Helmuth Rilling (* 29. Mai 1933 in Stuttgart) ist ein deutscher Kirchenmusiker, Dirigent und Musikpädagoge.
Rilling studierte zunächst an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart unter anderem bei Karl Ludwig Gerok, Hermann Keller und Hans Grischkat, dann ab 1955 Orgel bei Fernando Germani in Rom. Am 1. Dezember 1957 wurde er Kantor an der wiederaufgebauten Gedächtniskirche in Stuttgart-Nord und übernahm kurz darauf zusätzlich einen Lehrauftrag an der Kirchenmusikhochschule in Berlin. Seit 1963 Kirchenmusikdirektor in Stuttgart, wurde er 1969 Professor für Chorleitung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Diese Professur hatte er bis 1985 inne.
Ursprünglich Interpret vorbachscher Musik und romantischer und zeitgenössischer Chormusik, ist seit den 70er Jahren das geistliche und weltliche Werk vonJohann Sebastian Bach Rillings Arbeitsschwerpunkt. So spielte er zwischen 1970 und 1985 als erster Dirigent alle geistlichen Kantaten Johann Sebastian Bachs auf Schallplatte ein. Friedrich Hänssler, der den Mut hatte, diese Produktion in seinem Verlag herauszugeben, erhielt dafür 1985 den Grand Prix du Disque.
Rilling gründete im Januar 1954 die Gächinger Kantorei und 1965 das Bach-Collegium Stuttgart, ferner 1970 das Oregon Bach Festival und 1981 dieInternationale Bachakademie Stuttgart, deren künstlerischer Leiter er bis zu seinem Rücktritt im Februar 2012 war. Er war von 1985 bis 1996 Künstlerischer Leiter des Landesjugendchores Baden-Württemberg. Von 1969 bis 1982 leitete er zudem die Frankfurter Kantorei.
1985 konnte er die erste Gesamtaufnahme aller Bachkantaten abschließen, 2000 folgte dann die erste Gesamtaufnahme aller Werke von Johann Sebastian Bach unter Rillings künstlerischer Gesamtleitung auf 172 CDs.
Helmuth Rilling (born May 29, 1933 in Stuttgart) is a German church musician, conductor and music educator.
Rilling initially studied at the University of Music and Performing Arts in Stuttgart, among others, Karl Ludwig Gerok, Hermann Keller and Hans Grischkat, then from 1955 organ with Fernando Germani in Rome. On December 1, 1957, he became cantor at the rebuilt Memorial Church in Stuttgart-North and took over shortly thereafter additionally a teaching assignment at the church music college in Berlin.
Since 1963 church music director in Stuttgart, he became professor of choral conducting at the Academy of Music and Performing Arts Frankfurt am Main in 1969. He held this professorship until 1985.
Originally an interpreter of Vorbachian music and romantic and contemporary choral music, since the 70s the spiritual and secular work of Johann Sebastian Bach Rilling has been the focus of his work. Between 1970 and 1985 he was the first conductor to record all sacred cantatas by Johann Sebastian Bach on vinyl. Friedrich Hänssler, who had the courage to publish this production in his publishing house, received in 1985 the Grand Prix du Disque.
Rilling founded the Gächinger Kantorei in January 1954 and the Bach Collegium Stuttgart in 1965, as well as the Oregon Bach Festival in 1970 and the Stuttgart International Bachakademie in 1981, whose artistic director he was until his resignation in February 2012. He was from 1985 to 1996 artistic director of the Landesjugendchores Baden-Württemberg. From 1969 to 1982 he also headed the Frankfurt Kantorei.
In 1985 he was able to complete the first complete recording of all Bach cantatas, followed in 2000 by the first complete recording of all works by Johann Sebastian Bach under Rilling’s artistic direction on 172 CDs.
J.S.Bach. Cantata BWV 51, „Jauchzet Gott in allen Landen“
ist eine Solokantate für Sopran.
Weder der Textdichter noch das genaue Entstehungsjahr der Kantate sind bekannt. Komponiert wurde sie in Leipzig für den 15. Sonntag nach Trinitatis. Als wahrscheinliches Entstehungsjahr wird 1730 angenommen.
„Jauchzet Gott in allen Landen ist eine der bekanntesten Kantaten Bachs. Die Besetzung ist in seinem geistlichen Werk einmalig und verlangt sowohl der Solostimme als auch der Trompete sehr große Leistungen bezüglich Tonhöhe und Virtuosität ab. Man darf vermuten, dass der Trompetenpart der Uraufführung von dem für sein brillantes Spiel bekannten Leipziger Ratsmusiker Gottfried Reicheübernommen wurde. Die Sopranstimme gab der Bachforschung lange Zeit Rätsel auf, weil damals einerseits in Leipzig Frauen als Sängerinnen in Kirchen nicht zugelassen waren, andererseits die Solopartie solch hohe Anforderungen stellt, dass sie wohl kaum von einem Knabensopran heutigen Formats hätte ausgeführt werden können. Die Erklärung hierfür ist, dass zu Bachs Zeit der Stimmbruch bei Knaben üblicherweise erst mit 16 oder 17 Jahren einsetzte.
Von der Kantate existiert ebenfalls eine Fassung des Sohnes Wilhelm Friedemann Bach, der eine zweite Trompete und Pauken hinzufügte.
Video: J.S Bach. Cantata BWV 51, „Jauchzet Gott in allen Landen“ („Rejoice in all lands“)
is a solo cantata for soprano.
Neither the librettist nor the exact year of the cantata are known. She was composed in Leipzig for the 15th Sunday after Trinitatis. Probably the year of origin is assumed in 1730.
Even God in all lands is one of Bach’s most famous cantatas. The cast is unique in his sacred work and requires both the solo part and the trumpet to perform very well in terms of pitch and virtuosity. One may assume that the trumpet part of the premiere was taken over by the well-known Leipzig-based musician Gottfried Reiche. For a long time the soprano voice was a mystery to Bach research, because on the one hand in Leipzig women were not admitted as singers in churches, on the other hand the solo part placed such high demands that it could hardly have been performed by a boy soprano of today’s format. The explanation for this is that at Bach’s time the boy’s voice broke usually at the age of 16 or 17 years.
From the cantata there is also a version of the son Wilhelm Friedemann Bach, who added a second trumpet and timpani.
Performed by:
Lenneke Ruiten, Soprano
Javier Simó, Trumpet
Anka Smeu, violin,
Grigori Nedobora, Violin
Real Filharmonia de Galicia, Conductor: Helmuth Rilling
Auditorio de Galicia, Santiago de Compostela, Spain. 24.02.20211
———————
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J. S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 04.02.2018 begehen wir den Sonntag „Sexagesimae“
Der Sonntag Sexagesimaesteht unter dem Gleichnis vom vierfachen Acker und geht daher besonders auf das Wirken des Wortes Gottes ein. Dieses Wirken wird von verschiedenen offenbar äußeren Kräften beeinflusst. Es ist wichtig, an diesem Sonntag auf die Kraft der Botschaft von der Liebe Gottes hinzuweisen, wie sie einem Samenkorn innewohnt. Es gilt nur, dass wir dieser Kraft in uns selbst auch Raum geben, damit sich das Wort entfalten kann und durch uns wirksam werden kann.
Wochenspruch:
Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht. (Hebr 3, 15)
Neue Sendezeit und Titel: Sonntag um 20:00 Uhr bis 22:00 Uhr
„Meine Augen haben das Heil gesehen“
„Nunc Dimittis“. Mit diesen Worten beginnt der Lobgesang des Simeon, der im Mittelpunkt des Festes Darstellung des Herrn steht. Vertonungen erklingen in der Sendung Musica.
Bis zur Liturgiereform des II. Vatikanischen Konzils endete am 2. Februar die Weihnachtszeit. Jesus begegnet im Tempel den greisen Simeon und Hanna. Simeon preist Gott für diese Begegnung mit den Worten: Nun lässt du Herr deinen Knecht, wie Du gesagt hast, in Frieden scheiden, denn meine Augen haben das Heil gesehen.“ Simeon erkennt in Jesus den Gottessohn und er dankt Gott für diese Gnade zum Ende seines Lebens. Das „Nunc dimittis“ nach den lateinischen Anfangsworten der Worte Simeons ist einer von drei großen Lobgesängen im Lukas-Evangelium.
Auf dem Programm der Sendung stehen verschiedene Vertonungen dieses Textes, unter anderem von Charles Villiers Stanford, Felix Mendelssohn Bartholdy und Giovanni Pierluigi da Palestrina.
Außerdem:
Tomaso Albinoni: Konzert für Oboe und Streicher
Alessandro Marcello: Konzert für Oboe und Streicher
Jennifer Higdon: Mysterium
Antonin Dvorak: Symphonie Nr. 9, Aus der Neuen Welt
—————————————
ERF – Plus (Evang. – Rundfunksender)
Sendung: Sonntag Bach-Kantate
Die Sonntagskantaten des Thomaskantors gespielt und erklärt.
Die Besonderheit des Sommersaales im Bacharchiv Leipzig mit einer umlaufenden Galerie – einer Situation, die Johann Sebastian Bach in seiner Weimarer Zeit in der Schlosskapelle, der »Himmelsburg«, vorfand – ermöglicht dem Hörer ein einzigartiges Klangerlebnis, wenn von dort musiziert wird. In der »Musik aus der Himmelsburg« erklingen vorwiegend Kantaten und Kammermusik von J. S. Bach, die von den Musikern und Musikerinnen des Leipziger Barockorchesters auf historischem Instrumentarium sowie originalgetreuen Kopien dargeboten werden.
Johann Sebastian Bach: Sonate G-Dur BWV 1038 für zwei Violinen und Basso continuo
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J. S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 28.01.2018 begehen wir den Sonntag „Septuagesimae“
Der Sonntag Septuagesimä läutet die Vorfastenzeit ein. Der Name deutet auf die 70 Tage hin, die mit dem Sonntag nach Ostern, Quasimodogeniti, vorüber sind. Dies umschließt also die Osterzeit und macht schon so sehr deutlich, dass die (Vor)fastenzeit nicht dazu dient, sich zu peinigen, sondern eher, im Leiden Gott zu erkennen. Das Thema „Lohn und Gnade“ leitet sich vom Evangelium ab, dem Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg. Der Schwerpunkt liegt auf der Unterscheidung von Lohn und Gnade: Während Lohn verdient wird und somit berechenbar ist, ist Gnade weder verdient noch berechenbar.
Am Sonntag Septuagesimae hören wir das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg und denken daran, dass es nicht in unserer Macht steht, den Lohn für ein Werk zu bestimmen. Vielmehr sind wir alles, was wir tun, ohnehin schuldig, so dass es uns auch nicht ansteht, eine besondere Belohnung für eine in unseren Augen besondere Tat zu erwarten. Das ist aber unser Lohn, dass der Herr uns berufen hat in seine Nachfolge.
Wochenspruch:
Wir liegen vor dir mit unserem Gebet und vertrauen nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit. (Dan 9, 18)
Neue Sendezeit und Titel: Sonntag um 20:00 Uhr bis 22:00 Uhr
Wenn aus Herkules Jesus wird
Eine geistliche Parodie
Aufgrund der hohen Arbeitsbelastung verwendete Johann Sebastian Bach seine Komposition häufig mehrmals. So wurde aus einer weltlichen Huldigungskantate ein Teil des berühmten Weihnachtsoratoriums. In Musica erklingt das „heidnische“ Original.
Ja ist denn heut scho‘ wieder Weihnachten – das kann man sich durchaus fragen, wenn man die weltliche Kantate hört. Die Musik ist uns vor allem als Teil des Weihnachtsoratoriums bekannt. Doch das Original ist diese Kantate. Auch wenn der Inhalt alles andere als weihnachtlich oder auch nur christlich ist – ganz im Gegenteil.
„Lasst uns sorgen, lasst uns wachen, Herkules am Scheideweg“, so heißt das 1733 in Leipzig uraufgeführte Werk. Mit 45 Minuten erreicht die Kantate die Länge eines Opernaktes.
Das Thema ist die Entscheidung des Herkules, den Weg der Tugend oder den Weg der Wollust zu gehen. Tugend und Wollust werben in der Kantate gleichermaßen um den griechischen Helden, der sich aber am Ende gegen das Böse und für den Pfad der höheren Weihen entscheidet….
Ein Konzert, ein Tombeau, verschiedene Tänze und eine Fuge!
Der Auftakt zu dieser beliebten Suite erinnert an ein italienisches Concerto Grosso. Bach beginnt mit einem einfachen Motiv, das sich langsam über die ganze Tastatur bewegt und zu einem orchestralen Crescendo anschwillt. Es folgt eine solistischere Passage, in der zwei Soloinstrumente (Violinen, zum Beispiel Cembalist Pierre Hantaï) eine Violine hörbar ist.
Der Wechsel zwischen diesen beiden Klangfarben – Solo und Orchester – bestimmt die klare Struktur dieses großen Anfangsteils. Die folgenden Tänze basieren mehr auf dem französischen Vorbild, obwohl Bach nicht widerstehen kann, den relativ einfachen Melodien der Allemande und der Courantekomplexe Gegenthemen hinzuzufügen. Die Sarabande ist laut Pierre Hantaï ein absolutes Meisterstück von herzerwärmender Schönheit. Könnte es vielleicht Trauermusik sein? ein Tombeau für Bachs erste Frau, die in der Zeit starb, in der er die „englischen“ Suiten schrieb? Auf jeden Fall sind wir weit entfernt von der Tanzmusik, die von den französischen Titeln dieser Stücke vorgeschlagen wird.
Obwohl diese Sarabande den charakteristischen Rhythmus respektiert, wäre sie im Tempo, zu dem sie getanzt werden sollte, nicht spielbar. Und Bach fügt auch umfangreiche Ornamente hinzu, die die äußerst expressive Kraft des Stückes verstärken.
Die beiden kontrastreichen Gavottes sind entschieden französischer Natur. Die erste enthält ein eingängiges Trommelmotiv und die zweite heißt Musette – ein einfacher Pastoraltanz, der oft von französischen Komponisten wie Rameau und Couperin verwendet wird.
Am Ende der Suite setzt Bach seine Signatur mit einer Gigue, die auch unverkennbar eine komplette dreiteilige Fuge ist, in der er seine gewohnte thematische Akrobatik vorführt.
Wir haben diese Aufnahme im Bartolotti-Haus, in der Herengracht 170 und 172 gemacht. Das Haus auf der Rückseite von Nr. 170 wurde von Cembalist, Organist und Dirigent Gustav Leonhardtvon 1974 bis zu seinem Tod im Jahr 2012 besetzt.
Leonhardt war einer der Pioniere der Alten Musik in den Niederlanden. Als Lehrer und Interpret war er eine Quelle der Inspiration für viele Cembalisten auf der ganzen Welt.
Es ist eines der beeindruckendsten Gebäude in der Altstadt von Amsterdam. Es wurde um 1620 als Residenz im Auftrag des wohlhabenden Geschäftsmannes Willem van den Heuvel erbaut, der von einem kinderlosen Onkel, Giovanni Battista Bartolotti, der aus Bologna stammte, viel Geld geerbt hatte. Das Design im holländischen Renaissancestil stammt wahrscheinlich von dem Amsterdamer Stadtarchitekten Hendrick de Keyser. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Haus aufgeteilt und mehrmals modernisiert. Von den verschiedenen Renovierungen können Sie noch viele schöne historische dekorative Merkmale sehen. Die beiden Teile des Bartolotti-Hauses kamen in den Besitz von Vereniging Hendrick de Keyser, die dort ihren Sitz hat.
Die sechs „englischen“ Suiten wurden wahrscheinlich zwischen 1710 und 1720 komponiert, jedenfalls vor den „französischen“ Suiten und den Partiten. Es bleibt unklar, warum sie „Englisch“ genannt werden. Laut dem ersten Bach-Biographen Forkelwaren sie einem englischen Aristokraten gewidmet, dessen Name nicht angegeben ist. Sie sind auch stilistisch mit den sechs Cembalosuiten des in London lebenden französischen Komponisten Charles Dieupart verbunden. Und auf der Titelseite der Kopie von Bachs jüngstem SohnJohann Christian Bach (1735-1782), der ebenfalls in London lebte, heißt es „fait pour les anglois“.
Aber genau wie Bachs andere überlieferte Suiten für Cembalo sind die englischen Suiten überwiegend eine Synthese aus deutschen, italienischen und französischen Stilelementen. Bis zu einem gewissen Grad sind sie französischer als die sogenannten französischen Suiten. Alle sechs beginnen mit einem ausführlichen Präludiumnach dem Vorbild französischer Lautensuiten. Dem Auftakt folgt die klassische Reihe der stilisierten Tänze: Allemande, Courante, Sarabande und Gigue, mit einer freien Auswahl von Gavotte, Bourrée, Passepied oder Menuett zwischen den beiden letztgenannten Tänzen.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 07.01.2018 begehen wir den 1. Sonntag nach Epiphanias
Am 1. Sonntag nach Epiphanias steht die Taufe Jesu im Mittelpunkt, die früher auch am Epiphaniastag selbst gefeiert wurde. Hiermit wird Jesus aus seinem einfachen Menschsein herausgenommen und von Gott berufen. Es ist Teil des großen Geheimnisses der Gottheit und Menschheit in Jesus Christus, dass diese Berufung und Taufe mach Jesu eigenen Worten notwendig ist. Jedoch ist eigentlich nur das Evangelium dieses Sonntages mit der Taufe Jesu „beschäftigt“. Die anderen Texte haben die Botschaft im Mittelpunkt, die durch Jesus die Welt veränderte: Tut Buße, kehrt um, wendet euch Gott zu, der durch Jesus eure Sünden getilgt hat.
Am 1. Sonntag nach Epiphanias denken wir besonders an die Taufe Jesu, bei der die Herrlichkeit Jesu deutlich wurde durch das Wort Gottes. Angesichts der Gestalt Johannes des Täufers sind wir gehalten, uns selbst in den Dienst Jesu zu stellen mit den Gaben, die Gott uns gegeben hat. Im Vertrauen auf den, der durch das Kreuz und die Auferstehung unsere Befreiung erwirkt hat, können wir getrost in dieser Welt für ihn Zeugnis ablegen.
Wochenspruch:
Die der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. (Röm 8, 14)
Neue Sendezeit und Titel: Sonntag um 20:00 Uhr bis 22:00 Uhr
Musik zum Abschluss der Weihnachtszeit
J. S. Bach BWV 7 „Christ, unser Herr, zum Jordan kam“
Am 7. Januar ist dieses Jahr schon wieder alles vorbei: mit dem Fest „Taufe des Herrn“ endet der Weihnachtsfestkreis.
Ein Tag zuvor war zudem das Hochfest „Erscheinung des Herrn“ – besser bekannt als Dreikönigstag oder Dreikönigsfest. In der evangelischen Kirche heißt der Tag Epiphanie. In der Sendung erklingen zwei Kantaten, die beide Anlässe thematisieren. Von J. S. Bach gibt es die großangelegte Kantate „Christ, unser Herr zum Jordan“ BWV 7 und von G. P. Telemann die kleiner dimensionierte Kantate „Am Feste der Heiligen Drei Könige“ für Bass solo und Instrumente.
Weitere Musik u.a. in „Musica“:
Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 4 Satz 1
Wolfgang Amadeus Mozart: Sonate F-Dur KV 533/494
———————————————
ERF – Plus (Evang. – Rundfunksender)
Sendung: Sonntag Bach-Kantate
Die Sonntagskantaten des Thomaskantors gespielt und erklärt.
Rudolf Lutz– Dirigent und musikalischer Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen)
——————————–
J.S. Bach Kantate BWV 155 „Mein Gott, wie lang, ach lange“
———————
Jede Kantatenaufführung der J. S. Bach-Stiftung wird mit einer rund
dreiviertelstündigen Werkeinführung,
dem Einführungsworkshop, eingeleitet. Der musikalische Leiter der J. S. Bach-Stiftung Rudolf Lutz gestaltet die Einführung zusammen mit dem Theologen Karl Graf.
Die Legende um diese Variationen ist so schön. Graf Hermann Karl von Keyserlinck hatte Schlafprobleme und bat Bach um eine angenehme Musik, um sich die Zeit zu vertreiben, gespielt von Keyserlincks Cembalo-Wunderkind Johann Gottlieb Goldberg. Bachs Verbindung zum russischen Botschafter Keyserlinck ist plausibel, weil er Bachs Traum, von Leipzig zu den Berliner und Dresdner Höfen zu gelangen, erfüllt.
Es gibt jedoch viel weniger Gewissheit über die Beteiligung von Goldberg. Wahrscheinlich hat sich Bach statt des dreizehnjährigen Schülers seines Sohnes Wilhelm Friedemann beim Komponieren gedacht, was man wohl als die beste konstruierte, expressivste Variationsserie des Barock bezeichnen kann. Der Name „Goldberg Variations“ stammt also nicht von Bach selbst. Er bezeichnete es praktisch als eine „Arie mit verschiedenen Veränderungen zur Gemüths-Ergetion“, die mit ein wenig poetischer Freiheit als „Variationen für die Seele“ übersetzt werden kann. Das Werk wurde als vierter Teil von Bachs enzyklopädischer Clavier-Übung veröffentlicht.
Struktur:
Bachs Titel ist eher irreführend, da nicht die Arie zum Thema wird – die melancholische Melodie kehrt erst am Ende zurück -, sondern die begleitende Basslinie von zweiunddreißig Noten (das gleiche wie die Gesamtzahl der Abschnitte). Die dreißig Variationen werden zuerst in zwei große Gruppen geteilt, die auf der großen Ouvertüre im französischen Stil der Variation 16 schwenken und dann in zehn Dreiergruppen. Diese Einteilung ist nicht willkürlich, sondern kann als „Gemüt-erregende“ Bezugnahme auf das biblische Gesetz (die Zehn Gebote) und Gottes Natur (die Dreieinigkeit) angesehen werden. Die zehn Cluster folgen alle demselben Muster: Charakterstück, virtuoses Duett und Kanon. Und schließlich haben die Kanonen ihre eigene Struktur. Im ersten geben die zwei folgenden Stimmen die gleiche Note ein (Nr. 3); dann in einem Intervall von einer Sekunde (ein Ton auseinander, Nr. 6); dann auf einem Drittel (zwei Töne, Nr. 9), bis zu einem Neunten in Nr. 27, die acht Töne auseinander ist. Variation 30, die der zehnte Kanon in der Folge hätte sein sollen, erscheint in der überraschenden Form eines Quodlibets, einer Art heiteren Medley, in dem Bachs Zuhörer sicher gleich zwei Volksweisen entdeckt hätten.
Spannungskurve:
Worin liegt also das Genie der Goldberg-Variationen? Was macht eine Aufführung zu einer so emotionalen Erfahrung? Ist die Arbeit trotz oder gerade wegen ihrer faszinierenden Konstruktion, gelehrten Tricks und einer breiten Palette von Stilen so bewegend? Es ist wichtig, dass Bach nicht nur eine zufällige Reihe von Variationstechniken aneinander reiht. Neben einem klaren architektonischen Plan hat der Zyklus eine affektive Kurve, in der die Variationen immer höher und tiefer gehen. Die Spannung steigt bis zur Grenze, weil die Musik allmählich die Extreme auslotet; immer wilder und immer vorsichtiger zugleich. Zum Beispiel, die drei kleinen Variationen, 15, 21 und besonders 25, machen einen erstaunlichen Eindruck zwischen allen temperamentvollen Feuerwerken in Dur. Wenn Sie möchten, können Sie der Basslinie in jeder Variation folgen, obwohl Bach nicht darauf besteht: sein Thema ist buchstäblich ein Unterton, eher als eine überzeugende Melodie. Und während Zeitgenossen es oft nicht erwarten konnten, die Zügel zu lockern, hält Bach sie fast bis zum Schluss fest. Nur die Variationen 28 und 29 sind pure Virtuosität (und praktisch unmöglich zu spielen, sogar auf einem Cembalo mit zwei Handbüchern). Das anschließende Quodlibet scheint eine ironische Pause zu sein, bevor die Arie in ihrer ganzen Einfachheit zurückkehrt. Eine solche Entwicklung stellt hohe Anforderungen an den Darsteller und Hörer. Und in der Performance von Jean Rondeau fühlen sich die „Goldberg-Variationen“ wie eine gefährliche, aber letztlich aufregende Expedition.
Aufnahmeort:
Sie sehen sich die ‚Goldberg Variations‘ im Concertgebouw Brugge an. Die im Jahr 2002 eröffnete Kunstinstitution wurde von der Genter Architekturgesellschaft Robbrecht en Daem entworfen. Neben dem Concertzaal, der 1.289 Sitzplätze bietet, umfasst er den intimeren Kamermuziekzaal, der zum Teil vom London Globe und dem Guggenheim Museum in New York inspiriert ist. Es kann 340 Personen auf der Bühne oder auf einem kleinen Balkon auf der „Spirale“ Platz finden. Die Aufnahme folgte einem Konzert von Jean Rondeau an der jährlichen Bach Academy Brügge.
Titel
Aria mit 30 Änderungen – (Goldberg-Variationen)
Beiname
Goldberg-Variationen
Genre
Tastaturarbeit (Variationen)
Jahr
1741 (Veröffentlichung)
Stadt
Leipzig
Erster Auftritt
1741?
Persönliche Anmerkungen:
Die Arie erscheint bereits im Klavierbüchlein für Anna Magdalena Bach (1725). Die komplette Arie mit Variationen erschien 1741. Bachs eigene Ausgabe enthält viele Korrekturen sowie 14 Kanons mit der Basslinie selbst als Thema. Die Entdeckung dieses „Handexemplars“ sorgte 1974 bei Bachforschern für Aufsehen.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 06.01.2018 begehen wir den Feiertag „Epiphanias“
Das Epiphaniasfest ist das älteste nichtjüdische Herrenfest und das erste Fest der Kirche, das kalendarisch festgelegt war (später kam das Christfest hinzu). Vermutlich entstand es um 300 im Osten und bekam die Inhalte: Geburt Jesu, Taufe Jesu, Weinwunder zu Kana und zuletzt auch die Verklärung Jesu, wobei es regional unterschiedliche Schwerpunkte in der Feier gab. In manchen Gegenden aber wurden drei Inhalte zugleich gefeiert. Im Laufe der Zeit verlagerte sich im Westen der Schwerpunkt auf die Weisen aus dem Morgenland, deren Dreizahl zwar nicht biblisch belegt ist, sich aber schon früh aufgrund der Zahl der Geschenke durchgesetzt hat. Durch diesen Schwerpunkt wurde ein engerer Bezug zum Christfest hergestellt. Im Osten hingegen lag der Schwerpunkt auf der Taufe Jesu, und in der armenischen Kirche ist der 6. Januar bis heute das Geburtsfest Christi.
Das Fest Epiphanias ist natürlich nicht das Fest der „Heiligen Drei Könige“, sondern das Fest des Kindes in der Krippe, das der Heiland der Welt ist. „Epiphanie“ bedeutet „Erscheinung“, und am 6. Januar sowie in der darauffolgenden Zeit wird besonders der Aspekt der Erscheinung Gottes im Fleisch, der Herrlichkeit Gottes, wie sie uns im Leben und Wirken Jesu offenbart wurde, betont.
Die protestantische Kirche konnte mit dem Fest wenig anfangen, nur die Lutheraner übernahmen es aus dem römischen Festkalender, wobei Luther den Schwerpunkt auf die Taufe Jesu legte, aber auch die Bezeichnung „Tag der Heiligen Drei Könige“ oder „Fest der Erscheinung“ verwendete. Im Laufe der Zeit aber wurde das Fest immer bedeutungsloser, und Versuche, es mit anderen Inhalten zu füllen (z.B. als Missionstag), scheiterten. Die früher auf einen Tag gelegten Inhalte (drei Weise, Taufe Jesu, Weinwunder zu Kana und Verklärung) sind nun auf die Epiphaniaszeit verteilt worden.
Am Epiphanias-Fest hören wir das Evangelium von den Weisen aus dem Morgenland. Sie kommen als Heiden, um den neugeborenen König der Juden, den Christus, zu sehen. Darin wird uns zeichenhaft die Bedeutung Jesu für die ganze Welt, für alle Völker, deutlich. In ihm schauen wir die Herrlichkeit Gottes und haben Grund, in dieser Welt, die noch in der Dunkelheit liegt, zu hoffen und uns zu freuen an dem Geheimnis, das uns in Jesus Christus offenbart ist.
Wochenspruch:
Die Finsternis vergeht, und das wahre Licht scheint jetzt. (1. Joh 2, 8)
Im Vordergrund die Michaelis Kirche in Lüneburg! Beginnend mit dem Frühjahr 1700 lebte Johann Sebastian Bach zwei Jahre lang als Schüler der Partikularschule des Michaelisklosters in Lüneburg.
———————————–
„Ich wünsche ein gesundes und glückliches Neues Jahr 2018“
„I wish a healthy and happy new year 2018“
——————————–
Liebe Bach-Freunde/innen !
Eine Übersicht der Bach-Kantaten zum aktuellen Sonntag im Kirchenjahr steht zum Download bereit:
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 01.01.2018 begehen wir das „Neujahrsfest“
Im 6. Jahrhundert erst begann man, den Neujahrstag als Tag der Beschneidung und Namengebung Jesu zu feiern. Auch Martin Luther hat dann auf diesen Sinn des Neujahrstages großen Wert gelegt. Erst im Lauf des 17. Jahrhunderts ging der protestantischen Kirche dieser Sinn verloren, immer mehr wurde der Jahresanfang einziger Inhalt des Tages, wobei man sagen muss, dass es sich bei dem Neujahrstag wohl um den wichtigsten profanen Feiertag, eben den des Neuanfangs, handelt.
Die liturgische Farbe ist weiß, da der Neujahrstag kein eigener Festtag der Kirche ist, sondern ein Tag, der in die Zeit des Christfestes einzuordnen ist. An diesem Tag denken wir besonders an Simeon, der im Tempel auf den Trost Israels wartete in der Gewißheit, dass Gott seine Verheißung erfüllen würde. Als er das Kind Jesus von den Eltern gebracht sieht, preist er es als das Licht der Heiden und die Freude Israels. Wir stimmen froh und dankbar in diesen Lobpreis ein.
Der Neujahrstag sollte richtigerweise mit dem Proprium des Tages der Beschneidung und Namengebung Jesu begangen werden. Wenn er allerdings als Neujahrstag begangen wird, liegt der Schwerpunkt auf der Tatsache, dass wir unsere Zukunft nicht in der Hand haben, sondern allein Gott. Dies wird besonders schön deutlich in der Epistel, der die Worte „so Gott will und wir leben…“ entnommen sind, aber auch in der alttestamentlichen Lesung, in der Gottes Ordnungen der Schlüssel sind dafür, dass Gott bei allem ist, was Josua tun wird. Die anderen Perikopen unterstreichen noch einmal, dass der Mensch sich zwar vieles ausdenken kann, aber Gott wird seinen Schritt lenken. So sind wir zwar nicht Marionetten; es wird uns aber gut tun, der Tatsache bewusst zu werden, dass wir nicht allein sind in unserem Bemühen.
Am Neujahrstag denken wir besonders daran, dass all unser Tun nicht durch unser Wollen bestimmt ist, sondern durch Gottes handeln an und mit uns. Aber er ist es auch, auf den wir uns ganz und gar verlassen können, der uns befähigt, nach seinem Willen zu handeln, und der uns bewahrt, wenn wir seinen Worten Vertrauen schenken.
Wochenspruch:
Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn. (Kol 3, 17)
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 31.12.2017 begehen wir den 1. Sonntag nach Weihnachten
Am 1. Sonntag nach dem Christfest steht Simeon, der auf den „Trost Israels“ wartet, im Vordergrund. Er erkennt in Jesus, dem Baby, das im Zusammenhang mit der Reinigung Marias und seiner Darstellung bzw. Auslösung zum Tempel gebracht wird, den Heiland, und spricht: Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. Diese Worte deuten auf die Weissagung hin, die ihm zuvor vom Heiligen Geist gemacht worden war, dass er nicht sterben würde, bevor den Messias gesehen hätte. Durch seine Person wird deutlich, dass das Warten ein Ende hat; alles ist erfüllt, was die Propheten vom Messias gesagt haben.
An diesem Tag denken wir besonders an Simeon, der im Tempel auf den Trost Israels wartete in der Gewißheit, dass Gott seine Verheißung erfüllen würde. Als er das Kind Jesus von den Eltern gebracht sieht, preist er es als das Licht der Heiden und die Freude Israels. Wir stimmen froh und dankbar in diesen Lobpreis ein.
Wochenspruch:
Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit.(Joh 1, 14a)
Der Leipziger Thomanerchor blickt auf mehr als 800 Jahre Geschichte und Tradition zurück. Der international renommierte Chor besteht zurzeit aus 93 Jungen, die in Deutschlands älteste öffentliche Schule gehen. „360° GEO-Reportage“ begleitet drei Schüler und ihre Lehrer in ihrem Alltag bis hin zum festlichen Höhepunkt des Chorjahres – dem Weihnachtsoratorium in der Thomaskirche.
Der Leipziger Thomanerchor ist ein weltberühmter Knabenchor mit einer mehr als 800-jährigen Chortradition. 1212 wurde der Thomaskirche eine Schule angegliedert, auf der Knaben dafür ausgebildet wurden, den musikalischen Gottesdienst anstelle der Chorherren zu übernehmen. Bekanntester Kantor des Chores war Johann Sebastian Bach.
Der Alltag der 93 Thomaner im Alter von neun bis 19 Jahren ist auch heute von Musik und Disziplin geprägt.“360° GEO-Reportage“ begleitet drei Schüler und ihre Lehrer in ihrem Alltag bis hin zum festlichen Höhepunkt des Chorjahres – dem Weihnachtsoratorium in der Thomaskirche. Was macht diesen Chor über Jahrhunderte hinweg bis heute für junge Menschen so attraktiv, dass sie für ihn ins Internat ziehen? Dass sie sich tagtäglich einer strengen musikalischen Disziplin unterwerfen? Dass sie ihm den größten Teil der kostbaren Freizeit und Freiheit opfern? Ist es die Liebe zur Musik und deren Wirkungsmacht? Ist es auch die religiöse Anbindung, die diese jungen Sänger prägt? Wie erlebt ein Neuling, wie der erst 9-jährige Leif sein erstes Jahr im Chor? Wie lebt ein fortgeschrittener Routinier, wie der 12-jährigen Nathanael, die Einrichtung? Und wie schaut einer wie der 17-jährige Jasper zurück auf seine Zeit im Thomanerchor?
Erfolg und Applaus sind den Thomanern jedenfalls sichere Belohnung, wo immer sie mit ihrer Musik die Herzen des Publikums erreichen. Das Jahr der Thomaner findet seinen musikalische Höhepunkt in der Vorweihnachtszeit, wenn, nur wenige Schritte vom Weihnachtsmarkt entfernt, die Thomaner, die Musiker desLeipziger Gewandhausorchesters und die Besucher zur festlichen Aufführung von Bachs Weihnachtsoratorium in die Thomaskirche strömen.
The Leipzig Thomanerchor looks back on more than 800 years of history and tradition. The internationally renowned choir currently consists of 93 boys who go to Germany’s oldest public school. „360 ° GEO Reportage“ accompanies three pupils and their teachers in their everyday life up to the festive highlight of the choir year – the Christmas Oratorio in the Thomaskirche.
The Leipzig Thomaner Choir is a world-famous boys‘ choir with more than 800 years of choral tradition. In 1212, the St. Thomas Church was affiliated with a school where boys were trained to perform the musical service instead of the canons. The best-known cantor of the choir was Johann Sebastian Bach.
The everyday life of the 93 students from the age of nine to 19 years is still marked by music and discipline. „360 ° GEO Reportage“ accompanies three pupils and their teachers in their everyday life up to the festive highlight of the choir year – the Christmas Oratorio in the Thomaskirche , What makes this choir over the centuries so attractive to young people that they go to boarding school for him? That they submit themselves daily to a strict musical discipline? That they sacrifice most of their precious free time and freedom? Is it the love of music and its impact? Is it also the religious connection that shapes these young singers? How does a newcomer, like the only 9-year-old Leif, experience his first year in chorus? How does an advanced veteran like 12-year-old Nathanael live the establishment? And how does one look like the 17-year-old Jasper back to his time in the St. Thomas Choir?
In any case, success and applause are a sure reward for the Thomans wherever they reach the hearts of the audience with their music. The year of the Thomaner finds its musical climax in the pre-Christmas period, when, just a few steps from the Christmas market, the Thomaner, the musicians of the Leipzig Gewandhaus Orchestra and the visitors pour into the Thomaskirche for the festive performance of Bach’s Christmas Oratorio.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 25.12.2017 und 26.12.2017 begehen wir das Weihnachtsfest
1. Weihnachtstag:
Das Christfest I ist der eigentliche Geburtstag Jesu, ist jedoch völlig hinter dem Heiligen Abend zurückgetreten. Der Gottesdienst ist in der Regel nur schwach besucht. Er greift aber mit seinen Perikopen den Gedanken der liebenden Zuwendung Gottes, die in der Geburt von Jesus Christus handgreiflich geworden ist, am stärksten auf.
Der erste Christtag ist der Festtag der Geburt des Herrn, an dem die Christenheit Gott dafür dankt, dass er durch das Opfer seines geliebten Sohnes, der ganz Mensch wurde, uns als seine Kinder angenommen hat, damit wir durch ihn frei werden und nicht mehr Knechte der Sünde sind. oder Gott kam aus seinem Licht in unser Zwielicht, aus seinem Reichtum kam er in unsere Armut, aus seiner Herrlichkeit in unsere Schwachheit, aus seinem Frieden in unsere von Streit und Gier geschundene Welt. Diese Botschaft, die wir so gerne zum Anlass besinnlicher Feiern nehmen, ist alles andere als besinnlich: sie stellt eigentlich eine Herausforderung dar, die unser ganzes Leben umkrempeln soll. Wo ist das gelungen?
2. Weihnachtstag:
Das Christfest II ist zugleich der Tag des Erzmärtyrers Stephanus. Inhaltlich ist dieser Tag, wenn er als „Tag nach der Geburt des Herrn“ gefeiert wird, nur noch ein Abglanz. Seine Existenz geht auf das Verlangen zurück, die Weihnachtsbotschaft immer und immer wieder zu hören, gewissermaßen das Geschehen der Christnacht zu einem andauernden Erlebnis werden zu lassen. Eine besondere Stellung erhält dieser Tag jedoch durch das Evangelium, das den Prolog des Johannes-Evangeliums enthält und so die Geburt Jesu in den Kontext der Schöpfung stellt. Von daher ist dieser Tag vielleicht gerade heute von besonderer Bedeutung.
Am 2. Christtag denken wir besonders darüber nach, was die Fleischwerdung Gottes bedeutet. Wir spüren, dass das große Geschenk der unmittelbaren Nähe Gottes uns unermesslich reich macht dadurch, dass er selbst arm wurde.
Wochenspruch:
Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit.(Joh 1, 14a)
J.S. Bach Kantate BWV 63 „Christen ätzet diesen Tag“
Die Kantate ist für den 1. Weihnachtsfeiertag gedacht und bezieht sich auf die Weihnachtsgeschichte nach Lukas 2,1–14 Lut, in dem Christi Geburt, die Verkündigung durch die Hirten sowie der Lobgesang der Engel geschildert werden.
Aufführung: 19.12.2008 Ev. Kirche Trogen, Schweiz
J.S. Bach-Stiftung St. Gallen, Trogen (Schweiz)
Solists: Eva Oltiványi, Sopran; Jan Börner, Altus; Julius Pfeifer, Tenor; Markus Volpert, Bass Leitung: Rudolf Lutz
———————————
Ich wünsche allen Besuchern ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Die Adventszeit als Vorbereitungszeit auf das Christfest ist erst im 4. Jahrhundert entstanden, wobei es zunächst erhebliche Unterschiede in der Dauer (von einer Woche bis zu 40 Tagen) gab. Vier Sonntage im Advent gibt es für die römische Kirche, deren Praxis die Reformation übernommen hat, seit etwa 600, der 1. Sonntag im Advent wird aber erst seit Mitte des 8. Jahrhunderts als Beginn des Kirchenjahres besonders gefeiert. Von Anfang an hatte die Adventszeit den Charakter der Bußzeit als Vorbereitung auf das Christfest, den „Geburtstag“ Jesu Christi.
In den Evangelienlesungen nach Lukas, die am 4. Sonntag im Advent vorgesehen sind, steht Maria im Vordergrund. Das Magnifikat sowie der Besuch des Engels, dessen Verkündigung sie sich unterwirft, werden allerdings von einer weiteren Erzählung über Johannes, den Täufer, aus dem Johannes-Evangelium ergänzt. Alttestamentliche und Epistellesung verkünden von der Freude, die wir schon haben, weil uns das Kommen des Herrn verkündet ist, der Frieden in diese Welt bringt.
Am 4. Advent erfüllt sich unser Herz mit Freude, denn das Fest der Geburt des Herrn ist nahe. Wir hören den Lobgesang Marias, der Mutter Jesu, und preisen mit ihr die Größe des Herrn, denn mit Jesus Christus sind alle Verheißungen, die seinem Volk Israel und uns zugesprochen sind, bestätigt. Durch ihn wissen wir, dass auch die Verheißungen, die noch nicht erfüllt sind, zur Vollendung kommen werden.
Wochenspruch:
Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe! (Phil 4, 4-5)
♪ Christmas Cantata BWV 110„Unser Mund sei voll Lachens“
(Leipzig, 1725)
i. Chorus: Unser Mund sei voll Lachens
ii. Aria (tenor): Ihr Gedanken und ihr Sinnen
iii. Recitative (bass): Dir, Herr, ist niemand gleich
iv. Aria (alto): Ach Herr! was ist ein Menschenkind
v. Duet (soprano, alto): Ehre sei Gott in der Höhe
vi. Aria (bass): Wacht auf, ihr Adern und ihr Glieder
vii. Chorale: Alleluja! Gelobt sei Gott
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 17.12.2017 begehen wir den 3. Advent
Am 3. Adventssonntag denken wir besonders an Johannes den Täufer, dessen Aufruf zur Buße uns auch heute erklingt. Aber er ist es auch, der hingewiesen hat auf das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt trägt. So bekennen wir unsere Schuld in dem Vertrauen, dass wir in Christus die Erlösung haben. oder (nach Verlesung des Wochenspruchs):
Mit diesem Wochenspruch aus dem 40. Kapitel des Buches des Propheten Jesaja werden wir heute am 3. Adventssonntag aufgefordert, Gott den Weg zu bereiten. Das bezieht sich nicht auf das Kommen zum Christfest, und es hat nichts mit dem schmücken der Weihnachtsstube zu tun. Wir sollen vielmehr den Weg bereiten für den Messias, den Erlöser der Welt, der alles neu macht. Er kommt, und zwar gewaltig.
Wochenspruch:
„Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig!“ (Jes 40, 3.10)
Zwei kurze Kantaten bilden den Schwerpunkt dieser Sendung. Eine stammt von Georg Philipp Telemann und trägt den Titel „Komm, du schöne Freudenkrone“. Hier wird das sehnende Warten auf den Erlöser in der Musik spürbar. Eine Kantate des Bach-Sohns, Johann Christoph Friedrich Bach, die dem bekannten Choral „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ gewidmet ist, bildet eine musikalische Brücke zu seinem Vater. Johann Sebastian Bachs Schlusschoral aus dessen gleichnamigen Kantate wird hier musikalisch weiter geführt…..
In Leipzig entfällt das „Gloria in excelsis“ für den 2. bis 4. Advent!
J.S. Bach komponierte die Kantate, BWV 186a, „Ärgre dich, o Seele, nicht“1716 in Weimar, wo es am 13. Dezember 1716 aufgeführt wurde.
Die Kantate BWV 186a „Ärgre dich, o Seele, nicht“ basiert auf einem Kantatentext von Salomon Franck für den dritten Adventssonntag, 1717 veröffentlicht in Evangelische Sonn- und Fest-Tages-Andachten.
J.S. Bach komponierte die Musik, BWV 186a, 1716 in Weimar, wo sie zum ersten Mal am 13. Dezember 1716 aufgeführt wurde.
Die Musik zum Schlusschoral vom BWV 186 a ist verschollen.
Die übrigen Sätze in der Kantate 186 a / Sätze 1 bis 5) entspricht den Sätzen in der Kantate BWV 186 / Satz: 1, 3, 5, 8 und 10.
Rudolf Lutz– Dirigent und musikalischer Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen)
——————————
J.S. Bach Cantata BWV 191„Gloria in excelsis Deo“
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
Die DVD mit der gesamten Kantate ist erhältlich im Shop der Bachstiftung!
ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 807 – „Englisch Suite Nr. 2 in a-Moll“
Eine Hommage an A-Moll
„Bach kann niemals einfach weggeworfen werden.“
Cembalist Bertrand Cuiller
Der französische Cembalist Bertrand Cuiller hat gelernt, diese „englische Suite“ speziell für „All of Bach“ zu spielen. Obwohl er einige Teile davon zu Hause gelesen hatte, hatte er nie zuvor die ganze Arbeit gespielt, geschweige denn im Konzert.
Wie die anderen ‚englischen‘ Suiten beginnt auch diese mit einem umfangreichen Präludium. Cuiller nennt es einen echten Hit, geschrieben in dem leichten und zugänglichen Stil eines italienischen Konzerts. Orchesterpassagen wechseln sich mit Solointerventionen ab, obwohl sie alle auf dem Cembalo gespielt werden. Einige Cembalisten entscheiden sich dafür, das Timbre dieser Passagen zu differenzieren, indem sie sie auf verschiedenen Keyboards spielen, aber Bertrand Cuiller hält das für zu einfach. Er hält sich auf der unteren Tastatur und bevorzugt den Kontrast durch sein Spiel.
Der Charakter des Präludiums ist einfach, und in diesem Stück zeigt Bach uns die fröhlichste und gelassenste Seite des Schlüssels von a-Moll. Laut Cuiller kann die ganze Suite als eine Hommage an a-Moll angesehen werden.
Die Sarabande ist eine der ausdrucksvollsten von Bach geschrieben. Er fügte eine Version mit umfangreichen Verzierungen hinzu. Wie die meisten seiner Kollegen ist Cuiller froh, die ornamentierte Version für die Wiederholungen zu verwenden, da er es nicht wagt, Bach sein eigenes Ornament hinzuzufügen.
Die zweiteilige Gigue am Ende ist ebenfalls sehr italienisch. Es ist extrem taktvoll und relativ einfach, da es sich um die einzige Gigue in den „englischen“ Suiten handelt, die keine Fuge ist. Es öffnet sich eher wie ein Tanz auf einem Dorfplatz, sagt Cuiller. Seine harmonische Einfachheit bedeutet jedoch nicht, dass es einfach weggeschleudert werden kann. Bei Bach ist das selten der Fall.
Wir haben diese Aufnahme im Bartolotti-Haus, in der Herengracht 170 und 172 gemacht. Das Haus auf der Rückseite von Nr. 170 wurde von Cembalist, Organist und Dirigent Gustav Leonhardt von 1974 bis zu seinem Tod im Jahr 2012 besetzt.
Leonhardt war einer der Pioniere der Alten Musik in den Niederlanden. Als Lehrer und Interpret war er eine Quelle der Inspiration für viele Cembalisten auf der ganzen Welt.
Es ist eines der beeindruckendsten Gebäude in der Altstadt von Amsterdam. Es wurde um 1620 als Residenz im Auftrag des wohlhabenden Geschäftsmannes Willem van den Heuvel erbaut, der von einem kinderlosen Onkel, Giovanni Battista Bartolotti, der aus Bologna stammte, viel Geld geerbt hatte. Das Design im holländischen Renaissancestil stammt wahrscheinlich von dem Amsterdamer Stadtarchitekten Hendrick de Keyser. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Haus aufgeteilt und mehrmals modernisiert. Von den verschiedenen Renovierungen können Sie noch viele schöne historische dekorative Merkmale sehen. Die beiden Teile des Bartolotti-Hauses kamen in den Besitz von Vereniging Hendrick de Keyser, die dort ihren Sitz hat.
Die sechs „englischen“ Suiten wurden wahrscheinlich zwischen 1710 und 1720 komponiert, jedenfalls vor den „französischen“ Suiten und den Partiten. Es bleibt unklar, warum sie „Englisch“ genannt werden. Laut dem ersten Bach-Biographen Forkel waren sie einem englischen Aristokraten gewidmet, dessen Name nicht genannt wird. Sie sind auch stilistisch mit den sechs Cembalosuiten des in London lebenden französischen Komponisten Charles Dieupart verbunden. Und auf der Titelseite der Kopie von Bachs jüngstem Sohn Johann Christian Bach, der ebenfalls in London lebte, heißt es „fait pour les anglois“.
Aber genau wie Bachs andere überlieferte Suiten für Keyboards sind die englischen Suiten überwiegend eine Synthese aus deutschen, italienischen und französischen Stilelementen. Bis zu einem gewissen Grad sind sie französischer als die sogenannten französischen Suiten. Alle sechs beginnen mit einem ausführlichen Präludium nach dem Vorbild französischer Lautensuiten. Dem Auftakt folgt die klassische Reihe der stilisierten Tänze: Allemande, Courante, Sarabande und Gigue, mit einer freien Auswahl von Gavotte, Bourrée, Passepied oder Menuett zwischen den beiden letztgenannten Tänzen.
Johann Ludwig Bach (1677-1731)Kantate „Mache dich auf, werde Licht“
Für das Fest Mariä Reinigung!
Johann Ludwig Bach (* 4. Februar jul./ 14. Februar 1677 greg. in Thal bei Eisenach; beerdigt 1. Mai 1731 in Meiningen)genannt der „Meininger Bach“, war ein deutscher Komponist aus der Familie Bach.
Fehler
Dieses Video existiert nicht
Die Kantate: „Mache dich auf, werde licht, denn dein Licht kömmt“ . Sie stammt nicht von Johann Sebastian Bach, sondern von seinem entfernten Vetter Johann Ludwig Bach (1677-1731),der von 1711 an Hofkompositeur in Meiningen war.
Die Kantate „Mache dich auf, werde Licht“ von Johann Ludwig Bach wurde ursprünglich für das nachweihnachtliche Fest Mariä Reinigung am 2. Februar geschrieben. Sie passt aber auch hervorragend in die Adventszeit.
Zur besseren Unterscheidung von seinem berühmten Vetter Johann Sebastian Bach (1685-1750) wird Johann Ludwig Bach häufig auch der „Meininger Bach“ genannt wird, weil er den größten Teil seines Lebens am Meininger Hof verbracht hat. Im Alter von 22 Jahren kam er zunächst als Chorsänger dorthin. Vier Jahre später, 1703 wurde er, der für die Kirchenmusik zuständige, Hofkantor. 1711 erfolgte schließlich die Ernennung zum Hofkapellmeister, der er bis zu seinem Tod zwanzig Jahre später auch blieb.
Von Johann Ludwig Bachs Vokalwerken haben sich nur wenige erhalten, eine Messe und eine Trauermusik, elf Motetten und 22 Kantaten. Die meisten übrigens nur dank Abschriften von Johann Sebastian, der sie gerne in Leipzig aufführte. Dazu zählt auch die Kantate „Mache dich auf, werde Licht“, die eigentlich für das Fest Mariä Reinigung am 2. Februar geschrieben wurde, das heute Darstellung des Herrn heißt.
Sie passt aber auch hervorragend in die Adventszeit. Schon im ersten Satz zitiert Bach den Propheten Jesaja. Der wiederum weist mit seinen Worten nach christlicher Überzeugung auf Jesus als den Messias hin. Die Arie zitiert die ersten beiden Verse des 60. Kapitels aus Jesaja. In der Einheitsübersetzung heißt es: „Auf, werde licht, denn es kommt dein Licht und die Herrlichkeit des Herrn geht leuchtend auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker, doch über dir geht leuchtend der Herr auf, seine Herrlichkeit erscheint über dir.“
Damit ist das Thema der Kantate klar, die Verheißung des kommenden Messias. Spannend ist diese Eröffnungsarie aber auch durch eng am Text sich orientierende musikalische Gestaltung. Ganz dem Text entsprechend ist sie dreiteilig angelegt. Zu Beginn und am Ende eher festlich steht in der Mitte ein eher dunkler etwas langsamerer Teil, der die das Erdreich bedeckende Finsternis ausmalt. Nach einem Duett wird der Text und das Thema Licht und Finsternis weiter meditiert und ein Bezug zum individuellen Menschen hergestellt. Zunächst geschieht das in einem Alt-Rezitativ und dann schließlich in einer Sopran-Arie. Beinahe fröhlich auffordernd singt der Sopran: „Weicht, ihr Schatten, weil der Herr mein Licht will sein.“
In einem zweiten Teil steht nun ein neutestamentliches Zitat im Mittelpunkt. Der Lobgesang des Simeon aus dem zweiten Kapitel des Lukas-Evangeliums. Den Text, der auch zum Fest Darstellung des Herrn gehört. „Nun lässt Du Herr deinen Knecht in Frieden scheiden, denn meine Augen haben das Heil gesehen.“ Die Kantate nimmt also die Hoffnung auf die Erlösung vorweg. Sie bringt dem Hörer schon nahe, was geschieht, wenn der Messias geboren ist. Und so gipfelt die Kantate „Mache dich auf, werde Licht“ von Johann Ludwig Bach schließlich auch in einem vom ganzen Orchester begleiteten Schlusschoral. Dort bittet der Chor darum einst zur Himmelstür geführt zu werden. Und zwar durch Christus, der wie es wörtlich heißt „Weg, Licht, Pfort, Wahrheit und Leben“ ist.
Johann Ludwig Bach (1677-1731) Cantata „Mache dich auf, werde Licht“ („Get up, become light“) – For the Feast of the Purification of the Virgin Mary
The cantata: „Mache dich auf, werde Licht“ („Open yourself, become light,) for your light is coming“. It does not come from Johann Sebastian Bach, but from his distant cousin Johann Ludwig Bach (1677-1731), who was from 1711 court composer in Meiningen.
The cantata „Get Up, Become Light“ by Johann Ludwig Bach was originally written for the post-Christmas feast of the Purification of the Virgin Mary on 2 February. But it also fits perfectly into the Advent season.
To better distinguish him from his famous cousin Johann Sebastian Johann Ludwig Bach is often called the „Meininger Bach“, because he spent most of his life at Meininger farm. At the age of 22, he first came there as a chorister. Four years later, in 1703, he became court cantor in charge of church music. Finally, in 1711, he was appointed Court Kapellmeister, to whom he remained until his death twenty years later.
Only a few have survived Johann Ludwig Bach’s vocal works, a mass and funeral music, eleven motets and twenty-two cantatas. Most of them only thanks to copies of Johann Sebastian, who performed them in Leipzig. This also includes the cantata „Get up, become light“, which was actually written for the Feast of the Purification of the Virgin Mary on 2 February, which today is called Representation of the Lord.
But it also fits perfectly into the Advent season. Already in the first sentence Bach cites the prophet Isaiah. In his turn, according to Christian conviction, he points to Jesus as the Messiah. The aria cites the first two verses of the 60th chapter of Isaiah. The unitary translation states, „Open up, become light, for your light is coming, and the glory of the Lord is shining bright upon you, for behold, the earth and darkness cover the nations, but the Lord above you shines bright, his Glory appears above you. “
Thus, the theme of the cantata is clear, the promise of the coming Messiah. But this opening aria is also exciting because of the musical design, which closely follows the text. In keeping with the text, it is in three parts. At the beginning and at the end rather festive stands in the middle of a rather darker, somewhat slower part, which paints the darkness covering the ground. After a duet, the text and the subject of light and darkness are meditated further and a relationship to the individual man is established. At first this happens in an alto recitative and then finally in a soprano aria. Almost cheerfully, the soprano sings: „Forsake, you shadows, because the Lord wants my light.“
In a second part is now a New Testament quote in the center. The praise of Simeon from the second chapter of the Gospel of Luke. The text that also belongs to the Feast of the Lord. „Now Lord lets you divorce your servant in peace, for my eyes have seen salvation.“ The cantata thus anticipates the hope of salvation. It already teaches the listener what happens when the Messiah is born. And so the cantata „Get Up, Become Light“ by Johann Ludwig Bach culminates in a final chorale accompanied by the whole orchestra. There, the choir asks to be led once to heaven’s door. And through Christ, who literally means „way, light, comfort, truth, and life.“
Performed by:
Jugenkantorei Dormagen / The Little Concert
Barbara Schlick (soprano), Mary Nichols (alto), Wilfried Jochens (tenor), Stephen Varcoe (bass)
Head: Hermann Max
Recording of the WDR from 1991
———————————————————
Von vielen seit langem erwartet, wurde am 1. Advent mit einem festlichen Gottesdienst die Universitätskirche St. Pauli ihrer Bestimmung übergeben.
1968 verlor die Universitätsmusik in Leipzig ihr Zuhause. Für ihren Protest gegen die Sprengung der Universitätskirche gingen manche Chormitglieder sogar ins Gefängnis. Martin Luther persönlich hatte einst die Universitätskirche geweiht, große Namen wirkten in dem Gebäude wie u.a. Johann Sebastian Bach.
Am Sonntag, der in diesem Jahr zugleich der 1. Advent ist, wurde die Leipziger Universitätskirche St. Pauli durch Landesbischof Carsten Rentzing geweiht. Dabei wurden auch die Orgeln und Prinzipalien, also Altartische, der Taufstein und das Pult – der sogenannte Ambo – sowie das gesamte Altargerät wie Kelche, Kannen, Patenen und Kerzenleuchter ihrer Bestimmung übergeben. Das Altargerät entstammt der alten Paulinerkirche und konnte 1968 aus der Kirche gerettet werden, während die beiden Altartische, Ambo und Taufstein Neuanfertigungen sind.
Mit der Fertigstellung des neuen Paulinums bekommt nun der Chor der Alma Mater endlich ein neues Zuhause. Darüber freut sich vor allem David Timm, Musikdirektor der Leipziger Universität.
——————————-
In dem Festgottesdienst erklang von J.S. Bach das BWV 61 „Nun komm, der Heiden Heiland“ die Sätze: 2 bis 6
„Nun komm, der Heiden Heiland“ (BWV 61) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie 1714 in Weimar für den 1. Advent, den 2. Dezember 1714.
Bach schrieb die Kantate im Jahr seiner Ernennung zum Konzertmeister am Hof von Johann Ernst von Sachsen-Weimar für den 1. Advent und führte sie am 2. Dezember 1714 in der Schlosskirche erstmals auf. Bach führte die Kantate in seinem ersten Jahr in Leipzig am 28. November 1723 erneut auf.
Die Kantate ist wie andere Kantaten aus Weimar klein besetzt mit drei Solisten, Sopran, Tenor und Bass, vierstimmigem Chor, zwei Violinen, zwei Violen und Basso continuo.
Coro: Nun komm, der Heiden Heiland
Recitativo (Tenor): Der Heiland ist gekommen
Aria (Tenor): Komm, Jesu, komm zu deiner Kirche
Recitativo (Bass): Siehe, ich stehe vor der Tür
Aria (Sopran): Öffne dich, mein ganzes Herze
Choral: Amen, Amen, komm du schöne Freudenkrone
Mit dem 1. Advent beginnt das Kirchenjahr. J.S. Bach schrieb den Eingangschor aus diesem Anlass als Choralphantasie in Form einer Französischen Ouverture, die dem Ablauf langsam – schnell (Fugato) – langsam folgt.
Zwei Zeilen der Choralmelodie sind im ersten langsamen Abschnitt verarbeitet, die dritte Zeile ist als bewegtes Fugato gestaltet, die letzte Zeile wieder langsam. Die Melodie von Zeile 1 erscheint zuerst im Continuo und wird dann von allen Stimmen nacheinander vorgetragen zum feierlich punktierten Rhythmus im Orchester. Zeile 2 ist vierstimmig in den Orchestersatz eingebettet, während die Instrumente im schnellen Abschnitt colla parte spielen, Zeile 4 ähnelt Zeile 2.
Das Rezitativ beginnt secco, wird jedoch als Arioso weitergeführt, mit Imitation von Tenor und Continuo. Die Tenor-Arie wird von allen Violinen und Violen unisono begleitet. Satz 4, das Bibelzitat, ist dem Bass anvertraut als der Vox Christi, das Anklopfen ist durch pizzicato der Streicher ausgedrückt. Die Antwort ist ein persönliches Gebet des Soprans, das nur vom Continuo begleitet wird, mit einem adagio bezeichneten Mittelteil. Im Schlusschoral spielen die Violinen eine jubelnde fünfte Stimme zum vierstimmigen Chorsatz.
Die Neumeister-Sammlung ist eine Zusammenstellung von 82 Choralvorspielen, die in einer von Johann Gottfried Neumeister (1757-1840) entstandenen Handschrift gefunden wurden. Als das Manuskript in den 1980er Jahren an der Yale University wiederentdeckt wurde, enthielt es 31 bisher unbekannte frühe Choralvertonungen von Johann Sebastian Bach , die als Nr. 1090-1120 in den BWV – Katalog aufgenommen und 1985 veröffentlicht wurden.
Einige Zeit nach 1807 ging das Manuskript an Christian Heinrich Rinck (1770-1846), dessen Bibliothek von Lowell Mason im Jahr 1852 gekauft wurde. Nach Masons Tod im Jahr 1873 wurde seine Sammlung von der Yale University in New Haven, Connecticut (USA) erworben. Dort lag der Neumeister-Band als Handschrift LM 4708, bis er Anfang 1984 von den Musikwissenschaftlern Christoph Wolff ( Harvard-Universität ) und Hans-Joachim Schulze ( Bach-Archiv Leipzig ) und Bibliothekar Harold E. Samuel (Yale) entdeckt wurden. Nachdem sie sich davon überzeugt hatten, dass das Manuskript echt sei, gaben sie die Entdeckung im Dezember 1984 bekannt.
‚Lass fahren, war auf Erde, wird lieber selig Werden‘ Mit einem langen, absteigenden Kranz von Noten am Ende des Choral, Illustriert Bach den Refrain des Textes: das Motto ‚wenn das Leben hart war, Heil erwartet im Himmel‘ (in Dur!). Der Priester Simeon, der hier spricht, steht für alle treuen Christen, wenn er erkennt, dass das Kommen Jesu einen entscheidenden Kurswechsel bedeutet. Doch bevor er diesen Punkt erreicht, kombiniert Bach alle möglichen Motive, die er als junger Organist von ihm aufgenommen hat – mit faszinierenden Ergebnissen. Es gibt statische Akkorde, die durch Pausen unterbrochen werden, eine einfache Harmonisierung der ersten Choralphrase und dann eine Wiederholung dieser Phrase, die jetzt von gebrochenen Akkorden begleitet wird. Die Läufe wie Intermezzi erzeugen ein verwirrendes Hörerlebnis. Wenn Bach im Orgelbüchlein, BWV 617, Jahre später wieder dieselbe Melodie verwendet, ist der Effekt viel zusammenhängender – aber vielleicht auch weniger abenteuerlich?
Neumeister kopierte den größeren Teil seiner Sammlung 1790 aus einem viel älteren, verlorenen Manuskript. Ich habe eine Vielzahl von populären Orgelchorälen ausgewählt, die er für gewöhnliche Gottesdienste selbst spielen könnte. Die Mehrzahl sind Werke von zwei von Bachs CousinsJohann Michael Bach (1648-1694) und Johann Christoph Bach (1642-1703) sowie von J.S. Bach selbst.
Unter anderem gibt es Arrangements von Friedrich Wilhelm Zachow(1663-1712) und Johann Pachelbell (1653-1706). So gibt Neumeister in seiner Sammlung eine Vorstellung von dem Repertoire, das J.S. Bach in jungen Jahren kannte. Bachs eigene Kompositionen in der Neumeister-Sammlung sind sehr alt und stammen meist aus der Zeit vor 1708 und wahrscheinlich sogar aus der Zeit um 1700, als Bach etwa fünfzehn Jahre alt war. Später fügte Neumeister weitere fünf Choräle hinzu, die viel jünger waren, geschrieben von seinem eigenen Lehrer Georg Andreas Sorge.
J.S. Bach – Partita in B-dur, BMW.825 – I. Praeludium
Bach – Partita in B-Dur, BMW.825 – II. Allemande
Bach – Partita in B-Dur, BMW.825 – III. Corrente
Bach – Partita in B-Dur, BMW.825 – IV. Sarabande
Bach – Partita in B-Dur, BMW 825 – V. Menuet I & Menuet II
Bach – Partita in B-Dur, BMW.825 – VI. Gigue
Ludwig van Beethoven– Klaviersonate Nr. 7 in D-Dur, Op.10 Nr. 3 – I. Presto
Beethoven – Klaviersonate Nr. 7 in D-Dur, Op.10 Nr. 3 – II. Largo und Mesto
Beethoven – Klaviersonate Nr. 7 in D-Dur, Op.10 Nr. 3 – III. Menuetto. Allegro – Trios
Beethoven – Klaviersonate Nr. 7 in D-Dur, Op.10 Nr. 3 – IV. Rondo. Allegro
Franz Schubert– Klaviersonate a-Moll, Op.143 / D.784 – I. Allegro giusto
Schubert – Klaviersonate a-Moll, Op.143 / D.784 – II. Andante
Schubert – Klaviersonate in a-Moll, Op.143 / D.784 – III. Allegro vivace
Schubert – 6 Augenblicke musicaux, Op.94 / D.780 – I. Moderato, C-Dur
Schubert – 6 Momente musicaux, Op.94 / D.780 – II. Andantino in As-Dur
Schubert – 6 Momente musicaux, Op.94 / D.780 – III. Allegro moderato in f-Moll
Grigori Sokolov
Grigori Lipmanowitsch Sokolow; Transliteration Grigorij Lipmanovič Sokolov; * 18. April 1950 in Leningrad) ist ein russischer Pianist. Er gilt als einer der bedeutendsten Pianisten der Gegenwart.
Obwohl Sokolow in den 1970er und 1980er Jahren in der damaligen Sowjetunion eine beeindruckende Karriere machte, durfte er nur selten zu Konzertauftritten ins Ausland reisen, was ihn im Westen nur langsam bekannt werden ließ. Er gibt zudem ungern Interviews, spielt keine Aufnahmen in Studios ein und tritt nicht mit Orchester auf, da ihm die Probenzeiten für Orchesterkonzerte zu kurz sind. Gefürchtet ist seine penible Art, die Stimmung des Instruments auch kurz vor Konzertbeginn noch korrigieren zu lassen.
Inzwischen hat Sokolow über 1000 Konzerte gegeben, die oftmals begeisterte Kritiken erhielten, darunter in der Carnegie Hall in New York und im Wiener Musikvereinssaal. Der zurückhaltend auftretende Künstler veröffentlichte Platteneinspielungen bei dem kleinen französischen Label Opus 111, das zu dem Independent-Label Naïve Records gehört. Darunter sind Werke von J.S. Bach, Beethoven, Brahms und Chopin.
Die Deutsche Grammophon veröffentlichte im Januar 2015 einen Mitschnitt von Sokolows Salzburger Festspielkonzert im Sommer 2008 unter dem Namen The Salzburg Recital. Die Veröffentlichung wurde in der Presse überaus positiv besprochen und im Oktober 2015 mit dem ECHO Klassik in der Kategorie Solistische Einspielung des Jahres ausgezeichnet. Im September 2015 sorgte Sokolow für Aufsehen, als er den italienischen Musikpreis Cremona Music Award vor dessen Verleihung zurückwies, was er in Form einer handschriftlichen Notiz auf seiner Webseite begründete.
Sokolow ist für seine „makellose, brillant virtuose Technik“ bekannt, die „den Klang voll und satt […], aber nie massiv“ wirken lässt und dadurch eine „Freilegung höchster Musikalität“ ermöglicht.
Grigori Lipmanovich Sokolov; Transliteration Grigory Lipmanovic Sokolov; Born April 18, 1950 in Leningrad) is a Russian pianist. He is considered one of the most important contemporary pianists.
Although Sokolov made an impressive career in the 1970s and 1980s in the then Soviet Union, he was rarely allowed to travel abroad for concert appearances, which made him slowly known in the West. He also reluctantly gives interviews, does not record in studios, and does not perform with orchestra because he finds rehearsals for orchestral concerts too short. Dreaded is his meticulous way to have the mood of the instrument corrected just before the concert begins.
Meanwhile, Sokolov has given over 1000 concerts, which often received rave reviews, including at Carnegie Hall in New York and in the Vienna Musikvereinssaal. The restrained artist released recordings on the small French label Opus 111, which belongs to the independent label Naïve Records. Among them are works by J.S. Bach, Beethoven, Brahms and Chopin.
In January 2015 Deutsche Grammophon released a recording of Sokolov’s Salzburg Festival Concert in summer 2008 under the name The Salzburg Recital. The publication was very well received by the press and was awarded the ECHO Klassik in the Soloist Recording of the Year category in October 2015. In September 2015, Sokolov caused a stir when he rejected the Italian music award Cremona Music Award before its award, which he founded in the form of a handwritten note on his website.
Sokolov is known for his „flawless, brilliantly virtuoso technique“, which makes „the sound full and full, but never massive,“ thereby enabling „the release of the highest musicality“.
Barocke Pracht und festliche Musik in einer der schönsten Kirchen Deutschlands: Damit stimmt das Adventskonzert aus der Dresdner Frauenkirche auch dieses Jahr 2017 auf die Vorweihnachtszeit ein.
Bei dem glanzvollen Konzert sind die Weltklasse-Sopranistin Diana Damrau und der junge, international Karriere machende Bariton Benjamin Appl dabei. Weitere Solisten sind die finnische Sopranistin Tuuli Takala von der Semperoper und der Trompeter Helmut Fuchs von der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Die musikalische Leitung des Konzerts hat Christian Thielemann.
Diana Damrau ist zum ersten Mal beim Adventskonzert aus Dresden zu Gast. Die aus Günzburg stammende Sopranistin ist seit vielen Jahren auf den großen internationalen Opernbühnen zu Hause. Mit ihrem reichhaltigen Repertoire, das neben Opernrollen auch Lieder, geistliche Musik, Operette und Musical umfasst, zählt sie zu den vielseitigsten Sängerinnen unserer Zeit.
Ebenfalls Premiere beim Adventskonzert feiert der junge Bariton Benjamin Appl, der seine erste musikalische Ausbildung bei den Regensburger Domspatzen erhielt. Zusätzlich zu seinen musikalischen Studien in München und London bekam er wesentliche Impulse von dem großen Liedsänger Dietrich Fischer-Dieskau, dessen letzter Schüler er war.
Tuuli Takala ist seit dieser Saison Ensemblemitglied an der Semperoper. Zuvor sang sie dort zwei Jahre im Jungen Ensemble. Sie hat mehrere Gesangswettbewerbe gewonnen und ist nicht nur als Opern-, sondern auch als Lied- und Konzertsängerin international gefragt.
Der österreichische Trompeter Helmut Fuchs studierte in Salzburg und Wien. Er hat bereits bei den Wiener und den Berliner Philharmonikern gespielt. Seit letztem Jahr ist er Solotrompeter bei der Sächsischen Staatskapelle Dresden.
Die Staatskapelle und der Sächsische Staatsopernchor, der 2017 sein 200-jähriges Bestehen feiert, werden von Chefdirigent Christian Thielemann dirigiert.
Das Programm:
Johann Sebastian Bach
Orchestersuite Nr. 3 in D-Dur:
Ouvertüre
Staatskapelle Dresden
Johann Sebastian Bach:
Kantate „Jauchzet Gott in allen Landen“:
Jauchzet Gott in allen Landen
Felix Mendelssohn Bartholdy
Weihnachtskantate „Vom Himmel hoch“:
Vom Himmel hoch
Es ist der Herr Christ, unser Gott
Er bringt euch alle Seligkeit
Sei willekomm‘, du edler Gast
Das also hat gefallen dir
Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron
Tuuli Takala, Benjamin Appl, Staatsopernchor, Staatskapelle Dresden
Carl Maria von Weber
Messe Nr.1 „Freischütz Messe“:
Gloria
Tuuli Takala, Staatsopernchor, Staatskapelle Dresden
Wolfgang Amadeus Mozart
Vesperae solennes de Confessore :
Laudate Dominum
Diana Damrau, Staatsopernchor, Staatskapelle Dresden
Joseph Haydn
Trompetenkonzert in Es-Dur:
3. Satz, Allegro Helmut Fuchs, (Trompete), Staatskapelle Dresden
Joseph Haydn
Die Schöpfung:
Von Deiner Güt‘, o Herr und Gott Tuuli Takala, (Sopran) Benjamin Appl, (Bariton) Staatsopernchor Dresden, Staatskapelle Dresden
Singt dem Herren, alle Stimmen!
Tuuli Takala, Benjamin Appl, Hyunduk Na, Frank Blümel, Staatsopernchor, Staatskapelle Dresden
Diana Damrau (Sopran) ist zum ersten Mal beim Adventskonzert aus Dresden zu Gast. Die aus Günzburg stammende Sopranistin ist seit vielen Jahren auf den großen internationalen Opernbühnen zu Hause. Mit ihrem reichhaltigen Repertoire, das neben Opernrollen auch Lieder, geistliche Musik, Operette und Musical umfasst, zählt sie zu den vielseitigsten Sängerinnen unserer Zeit.
Ebenfalls Premiere beim Adventskonzert feiert der junge Bariton Benjamin Appl, (Bariton) der seine erste musikalische Ausbildung bei den Regensburger Domspatzen erhielt. Zusätzlich zu seinen musikalischen Studien in München und London bekam er wesentliche Impulse von dem großen Liedsänger Dietrich Fischer-Dieskau, dessen letzter Schüler er war.
Tuuli Takala, (Sopran) ist seit dieser Saison Ensemblemitglied an der Semperoper. Zuvor sang sie dort zwei Jahre im Jungen Ensemble. Sie hat mehrere Gesangswettbewerbe gewonnen und ist nicht nur als Opern-, sondern auch als Lied- und Konzertsängerin international gefragt.
Der österreichische TrompeterHelmut Fuchs studierte in Salzburg und Wien. Er hat bereits bei den Wiener und den Berliner Philharmonikern gespielt. Seit letztem Jahr ist er Solotrompeter bei der Sächsischen Staatskapelle Dresden.
Christoph Eschenbach(* 20. Februar 1940 in Breslau) ist ein deutscher Pianist und Dirigent.
In diesem Satz spiegelt sich die Lebensgeschichte des Dirigenten Christoph Eschenbach. Nach den traumatischen Erlebnissen seiner Kindheit war er verstummt, und erst durch die Musik fand er die Sprache wieder. Für das Porträt kehrte er zurück in seine GeburtsstadtBreslau, an die Orte seiner Kindheit in Schleswig-Holstein und in seine Wahlheimat Paris.
Die erste Erinnerung des Dirigenten Christoph Eschenbach an das Leben ist der Tod. Die Mutter bei seiner Geburt gestorben, der Vater in einem Strafbataillon der Wehrmacht gefallen, strandete der Fünfjährige mit seiner Großmutter in einem Flüchtlingslager, in dem er als Einziger eine Typhusepidemie überlebte. Eschenbachs spätere Adoptivmutter holte ihn aus dem Lager. Monatelang konnte der traumatisierte Junge nicht mehr sprechen. Was ihn rettete, war die Musik. Seine Retterin Wallydore Eschenbach war Pianistin und Sängerin.
Über ihre Musik fand Christoph Eschenbach ins Leben und zur Sprache zurück. Was nach den traumatischen Anfängen folgte, war ein traumhafter Aufstieg: Aufgewachsen in Neustadt in Holstein gewann Eschenbach schon als Zehnjähriger beim Hamburger Steinway-Wettbewerbden ersten Preis. In den 1960er Jahren begann eine erfolgreiche Pianisten- und Dirigentenkarriere, gefördert durch Herbert von Karajanund George Szell.
Von 1999-2002 war Eschenbach Künstlerischer Leiter des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Aber viel wichtiger als die eigenen Erfolge war und ist Eschenbach die Förderung junger Talente. Eines von ihnen ist der Pianist Lang Lang. Für die Dokumentation kehrte Christoph Eschenbach in seinen Geburtsort Breslau und an die Orte seiner Kindheit und Jugend in Schleswig-Holstein zurück. Und er zeigt, warum Paris für ihn zur zweiten Heimat wurde. Einblicke in sein privates Archiv machen deutlich, was ihn geprägt hat und warum es ihm so wichtig ist, dies an die nächste Generation weiterzugeben.
The conductor Christoph Eschenbach – A portrait on his 75th birthday!
„Music means everything!“
Christoph Eschenbach (born February 20, 1940 in Breslau) is a German pianist and conductor.
This sentence reflects the life story of the conductor Christoph Eschenbach. After the traumatic experiences of his childhood, he was silent, and only through the music he found the language again. For the portrait, he returned to his native city of Breslau, to the places of his childhood in Schleswig-Holstein and in his adopted home of Paris.
The first memory of the conductor Christoph Eschenbach to life is death. The mother died at his birth, the father died in a punitive battalion of the Wehrmacht, the five-year-old stranded with his grandmother in a refugee camp, where he was the only one survived a typhus epidemic. Eschenbach’s future adoptive mother brought him out of the camp. For months, the traumatized boy could no longer speak. What saved him was the music. His savior Wallydore Eschenbach was a pianist and singer.
Christoph Eschenbach came back to life and to the language through her music. What followed after the traumatic beginnings was a fantastic ascent: Growing up in Neustadt in Holstein, Eschenbach won the first prize at the Hamburg Steinway Competition as a ten-year-old. In the 1960s began a successful pianist and conductor career, promoted by Herbert von Karajan and George Szell.
From 1999-2002 Eschenbach was Artistic Director of the Schleswig-Holstein Music Festival. But much more important than his own achievements was and is Eschenbach’s promotion of young talents. One of them is the pianist Lang Lang. For the documentation Christoph Eschenbach returned to his birthplace Wroclaw and to the places of his childhood and youth in Schleswig-Holstein. And he shows why Paris became his second home for him. Insights into his private archive make it clear what has shaped him and why it is so important for him to pass this on to the next generation.