Archiv der Kategorie: Bach-Kantate

Bach – Johannes Passion


Ich bin ein Bach Fanatiker! Diese Woche besuche Ich zwei verschiedene Konzerte von Bach’s Johannes Passion in de Doelen Rotterdam!
Am Dienstag 30 März
Orkest van de Achttiende Eeuw en Cappella Amsterdam
o.l.v. Frans Brüggen

m.m.v. Marcus Schäfer (Evangelist) – tenor
Thomas Oliemans (Christus) – bariton
Carolyn Sampson – sopraan
Michael Chance – altus
Marcel Beekman – tenor
Peter Kooij – bas
programma:
Bach Johannes-Passion BWV 245

Auf dem Foto: Frans Brüggen

Am Karfreitag
Rotterdams Philharmonisch Orkest
o.l.v. Yannick Nézet-Séguin
m.m.v. Miah Persson – sopraan
Christianne Stotijn – mezzosopraan
Paul Agnew – tenor
Markus Werba – bariton
Nederlands Kamerkoor
programma:
Bach Johannes-Passion BWV 245

Besucht ihr noch eine Passion?

Meine Eindrücke vom wiedereröffneten Bach-Museum Leipzig


Liebe Bach-Freunde!

Eingestimmt durch einen wunderbaren Gottesdienst, der sich wie immer in der Thomaskirche durch eine reichhaltige lutherische Liturgie auszeichnete, konnte ich nach dem Besuch des Bundespräsidenten das neu-alte Bach-Museum endlich erkunden. Doch zuerst wurde noch eine große Geburtstagstorte hereingetragen und es steigerte sich die Spannung auch noch zusätzlich dadurch, dass der Stellvertretender des Thomaskantors im Innenhof einen mehrzeiligen Geburtstagskanon mit uns einübte.

Eröffnung Bach-Museum durch den Bundespräsidenten Horst Köhler

Natürlich konnten die Kuratoren des Museums nicht drumherum, Bach auch ‚interaktiv‘ und ‚medial‘ zu präsentieren und ‚aufzuarbeiten‘. So konnte man im ersten Raum an einem ‚digitalen Wühltisch‘ Bach-Dokumente für sich zusammenstellen, ordnen und vergrößern.  Weiter oben hingen Orgelpfeiffen von der Decke, die beim Berühren mit dem Ohr Bach-Melodien tief in dich hineinsummten. Nebenan konnte man Bach-Choräle in bestimmten Instrumentierungen zum besseren Verständnis herausstreichen.

Und stundenlang konnte man in der Hörbar Bach-Werke aufsuchen und selbst bestimmen, was aus dem gesammten Bach-Werke-Verzeichnis jetzt für mich erklingen sollte. Wie der Titel eines in unserem Blog schon besprochenen Bach-Taschenbuchs konnte ich sagen: „Bach und ich.“ Er entsteht jetzt durch mich neu!!.

Die alte Thomasschule zu J.S. Bach's Zeiten als Modell

Irritiert kehrte ich zurück in die sog.Schatzkammer: Wichtige Orthographe von Bach-Kantaten und Bestallungsurkunde stellten fest: Bach gehört zu den Grundlagen unserer Kultur. Nach drei Stunden konzentriertem Aufnehmens bin ich dann fast ‚bach-trunken‘ auf den Thomas-Kirchhof getorkelt. Auf dem Weg in mein Schlafquartier fragte ich mich: Was hat Dich denn jetzt wirklich berührt?

Gut-, das man Abstand gewinnen kann. Also zunächst zurück zum Gottesdienst für den Sonntag Judika mit dem Thema ‚Maria Verkündigung‘. Bach geht ja in seiner Kantate zu diesem Sonntag BWV 1 mit keinem Ton oder Wort auf die biolgischen Verwirnisse einer Jungfrauengeburt ein. Er konzentriert sich auf das Wunder, das bei Gott alles möglich ist. So will Bach  den hellen Schein des Morgensterns darzustellen. In diesem Licht verändern sich die an den Menschen gebundenen Normalitäten und erleuchten das Wesentliche: Gott geht aus vom Unscheinbaren, Nicht-Verständlichen. Pfr. Wolff hatte diese Botschaft des Predigttexts und der Kantate prägnat und nicht zu lang ausufernd den Hörern vermittelt.

Weiter zurück dann in den Innenhof des Bose-Hauses. Was standen da für merkwürdige weiße Schiebekarren herum. Kinder probierten sich daran und zeigten es uns Erwachsenen: ‚Presto – Largo – Andante … (vgl.Bild) . Bach-Melodien wurden durch die eigene kindliche Schubkraft schneller oder langsamer zum Erklingen gebracht. Mir dämmerte es: Bach selbst, der 14 Kinder sein eigen nannte, mußte doch in seinem Museum des Jahres 2010 auch mit Kinder anregenden ‚Musikmöbeln‘ vertreten sein‘. Und  so hatten es die Kuratoren auch vorgesehen. Der Lernerfolg stelle sich dann bei mir dann so ein:

Im Bach-Museum melodische Kinder-Schubkarren Presto - Largo - Andante

Erst meine eigene Anstrengung ermöglicht es mir, Bach-Töne aufzunehmen und  in mir selbst zu interpretieren uns für mich wirken zu lassen.

Musikalischer Schubkarren im Bach-Museum

Mit diesem ‚Lernerfolg‘ ging ich dann weiter im Museum herum. Beeindruckt hat mich die Rekonstruktion der abgerissenen Thomasschule und eine alte Fotografie der Komponier-Stube des Thomaskantors.

In welchen kümmerliche Verhältnissen mußte sich Bach immer wieder neu auf die wöchentlich neue Aufgabe konzentrieren:  jede Woche ein Meisterwerk!

Altes Foto: Die Komponierstube von J.S. Bach

Zum Schluss: was fehlte an der Bach-Repräsentation? Wie bereits festgestellt, verließ ich ganz ‚bach-trunken‘ das neue Bach-Domiziel. Doch ich merkte:  wenn  man den Bach-Virus nicht in sich trägt, bleiben alle medialen Kunststücke l’art pour l’art. Darum bleibt es unsere Aufgabe, die auch ohne große musikalische Kenntnisse gut nachvollziehbare bachische Sprache und Vorstellungswelt zu vermitteln, die ja versucht, das Unvorstellbare und Geheimnisvolle, aber uns Verheißene  auszudrücken.

Immer wieder werden sich Kinder und Erwachsene danach sehnen, das unbestimmter Gefühl nach Gott und irdischer Ordnung Gestalt werden zu lassen.  Im Leipziger Bach-Haus finden sich dazu vielfältige Anregungen. Gerne war ich bei der Eröffnung dabei.

Gruß

@Wolfgang

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J.E. Gardiner – SDG-CDs der DGG bei jpc zum Schnäppchenpreis


Hallo,

dank @Iris kann ich folgendes in den Blog stellen:

Es kommt einer kleinen Sensation gleich, bei jpc wird es ab 12. März 2010 ein Gesamt-Paket von 22 CD’s aus der DGG-Reihe zum Schleuderpreis für 49,99 Euro geben.

Cover: SDG-CD's aus der der DGG-Reihe

Enthalten sind in dem Gesamt-Volumen der DGG: 22 CD’s

John Eliot Gardiner – Bach Cantatas & Sacred Masterpieces

  • 22 CDs i
  • Erscheinungstermin: 12.3.2010 für 49,99 €.

Weihnachtsoratorium BWV 248; Messe h-moll BWV 232;
Matthäus-Passion BWV 244; Johannes-Passion BWV 245;
Magnificat BWV 243; Kantaten BWV 6, 11, 16, 34, 36, 37, 43, 51, 59,
61-64, 66, 72-74, 82, 83, 94, 98, 105, 106, 111, 113, 121, 128, 133, 139,
140, 147, 156, 168, 172, 179, 199, 200

(Sowie Mitschnitte von der „Bach Cantata Pilgrimage 2000“ die von der DGG aufgezeichnet wurden)

  • Künstler: Anne Sofie von Otter, Barbara Bonney, Michael Chance, Anthony Rolfe-Johnson, Ruth Holton, Ann Monoyios, Magdalena Kozena, Mark Padmore, Sara Minardo, Monteverdi Choir, English Baroque Soloists, John Eliot Gardiner
  • Label: DGG , DDD, 1984-2000
  • Bestellnummer: 9613134

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Link:

Die Sonder-CD’s sind  – h i e r  bei  – jpc erhältlich..!!

( mit Hörproben..!!)

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Es handelt sich hierbei nicht um die CD’s der Bach-Kantata-Pilgrimage 2000-Tour, die vom Label SDG-Monteverdi in England durch einen anderen Partner aufgenommen und von SDG vertrieben werden. Es sind Aufnahmen der DGG – (Deutschen Gramophon Gesellschaft) – teilweise aus den 70-er  bis Ende der 90-er Jahre, die mit höchsten Auszeichnungen versehen sind und Referenz-Aufnahmen geworden sind. Wie die h-Moll-Messe, Johannespassion, Matthäuspassion und das Weihnachtsoratorium.

Wie bekannt, wurden einige Aufnahmen – (vier CD’s) – von der DGG während der Bach-Cantata-Pilgrimage-2000 aufgenommen, und sind vom Label SDG-Monteverdi aus rechtlichen Gründen nicht veröffentlicht worden. Die DGG zog sich kurzfristig aus dem Bach-Cantata-2000-Projekt zurück und liess J.E. Gardiner seine Tour fast zum Platzen bringen. In Eigenregie und dem Wollen aller Beteiligten wurde glücklicherweise die Bach-Cantata-2000-Tour auf eigenem Risiko fortgesetzt und zu einem fantastischen Ergebnis vollendet.

Zwölf DGG-Einspielungen im Jahr 1999-2000 von ihnen veröffentlicht:

Cover: 12 Veröffentlichungen der DGG in 1999 und 2000

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DGG-Einspielungen während der „Bach Cantata Pilgrimage 2000-Tour“ im Kalenderjahr 2000:

(Diese CDs werden nicht vom Label-SDG verkauft..!!)

Zu beziehen über amazon oder jpc:

Cover: DGG SDG-CD von 2000 mit den BWV_72_73_111_156

DGG-Einspielung am: 22-24.01.2000 Chieses di San Marco, Mailand. BWV 72, 73, 111, 156.

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Cover: DGG SDG-CD von 2000 mit den BWV_82_ 83_ 125_ 200

DGG-Einspielung im: Februar 2000 Christchurch, Priory Church, Dorset. BWV 82, 83, 125, 200.

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Cover: DGG SDG-CD von 2000 mit den BWV_94_105_168

DGG-Konzert-Mittschnitt von 08/2000 S. Nicolò, Meran. BWV 94, 105, 168.

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Cover: DGG-SDG CD von 2000 mit den BWV_199_179_113

DGG-Konzert-Mittschnitt von 09/2000

aus St. David’s Cathedral, Pembrokeshire-Wales / UK. BWV 113, 179, 199.

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Hörproben sind bei amazon und jpc hinterlegt, teilweise können die CD’s im mp3-Format runtergeladen werden. Es sind DGG-CD’s mit hervorragenden Aufnahmen und kann sie nur wärmstens empfehlen.

Gruß Volker

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Meine J.S. Bach-Eindrücke aus der St.Michaelis-Kirche Hildesheim mit der NDR-Philharmonie


Hallo,

ein bedeutendes Bach-Konzert mit Dresdener Barock-Komponisten  (Johann David Heinichen (1683-1750) und Jan Dismas Zelenka (1679-1745) – fand am Samstag, 20. Februar 2010 in  der St. Michaelis Kirche in Hildesheim statt. Die St.Michaelis-Kirchengemeinde in Hildesheim feiert in 2010 das 1000-jährige Bestehen. Aus diesem Anlass werden hochkarätige Konzerte in 2010 angeboten.

Link: http://evlka.de/michaelis2010/content.php?contentTypeID=1134

St.Michaelis-Kirche in Hildesheim

1000 Jahre St.Michaelis-Kirche in Hildesheim

Vor allem für Kunst- und Architektur-Interessierte ist das Jubiläum ein besonderer Termin, denn nördlich der Alpen gibt es keinen romanischen Bau, der es an Bedeutung mit St. Michaelis aufnehmen könnte. Mit ihrem einzigartigen Deckengemälde ist die Kirche offizielles Welterbe der UNESCO.

„Gottes Engel weichen nie“, heißt das Motto des Jubiläums. Engel sind eigentlich kein ureigenes, prominentes Thema der evangelischen Kirche, doch hier spielen sie eine entscheidende Rolle – nicht nur wegen des Namensgebers, des Erzengels Michael. Die Architektur wurzelt tief in der christlich-mittelalterlichen Zahlenmystik, die wiederum die Überzeugung widerspiegelt, dass Gottes Schöpfung von einer alles durchdringenden Harmonie beseelt ist. +)

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Programm:

NDR Philharmonie & NDR Chor

20.02.2010 – 20.00 Uhr St.Michaelis-Kirche, Hildesheim

Dirigent Roy Goodman

Solisten

Johannette Zomer, Sopran

Bogna Bartosz, Alt

James Gilchrist, Tenor

Peter Harvey, Bass

Johann Sebastian Bach

„Nun ist das Heil und die Kraft“ für Doppelchor und Orchester BWV 50

Johann David Heinichen

Concerto F-Dur Seibel 235

Johann Sebastian Bach

„Es erhub sich ein Streit“, Kantate für Soli, Chor und Orchester BWV 19

Jan Dismas Zelenka

Sinfonia a-moll a 8 concertanti ZWV 189

Johann Sebastian Bach

„Herr Gott, dich loben alle wir“, Kantate für Soli, Chor und Orchester BWV 130

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In der sehr gut gefüllten, aber kalten und zugigen St. Michaeliskirche erwarteten die Besucher ein kontrastreiches Barockprogramm, durchgeführt von der NDR Radiophilharmonie und dem NDR-Chor. Eine Übertragung des Konzertes wird es voraussichtlich am 4. April 2010 auf NDR-Kultur geben.

NDR-Radiosymphonieorchester in der St. Michaelis Kirche Hildesheim Mit Werken von J.S. Bach (1685-1750) - Johann David Heinichen (1683-1729) und Jan Dismas Zelenka (1679-1745)

Am Anfang erklang aus den Michaelis-Kantaten das Fragment von J.S. Bach, BWV 50 „Nun ist das Heil und die Kraft“. Schon hier war festzustellen, wie problematisch ein Werk mit großem Chor in der wunderbaren St. Michaeliskirche aufzuführen ist. Die klangwuchtige Kantate verhallte in dem riesigen Kirchenraum und der Hörer musste sich auf diese ungewohnten akustischen Verhältnisse erst einmal einstellen.  Mir viel als Vergleich die grandiose Aufführung von Gardiner beim Bachfest 2007 in der Nikolaikirche in Leipzig ein, das war ein Konzert-Erlebnis puren Vergnügens. Schnell löste ich mich aus diesen Vergangenheits-Erinnerungen und stellte mich auf diese ungewohnte Hör-Situation entsprechend ein. Die Aufführenden gaben ihr Bestes und gaben innerhalb der weiteren Programmabfolge eine wunderbare orchestrale Glanzleistung ab.

Was danach folgte, war ein Höhepunkt des Konzertabends.

Konzertstück von Johann David Heinichen: Concerto F-Dur Seibel 235 Horn: Stefanie Rübel

Johann David Heinichen (1683-1729), das Concerto F-Dur Seibel 235 – wurde in einer barocken Glanzwiedergabe aufgeführt. Hier entpuppte sich die ansonsten problematische Akustik als Helfer für das Orchester und wurde ein fantastischer Kunstgenuss. Heinichen, am Dresdener Hof angestellt, komponierte hier ein Werk mit barocken Klangfinessen. Die Hörner waren wahre Könner und gaben eine Glanzvorstellung ab, besetzt mit der Hornistin: Stefanie Rübel und Fritz Kettschau – wirkten sie virtuos und mit  einer Leichtigkeit musizierten sie in den schwierigsten Passagen, dass der Hörer fasziniert von dieser Werkswiedergabe staunend diesem schönen Werk lauschte.

Eine kleine HeinichenHör-Kostprobe mit den Hörnern gefällig, hier ist sie:

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Abgerundet wurde vor der Pause das Programm mit der Bach-Kantate: BWV 19 „Es erhub sich ein Streit“ von 1726 zum Michaelisfest. Als Gesangs-Solisten wirkten in dieser Kantate mit: Sopran: Johannette Zomer aus den Niederlanden, der allseits bekannte und beliebte Tenor aus der von Sir Gardiner durchgeführten Bach-Cantata-Pilgrimage 2000-Tour: James Gilchrist und ebenfalls aus dieser Cantata-Tour bekannte und beliebte Bariton: Peter Harvey. Diese beiden Gesangs-Solisten waren die Würze in dieser Bach-Kantate, hier fiel die Sopranistin sängerisch etwas ab. In der Arie: „Bleibt ihr Engel, bleibt bei mir“ (auch das Themen-Motto für das 1000-jährige Festjahr in 2010 von St. Michaelis – eben dieser Kantate entlehnt), war ein Ohrwurm, wie inbrünstig und überzeugend diese Gesangsaussage von James Gilchrist vorgetragen wurde, war herzzerrührend, das sind diese schönen Momente in den Bach-Werken, wo der Hörer mitgenommen wird und sich in eine andere  heile Welt verrückt sieht..!! Hier an vorderster Front platziert, waren die Gesangs-Solisten akustisch kein Problem sondern ein exzellenter Kunstgenuss.

Nach einer längeren Pause wurde instrumental von Jan Dismas Zelenka (1679-1745) sein sinfonisches Werk: „Sinfonia a 8 concertanti a-moll, ZWV 189 von 1723, komponiert in Dresden und ebenfalls als Musiker am Dresdener Hof angestellt, zu Gehör gebracht.

Werk von Jan Dismas Zelenka: Sinfonia a-Moll a 8 concertanti ZWV 189 die Glanzvorstellung mit der Querflöte von: Heike Malz

Hier entpuppte sich wiederum, welch fantastische Könner an Instrumental-Solisten das NDR Radiosymphonieorchester in seinen Reihen besitzt. Ich meine als Querflöten-Spezialistin die Heike Malz in dem Programmheft ausgemacht zu haben, ganz sicher bin ich mir da aber nicht…!! Dieses Querflötenspiel auf einem historischen Instrument  war die Kernaussage in diesem barocken Werk und war für mich der absolute Höhepunkt.

Eine kleine ZelenkaHör-Kostprobe mit dem wunderbaren Fagott – Violin-Cello und Querflöte aus Satz IV „Arie“ gefällig, hier ist sie:

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Der große Meister: Englischer Dirigent: Roy Goodman

Zum krönenden Abschluss noch einmal J.S. Bach mit dem BWV 130 „Herr Gott dich loben alle wir“ von 1724. Hier war ich auf die polnische Altistin: Bogna Bartosz gespannt, allseits hoch gelobt als eine hervorragende Gesangs-Solistin. Hier wurde der Hörer nicht enttäuscht, sie entfaltete einen großartigen Gesangs-Part und stellte die enttäuschende Sopranistin klar in den Schatten, Diese Pracht-Kantate lebt von ihren Gesangs-Solisten und wurde wiederum zu einem glanzvollen Höhepunkt. Die Gardiner-Gesangs-Truppe war wieder beseelt dabei und gaben ihr die rechte Würze. Hierbei möchte ich auch einmal Peter Harvey lobend erwähnen, was für eine deutliche deutsche Wortartikulation er besitzt ist schon verblüffend, hier benötigt der Besucher keinen Wort-Text, das vollbringt der Bariton Harvey in perfekter Art und Manier, das zu artikulieren. Ein Traumgesang mit dem „Der alte Drache brennt vor Neid“ – perfekt gelungen, Herz was willst Du mehr. Mit dem Choral: „Darum wir billig loben dich“ endete ein in sich wieder abgerundetes schönes Konzerterlebnis.

Von links: Tenor James Gilchrist; Alt: Bogna Bartosz (Polen); Sopran: Johannette Zomer (Niederlande)

Als ein umsichtiger und liebenswürdiger Leiter des Konzertes ist der englische Dirigent Roy Gootman – (Gründer des englischen „Brandenburg Consort“) zu benennen, vertraut mit der historischen Aufführungspraxis. Ein wunderbar inspiziertes NDR Orchester, besetzt mit Spitzen-Instrumentalisten, hier einmal noch zusätzlich erwähnt die 1. Violonistin: Katrin Rabus, eine wahre Könnerin.

Bildmitte: die hervorragende 1. Violonistin: Kathrin Rabus

Von links: Bass-Bariton: Peter Harvey; Tenor James Gilchrist; Alt: Bogna Bartosz (Polen)

PDF  Zeitungs-Rezension – h i e r – klicken..!!

Schön, dass die Dresdener Barock-Komponisten Heinichen und Zelenka einem in Erinnerung zurückgerufen wurden. Als wahrer Meister der Barock-Komponisten ist wieder einmal der Name: „Johann Sebastian Bach“ zu nennen,  er war der strahlende Über-Engel an diesem Abend.

Gruß

Volker

+) Text: St. Michaelis

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RUHR2010 Teil V: Es wird schon Werden…


Essen-Werden, die „Perle an der Ruhr“

Heute möchte ich Euch mitnehmen in den Stadtteil, in dem mein Mann und ich arbeiten. Rechts der Ruhr sieht man schon die große Abteikirche wenn man vom Bredeneyer Berg ins Tal fährt. Häuser drubbeln sich auf nur jedem erdenklichen Fleckchen. Auf der gegenüberliegenden Ruhrseite findet sich der S-Bahn Anschluss und mitten durch Werden führt die unerträgliche Bundesstrasse 224. Na gut, sie ist halt Memoria dafür, dass wir uns in einer Großstadt befinden.

Eng verknüpft mit der Entstehung der Stadt Werden (seit 1929 zu Essen) ist die Gründung des Benediktinerklosters durch den Hl. Liudger Ende des 8. Jahrhunderts. Die Basilika St. Ludgerus trohnt auch heute noch majestätisch über dem Rest des Ortskerns, sie hat bis in die jüngste Zeit das Leben in der Stadt bestimmt. Im Jahr 1317 erhielt Werden das Stadtrecht. Im Jahr 1498 wurde fast die ganze Stadt durch einen großen Brand zerstört.

Stich von Werden 1581

Die Stadtherren waren die Äbte von Werden, von denen die Wichtigsten in der Krypta der Basilika begraben sind. Das Kloster hatte ursprünglich einige Besitztümer im Essener Umland, im Jahre 1803 jedoch war es mit der Herrschaft der Äbte vorbei, die Abtei wurde, wie viele andere Klöster, dazu gehörte auch das Stift Essen, im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses säkularisiert.

Foto: Basilika Sankt Ludgerus

Die heutige Basilika und ehemalige Abteikirche St. Ludgerus wurde um 799 zusammen mit dem Kloster Werden erbaut. Nach einigen größeren Bränden konnte sie schließlich im Jahre 1275 wieder eingeweiht werden. Sie gilt als eine der schönsten Kirchen des Rheinlandes und als Paradebeispiel des rheinischen Übergangsstils. Sie besitzt einen barocken Hochaltar und Gemälde des Werdener Malers Theodor Mintrop.  Am 6. Juli 1993 wurde die Kirche durch Papst Johannes Paul II.  zur Basilica minor erhoben..

In der Krypta liegen die Gebeine des Hl. Liudger (auch Gründer des Bistums Münster),  des Begründers des Kloster Werden begraben. In der angeschlossenen Schatzkammer befindet sich mit dem Helmstedter Kreuz ein bedeutendes Kunstwerk des Übergangs von der ottonischen zur romanischen Plastik sowie mit dem Liudgerus-Schrein einer der wenigen barocken Reliquienschreine. Nach umfangreicher Restauration bis 2008, erstrahlt das ehrwürdige Gemäuer wieder in neuem Glanze.

Das Bistum Essen hat an verschiedenen Standorten sogenannte „Spirituelle Kulturtankstellen“ eingerichtet, an denen Informationen über kulturelle Veranstaltungen in Essen eingesehen werden können, wo ich auch auf sehr interessante Events gestoßen bin, wie z.B. Orgelmeditationen mit anschliessenden thematischen Führungen.

Link:

http://www.kirchevorort.de/bet3/einrichtg/hort/index.php?id=2

Die St.-Lucius-Kirche gilt als die älteste Pfarrkirche nördlich der Alpen (Baubeginn ab 995). Nach der Säkularisation 1803 wurde die Kirche 150 Jahre als Stall genutzt, anschließend diente sie als Wohnraum für Flüchtlinge. Im Jahr 1965 wurde sie rekonstruiert und wieder geweiht. Sie gehört heute zum Pfarrverbund St. Ludgerus.

Die Evangelische Kirche Essen-Werden wurde am 24. Juni 1900 geweiht. Sie besitzt wertvolle Jugendstil-Malereien, die vor einiger Zeit wieder freigelegt wurden. Gestiftet wurde sie unter anderem von der Familie Krupp sowie von der in Werden ansässigen Familie Huffmann.

Die Folkwang Hochschule für Musik, Theater und Tanz hat ihren Hauptsitz in den früheren Abteigebäuden Werdens. Studierende und Lehrende aus aller Welt machen die Kunsthochschule zu einem inspirierenden Ort, an dem der Folkwang-Gedanke – die Einheit der Künste – seit 1927 lebendig ist.

Folkwangschule mit Dom:

Foto: Folkwangschule mit Dom

Werden besitzt einen kleinen, aber feinen, historischen Stadtkern, der zum Bummeln einlädt, zahlreiche Cafés und gastronomische Lokalitäten sorgen für´s leibliche Wohl. Probleme gibts in Werden immer wieder mit Parkplätzen, daher ist es ratsam auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.

Foto: Historische Altstadt Essen-Werden

Musikalische Highlights:

10.07.2010 um 17:00 Uhr – Folkwang Hochschule:

Yaara Tal+Andreas Grothuysen/Pina Bausch Theater – J.S. Bach: Goldbergvariationen (Bearbeitung für 2 Klaviere ) Eintritt frei! Reservierung unter info@klavierfestival.de erbeten, da begrenzte Plätze

23.05.2010 um 17:00 Uhr – Basilika St. Ludgerus :

Marienvesper-Claudio Monteverdi im Rahmen von „Musica Enchiriadis“ mit der Himmlichen Cantorey und dem Knabenchor Hannover, Karten sind über die Philharmonie Essen erhältlich

25.04.2010 um 18:00 Uhr – Ev. Kirche Werden:

Bach Kantate BWV 12 Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen „Momente der Ewigkeit“, Eintritt frei

Liebe Grüße, Claudia

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RUHR2010 Teil III: Sebastian und die Königin im Ruhrpott


BachRuhr2010

Na ja, so wie auf dem Bild kann man den Titel natürlich auch verstehen! Ich habe Euch einfach mal einen kleinen Anachronismus gezeichnet. Ob die Jungs sich vom Dialekt wohl verstehen würden? Isch weeß nisch…

Aus aktuellem Anlaß möchte ich Euch zwei musikalische Veranstaltungen vorstellen, die vielleicht Euer Interesse wecken:

Orgellandschaft RUHR – ein Jahr mit der Königin

Die von beiden Kirchen organisierte Zusammenführung der hervorragenden Orgelstandpunkte, Konzertreihen und Festivals des Ruhrgebietes unter der Dachmarke „Orgellandschaft RUHR“ wird im Jahr 2010 an über 80 Standorten 480 Konzertveranstaltungen umfassen und ist somit das weltweit größte Orgelfestival.

Link:  www.orgellandschaft-ruhr.de

PDF – Orgel-Konzertprogramm  Download

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„Momente der Ewigkeit“ –
Ein Zyklus mit Kantaten von Johann Sebastian Bach
als Atempausen zur Kulturhauptstadt
Die aufstrebende „Metropole RUHR2010“ hat ihren Ursprung in den christlichen Wurzeln der Region. Um sich dieser Herkunft zu vergewissern, werden auf künstlerisch hohem Niveau 36 Kantaten Johann Sebastian Bachs aufgeführt. Die Aufführungen verstehen sich als „Atempausen“. Sie sind den „Geistlichen Abendmusiken“ nachempfunden und werden in einem liturgischen Rahmen aufgeführt. Die inhaltlichen Aussagen von Bachs Kantatenwerk werden für die Gegenwart in einem kurzen Wortbeitrag erschlossen. Dieser Zyklus startet am 07.02.2010 in Essen Steele mit BWV 100 (ich bin dabei!) und wird in verschiedenen Kirchen des Ruhrgebiets, vornehmlich aber Essen, fortgesetzt. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten, die Kantaten starten einheitlich um 18.00 Uhr. Über die Ausführenden habe ich leider nichts gefunden, ich hoffe allerdings, dass wir Lokalmatadoren zu hören bekommen.

Link zu den Aufführungsstätten mit Terminangaben nachstehend:

Link: http://www.ekir.de/evangelisch2010/444.0.html

Link: www.momente-der-ewigkeit.de

Flyer für die Ruhrgebiets-Pilgrimage

Michaeliskantaten in St. Michaelis in Hildesheim


1010 legte Bischof Bernward den Grundstein für St. Michael. Nördlich der Alpen gilt der Bau als einzigartig. Heute ist die Kirche Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Anläßlich der Feier 1000 Jahre St. Michaelis findet das zweite Konzert Ring Barock nicht nur in Herrenhausen sondern auch in der Kirche in Hildesheim statt. Zu hören sind Werke von Johann Sebastian Bach, Johann David Heinichen und Jan Dismas Zelenka.

St. Michaelis in Hildesheim

St. Michaelis in Hildesheim

Die NDR Radiophilharmonie ist unter der Leitung von Roy Goodman zu erleben. Seine Arbeit ist geprägt von einem Interesse an historischen Instrumenten und historischer Aufführungspraxis.

Samstag, 20. Februar 2010, 20.00 Uhr
St. Michaelis, Hildesheim

Dirigent: Roy Goodman
Solisten:
Johannette Zomer, Sopran
Bogna Bartosz, Alt
James Gilchrist, Tenor
Peter Harvey, Bass
NDR Radiophilharmonie
NDR Chor

Das Programm:

Johann Sebastian Bach:
„Nun ist das Heil und die Kraft“, für Doppelchor und Orchester BWV 50
„Es erhub sich ein Streit“, Kantate für Soli, Chor und Orchester BWV 19
„Herr Gott, doch loben alle wir“, Kantate für Soli, Chor und Orchester BWV 130

Johann David Heinichen:
Concerto F-Dur Seibel 235

Jan Dismas Zelenka:
Sinfonia a-Moll a 8 concertanti ZWV 189

Eintrittskarten Online:

Link: http://evlka.de/michaelis2010/content.php?contentTypeID=1198&id=11246

BWV 182 – Himmelskönig, sei willkommen – zum 1. Advent


Liebe Kantatenfreunde!

Für den ‘Himmelkönig’ eine ‘Himmelsburg’

Wie gern hat man Barockmusik mit Hilfe der Barockarchitektur erklärt! Da galten Eingangschöre als Portale, Töne entfalten sich im Raum, gehen an die Decke und brechen sich. Ein Bauhaus-Professor hat die Weimarer Schloßkapelle, in der zum Palmsonntag 1714 – BWV 182 „Himmelskönig, sei willkommen“, zum erstenmal erklang, virtuell rekonstruiert. Schaut mal rein:

Link:

http://www.florianscharfe.de/schlosskapelle/_html_daten/3d/index_3d.html

Achtung:

(Anmerkung vom Admin:

der obige Link scheint wohl mit Mailware belastet zu sein, deshalb habe ich den Link nur in Textfassung belassen…!!

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YouTube BWV 182 Eingangs-Satz: „Himmelskönig, sei willkommen“

YouTube BWV 182 Satz 5 Arie für Alt: „Leget euch dem Heiland unter“

……………………………………

Die Musikerplattform für Bach’s Chor und Orchester war oben auf der Galerie. Die Töne kamen also von oben nach unten. Muß wohl öfter’s so gewesen sein, da z.B. auch das Bosehaus in Leipzig ein Loch in der Decke hat, von dessen Galerie die Musiker spielten.

Der Klang kam also nicht frontal, sondern aus den Höhen und dies war wohl ein besonderes akustisches Erlebnis.

BWV 182 möchte ich Euch als zusätzliche Adventskantate empfehlen und aufgeben. Zwar zum Palmsonntag komponiert, passt sie auch zum Beginn der adventlichen Bußzeit, der Text ist schon im Eingangschor und Rezitativ sehr adventlich gesinnt. Auch die Praxis, dass Choral Nr.7 die Passion anspricht, kennen wir bereits aus den Chorälen des WO,- in der Geburt liegt schon der Keim der Passion.

Mit adventlichen Grüßen

@Wolfgang

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J.E. Gardiner im Konzert und Interview zu Bach und Brahms niederl. Webchannel Cultura


Hallo,

eine schöne Information von @Leen, dafür ganz herzlichen Dank. Auf dem niederländischen“Webchannel Cultura“ gibt es Konzert- Probenausschnitte und Interviews zu J.S. Bach und Johannes Brahms zu bewundern. Die Aufnahmen sind von Oktober 2007 u.a. mit dem BWV 60 „O Ewigkeit du Donnerwort“ und Aussagen zur Interpretation von Johannes Brahms. Die einfühlsame Probenarbeit von J.E. Gardiner ist wiederum zu bewundern.

J.E. Gardiner im Interview in Holland 2007

Ein wenig Zeit ist für den Film notwendig die Laufzeit beträgt ca. 40 Minuten, darunter sind viele köstliche Szenen zu bewundern – wünsche viel Spaß…!!

Im Gespräch zur Interpretation Prof. Michael Niesemann und J.E.Gardiner

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Link zum niederländischen Webchannel-Cultura:

http://player.omroep.nl/?aflID=10359997

Quelle: player.omroep.nl

Helaas ondersteunt uw browser niet (voldoende) JavaScript om de player weer te geven. Lees hier hoe u JavaScript kunt inschakelen. We werken aan een oplossing voor dit probleem.

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Nach dem Öffnen der Webchannel-Webseite wird der Quick Time Player 7 automatisch beim Browser „Safari“ (Apple) gestartet, ein wenig Geduld beim Laden…!!  Beim Aufruf unter Windows erfolgt ebenfalls automatisch auf der Webchannel-Cultura-Seite ein Aufruf des Windows-Media-Players auch hier ein wenig Geduld, bis der Ladevorgang abgeschlossen wird.

————————————————

Gruss

Volker

Webnews

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Termine in 2009 – für OWL – Ostwestfalen-Lippe – J.S. Bach BWV 248 und sonstige Weihnachtsmusik


Hallo OWL,

wie bereits im vergangenen Jahr veröffentliche ich hier eine kleine Auswahl mit Aufführungsterminen  „BWV 248 – Weihnachtsoratorium“ von J.S. Bach und sonstige Weihnachts-Werke anderer Komponisten für November und Dezember 2009 in OWL – Ostwestfalen-Lippe.

Weitere Konzert-Termine findest Du auf der englischen Bach-Webseite:

Link: http://www.bach-cantatas.com/Concerts/Concert-2009-Germany.htm

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Bielefeld:

IMG_3955

Rudolf-Oetker-Halle in Bielefeld (Fotorechte: V. Hege)

Freitag, 18.12.2009 – 20:00 Uhr
Rudolf-Oetker-Halle Bielefeld

Johann Sebastian Bach
BWV 248 Weihnachtsoratorium Kantaten: I-
VI


Ausführende:
Cornelie Isenbürger, Sopran
Mojca Vedernjak, Alt
Victor Schiering, Tenor ( Evangelist )
Daniel Behle Tenor, ( Arien )
Christfried Biebrach, Bass
Oratorienchor der Stadt Bielefeld
Bielefelder Philharmoniker
Leitung: Hartmut Sturm

Kartenvorverkaufsstellen:

Link für Online-Karten

  • Tourist-Information Bielefeld – im Neuen Rathaus
    Niederwall 23, Telefon (0521) 51 69 99
  • Neue Westfälische
    Niedernstraße 21-27, Telefon (0521) 555 444
  • KONTicket im Jahnplatz-Tunnel
    Jahnplatz 11, Telefon (0521) 6 61 00 od. 6 61 14
  • durch Chormitglieder und an der Abendkasse

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Rezension WO-Oetkerhalle der NW vom 21.12.2009

Oratorienchor in Hochform

Bachs Weihnachtsoratorium in der Oetkerhalle

VON MICHAEL BEUGHOLD

Bielefeld.

Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium gehört unverzichtbar ins adventliche Musikleben wie der Christbaum in die Wohnstube. Eine kirchengemeindliche Aufführung gab es hier und heuer nicht. Dafür lagen beim alljährlichen, diesmal an den Oratorienchor gehenden Jour fixe in der Oetkerhalle seit langem einmal wieder sämtliche sechs Kantaten auf dem konzertanten Gabentisch. Auch die Unbilden des Wintereinbruchs konnten solch geballter Anziehungskraft nichts anhaben.

Dass der lange, mehr als dreistündige Abend nicht lang wurde, lag bei aller von Bachs Musik ausgehenden Faszination auch an der inspirierenden Umsetzung. Hartmut Sturms grundsätzlich romantischer Musiziergeist scheint immer mehr von einer tempobeschwingten, schlanken Ausrichtung geprägt. Beschaulich breite Tempi oder kunstvoll zelebrierte Ritardandi sind nur mehr das romantische Körnchen Salz in seinem höchst flexibel und lebendig ausdifferenzierten Bach-Zugriff.

Drive und vibrierende Klangfülle

Auch die schiere Größe seiner Chorgemeinschaft ist nirgends ein Hemmnis. Im Gegenteil präsentierte sich der Oratorienchor in stimmfrisch-animierter Hochform und nahm die Vorgaben mit größter Präzision, Beweglichkeit und dynamisch-gestischer Nuancierung auf. So wurde der Eingangschor-Hit nicht auf einen simplen Kontrast von Jauchzen und Dienen festgezurrt, in „Fallt mit Danken“ strömende Geschmeidigkeit mit nadelspitzer Artikulation („lo-ben“) gespickt. Und in „Ehre sei dir Gott gesungen“ ging Drive mit vibrierender Klangfülle zusammen. Die polyphone Agilität und Präsenz der Stimmgruppen ließ ebenso lichte Rasanz, „stolz schnaubendes“ Temperament wie komplexe Dichte in der „Ehre“-Motette zu. Ermüdungserscheinungen gab es bis zur heilsgewissen Pracht des Schluss-Chorals keinen Moment. Überhaupt waren die Choräle nach Ausdifferenzierung und Klangrealisierung wieder ein Meisterstück des wissenden Kirchenmusikers Sturm.

Engagierte und klangbewusste Philharmoniker

Die Wahl der Solisten glückte in gleichgestimmter lichter Eleganz, der gelegentlich noch ein Quäntchen klanggestalterischer Vertiefung (das Duett Nr. 29) fehlte. Victor Schierings jugendlich-bewährter Evangelisten-Tenor überzeugte als luzider Verkünder der frohen Botschaft.

Cornelie Isenbürgers fein opernhaft funkelnder Sopran verband exemplarisch Barockstil und Beseelung, derweil ihre frühere Stadttheater-Kollegin Mojca Verdernjak mit Geschmack und Gewinn auch expressiv aufblühende Töne ins Ausdruckswunder der drei Alt-Arien einfließen ließ. Der aufstrebende Tenor Daniel Behle gab eine Visitenkarte als (nicht nur technisch) bewundernswerter Koloratursänger ab. Christfried Biebrach war wieder ein Muster an Bass-Kultur, hätte in seinen Rezitativen aber die Momente der Verheißung arios nachdrücklicher geben dürfen.

All dem arbeitete das Philharmonische Orchester engagiert und klangbewusst zu, wartete mit Continuo-Prägnanz, bekannt guten Holzbläser-Solisten neben ausgezeichneten neuen Geigen-Gesichtern als Arien-Partner und einem brillant aufgelegten Trompeten-Trio auf.

Beim Schlussapplaus mochte manch überstürzter Aufbruch der vorgerückten winterwetterlichen Stunde geschuldet sein. Musikalisch wusste sich das Publikum von dieser Gesamtaufführung reich beschenkt.

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Dornberg-Bielefeld:

Peterskirche in Dornberg-Bielefeld

Ev. Peterskirche in Dornberg-Bielefeld

Ev. Peterskirche in Dornberg-Bielefeld

13.12.2009, 17 Uhr und 20 Uhr: Weihnachtskonzerte

Kantaten zum Weihnachtsfestkreis von Telemann, Freislich und J.S.Bach

Solisten: Mona Spägele (Sopran), Beat Duddeck (Altus), Christian Mücke (Tenor),Friedrich W.Möller (Bass), Barockorchester Monte Spina auf historischen Instrumenten,

Peterskantorei Dornberg, Leitung: Hans-Martin Knappe

Eintritt: 10 € (erm. 8 €) VORVERKAUF ab 23.11.2009

E-Mail: knappe.hans-martin@arcor.de

Tel.: (05 21) 10 02 51 Kirchengemeinde Dornberg
Fax: (05 21) 1 64 29 92
Kirchengemeinde Dornberg

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PDF  Rezension der NW vom 16.12.2009

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Spenge:

St. Martins-Kirche Spenge

St. Martins-Kirche Spenge

Spenge, St. Martins-Kirche:

Sonntag, 29.11.2009 17:00 Uhr

J.S. Bach Weihnachtsoratorium BWV 248 – Kantaten 1-3

Mitwirkende:

Ensemble „Concert Royal Köln“ auf historischen Instrumenten

Projektchor Spenge – Wallenbrück

Folgende Solisten wirken mit: Sarah Weller (Sopran), Eike Tiedemann (Alt), Bernhard Scheffel (Tenor), Gregor Finke (Bass). Die Leitung hat Anna-Maria Pfotenhauer.

Vorverkauf:

Eintritt: 15 / 12 / 9 Euro

Informationen im Ev. Gemeindebüro: Telefon: 05225 / 859290

Gemeindebüro, Lange Straße 72, 32139 Spenge

Buchhandlung Nottelmann, Spenge, Langestr. 50

Tel. (0 52 25) 85 91 33 / Fax: (0 52 25) 85 91 53

E-Mail: buch(at)nottelmann.com

Link: http://www.nottelmann.com/index.html

Ebenfalls angeboten wird in der Kategorie C eine Familienkarte zu 25 Euro für bis zu zwei Erwachsene und ihre nicht volljährigen Kinder. Restkarten sind an der Tageskasse zu erhalten.

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Die Rezension des WO in Spenge von der NW vom 1.12.2009.

Zur Vergrößerung in das Bild klicken…!!

Rezension der NW - WO in Spenge vom 1.12.2009

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Bünde:

Ort: Paulus-Kirche Bünde

Ev. Pauluskirche-Bünde.JPG

Ev. Pauluskirche-Bünde.

J.S.Bach: Weihnachstoratorium I-IV

Sonntag, 13.12.2009, 16.00 Uhr

Cornelie Isenbürger (Bielefeld), Sopran
Susanne Reinhardt (Bielefeld), Alt
Mark Heines (Dortmund), Tenor
Hinrich Horn (Hannover), Bass
Telemann-Collegium Herford
Bünder Kantorei
Leitung: Hans-Martin Kiefer

Infos: Ev. Kirchengemeinde Bünde

Telefon: 05223 -10069

Eintritt:

Kategorie I: 22,- / erm.: 18,- ,
Kategorie II: 16,- / erm.: 12,-
Kinder und Jugendliche an der Abendkasse frei.

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Rezension der NW vom 15.12.2009 WO in Bünde

Rezenion WO Bünde / Zur Vergrößerung ins Bild klicken

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Herford:

Samstag, 19. Dezember 2009, 18.00 Uhr
Herforder Münster

Herforder Münster


J.S. BACH: WEIHNACHTSORATORIUM BWV 248
HÄNDEL: WEIHNACHTSTEIL
aus dem„MESSIAS“
Solisten – Herforder Münsterchor
Thüringer Symphoniker Saalfeld-RudolstadtSitzplan des Münsters als PDF
Leitung: Stefan Kagl
Eintritt Kategorie B

Vorverkauf ab 23.11.2009
Sitzplan ——————–>

Informationen:

Ev.-LuthKirchengemeindebüro Herford – Mitte Münsterkirchplatz 5, 32052 Herford

Tel: 05221 / 1 58 19,

Fax: 10 90 31.

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Rezension der NW vom 21.12.2009  Herford-Münsterkirche:

Zur Vergrößerung in das Foto klicken…!!

In das Foto klicken-Rezension WO in der Münsterkirche Herford

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Herford-Laar

Sonntag, 20.12.2009 18:00 Uhr Auferstehungskirche

Ev. Auferstehungskirche Herford-Laar

Der Chor der Auferstehungskirche Herford Laar führt das Weihnachtsoratorium Johann Sebastian Bachs am Sonntag, 4. Advent, 20. Dezember, ab 18 Uhr mit dem Polifonia Ensemble Bielefeld und den Solisten Lara Venghaus, Sopran, Miriam Ludewig, Alt, Johann Penner, Tenor und Gregor Loebel, Bass, unter der Leitung von Dr. Michael Hoyer auf.

Interessierte Sängerinnen und Sänger, die sich dem Chor für dieses Projekt anschließen möchten, sind eingeladen.

Die nächste Probe beginnt am Dienstag, 1. Dezember, um 20 Uhr im Gemeindehaus Laar. In der gleichen Woche wird am Freitag, 4. Dezember, von 17 bis 22 Uhr geprobt.

Info und Kontakt: Tel. 01 76- 78 33 33 36 (Wilfried Baecker).

Kartenvorbestellungen für die nummerierten Plätze bei Anette Kahl unter Tel. (0 52 21) 3 14 92

oder Fax (0 52 21) 3 38 53.

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Rezension der NW zum WO in Laar vom 22.12.2009

Rezenion NW vom WO in Herford-Laar

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Lemgo-Lippe:

Sonntag, 20.12.2009 18 Uhr Kirche St. Marien

Marienkirche in Lembo

St. Marienkirche in Lemgo-Lippe

Johann Sebastian Bach „Weihnachtsoratorium“ Kantaten I – III, BWV 248

Das „Weihnachtsoratorium“ wird im Rahmen einer Bachwerkstatt erarbeitet.

Die Pultführer des Orchesters sind Musiker/-innen der Nordwestdeutschen Philharmonie Herford.

Im Chor stehen Mitglieder der MarienKantorei Lemgo hilfreich zur Seite. Probenbeginn ist am Dienstag, den 17.11.2009 um 19:45 im Gemeindezentrum von St. Marien. Weitere Proben sind am 24.11.09,  01.12.09,  07.12.09 und 15.12.09 Die Hauptprobe findet am Freitag, dem 18.12.2009 und die Generalprobe am Samstag, dem 19.12.2009 statt.  Neue Mitsängerinnen und -sänger sind herzlich willkommen!
Wie bereits im letzten Jahr können die Besucher des Konzertes die Choräle mitzusingen.

Leitung: Rainer Johannes Homburg

Eintritt: 12,50 € erm. 7,50 €

Kartenvorbestellung: direkt

e-mail-Adresse:

Malinowski-christine@teleos-web.de

oder über den Link nachstehend:

http://www.marien-kantorei.de/Kartenbestellungseite/Kartenbestellung.htm

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Detmold:

Martin-Luther-Kirche Detmold

Martin-Luther-Kirche Detmold

Martin-Luther-Kirche in Detmold

Sa, 19. Dezember 2009, 19.30 Uhr:

Johann Sebastian Bach, BWV 248 Weihnachtsoratorium, Kantaten 1-3
Magdalene Harer, Sopran, Ursula Thurmaier, Alt, Thomas Volle, Bass, Gottfried Meyer, Bass,
Orchester opus 7, Martin-Luther-Kantorei und Projektsänger, Christoph Kuppler, Leitung
Eintritt 12/ 8 €

Karteninformationen:

Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Detmold

Schülerstraße 14 32756 Detmold

Tel.: 05231 – 23072
Fax.: 05231 – 22978
email: gemeindeamt@detmold-lutherisch.de

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Detmold und Stiftskirche Corvey in Höxter

12.12.2009, 19:30 UHR – Hochschule für Musik in Detmold

Konzertsaal der HfM in Detmold

Konzertsaal der HfM in Detmold

Weihnachtskonzert mit Werken von Bach und Mozart

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Musica Sacra 2009 findet am Samstag, 12. Dezember 2009, um 19.30 Uhr, im Konzerthaus der Hochschule für Musik Detmold ein großes Weihnachtskonzert statt. Krenare Gashi (Sopran), Barbara Majewska (Mezzosopran
) sowie das Vokal- und Instrumentalsolisten-Ensemble der Barockakademie unter der 
Leitung von Ulrike-Anima Mathé und Gerhard Weinberger gestalten Werke von Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart.

Eine zweite Chance, dieses Konzert zu erleben, haben Musikinteressierte bereits einen Tag später, am Sonntag, 13.12.2009, 17:00 Uhr, in der Stiftskirche Corvey.

Stiftskirche Corvey, Höxter

Das Programm für Detmold + Corvey:

Johann Sebastian Bach: Magnificat BWV 243

Wolfgang Amadeus Mozart: Große Messe c-Moll KV 427

Tickets für Detmold über den Veranstalter HfM:

Hochschule für Musik Detmold, Telefon: 05231-975-5

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Für die Stiftskirche Corvey in Höxter:

Kartenbestellungen

Karten: € 28/23/15/10
Ihre Ansprechpartnerin für Informationen
und Kartenbestellungen bei der
Kulturkreis Höxter-Corvey gGmbH:
Jutta Sprenger
Fon +49 (0) 52 71 / 6 81 50 und 69 40 10 · Fax +49 (0) 52 71 / 69 44 00

E-Mail: jsprenger@schloss-corvey.de

Internet: http://www.schloss-corvey.de/cms/51-0-Kartenbestellungen.html

Wie in den vergangenen Jahren bildet das besinnliche Weihnachtskonzert in der Abteikirche den Saisonabschluss in Corvey. Unter der bewährten Leitung von Gerhard Weinberger wird das Vokal- und Instrumentalsolisten-Ensemble der Barockakademie der Hochschule für Musik Detmold wieder ihr Können unter Beweis stellen.

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Bad Oeynhausen:

Auferstehungskirche am 29.11.2009 um 17.oo Uhr „King’s Singers“

Auferstehungskirche in Bad Oeynhausen

Auferstehungskirche in Bad Oeynhausen

Am Nachmittag des ersten Adventssonntags, am 29.11.2009 um 17.oo Uhr, sind zwei aktuelle „Grammy“ – Preisträger in Bad Oeynhausen zu Gast und gestalten in der Auferstehungskirche am Kurpark ein gemeinsames Konzert: unter der Leitung von Bill Dobbins bringen die „King’s Singers“ aus England und die „WDR Big Band Köln“ das bekannte Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach in einem neuen musikalischen Gewand zu Gehör.

Die Karten sind ab Montag, dem 2. November in folgenden Vorverkaufsstellen erhältlich: im Gemeindebüro der Altstadtgemeinde, im Kreiskirchenamt und der „Tourist-Info – Haus des Gastes“ in Bad Oeynhausen sowie im Kulturamt der Stadt Löhne und in der Buchhandlung „Regenwurm“ in Vlotho.

Für Interessierte, die außerhalb des Kirchenkreises Vlotho wohnen, besteht zudem die Möglichkeit des Kartenversandes (Infos dazu unter derTelefonnummer 05731/105301).

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Ich wünsche allen Besuchern der Weihnachtskonzerte ein schönes Konzerterlebnis.

Grüsse Volker

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BBC-Dokumentation – J.S. Bach und das Luther-Vermächtnis


Hallo,

eine eindrückliche BBC-Produktion von 2008 u.a. über Martin Luther und Johann Sebastian Bach wurde im Oktober 2009 nochmals ausgestrahlt. Der englische Autor Simon Russell Beale untersucht die geistliche Musik in der westlichen Welt und stellt fest, dass Martin Luther selbst ein Komponist gewesen ist und eine tiefgreifende Wirkung auf die sakrale Musik ausgeübt hat. Von ihm inspiriert ist J.S. Bach der größte Komponist – der das Luther-Vermächtnis in seiner sakralen Musik umgesetzt hat.

Beeindruckende 6 Videos von der BBC-Sendung – mit fantastischen Bildern – authentischen Bach-Luther-Örtlichkeiten und eindrücklichen Bach-Werken – sind bei YouTube erschienen und stelle sie hier interessierten Besuchern zur Verfügung – ein richtiges Highlight für den heutigen Reformationstag.

Part 1  

Part 2

Part 3  

Part 4  

Part 5  

Part 6  

Grüße

Volker

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Meinungsäußerungen in deutsch – Künstler-Solisten in CD – SDG 159 Katharine Fuge


Hallo,

eine weitere Veröffentlichung der Meinungen zur Bach Cantata Pilgrimage Tour 2000 von der Sopranistin:

Katharine Fuge

veröffentlicht in der CD SDG 159 Vol. 9

Katharine Fuge SopranFoto: Katharine Fuge – Sopran – England

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Dieser Künstler-Beitrag wurde von © Alexander Behrens für © “ Volkers Klassikseiten J.S. Bach“ übersetzt. Der Betreiber dieses Blogs Volker Hege erklärt: „Die Genehmigung zur Veröffentlichung des Reisetagebuches wurde durch Sir John Eliot Gardiner am 15.12.2006 in Braunschweig persönlich dem Inhaltverantwortlichen Volker Hege erteilt! (Alle Quellangaben von http://www.monteverdi.co.uk).“ Die Veröffentlichung der Künstlerbeiträge auf dieser Seite erfolgt mit Zustimmung von Monteverdi Productions. In den SDG-Booklets sind diese Beiträge nur englisch abgedruckt.

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Meinungsäußerung zu SDG 159 Vol. 9

Katharine Fuge, Sopran

Als wir Dezember 1999 in Weimar unser Auftaktkonzert zu dieser außergewöhnlichen Reise gaben, wusste ich zugegebenermaßen noch nicht sehr viel von Bach und seiner Musik, und so wirkte sich die Erschließung seines Werks im wöchentlichen Rhythmus unmittelbar auf mein Leben aus. Der kirchliche Dienst war mir (zunächst als Tochter eines Vikars, später als Ehefrau eines Organisten) vertraut; entsprechende Faszination hatte es für mich, dem liturgischen Jahreslauf aus dem Blickwinkel des lutheranischen Kirchenmusikers und Thüringers, der Bach war, zu folgen.

Woche für Woche erhielten wir zusammen mit unseren Stimmen auch die Lesung für den betreffenden Sonntag sowie Informationen über den persönlichen Lebenskontext, in dem die betreffenden Kantaten jeweils entstanden waren. So erfuhren wir etwa, dass sich zu einer Zeit ein besonders versierter Trompeter in der Stadt aufhielt, ein anderes Mal hatte Bach gerade den Tod eines seiner Kinder zu verkraften. Als etwas Besonderes fühlte es sich an, in Gebäuden und Städten Musik zu machen, die Bach schon gesehen hatte, und unvergessen blieb unser erster Leipzig-Aufenthalt im Januar 2000, als wir zwei Kantaten aus dem Weihnachtsoratorium in der Nikolaikirche sangen, genau an jener Stelle, wo Teile hieraus erstmals erklungen waren.

Zum Zeitpunkt unserer Rückkehr nach Leipzig im Oktober hatte die Pilgrimage uns mittlerweile nach Eisenach geführt, wo Bach geboren und getauft wurde, nach Arnstadt, Halle, Mülhausen und schließlich Köthen, wo er als Kapellmeister wirkte. Beim Spazieren durch die Straßen Leipzigs erschien vor meinen Augen das Bild eines tüchtigen Kantors, wie er mit fliegender Robe von Kirche zu Kirche eilt, jemand, der einfach seinen Dienst verrichtet. Besonders ergriffen hat mich der Moment, in dem wir um das Grab des Meister versammelt den Sterbebettchoral sangen. In dem Maße, wie das Jahr voranschritt, wuchs auch unsere Vertrautheit mit der musikalischen Sprache Bachs, mit den Tücken und Freuden, die das Deutsche für uns Sänger bereithielt und mit der tiefen Spiritualität und Menschlichkeit dieses außergewöhnlichen Menschen.

© Übersetzung: Alexander Behrens

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Meinungsäußerungen in deutsch – Künstler-Solisten in CD – SDG 153 Vol. 20


Hallo,

eine weitere Veröffentlichung der Meinungen zur Bach Cantata Pilgrimage Tour 2000 von der Altistin:

Wilke te Brummelstroete

veröffentlicht in der CD SDG 153 Vol. 20

Wilke te Brummelstroete - Alt, NiederlandeFoto: Wilke te Brummelstroete – Alt, Niederlande

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Dieser Künstler-Beitrag wurde von © Alexander Behrens für © „Volkers Klassikseiten J.S. Bach“ übersetzt. Der Betreiber dieses Blogs Volker Hege erklärt: „Die Genehmigung zur Veröffentlichung des Reisetagebuches wurde durch Sir John Eliot Gardiner am 15.12.2006 in Braunschweig persönlich dem Inhaltverantwortlichen Volker Hege erteilt! (Alle Quellangaben von http://www.monteverdi.co.uk).“ Die Veröffentlichung der Künstlerbeiträge auf dieser Seite erfolgt mit Zustimmung von Monteverdi Productions. In den SDG-Booklets sind diese Beiträge nur englisch abgedruckt.

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Meinungsäußerung zu SDG 153 Vol. 20

Wilke te Brummelstroete, Alt

Meine Gesangskarriere begann im Chor der Niederländischen Bachvereinigung. In der schönen Naarden-Vesting erlebte ich mit ihm meine erste Aufführung der Bach’schen Matthäuspassion als Chor-Alt. Die in der monumentalen Festungsstadt errichtete Grote Kerk mit dem Weihnamen St. Vitus bietet seit 1922 jeden Karfreitag die Kulisse für eine (abgesehen von einer zweistündigen Mittagspause ganztätig zelebrierte) Matthäuspassionsaufführung, zu der traditionell die niederländische Regierung vollzählig anwesend ist.

Die großartige Akustik und die wunderbar heitere Atmosphäre berührten mich tief und weckten in mir den Wunsch, eines Tages hier als Solistin zurückzukehren. Mit der Solokarriere kamen neue Träume; einer von ihnen war, unter John Eliot singen zu können, dessen Arbeit ich so sehr bewunderte. Wie glücklich ich war, als dieser mich zur Bach Cantata Pilgrimage einlud! Plötzlich war es so weit, ich sah mich in Naarden unter seinem inspirierenden Dirigat eine Bachkantate singen. Was für eine Erfahrung!

Die Interpretation von John Eliot fügte sich mit ihrer Tiefe, Intensität, Inspiration und ihrem Traditionsgeist so gut in die Schönheit der Kirche ein. Alles diente dem Text und der Musik. Und als sollte das noch nicht genug sein, erhielten wir für eine weitere Kantatenaufführung im Londoner St. Giles Cripplegate den Gramophone Record of the Year 2005 – für mich wurde ein Traum wahr.

© Übersetzung: Alexander Behrens

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Dirigent Karl Richter sein 83. Geburstag Videos bei YouTube


Hallo,

für alle unvergessen der Orgelvirtuose und Dirigent Karl Richter würde heute seinen 83. Geburtstag feiern. In den 60-er und 70-er Jahren waren seine Einspielungen von J.S. Bach das Highlight und werden heute aus Nostalgie immer wieder gerne angesehen bzw. angehört.

Dirigent und Organist Karl Richter

Dirigent und Organist Karl Richter

Aus diesem Anlass wurde einige Videos zusätzlich auf  YouTube von Karl Richter veröffentlicht.

Wer gezielt weitere Informationen über Karl Richter in Erfahrung bringen möchte, dem empfehle ich folgende Blog-Seite.

Link: http://karlrichtermunich.blogspot.com/

Video über Karl Richter – eine  Trilogie – Zeitzeugen berichten…!!

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Weitere Videos von Karl Richter bei  YouTube:

http://www.youtube.com/watch?v=fugN11srdG0

http://www.youtube.com/watch?v=pqdauo-kqJI

http://www.youtube.com/watch?v=2GaS1rwSQ-c

http://www.youtube.com/watch?v=Lggf6nRcM3U

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Grüße

Volker

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J.S. Bach Kantaten zum 18. Sonntag nach Trinitatis – Rilling-Aufnahmen


Liebe Kantaten-Freunde!

Ein kleines Bach-Fest findet immer wieder als sonntägliches Kantate-Hören statt. Dieses ZURKENNTNISNEHMEN von Bachs allsonntaglichem Allgemeingut scheint mir hier oft zu kurz zu kommen!

Heute morgen stellen sich-, mit einer überraschenden Perspektive, die beiden Kantaten zum 18.So nach Trinitatis BWV 169 und BWV 96 vor.

Zuerst: Die Macht des Eingangschorals von BWV 96, die bereits ein wenig Christ-Geburts-Atmosphäre anmoduliert. Später-, das individuelle Festlegen meiner Selbstsicherheit auf Gott in der Alt-Solokantate BWV 169

Der Cantus firmus des Eingangschors – in langen Notenwerten vorgetragen – ist wirklich ein in den Alltag tragendes Fundament, das durch ein Horn verstärkt wird.

Hört, hört bereits !!!-, die Figuration des Morgensterns mit seinem glänzenden Flimmern..

Majestätisch und dennoch bescheiden in ihrer Abbildung der vollen, prallen Tonmacht die Rilling-Aufnahme. Leider liegt mir die Gardiner Aufnahme in SDG 9 nicht vor. Hätte beide gerne verglichen!

Ich wünsche Euch allen im Forum, das ihr die Macht des sonntäglichen Kantaten-Hörens vorneanstellt.

Gruß

@Wolfgang

Einen gesegneten 18.So nach Trinitatis

Gruß @Wolfgang

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Hier Hörproben von SDG

SDG159

SDG159

Nachstehend die Hörporben „Stream Audio“ anklicken

SDG 159 Vol. 9  disc 1 –

1.  Bringet dem Herrn Ehre seines Namens BWV 148
– no. 1 Coro

Stream Audio

14.  Wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden
– BWV 47 no. 1 Coro

Stream Audio
SDG 159 disc 2 –

5.  Bald zur Rechten, bald zur Linken BWV 96
– no. 5 Aria: Bass
soloist: Gotthold Schwarz


Stream Audio

11.  Alt Stirb in mir BWV 169
– no. 5 Aria: Alto
soloist: Nathalie Stutzmann

Stream Audio


Play the bit stream tracks with your media player (Real Player). To get a media player click on the icon below.

Cantatas for the for the Seventeenth Sunday after Trinity

BWV 148 – Bringet dem Herrn Ehre seines Namens
BWV 114 – Ach, lieben Christen, seid getrost
BWV 47 – Wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden
BWV 226 – Motet: Der Geist hilft unser Schwachheit auf

(recorded: Allhelgonakyrkan, Lund)

Soloists: Katharine Fuge | Frances Bourne
Robin Tyson | Charles Humphries
Mark Padmore | Stephen Loges

Cantatas for the Eighteenth Sunday after Trinity

BWV 96 – Herr Christ, der ein’ge Gottessohn
BWV 169 – Gott soll allein mein Herze haben
BWV 116 – Du Friedefürst, Herr Jesu Christ
BWV 668 – Chorale: Vor deinen Thron tret’ ich hiermit

(recorded: Thomaskirche, Leipzig)

Soloists: Katharine Fuge | Nathalie Stutzmann
Christoph Genz | Gotthold Schwarz

The Monteverdi Choir | The English Baroque Soloists
John Eliot Gardiner

Click here for a French Translation of the sleeve notes.

Click here for a German Translation of the sleeve notes.

Click here for the English sleeve notes.

Close Window

© 2009 Soli Deo Gloria, all rights reserved

Radio-Tipps mit Klassischer Musik für die KW 40 in 2009


Hallo,

die Radio-Tipps mit „Klassischer Musik“ für die 40. KW in 2009. Hervorheben möchte ich die Sendung auf MDR-Figaro am Montag, 28. September 2009 um 20:00 Uhr. Es ist ein Konzert-Mittschnitt vom „Magdalena Consort“ in der Bachkirche in Arnstadt vom 23.7.2009 im Rahmen des MDR-Musiksommers 2009 „Bach und seine Städte“.

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Generell noch einmal der Link, wo eigentliche ALLE Radiostationen mit Websites und Direktlinks zu Livestreams zu finden sind:

Link:
http://www.listenlive.eu/

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Samstag, 26.9.2009
WDR
19-20 Uhr

Vesper – Erzengel Michael

Hieronymus Praetorius

Dum praeliaretur Michael
Weser-Renaissance Bremen
Leitung: Manfred Cordes

Johann Caspar Ferdinand Fischer
Gloria aus: Missa Sancti Michaelis Archangeli
Veronika Winter und Jenny Haecker, Sopran,
Henning Voss, Altus
Nils Giebelhausen, Tenor
Matthias Gerchen, Bass
Kammerchor der MarienKantorei Lemgo
Handel’s Company
Leitung: Rainer Johannes Homburg

Georg Philipp Telemann
Siehe, es hat überwunden der Löwe
Susanne Gorzny, Sopran
Henning Voß, Altus
Ralph Eschrig, Tenor
Matthias Vieweg, Bass
Weimarer Barockensemble
Leitung: Michael Scholl

Matthias Weckmann
Es erhub sich ein Streit
Greta de Reyghere und Jill Feldman, Sopran
James Bowman, Countertenor
Guy de Mey, Tenor
Max van Egmond, Bass
Johan Huys, Orgel
Capella Sancti Michaelis
Ricercar Consort
Leitung: Erik van Nevel

Johann Adolf Scheibe
Der Engel des Herrn

Kantate zum Michaelisfest
Ann Monoyios, Sopran
David Cordier, Altus
Wilfried Jochens, Tenor
Harry van der Kamp, Bass
Rheinische Kantorei
Das Kleine Konzert
Max, Hermann

Sonntag, 27.9.2009
DKultur

15-17 Uhr
Interpretationen

»Welt und Geist«

Felix Mendelssohn Bartholdys Reformationssinfonie und »Lobgesang«

Moderation: Volker Hagedorn
20-22 Uhr
Musikfest Bremen 2009

Aufzeichnung vom 7.9.09

Felix Mendelssohn Bartholdy

Sinfonie Nr. 3 a-moll op. 56 »Schottische«

ca. 20.45 Konzertpause

Felix Mendelssohn Bartholdy

»Die erste Walpurgisnacht«, Ballade für Soli, Chor und Orchester op. 60

Laia, Cortés, Maximilian, Schmitt, Florian Boesch, Matthew Brook

Collegium Vocale Gent

Coro dell’Accademia Chigiana

Orchestre des Champs-Élyssées

Leitung: Philippe Herreweghe

HR2

20-22 Uhr
Weilburger Schlosskonzerte: Concerti di Flauti
Virtuose barocke Kammerkonzerte für vier Blockflöten und Basso continuo
Werke von Vivaldi, Telemann, Bach, Schickhardt, Loeillet u.a.

(Aufnahme vom 19. Juli 2009 aus der Oberen Orangerie)
Die vier renommierte Blockflötisten der jüngeren Generation Daniel Koschitzki, Dorothee Oberlinger, Andrea Ritter und Maurice Steger hauchen dem selten gehörten barocken Repertoire für vier Blockflöten und Basso continuo ihren ganz persönlichen Atem ein. Glanzvoller Prunk und virtuose Brillanz stehen im Mittelpunkt dieses Programms, in dem die vier Blockflötenvirtuosen die musikalischen Zentren des barocken Europas bereisen. So ergänzen sich die Meisterschaft deutscher Kontrapunktik, französische Süffisanz und italienische Tiraden zu einem prächtigen Klanggemälde. Ist jeder der vier Musiker bereits als Solist ein besonderes Erlebnis, so entfacht sich in den vierstimmigen Barockkonzerten ein Feuerwerk an spritzigen Dialogen, aberwitzigen Kaskaden, wagemutigen Girlanden und spannenden Überraschungsmomenten. Mit dem Cembalisten Alfred Gross und dem Gambisten Michael Spengler stehen ihnen zwei äußerst versierte Barockspezialisten internationalen Renommees zur Seite.

Montag, 28.9.2009

MDR-Figaro
20:00-22:00 Uhr

MDR Musiksommer – Bach und seine Städte
Johann Sebastian Bach:
– „Wer da gläubet und getauft wird“, Kantate BWV 37
– „Christ unser Herr zum Jordan kam“, Kantate BWV 7
– Missa G-Dur BWV 236

Gillian Keith, Sopran
Robin Blaze, Altus
James Gilchrist, Tenor
Peter Harvey, Bass
Magdalena Consort
(Aufzeichnung vom 23.07.2009, Bachkirche Arnstadt)

MDR FIGARO über Internet hören

Das Online-Radio für Ihren Player

Link: Zum Livestream

http://www.mdr.de/mdr-figaro/524774.html

Dienstag, 30.9.2009
BBC
19-21:15 Uhr
Performance
In a concert given at Kings Place in London, Kati Debretzeni directs the Orchestra of the Age of Enlightenment with Lorna Anderson (soprano) and Richard Lester (cello) in Baroque concertos and Vivaldi’s hauntingly beautiful motet Nulla in mundo pax.

Lorna Anderson (soprano)
Richard Lester (cello)
Orchestra of the Age of Enlightenment
Kati Debretzeni (director/violin)

Corelli: Concerto grosso in D, Op 6 No 4
Handel: Arias (Il trionfo del tempo e del disinganno)
Vivaldi: Violin Concerto in D (Il grosso Moghul)
Torelli: Concerto grosso in C minor, Op 6
Vivaldi: Cello Concerto in A minor, RV420
Locatelli: Introduzione teatreale in G, Op 4 No 4
Vivaldi: Nulla in mundo pax, RV630

WDR3

Konzert

Dienstag, 29. September 2009 um 20:05 Uhr

Konzert live vom Beethovenfest Bonn 2009

Pierre-Laurent Aimard

Klavierwerke von Beethoven
Ludwig van Beethoven
Klavierkonzert Nr. 4 G-dur, op. 58 / Klavierkonzert Nr. 5 Es-dur, op. 73
Chamber Orchestra of Europe, Solist und Leitung:

Übertragung aus der Beethovenhalle

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Nicht vergessen, Montag, 28.9.2009 ab 20:00 Uhr, – das Highlight – MDR-Figaro einschalten mit dem Magdalena Consort…!!

Viel Spass beim Hören.

Grüße

Volker

Zwei New Releases vom Label – Soli Deo Gloria – erschienen


Hallo,

weitere Veröffentlichungen vom Label – Soli Deo Gloria – sind erhältlich:

Forthcoming Releases

TWO NEW RELEASES DUE LATE SEPTEMBER 2009

Previous releases have received phenomenal press coverage and tremendous reviews for performance, sound quality and packaging.

SDG 707 (2 cds) contains:

SDG707Bach Brandenburg Concertos

Brandenburg Concerto No. 1 in F major, BWV 1046
Brandenburg Concerto No. 2 in F major, BWV 1047
Brandenburg Concerto No. 3 in G major, BWV 1048
Brandenburg Concerto No. 4 in G major, BWV 1049
Brandenburg Concerto No. 5 in D major, BWV 1050
Brandenburg Concerto No. 6 in B flat major, BWV 1051

Kati Debretzeni | The English Baroque Soloists
John Eliot Gardiner

“You can hand the palm to Vivaldi for the mysterious pathos of [Bach’s] slow movements and the surface brilliance of his foot-tapping rhythms, but when it comes to hitting a propulsive rhythmic groove, no-one is a match for JS Bach.“ – John Eliot Gardiner (excerpt from John Eliot Gardiner’s notes)

John Eliot Gardiner and his superb period-instrument chamber orchestra, English Baroque Soloists, record their unique interpretation of Bach’s Brandenburg Concertos for the very first time.

Gardiner only conducts two of the six concertos. The responsibility of performing the remaining four is left to the hand-picked musicians of the English Baroque Soloists led by the brilliant, Kati Debretzeni, a true Konzertmeisterin and the inspirational presiding virtuoso of this project.

This recording follows a phenomenal 11-concert residency at the Spitalfieds Music Winter Festival in December 2008 and January 2009. John Eliot Gardiner led the English Baroque Soloists and the Monteverdi Choir in performances of JS Bach’s Christmas Oratorio, Brandenburg Concertos and Motets. Every concert was well received by public and press alike, with standing ovations from the sell-out audiences and high critical acclaim:

“Gardiner encouraged rampaging exuberance from his excellent horns, subtle dynamic variations from oboes and strings, and some unusually complex phrasing…delivered with such conviction.” – The Times

The six “Brandenburg” Concertos, described by Bach as ‘Concertos for several instruments’, are widely regarded as among the finest musical compositions of the Baroque. Now considered a benchmark of Baroque music, the concertos still have the power to move people almost three centuries later.

The booklet includes a long note by John Eliot Gardiner entitled ‘A conductor-less slant on the Brandenburg Concertos’ and entries by each member of the English Baroque Soloists where they discuss their personal experience of recording the Brandenburg Concertos.

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Eine Bestellung der CD’s ist über den nachstehenden Link möglich:

Link:

http://astore.amazon.co.uk/volsklajsbac-21/detail/B002NCUEZY

oder über meine Partnerseite:

Link:

http://blogjsbachcantatapilgrimage2000.blogspot.com/2008/01/cds-vom-label-sdg-monteverdi.html

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music_display_on_website-icon._V46684973_ Hörproben CD-SDG 707 „Brandenburgische Konzerte“ nachstehend:

SDG 707 disc 1 – Bach Brandenburg Concertos

1.  Concerto No. 1 in F major, BWV 1046
– no. 1 [Allegro]

Stream Audio
13.  Concerto No. 2 in F major, BWV 1047
– no. 3 Allegro assai

Stream Audio
14.  Concerto No. 3 in G major, BWV 1048
– no. 1 [Allegro]

Stream Audio
SDG 707 disc 2 – Bach Brandenburg Concertos

2.  Concerto No. 4 in G major, BWV 1049
– no. 2 Andante

Stream Audio
6.  Concerto No. 5 in D major, BWV 1050
– no. 3 Allegro

Stream Audio
9.  Concerto No. 6 in B flat major, BWV 1051
– no. 3 Allegro

Stream Audio

Play the bit stream tracks with your media player (Real Player). To get a media player click on the icon below.

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SDG 177 – Eternal Fire (1 cd) contains:

SDG177
Bach Choruses

BWV 34 – O ewiges Feuer
BWV 103 – Ihr werdet Weinen
BWV 80 – Ein feste Burg
BWV 178 – Wo Gott der Herr nicht bei uns haelt
BWV 101 – Nimm von uns, Herr
BWV 39 – Brich den hungrigen dein Brot
BWV 12 – Weinen Klagen Sorgen Zagen
BWV 176 – Es ist ein trotzig
BWV 19 – Es erhub sich ein Streit
BWV 27 – Wer weisst wir nah emir mein Ende
BWV 20 – O Ewigwkeit du Donnerwort
BWV 186 – Aergre dich, o Seele, nich
BWV 95 – Christus der ist mein Leben
BWV 8 – Liebster Gott

The Monteverdi Choir | The English Baroque Soloists | John Eliot Gardiner

SDG is proud to present its first compilation, featuring a superb collection of the greatest choruses from the award-winning Bach Cantatas series, hand picked by world renowned conductor John Eliot Gardiner.

On Christmas Day 1999 a unique celebration of the new millennium began in the Herderkirche in Weimar, Germany: the Monteverdi Choir and English Baroque Soloists under the direction of Sir John Eliot Gardiner set out to perform all Johann Sebastian Bach’s surviving church cantatas in the course of the year 2000, the 250th anniversary of Bach’s death.

The fourteen choruses heard here were recorded during the course of the Pilgrimage and each exhibit clearly Bach’s depth, originality and incomparable genius.

Jonathan Freeman-Attwood in the booklet note describes each chorus as a masterpiece in its own right and that each displays “an almost unfathomable emotional range wedded to intellectual depth and layered with tireless invention, meaning and beauty.”

‘Eternal fire’ is the perfect introduction to the glory and grandeur of Bach’s wonderful choral universe. An essential purchase for lovers of Bach and classical music.

To sign up for all future releases, click here to visit our online shop.

To join our mailing list and receive advance notice of new releases and special offers,
click here.

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music_display_on_website-icon._V46684973_Hörproben von der SDG-CD 177 nachstehend:

SDG 177 – Eternal Fire – Bach Choruses

1.  O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe I BWV 34
– (1746/7) no. 1 Coro
Stream Audio
2.  Ihr werdet weinen und heulen BWV 103
– (1725) no. 1 Coro

Stream Audio
7.  Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen BWV 12
– (1714/24) no. 2 Coro

Stream Audio
9.  Es erhub sich ein Streit BWV 19
– (1726) no. 1 Coro

Stream Audio
10.  Wer weiß, wie nahe mir mein Ende? BWV 27
– (1726) no. 1 Coro

Stream Audio
11.  O Ewigkeit du Donnerwort I BWV 20
– (1724) no. 1 Coro

Stream Audio

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Ein wichtiger Hinweis:

Mitglieder der Monteverdi-Verschickungsliste erhalten einen Rabatt-Code per E-Mail zugesandt und ist bei der Bestellung im Shop anzugeben…!!

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Grüße

Volker


Nachbetrachtungen und kritische Anmerkungen zum 84. Bachfest der – Neuen Bachgesellschaft – in Mühlhausen-Thüringen


Hallo,

schon im Vorfeld waren wir ganz neugierig, was unterscheidet ein Leipziger Bachfest mit einem von der „Neuen Bachgesellschaft“ veranstaltetes Bachfest, das jedes Jahr in einer anderen Stadt ausgerichtet wird. Es war die erste von uns besuchte Veranstaltung dieser Art und hinterliess zwiespältige Eindrücke – aber dazu später etwas mehr.

Flyer_84._Bachfest_M_hlhausen

Flyer vom 84. Bachfest der „Neuen Bachgesellschaft“ in Mühlhausen-Thüringen

Nach einer sommerlichen und schönen Anfahrt aus OWL  empfing uns eine sehr schön erhaltene – gepflegte und freundlich wirkende mittelalterliche Stadt in Thüringen umgeben mit Mauern, Türmen und Stadttoren. Das Banner-Logo prangte an allen Kirchen der Stadt und der optische Hinweis auf das 84. Bachfest war überall unübersehbar zu bemerken. Nach der Wende wurde sehr viel an den Kirchen, Häusern, Straßen und Plätzen renoviert und alles erstrahlte in neuem Glanz und war für den Bachfestbesucher sehr anheimelnd. Die architektonische Vielfalt, ja die gesamte Stadtanlage mit der erhaltenen und begehbaren Stadtmauer zeugen von der wirtschaftlichen und kulturellen Bedeutung der einstigen Freien Reichs- und Hansestadt. Die Freundlichkeit und die Auskunftbereitschaft der Mühlhausener und ihre begeisternde Anteilnahme am Bachfest muss an dieser Stelle einmal lobend erwähnt werden.

Blick auf Mühlhausen-Thüringen mit Stadtmauer und seinen Türmen

Blick auf Mühlhausen-Thüringen mit Stadtmauer und seinen Türmen

Der Anlass, dieses 84. Bachfest vom 7.8.2009 bis 16.8.2009 – ausgerichtet von der „Neuen Bachgesellschaft“ in Mühlhausen-Thüringen zu begehen – ist das 300-jährige Bestehen und das 50-jährige Jubiläum der Bach-Wender-Schuke-Orgel in der Divi Blasii Kirche nach ihrer Renovierung, welche nach den Vorgaben von Albert Schweitzer und in der Disposition von J.S. Bach als eine Bach-Orgel durch die Orgelbaufirma Schuke aus Potsdam in 1959 restauriert wurde. J.S. Bach war als Organist in der Divi Blasii Kirche im Jahr 1707 bis 1708 tätig und weihte persönlich im Jahr 1709 – aus Weimar kommend – die neuerbaute Wender-Orgel in Divi Blasii ein.

Bach-Wender-Schuke-Orgel in der Divi Blasii Kirche

Bach-Wender-Schuke-Orgel in der Divi Blasii Kirche, Mühlhausen-Thüringen

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Die Bachstätte: Divi Blasii Kirche in Mühlhausen-Thüringen

Unser Besuch am ersten Tag des Bachfestes, 7.8.2009, galt dem Eröffnungskonzert in der Bachkirche Divi Blasii am Abend. Hier wurden Vokal-Werke aus der Schaffensperiode von J.S. Bach während seiner Tätigkeit in Mühlhausen (1708-1709) zur Aufführung gebracht.

Programm

Mühlhauser Kantate: BWV 131 „Aus der Tiefe, rufe ich, Herr, zu dir“

Kantate; BWV 106 „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“

Ratswechselkantate: BWV 71 „Gott ist mein König“

Ausführende:

Mühlhausener Bachchor, Dirigent: Oliver Stechbart, Gesangs-Solisten:

Barbara Christina Steude; Sopran, Susanne Krumbiegel; Alt,

Matthias Schubotz; Tenor, Stephan Heinemann; Bass,

Mitglieder des Händel-Festspielorchesters Halle

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Als ein organisatorischer Mangel entpuppte sich beim Aufsuchen unserer Plätze in Divi Blasii der Kategorie „A“ entsprechende Hinweise zu finden, kein Platzanweiser in der näheren Umgebung. Nachdem wir unsere Kategorie gefunden hatten, waren sämtliche Reihen von anderen Besuchern belegt, die viel weniger Eintrittsgeld bezahlt hatten. Es war uns nur möglich, uns zu trennen und mit einem  sehr schlechteren Einzelplatz uns zu begnügen. Hier sollte in Zukunft in der Organisation Hand angelegt werden, hätten wir das gewusst, dass alles durcheinader sitzt, hätten wir viel Eintrittsgeld einsparen können…!!

In der übervollen Divi Blasii Kirche erklang zur Überraschung aller zum Anfang das Orgelwerk BWV 582 „Passacaglia c-Moll“ – welches nicht im Programm vorgesehen war. Es war die große Überraschung vom Kreiskantor Oliver Stechbart, das er sich als ein Highlight für den Eröffnungsabend ausgedacht hatte. Dieses Orgelstück ist ein Wunderwerk an 20 Variationen und wurde entsprechend gekonnt und bis zur grandiosen Fünfstimmigkeit der Abschlussfuge eindrucksvoll wiedergegeben. Für die Orgelliebhaber ein Überraschungsstart des Konzertabends nach Maß, ein erhebender Moment diese großartige Bach-Wender-Schuke-Orgel zu hören, Orgel und Raumklang ein Traumerlebnis. Franz List bemerkte zu diesem Orgelwerk von J.S. Bach: dass eine Kreuzsymbolik erkennbar sei…!!

Die anschließenden Kantatenwerke von J.S. Bach aus seiner Mühlhausener Zeit sind allen hinreichlich bekannt und möchte nicht noch einmal speziell darauf eingehen. Der Mühlhausener Bachchor besteht aus ca. 60 bis 70 Sängerinnen und ist überdurchschnittlich überaltert, junge Sänger/innen konnte ich kaum ausmachen und so entsprach dann auch der Chor den gesanglichen Gegebenheiten und Qualitätsansprüchen. Aufgrund der Chorstärke verhallte vieles im Niemansland, die Akustik in Divi Blasii benötigt keinen Mammut-Chor und sollte künftig in einer kleineren Besetzung auftreten. Wie wohltuhend war hier das Gesangsquartett in den Rezitativen und Arien zu hören, das war ein Gesang- und Hörgenuss. Aber die Hingabe und die Freude am Singen war dem Mühlhausener Bachchor anzumerken und wurde wohlwollend registriert.

Das vorzügliche Solistenquartett: Barbara Christina Steude, Sopran, Susanne Krumbiegel, Alt, Matthias Schubotz, Tenor, und Stephan Heinemann, Bass,

Das vorzügliche Solistenquartett: Barbara Christina Steude, Sopran, Susanne Krumbiegel, Alt, Matthias Schubotz, Tenor, und Stephan Heinemann, Bass, rechts im Bild rechts sitzend: der Vorsitzende der "Neuen Bachgesellschaft" --------------------> Martin Petzoldt, Leipzig.

Das Barockorchester, bestehend aus Mitgliedern der Händelfestspiele Halle überzeugten in gewohnter Manier und gaben dem Ganzen den gewissen Pep und waren das Sahnehäubchen in der Kantatenwiedergabe. Berührend in den Kantaten waren die Flötisten und Gambe und Bc zu benennen, ihr Spiel ging einem unter die Haut, das war gekonnt und vorzüglich vorgetragen. Als ein junger aber überzeugender Leiter und Dirigent entpuppte sich der Kreiskantor Oliver Stechbart als ein Nachfolger von J.S. Bach in Divi Blasii angestellt.

Ein rühriger Leiter: Kreiskantor Oliver Stechbart, der Bachchor Mühlhausen und Mitglieder des Orchesters der Händelfestspiele Halle

Ein rühriger Leiter: Kreiskantor Oliver Stechbart, der Bachchor Mühlhausen und Mitglieder des Orchesters der Händelfestspiele Halle

Weitere Fotoimpressionen des Eröffnungsabends:

Bachchor Mühlhausen und Orchestermitglieder der Händel-Festspiele Halle

Bachchor Mühlhausen und Orchestermitglieder der Händel-Festspiele Halle

Junge französische Barockdamen, verkleidet als Französinnen begleiteten uns durch den Eröffnungsabend, die Eingangsbegrüßung der Besucher erfolgte auf französich...

Junge französische Barockdamen, verkleidet als Französinnen begleiteten uns durch den Eröffnungsabend, die Eingangsbegrüßung der Besucher erfolgte ----------------> in französisch... ein rühriger Gag.

Bekannte Besucher und Mitglieder der NBG aus OWL-Bayern..!!

Ein uns sehr gut bekannter Konzert-Organist und Dozent an der HfM Detmold: Prof. Gerhard Weinberger, Mitglied im Vorstand der "Neuen Bachgesellschaft"

Ein uns sehr gut bekannter Konzert-Organist und Dozent an der HfM Detmold: Prof. Gerhard Weinberger, Mitglied im Vorstand der "Neuen Bachgesellschaft"

Die Ehegattin von Prof.Gerhard Weinberger, Beatice-Maria Weinberger, ebenfalls bekannte Konzert-Organistin

Die Ehegattin von Prof.Gerhard Weinberger, Beatrice-Maria Weinberger, ebenfalls bekannte Konzert-Organistin

Wohlverdienter Applaus begleitete die Aufführenden in eine laue Sommernacht und wir waren gespannt auf den Folgetag mit der Orgelnacht in drei Kirchen. Hier wird als erster Organist in Divi Blasii Prof. Gerhard Weinberger zu hören sein.

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Das Eröffnungskonzert wurde vom MDR-Fernsehen aufgezeichnet, wann es einen Termin der Ausstrahlung gibt, ist mir z.Zt. nicht bekannt.

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Der Folgetag, Samstag, 8. Augsut 2009, mit dem Besuch der Orgel-Nacht..!!

In einer aufregenden Orgelnacht hatten sich zwei große Orgel-Interpreten zu einem besonderen Event zusammengetan. Professor Gerhard Weinberger begann um 20:00 Uhr sein Nachtkonzert an der Bach-Wender-Schuke-Orgel in  der Divi Blasii Kirche. Anschließend wurde um 21:00 Uhr die Orgel-Nacht mit dem bekannten Konzert-Organisten Professor Daniel Roth, Paris, in der Kirche St. Marien (Historische Sauer-Orgel, erbaut 1891) und von Daniel Roth anschließend um 22:00 Uhr in der Kirche St. Josef – (Horst Jemlich-Orgel, Dresden, erbaut 1981) –  fortgesetzt. Es war ein absolutes Highlight so zu Fuß durch Mühlhausens nächtliche Straßen zu ziehen, um zwei der zurzeit großen Organisten erleben zu können.

Programm in Divi Blasii – Gerhard Weinberger um 20:00 Uhr

3 Werke von Johann Ludwig Krebs (1713-1780) Präludium und Fuge C-Dur

Fantasia sopra „Freu dich sehr, o meine Seele

„Wir glauben all‘ an einen Gott“

J.S. Bach (1685-1750) Concerto d-Moll nach A. Marcello, BWV 974 (Originalfassung Prof.G. Weinberger)

Harald Genzmer (1909-2007) Zweite Sonate

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Das Ehepaar Weinberger ist Herausgeber einer vierbändigen Gesamtausgabe der Orgelwerke von Johann Ludwig Krebs. Krebs war einer der fleißigsten Schüler von J.S. Bach und seine Werke werden heute gerne zu Gehör gebracht. So stellt sein Präludium und Fuge C-Dur eine Abwandlung von Motiven dar, die besonders das Präludium zu einem virtuosen Konzertstück machten. Nicht weniger virtuos die „Fantasia sopra“ –  „Freu dich sehr, o meine Seele“. Weinberger nutzt die 42 Register der Schuke-Orgel zu ganz neuen Klangbildern. Der Organist der feinen Töne windet sie wie Perlenschnüre aneinander und entwickelt daraus ein filigranes Klangbild der ruhigen und besonnenen Art. In dieser Formsprache haben wir Krebs noch nie von einem Interpreten an der Orgel gehört und sind begeistert, die Wiedergabe Weinbergers geriet zu einer geistigen Meditation der besonderen Art. Der Hörer schwebte mit seinen Gedanken in unbekannten Sphären und genoss in vollen Zügen die ruhigen Klangbilder von der grandiosen Schuke-Orgel. Ein Dank geht an diesen fantastischen Orgelinterpreten, der das bewirken konnte.

Die Poesie der Orgelminiaturen steckte auch in dem Bachschen „Concerto“, BWV 974, und selbst Harald Genzmers streng geschnittene Sonate vibrierte trotz seiner ernsten Themenvorgabe vital unter den Händen des hervorragenden Interpreten. Schade, die Zeit war zu kurz bemessen denn nach einer 3/4.-stündigen Orgelmusik war der Schlusspunkt gesetzt worden, um den Fußmarsch in Richtung St. Marien zum Konzert von Daniel Roth um 21:00 Uhr –  pünktlich antreten zu können. Das Publikum war begeistert aber der wohlverdiente Applaus geriet aus dem vorgenannten Grund zu kurz. Eine kurzfristige Verbeugung von Weinberger auf der Orgelempore an seine Besucher und er verschwand in der Dunkelheit der Kirche.

Kreiskantor Stechbart dankt Gerhard Weingerger für sein Orgelkonzert

Kreiskantor Stechbart dankt Gerhard Weingerger für sein Orgelkonzert

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Teil zwei der Orgelnacht in der Hauptkirche von Mühlausen-Thüringen die St. Marienkirche, historische Kirche vom Pfarrer Thomas Müntzer (1525) Anführer des Bauernaufstandes im Eichsfeld, ausgehend von Mühlhausen-Thüringen.

Danach Teil drei der Orgelnacht in der Kath. Pfarrkirche St. Josef in Mühlhausen.

Pilgermarsch zum Orgelnachtkonzert in St. Marien Mühlhausen

Pilgermarsch zum 2. + 3. Orgelnachtkonzert in St. Marien Mühlhausen

Hauptkirche von Mühlhausen, St. Marienkirche

Hauptkirche von Mühlhausen, St. Marienkirche

Schuke-Orgel, erbaut 1891 in der St. Marienkirche Mühlhausen-Thüringen

Romantische Sauer-Orgel, erbaut 1891 in der St. Marienkirche Mühlhausen-Thüringen

Besucheransturm in St.Marien zur Orgelnacht mit Daniel Roth

Besucheransturm in St.Marien zur Orgelnacht mit Daniel Roth im Hintergrund der Marien-Altar

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Leichter Regen begleitete uns anschließend zu den letzten Stätten der Orgelnacht. Wir kamen uns vor wie Pilger auf einem unbekannten Pilgerweg, aber das machte die Orgelnacht so spannend. Die anschließenden Orgelwerke in St. Marien und St. Josef waren ausschließlich der französischen Orgelliteratur zugedacht. Aus diesem Grunde wurden die Orgel-Werke in zwei verschiedenen Kirchen veranstaltet, um die entsprechenden Orgeln für diese Werkswiedergaben in Anspruch nehmen zu können. Überrascht wurden wir beim Betreten der St. Marienkirche, dass sie fast schon gefüllt war, wollen die Besucher keine Barock-Orgelwerke mehr hören sondern bevorzugen die Kathedralmusik der Franzosen? Das war für uns ein ungelöstes Rätsel, Divi Blasii mit lichten Reihen und ab St. Marien eine übervolle Kirche, da verstehe einer die Orgelwelt noch…!!

Die Werke von César Francks und Charles Marie Widor erklangen zu den 61 klingenden Registern an der größten historischen Orgel Thüringens (Sauer-Orgel) in der Marienkirche.

Die Orgelwerke von Boélys, Guilmants und Viernes Orgelschöpfungen zum modernen, allen musizierpraktischen Anforderungen gerecht werdenden Instrument – erklangen an der Jemlich-Orgel in St. Josef.

Den ganzen Klangschatz des Symphonieorchesters hat Daniel Roth im von ihm übertragenen Allegretto-Satz aus der d-Moll-Symphonie von Franck aus der Sauer-Orgel „gezogen. Und schließlich Francks letzter Choral Nr. 3, d-Moll: nicht nur doppeldeutig in der Tonart, Daniel Roth spielte auch die historischen Bezüge dieses Werkes aus. Manuell ohne Probleme beherrscht der Pariser Organist auch die Raffinessen eines Widorschen Paradestückes: den dritten Satz seiner 6. Orgelsinfonie. Die in großem Tempo gespielten Staccati gerieten zu einem wahren Ritt der Grazie. Er beherrscht sein Organistenhandwerk bravurös und konnte unmittelbar die großen Franzosen dem Besucher eindrücklich näher bringen.

Riesiger Schlussapplaus für einen genialen Orgelinterpreten der französischen Orgelliteratur brandete auf und wirkte nach lange in uns nach. Was haben wir in dieser Orgelnacht für Gegensätze erlebt, vorab  die feingliedrige  barocke Wiedergabe von Gerhard Weinberger und anschließend fast zwei Stunden erlebt man ein Bombardement mit französischer Kathedralmusik durch den genialen Daniel Roth. Orgelfreund, was willst du mehr – aber,  wir waren danach so aufgewühlt, dass  an einen ruhigen Schlaf nicht zu denken war…!!

Daniel Roth bedankt sich für den Applaus in St. Marien Mühlhausen

Orgel-VituoseDaniel Roth bedankt sich für den Applaus in St. Marien Mühlhausen

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Der dritte Besuchstag galt der großen Entspannung nach der großartigen und stressigen Orgelnacht. Um Mittag wollten wir unbedingt als Zeitzeuge dabei sein, wenn das Bachdenkmal an der Bachkirche Divi Blasii enthüllt wird . Das war trotzt der lang anhaltenden Reden ein bewegender Moment.

Künsler Klaus Friedrich Messerschmidt vor seinem erstellten Bach-Werk

Künsler Klaus Friedrich Messerschmidt vor seinem erstellten Bach-Werk

Anschließend schlenderten wir über den Untermarkt an der Divi Blasii Kirche.

Die Evangelische Kirchengemeinden, Schulen und Kindergärten, die diakonischen Mühlhäuser Werkstätten und kirchliche Initiativen luden von 11.30 bis 17 Uhr zu diesem Markt auf dem Untermarkt ein. Dort wurde Bachliteratur gelesen, klassische Musik präsentiert, es gab einen Kostümstand und für die Kinder verschiedene Stationen zum Thema Bach. Instrumente konnten gebaut und Speisen wie zu Bachs Zeiten probiert werden. In der Kirche Divi Blasii wurden Tanzaufführungen der Evangelischen Grundschule angeboten (14.30, 15.30 und 16.30 Uhr), und die Schüler des Evangelischen Gymnasiums führten ein Bach-Musical auf.  Neuzeitliche Zeichnungen von dem Künstler Eberhard Vater über die Bachorte von J.S. Bach gab es in Divi Blasii zu bewundern. Diese Möglichkeiten haben wir wahrgenommen und es war Entspannung pur…!!

Bildrechte: Künstler Eberhard Vater - Stammsitz der Bache - Wechmar

Bildrechte: Künstler Eberhard Vater/Stammsitz der Bache-Wechmar

Das Evg. Gymnasium mit dem Bach-Musical in der Divi Blasii Kirche am 9.8.2009

Das Evg. Gymnasium mit dem Bach-Musical in Divi Blasii

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Unser Fazit zu den 84. Bachtagen in Mühlhausen-Thüringen:

Unsere Bewunderung gilt dem uneingeschränkten Zuspruch einer ganzen Stadt, was hier von den Kirchengemeinden, Schulen, Kindergärte, Chören, Orchestern, Musikschulen, etc. und der Stadt auf die Beine gestellt wurde, war sehr beeindruckend. Man fühlte sich richtig in die Atmosphäre der Bachzeit zurückversetzt, alles war dementsprechend darauf ausgerichtet und am Untermarkt an der Divi Blasii Kirche war das Treiben richtig nachvollziehbar. Herrlich gelungen.

Zur Qualität der Werkswiedergaben wurde bereits etwas darüber ausgesagt, zu großer Chor…!! und die leidige Organisiation mit dem Auffinden der Besucherplätze in den Kirchen – ein Manko – aber die Hingabe und Freude war überall unübersehbar, die Qualität der Organisten Weltklasse, sehr schöne restaurierte Orgeln, die Bachwerke uneingeschränkt in einer grandiosen Art wiedergeben können, gute Orchester und Gesangs-Solisten…!!

Wo ergibt sich nun ein gravierenden Unterschied zu den Bachtagen in Leipzig und den 84. Bachtagen – von der NBG ausgerichtet – in Mühlhausen-Thüringen:

In Mühlausen waren alle Örtlichkeiten mit eingebunden worden Jung bis Alt und waren mit ihren Beitragen dabei, da fühlte sich der Besucher sofort mit eingebunden. In Leipzig klappt die Organisation entschieden vorzüglicher und Weltklasse Orchester und Chöre sind zu hören, aber man fühlt sich dort ein wenig Isoliert und die Begeisterung zum Bachfest ist nur in den Veranstaltungsorten spürbar, dagegen in Mühlhausen, alle Kirchen- Vereine – Schulen- Kindergärten- Musikschulen- war auf den Beinen und wollte zu den Bach-Tagen etwas beisteuern und das war das Großartige, was Leipzig einmal überdenken sollte..!!

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Weitere Planung für Bachfeste der NBG (Neuen Bachgesellschaft)

2010 Leipzig (11.06.-20.06)
2011 Bamberg, 2012 Wetzlar, 2013 Detmold, 2014 Weimar, 2015 Leipzig.

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Schönen Sonntag und Grüße

Volker

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Ein erhebendes Konzert erklang vom Magdalena Consort in der Bachkirche Arnstadt am 23.7.2009


Hallo zusammen,

nach dem Besuch des großartigen Elbipolis-Konzert in Ohrdruf am Vortag, stand am Folgetag, 23. Juli 2009, ein weiterer Konzertbesuch an unter dem MDR-Konzept: „Bach und seine Städte“ in der Bachkirche von Arnstadt mit dem „Magdalena Consort“ aus England.

Magdalena Consort in Arnstadt

Magdalena Consort in Arnstadt

Nordportal der Bachkirche Arnstadt

Nordportal der Bachkirche Arnstadt

Am Anfang möchte ich das Ensemble „Magdalena Consort“ aus England einmal kurz vorstellen.

Gründer vom Magdalena Consort in 2008 ist der englische Bass-Bariton „Peter Harvey“ – der bekannt geworden ist durch seine Teilnahme an der Bach Cantata Pilgrimage 2000 Tour unter dem englischen Dirigenten: Sir John Eliot Gardiner und seinem Monteverdi Choir und English Baroque Soloists. Peter Harveys Geheimrezept für eine lebendige Interpretation der Bach’schen Musik und eine große Klangreinheit ist die feste Solistenbesetzung des Ensembles mit den erfahrensten Sängern der Alten Musik. Das Barock-Orchester und die Gesangs-Solisten rekrutieren sich überwiegend aus dem Umfeld von J.E. Gardiner.

Gründer Magdalena Consort in 2008 - Peter Harvey; zweiter von links

Gründer vom Magdalena Consort - Peter Harvey; Bildmitte

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Programm:

J.S. Bach (1685-1750)

Kantate zum Johannisfest: BWV 7; „Christ unser Herr zum Jordan kam“

Kantate zum Fest Christ Himmelfahrt: BWV 37 „Wer da glaubet und getauft wird“

Lutherische Messe G-Dur BWV 236

Ausführende:

Matthew Truscott; Violine (Konzertmeister), – Jean Peterson; Violine, –  Roy Mowatt; Violine, – Rebecca Miles; Violine, – Dorothea Vogel; Violine, – Sarah McMahon; Violoncello, – Judith Evans; Kontrabass, – Silas Standage; Orgelpositiv, – James Eastaway; Oboe, – Abigail Graham; Oboe.

Gesangs-Solisten: Gilian Keith; Sopran – Robin Blaze; Altus – James Gilchrist; Tenor, – Peter Harvey; Bass.

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Barockorchester Magdalena Consort

Barockorchester Magdalena Consort

Erwartungsvoll gestimmt erreichten wir am zweiten Tag die Bachkirche in Arnstadt und trafen uns mit weiteren Forummitgliedern vor der Kirche. Ein herzliches Wiedersehen steigerte noch einmal die Erwartungshaltung auf das gemeinsam zu besuchende Bachkonzert.

In der Vorankündigung wurde bereits auf die solistische Besetzung mit Sopran – Alt – Tenor und Bass hingewiesen. Das schien mir sehr ungewöhnlich zu sein, zumal seit dem 19. Jahrhundert die Vokalwerke von J.S. Bach mit einem Chor zur Aufführung gelangen. Es wird vermutet, dass J.S. Bach teilweise Solo-Gesangssolisten einsetzte und auf einen Chor verzichtete, da ihm nicht adäquate Sänger zur Verfügung standen. Hier setzt Peter Harvey als Leiter und Gründer vom Magdalena Consorts an und möchte mit herausragenden Solo-Sängern die Vokalwerke zu Gehör bringen. Diese Aufführungsform ist nicht neu, sein Vorgänger war Joshua Rifkin und Sigiswald Kuijken lässt neuerdings ebenfalls jede Stimme solistisch besetzen, während Cantus Cölln – Konrad Junghänel – mit acht Solo-Sängern die  Lutherischen Messen eingespielt hat. Nun war ich riesig darauf gespannt, wie ich mit dieser Aufführungsform zurecht komme.

Der Konzertabend begann mit der Kantate:

BWV 7 „Christ unser Herr zum Jordan kam“

Diese Kantate wurde von Bach für den 24. Juni 1724 zum Fest Johannes des Täufers – nach Martin Luthers Tauflied von 1541 – komponiert. Der bedeutsamste Satz der Werkes ist der Eingangschor. Die Eingangssinfonia wird teilweise vom Orchester in einer liedunabhängigen Thematik vorgetragen. Auffallend schön gelang dem klein besetzten Barockorchester diese zu Herzen gehenden Stellen. In diesem Satz fällt der Cantus firmus dem Tenor zu, besetzt mit James Gilchrist.

Was für ein strahlender Tenor, mit seinem Stimmvolumen füllt er die ehrwürdige Bachkirche und setzt sein Können dementsprechend ebenfalls in dem Rezitativ, Satz 3 – „Dies hat Gott klar Mit Worten und Bildern“ und in der Arie Satz 4 –  „Des Vaters Stimme ließ sich hören“– gekonnt ein, es ist ein Genuss sein inbrünstiges und wortgläubiges Singen mitzuverfolgen, er packt den Zuhörer und bindet ihn in das Geschehen mit ein, das ist das Grossartige, was diesen Tenor so auszeichnet.

Hörprobe BWV 7 – „Christ unser Herr zum Jordan kam“ – Satz eins Chor (großer Chor nicht solistisch)

Hörproben Link: Bach_ BWV 7, _Christ, Unser Herr, Zum Jordan Kam_ 1.Satz Chor

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Im Anschluss erklang die Kantate:

BWV 37 „Wer da gläubet und getauft wird“

zum Fest Christi Himmelfahrt. Komponiert wurde sie von Bach für den 18. Mai 1724 in Leipzig. Trotz schmaler Besetzung des Orchesters gelingt es Bach eine Vielzahl reizvoller Klangwirkungen zu erzeugen. Diese Kantate hat aufgrund ihrer Schönheit im vorigen Jahrhundert große Verbreitung und Beliebtheit erlangt. Reizvoll an diesem Werk sind die Rezitative und Arien für Sopran – Tenor und Bass – ummantelt von einer wunderbaren Begleitung von der Solo-Violine oder dem Bc. Entzückt lauscht der Hörer in der Arie für Tenor der wunderbaren Textaussage in Satz 2: „Der Glaube ist das Pfand der Liebe“ mit dem Violin-Solo. Das sind wieder diese Gänsehauststellen, die sich in Satz 3 ebenso einstellen. Hier war ein Traumduo in der Bachkirche zu hören, die großartige und stimmgewaltige Sopranistin Gilian Keith und der sehr überzeugende Altus Robin Blaze harmonierten vorzüglich miteinander. Meine gelegentliche Abneigung gegenüber einem Altus wurde hier abadsurdum geführt so überzeugend stimmlich dem Sopran angepasst, harmonierten sie fantastisch zusammen – ein filigranes Singen der Extra-Klasse – es war ein weiterer Höhepunkt in dieser Kantate.

Die Choräle in Satz eins und sechs habe ich durch die vier Solo-Sänger (Gilian Keith; Sopran – Robin Blaze; Altus – James Gilchrist; Tenor und Peter Harvey; Bass-Bariton) so noch nie gehört, diese Durchsichtigkeit im Gesangsvortrag, filigran stimmlich auf einander abgestimmt, sich gegenseitig anfeuernd – man spürte förmlich ihre Begeisterung des gemeinschaftlichen Singens – bedeutete für mich Neuland zu betreten und war restlos begeistert. Das war absolute Weltklasse von diesen vier Protagonisten und überzeugten mich vollends – ab sofort benötige ich keinen Massenchor für die Bach-Choräle mehr – mein Dank gilt diesen vier Solo-Sängern vom Magdalena Consort, die mich eines Besseren belehren konnten.

Wer von den Besuchern im Forum diese Kantateneinspielung von Gardiner besitzt, sollte sie sich noch einmal anhören, es ist ein Juwel..!! Erschienen bei der Deutschen Grammophon in 2000.

Cover DGG Gardiner u.a. BWV 37

Cover DGG Gardiner u.a. BWV 37

Erhältlich bei Amazon: Link: http://astore.amazon.de/blogdiskubach-21/detail/B00004T767

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Hörprobe BWV 37 – Satz 2 für Tenor: „Der Glaube ist das Pfand der Liebe“ (Der Vortragende ist nicht James Gilchrist)

Hörproben Link: Bach_ BWV 37, _Wer da Gläubet und getauft wird_ – 2. Satz Tenor Der Glaube Ist das Pfand der Liebe

Hörprobe BWV 37 – Satz 3 – Choral für   Sopran und Alt: „Herr Gott Vater mein starker Held“ (großer Chor nicht solistisch)

Hörproben Link: 19 Bach_BWV 37, _Wer Da Gläubet Und Getauft Wird_ – 3.Satz Sopran und Alt Herr Gott Vater, Mein starker Held

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Der Schlusspunkt wurde vom Magdalena Consort gesetzt mit der Lutherischen Messe

BWV 236 „Missa G-Dur.

Die um 1738 / 39 entstandene Missa gehört zu Bachs lateinischer Kirchenmusik, die an seinem Schaffen einen geringen Anteil hat. In diesem Missa hat Bach aus seinen Kirchenkantaten Sätze übernommen. Das Kyrie entlehnte er dem Eingangschor aus dem BWV 179. Das Gloria aus dem 1. Teil der Kantate BWV 79 – Der Herr ist Sonne und Schild.

Mit dieser Messe gelang dem Magdalena Consort nach der Pause noch einmal ein Volltreffer. Das feine Barockorchester überzeugte mit einem großartigen Können, ausgewogen musizierend war es eine famose barocke Klang-Pracht, die es zu bewundern gab.

Die vier Solo-Sänger vom Magdalena Consort

Die vier Solo-Sänger vom Magdalena Consort

Foto: von links – 1. Violine Matthew Truscott, Gilian Keith, Robin Blaze, Peter Harvey, James Gilchrist.

Wiederum berauscht wurde der Hörer an diesem Abend von dem Gesangs-Vortrag der vier Solo Gesangs-Spezialisten. Das war eine helle Freude ihnen zuzuhören, so eine klangliche Einheit erlebt man selten und man kann sich glücklich schätzen, so etwas erleben zu dürfen. Ich habe es in vollen Zügen genossen und bin ein Fan für diese Aufführungspraxis geworden. Man hätte sich gewünscht, der Abend würde so schnell nicht an einem vorüberziehen, und woran lag das, an den englischen Spitzenkönnern die imstande sind, die Bach’sche Traummusik der allerfeinsten Art zu zelebrieren. Staunend, hingerissen und in einer wunderbaren Art des Mitnehmens ist es ihnen gelungen, den Hörer fassungslos in den Sommerabend zu entlassen. Ein riesiger Dank gebührt diesem Ensemble, das grenzte an überirdischer Musik was am Schluss durch den riesigen Beifallssturm auch zum Ausdruck gebracht wurde.

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Das Konzert wird als Mittschnitt vom MDR-Figaro am 28. September 2009 um 20:00 Uhr gesendet…!!

Link zum MDR-Figaro im Internet-Radio nachstehend:

MDR FIGARO hören im RealPlayer (128 kbit/s)

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Hörproben vom BWV 236 -Missa G-Dur – nachstehend:

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Hörprobe mit 8 Solosängern besetzt das BWV 236 –  Satz 2 Gloria

Hörproben Link: Bach Missa G-Dur BWV 236 Satz 2 Gloria mit 8 Solosängern

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nachstehend vom „Magdalena Consort“ mit 4 Solosängern besetzt:

BWV 236 Missa G-Dur Sätze 2 + 3 + 6

die Hörproben von der Webseite: Magdalena Consort wurde in Spanien mit 2 Mikrophone aufgenommen und sind als Vergleich nur bedingt aussagefähig..!

The music is from the recent concert in Santiago. This was a live
recording using a simple two-microphone setup, but it gives a flavour
of the event. The soloists are Gillian Keith, Daniel Taylor, James
Gilchrist and Peter Harvey, and the orchestra is led by Matthew Truscott

Hörproben Link: http://www.magdalenaconsort.com/xspf/trax/bwv236-2.mp3 (Satz 2 / mit 4 Solosängern)

Hörproben Link: http://www.magdalenaconsort.com/xspf/trax/bwv236-3.mp3

Hörproben Link: http://www.magdalenaconsort.com/xspf/trax/bwv236-6.mp3


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Grüße

Volker

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Ensemble Elbipolis begeistert in Ohrdruf-Thüringen


Hallo,

ich beginne hier mit meinen Rezensionen zu den Veranstaltungen – ausgerichtet vom MDR – unter dem Motto: „Bach und seine Städte.“ – mit dem Konzert von Elbipolis in der Trinitatiskirche in Ohrdruf-Thüringen am 22.7.2009.

Flyer: Elbipolis in Ohrdruf-Thüringen

Flyer: Elbipolis in Ohrdruf-Thüringen

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Foto Ev Trinitatiskirche in Ohrdruf-Thüringen

Programm:

Johann Friedrich Bach (1676-1749) Ouvertüre für 2 Violinen, Viola e Continuo

Johann Christoph Bach (1642-1703) „Meine Freundin, du bist schön“

Johann Sebastian Bach (1685-1750) Ouvertüre a-Moll BWV 1067a

Johann Sebastian Bach (1685-1750) Trauungs-Kantate BWV 196 „Der Herr denket an uns“

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Ein blutjunges Ensemble „Elbipolis“ stellte sich in Ohrdruf vor. Elbipolis, eine fiktive Stadt an der Elbe  – oder wie man von Hamburg sagt: Das Tor zur Welt. Ein Barockorchester am Tor zur Welt. Mit lokalen Wurzeln und Leidenschaft für die eigenen Musikgeschichte. Das junge Ensemble, das sich im Kern aus profilierten Bremer, Hamburger und Berliner Musiker zusammensetzt, hat in kürzester Zeit viel erreicht. Die norddeutschen Musiker machen immer wieder mit einer erfrischenden Mischung aus fundiertem Handwerk und unkonventionellem Auftreten auf sich aufmerksam. Als Leiter von Elbipolis fungiert der junge dynamische schwedische Dirigent: Olof Borman.

Elbipolis: Dirigent Olof Boman, Violoncello: Inka Döring und Susanna Weymar, Kontrabass: Alf Brauer

Foto: Elbipolis: Violoncello: Inka Döring und Susanna Weymar, Kontrabass: Alf Brauer

Johann Friedrich Bach wurde 1676 in Erfurt geboren und war nach seiner musikalischen Ausbildung an der Kaufmannskirche in Erfurt angestellt. Nach einer kurzen Zwischenstation als Organist in Magdeburg (Katharienenkirche) – kehrte er nach Erfurt zurück und übernahm  später als Nachfolger seines verstorbenen Vetters 2. Grades – Johann Christoph Bach ((1642-1703) – in Eisenach die Organistenstellung an der dortigen Georgenkirche bis zu seinem Tode in 1749. Überliefert sind von Johann Bernhard Bach ausschließlich Instrumentalkompositionen. J.S. Bach schätzte diese Werke seines Vetters sehr, die farbigen, abwechslungsreich gestalteten Sätze beeindruckten ihn sehr und liess sie von seinem Leipziger „Collegium musicum“ abschreiben.

Genau in dieser erfrischenden und unkonventionellen Art präsentierten sie zum Anfang die „Ouvertüre für 2 Violinen und Bc D-Dur“ von Johann Friedrich Bach. Heiter, schwungvoll  und voller Poesie beinhaltend – glänzten die jungen Musiker in einer wunderschönen Aufführung, die maßgeschneidert zu dem sommerlichen Abend in einer berauschenden Barockpracht zu Gehör gebracht wurde. Virtuos verstehen sie ihr musikalisches Handwerk und setzten das auch erfolgreich um. Von dieser dynamischen jungen Truppe wird in Zukunft noch Einges zu erwarten sein.

johann-bernhard-bach-ouverture-d-dur2

Cover: Johann Bernhard Bach, Ouvertüre D-Dur -bei jcp zu beziehen

Link: Hörproben bei jpc

Disk 1 von 2 anklicken..!!

danach an 1. Stelle die „Suite (Ouvertüre) für Streicher und Basso continuo D-Dur“ anklicken…!!

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Schauspielerisches Talent entwickelten die Sopranistin „Yeree Suh“ und den glänzend auftrumpfenden Bassist: „Nils Cooper“ in der wiedergegebenen Kantate: „Meine Freundin, du bist schön“ von dem Eisenacher Organisten und Komponisten: Johann Christoph Bach.

Die Kantate: „Meine Freundin, du bist schön“ ist vermutlich anlässlich einer Hochzeit entstanden, wird doch eine Liebesgeschichte aus dem alttestamentlichen Hohelied wiedergegeben.  In ihrer Begleitung der Vokalstimmen sowie in zahlreichen Zwischenspielen kommentieren die Streichinstrumente dabei in überaus  plastischer und ausdrucksstarker Weise den gesungenen Text.

nils-cooper-und-yeree-suhFoto Nils Cooper; Bass und Yeree Suh, Sopran, in Meine Freundin du…

Einen überzeugenden gesanglichen Part gelang der Sopranistin Yere Suh mit einem glänzend aufgelegten Bass: Nils Cooper, er besitzt ein Stimmvolumen der Extraklasse und schauspielerisches Talent. Als Regieassistent war Cooper schon tätig und das war unübersehbar. Dazu das glänzend disponierte Orchester ergab in sich eine  gelungene Wiedergabe.

Nach einer ausgiebigen Pause – wohl wegen den hochsommerlichen Temperaturen – erklangen anschließend zwei Werke von J.S. Bach.

Sommerliche Pause an der Trinitatiskirche

Sommerliche Pause an der Trinitatiskirche

Die Ouvertüre a-Moll BWV 1067 a von J.S. Bach erklang nach einem umfangreichen Stimmen der Instrumente in einer bewundernswerten klanglichen Einheit. Die Instrumentalisten hatten ganze Arbeit geleistet, kein Missklang eines Instrumentes war zu vernehmen, es geht doch, wenn man sich Mühe gibt – hier kann sich so manches namhaftes Barock-Orchester von den „Elbipolis“ Anleihen nehmen, wie alte Instrumente bei sommerlichen Temperaturen zu stimmen sind….!! Frisch, ungekünzelt und in herrlichen barocken Klangfarben erklang diese bewundernswerte Bach-Ouvertüre.

Zum Abschluss erklang von J.S. Bach die Trauungs-Kantate BWV 196 „Der Herr denket an uns“ von 1708. Sie soll bei der Trauung zum 1. Juni 1708 für die Hochzeit des Pfarrers Johann Lorenz Stauber mit Regina Wedemann, einer Tante der ersten Frau – (Maria Barbara Bach) von J.S. Bach – komponiert worden sein. Der selbige Pfarrer, – eine innige Freundschaft bestand mit ihm zu J.S. Bach –  traute am 17.10.1707 J.S. Bach und Maria Barbara Bach in der St. Bartholomäi Kirche in Dornheim.

Desgleichen sollten wir am Folgetag als Besucher der Trauungskirche von „St. Bartholomäi“ in Dornheim von dem Vortragenden auf dieses Ereignis noch einmal hingewiesen werden. Nach seinen Worten war  J.S. Bach bei der Trauung als konzertant Aufführender bei der Trauung des befreundeten Pfarrers:  „Johann Lorenz Stauber“  – in St. Bartholomäi zugegen.

Hinweis auf die Trauung in Dornheim

Hinweis auf die Trauung von J.S. Bach in Dornheim

Trauungskirche von J.S. Bach St. Bartholomäi in Dornheim

Foto: Trauungskirche von J.S. Bach St. Bartholomäi in Dornheim

Bewundernswert ist das stimmige und homogen agierende Gesangsquartett von Sopran-Alt-Tenor und Bass zu benennen ihre musikalische Unterstützung erhielten sie wiederum durch das fantastisch aufspielende Elbipolis-Orchester. Mit dem ausklingenden „Amen“ im Schlusssatz der Trauungs-Kantate ging ein ereignisreicher Konzertabend  viel zu schnell zu Ende. In dem ganzen Konzert agierte ein junger dynamischer Olof Borman als Dirigent, der alle mit seinem Schwung und seiner Begeisterung zu inspirieren wußte. Hier wird  in Zukunft von ihm und seinem Elbipolis-Ensemble noch viel Gutes zu hören sein. Es ist ein sehr entwicklungsfähiges junges und dynamisches Orchester mit einem ebenso ausgeprägten Leiter. Es machte riesigen Spass, ein neues hoffnungsvolles Nachwuchs-Ensemble erlebt haben zu können.

Gesangs-Solisten und Leiter von Elbipolis Olof Boman

Foto:  von links: Yeree Suh; Sopran, Ivonne Fuchs; Alt, Dirigent Olof Boman, Volker Arndt; Tenor

Der frenetische Schlussapplaus belegte das Können dieser Truppe und entließ den Besucher in eine laue Sommernacht. Das war ein gelungener Einstieg vom MDR-Musiksommer 2009 unter dem Motto: „J.S. Bach und seine Städte“ und machte uns neugierig und gespannt auf den kommenden Tag mit dem „Magdalena Consort“ in der Bachkirche von Arnstadt.

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Hörproben: vom BWV 196

Cantata, BWV 196, _Der Herr Denket an uns__ I. Sinfonia

Cantata, BWV 196, _Der Herr Denket an uns__ V. Coro _Ihr Seid Die Gesegneten Des Herrn_

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Dem Veranstalter: „MDR“ möchte ich an dieser Stelle ein Sonderlob aussprechen für seine ausgezeichnete Organisation, zivile Preise bei Weltklasse-Orchester und Solisten und ein freundliches und zuvorkommendes Personal im Service, dafür ein ganz herzliches Danke…!!

Gruß

Volker

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