachtsoratorium_Thomanerchor von 2009
1.) Thomanerchor und Gewandhaus-Orchester Leipzig!
Bei dieser Aufnahme handelt es sich um einen Rundfunk-Live-Mittschnitt aus Dezember 2009 aus der Thomaskirche in Leipzig. Anlass: 275.- Jubiläum der Uraufführung des WO in der Thomaskirche in Leipzig
Eine Besonderheit entwickelte sich aus der Situation, dass die Sopranistin erkrankte und Knabensoprane – (die Thomaner Paul Bernewitz und Friedrich Preatorius) eingesprungen sind.
Eine exzellente Rundfunkübertragung im Dezember 2009 begeisterte die Zuhörer und kann diese Neueinspielung sehr empfehlen. Die zwei Knaben-Soprane der Thomaner haben mich überzeugt und fand das als eine sehr gute Alternative. Die Klangästhetik gewinnt durch die frischen und makellosen jungen Stimmen an Ausdruckskraft. Der Thomanerchor selbst verkörpert mit der Musik eine Authentizität, die nur in dieser Atmosphäre seine Wirkung vollkommen erzielen kann. 275 Jahre nach der Uraufführung 1734 / 1735 singt der Thomanerchor Leipzig unter der Leitung von Thomaskantor Georg Christoph Biller alle sechs Kantaten. Zum Jubiläumsjahr produzieren Rondeau Production und Mitteldeutscher Rundfunk MDR das beliebte Chorwerk neu für Rundfunk und CD.
Solisten: Paul Bernewitz und Friedrich Preatorius; Knabensopran, Ingeborg Danz; Alt, Martin Petzold; Tenor-Evangelist, Christoph Genz; Tenor-Arien, Panajotis Iconomou; Bass. Leitung: Georg Christoph Biller.
Riccardo Chailly hat das Jahr 2010 für sein Bach-Jahr erklärt und mehrere Einspielungen von J.S. Bach vorgenommen.
Die hoch gelobte Einspielung der „Brandenburgischen Konzerte“ eröffnete Anfang diesen Jahres den von Riccardo Chaillys geleiteten „kleinen“ Leipziger Bach-Zyklus mit dem Gewandhausorchester Leipzig, als dessen Chefdirigent er seit September 2005 fungiert. Es folgte zu Ostern die „Matthäuspassion“, und mit der Aufnahme des „Weihnachts-Oratoriums“ schließt sich der Kreis der drei Bach-Veröffentlichungen Riccardo Chaillys mit „seinem“ Orchester.
Es liegt fast 150 Jahre zurück, dass ein Dirigent des Gewandhausorchesters in Leipzig, das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach dirigierte. Riccardo Chailly hat diesen musikalischen Kraftakt mit dem Orchester jeweils am 7. u. 8. Januar 2010 durchgeführt. An beiden Tagen wurden die sechs Kantaten des Weihnachtsoratoriums im Konzertsaal aufgeführt.
Das letzte Mal führte der Gewandhaus-Kapellmeister Carl Reinecke diese in Auszügen im Jahr 1861, im damaligen Gewandhaus durch. Wie das Orchester mitteilte, wurde nicht geklärt, warum nie wieder das Werk in einem Stück aufgeführt wurde. Zum ersten Mal wurde das gewaltige Chor- und Orchesterwerk 1735/1736 in der Thomas- und der Nikolaikirche aufgeführt.
DVD – Live-Mitschnitt vom Konzert am 4. Dezember 2009
„60 Jahre Bundesrepublik – 20 Jahre Mauerfall“ aus der Sixtinischen Kapelle zu Ehren von Papst Benedikt XVI. Und in Anwesenheit von Bundespräsident Horst Köhler.
DVD WO Teil 1-3 Mittschnitt Rom Papst Benedikts XVI_Augsburger Domsingknaben Residenz-Kammerorchester München
Für Domkapellmeister Reinhard Kammler und seine Augsburger Domsingknaben war es die bisher ehrenvollste Konzerteinladung überhaupt: Am Freitag, den 4. Dezember 2009, erklang in der geschichtsträchtigen Sixtinischen Kapelle des Vatikans vor den weltberühmten Fresken Michelangelos das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. In Anwesenheit von Papst Benedikt XVI., Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler und seiner Berliner Delegation, zahlreichen Mitgliedern des am Vatikan akkreditierten diplomatischen Corps und weiteren hochrangigen Gästen musizierten unter Leitung von Reinhard Kammler der Kammerchor der Augsburger Domsingknaben, das Residenz-Kammerorchester München, Knabensolisten, sowie die ehemaligen Domsingknaben Gerhard Werlitz, Tenor und Johannes Kammler, Bass.
Offizieller Anlass dieses für die Augsburger Domsingknaben einmaligen Engagements war das Jubiläum „60 Jahre Bundesrepublik Deutschland und 20 Jahre Mauerfall“.
Gerhard Werlitz, Tenor
Johannes Kammler, Bass
Knabensolisten/Boys’ Soloists:
Kantate I / Cantata I
Ferdinand Geirhos, Alt/Alto
Kantate II/Cantata II
Ivo Hartmann, Sopran/Soprano
Sebastian Maurer, Alt/Alto
Kantate III/Cantata III
Markus Göppel, Sopran/Soprano
Ferdinand Geirhos, Alt/Alto
Kammerchor
der Augsburger Domsingknaben
Residenz-Kammerorchester München
Instrumentalsolisten/
Instrumental Soloists
Michael Christians, Violine/Violin
Petra Schiessel, Flöte/Flute
Dieter Salewski, Isabel Evers, Oboe,
Oboe d’amore
Trompeten/Trumpets
Konrad Müller, Andreas Spannbauer,
Matthias Haslach
Continuo
Hartmut Tröndle, Violoncello
Werner Booz, Kontrabass/Double Bass
Claudia Waßner, Orgelpositiv/Positive organ
Leitung am Cembalo/
Direction and harpsichord:
Domkapellmeister Reinhard Kammler
Aufnahme/Recorded: 04.12.2009,
Sixtinische Kapelle, Rom
J.S.Bach Weihnachtsoratorium BWV 248 "Version für Big Band"
Jazzet, frohlocket!
Unter Standards versteht man im Jazz bestens bekannte Songs des Repertoires, die Jazzmusikern als Grundlage für ihre Improvisationskünste dienen. Bachs Weihnachtsoratorium darf man ohne Zweifel mit Recht als »Standard« bezeichnen, und als solches wurde es im vergangenen Jahr Grundlage einer außergewöhnlichen Session.
Bill Dobbins hat von dem Werk ein Jazzarrangement erstellt und dirigierte seine Jazz-Version in einem gemeinsamen Konzert der King’s Singers und der WDR Big Band. Die Präzision und der unverwechselbare Klang der King’s Singers in Kombination mit einem der renommiertesten europäischen Jazzensembles entlockten Bachs Weihnachtsoratorium, bei aller Achtung des zeitlosen Originals, einen völlig neuen Klang, der Klassik- und Jazzliebhaber gleichermaßen begeistern wird.
Eine ausführliche Rezension – mit einer Hörprobe – zu dieser Wiedergabe in Bad Oeynhausen im Dezember 2009 kann unter dem nachstehenden Link nachgelesen werden:
Es gibt Tage, die sind teuer, richtig teuer. Es fing damit an, dass ich zum Gesangsunterricht mit dem Taxi gefahren bin, kurzentschlossen habe ich mich dann entschieden, trotz der horrenden Preise, doch abends zu Cecilia Bartoli in die Philharmonie zu gehen. Also Ruckzuck noch zur Philharmonie und die Karte abgeholt, dabei bin ich dann, aufgrund meines verkehrswidrigen Verhaltens in Sachen Schnell-Parken, nur knapp einem Knöllchen entgangen.
Philharmonie Essen vom Stadtgarteneingang
Im Moment scheint es en Vogue, alte Komponisten des Barock auszugraben, sie zu entstauben und gründlich zu durchlüften, wie sie Simone Kermes mit „Colori d´amore“ oder auch Magdalena Kozena mit „Lettere amorose“, in Ermangelung ansprechender, zeitgenössischer Möglichkeiten, präsentieren. Zu Tage kommen bei allen, höchst virtuose, anspruchsvolle Stücke, die immer noch faszinierend wirken. Cecilia Bartoli hat sich der Thematik der Kastraten angenommen, die im 17. + 18. Jahrhundert teilweise Rockstar-ähnlichen Kultstatus besessen haben. Der Preis, den sie dafür zahlten, war hoch: Wer die stümperhafte Prozedur überlebte, hatte eine äußerst geringe Chance zu Weltruhm aufzusteigen, vielmehr drohten gesellschaftliche Ausgrenzung, physische Entstellung durch Ausprägung weiblicher Körperformen, unnatürliches Längenwachstum und die üblichen Unsicherheiten im Künstlerberuf. Viele entstammten der neapolitanischen Talentschmiede von Nicola Porpora der mit seinem Zögling Carlo Broschi gen. Farinelli das große Los zog.
Empfangshalle der Philharmonie
Der Zeiger rückt näher auf 20.00 Uhr, die Start-Fanfare „Bilder einer Ausstellung“ ruft zum Konzert. Cecilia Bartoli wird heute von dem Kammerorchester Basel unter der Leitung von Julia Schröder begleitet, dessen Konzertmeisterin sie seit 2004 ist. Das Orchester beginnt mit spritzigen Tempi und steigt mit Nicola Porporas „Come nave“ ein, effektvoll inzeniert stürmt Bartoli in einer Art Bajazzo-Piratenkostüm mit einem wehenden Mantel, ausstaffiert mit rot-glänzendem Innenfutter, die Bühne; es gibt spontanen Szenenapplaus. Die Künstlerin ist in Top-Form, das satte, dunkle Timbre durchdringt den Raum. Das spielfreudige und akzentuiert agierende Orchester bietet dieser Powersängerin das ergänzende Moment.
Auch wenn wir uns heute nicht vorstellen können, wie die großen Kastraten wirklich geklungen haben, bringt doch „Farinella“ zumindest die Ahnung von dem technischen Können dieser Künstler (Männer kann man ja nicht sagen!) nahe. Speziell bei Francesco Araias Arie aus „Berenice“ durchzieht sie das gesamte Spektrum an Turbo-Trillern und riesigen Tonsprüngen, alles wird aneinandergereiht, Schlag auf Schlag, so dass noch nicht einmal nach einer Passage mit der Schwierigkeitsstufe 10, die Möglichkeit zum Luftholen bleibt, denn es verlangt die nächste Stimmung wieder vollste Aufmerksamkeit! Inflationär werden endlose Melismen-Ketten aneinander gereiht. Die unglaublich sinnlichen Stücke wie „Lascia la spina“ (Händel/ Il Trionfo del Tempo e del Disinganno) oder Leonardo Leo´s „Qual Farfalla“ verlangen neben des technischen Anspruchs nach reifer, lebenserfahrener Interpretation, Cecilia Bartoli gelingt dies und läßt die Zuhörer eingewoben in einem Kokon von Faszination für diese Stimme und diese Musik mit wohligen Schauern in einen anderen Raum entschweben. Die Mimik der Augen und die einladenden Gesten des Körpers ziehen das Publikum in den Gefühlssog hinein. Es läßt sich leicht vorstellen, dass viele Komponisten ihren Stars die Stücke buchstäblich in die Kehle komponiert haben. Es finden sich unter diesen Arien natürlich auch Stücke, die der Kunst wegen ihre Existenzberechtigung haben, aber es gibt auch Melodien, die mitnehmen in alltagsferne und intensive Gefühlswelten mit wunderschönen Melodien (Antonio Caldara „Quel buon pastor son io“).
Il Senesino (Bild Wikipedia)
Das Kammerorchester Basel brilliert gleichmaßen in der Interpretation einiger Ouvertüren, so verschwenderisch die barocken Formen, mit ihren Voluten und ihrem Schmuck sind, so verschwenderisch zieht die Musikalität mit fast impressionistischer Prägung vorbei und hinterläßt Spuren der barocken Ideologie, die das Leid und die Freude eng beieinander wähnt; so die Ouvertüren Porporas zu „Il Gedeone“ und „Perdono, amata Nice“.
Es bleibt ja immer die Spannung, beschönt die Technik, sind die Stars ihr Geld wert? Für Cecilia Bartoli kann die letzte Frage klar mit JA beantwortet werden. Das Konzert hat gezeigt, dass auch in der modernen Klassik der Künstler kein Unberührbarer ist, sondern er/sie mit dem Publikum in ständiger Korrenpondenz steht. Nicht zuletzt hat Cecilia Bartoli durch ihr offenes, dem Publikum und den Mitmusizierenden zugewandtem Wesen die Zuhörer mit ihr verschmelzen lassen, aber die ungeheure Technik, die gigantische Luft, mit der sie schiere Ewigkeiten im An- und Abschwellen der Töne verharrt, weisen ihr zurecht den Vesuv (hier nicht der Olymp) der Mezzosorpranösen zu. Dass sie dabei kommerzielles Gespür beweist ist auch völlig in Ordnung, keiner kann nur von der Kunst leben, er muss sich auch zu vermarkten wissen.
Ist es ausgleichende Gerechtigkeit der Natur, dass gerade die Kastraten ihre fehlende Männlichkeit durch größeres Gefühl für Sinnlichkeit und Technikverlagerung vom Hüftbereich in die Kehle kompensierten?
Diese Zeiten sind vorbei, auch wenn heute niemand mehr aufgrund seiner Stimme kastriert wird, bleibt die menschliche Natur doch diesselbe. In einer Zeit, wo junge Menschen sich genauso nach Erfolg und Anerkennung sehnen wie vor 300 Jahren? Wo Talentshows in Scharen die Programme aller Fernsehsender bevölkern und die Bewerber in Kauf nehmen, vor einem Millionenpublikum öffentlich von mediengeilen Gestalten erniedrigt zu werden?
Schlussapplaus
Wo junge Frauen sich bewußt auf Kinder-Kleider-Größen herunter hungern, um dazuzugehören, ist das nicht auch eine Form der Verstümmelung? Welches Motiv steckt dahinter? Ist Erfolg, Schönheit und Reichtum an der Kleidergröße zu messen? Wer sich heute wünscht, ebenso erfolgreich, wohlhabend und talentiert zu sein wie sein Idol, sollte nicht vergessen, auch die Schattenseiten der Popularität zu beleuchten, die oft geprägt sind von harter, konsequenter Arbeit; Perfektionismuswahn; zerrüttetem, sozialem Leben und fehlender Privatsphäre. Die Übergänge zwischen Anbetung, Mittelmaß und Lachnummer sind fliessend.
Encore!
Halten wir es mit dem Zitat von Claude Debussy: „Ich bete jeden Tag zu Bach, damit er mich vor Mittelmäßigkeit bewahre.“
Bach als Opernkomponist hätte mir übrigens auch gefallen.
Grüße, Claudia
PS: In den Programmheften der Philharmonie steht jetzt an jeder Textseite: Bitte leise umblättern!
Städtisches Museum Seesen / Harz – Ausstellung: Steinweg-Steinway
Für alle Freunde der Klaviermusik gibt es ab 27. November 2010 im Städtischen Museum der Stadt Seesen am Harz eine Dauerausstellung zu besichtigen.
Nach umfangreichen Umbaumaßnahmen im Städt. Museum der Stadt Seesen wird für einen berühmten Sohn der Stadt:
Heinrich Engelhard Steinweg (1797-1871)
berühmter Klavier- und Flügelbauer eine Dauerausstellung eingerichtet.
Heinrich E. Steinweg beim Bau des ersten Flügel
+) Am 11. November 1825 leistet der ausWolfshagen/Harz stammende Tischler Heinrich Engelhard Steinweg (1797-1871) in Seesen den Bürgereid. Neben der Tischlerarbeit beginnt der musisch begabte Steinweg Klaviere herzustellen – und hat damit Erfolg. Ab 1836 nennt er sich „H. Steinweg – Instrumentenmacher in Seesen“. Seiner Kundschaft erklärt er: „Für Güte und Dauer (meiner Instrumente) garantiere ich auf jede vom Käufer selbst zu bestimmende Zeit…“
Der selbstbewusste 53-jährige entschließt sich 1850 mit seiner Familie nach New York auszuwandern.
In Amerika wird aus Heinrich E. Steinweg der berühmte Name: Henry E. Steinway.
Der Familienname wird zu Steinway amerikanisiert und bereits 1853 das Unternehmen Steinway & Sons gegründet.
H. E. Steinweg und William Steinway
Sechs Söhne sind den Steinwegs in Seesen geboren worden. Die Kombination ihrer unterschiedlichen, sich ergänzenden Talente führt zum beispiellosen Erfolg in Amerika. Der älteste Sohn, Theodor (1825-1889) bleibt zunächst in Deutschland und gründet in Braunschweig die Klavierfabrik „C. F. Theodor Steinweg“. Also auch er in New York gebraucht wird, verkauft er sie und tritt ebenfalls in die Firma „Steinway & Sons, New York“ ein. Aus der Braunschweiger Klavierfabrik entsteht nun „Grotrian – Steinweg“.
Mit einer wahren Patentflut hatten Theodor und sein Bruder Henry Jr. (1830-1865) den Klavierbau revolutioniert. Sie gelten heute als Schöpfer des modernen Klaviers. Ihr jüngerer Bruder William (1835-1896) steuert sein kaufmännisches Genie zum Erfolg bei. Auf seine Initiative hin kommt es 1880 zur Gründung von „Steinway & Sons, Hamburg“.
Das Städt.-Museum Seesen zeigt, neben vielen historischen Gegenständen der Region, wie sich die Dosenfabrikation von ihren frühen handwerklichen Anfängen bis zur industriellen Fertigung entwickelt hat. Lernen Sie den Ehrenbürger William Steinway in einer Ausstellung kennen, in der auch das erste in Amerika gefertigte Tafelklavier der Firma Steinway & Sons zu sehen ist.
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Öffnungszeiten Städt. Museum Seesen:
Die Öffnungszeiten des Museums haben sich geändert: Di. – Fr.: 11 – 17 Uhr; Sa. u. So.: 14 – 17 Uhr
und nach Vereinbarung Seesen am Harz Wilhelmsplatz 4 – Tel. 0 53 81 – 488 91 Internet: www.museum-seesen.de
+) Textauszüge Städt. Museum Seesen
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Ein weiteres Highlight für Seesen:
Wilhelm Busch, lebte von 1898 bis zu seinem Tod 1908 im kleinsten Seesener Stadtteil Mechtshausen.
Wilhelm Busch-Denkmal in Seesen
Wilhelm Busch lebte die letzten 10 Jahre seines Lebens sehr zurückgezogen. Die Räume, die er im Pfarrhaus des Ortes bewohnte, sind wieder so hergerichtet, wie sie zu Lebzeiten Buschs um die Jahrhundertwende waren. Ein Besuch des Wilhelm-Busch-Hauses in Mechtshausen lohnt sich.
Öffnungszeiten: 1. März – 31. Oktober: täglich von 14 – 16 Uhr
(montags geschlossen) – 1. November – 28. Februar: samstags und sonntags von 14 – 16 Uhr
und nach Vereinbarung
Pastor-Nöldeke-Weg 7 in Mechtshausen
Tel. 0 53 84 – 908 86 und 517 Internet: www.wilhelm-busch-haus.de
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Der Stadtrundweg in Seesen hat sieben Stationen (Fotorechte: Stadt Seesen)
Wer einmal wieder Lust verspürt, den Harz zu besuchen, der wird als Zwischenstation mit diesen Ausstellungen in Seesen – „Tor zum Harz“ mit Klassik und Kultur hinreichend informiert.
da bin ich wieder mit ein paar, wie ich finde, spannenden Radiotipps:
Für die Orgelfans unter Euch:
15.11.2010
DRS II
20-22
Diskothek im Zweiten
Charles-Marie Widor: Orgelsinfonie Nr.5 f-moll
Charles-Marie Widor gilt als der eigentlich Erfinder der Gattung «Orgelsinfonie» im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Als Nachfolger von César Franck am traditionsreichen Pariser Conservatoire übernahm er 1890 dessen Orgelklasse und war Organist an der Eglise de Saint-Suplice. Dort stand eine imposante Orgel von Cavaillé-Coll, die Widor auch klanglich zu seinen Werken inspirierte. Im Mittelpunkt seines kompositorischen Schaffens stehen 10 zyklisch angelegte Orgelsinfonien. Die berühmteste ist die 5. Sinfonie mit ihrem eindrücklichen Finalsatz, der berühmten Toccata.
In der «Diskothek im Zwei» stehen verschiedene Aufnahmen von Widors Orgelsinfonie Nr.5 in f-moll zur Diskussion. Gäste von Eva Oertle sind der Musikjournalist Peter Hagmann und der Organist Tobias Willi.
Vielleicht erinnert Ihr Euch, dass ich vor einiger Zeit einen kurzen Nachruf auf Anthony Rolfe Johnson hier veröffentlicht habe. Alex nannte in seinem Kommentar die Aufnahme des Idomeneo mit ihm. diese Woche wird sie von Bayern klassik gesendet:
16.11.2010
BR klassik
19-22:15
Wolfgang Amadeus Mozart: „Idomeneo“
Zum 85. Geburtstag des Dirigenten Charles Mackerras (1925 – 2010) (I)
Dramma per musica in drei Akten
In italienischer Sprache
Idomeneo – Ian Bostridge
Idamante – Lorraine Hunt Lieberson
Ilia – Lisa Milne
Elettra – Barbara Frittoli
Arbace – Anthony Rolfe Johnson
Oberpriester Neptuns – Paul Charles Clarke
Die Stimme – John Relyea
Dunedin Consort
Edinburgh Festival Chorus
Scottish Chamber Orchestra
Leitung: Charles Mackerras
Aufnahme von 2001
Nächsten Sonntag gibt es gleich 2 spannende Sendungen:
21.11.2010
DRS II
16-18
Parlando
Angehimmelt, versteigert, verkratzt – Instrumente mit besonderen Lebensgeschichten
Alte Instrumente haben viel erlebt seit ihrer «Geburt». Wo sind heute Menuhins Geigen? Warum stand Schillers Tafelklavier im KZ Buchenwald? Warum kauft eine Bank wertvolle Geigen? Eine Spurensuche bei Musikern, Bankern und Klavierstimmern.
Ein «Parlando» von Elke Kamprad.
BBC
The Early Music Show
Catherine Bott presents a profile of Bach’s eldest son, Wilhelm Friedemann, who despite being renowned as an organist and composer during his lifetime, died in poverty. http://www.bbc.co.uk/programmes/b00vkpcc
ich hoffe, für den einen oder anderen der Blog-Leser ist etwas dabei.
Eine schöne Woche
Barbara
Ein in 2010 neu gegründeter DVD-Label aus Leipzig sorgt für Furore in der Klassikwelt und ich möchte eine sehr höchst bemerkenswerten DVD – Neuerscheinung von diesem Label in meinem Beitrag einmal vorstellen.
Gegründet im Jahr 2010 mit Sitz in Leipzig, ein Zentrum der klassischen Musik, produziert „Accentus Music“ hochkarätige Konzert-und Opernaufnahmen weltweit, sowie abendfüllende Dokumentarfilme und Porträts. Sowohl künstlerisch als auch technisch erfüllt Accentus Music den höchsten Erwartungen von Musikliebhabern auf der ganzen Welt.
Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung als Produzent und Regisseur hat Paul Smaczny mit der Produktionsfirma ACCENTUS Music nun auch das gleichnamige DVD-Label gegründet. Die Gründung von ACCENTUS Music DVD Labels geht mit einer weiteren Weltpremiere einher.
Vier fast vergessene Kantaten des ältesten J.S. Bach – Sohn „Wilhelm Friedemann Bach“ werden nun zu Ehren seines 300. Geburtstages erstmals auf DVD erhältlich sein.
Kantaten: W.F. Bach - Bachchor Mainz und das Münchner Barockorchester L'arpa festante
Genau zur 300. Wiederkehr des Geburtstags von W.F. Bach fand jetzt der erste klingende Kontakt mit Teilen der Hallenser Produktion des Friedemann Bach in der Seminarkirche des Bischöflichen Priesterseminars Mainz statt.
Ein Konzert, das besonderen Rang hatte, sind doch die vier Kantaten, die vom Bachchor Mainz unter Ralf Otto zu Gehör gebracht wurden, erst vor zehn Jahren in Kiew entdeckt worden.
Auszüge aus der Rezension der FAZ:
„Originalgenie“ und Tradition – Frankfurter Allgemeine Zeitung von Guido Holze, vom 4.06.2010 – Kantaten – „Wilhelm Friedemann Bach“ in Mainz –
+) Charakterlich ist Wilhelm Friedemann Bach seinem Vater, von dem er sich zeitlebens überschattet gefühlt haben muss, in mancher Hinsicht ähnlich gewesen. Als „unbequemer, widerborstiger Zeitgenosse“ geriet auch er in Konflikt mit seinen Vorgesetzten in einem Amt, das dem des Leipziger Thomaskantors durchaus ähnelte. Der 1710 geborene, älteste Sohn des berühmten Bach zog die letzte Konsequenz und kündigte die angesehene Stelle als Hallenser Musikdirektor und Organist nach 18 Jahren 1764, um als einer der Künstler der Musikgeschichte sein Glück als freischaffender, reisender Virtuose zu suchen. „Alt, ausgelaugt, arm und verbittert“ ließ er sich schließlich 1774 in Berlin nieder, schilderte der Bach-Forscher Peter Wollny vom Bach-Archiv Leipzig jetzt zur Einführung in ein ungewöhnliches Konzert mit wiederentdeckten Hallenser Kantaten von Wilhelm Friedemann Bach.
Vertraglich war Wilhelm Friedemann, ähnlich wie sein Vater, zur regelmäßigen Aufführung von Kantaten verpflichtet. Das mussten nicht immer eigene Werke sein, doch hatte er offenbar den Ehrgeiz, wenigstens zu den hohen Festtagen selbst die Vokalmusik zu schreiben. So sind immerhin etwa 20 Kantaten aus seiner Hallenser Zeit erhalten, die jedoch in der Praxis nie als Repertoire erschlossen wurden. Erst zum 300. Geburtsjahr des Komponisten wurde nämlich jetzt eine Gesamtausgabe seiner Werke vorgelegt. Eine wichtige Grundlage dafür war die Wiederentdeckung eines verschollen geglaubten Notenarchivs durch den Bach-Forscher Christoph Wolff 1999 in Kiew.
+) Textauszüge der FAZ
DVD Wilhelm Friedemann Bach vier Kantaten-Werke - Bach-Chor Mainz veröffentlicht in 10_2010
Angaben zur DVD – Label: „ACCENTUS Music“ – Leipzig
DVD Kantaten von Wilhelm Friedemann Bach
aufgezeichnet mit dem Bach-Chor Mainz im Juni 2010.
DVD-Inhalt:
1.Kantate: Wohl dem, der den Herren fürchtet Fk 76
2.Kantate: .O Wunder, wer kann dies fassen Fk 92
3.Kantate: Ach, dass du den Himmel zerrissest Fk 93
4.Kantate: Gott fähret auf mit Jauchzen Fk 75
Mitwirkende:
Dorothee Mields, soprano
Gerhild Romberger, alto
Georg Poplutz, tenor
Klaus Mertens, bass
Bachchor Mainz
Orchester: L’arpa festante, München
Ralf Otto, conductor
Aufnahmeort: Augustinerkirche Mainz am 1. und 2. Juni 2010
Seine etwa zwanzig erhaltenen Hallenser Kantaten bilden ein bislang von der Praxis noch kaum erschlossenes Repertoire, das in vielfacher Hinsicht ohne Parallele dasteht. Als künstlerisch hochwertige Beiträge zur Geschichte der Kirchenkantate nach Johann Sebastian Bach bilden sie außerordentlich individuelle Versuche, die Leistungen des großen Lehrmeisters und Vorbilds aufzugreifen und eigenständig weiterzuentwickeln. Hierbei gelangte der Bach-Sohn zu Lösungen, die nichts von den formalen und stilistischen Schablonen vieler seiner Zeitgenossen aufweisen, sondern immer wieder aufs Neue nach Pathos und Anmut, Brillanz und Originalität, kunstreicher Mannigfaltigkeit und natürlicher Schlichtheit streben.
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CD - Bach-Chor Mainz - W.F. Bach - Kantaten Vol.1
Eine gleichartige Aufnahme gibt es vom SWR -Carus-Verlag. als CD (für 18,99 €)
CD-Inhalt: 1.Kantate: Wohl dem, der den Herren fürchtet Fk 76
2.Kantate: .O Wunder, wer kann dies fassen Fk 92
3.Kantate: Ach, dass du den Himmel zerrissest Fk 93
4.Kantate: Gott fähret auf mit Jauchzen Fk 75
Ausführende:
Bach-Chor Mainz,
Orchester: L’arpa festante, München
Ralf Otto, conductor
Dorothee Mields, soprano
Gerhild Romberger, alto
Georg Poplutz, tenor
Klaus Mertens, bass
Resume von mir zu den vier Kantaten von „Wilhelm Friedemann Bach“
Beim einsetzen der ersten Tackte verspürte ich sofort, hier bin ich zuhause, das ist Bach-Musik die ich so liebe. Unverkennbar sind bei W.F. Bach die Spuren seines Vaters: J.S. Bach wieder zu entdecken, umso erstaunlicher, dass bis auf die Einspielungen von Hermann Max – vor 10 Jahren – kein Interpret sich gefunden hat, diese wunderbaren Kantaten aus der Hallenser-Zeit von W.F. Bach zu veröffentlichen. Vergeblich schaut man in den Konzertankündigungen nach Werken von dem ältesten Sohn von J.S. Bach. In den Augen des Vaters war er sein Liebling und versprach sich eine große Zukunft von ihm, der das leider durch seinen Lebenswandel nur teilweise verwirklichen konnte. Die fruchtbarste Zeit war seine Anstellung von 1746-1764 als Musikdirektor und Organist an der Marienkirche in Halle a.d. Saale und wurde aus dem vorgenannten Grund als der „Hallesche Bach“ bezeichnet.
Ich liebe es, wenn ich eine DVD mit den Künstlern-Orchester-Sängern bildhaft vor Augen habe, hier fühle ich mich direkt mit eingebunden als Zuschauer und Hörer. Diese DVD vom DVD-Label: „ACCENTUS Music“ entspricht genau meinen persönlichen Vorgaben. Eine wunderbare Augustinerkirche, üppig ausgestattet mit Fresken, Deckengemäldern und einem herrlichen Altarraum geben diesen Bach-Kantaten den würdigen Rahmen. Die Bild und Tonqualität dieser DVD ist überwältigend und lässt keine Wünsche offen. Der Mainzer Bach-Chor besteht aus einer mittleren Besetzung und besitzen ein großartiges Format und können in gesanglicher und Wortverständlichkeit absolut überzeugen. Die Gesangs-Solisten sind Topp-Verpflichtungen, die überragende Sopranistin Dorothee Mields mit ihrer engelhaften Stimme ist ein Genuss, die Altistin Gerhild Romberger weiß ebenso zu überzeugen und dazu der Bassist: „Klaus Mertens“ – das ist ein Pfund, womit die Mainzer-Aufführung unwahrscheinlich punkten kann. W.F. Bach würde sich aus dem Grab erheben, wenn er seine Werke so innig und inbrünstig von den Mainzern vorgetragen, hören würde.
Schon die Eingangs-Kantate: „Wohl dem, der den Herren fürchtet“ ist ein Ohrwurm, herrlich das Gesangs-Duett für Sopran und Alt im 2. Satz: „Gottes süße Seelenlehre“ – hier stellt sich das berühmte Gänse-Hauterlebnis ein, dass ist Bach-Musik in Vollendung, untermalt mit Laute und Bc durch das vorzügliche Orchester: „L’arpa festante“. Das ist himmlische Musik, da ist der Genius W.F. Bach in den Fußstapfen seines Vaters angekommen. Diese Stelle steht bei mir auf „Da capo…“ Eine rhythmisch und tänzerische Chorpartie ist in diesem Werk enthalten, vortrefflich gelingt es dem Bach-Chor das umzusetzen.
Ich möchte nur noch eine Anmerkung zu einem weiteren Werk abgeben, – die Sinfonia in D-minor „Adagio & Fuge Fk 65 – grenzt an überirdische Musik, das geht unter die Haut und an das Gemüt der Wortlaut dieses Werkes könnte so treffend formuliert werden: „O Wunder, wer kann dieses fassen“ – siehe Kantate 2 auf der Einspielung. Hier verneige ich mein Haupt vor einem weiteren großartigen Bach-Komponisten, der mich in seinen Bann gezogen und begeistert hat.
Ja, was hätte Wilhelm Friedemann…!!
Hier möchte ich meinen Kommentar nicht weiter ausführen sondern bewundere seine Werke und sage danke für eine bewundernswerte Wiedergabe durch die Protagonisten aus Mainz, die es so glänzend verstanden haben mir W.F.B. so nahe gebracht zu haben.
Hörprobe nachstehend: Sinfonia in D-minor „Adagio & Fuge Fk 65 – (Die Klangqualität auf der DVD ist überzeugender)
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Zusatz-Tipps zum 300. Geburtstag von Wilhelm Friedemann Bach:
Fernsehen Arte:
Sonntag, 5. Dezember 2010 19:15 Uhr
ARTE – Konzert
Wilhelm-Friedemann Bach: Kantaten
Galakonzert aus Mainz
Wilhelm Friedemann Bach stand – zu Unrecht – lange im Schatten seines Vaters Johann Sebastian. Anlässlich seines 300. Geburtstags wurde im Juni 2010 in der Mainzer Augustinerkirche dem „Sturm- und Drang“-Komponisten zu Ehren ein Galakonzert veranstaltet, das ARTE mitgeschnitten hat und nun überträgt.
Arte 19:15 Uhr, 45 Min.
Zwei Konzerte für Leipzig und Herford möchte ich im Blog bekannt geben:
Nikolaikirche Leipzig
Samstag, 20. November 2010 um 17:00 Uhr
Nikolaikirche Leipzig
JOHANNES BRAHMS EIN DEUTSCHES REQUIEM
BACHCHOR LEIPZIG – CHOR 89
Viktorija Kaminskaite – Sopran, Daniel Ochoa – Bariton
FESTIVALORCHESTER LEIPZIG –
Leitung: JÜRGEN WOLF
Aufführung mit 350 Mitwirkenden!
Karten zu 15 Euro (ermässigt 10 Euro) am Büchertisch der Nikolaikirche, bei der Musikalienhandlung Oelsner
und allen Vorverkaufsstellen, Abendkasse ab 16.30 Uhr
CANTart Bach-Kantate in der Münster Kirche in Herford-OWL
Der nächste Termin im Rahmen des „CANTart-Festivals“ in Herford ist ein Kantaten-Gottesdienst in der „Münster Kirche – Herford“ / OWL
am Sonntag, 14. November 2010 um 10:00 Uhr.
Zur Aufführung gelangt die
Bach-Kantate, BWV 82
„Ich habe genug.“
Diese Kantate (von 1727) wurde vermutlich von J.S. Bach 1731 in Leipzig umgearbeitet als Solo-Kantate für Sopran. Die Besetzung ist anspruchslos: Eine einzige Singstimme wird von einem Streicherensemble mit Continuo sowie einer Oboe begleitet, die in der e-moll-Fassung der hohen Lage wegen durch eine Querflöte ersetzt wurde.
Zeitschrift: "ALTE MUSIK AKTUELL-TOCCATA" Ausgabe November-Dezember 2010
Vor Tagen bestellte ich bei jpc die Neuausgabe der Zeitschrift:
„ALTE MUSIK AKTUELL-TOCCATA“
Ausgabe November-Dezember 2010 – mit einem Interview mit Sir John Eliot Gardiner, das aus dem englischen ins deutsche übersetzt wurde. Dieses Interview ist Online nicht einsehbar sondern kann nur über den Erwerb beim Verlag:
Die Zeitschrift bekam ich heute per Post und bin von dem Interview restlos begeistert. Hier wird wirklich alles angesprochen, was den Gardiner-Freund so ungemein interessiert vom Werdegang des großen Dirigenten und seine Auffassungen zur modernen und historischen Aufführungspraxis, Aussagen zu J.S. Bach, Monteverdi Choir, The English Baroque Soloists, Orchestre Révolutionnaire et Romantique.
Wie muss sich ein Sänger-Chor in den Bachwerken artikulieren können, wie muss die Stimme sein, um seine Werke gesanglich umsetzen zu können, etc.
Das ist wirklich einmal ein inhaltlich fantastisches Interview, das sehr selten in dieser Form zu finden ist. Ich kann es allen Gardiner-Freunden nur sehr ans Herz legen, sich dieses Einzelheft bei – jpc – zu besorgen.
Wünsche inhaltsreichen Lese-Spass
Volker
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P.S.
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Leipzigs Kulturbürgermeister Michael Faber (parteilos) muss einen Teil seiner Kompetenzen an Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) abtreten. Dieser gab heute bekannt, dass Faber mit sofortiger Wirkung die Zuständigkeit für die städtischen Eigenbetriebe Gewandhaus, Oper, Centraltheater, Theater der Jungen Welt und Musikschule „Johann Sebastian Bach“ entzogen wird.
wer am November-Wochenende Langeweile verspürt, kann sich das neuste Interview mit Sir John Eliot Gardiner durchlesen. Leider steht nur ein Teil des Interviews zur Verfügung, da ein Login für das „BBC Musik-Magazin“ verlangt wird. Aber so manch Informatives ist auf der Einleitungs-Seite schon zu entdecken.
Die J.S. Bach-Stiftung St. Gallen-Schweiz findet immer mehr Anhägnger und Freunde in Deutschland und Europa. Das Ziel dieser J.S. Bach-Stiftung ist es, sämtliche Kirchen-Kantaten von J.S. Bach in den Live-Konzerten mitzuschneiden und auf DVD zu veröffentlichen. Ihre Würdigung bekommen sie zu Recht im neuen Heft des BACH MAGAZIN aus Leipzig
……und werden zum „Bachfest 2012“ nach Leipzig eingeladen..!!
Eine fantastische Gelegenheit – meine Schweizer Bachfreunde mit einem Besuch zu beehren..!!
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In der neusten Ausgabe vom BACH MAGAZIN Heft 16 ist ein mehrseitiger Artikel über die „J.S. Bach-Stiftung St. Gallen“ – Schweiz veröffentlicht worden.
Titel: „Vom Reiz der verspäteten Aneignung“
Innovatieve Konzepte einer Gesamtaufführung von Bach’s Vokalwerken in der Schweiz.
Text-Auszüge aus dem BACH MAGAZIN – Heft 16 –
erschienen im November 2010:
Bach und die Schweiz – erst vor wenigen Jahren erschien ein erster Sammelband dieses Namens und tatsächlich war diese Verbindung bis in die jüngste Vergangenheit hinein kaum ein Thema.
Anders als Felix Menselssohn Bartholdy hat Bach das Land nie besucht und über die Aktivitäten des Verlegers Hans Georg Nägeli – (bekannt geworden durch seine Aussagen zur h-Moll-Messe *) – in den Jahrzehnten nach 1800 hinaus spielte die Schweiz in der Rezeptionsgeschichte seiner Werke keine herausragende Rolle.
Artikel BACH MAGAZIN Leipzig über die J.S. Bach-Stiftung St.Gallen-Schweiz
Für die heutige Aufführungspraxis erweist sich diese „Verspätung“ jedoch in mancherlei Hinsicht als Vorteil: Neue Bach-Initativen sind zwischen Alpen und Oberrhein weniger belastet durch Traditionen und verfestigte Hörgewohnheiten; die unterdessen gewonnen Erfahrungen im Umgang mit barocken Spielweisen und historischen Instrumentarium können in umfassender Weise einbezogen werden.
BACH MAGAZIN: J.S. Bach-Stiftung St. Gallen-Schweiz in Aktion
Nicht zuletzt sorgen eine gewachsene lokale Alte-Musik-Szene sowie hervorragende Ausbildungs-Institutionen wie die „Schola Cantarum Basiliensis“ für die nötige Basis, um Aufführungen jener Qualität in Werk zu setzen, wie sie angesichts der Verfügbarkeit von Referenzeinspielungen mittlerweise unerlässlich ist…….
*) Zusatzinformation vom Verfasser!
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Das Bach Magazin ist erhältlich in ausgewählten Buch- und Musikalienhandlungen in ganz Deutschland und kann im Abonnement direkt beim Bach-Archiv bezogen werden
Rudolf Lutz (*1951) wurde 2006 zum künstlerischen Leiter der J. S. Bach-Stiftung St. Gallen berufen. Im Hinblick auf die geplante Gesamtaufführung von Bachs Vokalwerk hat Rudolf Lutz in Zusammenarbeit mit erfahrenen Musikern das Orchester «Schola Seconda Pratica» sowie ein ständiges Ensemble von Solisten und Chorsängern aufgebaut.
Rudolf Lutz ist Dozent für Improvisation an der Hochschule für Alte Musik «Schola Cantorum Basiliensis» und für Generalbass an der Hochschule für Musik Basel. Zudem unterrichtete er von 1998 – 2008 das Fach Oratoriumskunde an der Hochschule Zürich……
Weitere Angaben zur „J.S. Bach-Stiftung St. Gallen“ auf – YouTube –
Eingeplant habe ich einen Besuch eines Kantaten-Konzertes in Trogen-Schweiz (St. Gallen) für das Jahr 2011 und nun kommt diese fantastische Ankündigung, dass das sympathische Ensemble auch zum Bachfest 2012 in Leipzig erscheinen wird, das steigert die Vorfreude und begeistert mich, sie in Leipzig an historischer Bach-Stätte Wiedersehen zu können.
mdr-Fernsehfilm Luther und Bach in Mitteldeutschland
Das mdr-Fernsehen sendet am Reformationstag Sonntag, 31.10.2010 um 14:30 Uhr einen Fernsehfilm über Martin Luther und Johann Sebastian Bach – mit dem Titel:
„Im Irdischen das Himmlische – Luther und Bach in Mitteldeutschland“
mdr-Fernsehen 31.10,2010 14:30 bis 15:30 Uhr
+) …..Der Kirchenreformator Martin Luther machte das ähnlich, nahm bekannte Melodien und kombinierte sie mit Psalmen und Texten aus der Bibel. Eine himmlische Kunst nannte er die Musik und bis heute ist ein Gottesdienst ohne Musik unvorstellbar. Musik ist Gemeinschaft und Gefühl. Für Luther verband sie dazu noch auf wunderbare Weise das Irdische mit dem Himmlischen. Luther war so voller Überschwang, dass er meinte, wenn er kein „Theologus wäre, so möchte er am liebsten ein Musicus sein“.
J.S. Bach (1685-1750)
J.S. Bach führt diese Freude am Singen und der Musik weiter. Mit dem Unterschied, dass er die Melodien für die Texte neu komponierte. So, wie zum Beispiel die Johannespassion, die h-Moll-Messe, das Weihnachtsoratorium, die vielen Kantaten für die sonntäglichen Gottesdienste. In ihnen bringt er die verborgenen Bedeutungen der Bibeltexte, deren Herz, zum Klingen. Bach verfügte über eine noch heute beeindruckende Bibliothek religiöser Literatur, mit mehreren wertvollen Lutherbibeln.
mdr-Filmbiografie Martin Luther BRD-USA 2003
Eine Filmbiographie gibt es am Abend beim mdr über Martin Luther am Sonntag, 31.10.2010 um 21:00 Uhr.
Der junge Theologe Luther (Joseph Fiennes) brachte mit seinen Theorien die katholische Kirche ins Wanken. Seine kritische Haltung gegenüber der Auslegung der Bibel und dem Ablasshandel führten zu seiner Exkommunikation. Doch mit der Taktik, Luther als Ketzer zu ächten, hat sich die Katholische Kirche keinen Gefallen getan. Aus dem Kirchenaufstand wird ein landesweiter Aufstand der Bauern, der in einem blutigen Klassenkampf mündet.
die Kantaten-Serie zum Bach-Jahr 2000 mit John Eliot Gardiner auf 27-SDG-Alben sowie 4 DG-CDs ist abgeschlossen und in Kürze endet ebenso das Kirchenjahr, an dem sich das Kantatenwerk J. S. Bachs ja „entlang hangelt“. Der passende Zeitpunkt also, mein Verzeichnis als Index über die Kantaten-CDs zu komplettieren und den Kirchenjahr-Kalender zu aktualisieren.
Ich würde mir wünschen, wenn die noch fehlenden Kantaten, die sich nicht auf einen bestimmten Sonn- oder Feiertag beziehen, diese wunderbare (auch optisch) SDG-Serie ergänzen würden – auch wenn die Einspielungen zwangsläufig nicht mehr aus dem Aufnahmejahr aller anderen Kantaten stammen können.
Vielleicht kann das mal jemand Herrn Gardiner sagen!! In dem Fall würde ich liebend gerne mein Verzeichnis erneut ändern.
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Ein aktualisierter PDF-Index von den Gardiner-SDG-CD’s (Bachjahr 2000) entsprechend dem Sonntag im Kirchenjahr – ist nachstehend abrufbar zum Download und Drucken:
Ein musikalisches Grossereingnis gibt es zur Zeit im Kreis Herford zu bewundern. Mit dem Musikfest CANTart – vom 3.9. bis 11.12.2010 – finden im Kreis Herford-OWL zahlreiche Konzertveranstaltungen statt.
Im Festival CANTart treffen musikalische Impulse und Strukturen vielfältigster Herkunft und Relationen aufeinander und bilden doch ein
faszinierendes Ganzes. Die Region Herford gewinnt dabei ein ganz eigenes kulturelles Profil mit Tiefenwirkung.
Der Projektname CANTart erinnert an die ursprünglichste Form des Musizierens im Singen (lat. cantare) und verweist zugleich mit dem eigenständigen Partikel art auf Querverbindungen zu anderen Bereichen der Kunst. In CANTart wirken Tradition und innovative Offenheit in zukunftsgerichteter Intonation zusammen.
Die menschliche Stimme erweist sich gemäß dem Festivalthema als Ausdrucksorgan und fordert ebenso zu zeitgerechter Positionierung
heraus. Überzeitlichkeit und Aktualität bestimmen ihr Klang- und Wirkungsspektrum.
Aus diesem Anlass wird am 31. Oktober 2010 (Reformationstag) um 10:00 Uhr die Kantate BWV 80 „Ein feste Burg ist unser Gott“ zum Mitsingen in der Münsterkirche Herford im Kantatengottesdienst aufgeführt.
Eine weitere Kantate wird am 28. November 2010 (1. Advent) um 10:00 Uhr im Kantatengottesdienst in der Münsterkirche Herford zum Mitsingen erklingen: Kantate BWV 147a „Herz und Mund und Tat und Leben.“
Die Kantaten werden mit namhaften Solisten und hervorragenden Instrumentalisten aus der NWD Philharmonie in den Festgottesdiensten musizieren.
Stefan Kagl
Die Leitung liegt in den Händen von Münsterkantor Stefan Kagl.
Interessierte Mitsänger/innen werden gebeten, ab dem 2.11.2010 die Proben des Münsterchores und die Hauptprobe am 27.11.2010 um 18 Uhr zu besuchen.
Informationen und Anmeldung zum Mitsingen vom BWV 147a unter: 05221 / 27 69 77 oder 158 19.
Zwei Mitsänger aus dem Blog werden diese Kantaten stimmlich unterstützen und wünschen sich Besucher aus OWL und Umgebung um sich diese schönen Bach-Kantaten anzuhören.
Zur Einstimmung von YouTube das BWV 80 „Ein feste Burg“ – Eingangs-Satz –
und das BWV 147 „Herz und Mund und Tat und Leben“ – Eingangs-Satz –
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Weitere Termine-Konzerte aus dem CANTart-Pdf-Programm:
Es ist kalt und ungemütlich, regnerisch, richtiges Herbstwetter. Ich will mir heute die Missa Gaia (Gaia griechisch: Erde) in der „alten Kirche“ in Langenberg anhören – oder sollte ich besser sagen, auch ansehen?
Inneres der alten Kirche
Der Komponist Paul Winter (*1939) wurde zu diesem Werk durch eine Trauerfeier für Duke Ellington inspiriert. Er liess sich von liturgischen Werken von Palestrina, Bach, Stravinsky und Britten leiten. Einige Melodien, die die Natur anbietet, werden direkt aus ihr entnommen und in das Geschehen mit eingewoben, so das Kyrie, das dem Ruf einer Polarwölfin entlehnt ist oder das Sanctus, wo ein Buckelwal solistisch-musikalisch in Aktion zu erleben ist. Mehrfach finden sich auch Aspekte aus Franz von Assisis „Sonnengesang“. Nach Wunsch des Komponisten soll sie kein unveränderliches Werk sein, sondern sie bietet auch Freiraum für thematisch verwandte Stücke. Sie ist das ökologische Glaubensbekenntnis einer Erkenntnis, die so komplex und doch so einfach ist:
Alles ist eins.
Christine Heßeler: Sopran; Rüdiger Scheipner: Saxophon; Klaus Georg Hanf: Oboe und Orgel; Tobias Sykora: Violoncello; Yasmin Aevermann: Gitarre
Gospelchor „Colours of Joy“ Velbert, Seniorensingkreis und Kirchenchor der ev. Gemeinde Langenberg
Technik: Margrit Finner, Maik Balnak
Bildpräsentation: Yasmin Aevermann
Leitung, Keyboard, Orgel: Peter Nowitzki
Dirigat: Sigrid Wagner-Schluckebier
Der Eingangschor „Canticle of Brother Sun“ ist fetzig, melodisch eingängig und erinnert an einige Sacro-Pop Songs, der Chor ist noch etwas unsicher, wer darüber hinweg hören möchte, schaut sich einfach die wunderschönen Bilder, die passend zum Text auf die Videoleinwand projeziert werden an und unsere Schöpfung in vielfältiger Weise präsentiert.
Das Kyrie scheint doch einige rythmische Stolperfallen zu beinhalten, dem Ruf des Polarwolfes intervallisch zu folgen bringt die Ausführenden in Zugzwang und so bekommt „Herr, Erbarme Dich“ einen neuen Zugang. Insgesamt wirkte der Chor etwas gehetzt, um „mit den Wölfen zu heulen“
Die Bergpredigt wird nun vertont von der Sopranistin Christine Heßeler gesungen, die ein echtes, junges Talent ist. Stimmtechnisch von der Natur mit solider Begabung für den Musicalbereich ausgestattet, bringt sie diesen Part sicher und ergreifend, dass das Publikum spontan applaudiert.
Interessant auch das nächste Stück, eine Zwiesprache der Vögel und des Cellos vor Sonnenaufgang. Es vermittelt zwischen den Instrumenten und der Natur, die in ihrer Intention und Klang nicht sehr weit entfernt voneinander sind.
Bei dem Stück, „die Erde ist schön“ tritt der Seniorenchor Langenberg unisono auf (der Text stammt übrigens von einem Langenberger). Ok, ich darf das jetzt nicht mit Gardiners Chor vergleichen, aber die betagten Damen und Herren animieren viele der Zuhörer spontan zum Mitsingen und so entwickelt dieses Konzert eine Dynamik, die das Publikum nicht als außenstehende Betrachter passiv beläßt, sondern sie aktiv in das Geschehen verquickt. Als weitere Einlage folgt das „Laudato si“.
Beeindruckend auch das Improvisationsstück für Orgel, Saxophon und Haubentaucher „Return to Gaia“-Rückkehr des Raumschiffes zur Erde. Peter Nowitzky und die Orgel versetzen uns in den Weltraum mit Harmonien, die wirklich außerspärisch klingen, untermalt von phantastischen Bildern ferner Galaxien. Von dem atonalen, scheinbar lebensfeindlichen Weltraum, tauchen wir audio-visuell in die vertraute, harmonische Atmosphäre der Erde ein, bis das Saxophon und die Orgel in Sam Cooks „Wonderful World“ einstimmen. Irre!
Ein weiterer Höhepunkt der Missa ist das Agnus Dei; um den Eskimos das Sinnbild des „Lamm Gottes“ näher zubringen, wurde das Lamm zur Kegelrobbe mit ihrem weissen Fell und ihrer sanften und hilflosen Natur umfunktioniert. Die Musik hierzu und die wundervollen Bilder (man hatte auf echte Grausamkeiten verzichtet) mit kleinen Robben und Kindern trieb mir die Tränen in die Augen.
Ein nachhaltiges Erlebnis, ein Plädoyer für die Schöpfung, ein außergewöhnliches Konzert.
“ Wie Samen, die unter der Schneedecke träumen, träumen eure Herzen vom Frühling. Vertraut diesen Träumen, denn in ihnen verbirgt sich das Tor zur Unendlichkeit“ Khalil Gibran
Ein interessantes Thema veröffentlicht die Zeitung:
BERLINER TAGESSPIEGEL
unter dem Titel:
Klassikmarkt Dabeisein ist alles
Wer mit klassischer Musik Geld verdienen will, veranstaltet seine Konzerte nicht in Berlin. Sondern in Hannover, Stuttgart und München. Oder, noch besser, in Bielefeld und Münster. Also dort, wo viele Menschen wohnen, die überdurchschnittlich verdienen, aber relativ wenige Möglichkeiten haben, ihr Geld für Kultur auszugeben.
In Berlin wird mit klassischer Musik nur Geld verdient, wenn es sich um große Events handelt, die Preise sind eingefroren und alle großen Künstler und Ensemble wollen unbedingt in Berlin auftreten.
Der BERLINER TAGESSPIEGEL schreibt dazu:
„Die Künstler sind so scharf darauf, ihre Biografie mit einem Auftritt in der Berliner Philharmonie schmücken zu können, dass sie sich fast gegenseitig das Messer in den Rücken rammen, um als erster dranzukommen“, erzählt Till Schoneberg. Mit der Konzertdirektion, die seinen Nachnamen trägt, bespielt er normalerweise zwei Inseln der Seligen: Münster und Bielefeld. Dort ist er etabliert, verdient gutes Geld. Im kommenden Jahr wird er 50 – und hat beschlossen, gerade jetzt ein Abenteuer anzufangen: „Wenn ich noch mal meinen Hut in den Ring werfe, dann in Berlin.“ Sein Credo, nur solche Orchester und Solisten zu präsentieren, die das in der jeweiligen Stadt übliche Niveau toppen, lässt sich in Berlin natürlich nicht realisieren. Denn auch für Schoneberg sind Rattles Philharmoniker die beste Klassiktruppe der Welt. Darum nähert er sich der Hauptstadt respektvoll, mit einer Kammermusik-Reihe.
– Zitat-Ende –
Der ganze Artikel kann unter dem nachstehenden Link nachgelesen werden:
Die Konzert-Agentur Schoneberg aus Münster setzt sehr erfolgreich das Konzept: „Neue Namen“ als Projekt um 18:30 Uhr in Bielefeld und Münster ein.
Gedacht ist die Sache für Büromenschen, die das Kurzkonzert als Einstieg für einen Ausgeh-Abend nutzen möchten.
Im kleinen Saal der Oetkerhalle lässt er sehr junge Nachwuchs-Künstler auftreten um ihnen die Gelegenheit zu geben, sich profilieren zu können für ihre zukünftige Künstler-Laufbahn.
Für Interessenten gebe ich den Link zur Agentur Schoneberg aus Münster mit seinen Konzert-Veranstaltungen in der Bielefelder Oetkerhalle nachstehend an:
Für alle Liebhaber der „Alten Musik“ ist eine Pilgerreise nach Köln angesagt. Ein „neues Schaufenster für die Alte-Musik-Szene“, so der Veranstalter, die „Freunde von Concerto Köln“, habe sich damit geöffnet.
Für den Zeitraum vom 21.10.2010
bis zum Sonntag, 24.10.2010
findet in Köln die Veranstaltung:
„kölner fest für aLTe musik“
statt.
Der Veranstalter berichtet:
Dass man jetzt „in Konzerten und Platzmusiken, auf einer Bootsfahrt und mit einem großen Fest zahlreiche Ensembles der historischen Aufführungspraxis“ präsentiert, soll nur ein Anfang sein. Aber dieser Anfang musste jetzt, soviel wird deutlich bei der Vorstellung des Programms in den Proberäumen von Concerto Köln, endlich gemacht werden.
Froh ist man von Veranstalterseite über die Kooperationen mit dem WDR. Für den Zusammenschluss der Szene-Interessen in einem „Zentrum für Alte Musik“ sucht man im Gespräch mit den Kulturpartnern noch nach einer passenden Rechtsform. Eine Vereinsgründung ist im Gespräch.
Sicherlich ein Highlight im Programm für
Sonntag, 24.10.2010 um 12:00 Uhr
Trinitatiskirche in Köln, Filzengraben 6
Kantatengottesdienst
Johann Sebastian Bach, Missa g-Moll BWV 235
Ein geistliches Werk Bachs, wie er es musizierte: als Bestandteil
der Liturgie in einem feierlichen Gottesdienst
Chorus Musicus Köln, Das Neue Orchester
Leitung: Christoph Spering
Predigt: Stadtsuperintendent Rolf Domning
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Anmerkung zum BWV 235:
Lutherische Messe
Vermutliche Entstehungszeit: vermutlich nach 1735
Text: Kyrie und Gloria der Meßordnung der römisch-katholischen Kirche (Ordinarius Missae)
Hamburg mit seiner Hauptkirche St. Michaelis rundet den Monat Oktober 2010 mit einem Highlight ab. Am 30. Oktober 2010 führt der Chor von St. Michaelis, Hamburg – von Claudio Monteverdi die „Vespro della beata Vergine (Marienvesper) auf. Namhafte Gesangs-Solisten konnten für dieses Konzert verpflichtet werden:
Wie u.a.
Emma Kirkby, Sopran, Susanne Rydén, Sopran,
Andreas Post, Tenor, – James Gilchrist, Tenor
Zur Ankündigung:
Chor St. Michaelis
Leitung: Christoph Schoener
Sonnabend, 30. Oktober 2010, 18.00 Uhr
Claudio Monteverdi: Vespro della beata Vergine (Marienvesper)
Emma Kirkby, Sopran Susanne Rydén, Sopran Elisabeth Graf, Alt Gabriele Betty Klein, Alt James Gilchrist, Tenor Andreas Post, Tenor Raimund Nolte, Bass Jens Hamann, Bass
Chor St. Michaelis Concerto con Anima Leitung: Christoph Schoener
Zu diesem Beitrag passt die Information über die Sanierung in 2009 von St. Michaelis mit ihren Orgeln, aus diesem Anlass fanden im Jahr 2009 zahlreiche Fest-Konzerte statt. Berühmte Organisten und Komponisten waren in St. Michaelis:
Georg Philipp Telemann, Carl Philipp Emanuel Bach, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Johannes Brahms, Gustav Mahler.
+) Die Sanierung der Hauptkirche St. Michaelis ist abgeschlossen, die Orgeln und das Fernwerk sind wieder einsatzbereit. Fast ein Jahr lang hatte die Kirchenmusik in der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis Generalpause, denn der Innenraum des „Michels“ wurde umfangreich saniert und restauriert. Nun ist es vollbracht und die alte Pracht des Kirchenraums erstrahlt in neuem Glanz. Die Sanierung des Michels, der mit der Dresdner Frauenkirche zu den bedeutendsten Barockkirchen des Protestantismus zählt, hatte 26 Jahre gedauert und rund 33 Millionen Euro gekostet, davon entfielen mehr als 2 Millionen Euro auf die Orgel-Instandsetzung.
Die Festmusik zur Einweihung des Turmes von St. Michaelis im Jahre 1786 schrieb Carl Philipp Emanuel Bach, Telemanns Nachfolger als Musikdirektor an allen fünf Hauptkirchen und der Gelehrtenschule.
Steinmeyer-Orgel St. Michaelis Hamburg
Die große Steinmeyer-Orgel mit 6674 Pfeifen in 85 Registern, die kleinere Marcussen-Konzertorgel auf der Nordempore, beide gründlich restauriert und von einem zentralen Spieltisch ansteuerbar, das „wiederbelebte“ Fernwerk und demnächst auch noch eine neue Orgel mit barockem Klangbild, die 2010 auf der Südempore errichtet werden soll.
Sie wird Carl Philipp Emanuel Bach gewidmet sein, dessen Grab sich in der Michel-Krypta befindet. Dort steht auch eine kleine „Felix-Mendelssohn-Orgel, die mit ihrem Namen daran erinnert, dass dieser berühmte Hamburger Komponist in unmittelbarer Nachbarschaft des Gotteshauses geboren wurde.
Krypta in St. Michaelis Hamburg Grabstätte von "Carl Philipp Emanuel Bach"(1714 – 1788)
Hauptpastor Alexander Röder ist begeistert: „Wenn in Zukunft Orgelklänge aus dem Schallloch in der Decke erklingen, werden die Besucher das Gefühl haben, die Musik käme direkt aus dem Himmel.“
Dazu gibt es aus Hamburg ein Video von 2009 wo über die Sanierung der Orgeln in St.Michaelis und speziell über „Carl Philipp Emanuel Bach“ (1714 – 1788) – berichtet wird, der in der Krypta von St. Michaelis begraben worden ist.
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Zum Start in das Video unten k l i c k e n !!
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Inhaltsreiche Angaben zu den Orgeln in St. Michaelis-Hamburg, mit Dispositions-Angaben, Fotos und Geschichte als PDF herunterzuladen:
ZDF Echo der Stars 2010: Philharmonie Essen 17. Oktober 2010
Hm, wurde diese Galaveranstaltung „Echo-Klassik-Preis 2010“, übertragen gestern vom ZDF aus der Philharmonie Essen – wirklich diesem getätigten Ausspruch von der amerikanischen Sopranistin Joyce DiDonato:
„Wie Klassik in Deutschland gefeiert wird, sollte ein Vorbild für die ganze Welt sein“
– entsprechend umgesetzt und präsentiert? Mir kommen Zweifel dabei auf, ob diese vollmundig angekündigte Gala-Veranstaltung der „Klassik“ wirklich ein Highlight wurde. Nur sehr selten verspürte ich Emotionen die sich sonst automatisch in den vorangegangenen Jahren sich bei mir einstellten.
Echo der Stars 2010: Moderation Thomas Gottschalk
Bei der Gala wurde der Preis in 59 Kategorien verliehen. Die Auszeichnung der Deutschen Phono-Akademie und des Bundesverbands der Musikindustrie gilt als bedeutendster Klassikpreis der Welt. 1994 wurde er erstmals verliehen.
Die launige Moderation von Thomas Gottschalk gefiel mir wesentlich besser als die steife Ansage seines Vorgängers Götz Alsmann.
Gottschalks Aussage: „Ich will die Klassik raus aus dem Elfenbeinturm holen. Ich finde Bon Jovi gut und Bayreuth“, sagt entsprechendes zu der Gala-Veranstaltung in der Essener Philharmonie am Sonntag aus.
Flippig fand ich die Stabforderung von Gottschalk vom Dirigenten Andrey Boreyko ihm das Führen der „Essener Philharmoniker“ zu überlassen und lässt die Musiker „Figaros Hochzeit“ spielen.
„Ich wollte einmal im Leben ein Symphonie-Orchester in meine Gewalt bekommen“, witzelt Gottschalk und gelang ihm recht ordentlich, bis es zum Bruch mit dem Amateur-Dirigenten und den Essener Philharmonikern kam, aber es war eine spaßige und gelungene Einleitung..!!
Echo der Stars 2010 - Violine - David Garett
Der anschließende Auftritt des deutsch-amerikanischen Violionisten: David Garett entsprach wohl dem Konzept der Veranstaltung „Klassik und Pop“ zu vereinen. Hiermit sollten neue Besuchergruppen angelockt werden, die sich sonst mit der klassischen Musik nicht angesprochen fühlen.
Ich frage mich, geht das Konzept auf, Klassik und Pop in einer Veranstaltung zu vereinen, ich meine nur bedingt und rufe aus: „Schuster bleib bei deinen Leisten.“
Schmelzig romantisch spielte er Franz Schuberts „Serenade“ um dann in die Popmusik überzuwechseln und von Paul MCCartney das „Live And Let Die“ mit Grossem Orchester und Band zu spielen und die Flammen auf LED-Wänden tanzten zu seiner Musik.
Alles eine Geschmacksfrage, wer sich mit Pop-Musik angesprochen fühlt, ist damit auf seine Kosten gekommen. Den „EchoKlassik“ als „Bestseller des Jahres“ erhielt David Garrett für sein Album „Classic Romance“.
Echo der Stars 2010: US-amerikanische Mezzosopranistin: "Joyce DiDonato"
Die US-amerikanische Mezzosopranistin:
„Joyce DiDonato“
erhebt anschließend ihre glasklare Stimme zu – Gioachino Rossini’s „Fra il padre“ – aus „La donna del lago.“ Eine klanglich berauschende Vorstellung einer großartigen Sängerin die mich voll begeisterte.
Das Stimmvolumen, die fantastischen Koloraturen und ihre technischen Voraussetzungen waren für mich vorweggenommen der absolute Höhepunkt des Abends.
Schmeichelnd ihre Aussage
„Wie Klassik in Deutschland gefeiert wird, sollte ein Vorbild für die ganze Welt sein“
das ging runter wie warme Butter. Nach den Lobeshymnen bittet Gottschalk zum Walzer und bestand auch diese Feuerprobe mit Bravour.
Den „EchoKlassik“ als „Bestseller des Jahres“ erhielt Joyce DiDonato als beste Sängerin des Jahres.
Echo der Stars 2010: Pianist "Lang Lang" spielt Frederic Chopin Polonaise Nr 6
Der 28-jährige chinesische Pianist „Lang Lang“ spielte von Frederic Chopin die „Polonaise Nr: 6“ und später als Zugabe – ein Wunsch von Thomas Gottschalk – die deutsche Nationalhymne, die instrumental für ein Kammerorchester von Joseph Haydn komponiert worden war.
In China, der Heimat des Klaviervirtuosen gehen Millionen Kinder zum Klavierunterricht, weil sie alle so sein wollten wie „Lang Lang“ entgegnete Thomas Gottschalk zu Lang Lang.
Lang Lang erhielt den „EchoKlassik“ als „Instrumentalist des Jahres.“
Im Bereich Vokal-Musik geht der Klassik-Echo an den 40-köpfigen Norddeutschen Figuralchor. Der 1981 gegründete Chor aus Hannover erhält damit schon seine vierte Echo-Trophäe.
Die jungen Pianistinnen Olga Scheps (24) und Alice Sara Ott (22) wurden von der Phono-Akademie als „Nachwuchskünstlerinnen des Jahres“ ausgezeichnet.
Der „Mädchenchor-Kammerchor-Knabenchor-Hannover“ erhielt den „Echo-Klassik“ als „Bestseller für die Choreinspielung des Jahres.“ Neun Bach-Kantaten und für die CD-Veröffentlichung „Glaubenslieder.“ Für die Phono-Akademie ein Grund, diese Einspielungen mit dem Echo-Klassik-Preis entsprechend zu würdigen.
Den Echo für sein Lebenswerk zu erhalten, empfand „Dirigent Kurt Masur“ zunächst als „Schreck“, doch dann überwog doch die Freude.
Das Fauré-Quartett erhielt einen Preis in der Kategorie „Klassik ohne Grenzen“.
Jonas Kaufmann (Tenor) erhielt die Auszeichnung für die Einspielung „Sehnsucht“ mit Werken von Mozart, Beethoven, Schubert und Wagner. Die Laudatio auf ihn hielt der britische Popmusiker Sting, der dann später, begleitet von den Esser Philharmonikern, den Police-Hit „Every Little Thing She Does Is Magic“ sang.
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Fazit:
In meinen Augen war in der „Klassik-Pop-Gala-Sendung“ diesmal der ganz große Wurf nicht dabei, es waren teilweise nett anzuhörende Musikstücke aber so richtig vom Hocker gehauen hat mich nur die überragende Mezzosopranistin: „Joyce DiDonato“ – sie war für mich der Stern des Abends.
Wer die Sendung verpasst hat, kann voraussichtlich für eine Woche in der ZDF-Mediathek die Sendung noch einmal aufrufen.