Meine Eindrücke vom wiedereröffneten Bach-Museum Leipzig


Liebe Bach-Freunde!

Eingestimmt durch einen wunderbaren Gottesdienst, der sich wie immer in der Thomaskirche durch eine reichhaltige lutherische Liturgie auszeichnete, konnte ich nach dem Besuch des Bundespräsidenten das neu-alte Bach-Museum endlich erkunden. Doch zuerst wurde noch eine große Geburtstagstorte hereingetragen und es steigerte sich die Spannung auch noch zusätzlich dadurch, dass der Stellvertretender des Thomaskantors im Innenhof einen mehrzeiligen Geburtstagskanon mit uns einübte.

Eröffnung Bach-Museum durch den Bundespräsidenten Horst Köhler

Natürlich konnten die Kuratoren des Museums nicht drumherum, Bach auch ‚interaktiv‘ und ‚medial‘ zu präsentieren und ‚aufzuarbeiten‘. So konnte man im ersten Raum an einem ‚digitalen Wühltisch‘ Bach-Dokumente für sich zusammenstellen, ordnen und vergrößern.  Weiter oben hingen Orgelpfeiffen von der Decke, die beim Berühren mit dem Ohr Bach-Melodien tief in dich hineinsummten. Nebenan konnte man Bach-Choräle in bestimmten Instrumentierungen zum besseren Verständnis herausstreichen.

Und stundenlang konnte man in der Hörbar Bach-Werke aufsuchen und selbst bestimmen, was aus dem gesammten Bach-Werke-Verzeichnis jetzt für mich erklingen sollte. Wie der Titel eines in unserem Blog schon besprochenen Bach-Taschenbuchs konnte ich sagen: „Bach und ich.“ Er entsteht jetzt durch mich neu!!.

Die alte Thomasschule zu J.S. Bach's Zeiten als Modell

Irritiert kehrte ich zurück in die sog.Schatzkammer: Wichtige Orthographe von Bach-Kantaten und Bestallungsurkunde stellten fest: Bach gehört zu den Grundlagen unserer Kultur. Nach drei Stunden konzentriertem Aufnehmens bin ich dann fast ‚bach-trunken‘ auf den Thomas-Kirchhof getorkelt. Auf dem Weg in mein Schlafquartier fragte ich mich: Was hat Dich denn jetzt wirklich berührt?

Gut-, das man Abstand gewinnen kann. Also zunächst zurück zum Gottesdienst für den Sonntag Judika mit dem Thema ‚Maria Verkündigung‘. Bach geht ja in seiner Kantate zu diesem Sonntag BWV 1 mit keinem Ton oder Wort auf die biolgischen Verwirnisse einer Jungfrauengeburt ein. Er konzentriert sich auf das Wunder, das bei Gott alles möglich ist. So will Bach  den hellen Schein des Morgensterns darzustellen. In diesem Licht verändern sich die an den Menschen gebundenen Normalitäten und erleuchten das Wesentliche: Gott geht aus vom Unscheinbaren, Nicht-Verständlichen. Pfr. Wolff hatte diese Botschaft des Predigttexts und der Kantate prägnat und nicht zu lang ausufernd den Hörern vermittelt.

Weiter zurück dann in den Innenhof des Bose-Hauses. Was standen da für merkwürdige weiße Schiebekarren herum. Kinder probierten sich daran und zeigten es uns Erwachsenen: ‚Presto – Largo – Andante … (vgl.Bild) . Bach-Melodien wurden durch die eigene kindliche Schubkraft schneller oder langsamer zum Erklingen gebracht. Mir dämmerte es: Bach selbst, der 14 Kinder sein eigen nannte, mußte doch in seinem Museum des Jahres 2010 auch mit Kinder anregenden ‚Musikmöbeln‘ vertreten sein‘. Und  so hatten es die Kuratoren auch vorgesehen. Der Lernerfolg stelle sich dann bei mir dann so ein:

Im Bach-Museum melodische Kinder-Schubkarren Presto - Largo - Andante

Erst meine eigene Anstrengung ermöglicht es mir, Bach-Töne aufzunehmen und  in mir selbst zu interpretieren uns für mich wirken zu lassen.

Musikalischer Schubkarren im Bach-Museum

Mit diesem ‚Lernerfolg‘ ging ich dann weiter im Museum herum. Beeindruckt hat mich die Rekonstruktion der abgerissenen Thomasschule und eine alte Fotografie der Komponier-Stube des Thomaskantors.

In welchen kümmerliche Verhältnissen mußte sich Bach immer wieder neu auf die wöchentlich neue Aufgabe konzentrieren:  jede Woche ein Meisterwerk!

Altes Foto: Die Komponierstube von J.S. Bach

Zum Schluss: was fehlte an der Bach-Repräsentation? Wie bereits festgestellt, verließ ich ganz ‚bach-trunken‘ das neue Bach-Domiziel. Doch ich merkte:  wenn  man den Bach-Virus nicht in sich trägt, bleiben alle medialen Kunststücke l’art pour l’art. Darum bleibt es unsere Aufgabe, die auch ohne große musikalische Kenntnisse gut nachvollziehbare bachische Sprache und Vorstellungswelt zu vermitteln, die ja versucht, das Unvorstellbare und Geheimnisvolle, aber uns Verheißene  auszudrücken.

Immer wieder werden sich Kinder und Erwachsene danach sehnen, das unbestimmter Gefühl nach Gott und irdischer Ordnung Gestalt werden zu lassen.  Im Leipziger Bach-Haus finden sich dazu vielfältige Anregungen. Gerne war ich bei der Eröffnung dabei.

Gruß

@Wolfgang

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Allseits Begeisterung – Bach-Museum Leipzig am 20.März 2010 eröffnet


Hallo Bachfreunde,

Bach-Museum Leipzig Wiedereröffnung

überall ist Begeisterung zu verspüren, denn das nach zweijähriger Umbauphase für 7 Mill. € wiedereröffnete Bach-Museum und Bach-Archiv in Leipzig kann mit spektakulären Neuigkeiten aufwarten.

Besucher konnten sich am ersten Öffnungstag kostenlos in der ebenfalls neu konzipierten Ausstellung über Leben und Wirken des berühmtesten Leipziger Thomaskantors informieren.

Neueröffnung Bach-Museum und Bach-Archiv in Leipzig

Am gestrigen Sonntag, 21. März 2010, zum 325. Geburtstag von J.S. Bach, kam Bundespräsident Horst Köhler zum Festakt in das Rathaus von Leipzig und wurde mit einer Motette von dem Thomaner Chor empfangen. Anschließend begaben sie sich zu Ehren des Komponisten ins Bach-Museum (ehemalige Bose-Haus) nahe der benachbarten Thomaskirche. Köhler würdigte die Leipziger Forschungsstätte als „kulturellen Leuchtturm“ in Deutschland. Bei der Arbeit des Archivs gehe es um den „Erhalt des kulturellen Gedächtnisses der Nation“, erklärte Köhler bei einem Besuch.

Zwei Videos nachstehend zur Eröffnung  des Bach-Museums am 20/21. März 2010:

Beim Starten des 1. YouTube-Videos einen kleinen Zeitraum warten, der Anfang ist total schwarz aber nach ein paar Sekunden startet das Video normal weiter, schein wohl eine kleine Macke zu haben..!!

Fehler
Dieses Video existiert nicht

Weitere Link-Angaben zu Video-Beiträgen des MDR

Link: http://www.mdr.de/sachsenspiegel/7185048.html

Link: http://www.mdr.de/sachsen/7184118.html

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Historische Orgel im neuen Bach-Museum Leipzig

Historische Orgel im neuen Bach-Museum Leipzig

Per Knopfdruck - historische Instrumente erklingen im Bach-Museum

Visuelle Bach-Kompositionen im Bach-Museum

Visuelle Bach-Kompositionen im Bach-Museum

Zu den neuen Exponaten zählen unter anderem der Spieltisch der Leipziger Johanniskirchorgel und Relikte aus dem vermuteten Bach-Grab. In der neuen „Schatzkammer“, einem Teil des Anbaus, werden unter anderem drei Autographe Bachs aus dem eigenen Archiv gezeigt. In einem anderen Teil wird es etwa alle sechs Monate eine neue Sonderausstellung geben. Den Beginn macht die Präsentation „Meisterwerke im Wochentakt“ über die „unheimliche Produktivität“ Bachs beim Komponieren von Kantaten in seinem ersten Jahr als Thomaskantor. Ebenfalls erweitert wurde die Fläche für das Bach-Archiv, das historische Dokumente rund um Leben und Schaffen des Komponisten beherbergt. Der Forschungs- und Dokumentationsstätte steht mit insgesamt 3.000 Quadratmetern künftig ein Drittel mehr Raum zur Verfügung.

Ich freue mich riesig darauf während des Bachfestes 2010 diese neue Highlight-Stätte über J.S. Bach besuchen zu können. Einen Vorgeschmack davon hat @Wolfgang während seines Berlin-Leipzig-Besuches wohl erfahren dürfen und wird uns darüber etwas berichten.

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Adresse

Bach-Museum Leipzig
Thomaskirchhof 15/16
04109 Leipzig

Öffnungszeiten ab 20.03.2010

Dienstag bis Sonntag:
10:00–18:00 Uhr

Öffnungszeiten während des Bachfestes 2010

11. bis 20. Juni 2010:
täglich 10:00–20:00 Uhr

Eintrittspreise:

Erwachsene: 6,00 € / ermäßigt: 4,00 €
Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre: frei
Gruppen (ab 10 Personen): 5,00 € pro Person
Jahreskarte: 15,00 € (nicht übertragbar)

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Mit herzlichen Bach-Grüssen

Volker




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Radio- und TV-Tipps KW10 bis 11


Hallo zusammen,

ein wenig Musik für die nächste Woche. Für die Karwoche gibt es unzählige Angebote an Passionen, auch abseits von Bach. Dazu mehr am nächsten Wochenende.

Samstag, 20.3.2010
Deutschlandfunk

10-11
 Uhr
Klassik-Pop-et cetera
Am Mikrofon: Der Bariton Dietrich Henschel

BBC
CD-Review
Richard Wigmore with a personal recommendation from the available recordings of Bach’s cantata Ich will den Kreuzstab gerne tragen, BWV.56
http://www.bbc.co.uk/programmes/b00rjxvv

BBC
The Early music Show
Catherine Bott presents a programme exploring JS Bach’s „phantom“ setting of the St Mark Passion. According to the catalogue of works in his obituary, Bach composed five Passions, but only two works remain intact, the justly celebrated settings of the Passions by St Matthew and St John. The first performance of the St Mark Passion was probably given on Good Friday – March 23rd – in 1731, but a score of the music has not survived. The text is all that remains, written by the poet Christian Friedrich Henrici or „Picander“, with whom Bach worked on the St Matthew Passion. There is however a lot of evidence to suggest that Bach’s music from the passion exists in other forms, notably in some of Bach’s Cantatas, and so reconstructions of the Passion have been made possible. Catherine Bott recalls the background to Bach’s lost work, and plays music from 3 different reconstructions; by Ton Koopman, Simon Heighes, and from a new recording by Amacord and the Kölner Akademie, based on some 1964 detective work by Diethard Hellmann.
http://www.bbc.co.uk/programmes/b00rjxwc

Sonntag, 21.3.2010
BR klassik
http://www.br-online.de/br/jsp/global/funktion/programmvorschau/programmfahne.jsp;jsessionid=LVI5T2TM2GNMKCSBUKUCM4Q?datum=21.03.2010&programm=B4

Ein Tag mit Bach
darin verteilt in mehreren Folgen
Werkeinführung mit Musikbeispielen
Von Wieland Schmid

WDR3
20-23 Uhr
Die Jahreszeiten
Oratorium, Hob XXI:3 für 3 Solostimmen, Chor und Orchester von Joseph Haydn
Simon, ein Pächter: Andreas Schmidt
Hanne, seine Tochter: Barbara Bonney
Lukas, ein junger Bauer: Anthony Rolfe Johnson
Monteverdi Choir; English Baroque Soloists, Leitung: John Eliot Gardiner
(CD!!!, nicht Live-Aufnahme, tolle Aufnahme!)

Donnerstag, 25.3.2010
HR2
20-21:30
 Uhr
Die Büßer am Grab des Erlösers – I penitenti al sepolcro del Redentore
Passionsoratorium von Jan Dismas Zelenka
Maria Rewerski, Mezzosopran / Eric Stoklassa, Tenor / Jan Martinik, Bass
Collegium 1704
Leitung: Václav Luks
(Aufnahme vom 11. November 2008 aus der Kirche St.Simon und Juda in Prag )

Jan Dismas Zelenka, der böhmische Zeitgenosse Bachs und Händels, hat die längste Zeit seines Lebens in Dresden gelebt und gewirkt. 1710 erhielt er die Stelle eines Kontrabassisten an der Hofkapelle August des Starken. Zwischen 1719 und 1729 vertrat er den kranken Johann David Heinichen als Kapellmeister. Als er nach dessen Tod die Stelle als Nachfolger nicht erhielt, zog sich der weltscheue Choleriker schmollend in die Komponierstube zurück, wo er unter anderem noch sein letztes Oratorium „I Penitenti al sepolcro del Redentore“ (Die Büßer am Grab des Erlösers) schrieb. Am Karfreitag 1736 uraufgeführt bringt es die Heilige Maria Magdalena und den Heiligen Petrus des Neuen Testaments mit König David des Alten Testaments zu einer Meditation am Grab Christi zusammen. hr2-kultur sendet heute Abend Zelenkas Passionsoratorium in einer Aufnahme aus der Kirche St. Simon und Juda in Prag mit dem Prager Barockorchester Collegium 1704 unter der Leitung von Václav Luks.

Samstag, 27.März 2010

Fernsehen: 3sat

3sat, 20.15 Uhr: «Messiah». Oratorium in drei Teilen von Georg Friedrich Händel. Musikalische Leitung: Jean-Christophe Spinosi. Die szenische „Messiah“-Inszenierung des Theaters an der Wien entstand in Koproduktion mit der Opéra National de Lorraine Nancy. Es singen und spielen der Arnold Schoenberg Chor und das Ensemble Matheus unter der Leitung von Jean-Christophe Spinosi..

Sonntag, 28. März 2010

Fernsehen: ARTE

19.15 Uhr

60 Jahre RIAS Kammerchor

Motetten von Johann Sebastian Bach

Interpret: Es spielt die Akademie für Alte Musik Berlin; Leitung: Hans-Christoph Rademann


Montag, 29.3.
2010
Dkultur
20-21:30
 Uhr
Schlosskirche Torgau
Aufzeichnung vom 21.2.10
Georg Philipp Telemann
»Der Tod Jesu«, Passionsoratorium
Siri Karoline Thornhill, Sopran / 
Susanne Krumbiegel, Alt
  / Albrecht Sack, Tenor
 /  Gotthold Schwarz, Bass
 / Bach Consort Leipzig / 
Leitung: Gotthold Schwarz

Dienstag, 30.3.2010
Deutschlandfunk
21-22:50
 Uhr

Johann Sebastian Bach
Köthener Trauermusik, BWV 244a
Erstaufführung in einer Gesamtrekonstruktion von Alexander Ferdinand Grychtolik
»Klagt Kinder, klagt es in aller Welt«
Theatre of Voices
Lautten Compagney Berlin 
Leitung: Wolfgang Katschner 
Aufnahme vom 14.3.10 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal

Eine schöne Woche
Barbara

Das große Jubiläumsjahr 2010 für Wilhelm Friedemann Bach – Robert Schumann – Luigi Cherubini – Frédéric Chopin


Hallo,

das Jahr 2010 enthält wieder große Komponisten-Namen, die in diesem Jubiläumsjahr geehrt werden. Beginnen möchte ich mit „Wilhelm Friedemann Bach“.

Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784)

Wilhelm Friedemann Bach (1710–1784)

300. Geburtstag am 22.November 2010

Wilhelm Friedemann war der älteste Sohn Johann Sebastian Bachs und wurde am 22.11.1710 in Weimar geboren. Aus seinem Geburtsort Weimar kam er 1717 mit seiner Familie nachKöthen, wo er die Lateinschule besuchte. Ab Juni 1723 besuchte er die Leipziger Thomasschule, nahm 1727 Violin-Unterricht bei Johann Gottlieb Graun, wurde 1729 als Jurastudent an der Universität Leipzig immatrikuliert und studierte außer den Rechten auch Philosophie und Mathematik. 1733 wurde er Organist an der Sophienkirche in Dresden. Im April 1746 wurde er Musikdirektor und Organist an der Marienkirche in Halle (Saale). Daher wird er auch als der Hallesche Bach bezeichnet. Außerdem leitete er den Stadtsingechor zu Halle. 1763 wurde er zum Hessen-Darmstädtischen Kapellmeister ernannt. Die Stelle in Hessen-Darmstadt in der Nachfolge von Christoph Graupner trat er nicht an, den Titel durfte er jedoch führen.

1764 gab er sein Amt in Halle auf. Seither lebte er ohne feste Anstellung und versuchte, durch Konzerte, Unterricht und Kompositionen seinen Lebensunterhalt zu verdienen. 1770 zog er nach Braunschweig, im Frühjahr 1774 nach Berlin. Im Jahrzehnt zwischen 1764 und 1774 unternahm er zahlreiche Reisen, unter anderem nach Göttingen (zu Forkel), die jedoch ebenso wenig eine feste Anstellung nach sich zogen wie seine Bewerbungen als Organist in Braunschweig und Wolfenbüttel. In Berlin gab er mehrere erfolgreiche Orgelkonzerte, die ihm die Unterstützung Prinzessin Anna Amalias, der Schwester Friedrichs II., eintrugen. 1778 oder 1779 entzog sie ihm ihre Gunst, nachdem ihm der (ungeklärte) Vorwurf gemacht wurde, gegen Anna Amalias Kompositionslehrer, den preußischen Kapellmeister Johann Philipp Kirnberger, intrigiert zu haben. Wilhelm Friedemann Bach starb am 1.7.1784 in ärmlichen Verhältnissen in Berlin.

Als Organist und Klavierspieler war Bach wegen seiner gerühmten Kunst der Improvisation berühmt. „Unstrittig der größte Organist der Welt! Er ist ein Sohn des weltberühmten Sebastian Bachs, und hat seinen Vater im Orgelspiel erreicht, wo nicht übertroffen“, schwärmte Christian Friedrich Daniel Schubart. Und von seinem Bruder Carl Philipp Emanuel ist durch Johann Nikolaus Forkel der Satz überliefert: „Er konnte unsern Vater eher ersetzen, als wir alle zusammengenommen.“ +)

Wilhelm Friedemann Bach, genoss den Ruf, einer der herausragenden, zugleich aber auch eigenwilligsten Komponisten seines Zeitalters zu sein. Sein Werk stellt den ehrgeizigen Versuch dar, das Erbe des Vaters aufzunehmen und dem Geschmack seiner Generation entsprechend weiterzuentwickeln. Hochgesteckte künstlerische Ambitionen sind in nahezu sämtlichen Werken W. F. Bachs zu erkennen – von den frühen Klavierstücken über die Kantaten der mittleren Schaffenszeit bis hin zu den späten Sonaten und Fantasien. 1)

Anlässlich des Gedenkjahres 2010 plant das Bach-Archiv Leipzig, unterstützt vom Packard Humanities Institute (Los Altos, California, USA), erstmalig das gesamte erhaltene Schaffen des ältesten Bach-Sohns in einer elf Bände umfassenden Ausgabe vorzulegen.

Die Händelstadt Halle erhält 2010 ein weiteres Musikmuseum. Anlässlich des 300. Geburtstages des Komponisten Wilhelm Friedemann Bach, der mehrere Jahre in Halle lebte und als Musikdirektor und Organist an der Marienkirche wirkte, richtet die Stiftung Händel-Haus in seinem einstigen Wohnhaus eine neue Dauerausstellung ein.

Link:

http://www.haendelhaus.de/de/presse/news/artikel/friedemann_bach_haus.html

Cover: Wilhelm Friedemann Bach- Concerti - Freiburger Barock-Orchester

Eine Besonderheit ist die Weltersteinspielung des Flötenkonzerts in D von Wilhelm Friedemann Bach – es wurde erst 1999 von Prof. Christoph Wolff (Harvard University) in dem verschollen geglaubten Notenarchiv der Berliner Singakademie in Kiew entdeckt und wurde vom Label. Carus veröffentlicht.

Link mit Hörproben: – h i e r  – klicken..!!

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Robert Schumann (1810 – 1856)

2oo. Geburtstag am 8. Juni 2010

Robert Schumann (1810-1856)

Robert Schumann geboren am  8. Juni 1810 in Zwickau; gestorben am 29. Juli 1856 in Endenich bei Bonn, heute ein Ortsteil des gleichnamigen Stadtbezirks von Bonn – deutscher Komponist und Pianist der Romantik – (der gelegentlich angegebene zweite Vorname Alexander ist nicht belegt). Er war der Ehemann von Clara Schumann, geborene Wieck.

Er erhielt bereits mit sieben Jahren Klavierunterricht, studierte 1828–30 ohne große Neigung Jura in Leipzig und Heidelberg, in Wahrheit aber widmete er sich bereits ganz der Musik und begann auch zu komponieren.

Neben Unterricht in Klavier (bei Friedrich Wieck, dem Vater seiner späteren Frau) und Musiktheorie trieb er eigene Studien anhand von Johann Sebastian Bachs Wohltemperiertem Klavier. Eine Fingerzerrung vereitelte zwar die Virtuosenlaufbahn; es entstanden aber weitere frühe Kompositionen. Auf Jahre hinaus veröffentlichte er nur Werke für Klavier.

1834 gründete Schumann die „Neue Zeitschrift für Musik“, in der die teilweise realen, teilweise erfundenen „Davidsbündler“ (Eusebius, Florestan u.a.) für eine hohe, „poetische“ Musik stritten. In seinem romantisch-idealistischen Künstlertum aufrichtig und entschieden, war Schumann durch sein immer stärker nach innen gewandtes Wesen als Lehrer und Dirigent wenig erfolgreich, als Komponist zunächst kaum bekannt.

1840 heiratete Schumann gegen den Widerstand Friedrich Wiecks dessen Tochter Clara; im selben Jahr komponierte er eine große Anzahl Lieder.

1843 kam er durch Felix Mendelssohn Bartholdy ans Leipziger Konservatorium, 1844 als Chorleiter nach Dresden.

1850 wurde er Städtischer Musikdirektor in Düsseldorf (hier besuchte ihn 1853 der junge Johannes Brahms), war dort jedoch nach einiger Zeit Demütigungen und Intrigen ausgesetzt.

Eine schon in jungen Jahren gelegentlich sich ankündigende seelische Krise gelangte in seinem späteren Alter zu einem psychischem Verfall, die 1854 nach einem Selbstmordversuch vollends zum Ausbruch gekommen war. Sein letzter Aufenthalt war die Heilanstalt Endenich bei Bonn wo er am 29. Juli 1856 verstarb. +)

In der Konzertpraxis und im Musikleben ist Robert Schumann bis heute vor allem als Klavier- und Liedkomponist bzw. als Symphoniker präsent. Dass er, vor allem in seinen späteren Schaffensjahren, in der Komposition von Chormusik einen wichtigen Schwerpunkt seiner Arbeit sah, ist kaum bekannt, und dies obwohl der Komponist selbst immer wieder betont hat, wie zentral dieser Bereich für ihn war. So schrieb er z.B. in einem Brief an Carl Reinecke im Januar 1846, dass das Komponieren für „selbständigen Chor [d.h. a cappella]“ den „eigenen melodischen Sinn“ schärfe. Über seine zahlreichen im Jahre 1849 entstandenen Chorstücke schrieb Schumann an seinen Verleger Whistling, er habe sie „mit wahrer Passion“ komponiert. 1)

Die Kreisleriana hatte Schumann schon 1838 vollendet. Gedanklich ist das Stück dem Schriftsteller E.T.A. Hoffmann zugeeignet, der seinen Kapellmeister Kreisler nicht nur als Pseudonym für die Leipziger musikalische Zeitung verwendet, sondern ihn auch literarisch zum Charakter erhoben hatte. Als Zeugnis musikalischer Verehrung widmete Schumann das Werk Frédéric Chopin, für den er große Bewunderung hegte.

Die jahrzehntelange Missachtung dieser Kompositionen hängt vermutlich mit der Skepsis zusammen, die lange Zeit dem gesamten Spätwerk des Komponisten entgegengebracht wurde. Verglichen mit den originellen und zugleich genialen Klavierwerken, die in den 1830er Jahren entstanden waren, erschienen Schumanns Zeitgenossen seine späten Kompositionen als konventionell, matt und spröde.

Vieles an dieser Einschätzung hat sich als Klischee und Vorurteil erwiesen, weil man einen Zusammenhang zu Schumanns tragischem und psychischem Verfall in seinen allerletzten Jahren erkennen wollte – andere Unterschiede zwischen Frühwerk und Spätwerk sind dagegen durchaus objektiv zu benennen. Sie dokumentieren aber nicht eine geistige Ermattung des Künstlers, sondern seinen entschieden und bewusst eingeschlagenen Weg zu einer Musik, die Volkstümlichkeit und künstlerischen Anspruch zugleich einzulösen sucht. Auf dem Gebiet der Vokalmusik gibt es nach wie vor einen „neuen“ Schumann zu entdecken. 1)

Veranstaltungen zum Schumann-Jahr in 2010 sind unter den nachstehenden Links zu erfahren:

Im Bachfest-Programm 2010 sind mit Robert Schumann und Johannes Brahms zwei führende Protagonisten der Bach-Rezeption im 19. Jahrhundert vertreten. Schumann, dessen Geburtstag sich zum 200. Male jährt, gehörte zu den Initiatoren der ersten Bach-Gesamtausgabe und hatte sogar selbst eine Bach-Edition konzipiert. Das »Wohltemperierte Klavier«, welches er als »Werk aller Werke« betrachtete, stand bereits in frühen Jahren im Zentrum seiner musikalischen Studien und galt als Leitbild für eigene Kompositionen. Schumann dirigierte 1851 die Düsseldorfer Erstaufführung der Bachschen Johannes-Passion und wurde damit zum Bahnbrecher für das seinerzeit noch selten musizierte Werk.

Link zum Bachfest Leipzig 2010  vom  11. Juni – 20. Juni 2010 nachstehend:
»Bach – Schumann – Brahms«

und:

Link: http://www.schumann-verein.de/Kalender.40.0.html

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Fernsehen:

ZDF Theaterkanal

Samstag, 12.06.2010
09:00 Uhr

Robert Schumann: Frühlingssinfonie
David Zinman, Tonhalle Orchester Zürich

ARTE-Mediathek Schumann, Konzert in der Frauenkirche

Link: http://liveweb.arte.tv/de/video/Hommage_an_Schumann__Konzert_mit_Daniel_Harding/

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Ein Artikel über Robert Schumann in DIE ZEIT

Link: http://www.zeit.de/2010/23/Robert-Schumann

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Luigi Cherubini (1760 – 1842)

250. Geburtstag am: 14. September 2010

Luigi Cherubini 1760-1842

Luigi Cherubini am 14. September 1760 in Florenz geboren war unter seinen Zeitgenossen eine unangefochtene Autorität und gilt heute als der bedeutendste Komponist geistlicher Musik in Frankreich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Geschult in der polyphonen Technik Palestrinas und beeinflusst von Haydn und Mozart erwies er sich als überaus experimentierfreudiger Komponist von Sakralwerken. So entwickelte er einen eigenen symphonischen Kirchenmusikstil mit besonderem Sinn für orchestrale Wirkung, der entscheidende Wege für die Kirchenmusik der Romantik wies. 1)

Sein Vater war Cembalist am Pergola-Theater; ersten Musikunterricht erhielt er daher beim Vater. 1778 schickte der Großherzog der Toskana, der spätere Kaiser Leopold II., den angehenden Komponisten zu Sarti nach Venedig, bei dem er den polyphonen Satz studierte.

Seine erste Messe hatte Cherubini bereits im Alter von 13 Jahren geschrieben; 1780 wurde seine erste Oper, „Quinto Fabio“, aufgeführt, jedoch ohne Erfolg; in den nächsten Jahren folgten jedoch viele weitere Opern.

Von 1784 bis 1786 weilte Cherubini in London, wo er freundlich aufgenommen wurde und ein Jahr lang die Stelle eines Königlichen Hofkomponisten bei König Georg III. bekleidete. Schließlich ließ sich Cherubini 1788 in Paris nieder.

Drei Jahre lang war er Dirigent am Théâtre de la Foire in Saint-Germain, das von Léonard, dem Friseur der Marie Antoinette, geleitet wurde.

Hier verstand er es, in der Auseinandersetzung mit Werken Cimarosas, Paisiellos und anderer, seinen eigenen musikalischen Stil beachtlich fortzuentwickeln. 1797 kam in Paris seine großartige Oper Médée auf die Bühne. In diesem und anderen Werken erwies sich der Meister als bedeutsamer Nachfolger Glucks, 1805 wandte sich Cherubini nach Wien, wo er mit Beethoven zusammentraf, der ihn sehr schätzte und in dessen Vokalmusik der Einfluss Cherubinis deutlich zutage tritt.

Als Opernkomponist war ihm der Erfolg nicht dauerhaft hold, und so wandte sich Cherubini mehr der Kirchenmusik zu (und seiner Lieblingsbeschäftigung, der Botanik).

Luigi Cherubini galt noch 1876 als „der größte Kirchencomponist dieses Jahrhunderts“ . Verwurzelt im Palestrina-Stil, der für Cherubini der Urgrund aller Kirchenmusik ist, angeregt durch die Wiener Klassik, deren Symphonik ihn beim ersten Hören zutiefst erschütterte, und geprägt durch die historische Erfahrung der französischen Revolution, des napoleonischen Kaiserreichs und schließlich der Restauration der Bourbonen hat Cherubini einen symphonischen Kirchenmusikstil geschaffen, der weitestgehend mit barocken Traditionen brach und wegweisend auf die Kirchenmusik der Romantik wirkte.

Von 1821 bis kurz vor seinem Tode (verstarb am: 15.3.1842) war er Direktor des Conservatoire in Paris. 2)

Cover: Luigi Cherubini Requiem in C-Moll

Eine Aufnahme von Luigi Cherubini Requiem in C-Moll mit Hörproben bei Amazon. Bei dieser Einspielung des Cherubini-Requiems handelt es sich um einen Live-Mitschnitt in der Stuttgarter Liederhalle vom Frühjahr 1996 unter der Leitung von Gabriele Ferro und Prof. Ulrich Eistert.

Link nachstehend.

–  h i e r  –  klicken..!!

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Frédéric Chopin (1810 – 1849)

200. Geburtstag am 1. März 2010

Frédéric Chopin (1810-1849)

Fryderyk Franciszek Chopin, geboren am 1. März 1810 in Żelazowa Wola, Herzogtum Warschau, gestorben am: 17. Oktober 1849 in Paris) war ein polnischer Komponist, Pianist und Pädagoge. Er ist einer der einflussreichsten und populärsten Klavierkomponisten des 19. Jahrhunderts und gilt als bedeutendste Persönlichkeit in der Musikgeschichte Polens.

Sein Vater Nicolas Chopin (1771–1844), ein Franzose, dessen Abstammung umstritten ist, hatte auf dem väterlichen Weingut in Lothringen sein Auskommen gehabt, wanderte aber 1788 nach Polen aus, verdingte sich dort als Bürokraft und Hilfsarbeiter, nahm die polnische Staatsbürgerschaft an.

Chopins musikalisches Talent zeigte sich früh, er galt als Wunderkind und komponierte schon im Alter von sieben Jahren. Seine ersten Polonaisen B-Dur und g-Moll sind auf 1817 datiert und ließen eine außergewöhnliche improvisatorische Begabung erkennen. Sein einziger Lehrer war in den Jahren von 1816 bis 1822 der polnische Pianist und Violinist Wojciech Adalbert Żywny.

Chopin absolvierte die Mittelschule (bis 1826) und studierte anschließend am Konservatorium zunächst Kontrapunkt, dann auch Musiktheorie, Generalbass und Komposition bei Józef Elsner. Nebenher besuchte er Vorlesungen an der Universität. Er komponierte eifrig und legte die Ergebnisse seinem Lehrer Elsner vor, der dazu feststellte: „Er meidet die ausgetretenen Pfade und gewöhnlichen Methoden, aber auch sein Talent ist ungewöhnlich.“ Chopins zweites veröffentlichtes Werk, die unter der Opus-Zahl 2 erschienenen Variationen über das Thema Là ci darem la mano aus der Mozart-Oper Don Giovanni, erregte wenige Jahre später Aufsehen in Deutschland. 1831 schrieb der Komponist Robert Schumann als Musikkritiker in der Leipziger Allgemeinen Musikalischen Zeitung unter dem Titel Ein Werk II. mit dem Ausruf „Hut ab, Ihr Herren, ein Genie“ eine huldigende Rezension über dieses Werk Chopins. Als Pole hat Chopin den heimatlichen Tänzen Polonaise und Mazurka ein Denkmal gesetzt. Im Juli 1829 beendete Chopin sein Studium.

Zwischen 1829 und 1831 hielt sich Chopin abwechselnd in Warschau, Wien und in Paris auf. Er gab mehrere Konzerte, denen Publikum wie Fachpresse großes Lob zollte. Die Allgemeine Musikalische Zeitung in Leipzig hob die „ausgezeichnete Zartheit seines Anschlags, eine unbeschreibliche mechanische Fertigkeit, sein vollendetes, der tiefsten Empfindung abgelauschtes Nuancieren“ hervor und bezeichnete ihn als „einen der leuchtendsten Meteoren am musikalischen Horizont“. 1831 siedelte Frédéric Chopin endgültig nach Paris über. Der Abschied von seiner Heimat Polen fiel ihm nicht leicht.

In Paris finanzierte Chopin seinen Lebensunterhalt mit Konzerten. Zunächst deckten die Einnahmen gerade die Kosten, Chopin war einfach noch nicht bekannt genug. Ein einflussreicher Förderer nahm ihn schließlich mit zu einem Empfang bei der Familie Rothschild. Sein Klavierspiel entzückte die Gäste so sehr, dass er im Handumdrehen eine Reihe von Klavierschülern – und vornehmlich Klavierschülerinnen – gewonnen hatte. Dadurch hatte Chopin ab 1833 ein geregeltes Einkommen, das durch Honorare für Konzerte und Kompositionen zusätzlich Aufstockung erfuhr.

Der 1848 ausgebrochenen Revolution entging Chopin durch eine sieben Monate dauernde Reise nach Großbritannien, die Jane Stirling organisiert hatte. Zurück in Paris nahm er seine Unterrichtstätigkeit wieder auf, was ihm wegen seiner nachlassenden Kräfte allerdings nur sehr unregelmäßig gelang.

Chopin starb am 17. Oktober 1849 im Alter von 39 Jahren in seiner Wohnung an der Place Vendôme Nr. 12 im Pariser Zentrum, wahrscheinlich an den Folgen der ihn vermutlich jahrzehntelang quälenden Mukoviszidose. Am darauffolgenden Morgen nahm Jean-Baptiste-Auguste Clésinger Chopin die Totenmaske ab und fertigte einen Abguss von dessen linker Hand an.

Chopin wurde auf dem Friedhof Père Lachaise beerdigt. Sein Herz wurde auf Chopins Wunsch nach Warschau gebracht und dort in der Heiligkreuzkirche beigesetzt. +)

Konzertveranstaltungen in 2010 unter dem nachstehenden Link:

http://www.chopingesellschaft.de/veranstaltungen/konzert_brand.html

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Gruss
Volker

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+) Textauszüge: Wikipedia
1) Textauszüge: CarusVerlag
2) Textauszüge: http://www.dohr.de

News: Klassische Musik ist die Gewinnerin 2009 – J.S. Bach Rekonstruktion BWV 244a Köthener Trauermusik


Hallo,

News aus der Klassikszene:

Bach-CD's

von vielen ist der Tod vorausgesagt worden, aber die „Klassische Musik“ lebt weiter und das mit überragenden Verkaufszahlen in 2009. Sowohl beim Umsatz wie auch beim Absatz konnten Klassik-Produkte zweistellige Zuwachsraten verbuchen.Das gab der Bundesverband Musikindustrie e.V. (BVMI) in Berlin bekannt. In einem insgesamt leicht rückläufigen Musikmarkt stieg der Umsatz mit klassischer Musik um 10 Prozent von 108 auf 119 Millionen Euro.

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J.S. Bach Köthener Trauermusik BWV 244a – Rekonstruktion:

J.S. Bach

Eine eigentlich verlorene, 1729 entstandene Bach’sche Begräbniskantate, komponiert von J.S. Bach aufgrund des Todes vom  Fürsten Leopold  von Anhalt-Köthen im November 1728 – erlebt eine Wiederaufführung als Rekonstruktion. Es entstand die Köthener Trauermusik (BWV 244a), von der heute bis auf das Libretto allein die Begeisterung des ersten Bachbiographen Johann Nikolaus Forkel geblieben ist, dem letzten Besitzer der Partitur. Letztere verschwindet nach Forkels Tod spurlos.

Nun erfährt nach einer Rekonstruktionsgeschichte von einhundertvierzig Jahren eine bewegende Wiederaufführung. Schauplatz: Kammermusiksaal im Deutschlandfunk, Forum Alte Musik.

Das klingende Ergebnis war verblüffend. Nichts erinnerte in dieser inspirierten Aufführung an das grob Technische einer „Rekonstruktion“. Wer befürchtet hatte, im Kammermusiksaal des Deutschlandfunk einem Bach-Gerippe zu begegnen, das wie zur vorgerückten Geisterstunde an Fäden gezogen zum Laufen gebracht werden würde, sah sich angenehm überrascht. Alles, was Wolfgang Katschner seiner Lautten Compagney und der durch vier Solisten von Theatre of Voices verstärkten Capella Angelica entlockte, war aus Fleisch und Blut, hatte Stil und Charakter. +)

Davon gibt es einen Konzertmittschnitt beim Deutschlandfunk am 30.03.2010 um 21:05 Uhr.

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Grüsse

Volker

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+) Textauszüge nmz

Aktueller Artikel über Sir J.E. Gardiner


Hallo Gardiner-Getreue,

es gibt wieder einmal etwas Neues über Sir Gardiner in der deutschen Presselandschaft zu entdecken. Herangezogen werden als Hintergrund  und Aufhänger die von ihm eingespielten Bach-Kantaten, die zum Schnäppchen-Preis bei jpc zu beziehen sind.

DGG Bach-Cantatas John Elliot Gardiner

John Eliot Gardiners Beschäftigung mit diesem umfangreichen Werkkorpus führte während der vergangenen Jahrzehnte maßgeblich dazu, dass diese Meisterschaft auch aus der Perspektive der historischen Aufführungspraxis beleuchtet und gewürdigt wurde. …!!

Weiter bei KlassikAkzente

Zum ganzen Artikel bei KlassikAkzente

– h i e r –  klicken…!!

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Wer Premiere, heute SKY besitzt sollte sich folgenden Termin nicht entgehen lassen:

SKY: Donnerstag, 18.03.2010
20:15 Uhr: Classica auf SKY

Themenabend:  Johann Sebastian Bach mit Sir John Elliot Gardiner

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Die Vorstellung der Gardiner-CD’s erfolgte bereits im Forum und kann unter dem nachstehenden Link nochmals aufgerufen werden:

Link: https://meinhardo.wordpress.com/2010/03/03/j-e-gardiner-sdg-cds-der-dgg-bei-jpc-zum-schnappchenpreis/

Gruss Volker

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Gescheiterte Versuche einer Rekonstruktion – J.S. Bach und die Markus Passion? – Konzert in der Herrenhäuser Kirche


Hallo Bachfreunde!

„Rede vom toten Markus-Passions-Gebäude herab‘: Die Bach-Passion, die es nicht gibt.

Viele Bach-Experten, von  Smend über Hellmann bis zu dem in unserer Gemeinde lebenden Prof. J.Koch haben sich die Frage gestellt: wie ist der aufgrund des Markus-Evangeliums gedichtete Passions-Text  des Leipzigers Henrici  musikalisch so zu unterlegen, dass er Bach-Dignität erreicht. Da die ‚Orginalvertonung‘ fehlt, wird alles neu belebt, was vor 1731 in weltlichen Werken entstanden war und im Parodie-Verfahren von Bach herangezogen hätte werden können. Fragen waren auch: was passt vom Versmaß; was war der damaligen Leipziger Gemeinde von Bach-Chören/Arien noch unbekannt.

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Kantorei Herrenhausen J.S. Bach Markus Passion

Kantorei Herrenhausen J.S. Bach Markus Passion

Am Samstag, 13.3.2010  – durfte ich mit Volker zusammen eine  verdienstvolle Aufführung der „Herrenhauser Kantorei“ erleben, in der ein Zeitgenosse Bach’s zur ‚Amtshilfe‘ herangezogen wurde: Reinhard Keiser, Hamburger Opernhaus-Direktor und Bach’s Freund. Gewiss war es für uns ein gelungener Abend. In der beeindruckenden Jugendstil-Kirche trat eine ‚wohlbestallte Kirchenmusik‘ auf.

Camerata Instrumentale Hannover - Chor: Kantorei Herrenhausen

von links: Evangelist Jens Zumbült, Tenor - Dieter Goffing, Bass - Goetz Phillip Körner, Tenor

Gesangs-Solisten von links: Götz Philip Körner, Tenor, - Jens Zumbült, Tenor-Evangelist, - Meinhard Dollansky, Countertenor, - Ester Mertel, Sopran

Im sonst ausgewogenen Vokalquintett blieb nur der (wahrscheinlich) indisponierte Countertenor Meinhard Dollansky unter Niveau, der Chor bestand seine Sache gut. Im Eingangs- und Schlusschor-, entnommen aus der Trauerode BWV 198,   wurde ich sogleich zu einem mir gewohnten Bach-Stil geführt. In den Chorälen war noch viel Bach-Wärme enthalten. In den Rezitativen, Dialogen und Turbae-Chören kam dann ein ABSTURZ.

Warum das Ganze?

Nur weil im Nekrolog und nach Berichten eines Bach-Sohns  von fünf Passionen  berichtet wird, sucht die Fachwelt seit Smend eine anscheinend verlorene ‚Passions-Musik Bach‘s auf Markus‘  zu rekonstruieren. Wir kennen aus dieser Annahme keine Note, besitzen lediglich ein Textbuch einer „Passionsmusik nach dem Evangelisten Marco“. Dies Text-Gedicht stammt von Bachs Librettisten Christian Friedrich Henrici (alias Picander) und findet sich in dessen „Ernst-, Scherzhafften und Satyrischen Gedichten“ von 1732. Als Aufführungsdatum teilt Picander den Karfreitag 1731 mit.  Festzuhalten ist: da kennen wir einen Textdichter, den Bach immer zuerst in seinem Sinne bearbeitet hat-, mehr noch: durch Bach erst wurde der Gelegenheitsdichter Henrici, der im Hauptberuf Postobersekretär war, aufgewertet als Librettist vieler Leipziger Kantaten und Passionen. Bach’s Zusammenarbeit mit Henrici ging aber nur, weil  Bach immer glättend und akzentuierend eingegriffen hat. Schwülstigkeiten oder nicht in Bach’s Theologie passende Ausdrücke wurden gestrichen.

Wenn ich am Libretto Picander’s entlang gehe, fallen mir doch einige ‚Wortungetüme‘ und Defizite auf, die ich aus Bach’s anderen Werken nicht kenne. Sie klingen fremd und entsprechen nach meiner Kenntnis nicht Bach’scher Passionsdeutung.

a)  Der Passions-Bericht: Da der Markus-Text festlag, kann ich im Markus-Bericht selbst keine Textkritik üben. Meine Kritik gilt nur den Rezitativen und freien Dichtungen. Zur Vertonung dieser bezog  man sich wie gesagt in der Herrenhäuser Auführung auf den zeitgenössischen und von Bach geschätzen Opernkomponist Reinhard Keiser. Keiser vertont aber die Rezitative völlig undramatisch und verzichtet auf die für Bach so typische Tonsprache. Bereits Bachs Zeitgenosse, der Musikkritiker Mattheson, stellte diese Tonsprache als Bach’s Spezifikum dar. Er urteilte: „Bachs Musik ist nichts anderes als Tonsprache oder Klangrede.“ Um  so mehr fällt dann auf, dass die Christusworte mit den Streichern grundiert sind.

Jetzt klingt Christus zwar nach Bach, aber es fehlt immer noch z.B. das ‚hoheitsvolle‘, das z.B.den Christus der Johannespassion so unverwechselbar macht.  Auch die sog. Turbae-Chöre lagen ja textlich fest, sind aber als Äußerungen der Volksmenge äußerst knapp und instrumental schwach unterlegt. Es fehlen die ‚Affekte‘, die gerade in den Volkschören unbedingt gebraucht werden. Am ehesten konnte noch der Chor Nr. 30 dies bringen. Dieser etwas ‚gebremste‘ Turbae erinnerte mich an die ‚Glashütter Passion‘ eines Anonymus aus der Nach-Schütz-Zeit.

b)    Vgl. nochmal den Text des Markus-Gedichts: http://www.emmaus.de/ingos_texte/markus_txt.html

c)    Die freien Dichtungen:

Chor 1: ‚Geh Jesu, geh zu Deiner Pein. =  zu platt !

Arie (Alt) Nr.7: Mein Heiland, dich vergess ich nicht! = rührend !

Choral 9:  ‚… bessre bald Dein Leben‘ =  simple Vertröstung !

Choral 11: ‚Es wird noch alles werden gut…‘ = Billig !

Arie (Sopran 13) Formulierung ‚er ist vorhanden‘ =  kein Bach-Begriff !

Choral 18+21+23: Passt genau! Wie auf einer Insel der Seligen, flüchte ich mich auf diese Bach-Choräle.

Choral 27: ‚Menschenkraft‘ = kein Bach-Begriff !

Arie (Sopran) 33: ‚Welt und Himmel nehmt zu Ohren, Jesus schreit überlaut …‘: 1. ‚nehmt zu Ohren‘, habe ich sonst nie in einem Bach-Text gehört, 2. ‚überlaut‘ ist so eine platte Formulierung. Dass Jesu Schreien am Kreuz mit ‚überlaut‘ ausgedrückt wird, finde ich bei Bach sonst nicht.

Schlußchor 37: ‚Grab und Leichenstein‘ sind aus Schlusschor Matthäus-Passion (Text ja auch von Picander) bekannt. Diese beiden Begriffe werden aber nie mit ‚ ich will mich bei Jesu weiden‘ (Vorstellung von Jesu=Hirte – Mensch=Schaf) verknüpft. Von ‚Grabschrift‘ ist bei Bach auch nie die Rede. Man kann an die frühe (1713 ?) Weimarer Kantate BWV 63 ‚Christen ätzet diesen Tag in Metall und Marmorsteine‘ denken, in der als Librettist ein Pfarrer aus Halle vermutet (vgl. Dürr, Kantaten S.108).  Nachdem der ‚reife‘ Bach aber in Leipzig Kirchenmusiker ist und im Anstellungsvertrag die Konkordienformel unterschrieben hatte (= Theolog. Charta, die den luth-reformat.Glauben zusammenfasst), muss Bach lutherisch im Sinne der ‚Freiheit eines Christenmenschen‘ gedacht haben: Jesu Schicksal soll nicht ‚eingemeißelt‘ werden, sondern ist eher dem ‚ängstlichen Gewissen‘ zu empfehlen, das es in Freiheit annimmt oder eben nicht.

Vgl. dazu nochmal in Nr.37 den Schluss des Markus-Gedichts: Bei deinem Grab und Leichenstein will ich mich stets, mein Jesu, weiden, und über dein verdienstlich Leiden von Herzen froh und dankbar sein. Schau, diese Grabschrift sollst du haben: „Mein Leben kömmt aus deinem Tod, hier hab‘ ich meine Sündennot und Jesum selbst in mich begraben.“

Mein Fazit:

Man soll die Markus-Passion des Picander als Sprachgedicht stehen lassen. Die Vertonung-Versuche mit Bach-Parodien sind gescheitert.

Man sollte würdigen, dass Bach auch an den Texten seiner Librettos gearbeitet hat. Erst mit dieser Textarbeit konnte seine authentische Tonsprache entstehen.

Es ist schade, dass einmalige Bach-Arien ( z.B. BWV 54, 1 für Alt) unter Wert ‚recycelt werden‘. Bach’schen Töne sollen einem nichtsagenden Text tragen.

Zugegeben: Da waren in Eingangs- und Schlußchor  Bach-Parodien auch mal annähernd gelungen,  Die Choräle (2 davon aus WO) aus Bach’schen Choralsammlungen hatten mich in der Aufführung oft für vorhergehende ‚Grausamkeiten‘ entschädigt

Letztlich kann ich Bach aber nicht auf die wackelige Grundlage ‚Markus-Passion‘ stellen. Weniger Bach ist oft mehr.

Noch 2 Literaturtipps: Lucia Haselböck, Bach-Textlexikon 2004

Johann Boumann, Musik zur Ehre Gottes, daraus besonder S.44-52,  Die musikalisch-rhetorischen Figuren

Als PDF ist eine Anlistung der Versuche einer Rekonstruktion der Markus Passion von J.S. Bach hinterlegt und einsehbar.

Link: Rekonstruktionen der Markus Passion J.S. Bach

Gruß    @Wolfgang

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Ein Link zu den Fotos der Aufführung J.S. Bach Markus-Passion durch die Kantorei Herrenhausen nachstehend:

Link: http://picasaweb.google.com/meinharderich/JSBachMarkusPassionHerrenhauserKircheAm13032010?authkey=Gv1sRgCKj9h7u4odCPowE&feat=directlink

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Renovierung Bach-Museum Leipzig beendet Neueröffnung am 20. März 2010


Hallo Bach-Freunde!

Neueröffnung Bach-Museum Leipzig - (Grafik Gregor Fuchshuber und Partner)

Am 20. und 21. März 2010, dem Wochenende um Bachs 325. Geburtstag, wird das erweiterte und neu gestaltete Bach-Museum Leipzig eröffnet. Das Festwochenende beginnt mit einem großen Publikumstag am Samstag. Angeboten werden Führungen, Konzerte und ein buntes Programm für die ganze Familie. Im Anschluss an einen Festakt im Alten Rathaus übergibt Bundespräsident Horst Köhler am Sonntag, 21. März 2010 das neue Bach-Museum offiziell an die Besucher. An diesem Tag findet auch die traditionelle Geburtstagsfeier für Bach rund um den Thomaskirchhof statt. Mit dem Geburtstagskonzert in der Thomaskirche klingt das Eröffnungswochenende aus.

Samstag, 20. März 2010

Eröffnung des neuen Bach-Museums // Publikumstag

Programm:

10.00 h // Bach-Museum, Foyer
Begrüßung durch Oberbürgermeister Burkhard Jung

10.00–18.00 h // Bach-Museum, Werkstatt
Bastelangebote für kleine und große Bach-Freunde

11.00 h // Bach-Museum, Sommersaal
»BACH – Szenen eines Lebens.« Ein musikalisches Puppenspiel über das Leben Johann Sebastian Bachs mit dem Arche Nova Theater. Uraufführung.

Meike Kreim (Puppenspielerin) und Frank Schenke (Puppenspieler)
11.00–16.00 h // Bach-Archiv, Bibliothek
Tag der offenen Tür

12.00–12.30 h // Thomaskirchhof
Musik mit dem Bläser-Collegium Leipzig vom Erkerfenster des Bach-Museums

12.00 h / 14.00 h // Bach-Archiv, Bibliothek
Zimelienschau in der Bibliothek mit Kostbarkeiten aus der Sammlung

13.00 h / 14.00 h / 15.00 h / 16.00 h / 17.00 h // Bach-Museum, Sommersaal
Musik mit dem Ensemble Noema

13.30 h /14.30 h / 15.30 h / 16.30 h / 17.30 h // Bach-Museum, Sommersaal
Instrumentenvorstellung mit Cornelia Osterwald

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Sonntag, 21.03.2010 | ab 15:00 Uhr | Bach-Museum geöffnet

Eröffnung des neuen Bach-Museums und 325. Bach-Geburtstag

15.00 h // Thomaskirchhof, Bach-Denkmal (bei Regen: Bach-Museum, Foyer)
»Leipzig gratuliert Bach«
Geburtstagsständchen der Leipziger und Tortenanschnitt.

Anschließend ist das neue Bach-Museum bis 18.00 h für Besucher geöffnet.

15.00–18.00 h // Bach-Museum, Werkstatt
Bastelangebote für kleine und große Bach-Freunde

ACHTUNG: Wegen des Besuchs des Bundespräsidenten öffnet das neue Bach-Museum an diesem Tag erst am Nachmittag.

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Das Thomaskonzert am Sonntag, 21. März 2010 um 17 Uhr in der Thomaskirche ist krönender Abschluss des Festwochenendes, an dem das Neue Bach-Museum eröffnet wird und Leipzig Johann Sebastian Bachs 325. Geburtstag feiert.

Hochkarätig besetzt mit dem Thomanerchor Leipzig, dem Leipziger Barockorchester, Knabensolisten des Thomanerchores, Martin Petzold (Tenor) und Gotthold Schwarz (Bass) unter der Leitung von Thomaskantor Georg Christoph Biller erklingen Werke von Bach und Telemann. Die beiden Bach-Kantaten „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ und „Himmelskönig, sei willkommen“ werden umrahmt von Telemanns 71. Psalm „Deus judicium tuum“ und „Jauchzet dem Herrn“ in einer Bachschen Ergänzung. Die besondere Kostbarkeit im Programm ist eine jüngst wiederentdeckte Kantate von Carl Philipp Emanuel Bach: „Ich bin vergnügt mit meinem Stande“, deren originales Aufführungsmaterial von 1725 nun in der Schatzkammer des neuen Bach-Museums ausgestellt ist.

Karten zu 20, 15 und 12 Euro sind im Thomasshop an der Thomaskirche, im Museumsshop des Bach-Museums, an allen – Link: Ticket-Online-Vorverkaufsstellen – und an der Abendkasse erhältlich. Leipzig-Pass-Inhaber erhalten Karten zu 5 Euro an der Abendkasse.

Der Museumsshop des Bach-Museums am Thomaskirchhof 16 hat bereits wieder geöffnet! +)

Informationen: Link: www.bachmuseumleipzig.de

Grüsse

Volker

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+) Text: BachArchiv

RUHR2010 Teil VIII: Ruhrpott aktiv und hautnah


 

Unterwegs im Ruhrpott kann man natürlich sein Programm mit dem Auto abarbeiten, aber dabei geht ein für mich besonders wichtiger Aspekt verloren: Natur und Ökologie im Ruhrgebiet, die mir auch sehr am Herzen liegt. Durch die Reoccupation der ehemaligen Industrieareale durch die Natur, entsteht ein weiterer Reiz dieser Region, der auch immer wieder unterschätzt wird.

Von den Naturfreunden Wuppertal unter der Leitung von Wolfgang Weil, der ein guter Freund von mir ist, werden verschiedene Radtouren angeboten, die durch wirklich schöne Landschaften des Ruhrgebiets führen und somit den Teilnehmer mit allen Sinnen an dieser Kulturlandschaft teilnehmen läßt. Es ist ein Rundumkulturprogramm, das keine Wünsche offen läßt: Neben Besichtigungen historischer Bauwerke, Industriekultur und Ergebnissen des Strukturwandels werden auch soziologische und ökologische Aspekte behandelt. Immer liegen am Wegesrand Burgen, Schlösser oder neue moderne Bauten, die ins Staunen versetzen. Dazu kommen wirklich nette Leute, die alle sehr aufgeschlossen sind. Die Touren sind auch für ungeübte Radfahrer relativ gut zu bewältigen, da die Besichtigungen reichlich Pausen bieten, dazu kommt der unschlagbare Unkostenbeitrag von 12,- Euro pro Person (für Naturfreunde 3,-Euro).

Nachstehend kann das PDF-Programm für die Ruhrtouren und die Touren zur Renaturierung der Emscher runtergeladen werden.

 

Exemplarisch stelle ich Euch hier eine Tour von Herne nach Dortmund vor:

Akademie Mont Cenis (Stadt der Zukunft – ganz unter Glas): Sitz der Fortbildungsakademie des dt. Innenministeriums. Bis 1978 wurde hier fast 100 Jahre Kohle abgebaut, die Zeche wurde danach jedoch abgebrochen. Entstanden ist hier ein Wohn- und Bildungsprojekt, das energetisch völlig autark ist. Es herrscht im Innern eine gleichbleibende Temperatur, die Energie liefert ausschliesslich die Sonne. Der Park um Mont Cenis ist nicht ein importiertes Forum Romanum, sondern eine bewußte Gestaltung mit Elementen des Schwerindustriezeitalters. Die Ähnlichkeit mit antiken Ruinen und die Ehrfurcht davor ist vorhanden und sicherlich gewollt.

Akademie Mont Cenis

Siedlung Teutoburgia: Die Zeche Teutoburgia wurde 1925 wegen Unwirtschaftlichkeit stillgelegt.

Im Ortsteil Börnig findet man heute die unter Denkmalschutz stehende und komplett im Originalstil restaurierte Siedlung Teutoburgia. Keines der 136 Gebäude gleicht dem anderen, und doch bilden sie alle zusammen eine harmonische Komposition.
Als Werkssiedlung für die Zeche Teutoburgia zwischen 1909 und 1923 gebaut, schien die Zukunft ähnlich trist wie die der bereits 1925 stillgelegten Zeche. 1988 begann die VEBA, die Siedlung in Schuss zu bringen und die Fassaden detailgetreu zu rekonstruieren. 1998 erstrahlten die Häuser mit ihren rund 530 Wohneinheiten im neuen Glanz. Teutoburgia hat den Aufstieg zur Villengegend geschafft.
 

Siedlung Teutoburgia

Kunstwald Teutoburgia: Auf dem Hauptplatz dehnt sich neben einer alten Platanenreihe eine mit Wegen durchschnittene Grünfläche aus, eine Art Blumenbeet. Im „klingenden Duftgarten“ verströmen Minze, Kamille, Lavendel und heimische Wildstauden einen angenehmen Geruch. Zum optischen und olfaktorischen Erlebnis kommt noch ein akustisches: Aus vier Holzpodesten erklingt sphärische Musik, die „Windmelodie aus der Tiefe“.

Das Foto zeigt einen Wanderer, der eine Mauer überschreitet. Sinnbild für den Aufbruch der Region.

Zeche und Gewerbepark Erin: Von 1867-1983 förderte diese Zeche, ihr Name rührt vom Gründer, der irischer Landsmann war, ERIN ist die lateinisierte Form von Irland. Zu der Zeche gehört heute eine renaturierte Landschaft mit einem Gewerbepark und es vermittelt den Eindruck von harmonischem Miteinander. Die Aufgabenstellung für Harmonie von Wachstum, Kapitalismus und der Natur bleibt weiter aktuell.

Gewerbepark und Zeche Erin

Zeche Zollern II (schönste Zeche des Ruhrgebietes, das ist wieder was für Iris)Prunkvolle Backsteinfassaden und opulente Giebel mit Zinnenkranz und Ecktürmchen rund um den grünen Ehrenhof erinnern auf den ersten Blick eher an eine Adelsresidenz als an eine Schachtanlage, auf der Kohle gefördert wurde. Genau dies war Teil der Bauidee. Heute ist das „Schloss der Arbeit“ im Westen Dortmunds zweifellos eines der schönsten und außergewöhnlichsten Zeugnisse der industriellen Vergangenheit in Deutschland. Kaum vorstellbar, dass der Bau in den 60er Jahren für den Bau einer Schnellstrasse abgerissen werden sollte. Eindrucksvoll das Konzept der Anlage, sowie ein Jugendstiltor (war mal auf einer Briefmarke). Der Erhalt von Zeche Zollern markiert den Startschuss für die Denkmalpflege der Industriekultur in Deutschland.

Zeche Zollern II

Das Haus Bodelschwingh ist ein Wasserschloss und wurde im 13. Jahrhundert von der Familie von Bodelschwingh errichtet und befindet sich bis heute im ursprünglichen Familienbesitz.Das Schloss Bodelschwingh ist neben dem Wasserschloss Haus Dellwig und dem Wasserschloss Haus Rodenberg die größte und bedeutendste Wasserburg in Dortmund. Die gesamte Schlossanlage ruht auf Eichenholzpfählen.

Schloss Bodelschwingh im Dortmunder Norden

Kokerei Hansa (Führung: ein Highlight der Industriekultur): Die Kokerei besteht hauptsächlich aus dem Bestand von 1928 und der besondere Reiz liegt in der Ökologie,  verschiedene, auch geschützte Pflanzen siedeln sich hier an. Ein gefluteter Lagerraum mutiert zum Feuchtbiotop.

Führung auf der Kokerei Hansa

Bis bald und Fortsetzung folgt. Claudia

Interview in Holland mit Sir John Eliot Gardiner


Hallo Gardiner-Freunde,

auf dem holländischen Fernseh-Kanal: http://www.hetgesprek.nl/archief/3806/ gibt es ein Interview mit Sir John Eliot Gardiner zu sehen. Leider ist es nur in holländisch-englisch zu hören aber @Leen, kann uns ja bei unverstandenen Aussagen aushelfen..!!

Zum Starten des Interviews in das Bild klicken..!!

Zum Interview in das obige Bild klicken…!!

Das Gespräch führte Frenk van der Linden mit Sir Gardiner am 10. März 2010, Gardiner führte darin unter anderem an, dass er am Bach-Buch arbeitet und ein Buch über die „Bach-Cantata-Pilgrimage 2000“ herausbringen möchte…!!.

Grüße

Volker

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Neuveröffentlichungen J.S. Bach Orgelmusik auf meiner Klassikseite auf den Orgelspuren von J.S. Bach


Hallo Orgelfreunde,

Brabant-Orgel in der Johanniskirche Lüneburg hier erhielt J.S.Bach Orgelunterricht von Georg Böhm (1661-1733)

immer wieder faszinieren mich neue Orgelmusik-Veröffentlichungen von J.S. Bach auf  YouTube.

In meinen Orgel-Beiträgen:

Link:    Auf den Orgelspuren von J.S. Bach mit Bild und Textfassung

werde ich eigene Videos mit Orgelmusik von J.S. Bach zu dem oben angeführten Link zu seinen Orgel-Wirkungsstätten in Deutschland entsprechend hinzufügen. Vorab stelle ich ein neues Orgel-Video von mir hier im Blog vor.

Eine Ansammlung mit Fremd-Videos auf  YouTube können auf meiner Playlist-Seite:

Link:  J.S. Bach seine Orgeln in Germany

bei YouTube angesehen werden.

Das neuste Video stelle ich nachstehend einmal vor:

Die Brabant Orgel in St Johannis Lüneburg J.S. Bach BWV 653 „An Wasserflüssen Babylon“

J.S. Bach Orgel BWV 653 „An Wasserflüssen Babylon“

Adam Reinckens Ruf veranlasste den jungen Johann Sebastian Bach während seines Lüneburger Aufenthalts, ihn 1701 in Hamburg zu besuchen, um sich im Orgelspiel bei ihm ausbilden zu lassen. Bach war zutiefst von Johann Adam Reincken’s Improvisationen über den Choral „An Wasserflüssen Babylon“ beeindruckt. Erst 2005 wurde in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek eine eigenhändige Abschrift Bachs aus dieser Zeit von Johann Adam Reincken’s „An Wasserflüssen Babylon“ entdeckt. Wie bekannt, hielt sich J.S. Bach als 15-jähriger in den Jahren 1700 bis 1702 während seines Lüneburg-Aufenthaltes in der Partikularschule des St. Michaelis-Klosters in Lüneburg auf.

In Weimar 2005 in der "Herzogin Anna Amalia Bibliothek" aufgefundene Abschrift: J.S. Bach's Kopie von Adam Reincken's "An Wasserflüssen Babylon"

In Lüneburg wirkte zu Bachs Schulzeit in der Johanniskirche der Organist Georg Böhm (1661-1733). Der aus Thüringen (Hohenkirchen nahe Ohrdruf) stammende Georg Böhm ist ein Schüler des berühmten Hamburger Organisten Johann Adam Reinken (1623-1722) und führte seit 1698 das Organisten-Amt an der St. Johanniskirche in Lüneburg aus. J.S. Bach war sehr beeindruckt von der Größe der Orgel und dem Raumklang, ob er hier ebenfalls die Brabant-Orgel gespielt hat ist mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, da sein Förderer und Freund “Georg Böhm”, von Bach’s Orgel-Spiel sehr angetan war.

Grüße

Volker

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CD-Neuerscheinungen J.S. Bach Johannes- und Matthäus Passion


Hallo Bachfreunde,

es wurden wieder CD-Neueinspielungen von J.S. Bach mit der Johannes Passion und Matthäus Passion in 2010 veröffentlicht. Nachstehend stelle ich sie einzeln vor:

J.S. Bach BWV 244 „Matthäus Passion“ Riccardo Chailly, Gewandhaus-Orchester. Tölzer- und Thomaner Chor. Erscheinungsdatum bei j p c am 5. März 2010 für 24,99 € bis zum 15.4.2010. Danach ist der Bezugspreis: 31,99 Euro.

Cover: Riccardo Chailly Matthäus Passion

Riccardo Chailly hatte es sich im vergangenen Jahr zur Aufgabe gemacht, das Oratorium bestmöglich mit großem Ensemble umzusetzen. Zu seinem Team gehörten nicht nur das Gewandhausorchester, der Thomanerchor und der Tölzer Knabenchor, sondern auch brillante Solisten wie der Bass Hanno Müller-Brachmann mit der Partie des Jesus und sein Kollege Thomas Quasthoff als erster Pontifex. Die Aufführung war ein Erfolg, die Aufnahme nun dokumentiert eine rundum faszinierende Interpretation dieses Säulenwerkes der europäischen Musikgeschichte und setzt die Bach-Reihe Riccardo Chaillys fort, die schließlich im Herbst mit dem „Weihnachtsoratorium“ abgeschlossen wird. +)

Riccardo Chailly interessierte sich, neben dem nahezu vibratofreien Spiel seiner Gewandhausstreicher und den ausgezeichneten Solisten (Christina Landshamer, Marie-Claude Chappuis, Johannes Chum, der vielversprechend klare Tenor Maximilian Schmitt, Thomas Quasthoff und der anfänglich zu opernhafte Hanno Müller-Brachmann) vor allem für die Dramatik der Chöre.

Riccardo Chailly konnte mit beiden Klangkonzepten gut arbeiten, und am Ende vermischten sich die Chöre zu überwältigend intensivem Klanggeschehen, ohne dabei ihrer Individualität beraubt zu sein. Allein dies beweist, wie präzise Chailly, von der Bach’schen Partitur ausgehend, die beiden Originalklangspektren in sich ausformen und zueinander führen konnte. Entsprechend tief beeindruckte das Ergebnis.  1)

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zu beziehen 2 CD‘s bei jpc  mit Hörproben –

Link: –  h i e r  –  klicken..!!

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Eine weitere Neuveröffentlichung J.S. Bach BWV 245 „Johannes Passion“ Roy Goodman, King’s College Choir, „College Choir“ Cambridge. Erscheinungsdatum bei Amazon am 26. Februar 2010 für 23,99 € für zwei Audio-CD’s.

Cover: Roy Goodman Johannes Passion

Mitwirkende:

John Mark Ainsley: Evangelist
Stephen Richardson: Christus
Catherine Bott: Soprano
Michael Chance: Alto
Paul Agnew: Tenor
Stephen Varcoe: Bass / Pilatus

King’s College Choir, „College Choir“ Cambridge
The Brandenburg Consort. (leader: Roy Goodman)
Stephen Cleobury, conductor

Recorded at: King’s College Chapel, Cambridge.

Zwei Audio-CD’s bei Amazon sind über meine Partnerseite zu beziehen:

Link: –  h i e r  – klicken..!!

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Uns ist der Leiter dieser Aufnahme „Roy Goodman“ aus dem Bach-Konzert in St. Michaelis Hildesheim noch in allerbester Erinnerung, ein Spezialist für die historische Aufführungspraxis und großer Bach-Kenner legt hier eine Einspielung der Johannes Passion, BWV 245 vor, die er mit seinem gegründeten Orchester (The Brandenburg Consort) – eingespielt hat. Sehr bekannte Gesangs-Solisten aus der Gardiner SDG-Riege (Bach Cantata Pilgrimage 2000-Tour):

Michael Chance: Alto
Paul Agnew: Tenor
Stephen Varcoe: Bass

sind hier zu hören und erzielen unter der Mitwirkung des vorzüglichen King’s College Choir, Cambridge, eine hervorragende Einspielung..!!

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Neuveröffentlichung als Cassette ab März 2010 Passionsmusik mit Karl Richter.

Der unvergessene und legendäre Bach-Interpret: „Karl Richter“ wird mit einer Neuveröffentlichung seiner eingespielten Passionsmusik in Erinnerung zurück gerufen:

Cassette: 10 CD's Karl Richter J.S.Bach Passionsmusik

Diese nostalgischen Passions-Einspielungen ( 10 CDs für 20,99 € ) als Cassette bei Amazon können über meine Partnerseite bestellt werden. Hervorragende Gesangs-Solisten während der Richter-Ära sind zu genießen und sind für Nostalgie-Kenner ein Genuss der Einmaligkeit und das zu einem Spitzenpreis..!!

Link:  – h i e r  – klicken..!!

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Herzliche Grüße aus dem verschneiten OWL

Volker



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+) Text: KlassikAkzente

1) Textauszüge: nmz

RUHR2010 Teil VII: Zeche im Dornröschenschlaf


Die Ruine der kleinen Arbeitskapelle (das ist ja keine Kathedrahle)

Jenseits der touristischen Pfade und der „Route Industriekultur“ erkunde ich heute das Gelände der Zeche Rudolph in Heidhausen-Oefte. Was es so alles gibt! Ich unterhalte mich meiner Kundin über das journalistische Ruhr2010-Projekt: „Wir haben ja hier auch eine Zeche, Zeche Rudolph, mitten im Wald!“ Na, das wäre doch mal ein echtes Schmankerl für Euch, so ein Geheimtipp. Da wir zu diesem Zeitpunkt noch eine geschlossene Schneedecke hatten, und die Zufahrt bei Schnee etwas kriminell ist, haben wir uns für heute auf eine kleine Wanderung durch den Oefter Wald verabredet. Bei strahlendem Sonnenschein und schneefreier Witterung mache ich mich auf den Weg, es riecht nach Frühling, ich höre einen Specht.  Mir fehlt ein bisschen die Orientierung. Hier soll also eine Zeche sein, alles ist zugewuchert und im Sommer muss man sich hier bestimmt durch das meterhohe Dornengestrüpp und Brennesseln seinen Weg bahnen. Meine Kundin erzählt mir, dass hier die 24-Zimmer Villa des Betreibers gestanden hat. Wie lange ist das her? Circa 80 Jahre? Da ist ja von den Stadtmauern von Jericho mehr übrig! Nur noch eine überwucherte ca. 1,00m hohe Mauer läßt es erahnen.

Reste der Zechenvilla

Der etwas matschige Untergrund führt uns tiefer in den Wald hinein, dann taucht, wie ich es nie vermutet hätte, plötzlich die Ruine des alten Maschinenhauses auf. So groß hatte ich mir diese „Zeche Eimerweise“ nicht vorgestellt und dann noch mitten in der Knüste! Casper David Friedrich hätte es nicht stimmungsvoller im Bild festhalten können. Bemooste Wurzeln schlagen sich ins Gemäuer und machen die Exkursion zu einer glitschigen Angelegenheit, alles ist wie ein großer Abenteuerspielplatz, die Sonne zaubert phantastische Effekte auf das alte Gemäuer, da den Bäumen ja noch das Laubkleid fehlt. Gegenüber der Ruine soll der Fördertum gestanden haben, ein bewachsener kleiner Hügel, das letzte Rudiment. Um das Maschinenhaus stehen Pappeln, wie ich erfahre, Zeichen des Reichtums und Wohlstandes. Auch die Pionierbäume, die Birken haben schon nach der Zechenschliessung eine stattliche Größe erreicht.

Die Ruine des Maschinenhauses

Hinter dem Maschinenhaus liegt der Schachteingang. Wer es nicht weiss, sieht es nicht, die Seiten sind abgerutscht und verschütten den Eingang, die verbleibende Öffnung (Stollenmundlöcher) ist mit einem Gitter gegen Besucher (es ist gefährlich, die Stollen zu betreten) gesichert. Hier ist das Reich der Fledermäuse, die von einer  Naturschutzgruppe betreut werden. Es ist wie, wenn man Reste einer Römerstadt oder einer fast unkenntlichen Burgruine betritt, auf den ersten Blick ist gar nichts zu erkennen! Überall liegen Backsteine herum, die aber als solche gar nicht auszumachen sind, weil sie voller Moos sind! Ein alter Luftschacht ist besser erhalten als der eigentliche Zugang, die meisten Schächte sind auch zubetoniert um Unfällen vorzubeugen, mir wird jedoch berichtet, dass die Schächte allesamt mit Backsteinen als Rundbögen ausgekoffert wurden. Ziemlich nobel, wo sonst nur Holzbalken zum Stützen verwendet wurden.

Stollenmundloch

1872 gind Rudolph in Betrieb, 1873 förderte die Zeche 2048 Tonnen und hatte 31 Mitarbeiter. Bis in 50 m Tiefe  wurde der Flöz Redlichkeit abgeteuft, allerdings stellte man bereits 1878 den Betrieb erstmals ein. 1899 wurde eine großzügige Schachtanlage mit 3 Dampfkesseln gebaut und der Schacht Wilhelm bis auf 90m abgeteuft, jedoch schon 1901 bereits wieder geschlossen (899 Tonnen / 120 Mitarbeiter). Man war auf eine Gebirgsstörung, den sogenannten „Sutan“ gestoßen. Im April 1951 reaktivierte man die Zeche wieder, aber 1966 war dann entgültig Schluss. Seither verfällt alles, das Gelände gehört heute dem Essener Bistum. Viele Strassennamen in Essen Heidhausen sind den Geschehnissen unter Tage zuzuordnen. „Auf dem Sutan“, „An der Braut“, „Sarnsbank“ usw. (Braut und Sarnsbank sind hierbei auch Namen von Kleinstzechen)

Es war eine spannende Reise in die Vergangenheit für die ich mich ganz herzlich bedanke. Wen es interessiert, es gibt eine ganze Reihe von Rundwanderwegen in Heidhausen, die noch andere Leckerbissen und bisher unbekannte Sehenswürdigkeiten preisgeben.

Bis bald, Claudia

J.E. Gardiner – SDG-CDs der DGG bei jpc zum Schnäppchenpreis


Hallo,

dank @Iris kann ich folgendes in den Blog stellen:

Es kommt einer kleinen Sensation gleich, bei jpc wird es ab 12. März 2010 ein Gesamt-Paket von 22 CD’s aus der DGG-Reihe zum Schleuderpreis für 49,99 Euro geben.

Cover: SDG-CD's aus der der DGG-Reihe

Enthalten sind in dem Gesamt-Volumen der DGG: 22 CD’s

John Eliot Gardiner – Bach Cantatas & Sacred Masterpieces

  • 22 CDs i
  • Erscheinungstermin: 12.3.2010 für 49,99 €.

Weihnachtsoratorium BWV 248; Messe h-moll BWV 232;
Matthäus-Passion BWV 244; Johannes-Passion BWV 245;
Magnificat BWV 243; Kantaten BWV 6, 11, 16, 34, 36, 37, 43, 51, 59,
61-64, 66, 72-74, 82, 83, 94, 98, 105, 106, 111, 113, 121, 128, 133, 139,
140, 147, 156, 168, 172, 179, 199, 200

(Sowie Mitschnitte von der „Bach Cantata Pilgrimage 2000“ die von der DGG aufgezeichnet wurden)

  • Künstler: Anne Sofie von Otter, Barbara Bonney, Michael Chance, Anthony Rolfe-Johnson, Ruth Holton, Ann Monoyios, Magdalena Kozena, Mark Padmore, Sara Minardo, Monteverdi Choir, English Baroque Soloists, John Eliot Gardiner
  • Label: DGG , DDD, 1984-2000
  • Bestellnummer: 9613134

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Link:

Die Sonder-CD’s sind  – h i e r  bei  – jpc erhältlich..!!

( mit Hörproben..!!)

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Es handelt sich hierbei nicht um die CD’s der Bach-Kantata-Pilgrimage 2000-Tour, die vom Label SDG-Monteverdi in England durch einen anderen Partner aufgenommen und von SDG vertrieben werden. Es sind Aufnahmen der DGG – (Deutschen Gramophon Gesellschaft) – teilweise aus den 70-er  bis Ende der 90-er Jahre, die mit höchsten Auszeichnungen versehen sind und Referenz-Aufnahmen geworden sind. Wie die h-Moll-Messe, Johannespassion, Matthäuspassion und das Weihnachtsoratorium.

Wie bekannt, wurden einige Aufnahmen – (vier CD’s) – von der DGG während der Bach-Cantata-Pilgrimage-2000 aufgenommen, und sind vom Label SDG-Monteverdi aus rechtlichen Gründen nicht veröffentlicht worden. Die DGG zog sich kurzfristig aus dem Bach-Cantata-2000-Projekt zurück und liess J.E. Gardiner seine Tour fast zum Platzen bringen. In Eigenregie und dem Wollen aller Beteiligten wurde glücklicherweise die Bach-Cantata-2000-Tour auf eigenem Risiko fortgesetzt und zu einem fantastischen Ergebnis vollendet.

Zwölf DGG-Einspielungen im Jahr 1999-2000 von ihnen veröffentlicht:

Cover: 12 Veröffentlichungen der DGG in 1999 und 2000

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DGG-Einspielungen während der „Bach Cantata Pilgrimage 2000-Tour“ im Kalenderjahr 2000:

(Diese CDs werden nicht vom Label-SDG verkauft..!!)

Zu beziehen über amazon oder jpc:

Cover: DGG SDG-CD von 2000 mit den BWV_72_73_111_156

DGG-Einspielung am: 22-24.01.2000 Chieses di San Marco, Mailand. BWV 72, 73, 111, 156.

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Cover: DGG SDG-CD von 2000 mit den BWV_82_ 83_ 125_ 200

DGG-Einspielung im: Februar 2000 Christchurch, Priory Church, Dorset. BWV 82, 83, 125, 200.

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Cover: DGG SDG-CD von 2000 mit den BWV_94_105_168

DGG-Konzert-Mittschnitt von 08/2000 S. Nicolò, Meran. BWV 94, 105, 168.

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Cover: DGG-SDG CD von 2000 mit den BWV_199_179_113

DGG-Konzert-Mittschnitt von 09/2000

aus St. David’s Cathedral, Pembrokeshire-Wales / UK. BWV 113, 179, 199.

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Hörproben sind bei amazon und jpc hinterlegt, teilweise können die CD’s im mp3-Format runtergeladen werden. Es sind DGG-CD’s mit hervorragenden Aufnahmen und kann sie nur wärmstens empfehlen.

Gruß Volker

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Meine Vorschläge zum MDR Musiksommer 2010 – Johann Sebastian Bach und seine Städte


Divi Blasi Kirche Mühlhausen

Johann Sebastian Bach : Porträt von Elias Gottlob Haußmann, Leipzig 1748

Hallo,

wie im vergangenem Jahr stelle ich bemerkenswerte Konzerte im Rahmen des “MDR-Musiksommers 2010″ – aus der Reihe “Johann Sebastian Bach und seine Städte” – vor, hier einige Auszüge aus den PDF-Angaben vom MDR. Aber zu beachten ist auch das übrige PDF-Programm vom MDR-Musiksommer, u.a. mit Andris Nelsons mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra am 13. August in Weimar,The  King’s Singers, Calmus-Ensemble – ich könnte mit der Zunge schnalzen, was für fantastische Konzert-Programme und das an historischen Stätten – mein Urlaub könnte in Mitteldeutschland stattfinden, die Preise sind so human, da kann ich dem MDR zur Preisgestaltung nur gratulieren, wunderbar..!!

PDF Programm

Link: Zum PDF-Programm MDR-Musiksommer 2010

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Alle Angaben und Rechte bei:

© 2010 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Stand: 28.02.2010
ÄNDERUNGEN VORBEHALTEN !!

KARTENBESTELLUNGEN- teilweise Online möglich –

siehe in den einzelnen Ankündigungen.

Bei allen Fragen rund um die Kartenbestellung stehen Ihnen die
Mitarbeiter der MDR Ticket-Galerie Leipzig gern zur Verfügung.

MDR Ticket-Galerie
Hainstraße 1 | 04109 Leipzig

Montag-Freitag | 9.00 – 20.00 Uhr –

Telefon: 0341.14 14 14

Samstag | 10.00 – 16.00 Uhr

Telefax: 0341.14 14 121

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MDR: von Eisenach bis Leipzig laden wir Sie ein, den Spuren des großen Thomaskantors nachzufolgen. Dafür haben wir bedeutende Interpreten eingeladen, die Werke von Johann Sebastian Bach auf barockem oder modernem Instrumentarium an den authentischen Spielorten darbringen. Eine Reise über einige Tage, die immer wieder neue Aspekte birgt.


ENSEMBLE 1700
Europäische Kammermusik des 17. und 18. Jahrhunderts präsentiert in einem abwechslungsreichen, lebendigen und reizvollen Blockflötenkonzert von Dorothee Oberlinger und dem Ensemble 1700.

Eisenach, Georgenkirche am 18.07.2010 um 17:00 Uhr

Preise ab 15,40 EUR incl. 19 % UST

Link: Eintrittskarten-Online-Buchung..!!

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LEIPZIGER CONCERT & CALMUS ENSEMBLE

:
In diesem Konzert werden Werke von Wolfgang Amadeus Mozart vorgestellt, ergänzt durch Lieder aus Schemellis Gesangbuch von Johann Sebastian Bach.

Bachkirche Arnstadt

Arnstadt, Bachkirche am 20.07.2010 um 19:30 Uhr

Preise ab 15,40 EUR incl. 19 % UST

Link: Eintrittskarten-Online-Buchung..!!

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EVGENI KOROLIOV
„Wenn ich nur ein Werk mit auf die einsame Insel mitnehmen darf, so wähle ich Koroliovs Bach, …“ György Ligeti Lauschen Sie einer der herausragendsten Persönlichkeiten der internationalen Klavierszene.

St. Bartholomäikirche Dornheim

Dornheim, St. Bartholomäikirche am 21.07.2010 um 19:30 Uhr

Preise ab 15,40 EUR incl. 19 % UST

Eintrittskarten nur vor Ort zu beziehen:

in Dornheim:

St. Bartholomäi 99310 Dornheim Tel. 03628.48 543

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HIRUNDO MARIS :
Mit ihrem unverkennbar zarten und reinen Klang verzaubert die Harfenistin Arianna Savall die Besucher der Kirche St. Blasi. Nicht verpassen!

Divi Blasi Kirche Mühlhausen

Mühlhausen, Divi Blasi am 22.07.2010 um 19:30 Uhr

Preise ab 15,40 EUR incl. 19 % UST

Link: Eintrittskarten-Online – Buchung..!!

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THÜRINGISCHER AKADEMISCHER SINGKREIS
Die Sänger und Sängerinnen des Thüringischen Akademischen Singkreises führen durch Stationen der Entwicklung der musikalischen Techniken und stellen dabei eine herausragende a-cappella-Musik vor.

Erfurt Predigerkirche

Erfurt, Predigerkirche am 23.07.2010 um 19:30 Uhr

Preise ab 15,40 EUR incl. 19 % UST

Link: Eintrittskarten-Online – Buchung..!!

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THE KING´S SINGERS :
Ein Höhepunkt für alle Liebhaber erstklassiger A-cappella-Kunst! Die »funkelndsten Zacken in Englands Krone«, die King´s Singers, präsentieren erstklassige Vokalmusik aus vier Jahrhunderten.

Weimar, Herderkirche am 24.07.2010 um 17:00 Uhr

Preise ab 17,60 EUR incl. 19 % UST

Link: Eintrittskarten-Online – Buchung..!!

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ENSEMBLE CONCERTO SACRO :
Genießen Sie einen absolut homogenen Zusammenklang und die sehr differenzierte und lebendige Interpretation.

Meiningen Stadtkirche

Meiningen, Stadtkirche am 25.07.2010 um 17:00 Uhr

Preise ab 15,40 EUR incl. 19 % UST

Link: Eintrittskarten-Online – Buchung..!!

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ALINA IBRAGIMOVA & CÉDRIC TIBERGHIEN :
Kein Gesang! Ein Duo der Extraklasse erwartet die Konzertbesucher im neuen Johann-Sebastian-Bach-Saal des Köthener Schlosses. Auf Violine und Klavier erklingen Werke von Johann Sebastian Bach, Franz Schubert und Robert Schumann.

Bachsaal Köthen

Köthen, Bachsaal am 27.07.2010 um 19:30 Uhr

Preise ab 15,40 EUR incl. 19 % UST

Link: Eintrittskarten-Online – Buchung..!!

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THÜRINGISCHES KAMMERORCHESTER WEIMAR & LEIPZIGER VOLKSENSEMBLE
Junge und bereits mehrfach ausgezeichnete Solisten, sowie Profis aus Weimar und das Leipziger Vocalensemble gedenken mit ihrem musikalischen Wirken neben dem Todestag von Johann Sebastian Bach auch dem 200. Geburtstag Robert Schumanns.

Thomaskirche Leipzig

Leipzig, Thomaskirche am 28.07.2010 um 19:30 Uhr

J.S. Bach

Kantate »Herr Jesu Christ, wahr‘ Mensch und Gott« BWV 127

Kantate »O Jesu Christ, meins Lebens Licht« BWV 118

das Requiem Des-Dur op. 148 des intensiv mit Leipzig verbundenen Komponisten Robert Schumann.

Preise ab 17,60 EUR incl. 19 % UST

Link: Eintrittskarten-Online – Buchung..!!

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Grüße

Volker



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RUHR2010 Teil VI: Neues Museum im Ruhrland


Ruhrland Museum auf Zollverein

Heute haben wir mit Freunden das neue Ruhrlandmuseum auf Zollverein besucht. Das Wetter zeigt sich von seiner „musealen Seite“ (es regnet in Strömen), so dass wir draußen auch nichts verpasst haben. Pünktlich um 10.00 Uhr morgens öffnet die große Rolltreppe, die orange beleuchtet ist wie ein Strom Roheisen im Inneren des Hochofens, ihre Tore und läßt uns in den Bauch der ehemaligen Kohlewäsche. Ein riesiger großzügiger Empfang lädt ein. Bereiche der Waschanlagen, die früher mit Führung schon zugänglich waren, wurden in die neue Architektur des Stuttgarter Architekturbüro HG Merz integriert.

Die beeindruckende Lichttreppe

Zuerst betritt man den Gegenwartsbereich, der auf einer Fotoaussstellung und Kuriositätensammlung bestimmte Klischees und Realitäten des Ruhrgebiets beleuchtet, wie z.B. die Schrebergartenmentalität, Feinripp und Würstchengrill, Migrationsghettos, Proletentum mit getunten Mantas usw. Es ist so ein bisschen ein Brainstorming aus gesammelten Werken aus dem Wirtschaftswunder, Geologischen Fünden und einer derben Sprach- und Esskultur, die Puzzleteile zum Mythos Ruhrgebiet liefern sollen. Da stellt einer seine SA Spielfiguren zur Verfügung, Bergmannsuniformen, ein Fuchssschwanz vom Manta, 60-er Jahre Geschirr („der Teller is´ egal, Hauptsache ´nen Kotlett drauff“) es fehlen aber auch nicht „Sargdeckel“ (riesige Gesteinsbrocken, die am Ende eines Flözes oft zu schweren Unfällen geführt haben) oder stumme Migranten, bestimmte Pflanzen, die sich nach der Stilllegung ihr Territorium wieder zurückerobert haben. Es läßt schmunzeln und macht manchmal auch nachdenklich.

Wollhaarnashorn

Im „Gedächtnisbereich“ geht es dann um Fakten, chronologisch wird (in toller Präsentation!!!) die Entstehung der Kohle im Karbon mit ihren archäologischen Funden bis zur Neuzeit dargestellt. Von alt- bis jungsteinzeitlichen Funden gehts weiter über den Einfluss der Römer, das Frankenreich, die Christianisierung, Aufstreben der Städte der Ruhrregion, Bedeutung des Hellwegs und der Hanse, Engelberts Tod und seine Folgen (darüber habe ich bereits berichtet). Es schliesst an eine kleine phantastische geologische Sammlung und ein kleiner ethnologischer Teil mit afrikanischen Masken und Schrumpfköpfen aus Papua Neuguinea (naja). Dieser „Gedächtnis“-Teil hat mir gut gefallen, da vieles knapp und prägnant erklärt wurde und die Chronologie durch die einzelnen Räume vereinfacht wird. Es wird mir hierbei klar, dass das Ruhrgebiet schon vor Krupp bedeutende Persönlichkeiten hervorgebracht hat (Mercator…).

Portal des Gelsenkirchener Renaissanceschlosses Blick vom Renaissancetrakt in den nächsten Raum

Die dritte Ebene beschäftigt sich mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts,  die NS Zeit und die Bedeutung der Stahlindustrie, Bedingungen von Migranten, das normale Leben, Umweltverschmutzung, Renaturierung, Niedergang der Region, der noch nicht abgeschlossene Strukturwandel, sowie die einzelnen Produktionsprozesse über Kohleverarbeitung. Ich werde garantiert dieses Museum noch einmal besuchen und mit Ebene 3 anfangen, da wir nach 2h Informationsinput nicht mehr so richtig aufnahmefähig waren. Mir hat besonders gut die Synthese aus ursprünglich belassener Architektur, die Archaik der industriellen Anlagen und moderner Auffassung von innovativer, attraktiver Architektur gefallen, so dass der Besuch des Ruhrlandmuseums als lohnenswert eingestuft werden kann. Die Informationen waren gut veständlich, interessant präsentiert, so dass auch nichts mehr von dem muffigen Charme früherer naturkundlicher Museen bleibt. Um Zollverein herum macht sich die Gentrifizierung breit, das heisst, die prosperierende Gegend, die vormals von einem eher armseligen Malochertum geprägt war, wird von kapitalkräftigen Neubauten und einer neuen, yuppiehaften Kultur verdrängt, die von dieser Aura des Weltkulturerbes profitiert und den „Lebensraum“ für die angestammten Bewohner verteuert.

Alfred K., das alte Filzauge

Alfred Krupp, das alte Filzauge

Ich verabschiede mich mit dem Standardbild von Zollverein, vielleicht kann man auch erkennen, dass diese Architektur ein wenig einschüchtert…

LINK: www.ruhrmuseum.de

Eintritt: Erwachsene 6,-Euro

Aufwiedersehen! Fortsetzung folgt, Claudia

Aufwiedersehen!

Klassik-News über Händel und Wilhelm Friedemann Bach


Hallo,

einmal wieder etwas Neues aus der Klassik-Welt aus Halle an der Saale:

Georg Friedrich Händel (1685-1759)

Anlässlich des 325. Händel-Geburtstags präsentiert die Stiftung Händel-Haus eine neue Händel-Bibliographie online. Damit macht das internationale Zentrum der Händel-Pflege in Halle einen weiteren Teil seiner umfangreichen Informationssammlung im Internet zugänglich. „Das Werk und die Persönlichkeit Georg Friedrich Händels haben bis heute zu einer unüberschaubaren Menge an Veröffentlichungen aller Art geführt. Allein im Jubiläumsjahr 2009 war die Zahl der Neuerscheinungen doppelt so hoch wie in den Jahren davor.

Stiftung Händel-Haus in Georg Friedrich Händels Geburtsstadt Halle (Saale)

Händel-Haus Halle/Saale (Foto: H.Fechner)

Unter einem Dach vereint die 2008 gegründete Stiftung Händel-Haus verschiedene Aktivitäten, um das musikalische Erbe des Komponisten Georg Friedrich Händel (Halle 1685 – London 1759) zu pflegen und zu erforschen. In der Großen Nikolaistraße im Zentrum von Halle widmen sich Musikwissenschaftler und Händel-Forscher dieser bedeutenden Aufgabe in den Bereichen: Musikmuseum, Händel-Festspiele, Museumspädagogik, Bibliothek / Archiv, Restaurierungsatelier.

Digitale Bibliothek:

Link: http://www.haendelhaus.de/de/bibliothek/digi_bib/

Zur Operndatenbank des Händel-Hauses

———-> LINK
•  Geburtshaus Georg Friedrich Händels • Ausstellungen • Konferenzen • Konzerte •  Museumspädagogik

• Musikbibliothek • Bild- und Tonarchive • Musikinstrumenten-Sammlung •  Restaurierungsatelier
Montags bleibt das Museum geschlossen!
Öffnungszeiten:

15. April bis 31. Oktober
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr

1. November bis 31. März
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 17 Uhr

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Link zu dem Programm Händel-Festspielen 2010

nachstehend:

http://www.haendelfestspiele.halle.de/de/programm/

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Die Händelstadt Halle erhält 2010 ein weiteres Musikmuseum. Anlässlich des 300. Geburtstages des Komponisten Wilhelm Friedemann Bach, der mehrere Jahre in Halle lebte und als Musikdirektor und Organist an der Marienkirche wirkte, richtet die Stiftung Händel-Haus in seinem einstigen Wohnhaus eine neue Dauerausstellung ein.

Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784)

Die Ausstellung wird neben Wilhelm Friedemann Bach die reiche Musikgeschichte der Saalestadt von Samuel Scheidt über Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach bis hin zu Robert Franz thematisieren. Besucher können die neue Ausstellung während der Händel-Festspiele (3. bis 13. Juni 2010) zum ersten Mal besichtigen.

Nach Ende des Festivals wird die Ausstellung für die finalen Baumaßnahmen noch einmal temporär schließen, um im Herbst dauerhaft an zwei Wochentagen (Freitag und  Samstag) zu öffnen. Ein kombiniertes Eintrittsticket ist für den Besuch des Händel-Hauses und des Wilhelm-Friedemann-Bach-Hauses vorgesehen.

Link: http://www.haendelhaus.de/de/presse/news/artikel/friedemann_bach_haus.html

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Grüße

Volker

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Momente der Ewigkeit: Ein Sonntagabend in Oberhausen


(Es gibt diesmal keine weiteren Bilder, weil ich mich nicht getraut habe zu fotografieren, die Stimmung war so erhaben…)

Christus-Kirche Oberhausen

Mein Gesundheitszustand läßt mal wieder zu wünschen übrig, mich hat mal wieder der Erkältungsvirus erwischt. Heute abend steht aber das Konzert im Rahmen der „Ruhrpilgrimage“ in der Oberhausener Christuskirche mit dem Leipziger Barockorchester auf dem Programm. Nach der Wegbeschreibung auf Googlemap muss es einfach zu finden sein, rauf auf die 40 (wir meinen damit unsere Hauptverkehrsader, die A40), Oberhausen runter, links und immer gerade aus. Ich raffe mich auf, das verspricht eine qualitätsvolle Aufführung zu werden. Zu ständigem nervigem Nasenlaufen und Dauerhusten stellt sich schon in Bredeney der Wunsch nach einem Ort mit diesen Herzchentüren ein. Ich finde den Aufführungsort trotz voran beschriebener Wehwehchen sofort. Einen praktischen Parkplatz stellt mir das Universum ebenfalls bereit.

Die ev. Christuskirche von 1864 macht einen düsteren, wehrhaften Eindruck im Halbdunkel des endenden Tages, es ist die größte Kirche, die ich auf meiner Kantatenreise bislang besucht habe. Da ich natürlich viel zu früh bin, schaue ich mich um. Aha, diese Familie, die in Bergerhausen letzte Woche vor mir gesessen hat und noch so ein Tünnes, den ich schon in Kupferdreh gesehen habe. Die Bänke sind unbequem, ich kann schon nach einer Viertelstunde nicht mehr sitzen. Das ist ein gutes Indiz, an den heiligsten Orten der Musik sitzt man auch immer total unbequem. Die Kirche ist rappelvoll, was natürlich ein Zeichen der guten Resonanz des Kantatenzyklus ist.

Als das Orchester mit Faschs Konzert C-Moll für 2 Oboen und Fagott loslegt, ist sofort klar, dass hier absolute Profis musizieren, zu allem Überfluss auch noch auf historischen Instrumenten. Es ist ein typisches barockes Divertierstück, allerdings im Instrumentalsolo recht virtuos, auch für das eher wenig im Solobereich herausgestellte Fagott. Dieses kleine à-mis-bouche liess bereits die kammermusikalische Präzision erkennen, die die Grundlage für das nächste Werk, BWV 131 „Aus der Tiefen“ erahnen läßt. Das Publikum ist von der Qualität und der Spielfreude der Leipziger so überrascht, dass sie spontan applaudieren, das ist bei den anderen Konzerten nicht passiert.

Der Kantor und musikalische Leiter Konrad Paul ist ein junger Kerl so um die 30 und hält die Werkeinführung zu BWV 131, die sich auch für die Laien auf die markantesten Anhaltspunkte beschränkt. Dann gehts los.

Der Chor, die ev. Singgemeinde (schon wieder so ein nichtssagender Name eines guten Chores) fügt sich nahtlos in das vom LBO vorgegebene Niveau ein. Das Tempo und die Dynamik lassen keine Wünsche offen, phänomenal auch die Männerstimmen, die zwar nicht unbedingt in Massen vertreten sind, aber – auch die Tenöre – geben eine homogene, lebendige und gut kontrollierbare Vorstellung ab. Paul stellt die wichtigen Teile in den einzelnen Stimmen so dar, dass trotz des etwas halligen Raumes, die anderen Stimmen sich zurücknehmen und so alles nicht zu einem Brei, sondern zu einem gut verständlichen, tranparentem Konstrukt verwebt wird, dass Bachs Musik mehr als gerecht wird. Der Kracher dieser Aufführung sind auch die beiden Solisten, Kai Wefer-Bass und Raimund Fürst-Tenor. Kai Wefer hat eine durchdringende, sehr professionelle Stimme, die trotz mancher Verführungen des Stücks sich an die „Fliessgeschwindigkeit“  der Melismen hält. Einfach nur wunderschön, ich bin total gebannt. Der Tenor hat es da mit seiner Arie, „meine Seele wartet auf den Herrn“ noch ein wenig schwieriger, aber auch Raimund Fürst fügt sich nahtlos stilsicher für die „Alte Musik“ in das Ensemble ein. Er spannt mit elegant, weichem Tenor einen geschmeidigen musikalischen Bogen ohne diesen zu überspannen. Wie Perlen reihen sich Töne aneinander und sind alle von gleicher Schönheit. Kein Wunder, noch so ein Vollprofi, hat er sich doch auf die historische Aufführungspraxis spezialisiert.

Nach einer prägnanten und zackigen Predigt, die sich diesmal zeitlich auch im Rahmen gehalten hat, folgen noch aus Haydns „Stabat Mater“, das Tenor Solo mit Chor, das Bass Solo „Pro peccatis suae gentis“ und noch ein Tenorsolo „Vidit suum ducem natum“. Auch hier spürt man, dass alle Meister ihres Fachs sind. Papa Haydn fordert eine andere Stimmung als der gute Meister Bach. Hier kommt es musikalisch und stimmlich zu (kontrollierten) Gefühls- und Stimmeruptionen, die andere Facetten des solistischen Könnens beleuchten. Auch Papa Haydn hat mir sehr gut gefallen. Nach einem Gebet und dem „Vater Unser“ wird der Chor „Ich harre des Herrn“ wiederholt.

Konrad Paul hat einen phantastischen Chor und gute Kontakte zu herausragenden Musikern, hier hat alles gestimmt, von wegen wir im Ruhrgebiet können nur Kohle… Das war sicherlich nicht das letzte Mal, dass ich in Oberhausen gewesen bin. So kann die Woche kommen und das Wochenende gehen.

http://www.singgemeinde.de/

http://www.christuskirche-oberhausen.de/

mit beseelten Grüßen, Claudia

Meine J.S. Bach-Eindrücke aus der St.Michaelis-Kirche Hildesheim mit der NDR-Philharmonie


Hallo,

ein bedeutendes Bach-Konzert mit Dresdener Barock-Komponisten  (Johann David Heinichen (1683-1750) und Jan Dismas Zelenka (1679-1745) – fand am Samstag, 20. Februar 2010 in  der St. Michaelis Kirche in Hildesheim statt. Die St.Michaelis-Kirchengemeinde in Hildesheim feiert in 2010 das 1000-jährige Bestehen. Aus diesem Anlass werden hochkarätige Konzerte in 2010 angeboten.

Link: http://evlka.de/michaelis2010/content.php?contentTypeID=1134

St.Michaelis-Kirche in Hildesheim

1000 Jahre St.Michaelis-Kirche in Hildesheim

Vor allem für Kunst- und Architektur-Interessierte ist das Jubiläum ein besonderer Termin, denn nördlich der Alpen gibt es keinen romanischen Bau, der es an Bedeutung mit St. Michaelis aufnehmen könnte. Mit ihrem einzigartigen Deckengemälde ist die Kirche offizielles Welterbe der UNESCO.

„Gottes Engel weichen nie“, heißt das Motto des Jubiläums. Engel sind eigentlich kein ureigenes, prominentes Thema der evangelischen Kirche, doch hier spielen sie eine entscheidende Rolle – nicht nur wegen des Namensgebers, des Erzengels Michael. Die Architektur wurzelt tief in der christlich-mittelalterlichen Zahlenmystik, die wiederum die Überzeugung widerspiegelt, dass Gottes Schöpfung von einer alles durchdringenden Harmonie beseelt ist. +)

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Programm:

NDR Philharmonie & NDR Chor

20.02.2010 – 20.00 Uhr St.Michaelis-Kirche, Hildesheim

Dirigent Roy Goodman

Solisten

Johannette Zomer, Sopran

Bogna Bartosz, Alt

James Gilchrist, Tenor

Peter Harvey, Bass

Johann Sebastian Bach

„Nun ist das Heil und die Kraft“ für Doppelchor und Orchester BWV 50

Johann David Heinichen

Concerto F-Dur Seibel 235

Johann Sebastian Bach

„Es erhub sich ein Streit“, Kantate für Soli, Chor und Orchester BWV 19

Jan Dismas Zelenka

Sinfonia a-moll a 8 concertanti ZWV 189

Johann Sebastian Bach

„Herr Gott, dich loben alle wir“, Kantate für Soli, Chor und Orchester BWV 130

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In der sehr gut gefüllten, aber kalten und zugigen St. Michaeliskirche erwarteten die Besucher ein kontrastreiches Barockprogramm, durchgeführt von der NDR Radiophilharmonie und dem NDR-Chor. Eine Übertragung des Konzertes wird es voraussichtlich am 4. April 2010 auf NDR-Kultur geben.

NDR-Radiosymphonieorchester in der St. Michaelis Kirche Hildesheim Mit Werken von J.S. Bach (1685-1750) - Johann David Heinichen (1683-1729) und Jan Dismas Zelenka (1679-1745)

Am Anfang erklang aus den Michaelis-Kantaten das Fragment von J.S. Bach, BWV 50 „Nun ist das Heil und die Kraft“. Schon hier war festzustellen, wie problematisch ein Werk mit großem Chor in der wunderbaren St. Michaeliskirche aufzuführen ist. Die klangwuchtige Kantate verhallte in dem riesigen Kirchenraum und der Hörer musste sich auf diese ungewohnten akustischen Verhältnisse erst einmal einstellen.  Mir viel als Vergleich die grandiose Aufführung von Gardiner beim Bachfest 2007 in der Nikolaikirche in Leipzig ein, das war ein Konzert-Erlebnis puren Vergnügens. Schnell löste ich mich aus diesen Vergangenheits-Erinnerungen und stellte mich auf diese ungewohnte Hör-Situation entsprechend ein. Die Aufführenden gaben ihr Bestes und gaben innerhalb der weiteren Programmabfolge eine wunderbare orchestrale Glanzleistung ab.

Was danach folgte, war ein Höhepunkt des Konzertabends.

Konzertstück von Johann David Heinichen: Concerto F-Dur Seibel 235 Horn: Stefanie Rübel

Johann David Heinichen (1683-1729), das Concerto F-Dur Seibel 235 – wurde in einer barocken Glanzwiedergabe aufgeführt. Hier entpuppte sich die ansonsten problematische Akustik als Helfer für das Orchester und wurde ein fantastischer Kunstgenuss. Heinichen, am Dresdener Hof angestellt, komponierte hier ein Werk mit barocken Klangfinessen. Die Hörner waren wahre Könner und gaben eine Glanzvorstellung ab, besetzt mit der Hornistin: Stefanie Rübel und Fritz Kettschau – wirkten sie virtuos und mit  einer Leichtigkeit musizierten sie in den schwierigsten Passagen, dass der Hörer fasziniert von dieser Werkswiedergabe staunend diesem schönen Werk lauschte.

Eine kleine Heinichen – Hör-Kostprobe mit den Hörnern gefällig, hier ist sie:

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Abgerundet wurde vor der Pause das Programm mit der Bach-Kantate: BWV 19 „Es erhub sich ein Streit“ von 1726 zum Michaelisfest. Als Gesangs-Solisten wirkten in dieser Kantate mit: Sopran: Johannette Zomer aus den Niederlanden, der allseits bekannte und beliebte Tenor aus der von Sir Gardiner durchgeführten Bach-Cantata-Pilgrimage 2000-Tour: James Gilchrist und ebenfalls aus dieser Cantata-Tour bekannte und beliebte Bariton: Peter Harvey. Diese beiden Gesangs-Solisten waren die Würze in dieser Bach-Kantate, hier fiel die Sopranistin sängerisch etwas ab. In der Arie: „Bleibt ihr Engel, bleibt bei mir“ (auch das Themen-Motto für das 1000-jährige Festjahr in 2010 von St. Michaelis – eben dieser Kantate entlehnt), war ein Ohrwurm, wie inbrünstig und überzeugend diese Gesangsaussage von James Gilchrist vorgetragen wurde, war herzzerrührend, das sind diese schönen Momente in den Bach-Werken, wo der Hörer mitgenommen wird und sich in eine andere  heile Welt verrückt sieht..!! Hier an vorderster Front platziert, waren die Gesangs-Solisten akustisch kein Problem sondern ein exzellenter Kunstgenuss.

Nach einer längeren Pause wurde instrumental von Jan Dismas Zelenka (1679-1745) sein sinfonisches Werk: „Sinfonia a 8 concertanti a-moll, ZWV 189 von 1723, komponiert in Dresden und ebenfalls als Musiker am Dresdener Hof angestellt, zu Gehör gebracht.

Werk von Jan Dismas Zelenka: Sinfonia a-Moll a 8 concertanti ZWV 189 die Glanzvorstellung mit der Querflöte von: Heike Malz

Hier entpuppte sich wiederum, welch fantastische Könner an Instrumental-Solisten das NDR Radiosymphonieorchester in seinen Reihen besitzt. Ich meine als Querflöten-Spezialistin die Heike Malz in dem Programmheft ausgemacht zu haben, ganz sicher bin ich mir da aber nicht…!! Dieses Querflötenspiel auf einem historischen Instrument  war die Kernaussage in diesem barocken Werk und war für mich der absolute Höhepunkt.

Eine kleine Zelenka – Hör-Kostprobe mit dem wunderbaren Fagott – Violin-Cello und Querflöte aus Satz IV „Arie“ gefällig, hier ist sie:

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Der große Meister: Englischer Dirigent: Roy Goodman

Zum krönenden Abschluss noch einmal J.S. Bach mit dem BWV 130 „Herr Gott dich loben alle wir“ von 1724. Hier war ich auf die polnische Altistin: Bogna Bartosz gespannt, allseits hoch gelobt als eine hervorragende Gesangs-Solistin. Hier wurde der Hörer nicht enttäuscht, sie entfaltete einen großartigen Gesangs-Part und stellte die enttäuschende Sopranistin klar in den Schatten, Diese Pracht-Kantate lebt von ihren Gesangs-Solisten und wurde wiederum zu einem glanzvollen Höhepunkt. Die Gardiner-Gesangs-Truppe war wieder beseelt dabei und gaben ihr die rechte Würze. Hierbei möchte ich auch einmal Peter Harvey lobend erwähnen, was für eine deutliche deutsche Wortartikulation er besitzt ist schon verblüffend, hier benötigt der Besucher keinen Wort-Text, das vollbringt der Bariton Harvey in perfekter Art und Manier, das zu artikulieren. Ein Traumgesang mit dem „Der alte Drache brennt vor Neid“ – perfekt gelungen, Herz was willst Du mehr. Mit dem Choral: „Darum wir billig loben dich“ endete ein in sich wieder abgerundetes schönes Konzerterlebnis.

Von links: Tenor James Gilchrist; Alt: Bogna Bartosz (Polen); Sopran: Johannette Zomer (Niederlande)

Als ein umsichtiger und liebenswürdiger Leiter des Konzertes ist der englische Dirigent Roy Gootman – (Gründer des englischen „Brandenburg Consort“) zu benennen, vertraut mit der historischen Aufführungspraxis. Ein wunderbar inspiziertes NDR Orchester, besetzt mit Spitzen-Instrumentalisten, hier einmal noch zusätzlich erwähnt die 1. Violonistin: Katrin Rabus, eine wahre Könnerin.

Bildmitte: die hervorragende 1. Violonistin: Kathrin Rabus

Von links: Bass-Bariton: Peter Harvey; Tenor James Gilchrist; Alt: Bogna Bartosz (Polen)

PDF  Zeitungs-Rezension – h i e r – klicken..!!

Schön, dass die Dresdener Barock-Komponisten Heinichen und Zelenka einem in Erinnerung zurückgerufen wurden. Als wahrer Meister der Barock-Komponisten ist wieder einmal der Name: „Johann Sebastian Bach“ zu nennen,  er war der strahlende Über-Engel an diesem Abend.

Gruß

Volker

+) Text: St. Michaelis

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Radiotipps KW 8


Hallo zusammen,
NDR
besser spät als gar nicht – hier habe ich ein paar Tipps für Euch:

20.2.
NDR Kultur
19-20
Geistliche Musik
Vater unser-Vertonungen aus verschiedenen Jahrhunderten / King’s Singers
Aufzeichnung vom 22.07.2009 im Rahmen des Schleswig–Holstein Musik Festivals

 21.2.
Deutschlandradio Kultur
6-7
Sonntagsmotette
Ludwig van Beethoven
Messe C-dur op. 86
Charlotte Margiono, Sopran
Catherine Robbin, Alt
William Kendall, Tenor
Alastair Miles, Bass
Monteverdi-Chor London
Orchestre Revolutionaire et Romantique
Leitung: John Eliot Gardiner

NDR kultur
11-13
Musikfest Bremen 2009
Johann Sebastian Bach: Geist und Seele wird verwirret, Kantate BWV 35
Sinfonia aus „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“, Kantate BWV 12
‚Ich will doch wohl Rosen brechen’ aus „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch“, Kantate BWV 86
‚Schläfert allen Sorgenkummer’ aus „Gott ist unsre Zuversicht“, Kantate BWV 197
Georg Friedrich Händel: Concerto grosso B-Dur HWV 313
‚L’alma mia’ aus „Agrippina“, 1. Akt
‚Scherza infida’ aus „Ariodante“, 2. Akt
Concerto grosso d-Moll HWV 316
‚Resign thy club and lion’s spoils’ aus „Hercules“, 2. Akt
Anne Sofie von Otter, Mezzosopran
Concerto Copenhagen / Ltg.: Lars Ulrik Mortensen
Aufzeichnung vom 11. September in der Johanniskirche Tostedt
Für jeden Sonntag und Festtag im Jahr hat Johann Sebastian Bach, der Leipziger Thomaskantor, Kantaten komponiert, mehr als die Hälfte seines Gesamtwerkes sind Kantaten. „Musik als Verkündigung“ – Bach galt als „fünfter Evangelist“. Einige der Kantaten hat die schwedische Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter zusammen mit „Concerto Copenhagen“ unter der Leitung von Lars Ulrik Mortensen am 11. September 2009 beim Musikfest Bremen aufgeführt: „Geist und Seele wird verwirret“ BWV 35, geschrieben für den 12. Sonntag nach Trinitatis, die Arie „Ich will doch wohl Rosen brechen’ aus der Kantate „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch“ BWV 86 für den 5. Sonntag nach Ostern und die Arie „Schläfert allen Sorgenkummer“ aus der Trauungskantate „Gott ist unsre Zuversicht“ BWV 197. Im zweiten Teil des Konzerts stand Musik von Georg Friedrich Händel auf dem Programm: Arien aus der venezianischen Intrigenoper „Agrippina“, aus „Ariodante“, der ersten Oper, die Händel für das damalige Theatre Royal in Covent Garden komponierte, nachdem sein Vertrag mit dem King’s Theatre am Haymarket 1734 ausgelaufen war, und aus dem weltlichen Oratorium „Hercules“, von Händel in nur vier Wochen im Sommer 1744 geschrieben. Concerto Copenhagen umrahmte die Arien

RBB
11-14

Sonntagskonzert
John Eliot Gardiner

Robert Schumann
Sinfonie Nr. 3 Es-Dur, op. 97 ‚Rheinische Sinfonie‘
Orchestre Révolutionnaire et Romantique

Felix Mendelssohn Bartholdy
Violinkonzert e-Moll, op. 64
Viktoria Mullova
Orchestre Révolutionnaire et Romantique

Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 4 B-Dur, op. 60
Orchestre Révolutionnaire et Romantique

Wolfgang Amadeus Mozart
Klavierkonzert Nr. 26 D-Dur KV 537
Malcolm Bilson
English Baroque Soloists

Franz Schubert
Sinfonie C-Dur D 944 ‚Die Große C-Dur-Sinfonie‘
Wiener Philharmoniker

 MDR
14-16
14.05 Musik-Geschichten
Preise dein Glücke, gesegnetes Sachsen
Die gefährlichen Trompetentöne bei Bach

 26.2.
BR4 klassik
20-22:30
Konzert des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks
Leitung: Ton Koopman
Solisten: Johannette Zomer, Sopran; Andreas Scholl, Countertenor; Mark Padmore, Tenor; Matthias Hausmann, Bariton; Klaus Mertens, Bass
Chor des Bayerischen Rundfunks
Johann Sebastian Bach: „Johannespassion“, BWV 245
Ca. 20.50 – 21.10 Uhr
PausenZeichen
„Der musikalische Kosmos des Ton Koopman“
Von Andrea Lauber

BR4 Klassik
22:30 – 23
Orgelmusik
Ton Koopman spielt Werke von Johann Sebastian Bach und Dietrich Buxtehude

Eine schöne Woche
Barbara