Archiv der Kategorie: J.S. Bach Kantaten

Reformation und Musik im Kalenderjahr 2012 im Rahmen der Lutherdekade – 800 Jahre THOMANA


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Im Kalenderjahr 2012 begeht die Evangelische Kirche in Deutschland die “ Lutherdekade „ unter dem Motto:

„Reformation und Musik“

„Die Musik ist eine Gabe und ein Geschenk Gottes; sie vertreibt den Teufel und macht die Menschen fröhlich.“ So beschreibt Martin Luther die Bedeutung der Musik für Glaube und Gemüt. Der Gemeindegesang wurde von der „Wittenberger Nachtigall“, wie Luther ob seiner vielen Lieddichtungen genannt wurde, als „singende Verkündigung“ des Evangeliums und der neuen Lehre hoch geachtet.

Grundstein für europäische Musikkultur.
Doch soll das Themenjahr „Reformation und Musik“ eine klingende Hommage nicht nur an den wortgewaltigen Dichter und Reformator Luther selber sein, sondern zugleich auch an den großen Reichtum protestantischer Kirchenmusik erinnern.

So gilt es, die weltberühmte Tradition eines Paul Gerhardt, Johann Sebastian Bach, aber auch von Walter, Schütz und Telemann, Fasch und Mendelssohn Bartholdy – um nur einige zu nennen – zu pflegen und in Erinnerung zu rufen.

Zudem feiert der Leipziger Thomanerchor 2012 sein 800-jähriges Bestehen. Nicht zu überhören: Die Reformation legte einen Grundstein für die europäische Musikkultur.

Ein Themenjahr „Reformation und Musik“ auf dem Weg zum Reformationsjubiläum 2017 hätte Luther also gewiss gefallen. Er selbst war ein geübter Sänger und Lautenspieler. In seinem Werk als Komponist und Lieddichter hat er die reformatorischen Glaubenssätze zu Musik verdichtet. Seine Lieder sowie die seiner Anhänger entfalteten große Wirkung bei der Ausbreitung der Reformation.

Ausschnitt aus dem Nürnberger "Achtliederbuch“, der ersten reformatorischen Liedsammlung (1523).Die "Vorrede auf alle gute Gesangbücher" unter dem Titel "Frau Musika" verfasste Martin Luther für Johann Walthers Büchlein "Lob und Preis der löblichen Kunst Musica", das 1538 in Wittenberg erschienen ist. Das Gedicht zeugt von Luthers Leidenschaft und Hochachtung für die Musik.

Am Reformationstag in 2011 beginnt das Luther-Gedenkjahr „Reformation und Musik“. Mit einer Reihe von Konzerten will die evangelische Kirche 2012 sinnliche Erfahrungen bieten. Dies könnte ein kultureller „Kraftimpuls“ werden, meint der Organisator.

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Konzert-Projekt „366plus1: Kirche klingt 2012“

Durch alle 366 Tage des Schaltjahres 2012 zieht sich im Themenjahr „Reformation und Musik“ im Domino-Prinzip ein Band von Konzerten, Gottesdiensten und Soireen in offenen Kirchen durch ganz Deutschland.
Das klingende Band zieht sich von der Ostsee bis zum Bodensee durch das Land.Kirche und Gesellschaft bringen im Miteinander der Musizierenden gemeinsam das kulturhistorische Gut der Reformation, ihre einzigartige Lied- und Motettensammlung zum Klingen. So zieht sich das klingende Band Tag für Tag von Ort zu Ort durch die Bundesrepublik – im Frühjahr durch die südlichen Gefilde, im Sommer entlang der Nord- und Ostseeküste, um den Reformationstag in Mitteldeutschland, zur Weihnacht im Erzgebirge und in Sachsen. Dass an 366 Tagen 367 Konzerte geplant sind, ist das Geheimnis Osterns: In der Osternacht erklingt das besondere Konzert +1, das die Osterbotschaft in die Welt trägt.Dabei werden alle Musikstile und Richtungen berücksichtigt: Neben professionellen Ensembles finden sich Bläserchöre kleiner Dorfkirchen, neben dem Jugendchor einer Großstadt spielt der Organist einer Landgemeinde. Qualität und Authentizität bilden den Schmelzpunkt einer musizierenden Gemeinschaft. Sie bringen die Gesellschaft bundesweit zum Klingen.


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Mit der Reformationsmotette des Thomanerchores am Reformationstag, dem 31. Oktober 2011, hat die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens gemeinsam mit der Stadt Leipzig und der Thomana (Thomaskirche, Thomanerchor, Thomasschule) das Themenjahr „Reformation und Musik“ im Rahmen der Lutherdekade eröffnet. In diesem Themenjahr soll die Bedeutung der Musik für die Ausbreitung der Reformation im Mittelpunkt stehen. 

Höhepunkt des Themenjahres „Reformation und Musik“ 2012 wird das 800jährige Jubiläum der Thomaskirche, des Thomanerchores und der Thomasschule sein. Darüber hinaus werden eine Fülle von Musik-Festivals, Konzerten und Ausstellungen dem Themenjahr Rechnung tragen.

Es gibt gute Gründe, den Auftakt des Festjahres in Leipzig bereits am Reformationstag 2011 – und nicht erst am 1. Januar 2012 – zu vollziehen: „Wir fangen eher an und hören später auf – wie sich das für große Feste gehört“, sagte Thomaskantor Prof. Georg Christoph Biller. Christian Wolff, Pfarrer der Thomaskirche, erläutert den frühen Startschuss: „Bei der Reformation gehen genau die drei Dinge zusammen, die auch unsere Säulen sind – glauben, singen, lernen. Der Reformationstag ist also der richtige Auftakt.“

Oberbürgermeister Burkhard Jung hat als einen Höhepunkt „alle Leipziger“ zu einem großen „Bürgerfest“ im Neuen Rathaus am 21. März 2012 eingeladen. Im Rahmen der Thomana 2012 sind zudem drei Festwochen von Chor, Schule und Kirche geplant. Der Thomanerchor organisiert Festtage vom 19. bis 25. März 2012, die Thomasschule vom 17. bis 23. September 2012 und die Thomaskirche vom 31. Oktober bis 4. November 2012.

Im gesamten Jubiläumsjahr gehen rund 250 Veranstaltungen über die Bühne. 6 Ausstellungen werden gezeigt.

Den Auftakt zum Jubiläum macht am 6. Januar 2012 die «Erste Festmusik», die Uraufführung einer Komposition von Thomaskantor Biller. Im März 2012 findet die Festwoche des Thomanerchors statt, außerdem sind zu einem internationalen Knabenchortreffen unter anderem der Dresdner Kreuzchor, die Regensburger Domspatzen sowie der Kings College Choir aus der britischen Universitätsstadt Cambridge eingeladen.

Die am Reformationstag 2012 beginnende Festwoche der Thomaskirche ist nach Wolffs Worten einer der Höhepunkte der Lutherdekade, die im Jahr 2012 den Schwerpunkt «Reformation und Musik» hat. Die Predigt zum Reformationsfest in der Thomaskirche soll nach derzeitiger Planung der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, halten.

Leipzigs Kulturbürgermeister Michael Faber sagte, die Stadt werde rund 500 000 Euro für das Dreierjubiläum zur Verfügung stellen, die unter anderem in die Finanzierung einer Festschrift sowie die Gestaltung von Festmotetten einfließen sollen. Das Gesamtbudget wird bei etwa 1,7 Millionen Euro liegen.

Ein großes Vorhaben des Thomanerchors zum 800. Geburtstag ist die Edition einer 12-CD-Box mit Aufnahmen des Chores. Während der Großteil der Silberscheiben Kantaten des früheren Thomaskantors Johann Sebastian Bach vorbehalten sein wird, soll eine CD mit historischen Aufnahmen einen Überblick über das musikalische Schaffen des Chores in den vergangenen Jahrzehnten geben.

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Ein Kinofilm („Die Thomaner“)  – (Start ab 16. Februar 2012 im Kino) –

mit Blick hinter die Kulissen des Chores ist fertig gedreht und fünf Kompositionsaufträge an international bedeutende Künstler wurden vergeben. Zum großen Festakt am 20. März 2012 in der Thomaskirche sind zahlreiche Vertreter aus Politik, Kultur und Kirche eingeladen.

Trailer „Die Thomaner“

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Eintrittskarten-Tickets:

Im Kalenderjahr 2012 sind alle Motetten (23. März / 24. März / 21. April / 26. Mai / 21. September / 22. September / 2. November / 3. November / 22. Dezember), in denen eine der eigens für 2012 komponierten Festmusiken aufgeführt wird und alle Motetten, die im Rahmen der drei Festwochen stattfinden, ticketpflichtig.

Tickets kosten 3,-€ (2,-€ zzgl. Gebühr) und sind im Thomasshop, im Bach-Archiv, in der Musikalienhandlung Oelsner und in der Ticket-Galerie erhältlich oder können online für 4,-€ direkt über den Veranstaltungskalender bestellt werden. Wer Tickets für die Motette am 24. März 2012 (Fest der Knabenchöre) haben möchte, sollte sich beeilen, da die Nachfrage dafür besonders groß ist.

PDF -Veranstaltungs-Kalender Thomaskirche: Leipzig  

Auch Tickets für die Thomaskonzerte 2012, wie das BachOrgelFestival, das Konzert mit amarcord am 31. Oktober oder die Jazzmesse am 1. November, können direkt über den Veranstaltungskalender bestellt oder im Thomasshop gekauft werden.
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Weihnachtsgeschenke aus dem Thomasshop

Im Thomasshop sind seit ein paar Tagen die neuen CDs des Thomanerchores erhältlich. Mit den „Kantaten zur Reformation“ und den „Kantaten zu Weihnachten“ sind die ersten beiden CDs aus der Reihe „Das Kirchenjahr mit Johann Sebastian Bach“ erschienen. Thomanerchor und Gewandhausorchester bringen unter Leitung von Thomaskantor Georg Christoph Biller die Kantaten BWV 19, 50, 79 und 80 (Reformation) sowie die Kantaten BWV 63, 110 und 190 (Weihnachten) zu Gehör. Aufgenommen wurden die Kantaten in der Thomaskirche Leipzig. Bestellen können die CDs  online  oder Sie kaufen sie direkt im Thomasshop neben der Thomaskirche.

Wie der Jünger Thomas in die Handelsstadt kam, warum die Schola Thomana immer unterwegs ist und wo auf einen Minnesänger die Thomasser folgten: Davon erzählt die Publikation „800 Jahre Thomana – Kirche, Schule, Chor“. Drei unterhaltsame Kapitel werfen Schlaglichter auf die wechselvolle Geschichte von Thomaskirche, Thomasschule und Thomanerchor. Und auf die Menschen, die sie prägten und bis heute prägen. Die 52-seitige Broschüre zum großen Jubiläum der Thomana-Trias im Jahr 2012 ist zweisprachig (deutsch/ englisch) und enthält ein Grußwort von Leipzigs Ehrenbürger Prof. Dr. h. c. Kurt Masur. Die Publikation kann für 9,95 Euro  – bestellt – werden.

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Grüße

Volker

 

 

(Textquellen: EKD, Thomaskirchengemeinde)

News von der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen-Trogen / Schweiz vom 12.10.2011


CD's ab 29.10.2011 zu erwerben von der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen

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Liebe Bachfreunde/innen!

Die J.S. Bach-Stiftung St. Gallen-Trogen wird ab 29.10.2011 erstmalig auf vielfachen Wunsch jeweils eine CD von den Kantateneinspielungen aus St. Gallen-Trogen veröffentlichen.

Hierzu erhielt ich gestern eine erfreuliche Mitteilung aus Trogen. Die ersten drei CD’smit jeweils drei Kantaten auf einer CD – kommen noch im Oktober heraus! Darunter befinden sich unter anderem die beliebten Kantaten BWV 182 „Himmelkönig, sei willkommen“ – BWV 60 „O Ewigkeit, du Donnerwort“ und BWV 1 „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ . Bei Interesse wäre es ein sehr schönes Weihnachtsgeschenk, diese CD’s zu verschenken.

CD 1 BWV 182 „Himmelkönig, seiwillkommen“  BWV 81 „Jesus schläft, was soll ich hoffen?“ BWV 129 „Gelobet sei der Herr, mein Gott“ / Preis: 35,00 CHF

CD 2 BWV 22 „Jesus nahm zu sich die Zwölfe“ BWV 60 „O Ewigkeit, du Donnerwort“  BWV 33 „O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe“ / Preis: 35,00 CHF

CD 3 BWV 132 „Bereitet die Wege, bereitet die Bahn“ BWV 35 „Geist und Seele wird verwirret“ BWV 1 Wie schön leuchtet der Morgenstern“ / Preis: 35,00 CHF

Die ersten drei CD’s können auf der Webseite der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen-Trogen ab 29. oder 30. Oktober 2011 erworben werden.

Link: http://www.bachstiftung.ch/shop/

per Post:

Anschrift: J.S. Bach-Stiftung -Sekretariat – Postfach 164 – 9004 St. Gallen-Schweiz

oder telefonisch beim Stiftungssekretariat
unter +41 71 242 58 58

oder per E-Mail (info@bachstiftung.ch)

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 Der TVO – Sender (Ost-Schweiz-Appenzeller-Land)

strahlt am Sonntag, 9.10.2011 um 11:05 Uhr

die Kantate  BWV 38 „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ aus.

90 Minuten Bach-Vergnügen!

Hierzu eine wichtige Anmerkung:

Der Fernsehsender tvo überträgt zur Zeit im Nachhinein von Montag bis Samstag die Sendung „Bach er lebt“  nur ca. 58 Minuten aus was ärgerlich ist, aber der Sender arbeitet daran, den Fehler wieder in den Griff zu bekommen. Voraussichtlich am Donnerstag, 11.10. gegen Mittag soll die Sendung wieder 1 1/2 Stunden einwandfrei zu sehen  sein. Neuigkeiten dazu werde ich hier veröffentlichen..!!

Diese Kantate kann an den Folgetagen von Montag bis Samstag beim Fernsehsender tvo im Archiv: „Bach er lebt“ nochmals angesehen werden..!!

Link zum Sender:  tvo – Sender (Ost-Schweiz-Appenzeller-Land)

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Grüße

Volker

News von der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen-Trogen / Schweiz


Ev. reformierte Kirche Trogen. - Wirkungsstätte der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen

CD's ab 29.10.2011 zu erwerben von der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen

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Liebe Bachfreunde/innen!

Wünsche werden wahr. Die J.S. Bach-Stiftung St. Gallen-Trogen wird ab 29.10.2011 erstmalig auf vielfachen Wunsch jeweils eine CD von den Kantateneinspielungen aus St. Gallen-Trogen veröffentlichen. Eine preisgünstige Variante zu den DVD-Veröffentlichungen. Ebenso wird aus Trogen nach einer Möglichkeit gesucht, diese DVD- und CD-Einspielungen zusätzlich über einen Label in Deutschland vertreiben zu lassen.

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Als eine weitere Neuigkeit aus St. Gallen-Trogen wurde in den letzten Tagen das Halbjahres-Programm für das Kalenderjahr 2012 als PDF mit den Konzert-Terminen und mit den Aufführenden bekannt gegeben. Als eine Überraschung nach meiner Durchsicht stellte sich heraus, dass der Bass-Bariton „Peter Harvey“ für zwei Konzerte in 2012 verpflichtet wurde – allen wohl bekannt als Solist von Sir Gardiner’s Cantata-Pilgrimage 2000…!!

Ev. reformierte Kirche in Leipzig Foto:

Die J.S. Bach-Stiftung wird am 13. Juni 2012 mit einem Gastauftritt zum Bachfest 2012 in Leipzig in der dortigen Evangelisch reformierten Kirche ein Konzert geben.

Programm:

Moritz Hauptmann:

«Meine Seel’ ist stille zu Gott», op. 53 Nr. 1

«Herr, höre mein Gebet», op. 40 Nr. 1

Kyrie, aus: Messe f-Moll, op. 18 «Nimm von uns, Herr Gott», op. 34

 

Johann Schelle:

«Christus, der ist mein Leben»

 

Johann Sebastian Bach:

«Christ unser Herr zum Jordan kam», BWV 7

Ausführende:

Chor und Orchester der J.S. Bach-Stiftung

Leitung: Rudolf Lutz

Konzertbeginn: 20 Uhr

Vorverkauf: www.bachfestleipzig.de

Der Vorverkauf für das Bachfest Leipzig 2012 startet am 14. Oktober 2011, Mitglieder der Vereinigung der Freunde des Bach-Archivs Leipzig e. V. können bereits ab dem 30. September 2011 Karten erwerben.

Karten bei Online-Ticket zum Selbst-Ausdrucken:

Link:

http://www.ticketonline.de/nr-72-musik-von-thomaskantoren-tickets-leipzig.html?affiliate=2TO&doc=artistPages%2Ftickets&fun=artist&action=tickets&key=656686%241690673

Tickets sind telefonisch unter Tel. 0 18 05-56 20 30 (14 Cent/Min. aus dem dt. Festnetz, ggf. abweichende Mobilfunktarife) und aus dem Ausland unter Tel. +49-38 71-2 11 41 91 sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

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  Das Halbjahres-Programm 2012 der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen-Trogen

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Der TVO – Sender (Appenzeller-Land) strahlt am Sonntag, 9.10.2011 um 11:05 Uhr die Kantate  BWV 38 „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ aus. 90 Minuten Bach-Vergnügen!

Diese Kantate kann an den Folgetagen von Montag bis Samstag beim Fernsehsender tvo im Archiv: „Bach er lebt“ nochmals angesehen werden..!!

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Grüße

Volker

Das Bachfest Leipzig 2012 findet vom 7.6. bis zum 17.6.2012 statt mit Programm-Vorschau


Liebe Bach-Freunde/innen! 
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Das Bachfest Leipzig findet vom 07. Juni 2012 bis 17. Juni 2012 statt und steht unter dem Motto:

»… ein neues Lied« – 800 Jahre Thomana

(Bild: Johann Sebastian Bach – Denkmal vor der Thomaskirche in Leipzig)

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Aus der Begegnung Johann Sebastian Bachs mit der schola thomana resultierte ein musikhistorischer Impuls, der weit über den heutigen Tag hinaus Wirkung zeigt: Nicht allein die 800 Jahre währende Tradition der Thomaskirche, Thomasschule und des Thomanerchores, nicht allein Werk und Wirken Johann Sebastian Bachs, und nicht allein die im Leipzig des 19. Jahrhunderts aufblühende Rezeptionsgeschichte Bachs, sondern alles zusammen bewirkt die Faszination, die vom Thomaskirchhof in Leipzig heute in alle Welt ausstrahlt. Als ein Höhepunkt im Schaffen Bachs und verbunden mit dem Streben nach Neuem im Glauben, in der Musik und in der Erziehung symbolisiert die Motette »Singet dem Herrn ein neues Lied« im Bachfest diese günstige Konstellation.

Das Bachfest 2012 beleuchtet die Amtszeit Bachs aus den verschiedensten historischen Perspektiven, in deren Zentrum das Werk Bachs steht. Von Georg Rhau (Thomaskantor 1580–1520) bis Georg Christoph Biller (Thomaskantor seit 1992) reicht das überlieferte kompositorische Werk der Thomaskantoren, das wir im Programm des Bachfestes zusammengestellt haben. Darunter ist nicht nur eine Uraufführung des amtierenden Thomaskantors, sondern Sie finden auch neu edierte und erstmals wieder aufgeführte Werke von Johann Schelle und Johann Adam Hiller. Weltbekannte Interpreten wie Masaaki Suzuki, Marcus Creed, Ton Koopman oder The English Concert nehmen Sie in den
historischen Leipziger Spielstätten mit auf die Entdeckungsreise nach dem jeweils »neuesten Lied« einer 800-jährigen Musiktradition.

Erstmals stellen wir im Bachfest 2012 unser neues Kinder-, Jugend- und Familienprogramm »b@ch für uns« vor. Im Mittelpunkt stehen zwei Konzerte unseres Jugendorchesters aus Mitgliedern der Musikschule »Johann Sebastian Bach« Leipzig und des Conservatorio Bologna.
Ein umfangreiches, spielerisches, lehrreiches und auch unterhaltsames Programm weitet das Bachfest Leipzig zu einem Familienereignis der besonderen Art.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Der Vorverkauf für das Bachfest Leipzig 2012 startet am 14. Oktober 2011, Mitglieder der Vereinigung der Freunde des Bach-Archivs Leipzig e. V. können bereits ab dem 30. September 2011 Karten erwerben.

Nachstehend eine vorläufige Programm-Vorschau als PDF zum herunterladen..!!

  PDF-Bachfest-Leipzig Programm-Vorschau für 2012

Sicherlich ein Highlight zum Bachfest 2012 der Auftritt der J. S. Bach – Stiftung St. Gallen mit seinem Leiter: Rudolf Lutz am Mittwoch 13.6.2012 in der Evangelisch Reformierten Kirche, Leipzig mit dem nachstehenden Programm:

Bachfest 2012 Leipzig Auftritt J.S. Bach-Stiftung St. Gallen mit Rudolf Lutz am 13_06_2012

Sowie von Masaaki Suzuki mit der Matthäus-Passion BWV 244b (Frühfassung) in der Thomaskirche am Freitag, 8. Juni 2012 um 20 Uhr.  Am Samstag, 9. Juni 2012 um 20 Uhr Nikolaikirche, Ton Koopman mit Werken von J. S. Bach: „Jauchzet Gott in allen Landen“, BWv 51 · „Mein Herze schwimmt im Blut,“ BWv 199 · „Weichet nur, betrübte Schatten“, BWv 202

mit Dorothee Mields (sopran), Amsterdam Baroque Orchestra.

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Online:-Tickets ab 14.10.2011:

http://www.ticketonline.de/

Außerdem können Sie telefonisch Ihre Karten buchen:

Telefonisch:
Aus Deutschland: 01805-56 20 30
(0,14 €/min. aus dem dt. Festnetz, ggf. abweichende Mobilfunktarife)
Aus dem Ausland: +49-3871-2 11 41 91

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(Alle Angaben von http://www.bach-leipzig.de)

Ein sensationelles Angebot bei hänssler CLASSIC – Gesamt-Einspielung der Bach-Kantaten von Rilling


Liebe Bach-Freunde/innen!

Auf ein bemerkenswertes Angebot von hänssler CLASSIC möchte ich hinweisen. Per EMail bekam ich die Tage folgende Mitteilung von dort übermittelt:

Geschenktipp Empfehlung!

1. Nach dem unglaublichen Erfolg der Neuausgabe der kompletten Bachedition und der Bachedition auf einem iPod für unterwegs, erhalten Sie diesen Monat die Möglichkeit, die kompletten Bachkantaten aus der weltweit renommierten Bachedition unter dem Dirigenten Helmuth Rilling in einer wunderbaren Sammlerausgabe zu erhalten. Auch heute gelten diese Einspielungen  noch als Referenz an dem sich alle anderen, nachfolgenden Interpretationen messen müssen. Holen Sie sich diese 71 CDs mit dem gesamten Kantatenwerk Bachs in diesem Monat für nur  – 79,95 Euro statt später 99,95 Euro!

Gesamte Kantatenwerk von J.S. Bach für 79,95 EURO

Der Link zu hänssler CLASSIC nachstehend:

http://www.haenssler-classic.de/detailansicht/titel/geistliche-kantaten/160353/160353/160353.html

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Wer dieses Angebot nutzen möchte sollte umgehend zugreifen es ist ein sensationell günstiger Preis – bei jpc werden dafür zur Zeit 99,95 €  verlangt.

Herzliche Grüße

Volker

Der Link zu hänssler CLASSIC für eine Bestellung:

Fernsehsender „TVO“ ein Interview mit dem musikalischen Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen, Rudolf Lutz


Screenshot: TVO-Fernsehen Sommerinterview Bach-Stiftung St. Gallen - mit Rudolf Lutz und Konrad Hummler

Liebe Bachfreunde/innen!

Am Sonntag, 14.08.2011 strahle das Private Schweizer Fernsehen (TVO) aus St. Gallen ein Interview mit dem Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen – „Rudolf Lutz“ – und dem Förderer der Stiftung: „Konrad Hummler“ – aus.

Die J. S. Bach-Stiftung St. Gallen wurde im Jahr 1999 gegründete.

Ziel der Stiftung ist, das gesamte Vokalwerk von Johann Sebastian Bachs (1685–1750) in einer Gesamtaufführung zu bewältigen.

Ziel der Bachstiftung:

Bei einer Aufführung pro Monat dauert das Vorhaben an die 25 Jahre, geht es doch um mehr als 200 Kantaten, sechs Motetten, diverse Messen-Sätze, Oratorien, Passionen und die h-Moll-Messe. Die Stiftung bezweckt gemäss Gründungsurkunde «die Förderung des Kulturlebens in der Region Ostschweiz, indem sie Trägerschaften und Einzelpersonen unterstützt, die sich in edukativer Weise um die öffentliche Aufführung des Gesamtwerkes von Johann Sebastian Bach bemühen, um so insbesondere der Jugend die Bedeutung seines musikalischen Schaffens näherzubringen».

Ein weiteres formuliertes Ziel der Stiftung ist es, in regelmässigen Abständen Konzertmitschnitte des gesamten Vokalwerks von guter Qualität und in genügender Abdeckung zu liefern, da solche bisher fehlten.

Abfolge:

Pro Abend wird nur eine Kantate, diese dafür aber zweimal, aufgeführt. Vor jedem Konzert findet ein Einführungs-Workshop statt, und zwischen den beiden Aufführungen erfolgt eine Reflexion über den Kantatentext.

Gründer:

Gründer der J. S. Bach-Stiftung sind der Musiker Rudolf Lutz (künstlerische Leitung) und der Privatbankier Konrad Hummler. Aus privaten Mitteln wurde der Grundstock gelegt.

Instrumentalensemble:

Schola Seconda Pratica

DVD und Anthologie:

Aus der Sammlung der Reflexionen entsteht mit der Zeit eine «J. S. Bach-Kantatenanthologie des 21. Jahrhunderts» in Buchform. Eine Sammlung von allen DVDs mit Konzertmitschnitten eines Bachjahres erscheint ebenfalls jährlich.

Örtlichkeiten:

Die Kantaten werden in der Grubenmann-Kirche im appenzellischen Trogen aufgeführt.

Weblink:

Webpräsenz der J. S. Bach-Stiftung

(Quelle: Wikipedia)

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YouTube-Video: Auszüge vom Sommerinterview der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen

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Über den nachstehende Link kann das gesamte Interview angesehen werden.

Das Schweizerdeutsch im Interview ist ein wenig gewöhnungsbedürftig – da muss genau hingehört werden – dann versteht man schon die getätigten Aussagen. Ich wünsche Allen viel Spaß mit dem Interview von unseren Bach-Freunden St. Gallen in der Schweiz.

Link: http://www.tvo-online.ch/index.php?article_id=100&day=2011-08-14

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Ich verabschiede mich für heute vom Blog……..!!

Herzliche Grüße

Volker

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den 6. Sonntag nach „Trinitatis“


Thomaskirche-Taufstein, an dem elf Kinder von Johann Sebastian Bach und seiner Frau Anna Magdalena getauft wurden.

Liebe Bach-Freunde !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 31.07.2011 begehen wir den – 6. „Sonntag nach Trinitatis“

Der 6. Sonntag nach Trinitatis konzentriert sich diesmal auf die Taufe als dem Beginn eines neuen Lebens. In diesem Zusammenhang wird auch der Gedanke eines „lebenslangen Bundes“ aufgenommen. Der 6. und der 7. Sonntag nach Trinitatis könnten auch als „Sakramentssonntage“ bezeichnet werden, denn an ihnen wird der Taufe und des Abendmahls in seiner Bedeutung für das Leben des Christen gedacht.

 Am 6. Sonntag nach Trinitatis hören wir von der Taufe, dass wir durch sie zu Gottes Volk hinzuberufen sind. Die Taufe läßt uns teilhaben an dem Tod und der Auferstehung Jesu, und so haben wir auch Teil an dem wunderbaren Licht, das mit Jesus in diese Welt leuchtet.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den 6. Sonntag nach Trinitatis

BWV      9 –  Es ist das Heil uns kommen her

BWV 170 –  „Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust

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Im Radio Live: 

„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 31.07.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-

Link: http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 „Geistliche Musik“ – Programmauszug:

Johann Sebastianh Bach

BWV 170 – Vergnügte Ruh´, beliebte Seelenlust“ – Kantate zum 6. Sonntag

nach Trinitatis für Alt, Oboe, Orgel, Streicher und Basso continuo;

Andreas Scholl, Altus; Orchestre du Collegium Vocale Gent, Leitung: Philippe Herreweghe

Wilhelm Friedemann Bach

Fuge F-dur für Orgel; Friedhelm Flamme an der Orgel der Münsterkirche

St. Alexandri in Einbeck

Wolfgang Amadeus Mozart

Missa solemnis C-dur, KV 337 für Soli, Chor und Orchester; Barbara

Bonney und Elisabeth von Magnus, Sopran; Uwe Heilmann, Tenor; Gilles

Cachemaille, Bass; Arnold Schönberg Chor; Concentus Musicus Wien,

Leitung: Nikolaus Harnoncourt

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/ YouTube: BWV 170 – 

 Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust

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Kantaten-Beschreibung zum BWV 9 – und BWV 170

von „Sir John Eliot Gardiner“ ist als PDF-Download nachstehend hinterlegt!

Kantaten für den 6. Sonntag nach  „Trinitatis“ 

(Aufführungs-Ort: St. Gumbertus-Kirche Ansbach am 30. Juli 2000)

Gardiner – Ausführungen zum BWV 170

BWV 170 – „Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“

Kantaten für den Sechsten Sonntag nach Trinitatis:

Der Wechsel von der zauberhaften schottischen Insel Iona, wo einige von uns aus Anlass des 250. Todestages Bachs aufgetreten waren, auf direktem Wege nach Ansbach in Franken war zwangsläufig unangenehm krass. Für die Feier in der alten Iona Abbey hatten wir ein Programm zusammengestellt, das einige der intimsten und bewegendsten Stücke enthielt und das wir an einem milden Sonnentag aufführten, mit den Schreien der Seemöwen und dem Blöken der Schafe im Hintergrund. Unser Programm für die Bach-Woche in Ansbach enthielt, neben der Wiederholung der Kantate Aus der Tiefen vom vergangenen Wochenende in Mühlhausen und zwei Motetten, die beiden Kantaten Bachs, die für den Sechsten Sonntag nach Trinitatis erhalten sind: BWV 170 Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust, eine Kantate für Alt und obligate Orgel, Oboe d’amore und Streicher, und BWV 9 Es ist das Heil uns kommen her, eine Choralkantate aus der Zeit um 1732.

BWV 170 „Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“ ist die erste der beiden Solokantanten für Alt, die Bach im Sommer 1726 auf fünfzehn Jahre vorher veröffentlichte Texte des Darmstädter Hofbibliothekars Georg Christian Lehms schrieb. In diesem Jahr hatte Bach offenbar einen hervorragenden Sänger zur Verfügung, vielleicht Carl Gotthelf Gerlach, der damals an der Universität studierte und unter Johann Kuhnau bei den Thomanern gesungen hatte, und war begierig, aus seinem Talent einen möglichst großen Nutzen zu ziehen. Oberflächlich gesehen vertonte Bach einen kernigen, wenn auch ausgesprochen altmodischen, an barocker Symbolik reichen Text zu einer Zeit, als der galante Stil in Mode kam und sich sogar schon auf seine eigene Kirchenmusik auszuwirken begann. Faszinierend ist, auf welche Weise es ihm gelingt, aus diesen völlig konträren Ausdrucksformen eine überzeugende Synthese zu schaffen.

Die Anfangsarie ist reines Entzücken, ein warmer, üppiger Tanz im 6/8-Takt in D-dur. Man fühlt förmlich Bachs liebevolles Lächeln über dieser Musik schweben, die uns den Weg zur ‚Himmelseintracht’ weist. Eine jener unbeschreiblich schönen Melodien des Komponisten, die sich in unserem Hörgedächtnis einnisten, sie braucht einen ganzen Takt, um in Gang zu kommen, doch sobald das geschafft ist, erweckt sie den Anschein, als würde sie nie aufhören können (sie ist zwar nur acht Takte lang, wirkt jedoch endlos). Doch erhält diese ausladende, der Oboe d’amore und der ersten Violine anvertraute Melodie ihre Schönheit und heitere pastorale Stimmung erst durch ihr harmonisches Gerüst. Die sanft plätschernden Achtel in den tiefen Streichern werden zu Dreiergruppen verschleift und erinnern an das ‚Bogenvibrato’ oder was die Franzosen balancement nannten, während die abwärts gerichtete Basslinie klingt, als deute sich hier ein Ostinato an – mit anderen Worten der Beginn eines Musters, das sich schleifenartig wiederholen wird. Nun ja, es kommt tatsächlich wieder, aber nicht konsequent oder so, dass es in irgendeiner Weise vorhersagbar wäre. Mit Lehms’ Text vor Augen sucht Bach nach Möglichkeiten, wie er als Lebensziel den Frieden der Seele herausarbeiten kann, und nach Mustern, die ihm gestatten, hin und wieder auf die Sünde und die Schwäche des Fleisches zu verweisen.

Lehms, ein wortgewaltiger und leidenschaftlicher Verseschmied, kommt schon von Nr. 2 an (einem Rezitativ) richtig in Fahrt, wo er das Tagesevangelium (aus der Bergpredigt in Matthäus 5, 20–26) und die Epistel (Paulus an die Römer, 6, 3–11) paraphrasiert und zusammenfasst. Demnach, erklärt er, sei die Welt ein ‚Sündenhaus’, deren Mund ‚voller Ottergift’ den unschuldigen Nächsten als Dummkopf und Narr beschimpfe. Bach liefert erwartungsgemäß die entsprechenden deklamatorischen Gesten und Ausdrucksnuancen und wechselt bei dieser Gelegenheit zu der entfernten Tonart fis-moll. In dieser Welt, in der das Unterste zuoberst gekehrt ist, folgt nun eine ungewöhnliche, recht umfangreiche Arie in A-dur, die für eine zweimanualige obligate Orgel vorgesehen ist. Allerdings haben wir, wie es Bach offenbar bei der Uraufführung der Kantate gehandhabt hatte, zwei Orgeln verwendet, eine für jedes Manual, die eine im Chorton notiert, die andere im Kammerton. Diesen Stimmen fügt Bach in der mittleren Lage nur eine Linie mit unisono geführten Violinen und Bratschen hinzu. Dieser besonderen, ‚Bassettchen’ genannten Verfahrensweise sind wir in diesem Jahr schon verschiedentlich immer dann begegnet, wenn Bach der Meinung ist, eine besondere Stimmung müsse geschaffen werden, und auf die übliche Stütze durch den Basso continuo verzichtet.

Er verwendet sie symbolisch mit Bezug auf Jesus (der keine ‚Stütze’ braucht), der die Gläubigen vor den Folgen der Sünde beschützt (wie in der Sopran-Arie ‚Aus Liebe’ in der Matthäus- Passion), und, am anderen Ende, auf die Menschen, die immer wieder in Sünde verfallen, wie in jener wunderbaren Sopran-Arie ‚Wir zittern und wanken’ aus BWV 105, oder (so wie hier) bezogen auf die ‚verkehrten Herzen’, die (im wahrsten Sinne des Wortes) den Boden unter den Füßen verloren haben, weil sie sich von Gott abwenden. Die Arie ist aus der Warte eines passiven Zeugen aufgezeichnet, der sieht, wie die rückfälligen Sünder ‚mit rechten Satansränken’ Gottes Strafgericht verlachen und ‚sich nur an Rach und Hass erfreun’, und das Unbehagen des Sängers auf seinem Beobachtungsposten ist im zerklüfteten Rhythmus der Bassettchen-Linie zu spüren. Bach weicht an zwei Stellen von der chromatischen, fugierten Verflechtung der beiden Orgellinien ab und liefert stattdessen einen schnelleren, diatonischen Austausch zwischen den Stimmen, der so angelegt ist, dass er im A- Teil mit der in Lehms’ Text erwähnten ‚Rach und Hass’ und im B-Teil mit den Worten ‚frech verlacht’ zur Deckung gelangt.

Mir als Nicht- Organisten erscheint das alles ein wenig merkwürdig und unpersönlich. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Arie, mit wendigeren, klagender klingenden Instrumenten gespielt, wie zum Beispiel den Unisono-Violinen in ‚Et incarnatus’ der h-moll-Messe, mehr zu Herzen gehen würde. Offensichtlich war Bach knapp mit der Zeit, nachdem er beschlossen hatte, dieses Werk am 28. Juli 1726 mit der Kantate seines Meiningener Cousins Johann Ludwig (Ich will meinen Geist in euch geben) zu koppeln; diese wurde vor der Predigt aufgeführt, und Vergnügte Ruh während der Verteilung des Abendmahls. Mir erscheint die Orgel als Soloinstrument in der stolz einherschreitenden Da-Capo- Arie in D-dur (Nr. 5), die das Werk beschließt, sinnvoller eingesetzt, wenngleich auch dies eine Entscheidung gewesen sein mag, die in letzter Minute unter Zeitdruck zustande kam und Bach nötigte, das Orgelsolo selbst zu spielen. Ursprünglich mochte er für diesen Satz ein melodisches Blasinstrument vorgesehen haben – vielleicht eine Oboe d’amore –, und dann, als er Vergnügte Ruh in seinen letzten Jahren, um 1746/47, wieder aufführte, wählte er für diesem Satz sicher eine obligate Flöte, was die in der Uraufführung verwendete zweite Orgel entbehrlich machte. Das erklärt, warum sein ältester Sohn, Wilhelm Friedemann, 1750 in Halle unbedingt die erste Arie wieder aufführen wollte, nicht jedoch den restlichen Teil der Kantate. 

© John Eliot Gardiner 2009

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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Eine interessante Schlussanmerkung von J.E. Gardiner

zur Aufführung in St. Gumbertus, Ansbacher-Bachwoche 2000

Das letzte Mal waren wir 1981 hier in Ansbach, als man uns eingeladen hatte, fünf verschiedene Programme mit Bachs Musik aufzuführen. Der Chor übertraf sich damals selbst, und dies zu einer Zeit, als wir als English Baroque Soloists immer noch damit beschäftigt waren, unseren Weg als ein Ensemble zu finden, das sich der historischen Aufführungspraxis verschrieben hatte. Neunzehn Jahre später wurde das erste Stück in unserem Programm, die Motette ‚Lobet den Herrn’, die mit einem überwältigenden ‚Hallelujah!’ endet, mit völliger Stille quittiert. Plötzlich fiel mir wieder ein, wie bestürzt ich damals war, als der zaghaft einsetzende Beifall mit lauten Pst!-Rufen erstickt wurde, 1981 und auch am Ende unseres ersten Auftritts 1979 hier.

Irgendwie wirkte es so, als würde der ganzen Sache der Reiz genommen – der Ehre, die man vermeintlich uns, den Ausländern, erwiesen hatte, als man uns auserwählte und einlud, an diesem führenden Bach-Fest teilzunehmen, fast einem Mekka (oder Bayreuth) der Bach-Feiern. Einige von uns hatten Mühe, nicht aufgebracht zu reagieren, nicht was die fehlende hörbare Zustimmung betraf, sondern die Einstellung, die hinter diesem kapriziösen Verzicht auf Applaus lag. Der Grund dafür war nicht so sehr die (mangelnde) Qualität der Aufführung, jedoch vielmehr der pseudo-religiöse Respekt, den ein Publikum, das sich als wahrer Wächter der heiligen Bach-Flamme verstand, dieser Musik entgegenbrachte. Historisch nicht ganz stimmig an dieser exzessiven Bach-Huldigung ist, dass die Musik als ein statischer Gegenstand oder eine heilige Reliquie gesehen wird, während Bach eindeutig sehr großen Wert darauf legte, dass seine Musik aufgeführt wird, wie es uns im Laufe des Jahres immer wieder bestätigt worden war.

In gewisser Weise wird ihre Komposition erst während der Aufführung ‚vollendet’, und das ist der Grund, warum wir als Musiker so achtsam jeder Spur folgen, die uns in der Notation der Kantaten Hinweise auf Bachs eigene Aufführungspraxis gibt. Wir sind auch bestrebt, ein produktives und dynamisches Dreiecksverhältnis zu schaffen, zwischen dem Komponisten Bach, der sein Werk selbst aufgeführt hat, uns als Musikern, die es neu erschaffen, und schließlich dem Publikum, das an diesem Prozess teilhat. So war es in allen ostdeutschen Städten gewesen, wo wir in diesem Jahr aufgetreten waren. Doch wenn die Zuhörer als begeisterte Bach-Anhänger zu dem Schluss gelangt sind, das Gelände verteidigen zu müssen, kann diese lebenswichtige chemische Reaktion zwischen ihnen und uns nicht mehr stattfinden, und damit entfällt auch der ‚Auftrieb’, den ein reaktionswilliges Publikum einem auftretenden Ensemble geben könnte.

Diese Überlegungen traten in ein anderes Licht, als eine ältere Dame nach dem Konzert am Morgen nach vorn kam und mir ein Sträußchen mit Blumen aus ihrem Garten überreichte. Die letzte Spur Groll verschwand, als sie am Abend mit einem noch größeren Strauß wiederkam, diesmal aus wilden Wiesenblumen. 

Anmerkung dazu: Dieses Thema haben wir im Blog ausführlich behandelt:

Link: Beeindruckend – Stiller Schluss-Applaus nach einem Oratorium-Vokalwerk?

und  Link: 

https://meinhardo.wordpress.com/2008/01/24/sinn-oder-unsinn-der-beifallskundgebung-in-kantaten-konzerten/

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen: h i e r  zum Download als PDF  Gardiner

  Künstler-Beitrag –  Link: Künstlerbeitrag Maya Homburger, Violine 

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/ YouTube: BWV 9 – 

  Es ist das Heil uns kommen her

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 Hörprobe: Kuhnau/Bach Motette:  „Der Gerechte kommt um

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CD für den 6. Sonntag nach „Trinitatis“ 
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Link: CD’s Bach-Kantaten:
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Cover: CD’s – SDG 156 – Vol. 4
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BWV 9 “Es ist das Heil uns kommen her“ 

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 156 – Vol.  4 – CD  1

BWV 170 “Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“ 

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 156 – Vol.  4 – CD  1

Kuhnau/Bach Motette:  „Der Gerechte kommt um

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 156 –  Vol. 4 – CD 1

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Ich wünsche allen Besuchern einen schönen Sonntag..!!

Herzliche Grüße

Volker

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den 5. Sonntag nach „Trinitatis“


Bach-Stätte: Divi Blasii Kirche in Mühlhausen-Thüringen

Liebe Bach-Freunde !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 24.07.2011 begehen wir den – 5. „Sonntag nach Trinitatis“

Der 5. Sonntag nach Trinitatis befaßt sich wieder mit der Gemeinde, diesmal ihrer Antwort auf Gottes Ruf. Nachfolge scheint so einfach, so schwierig, so abwegig, weil wir nicht so recht wissen, was Nachfolge ist. Die Lesungen dieses Sonntags wollen uns den Weg leiten. Am 5. Sonntag nach Trinitatis denken wir darüber nach, warum wir Jesus nachfolgen, und stellen fest, dass es dafür keine vernünftigen Gründe gibt. Der Glaube ist es, der uns an Jesus hält, auch dann, wenn andere, die Beweise sehen wollen, uns auslachen oder verspotten. Das wollen wir gerne ertragen, denn auch unser Herr wurde ausgelacht und verspottet.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den 5. Sonntag nach Trinitatis

BWV   88 –  Siehe, ich will viel Fischer aussenden“

BWV  93 –  „Wer nur den lieben Gott läßt walten“

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Im Radio Live: 

„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 24.07.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-

Link: http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 „Geistliche Musik“ – Programmauszug:

Johann Sebastianh Bach

BWV 93 „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ BWV 93, Kantate am 5. Sonntag nach

Trinitatis; Deborah York, Sopran; Franziska Gottwald, Alt; Paul Agnew,Tenor;             Klaus Mertens, Bass; Amsterdam Baroque Choir and Orchestra, Leitung: Ton Koopman

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/ YouTube: BWV 88 – 

 Siehe, ich will viel Fischer aussenden

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Kantaten-Beschreibung zum BWV 88 – und BWV 93

von „Sir John Eliot Gardiner“ ist als PDF-Download nachstehend hinterlegt!

Kantaten für den 5. Sonntag nach  „Trinitatis“ (Aufführungs-Ort: Divi Blasii Kirche Mühlhausen am 16. Juli 2000)

Gardiner – Ausführungen zum BWV 93 und BWV 88 

In der ersten seiner beiden Leipziger Kantaten für diesen Sonntag,

BWV 93 

verlegt sich Bach auf das Rezept, das gesamte Werk auf einen Choral zu gründen, der für den fünften Sonntag nach Trinitatis bestimmt ist und zu seinen deutlichen Favoriten gehört (wie es offensichtlich auch bei Brahms der Fall war, als er sein Deutsches Requiem schrieb): ‚Wer nun den lieben Gott lässt walten’, mit Text und Melodie von Georg Neumark (1641). Obwohl dieses Werk zu seinem zweiten Kantatenjahrgang gehört und die am Anfang stehende Choralfantasie entsprechend anspruchsvoll ist, scheint sich Bach zurück zu den Wurzeln seiner Kindheit zu begeben, nicht nur weil er dieses Lied so liebte, sondern auch in der Manier, wie er es in zweien der Sätze (Nr. 2 und 5) aufgliedert – nach der Frage-und-Antwort- Methode, mit der er seinen Katechismus lernte.

Also nimmt er eine Strophe aus Neumarks Choral und sagt sie zeilenweise auf: ‚Was helfen uns die schweren Sorgen?’, ‚Was hilft uns unser Ach und Weh?’, immer vom Solisten ein wenig verziert. Dann fügt er als freies Rezitativ den Antworttext ein: ‚Sie drücken nur das Herz mit Zentnerpein, mit tausend Angst und Schmerz’, und so weiter, wie bei einem mittelalterlichen Tropus. Das bedeutet, dass wir ständig auf der Hut sein müssen, was er mit Neumarks Choral anstellen wird (der ihm selbst wie auch seiner Gemeinde äußerst vertraut war), wie er ihn auf immer wieder überraschende Weise variiert, ausschmückt, verkürzt oder wiederholt – alles aus Gründen der Rhetorik und zur Steigerung des Ausdrucks.

In der einleitenden Fantasie übernehmen die vier vokalen Concertisten paarweise die Führung und singen eine verzierte Version aller sechs Zeilen des Chorals, bevor er ‚sauber und ordentlich’ mit Blockakkorden harmonisiert vom (vollständigen) Chor vorgetragen wird, wobei sich die tiefen Stimmen schließlich zu einem schmückenden Kontrapunkt auffächern. Im mittleren Satz (Nr. 4) dieses symmetrisch gebauten Werkes hebt sich der Choral in seiner reinen Form von der Umgebung ab, wie die goldenen Initialien in einem mittelalterlichen Missale. Vorgetragen wird er von den Violinen und Bratschen, während sich Sopran und Alt darauf beschränken, eine lyrische Verkürzung der Melodie auszuschmücken. In den beiden Arien ist ihre Verkleidung sogar noch subtiler. Paraphrasiert kehrt sie in der von Streichern begleiteten Tenor-Arie (Nr. 3) wieder.

Wenn wir uns fragen, warum die Schritte dieses eleganten Passepieds aller zwei Takte abgebremst werden, so stellt es der Tenor klar: ‚Man halte nur ein wenig stille’ – und höre auf das, was Gott zu sagen hat. In der abschließenden Arie (Nr. 6), ‚Ich will auf den Herren schaun’, werden wir noch einmal zum Narren gehalten. In ihrem unbekümmerten Wortwechsel scheinen uns Sopran und Oboe zu versichern, dass wir uns in der Kantate zum ersten Mal in einer ‚choralfreien’ Zone befinden. Da eilt bei den Worten ‚Er ist der rechte Wundermann’ die Choralmelodie herbei und liefert unverändert den Abgesang. Man fragt sich, ob eine solche Fülle geistreicher und witziger Einfälle von Bachs Hörern goutiert wurde oder auf sie verschwendet war.

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Im Vergleich zu der Manier, wie Bach zwei Jahre später Neumarks Choral in gebieterischer Harmonik als Abschluss seines Beitrags für den gleichen Sonntag präsentieren würde, könnte die Methode, die er in

BWV 88

„Siehe, ich will viel Fischer aussenden“ anwendet, kaum gegensätzlicher sein. Das Werk ist eine doppelstöckige Kantate, in der er auf eine Choreinleitung verzichtet, das Evangelium des Tages zu ignorieren scheint und sich stattdessen einem Text aus dem Alten Testament zuwendet, der von den Suchtrupps (aus Fischern und Jägern) berichtet, die der Herr ausgeschickt hat, sein versprengtes Volk zusammenzurufen (Jeremia 16, 16). Die ausgedehnte Bass-Arie beginnt mit zwei Oboen d’amore und Streichern als muntere Barkarole im 6/8-Takt. Plötzlich wechselt die Szene zu einer Jagd, ‚allegro quasi presto’, ein Paar tobender hoher Hörner gesellt sich zum Orchester, als stünde ein Hindernisrennen an. Die langsame, gewundene Gangart des einen bei ständig variierter Platzierung von ‚Siehe!’, die unzähligen Synkopierungen des anderen, beide stellen das Ensemble vor eine schwierige Aufgabe.

Bach stibitzt sich im folgenden Rezitativ den rhetorischen Trick eines Predigers, wenn er mit der Frage schließt: ‚Und überlässt er uns der Feinde List und Tück?’. ‚Nein’, beantwortet der Tenor mit mächtiger Stimme seine eigene Frage zu Beginn der folgenden Arie mit obligater Oboe da caccia. Bach verzichtet auf den vollständigen Einsatz der Streicher, bis der Sänger geendet hat, analog zu dem nicht vorhandenen Anfangsritornell. Ein Rezitativ, hier auf eine höhere Ebene erhoben, deklamiert in einer menuettartigen Arie die entscheidende theologische Aussage. Die Macht der Musik wird hier auf überzeugende Weise dargeboten.

Der zweite Teil beginnt für den Tenor, der als Evangelist auftritt, mit einem direkten Zitat aus dem Evangelium, ‚Jesus sprach zu Simon’, woraufhin die Vox Domini (Bass) über einem energischen Celloostinato ein Arioso im Dreiertakt anstimmt, zunächst im Sprechrhythmus beginnt, sich dann jedoch in einen melismatischen Dialog mit dem Continuo verbreitet. Ein Duett für Sopran und Alt mit unisono geführten Violinen und Oboe d’amore ist als eine zweistimmige Invention angelegt, deren unvergessliches Seufzermotiv (Stimmen in Terzen) der letzten Zeile vorbehalten bleibt. Endlich wird die Bedeutung dieser Fischer und Jäger im ersten Teil klar: Der Anfang sollte an jene Szene am See erinnern, als Jesus den Fischer Petrus zu seinem Jünger berief, und somit hätten wir hier ein frühes Beispiel für jene ‚Dialektik der Moderne’, die bei Forschern so beliebt ist: Bach bedient sich des kollektiven Gedächtnisses seiner Hörer.

Dass sich ein weiterer Gedanke in dieser Woche immer wieder aufdrängte, ist der unvergesslichen Choralmelodie Georg Neumarks zu verdanken, die in den zwei Kantaten für diesen Sonntag wiederkehrte. Was hat es mit dieser Melodie auf sich, dass ich so überzeugt bin, sie sei alt – ist es einfach nur die Tatsache, dass sie modal ist? Ihre betont elegische Manier und die Intimität ihres Ausdrucks, besonders in der Weise, wie Bach sie gestaltet, legen ein Tacet der verdoppelnden Instrumente nahe, lassen die Neigung verspüren, sie sehr leise zu spielen.

Das Publikum, bei den ‚offenen’ Proben am Samstagabend – vorwiegend aus der Umgebung, wie es hieß – und am Sonntag selbst, reagierte aufmerksam und begeistert, selbst nach den Maßstäben dieser Pilgerreise, als wolle es es seine Anerkennung zeigen, dass ein wahrer Durst gestillt worden war.

© John Eliot Gardiner 2008

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen:  h i e r  zum Download als PDF 

  Künstler-Beitrag –  Link: Künstlerbeitrag Nicolas Robertson, Tenor

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/ YouTube: BWV 93 – 

 Wer nur den lieben Gott lässt walten

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CD für den 5. Sonntag nach „Trinitatis“ 
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Link: CD’s Bach-Kantaten:
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  Cover: CD’s – SDG 141 – Vol. 3
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BWV 88 “Siehe, ich will viel Fischer aussenden“ 

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 141 – Vol.  3 – CD  2

BWV 93 “Wer nun den lieben Gott lässt walten“ 

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 141 – Vol.  3 – CD  2

BWV 71 „Gott ist mein König

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 141 –  Vol. 3 – CD 1

BWV 131 „Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 141 –  Vol. 3 – CD 2

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Ich wünsche allen Besuchern einen schönen Trinitatis-Sonntag
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Herzliche Grüße
Volker

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den Sonntag: „Trinitatis“


Bach-Fenster in der "Thomaskirche" (Leipzig)

Liebe Bach-Freunde !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 19.6.2011 begehen wir den Sonntag: „Trinitatis“

Das Wort Trinitatis ist zusammengesetzt aus den lateinischen Worten „Tri“ und „unitatis“, was so viel bedeutet wie „Drei in Einheit“. Es wird damit das theologische Dogma der Dreieinigkeit (die Personen von Gott Vater, Sohn und Heiligem Geist in einem Wesen) zum Ausdruck gebracht. Im Deutschen spricht man dann von der Trinität, die oftmals in Form eines Dreiecks, in dem ein Auge abgebildet ist, zur Darstellung kommt.
Das Trinitatisfest gibt es erst seit etwa 1000 Jahren, wobei es noch über eine längere Zeit Differenzen darüber gab, ob es überhaupt gefeiert werden solle.

Für die protestantische Kirche jedenfalls hat das Trinitatisfest eine größere Bedeutung gewonnen als für die römische Kirche. Es ist das Fest des Glaubensbekenntnisses, und so wurde an diesem Tag das Bekenntnis besonders geehrt durch Gesang und die Verlesung der zwei anderen Bekenntnisse, die nur noch in wenigen Gemeinden gesprochen werden, aber auch zu den Bekenntnisschriften der Lutherischen Kirche gehören: das sog. Nicänum und das Athanasianum.

Nach dem Trinitatisfest beginnt eine Zeit, die oft als die „festlose Zeit“ bezeichnet wird. Das aber trifft nicht zu, denken wir an die verschiedenen Feste wie Johannis, Michaelis, oder das Reformationsfest, ganz abgesehen von den zahlreichen Apostel- und Evangelistentagen in dieser Zeit. Mit dem Trinitatisfest erreicht das Kirchenjahr gewissermaßen einen ersten Abschluß. Während in der 1. Hälfte des Kirchenjahres über die bestimmten Offenbarungen Gottes in der Geschichte nachgedacht wurde, ist Trinitatis das Fest, an dem es um das Geheimnis der göttlichen Dreieinigkeit selbst geht. In der dem Fest folgenden Zeit denken wir darüber nach, wie die christliche Gemeinde den Glauben an diesen dreieinigen Gott in ihrem Leben umsetzt.

Das Trinitatisfest leitet die unberechtigterweise sogenannte „festlose Zeit“ ein. Selbst ist es jedoch ein sehr bedeutendes Fest, geht es bei der Trinität doch um die dogmatische Erklärung zu dem Phänomen der Gottheit Jesu und des Geistes. Während Geister sonst nur Untertanen der Götter sind, wird hier der Geist zur Gottheit erhoben. Viel problematischer für Nicht-Christen ist immer die Behauptung gewesen, dass Jesus Gottes Sohn und damit Gott ist, also keine Sohnschaft im üblichen Sinne. An diesem Sonntag soll diesem Problem nachgegangen werden, wobei freilich grundsätzlich zu sagen ist, dass die Predigt nicht in eine dogmatische Vorlesung verwandelt werden darf. Am Trinitatisfest geht es vielmehr ganz konkret darum, die Vielfältigkeit, in der Gott unter uns Menschen wirkt, zu feiern.

Die Predigttexte gehen alle nicht direkt auf die Dreifaltigkeit ein, da diese erste dogmatisch wesentlich später entwickelt wurde. Nur trinitarische Formeln (wie „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“) tauchen im Neuen Testament schon auf. Am Trinitatisfest denken wir darüber nach, wie sich Gott uns in verschiedenen Gestalten, als Schöpfer im Vater, als Versöhner im Sohn und als Mittler im Geist, offenbart. Dieser Dreifaltigkeit des einen Gottes gehen wir auch im Glaubensbekenntnis nach, ohne recht das unergründliche Geheimnis verstehen zu können. Um so mehr danken wir Gott, dass er uns an diesem Offenbarungsgeschehen auf vielfache Weise teilhaben läßt.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für „Trinitatis“

BWV 129 – „Gelobet sei der Herr, mein Gott“
BWV 165 – „O heilges Geist- und Wasserbad“
BWV 176 – „Es ist ein trotzig und verzagt Ding“
BWV 194 – „Höchsterwünschtes Freudenfest“
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Im Radio Live: 

„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 19.06.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-

Link: http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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Geistliche Musik – Programmauszüge:

Johann Sebastian Bach

Höchsterwünschtes Freudenfest,

BWV 194, Teil 1 der Kantate für Soli,

Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo;

Yukari Nonoshita, Sopran; Makoto Sakurada, Tenor;

Jochen Kupfer, Bariton; Bach Collegium Japan,

Leitung: Masaaki Suzuki

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Orgel: Fuge über den Namen B-A-C-H, BWV Anh. 107;

Felix Friedrich an der

Zacharias-Hildebrandt-Orgel der Kreuzkirche in Strömthal

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 Johann Sebastian Bach

Höchsterwünschtes Freudenfest,

BWV 194, Teil 2 der Kantate für Soli,

Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo;

Yukari Nonoshita, Sopran; Makoto Sakurada, Tenor;

Jochen Kupfer, Bariton; Bach Collegium Japan,

Leitung: Masaaki Suzuki

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/ YouTube: BWV 194 – 

Höchsterwünschtes Freudenfest

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Kantaten-Beschreibung zum BWV 194  und BWV 129, 165, 176, 

von „Sir John Eliot Gardiner“ ist als PDF-Download nachstehend hinterlegt!

BWV 194

Kantate für  „Trinitatis“ (Aufführungs-Ort: St. Magnus Cathedral, Kirkwall am 18.6.200)

Eine prächtige Ouvertüre im französischen Stil leitet BWV 194 „Höchsterwünschtes Freudenfest“ ein. Bach hatte die Kantate vermutlich irgendwann zwischen 1717 und 1723 als weltliches Werk für Köthen komponiert und danach für die Weihe der neuen Orgeln in Störmthal (2. November 1723) adaptiert. Im Jahr darauf verwendete er sie am Trinitatissonntag als Krönung seines ersten Leipziger Kantatenjahrgangs (und später noch einmal zu Trinitatis 1726 und 1731). Mit ihr gibt es ein gewichtiges Problem: die Höhe des Stimmtons. Die Störmthaler Orgel war offensichtlich auf den ‚tiefen Cammerton’ (A = +/–390) gestimmt, beträchtlich tiefer als die Leipziger Orgeln. Wie sonst hätten die Oberstimmen die hohen C im Anfangschor (einzigartig bei Bach) oder der Bass-Solist die zahlreichen Fis und G in seinem Eingangsrezitativ bewältigen sollen? Doch warum hat dann Bach die Kantate für seine Aufführungen in Leipzig nicht nach unten transponiert, so wie wir es tun mussten? Offensichtlich hat er nur ein paar der ganz hohen Noten des Bassisten tiefer gesetzt – und ging ansonsten dem ganzen Problem aus dem Wege.

Von den ursprünglichen zwölf Sätzen verwendete Bach für den Trinitatissonntag nur die ersten sechs. Wie in der Weihnachtskantate BWV 110, für die er die Ouvertüre zur Orchestersuite Nr. 4 benutzt, wartet er mit dem Einsatz des Chores bis zu dem schnellen Mittelteil im Dreiertakt. Statt dann das festliche Entree zu wiederholen – Rohrblattinstrumente zuerst (drei Oboen und Fagott), dann Streicher –, kehrt er den Ablauf um und weist den Oboen die Kaskaden aus Sechzehnteln zu, bevor der Chor zu den abschließenden Jubelklängen ausholt. Die erste der beiden Arien ist für Bass bestimmt und gehört zu jenen ausladenden, pastoralen Sätzen im 12/8-Takt (für Oboe und Streicher), die Bach von Zeit zu Zeit ersann, um seinen Hörern zu versichern, dass Gottes Schutz und Fürsorge (hier sein ‚Glanz’) allgegenwärtig sind; die andere Arie, für Sopran, eine lebhafte Gavotte für Streicher, feiert die reinigende Kraft des Pfingstfeuers.

© John Eliot Gardiner 2006 Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen:  h i e r  zum Download als PDF

  Künstler-Beitrag:  Künstlerbeitrag Paul Agnew, Tenor 

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/ YouTube: BWV 129 – 

Gelobet sei der Herr, mein Gott

 

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/ YouTube: BWV 165 – 

O heil’ges Geist- und Wasserbad

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Link: CD für den Sonntag – „Trinitatis“ Link: zu den CD’s Bach-Kantaten:

Cover: CD’s SDG 138 Vol. 27
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BWV 129 “Geleobet sei der Herr, mein Gott“

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 138 – Vol.  27 – CD  2

BWV 165 “O heil’ges Geist- und Wasserbad

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 138 –  Vol. 27 – CD 2

BWV 176 „Es ist ein trotzig und verzagt Ding“

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 138 –  Vol. 27 – CD 2

BWV 194 “Höchsterwünschtes Freudenfest“

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 138 –  Vol. 27 – CD 2

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Ich wünsche allen Besuchern einen sonnigen und musikalischen „Trinitatis-Sonntag.“

Herzliche Grüße

Volker

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Das vortreffliche Blog-Beisammensein in Bückeburg und OWL mit einem Konzert in Löhne-Mennighüffen Ev. Gemeindehaus „Siemshof“


Ihr lieben Blog-Freunde/innen!

Was haben wir an diesem Tag alles gemeinsam an schönen Stunden erleben dürfen. Die Wiedersehensfreude am Bückeburger Hubschraubermuseum war großartig. Erfreulich, dass fast alle der Einladung gefolgt sind und uns die Bückeburger Jäger musikalisch so topp empfangen haben. Die Wetterbedingungen an diesem Pfingst-Samstag waren für unsere Unternehmungen ideal mit viel Sonnenschein, Herz was begehrst du mehr.

Hubschrauber-Museum Bückeburg mit der Musik-Kapelle "Bückeburger Jäger" (Foto: VH)

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Nach einem einstündigen Rundgang im Hubschraubermuseum ging es dann auf den zitierten Weg: „Auf den Spuren des Bückeburger Bach“Johann Christoph Friedrich Bach (1732-1795) – der dort als „Hochgräflich Schaumburg-Lippischer Cammer-Musicus“ am Hof  in Bückeburg fast 46 Jahre angestellt war.

Nach einem 10 Minuten dauernden Fußmarsch erreichten wir den „Jetenburger Friedhof“ mit der Grabstätte von Johann Christoph Friedrich Bach, dem zweitjüngsten Sohn von J.S. Bach und konnten die historischen Daten dazu von dem Hinweisschild noch einmal verinnerlichen. Anschließend war als Programmpunkt die Stadtkirche von Bückeburg als Besichtigungsort vorgesehen die leider für uns verschlossen blieb, was ich sehr bedauert habe, das war wohl der einzige Lapsus, der mir an diesen Tag unterlief? Diese schöne barocke Kirche im Stil der Weserrenaissance erbaut ist mit ihrer herrlichen Compenius-Orgel für alle Orgel-Interessenten zum Besuch sehr zu empfehlen.

Compenius-Orgel in der Stadtkirche Bückeburg aus dem 17. Jahrhundert im Altarraum platziert (Foto: VH)

Außen an der Stadtkirche gab es noch geschichtliches zu entdecken: das Herder-Denkmal. Die Berufung Johann Gottfried Herder (1744-1803) als Hofprediger und Konsistorialrat nach Bückeburg im Jahre 1771 führte zu einer fruchtbarer Zusammenarbeit und Freundschaft zwischen dem Dichter und dem Komponisten Johann Christoph Friedrich Bach.

Fürstlich ging es zu beim gemeinsamen Mittagessen am Bückeburger Schloss. Schon der Gang in dem herrlichen Schlosspark zum Park-Café war erfrischend und konnte mit persönlichen Begegnungs-Gesprächen intensiv genutzt werden.

Park-Café Bückeburg mit Schloss im Hintergrund (Foto: WernerK)

Nach dem ausgedehnten Mittagessen nahmen wir die Spuren des Bückeburger Bach wieder auf und besuchten seine ehemalige Wohnstätte – von 1752-1795 – das  „Renthaus.“

Renthaus Wohnstätte vom Bückeburger Bach (Foto: WernerK)

Das Renthaus – errichtet von Fürst Ernst zu Schaumburg-Lippe von 1610-1620 an der Nordseite des ehemaligen Marktes gelegen, war als Sitz der fürstlichen Rentkammer und vorübergehend als Hofbibliothek genutzt worden.

Danach hieß es von dem gastlichen Bückeburg Abschied zu nehmen und setzten uns nach Herford zum MARTa-Museum in Bewegung. Ich nehme an, dass die auswärtigen Blog-Teilnehmer die herrliche OWL-Landschaft genießen konnten mit dem Porta-Denkmal, Wiehengebirge, Weserbergland, Teutoburger Wald und als besondere Silhouette die Weser im Hintergrund.

MARTa-Muaeum Herford (Foto: VH)

Wir erreichen Herford und steuern das MARTa-Museum an. Die Namensnennung des Museums „MARTa“ ist als wörtliche Übersetzung wie folgt zu verstehen:

Im Dreiklang zwischen Möbel (M), Kunst (ART) und Ambiente (a)

Link: http://www.martaherford.de/

Link: http://de.wikipedia.org/wiki/MARTa

Die riesige heimische Möbelindustrie in OWL hatte immer schon den Wunsch geäußert, ein Museum zur Darstellung der Entwicklung der Möbel-Kultur bauen zu können.

Das in 2005 fertig gestellte MARTa wurde regionaltypisch verklinkert. Das von einem Edelstahldach wellenförmig bedeckte Komplex des MARTa Herford besteht aus vier verschiedenen Bauteilen: Museum, Zentrum und Cafeteria in der speziellen skulpturalen Formensprache des Architekten. Diese Struktur brachte den damaligen Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Wolfgang Clement, 1996 im Einklang mit Politikern und Unternehmern und Verwaltungschefs der Region auf die Idee, ein „Haus des Möbels“ einzurichten. Der heutige Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit regte Möbelindustrie und Zulieferer an, sich in exponierter Form in Herford zu präsentieren, um Synergieeffekte herzustellen. Das Projekt MARTa Herford setzt neue Impulse in Kunst, Design, Architektur und Wirtschaft – und dies nicht allein regional, sondern über die Grenzen hinaus. Im außergewöhnlichen Gebäudekomplex des Architekten Frank Gehry (Los Angeles) präsentiert sich eine neuartige Verbindung aus Museum, Kompetenzzentrum und Veranstaltungsforum.

Auf der gemütlichen Terrasse des MARTa-Café am Flüsschen Aa gelegen, gab es den ersehnten Cappuccino sonstige Erfrischungen und ungewöhnliche Rohkost – ganz nach der Art des Museums – zu genießen, wie Äpfel oder Möhren, wo wird so etwas schon geboten, MARTa macht es möglich.

Nach dieser ausgedehnten Ruhephase ging anschließend die Fahrt  weiter von Herford nach Löhne in das Ev. Gemeindehaus „Siemshof“ zum eigentlichen Highlight des Tages. Schon beim Betreten des Gemeindehauses war zu bemerken, dass helfende Hände die Tische so festlich hergerichtet hatten mit Blumen-Dekorationen, Getränken und Knabbergebäck. Bitte meinen besonderen Dank an Elsbeth und Co. ausrichten für diese nette Geste der Bewirtung.

Ev. Gemeindehaus Siemshof in Löhne-Mennighüffen-Ostscheid (Foto: VH)

Im Bild links Claudia von Felbert (Mezzosopran) Flügelbegleitung- Dmitri Grigoriev (Foto: VH)

Unser Blog besitzt in den eigenen Reihen eine gut ausgebildete Mezzosopranistin: „Claudia von Felbert“ die uns mit Auszügen von Schubert’s Winterreise und der Eingangs-Arie aus der Bach-Kantate, BWV 170 „Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“ den Tag musikalisch so wunderschön mit Flügelbegleitung bereicherte. Im Vorfeld der Planung gestaltete sich die Verpflichtung eines guten Flügelspielers als nicht so ganz einfach.

Nach langem Suchen konnte ich den genialen Kantor: „Dmitri Grigoriev“ aus Bielefeld-Sennestadt verpflichten, der spontan seine Zusage zu dem Konzert abgab, dafür meinen herzlichen Dank an Dimitri, der so einfühlsam am Flügel die wunderbare Musik und den bezaubernden Gesangs-Vortrag von Claudia begleitete. Diese Veranstaltung war öffentlich und wurde durch eine kleine Besucherschar im Gemeindehaus vom Siemshof zu einer sehr intimen Konzert-Stunde.

Der großartige Applaus am Schluss war ein Hinweis dafür, dass alle Anwesenden von dieser Darbietung beglückt waren. Eine Dame sagte mir am Konzert-Ende: „Schade, dass jetzt Schluss ist, ich hätte noch soooo gerne weiter zugehört!“ Also liebe @Claudia, nicht nur uns sondern auch die Besucher konntest Du mit deinem Gesang beglücken und das ist das Wesentliche, worauf es ankommt. Ich danke dir für deinen selbstlosen Einsatz, den Du schon am Übungs-Nachmittag im Mai mit Dmitri so überzeugend bewiesen hattest und sich in dieser Veranstaltung ebenso einstellte. Das hat Freude bereitet und sollte eine Überlegung wert sein, beim nächsten Treffen in 2012 so etwas noch einmal zu veranstalten. Ein Konzert, veranstaltet aus den eigenen Reihen, ist doch etwas ganz Besonderes..!!

Ja, was danach folgte, sprengt schon jede Gastfreundlichkeit der Normalität. Überragend der Einsatz von @Carla, uns mit brasilianischen Köstlichkeiten, im großen Garten gegrillt zu beköstigen, mir läuft noch heute das Wasser im Munde zusammen so großartig ist alles zum Abschluss des Treffens zubereitet worden. Das Auge konnte sich an dem großartig gepflegten Garten von Karl-Heinz nicht satt genug sehen und die Einladung zum Kirschenessen war schon ein Traum es schmeckte einfach alles köstlich. @Iris übernahm gekonnt die Regie für die hereinbrechenden Heerscharen und war die Mutter der Kompanie an diesem Abend. Euch allen drei noch einmal ganz herzlichen Dank für die überragende und herzliche Bewirtung. Das war ein krönender und gelungener Abschluss des Blog-Treffens und wird in den Blog-Analen seine festen Platz bekommen der fast nicht zu toppen sein wird.

Dank an Euch allen, da dieser Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde und ich werde noch lange davon zehren können und hoffe, dass es allen genau so ergeht..!! Eine DVD mit Film und Ton und Bildern geht allen Teilnehmern gesondert zu. Du liebe @Barbara, erhältst ebenso dieses Präsent, da Du durch unglückliche Umstände leider am Treffen verhindert wurdest wir im Gedenken aber bei dir waren..!!

Liebe Grüße

Volker

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für Pfingst-Sonntag und Pfingst-Montag:


Altarraum der Thomaskirche Leipzig

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Liebe Bach-Freunde !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 12.6. und 13.06.2011 begehen wir das „Pfingstfest“

Das Pfingstfest hat seinen Ursprung im jüdischen Festkalender, wo es zunächst das Fest der Darbringung der Erstlingsfrüchte (2. Mose 23, 16) war. Es wird später als „Wochenfest“ bezeichnet (2. Mose 34, 22) und (wohl erst in nachalttestamentlicher Zeit) 50 Tage (= Pentekoste = Pfingsten) nach dem Passah-Fest angeordnet.

Die Kirche feierte das Fest schon früh als Fest der Ausgießung des Geistes, und bald bekam es eine eigene Vigilfeier, in der nun neben Ostern ein zweiter Ort für Tauffeiern geschaffen war. Zeitweise wurde das Fest auf acht Tage ausgedehnt (Oktav), später dann auf vier bzw. drei Tage verkürzt.
Die protestantische Kirche übernahm dieses Fest, jedoch ohne Vigil. Es ist der Kirche als ein besonderes wichtiges Fest bis heute erhalten geblieben.

An diesem Tag wird zeichenhaft der Wille Gottes zur Versöhnung der Menschen mit ihm dadurch deutlich gemacht, dass die Sprachverwirrung, die in Babel aufgrund des Turmbaus erfolgte, nun durch die eine Sprache des Geistes überwunden ist.

Am Pfingstfest feiern wir die „Geburt der Kirche“. An diesem 50. Tag nach Ostern hat Gott seinen Geist auf die Gemeinde ausgegossen und seitdem nicht von ihr genommen. So denken wir nach über das, was in der Bibel vom Geist Gottes gesagt wird, und erkennen, wie der Geist Gottes auch heute unter uns wirkt.

Am Pfingstmontag hören wir von den vielfältigen Gaben, die Gott durch seinen Geist den einzelnen Glieder der Gemeinde gegeben hat. so verschieden diese Gaben auch sind, werden die einzelnen Glieder doch durch den Geist zusammengefügt zu einem Leib, in dem alle einander dienen.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für „Pfingsten“

BWV 34 – O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe

BWV 59 – Wer mich liebet, der wird mein Wort halten

BWV 68 – Also hat Gott die Welt geliebt

BWV 74 – Wer mich liebet, der wird mein Wort halten

BWV 172 – Erschallet, ihr Lieder, erklinget, ihr Saiten

BWV 173 – Erhöhtes Fleisch und Blut

BWV 175 – Er rufet seinen Schafen mit Namen

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Im Radio Live: 

„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 12.06.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-

Link: http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.htmlAllgemein http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Allgemein http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

Geistliche Musik – Programmauszüge:

Johann Sebastian Bach

Wer mich liebet, der wird mein Wort halten, BWV 74, Kantate für den 1.

Pfingsttag für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo; Deborah

York, Sopran; Bogna Bartosz, Alt; Jörg Dürmüller, Tenor; Klaus Mertens,

Bass; Amsterdam Baroque Choir and Orchestra, Leitung: Ton Koopman

Johann Ludwig Krebs

Zeuch ein zu deinen Toren; Felix Friedrich an der Trost-Orgel der

Schlosskirche zu Altenburg

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Pfingstmontag, 13.6.2011 von 09:05 – 10:00 Uhr

Georg Philipp Telemann

Daran ist erschienen die Liebe Gottes, Kantate zum 2. Pfingsttag für

Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo; Stefanie Wüst, Sopran;

Georg Poplutz, Tenor; Jens Hamann, Bass; Bachchor Siegen; Hannoversche

Hofkapelle, Leitung: Ulrich Stötzel

Heinrich Ignaz Franz Biber

Jesus, der uns den Heiligen Geist gesandt hat, Sonata Nr. 13 d-moll, aus

den „Rosenkranz-Sonaten“ für Violine und Basso continuo; Musica Antiqua

Köln, Violine und Leitung: Reinhard Goebel

Heinrich Schütz

Komm, Heiliger Geist, Herre Gott, Geistliches Konzert für Soli, Chor,

Instrumente und Basso continuo; Monika Frimmer, Sopran; Maria Zedelius,

Mezzosopran; John Elwes und Christoph Prégardien, Tenor; David Thomas,

Bass; Stuttgarter Kammerchor; Musica Fiata, Leitung: Frieder Bernius

 Johann Sebastian Bach

Er rufet seinen Schafen mit Namen, BWV 175, Kantate am 3. Pfingstfesttag

für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo; Nathalie

Stutzmann, Alt; Christoph Genz, Tenor; Stephen Loges, Bass;

Monteverdi Choir; English Baroque Soloists, Leitung: John Eliot Gardiner

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/ YouTube: BWV 172 – 

Erschallet, ihr Lieder, erklinget, ihr Saiten

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Kantaten-Beschreibung zum BWV 172  und BWV 59, 74, 34, 173, 68, 174

von „Sir John Eliot Gardiner“ ist als PDF-Download nachstehend hinterlegt!

BWV 172

Kantaten für  „Pfingsten“ (Aufführungs-Ort: Holy Trinity, Long Melford)

Zu diesem Zeitpunkt des Jahres liegen die Feiertage dicht beieinander. Wir sind am Ende der Proben in einer der bisher arbeitsreichsten Wochen angelangt, in denen wir alle neun der erhaltenen Pfingstkantaten Bachs vorbereitet haben. Mir ist klar geworden, dass Pfingsten im lutherischen Kirchenjahr eine ähnlich große Bedeutung wie Weihnachten und Ostern hatte: Jedes Fest wird an drei aufeinander folgenden Tagen gefeiert, und das bedeutete, dass Bach nicht nur eine riesige schöpferische Leistung zu vollbringen hatte, sondern dass die Aufgabe für ihn und seine Musiker auch eine kolossale Arbeitsbelastung mit sich brachte.

Von London aus fahren wir jetzt Richtung Long Melford, ein Dorf in Suffolk, das sich einer der eindrucksvollsten und üppigsten Kirchen der englischen Spätgotik (Perpendikularstil) rühmt, Ende des 15. Jahrhunderts erbaut, als der englische Wollhandel blühte. Pfingsten ist der Höhepunkt jener ‚großen fünfzig Tage’, die auf die Auferstehung folgen, eine Grenzscheide, die besagt, dass Jesus sein Werk auf der Erde vollendet hat und der Heilige Geist herab kommt. Ich finde es faszinierend, dass es ursprünglich ein Fest der Landbevölkerung war, ein Abkömmling jener kanaanäischen Feste, die von den Israeliten übernommen wurden, als sie im gelobten Land ankamen. So scheint der Apostel Paulus, wenn er von Christus als ‚Erstling’ spricht (1. Korinther 15, 20 & 23), auf das jüdische Fest Shawuoth anzuspielen, als am ‚fünfzigsten Tag’ (nach Passah) die Erstlinge der Ernte als Opfer dargebracht wurden. Natürlich findet die Ernte in Sachsen (und Suffolk) ein paar Monate später statt als in Palästina, doch ist es trotzdem eine Zeit des zunehmenden Lichts und der Verheißung, für die Kirche ein geeigneter Augenblick, über die Bedeutung der Menschwerdung Christi und der Erneuerung des alten Bundes nachzudenken. Luther schließt sich dem Gedanken seines Lieblingsevangelisten Johannes an, dass der Heilige Geist, der als Vater und Sohn den Gläubigen ‚innewohnt’, den Menschen ein neues Leben in Liebe und Brüderlichkeit bringen wird und sie die Welt ‚überwinden’ lässt.

Durch die jahrelange Erforschung seiner Kantaten in ihrem jahreszeitlichen Kontext gelange ich zu dem Schluss, dass Bach oft vorchristliche Aspekte und vergessene Bezüge an die Oberfläche bringt, die im landwirtschaftlichen Jahr eine Wende bezeichnen. Da sich nun der Mittsommer nähert, liefert der Komponist zur Feier der ersten Gaben der wiedererwachten Natur sowie des göttlichen Funkens, der zu Pfingsten entzündet wird und die Menschen in allen Zungen reden lässt, Musik von ungetrübtem Optimismus und Überschwang. Die bei weitem frühste der vier Kantaten für diesen Tag, BWV 172 Erschallet, ihr Lieder, erklinget ihr Saiten! entstand 1714 in Weimar, gerade einmal zwei Wochen nach Bachs Ernennung zum Konzertmeister bei Hofe. Sie ist offensichtlich ein Werk, das er besonders schätzte, sich in Köthen wieder vornahm und (vermutlich) einmal, in Leipzig noch dreimal aufführte und sich dabei ein Modell schuf für seinen späteren Umgang mit dem Pfingstthema.

Da die autographe Partitur nicht vorhanden ist, beschlossen wir, die Fassung in D-dur zu nehmen, die in der ersten der drei Leipziger Aufführungen am 28. Mai 1724 verwendet worden war (wir hatten eine Rekonstruktion der Version in C-dur von 1731 versucht, als wir das Werk 1999 für die Deutsche Grammophon aufnahmen). Der Anfangssatz ist sonnig und überschäumend, das Ensemble in drei ‚Chöre’ geteilt, der eine mit Trompeten, der andere mit Streichern (mit einem Fagott als Bass) und der dritte mit einem vierstimmigen Chor. Der Verzicht auf hohe Blasinstrumente lässt die Textur ungewöhnlich offen wirken, und wunderbar ist das spannungsvolle Aufbranden, wenn die Stimmen zweimal auf einem Septakkord pausieren, um ‚seligste Zeiten’ zu verheißen. Für den Mittelteil, wenn die Trompetenverstummen, gestaltet Bach ein hinreißendes Stück imitierender Polyphonie, eine Fuge, die keinen richtigen Kontrapunkt enthält, sondern die Stimmen im Abstand von drei, zwei, drei und zwei Takten einsetzen lässt. Zweimal webt er ein verschlungenes Netz aus Klängen – eine vierfache, über die Taktstriche hinaus gedehnte Engführung – und lässt vor unserem geistigen Auge das elegante Maßwerk jener ‚Tempel’ erstehen, zu denen Gott unsere Seelen bereiten will.

Jesu Abschiedsworte aus dem Tagesevangelium (Johannes 14, 23) sind als Rezitativ für Bass gesetzt (Nr. 2) und leiten zu einer Arie über, die wie eine Fanfare zu Ehren der Heiligen Dreieinigkeit wirkt: drei Trompeten, eine dreiteilige Form, ein Thema, das sich in Terzschritten voranbewegt, und eine dreifache Anrufung des ‚großen Gottes der Ehren’, alles ausgesprochen passend in dieser herrlichen, der Heiligen Dreieinigkeit gewidmeten Kirche, mit ihrem Rundfenster mit den drei Hasen, deren Ohren sich zu einem Dreieck formieren, weil das linke Ohr eines Tieres sich mit dem jeweils rechten des Nachbarn deckt. Es ist auch ein überwältigendes Paradestück für die erste Trompete, von der verlangt wird, fünfundvierzig aufeinander folgende Sechzehntel zu bewältigen, dreimal natürlich und in hohem Tempo. Wenn damit beabsichtigt war, das ‚Brausen vom Himmel als eines gewaltigen Windes’ oder ‚die Zungen zerteilet, als wären sie feurig’ der Lesung für den Tag (Apostel 2, 1–13) darzustellen, so findet die im Text enthaltene Anspielung auf Pfingsten noch deutlicher in der sich anschließenden zarten Tenorarie Ausdruck, die aus einer sanften, nahtlosen Melodie für unisono geführte Violinen und Bratschen ohne offenkundige Anziehungskraft erwächst und träumerisch auf das ‚Seelenparadies, das Gottes Geist durchwehet’ verweist. Im Gegensatz zum Brausen des gewaltigen Pfingstwindes wird uns hier der Augenblick gegenwärtig, als Gott ‚machte den Menschen und er blies ihm ein den lebendigen Odem in seine Nasen’. Wieder sind Symbole für die Dreieinigkeit vorhanden: eine dreiteilige Form, ein Dreiertakt, eine arpeggierte Basslinie, die in Terzschritten ansteigt, und schließlich die dreifache Wiederholung einer wogenden Figur, die Gottes schöpferischen Atem zum Ausdruck bringt.

Trug der Ton dieser Kantate in dem festlichen Eingangschor noch ‚öffentlichen’ Charakter, so wird er mit jedem Satz persönlicher, definiert Etappen (gekennzeichnet durch eine in Terzschritten absteigende Modulation) in der Beziehung, die sich zwischen Gott und Mensch entwickelt und schildert seinen Einzug in unsere ‚Herzenshütten’. Der Tröster, dessen Nahen der Tenor ankündigt, nimmt nun mit der Seele das Gespräch auf, und ihr Dialog (Nr. 5), abgefasst in einer unverhohlen erotischen/pietistischen Sprache, ist ein musikalisches Symbol für das ‚Innewohnen’ und die Führung, die der Gläubige in seiner Seele erfährt. Es ist ein reich verziertes und sinnliches Stück, die beiden Stimmen umschlingen einander über dem ostinatoartigen Part des obligaten Cellos, dem Bach eine vierte Stimme hinzufügt, und die Oboe spielt eine verzierte Version des Pfingstchorals ‚Komm, heiliger Geist’. Dieser ist so tief in das Stimmgefüge eingebettet, mit den Melodielinien der beiden Sänger so stark verflochten und durch Bachs Fiorituren so sehr verändert, dass nur der aufmerksamste Zuhörer imstande gewesen wäre, ihn zu herauszuhören und seinen Spuren zu folgen. Dennoch ist dieses, mit seiner filigranen Polyphonie und ornamentverkrusteten Choralmelodie so komplex erscheinende Duett recht geradlinig angelegt (dreiteilig natürlich!). Auf einen Appell an den ‚sanften Himmelswind’ folgt eine Modulation in die Molldominante, die diese Vereinigung mit der Aufforderung besiegelt, den ‚Gnadenkuss’ entgegenzunehmen, und dann noch einmal im dritten Abschnitt, wenn er vollzogen ist: ‚Ich bin dein, und du bist mein!’. Die vierte Strophe von Philipp Nicolais herrlichem Choral ‚Wie schön leuchtet der Morgenstern’, mit einem aufstrebenden Fauxbourdon der ersten Violine, und die Rückkehr zum Anfangschor beschließen die Kantate.

© John Eliot Gardiner 2006 Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners weitere Kantaten-Beschreibungen:   h i e r  zum Download als PDF

  Künstler-Beitrag:  Künstlerbeitrag Christoph Genz Tenor

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/ YouTube: BWV 59 – 

Wer mich liebet, der wird mein Wort halten

Link: http://www.youtube.com/watch?v=EV_GNXi6MHA

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/ YouTube: BWV 68 – 

Also hat Gott die Welt geliebt

Link: http://www.youtube.com/watch?v=kvqBYWmok-o

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Link: CD für – Pfingst-Sonntag: Bach-Kantaten:

Cover: SDG 121 Vol. 26

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BWV 172 “Erschallet ihr Lieder, erklinget, ihr Saiten“

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 121 – Vol.  26 – CD  1

BWV 59 “Wer mich liebet, der wird mein Wort halten

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 74 –  Vol. 26 – CD 1

BWV 150 „Wer mich liebet, der wird mein Wort halten“

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 121 –  Vol. 26 – CD 1

BWV 34 „O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe“

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 121 –  Vol. 26 – CD 1

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Link: CD für – Pfingst-Montag: Bach-Kantaten:

Cover: SDG 121
Vol. 26

BWV 173 „Erhöhtes Fleisch und Blut“

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 121 – Vol.  26 – CD  2

BWV 68 „Also hat Gott die Welt geliebt“

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 121 – Vol.  26 – CD  2

BWV 174 „Ich liebe den Höchsten von ganzem Gemüte“

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 121 – Vol.  26 – CD  2

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Ich wünsche allen Besuchern ein erholsames und „schönes Pfingstfest“ und für unser Blog-Treffen am Samstag in Bückeburg-OWL schöne Stunden des Beisammenseins und zum Abschluss des Tages mit Claudia und Dimitri als Vortragende – ein erlebnisreiches Konzert im Ev. Gemeindehaus Siemshof, Löhne-Mennighüffen.

Liebe Grüße

Volker


Blog-Treffen in Bückeburg und OWL mit einem Konzert in Löhne-Mennighüffen Ev. Gemeindehaus „Siemshof“


Liebe Blog-Mitglieder!

Johann Christoph Friedrich Bach

Das nächste Treffen ist für den Samstag, 11. Juni 2011 nach Bückeburg und OWL vereinbart. Dort begeben wir uns auf die Spuren des „Bückeburger Bach“ Johann Christoph Friedrich Bach (1732-1795) der dort 45 Jahre als
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„Hochgräflich Schaumburg-Lippischer Cammer-Musicus“ am Hof  in Bückeburg
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in Diensten stand.
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Nach einer umfangreichen Besichtigungs-Tour in Bückeburg setzen wir die Fahrt am Nachmittag nach Heford zum Museum „MARTa“ fort.
Als krönender Abschluss des Tages erfolgt im Ev. Gemeindehaus Siemshof, Mennighüffen-Ostscheid, um 18 Uhr ein Konzert mit Auszügen aus Schuberts-Winterreise und von J.S. Bach die Eingangs-Arie für Alt aus der Kantate BWV 170 „Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“  mit Flügel-Begleitung.
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Konzert am 11. Juni um 18.00 Uhr im Ev. Gemeindehaus Siemshof in Löhne-Mennighüffen

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Ev. Gemeindehaus Siemshof Löhne-Mennighüffen

Ein Treffen / eine Begegnung besonderer Art erwartet uns am 11. Juni 2011. Das J.S. Bach-Forum „Volkers Klassikseiten J. S. Bach“ http://meinhardo.wordpress.com/ war zunächst ausschließlich ein Internetforum zum Meinungsaustauschüber die Musik von Johann Sebastian Bach. Das Interesse konzentrierte sich dabei auf Aufführungen unter der Leitung von Sir John Eliot Gardiner mit seinem Monteverdi Choir und The English Baroque Soloists. Inzwischen sind die Mitglieder aus ihrer Anonymität herausgetreten. Sie treffen sich zu Konzerten während der Bachfeste in Leipzig, Köthen und Arnstadt, sowie zu Konzerten andernorts in ganz Deutschland.

Einmal im Jahr trifft man sich an einem ausgewählten Ort aus einem besonderen Interesse und Anlass. In diesem Jahr wird der Bückeburger-Bach besucht. Dazu führen die Wege aus Leipzig, Dresden, Münster, Hannover, der Schweiz, Holland, Herford, Spenge, Velbert und Löhne zunächst nach Bückeburg und dann nach Löhne-Mennighüffen bzw. Siemshof. Dort soll der Abschluss dann abends um 18.00 Uhr  im Ev. Gemeindehaus sein mit einem kleinen Konzert. Claudia von Felbert wird für uns singen und Sie sind alle ganz herzlich eingeladen, u.a. Teile aus Schuberts Winterreise im Sommer zu erleben. Aber der große Meister fehlt natürlich auch nicht: der Eingangssatz aus J. S. Bach, BWV 170 „Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“ wird ein wunderschöner Ausklang sein.

Besuch des Museum's "MARTa" in Herford

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Programm:

Auszüge aus Schubert’s Winterreise Arie für Alt:

Eingangs-Satz aus der Kantate BWV 170

„Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“

Ausführende:

Claudia von Felbert, MezzoSopran

Dmitri Grigoriev, Flügel-Begleitung

Eintritt: frei am Ausgang wird um eine Spende für das Konzert gebeten.

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Folgende Auszüge aus der Winterreise von Franz Schubert  werden vortragen:
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Programm:
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Franz Schubert „Die Winterreise op. 89“
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1.   „Gute Nacht“ (Fremd bin ich eingezogen) D 911,1 / Tonart: d-Moll

5.   „Der Lindenbaum“ (Am Brunnen vor dem Thore) / Tonart: D 911,5  E-Dur

7.   „Auf dem Flusse“ (Der du so lustig rauschtest) D 911,7 / Tonart: e-Moll

11. „Frühlingstraum“ (Ich träumte von bunten Blumen) D 911,11 / Tonart: A-Dur

15. „Die Krähe“ (Eine Krähe war mit mir) D 911,15 / Tonart: c-Moll

20. „Der Wegweiser“ (Was vermeid’ ich denn die Wege) D 911,20 / Tonart: g-Moll

21. „Das Wirtshaus“ (Auf einen Todtenacker) D 911,21 / Tonart: F-Dur

22. „Muth!“ (Fliegt der Schnee mir in’s Gesicht) D 911,22 / Tonart: g-Moll

24. „Der Leiermann“ (Drüben hinterm Dorfe) D 911,24 / Tonart: a-Moll

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Anmerkung zum Inhalt von Schubert’s Winterreise:

Winterreise ist ein Liederzyklus bestehend aus 24 Liedern für Singstimme und Klavier, den Franz Schubert im Herbst 1827, ein Jahr vor seinem Tod, vollendete. Der vollständige Titel des Liederzyklus lautet: Winterreise. Ein Cyclus von Liedern von Wilhelm Müller. Für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte komponiert von Franz Schubert. Op. 89.
.Der Zyklus wurde von nahezu allen bedeutenden Liedsängern (Bass, Bariton, Tenor), aber auch von Sängerinnen (Mezzosopran, Alt, Sopran) interpretiert. Das Werk gilt neben dem Zyklus „Die schöne Müllerin“ als Höhepunkt der Gattung Liederzyklus und des Kunstliedes. Es gilt sowohl technisch als auch interpretatorisch als große Herausforderung für Sänger und Pianisten. 
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Innerhalb des Zyklus lässt sich kein durchgehender Handlungsstrang erkennen. Es handelt sich eher um einzelne Eindrücke eines jungen Wanderers. Auf den 24 Stationen seines passionsgleichen Weges ist er zunächst starken Stimmungsgegensätzen von überschwänglicher Freude bis hin zu hoffnungsloser Verzweiflung ausgesetzt – von Schubert durch den häufigen Wechsel des  Tongeschlechts verdeutlicht –, bevor sich allmählich eine einheitliche, jedoch vielfältig schattierte, düstere Stimmung durchsetzt.
Im Ausklang des Zyklus trifft der Wanderer auf den Leiermann, der frierend seine Leier dreht, aber von niemandem gehört wird. Die Melodie erstarrt hier zur banalen Formel, das musikalische Leben hat sich verflüchtigt und das Gefühl scheint aus einem verloschenen Herzen entwichen zu sein – und doch gelingt Schubert in dieser Szenerie unendlicher Hoffnungslosigkeit hier eines seiner anrührendsten und gleichzeitig schlichtesten Lieder.
Mit der Frage „Willst zu meinen Liedern deine Leier dreh’n?“ endet die „Winterreise“. Manche sehen in diesem Lied die Kunst als letzte Zuflucht dargestellt, andererseits wird der Leiermann, dem der Wanderer sich anschließen will, auch als Tod gedeutet.
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Kurz-Biographien von den Mitwirkenden:

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Dmitri Grigoriev - Piano - Bild: Traum

Dmitri Grigoriev (Piano) studierte in St. Petersburg und schloss dort mit dem Orgelkonzert-Examen ab. Seit 2004 studierte er in Herford an der Hochschule für Kirchenmusik. Sein C-Studium wurde in Deutschland anerkannt und so konnte er das B- und schließlich das A-Studium beginnen. In 2010 beendete Dimitri Grigoriev sein A-Studium mit Erfolg. Er ist voraussichtlich bis Ende 2011 als Kirchen-Kantor – in Vertretung – in der Ev. Kirchen-Gemeinde Bielefeld-Sennestadt tätig.

Claudia von Felbert - Mezzosopran

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Claudia von Felbert – Mezzosopran

Wohnhaft in Velbert – hat seit 1992 als Chorsängerin im Vokalensemble Hamm-Herringen und in Ehingen/Donau unter der Leitung von Christoph Mehner mitgewirkt.

Seit 2005 erhält sie Gesangsunterricht bei Christina Michel in Essen und hat seit 2000 regelmäßige Soloauftritte bei verschiedenen Veranstaltungen.

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Ich wünsche allen Blog-Teilnehmern ein wunderbares Treffen und den Besuchern des Konzertes im Ev. Gemeindehaus Siemshof eine schöne Konzert-Stunde.

Herzliche Grüße

Volker

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den Sonntag: „Exaudi“


J.S. Bach (1685-1750)

Liebe Bach-Freunde !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 05.06.2011 begehen wir den Sonntag: „Exaudi“

Der Name dieses Sonntags leitet sich ab von dem Beginn der lateinischen Antiphon: Exaudi, Domine, vocem meam, qua clamavi ad te; miserere mei, et exaudi me! (Ps 27,7;). Der Sonntag ist schon deutlich auf Pfingsten bezogen dadurch, dass er die wartende Haltung der Gemeinde und damit ihre Abhängigkeit vom Heilswirken Gottes herausstreicht, und von daher eigentlich nicht mehr Bestandteil des Osterfestkreises, der mit Christi Himmelfahrt abschloss. 

Der Sonntag Exaudi spiegelt die Spannung wider, in der die Jünger sich befanden, nachdem ihr Herr gen Himmel aufgefahren war. Sie wissen um die Verheißung des Geistes, haben ihn aber noch nicht erfahren. Sie leben in einer kaum erträglichen Spannung, denn das Vergangene hat nun keine Bedeutung mehr, und das Zukünftige hat keine Kraft. Die Gegenwart, in der sie machtlos sind, wird übermächtig und scheint sie zu fesseln. In diese Spannung hinein erklingt als Erinnerungsruf die Rede Jesu, in der er den Tröster, seinen Geist, verheißt. Am Sonntag Exaudi hören wir die Verheißungen des Geistes und beten, dass dieser Geist unter uns sei und wirke. Wohl wissen wir von Pfingsten her, dass der Geist Gottes schon ausgegossen ist auf alles Fleisch, aber oft erkennen wir unsere eigene Trägheit, die dem Wirken des Geistes keinen Platz gewährt. Aufgrund der Verheißungen aber glauben wir, dass der Geist uns erfüllt und unsere Trägheit von uns nimmt.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den Sonntag: „Exaudi“

BWV    44  –  „Sie werden euch in den Bann tun“

BWV 183  –  „Sie werden euch in den Bann tun“

Anmerkung zur Textgleichheit der zwei Kantaten:

Bachs Kantaten BWV 44 und 183 werden desselben Anfangs wegen oft als 1. Komposition bzw. 2. Komposition bezeichnet; doch haben beide außer dem Sonntag ihrer Bestimmung nur den Text des einleitenden Bibelworts gemein; weitere textliche oder musikalische Beziehungen bestehen nicht. Das BWV 44 ist in Bachs erstem Leipziger Amtsjahr zum 21. Mai 1724 entstanden.

Das BWV 183 komponierte J.S. Bach zum 13. Mai 1725 in Leipzig.

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Im Radio Live: 

„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 29.05.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-Link: http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html Allgemein http://www.wdr.de/radio/wdr3/ Programm http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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Programm-Auszug vom WDR3
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Johann Christian Bach
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Konzert B-dur für Orgel, 2 Violinen und Bass;
Ensemble In Ore Mel, Leitung: Olivier Vernet
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Johann Sebastian Bach
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„Sie werden euch in den Bann tun“  BWV 44 Kantate zum Sonntag Exaudi
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für Soli, Chor, 2 Oboen, Streicher und Basso continuo; Yukari Nonoshita, Sopran; Mutsumi Hatano, Alt;
Gerd Türk, Tenor; Peter Kooij, Bass; Bach Collegium Japan,
Leitung: Masaaki Suzuki

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/ YouTube: BWV 44 –

Sie werden euch in den Bann tun“ (Aufführungs-Ort: Sherborne Abbey)

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Kantaten-Beschreibung zum BWV 44 und BWV 183

von „Sir John Eliot Gardiner“ ist als PDF-Download nachstehend hinterlegt!

Kantaten für den Sonntag  „Exaudi“ (Aufführungs-Ort: Sherborne Abbey)

BWV 44

Die zwei Leipziger Kantaten, die Bach für Exaudi schrieb, haben den Titel „Sie werden euch in den Bann tun“ gemeinsam, Jesu Warnung an seine Jünger aus dem Johannes-Evangelium (16, 2). Beide schildern auf ihre eigene, voneinander unabhängige Weise eine irdische Reise, die mit der Prophezeiung drohender Verfolgung beginnt und für alle die Notwendigkeit beinhaltet, sich dem Heiligen Geist anzuvertrauen. Doch hier hört schon die Ähnlichkeit auf. Bach hatte BWV 44 1724 als Teil seines ersten Leipziger Kantantenjahrgangs komponiert.

Das Werk beginnt mit einem Präludium in g-moll, einer Triosonate für zwei Oboen und Fagott als Continuoinstrument, die als eindringliche Klage angelegt ist und sich zu einem Quintett auffächert, das den Einsatz der Vox Domini enthält. Denn hier, ungewöhnlich für 13Bach und eher typisch für Schütz, ist die Stimme Christi für zwei Stimmen (Tenor und Bass) und nicht nur eine bestimmt. In einer Weise, die eher typisch für Telemann ist, leitet sie in einen detonierenden Turba-Chor über: ‚Es kömmt aber die Zeit, dass, wer euch tötet, wird meinen, er tue Gott einen Dienst daran’. Er ist von überwältigender Wucht, unvermittelt leiser werdend bei ‚wer euch tötet’, und mit seinen gerade einmal fünfunddreißig Takten ein gewaltiger Edelstein, eine schockierende Verfolgungsszene, wie sie die Welt seit der Zeit der frühen Christen immer wieder erlebt hat. Mit seiner Figura corta und der Chromatisierung durch Melismen bei dem Wort ‚tötet’ hat dieser Chor eine große Ähnlichkeit mit den ‚Kreuzige’-Chören der Johannes- Passion, die gerade einmal sechs Wochen zuvor uraufgeführt worden war.

Dürr bemerkt, diese Kantate beinhalte in ihrer Disposition und der Art und Weise, wie auf das Leiden der Christen in dieser Welt Nachdruck gelegt wird, Parallelen zu drei anderen nachösterlichen Kantaten des folgenden Jahrgangs (BWV 6, 42 und 85). Daraus ließe sich der Schluss ziehen, dass Bach möglicherweise geplant hatte, diese drei Kantaten gemeinsam mit BWV 44 in seinen ersten Kantatenjahrgang aufzunehmen, sie aber bis zum nächsten Jahr zurückstellen musste, weil er sich mit der Komposition und Vorbereitung der Johannes-Passion im März 1724 übernommen hatte. Weil ihm nicht sehr viel Zeit und Energie für eine neue Komposition für seinen ersten Leipziger Zyklus blieben, griff er auf frühere Kantaten zurück (BWV 131, 12, 172 und 194) und verwertete Material aus weltlichen Werken seiner Köthener Zeit (BWV 66, 134, 104, 173 und 184). Bach lässt auf diesen Eingangschor eine getragene, elegische Arie in c-moll für Alt mit Oboe folgen, ‚Christen müssen auf der Erden Christi wahre Jünger sein’, in der selbst die unvermeidlichen Heimsuchungen ‚Marter, Bann und schwere Pein’ im B-Teil so präsentiert werden, als wären sie von kurzer Dauer und würden bald ‚selig überwunden’.

Danach kehren wir zu einem Choral zurück, dem wir bereits zweimal Anfang Januar begegnet waren, ‚Ach Gott, wie manches Herzeleid’, und der den ‚trübsalvollen, schmalen Weg zum Himmel’ beschreibt. Diesmal wird er vom Tenor vorgetragen, über einer Basslinie, die in der Manier, wie sie sich matt und in Halbtonschritten voranschleppt, möglicherweise nach dem Muster der Orgelchoräle Georg Böhms, Bachs Lehrer in Lüneburg, gearbeitet ist, und doch bewegt sie sich immer noch doppelt so schnell voran wie die vokale Melodie, die sie ankündigt (Nr. 4). Dreh- und Angelpunkt der ganzen Kantate wird das kernige Rezitativ für den Bass (Nr. 5), das die Heimtücke des Antichristen schildert. Es verwendet das in der Barockzeit gängige Bild, das die Christen mit Palmenzweigen vergleicht, ‚die durch die Last nur desto höher steigen’, und leitet über zu einer kunstreich gestalteten Arie für Sopran mit zwei Oboen und Streichern, ‚Es ist und bleibt der Christen Trost’.

Hier verschmilzt Bach Tanz- und Liedelemente miteinander, um mittels einer arkadischen Metapher darzulegen, wie ‚doch nach den Trübsalstürmen die Freudensonne bald gelacht’. Die mit triolisierten Melismen verzierte Gesangslinie weist auf das Gelächter hin, mit dem die Sängerin die ohnmächtige Wut der Elemente quittiert (das Signal, das dräuende Sturmwolken aufziehen lässt, Symbol für die Heimsuchung). Um diese Reise durch die irdische Drangsal zu vollenden, greift Bach im Abschlusschoral noch einmal auf Heinrich Isaacs wunderbare ‚Innsbruck’-Melodie zurück und erinnert daran, dass sie unlängst in der Johannes-Passion zu hören war, wo sie die schmerzerfüllte Reaktion der Christengemeinde auf den ‚Backenstreich’ zum Ausdruck brachte, den Jesus bei seiner Gerichtsverhandlung vor dem Hohen Rat erhielt.

© John Eliot Gardiner 2007. Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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/ YouTube: BWV 183 –  Sie werden euch in den Bann tun“

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  Sir Gardiners weitere Kantaten-Beschreibungen:   h i e r  zum Download als PDF

  Künstler-Beitrag: David Watkin – Violincelli – als PDF 

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Link: Bach-Kantaten:

 
 Cover: SDG 144 Vol. 25

BWV 44 “Sie werden euch in den Bann tun

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 144 – Vol.  25 – CD  2

BWV 183 “Sie werden euch in den Bann tun

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 144 –  Vol. 25 – CD 2

BWV 150 „Nach dir Herr, verlanget mich“

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 144 –  Vol. 25 – CD 2

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Ich wünsche allen Besuchern einen sonnigen und musikalischen Sonntag „Exaudi.“

Herzliche Grüße

Volker

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Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den Feiertag: „Himmelfahrt“


J.S. Bach Kantaten zu "Himmelfahrt"

Liebe Bach-Freunde !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Feiertag und Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 02.06.2011 begehen wir den Feiertag: „Himmelfahrt“

Das Fest Christi Himmelfahrt ist als selbständiges Fest erst im 4. Jahrhundert bezeugt, wurde aber schnell zu einem Fest von großem Ansehen, an dem Prozessionen begangen wurden und die Himmelfahrt durch Hochziehen einer Christusfigur veranschaulicht wurde. Später trat noch eine Vigil hinzu und endlich auch eine Oktav.

Die protestantische Kirche übernahm dieses Fest und behielt teilweise die bildliche Darstellung der Himmelfahrt bei. Erst in der Aufklärung wurde das Fest regelrecht gefährdet, aber es kam höchstens zu Verlegungen auf den Sonntag Exaudi, nicht aber zur Abschaffung des Festtages.
Das Wort Jesu: „Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott“ (Joh 20, 17) ist nun verwirklicht. Er, der Auferstandene, erfüllt mit seiner Herrschaft Himmel und Erde, er umspannt alles Sichtbare und Unsichtbare.

Christi Himmelfahrt ist das Fest der Thronbesteigung Christi. Er tritt seine Herrschaft an zur rechten Hand Gottes, ist einerseits mitten in seiner Kirche, der er sich in Brot und Wein gibt, und andererseits kann er nicht mit der Größe des Weltalls erfaßt werden.
Der Tag wird aber erst vollständig mit der Verheißung in Apg 1, 11: „Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.“ – Wir sehen nicht hinter dem fortgehenden Jesus her, sondern können und sollen dem kommenden Jesus entgegensehen!

Im Gottesdienst wird die Osterkerze, die Zeichen für die Gegenwart des Auferstandenen unter den Menschen ist, nach der Verlesung der Himmelfahrtsgeschichte gelöscht. Die Jünger verharren ängstlich und unwissend über das Kommende in ihren Behausungen. Sie warten auf den ihnen verheißenen Geist; diese Erwartung wird auch in den Gebeten dieses Tages und des kommenden Sonntags Exaudi ausgesprochen. Noch 10 Tage dauert es, bis diese Erwartung erfüllt wird. Der Feiertag Christi Himmelfahrt ist die Thronbesteigung Jesu und damit ein äußerst großartiges Fest.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den Feiertag / Sonntag: „Himmelfahrt“

BWV 11 – „Lobet Gott in seinen Reichen“ (Himmelfahrts-Oratorium)
BWV 37 – „
Wer da gläubet und getauft wird“ /  BWV 43 – „Gott fähret auf mit Jauchzen“
BWV 128 – „Auf Christi Himmelfahrt allein“

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Im Radio Live: „Bach-Kantate“

WDR3 – Geistliche Musik

Donnerstag, 02.06.2011

von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-Link: http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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Programm-Übersicht WDR3 für  09:05  – 10:00 Uhr

Johann Sebastian Bach

„Wer da gläubet und getauft wird“ BWV 37, Kantate zu Christi Himmelfahrt

für Soli, Chor, Oboe d´amore, Streicher und Basso continuo; Christoph Prégardien, Tenor; Klaus Mertens, Bass; Amsterdam Baroque Choir and Orchestra, Leitung: Ton Koopman.

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Giovanni Pierluigi da Palestrina

Credo, aus der „Missa Viri Galilaei“, aus „Missarum … Liber

Duodecimus“; La Chapelle Royale; Ensemble Organum, Leitung: Philippe

Herreweghe und Marcel Pérès

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Giovanni Gabrieli

Sonate Nr. 19 zu 15 Stimmen; Mitglieder der Gabrieli Players, Leitung:

Paul McCreesh

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Johann Rosenmüller

Ascendit Christus in altum, geistliches Konzert für Alt, Streicher und

Basso continuo; Robin Blaze, Countertenor; Parley of Instruments,

Leitung: Peter Holman

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Georg Philipp Telemann

Gott fähret auf mit Jauchzen, Kantate; Stefanie Wüst, Sopran; Angela

Froemer, Mezzosopran; Georg Poplutz, Tenor; Jens Hamann, Bariton; Bach

Chor Siegen; Hannoversche Hofkapelle, Leitung: Ulrich Stötzel

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/ YouTube: BWV 11 – „Lobet Gott in seinen Reichen“ (Himmelfahrts-Oratorium)

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Kantaten-Beschreibung von Sir Gardiner zu Himmelfahrt – entfällt  !! –

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/ YouTube: BWV 37 – „Wer da gläubet und getauft wird“

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/ YouTube: BWV 43 – „Gott fähret auf mit Jauchzen“

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/ YouTube: BWV 128 – „Auf Christ Himmelfahrt allein“

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen:    entfällt für Himmelfahrt ! –

  Künstler-Beitrag: – entfällt für Himmelfahrt ! –

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Link: Bach-Kantaten:

Cover DG-Archiv 463 583-2 (1993:99)

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Fantastische Einspielungen auf dieser CD von Sir J.E. Gardiner zu „Himmelfahrt“ sind zu bewundern!
CD’s – DG – Archiv 463 583-2 (von 1993/99)
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BWV 11 – BWV  37  –   BWV 43 – BWV 123

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Ich wünsche allen Besuchern einen schönen Himmelfahrtstag – ungekürzte Pracht-Kantaten zu Himmelfahrt sind in meinem Beitrag von YouTube zu genießen..!!

Grüße

Volker

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Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den Sonntag: „Cantate“


Drei Bach-Protagonisten-Bachfest 2007- J.S.Bach, Sir J.E. Gardiner und Georg Christoph Biller

Liebe Bach-Freunde !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 22.05.2011 begehen wir den Sonntag: „Cantate“

Der Name des Sonntags Cantate leitet sich vom Beginn der lateinischen Antiphon ab: Cantate Domino canticum novum, quia mirabilia fecit!. (Ps 98, 1a;).
Der Sonntag „Cantate“ ist der Singesonntag, was allerdings nicht durch das Evangelium deutlich wird. Andere Perikopen gehen schon eher auf die singende Antwort der Gemeinde auf Gottes Taten ein, d.h. sie berichten vom Lobpreis der Gemeinde. Der Sonntag Cantate befasst sich, so wie schon der Sonntag Jubilate, mit einer Form der Antwort der Gemeinde. 

Am Sonntag Cantate erfahren wir, dass das Lied wesentlicher Bestandteil des gemeindlichen Lebens ist. Das lobpreisende Lied kann nicht nur die Herzen fröhlich machen, sondern auch Türen aufschließen; das Klagelied hilft nicht nur, Not und Sorgen abzulegen, sondern vermag auch neue Hoffnung zu geben. Der Liederschatz der Kirche ist unermüdlich groß, und es ist gut, dass das „Gesangbuch“ des jüdischen Volkes, der Psalter, darin eine wichtige Rolle spielt, denn die Psalmen sprechen wie nur wenige andere Lieder tief aus dem Herzen des Beters.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den Sonntag: „Cantate“

BWV 108 „Es ist euch gut, dass ich hingehe“

BWV 166 „Wo gehest du hin

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Im Radio Live: „Bach-Kantate“

WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 22.05.2011

von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-Link: http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

Claudio Monteverdi – Cantate Domino für 2 Singstimmen und Basso continuo; Charles Daniels und James Gilchrist, Tenor; King´s Consort, Leitung: Robert King

Johann Sebastian Bach 

BWV 108, „Es ist euch gut, daß ich hingehe“
Kantate am Sonntag Cantate für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo; Bogna Bartosz, Alt; Jörg Dürmüller, Tenor; Klaus Mertens, Bass; Amsterdam Baroque Choir and Orchestra, Leitung: Ton Koopman

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/ YouTube: BWV 108 – „Es ist euch gut, dass ich hingehe“


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Kantaten-Beschreibung zum BWV 108 und BWV 166 von „Sir John Eliot Gardiner“ ist als PDF-Download nachstehend hinterlegt!

Kantaten für den vierten Sonntag nach Ostern (Cantate) St Mary’s, Warwick

Jene drei überwältigenden Werke, die wir am Sonntag Jubilate in Altenburg aufgeführt hatten, klangen uns noch in den Ohren, und nun wollten wir eigentlich unsere Reise in östlicher Richtung fortsetzen; da es jedoch in letzter Minute Probleme mit der Organisation in Polen gab, fanden wir uns statt in Warschau in Warwick wieder! Letzten Endes bot die Stiftskirche St Mary’s – sicher eine der eindrucksvollsten Pfarrkirchen Englands – einen schönen und ansprechenden Rahmen für unser Programm. Sie war im 12. Jahrhundert von der Familie Beauchamp (den Earls of Warwick) errichtet und nach zwei gewaltigen Bränden, dem ersten 1394 und dem zweiten genau dreihundert Jahre später, wieder aufgebaut worden.

Nach dem Pathos und der emotionalen Tiefe der Werke der vergangenen Woche kamen uns die beiden Kantaten für Cantate, BWV 166 und 108, zunächst sanfter und intimer vor, wie mit zarten Pastelltönen gezeichnet. Aber dieser Eindruck war, wie sich bald erweisen würde, nur oberflächlich. Je weiter man in diese Werke eindringt, desto mehr erlebt man noch einmal die ungewöhnlich tiefe Wirkung der Kantaten, die Bach für die Sonntage nach Ostern geschrieben hat und die eine so breite Skala von Stilen und Stimmungen umfassen. Bach fordert seine Hörer ständig dazu heraus, darüber nachzudenken, was es heißt, zu leben, und benutzt seine Musik dazu, den Texten des Evangeliums neue Bedeutungen zu entlocken.

Wenn wir uns aus Bachs erstem Kantatenzyklus in seinen zweiten Leipziger Jahrgang begeben, die sich beide dem gleichen theologischen Grundgedanken widmen, sind wir inzwischen nur zu sehr daran gewöhnt, in der Art und Weise, wie er sich seinem Thema nähert und die Metaphorik einsetzt, erstaunlichen Gegensätzen zu begegnen.Darum trifft es uns wie ein Schock, wenn wir nun feststellen müssen, dass er zweimal hintereinander das gleiche formale Gerüst verwendet.

BWV 108

Ich möchte wetten, dass aufgeschlagen auf seinem Notenpult, als er sich im April 1725 hinsetzte, um BWV 108 Es ist euch gut, dass ich hingehe zu komponieren, Wo gehest du hin? aus dem Vorjahr lag: Die Ähnlichkeiten zwischen den beiden Kantaten sind einfach zu groß, um zufällig sein zu können. Beide beginnen nicht mit dem üblichen Chor, sondern mit einem Bass-Solo (vox Christi) und sparen den Chor für das Ende (BWV 166) oder die Mitte und das Ende (BWV 108) auf. Keines der beiden Werke enthält ein Sopran-Solo (kann es sein, dass die Knaben in zwei aufeinander folgenden Jahren an Windpocken erkrankt waren, oder hatte es irgendeinen unerfindlichen theologischen Grund?).

Beide Kantaten haben als zweiten Satz eine gewichtige Tenorarie, jede mit einer ausgehaltenen Note, die besonders betont wird: ‚stehe’ in BWV 166, ‚glaube’ in BWV 108. Beide Werke sind auf einer Art arpeggierten Tonleitertreppe errichtet, deren Stufen darauf hindeuten, dass der Heilige Geist zu Pfingsten herabsteigen wird (in BWV 166 abwärts führend von B nach g, c, D, B und g, in BWV 108 von A nach fis, D nach h). Es ist bezeichnend, dass sich BWV 108 der zentralen Frage, die in BWV 166 knapp abgehandelt wurde, ausführlicher widmet. ‚Wo gehest du hin?’ bringt im folgenden Jahr eine Erklärung: ‚Es ist euch gut, dass ich hingehe…’.

Zu den Sätzen, die auf mich den tiefsten Eindruck gemacht haben, gehört zunächst einmal die Tenor-Arie mit obligater Violine, ‚Mich kann kein Zweifel stören’ (Nr. 2) – eine mächtige Nummer, die recht verschachtelt angelegt, aber wunderbar ausgearbeitet ist und ein bisschen an Brahms’ ungarische Zigeunerweisen erinnert; dann die strenge Chorpolyphonie von Nr. 4, ‚Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird’ – drei dicht gedrängte Fugen im Motettenstil. Sie wirken widerspenstig auf dem Papier, bringen jedoch in der Aufführung ihren Geist überzeugend zur Geltung. Und schließlich die herrliche Arie für Alt und Streicher, ‚Was mein Herz von dir begehrt’ (Nr. 5), die mit ihrer gebrochenen Melodielinie und ihrem durchscheinenden Satz für die erste Violine eine tiefe Sehnsucht erkennen lässt, wie sie der Psalmist in Psalm 42 besingt: ‚Wie der Hirsch dürstet nach frischem Wasser…’.

© John Eliot Gardiner 2007. Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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/ YouTube: BWV 166 „Wo gehest du hin“


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  Sir Gardiners weitere Kantaten-Beschreibungen:   h i e r  zum Download als PDF 

  Künstler-Beitrag: Silas John Standage Orgel als PDF

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Link: Bach-Kantaten:

  Cover: SDG 107 Vol. 24

CDs – SDG 107 – Vol. 24

BWV 108 “Es ist euch gut, dass ich hingehe“
Gardiner Pilgrimage CD 107 – Vol.  24 – CD  2

BWV 166 “Wo gehest du hin“
Gardiner Pilgrimage CD 107 –  Vol. 24 – CD 2

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Ich wünschen allen Besuchern einen schönen besinnlichen „Cantate-Sonntag.“

Grüße Volker


Ludwigsburger Festspiele 2011 mit einem Schwerpunkt „Bach“


Ludwigsburger Schloss

Hallo Bachfreunde,

wer im Süden (Schwaben) wohnt wird sicherlich die Gelegenheit wahrnehmen und die diesjährigen Schlossfestspiele in Ludwigsburg vom 20. Mai bis zum 28. Juli 2011 besuchen. Die Ludwigsburger Festspiele besitzen ihren eigenen Scharm und konnte es persönlich erleben mit einem Gardiner-Konzert im Jahr 2004.

Der Artikel von 2004 kann – h i e r – nachgelesen werden.

Schlosstheater Residenzschloss Ludwigsburg Fotorechte: Ludwigsburger-Festspiele

Ein Programmschwerpunkt wird mit J.S. Bach gesetzt. Neben der Aufführung der Brandenburgischen Konzert II, III und V in der Schlosskirche Haigerloch (28.05.2011) und dem Rittersaal in Wolfegg (10.09.2011), widmet sich der Pianist David Fray in einem Konzert (03.07.2011) im Forum am Schlosspark neben Bach auch noch den Komponisten Mozart und Beethoven. Der Thorbe-Spieler Hopkinson Smith bringt in »Quinta essentia« (19.06.2011) Bach’s Cello-Suiten, bearbeitet für deutsche Theorbe, zur Aufführung. Einen weiteren Höhepunkt bildet das Konzert »Süßer Friede, stille Ruh« mit dem gefeierten Bariton Christian Gerhaher und dem Oboisten Heinz Holliger, die Kantaten von J.S. Bach den Lamentationen von Dismas Zelenka (1679-1745) gegenüberstellen.

Ein umfangreiches PDF-Bach-Programm ist für die Ludwigsburger-Festspiele zum Download bereitgestellt mit allen wissenswerten Angaben versehen.

    PDF-Link:    Schlossfestspiele_Bach_Schwerpunkt

Weitere Informationen – Eintrittskarten-Veranstaltungen-Pogramm können auf der Seite des Veranstalters im Internet aufgerufen werden:

Link: http://www.schlossfestspiele.de/

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den Sonntag: „Jubilate“


Johann Sebastian Bach

Liebe Bach-Freunde !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 15.05.2011 begehen wir den Sonntag: „Jubilate“

Der Name des Sonntags Jubilate leitet sich vom Beginn der lateinischen Antiphon ab: Jubilate Deo, omnis terra!. (Ps 66, 1;).
Am Sonntag Jubilate“ wird das Evangelium von Jesus als dem Weinstock gelesen. Das Thema „Die neue Schöpfung“ wird jedoch nicht ohne weiteres in diesem Evangelium deutlich, sondern in den anderen Lesungen, worin auf die Veränderungen hingewiesen wird, die durch Jesu Auferstehung bewirkt wurden und werden. Interessant ist die Wahl der priesterlichen Schöpfungsgeschichte als alttestamentlicher Lesung: hier wird das, was das Volk Israel schon lange erkannt hat, aufgegriffen: Gott hat die Schöpfung gut geschaffen, ohne Fehl und Tadel. Das zahreiche Elend ist auf das Versagen des Menschen zurückzuführen, den Willen Gottes auszuführen. Durch Christus sind wir nun dazu befähigt.

Am Sonntag Jubilate werden wir ermahnt, am rechten Weinstock zu bleiben, der Christus ist. Nur dann werden wir auch den Tod überwinden, weil Christus ihn überwunden hat. Dankbar hören wir die Verheißung von Jesu Wiederkunft. Durch seine Auferstehung haben auch wir teil an der neuen Schöpfung, die schon jetzt anbricht und bei seinem Kommen vollends heraufgeführt wird.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den Sonntag: „Jubilate“

BWV 12 „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“

BWV 103 „Ihr werdet weinen und heulen“

BWV 146 „Wir müssen durch viel Trübsal“

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Im Radio Live: „Bach-Kantate“

WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 08.05.2011

von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-Link: http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

Johann Sebastian Bach 

Wir müssen durch viel Trübsal in das Reich Gottes eingehen
BWV 146, Kantate zum Sonntag Jubilate
für Soli, Chor, Bläser, Streicher, obligate Orgel und Basso continuo

Solisten: Rachel Nicholls, Sopran
Robin Blaze, Altus
Gerd Türk, Tenor
Peter Kooij, Bass
Bach Collegium Japan
Leitung: Masaaki Suzuki

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/ YouTube: BWV 146 – „Wir müssen durch viel Trübsal“


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Kantaten-Beschreibung zum BWV 12  – BWV 103 und BWV 146 von „Sir John Eliot Gardiner“ ist als PDF-Download nachstehend hinterlegt!

Kantaten für den dritten Sonntag nach Ostern (Jubilate) Schlosskirche, Altenburg

Es stand auf Messers Schneide, ob wir Altenburg, rund fünfzig Kilometer südlich von Leipzig, ein gutes Stück abseits der üblichen Bach-Pilgerroute gelegen, in unserem Reiseprogramm würden unterbringen können. Wir kamen von Görlitz, an der Ostgrenze zu Polen, und fuhren durch das südliche Thüringen, eine mit Schlackenhalden und den Überbleibseln von Uranminen übersäte Landschaft. Wir schlängelten uns durch die mittelalterlichen Gassen und stiegen zum herzoglichen Schloss hinauf, das auf einem Felsen die Stadt überragt. Dort steht, in wunderbar erhaltenem Zustand, die alte Schlosskapelle aus dem 15. Jahrhundert, mit einer L-förmigen (der Felsformation angepassten) Einwölbung im Mittelschiff und der berühmten, gegen die Nordwand gedrückten Orgel, die den Innenraum der Kirche beherrscht. Was mag sich Herzog Friedrich II. (dessen Hauptresidenz und Hofkapelle sich in Gotha befanden, hundertfünfzig Kilometer westlich) gedacht haben, als er bei Tobias Heinrich Gottfried Trost diese Orgel bestellte – mit siebenunddreißig Registern und auf dem neusten Stand der Technik? Bach besuchte Altenburg 1739 ungefähr zur Zeit ihrer Fertigstellung und spielte diese ‚mächtige Wurlitzer’ der Barockzeit, die seinen Idealen von Ton und Klang, wie Experten sagen, vermutlich am nächsten kam.

Spuren von Bachs eigenem Musizieren sind an Orten wie diesem in gewisser Weise lebendiger geblieben als in den berühmteren Hochburgen. Als wir in der Mitte der Schlosskapelle standen, den majestätischen Klängen der Trost-Orgel lauschten, von der die konzertartige Einleitung zu BWV 146 erklang, und spürten, wie begeistert sich das Publikum von Bachs Musik tragen ließ, waren plötzlich alle Zweifel zerstreut, ob es sich angesichts der logistischen Schwierigkeiten gelohnt hatte, zum Sonntag Jubilate nach Altenburg zu kommen.

Alle drei Kantaten Bachs für Jubilate befassen sich mit der Sorge um Jesu Abschied von seinen Jüngern, mit den Anfechtungen, die sie in seiner Abwesenheit zu gewärtigen haben, und mit der Vorfreude, ihn wieder zu sehen. Jede Kantate ist eine Reise, eine theologische und musikalische Entwicklung.

Aus Gardiner seinem Reisetagebuch zum BWV 146

Bachs dritte Kantate für Jubilate, die uns erhalten ist, BWV 146 „Wir müssen durch viel Trübsal“ stammt entweder aus dem Jahr 1726 oder 1728. Was ursprünglich ein (inzwischen verloren gegangenes) Violinkonzert war und später das berühmte Cembalokonzert in d-moll (BWV 1052a) wurde, taucht hier wieder auf als die zwei einleitenden Sätze der Kantate, beide mit obligater Orgel, der zweite zusätzlich mit vierstimmigem Chor. Letzterer wäre eindrucksvoll genug als unglaublich klug aufgepfropftes Stück, wenn es das gewesen war. Wir werden nie mit Sicherheit wissen, ob Bach von Anfang an genau diese Lösung im Sinn hatte oder ob er, mit der Spürnase eines Großmeisters im Schach, so viele mögliche Veränderungen und Konstellationen späterer Züge voraussehen konnte – zum Beispiel dass die vier Gesangslinien an gewissen Stellen leicht einander überschneiden und gleichzeitig zu dem schon vorhandenen adagio-Satz des Violin-(jetzt Orgel-)Konzertes passen würden. Zugegeben, das Gerüst, das Bach liefert – eine ostinate Basslinie, die im Laufe des Satzes sechsmal zu hören ist –, ergibt eine wunderbar solide Grundlage für den doppelten Prozess des Erfindens und Ausfeilens, worin er brillierte. Das ist alles reine Spekulation; unstreitig ist allerdings, dass die Sänger und Instrumentalisten eine ungeheure Kontrolle und Selbstbeherrschung aufzubieten haben müssen, um die gedrückte, sorgenvolle Stimmung dieses Satzes über siebenundachtzig Takte durchhalten zu können.

Jeder der folgenden Sätze ist ein Kleinod: Die Alt-Arie mit einer strahlenden obligaten Violine, die dem ‚schnöden Sodom’ ihre Abkehr verkündet, dann ein qualerfülltes accompagnato für Sopran und Streicher, worin jede einzelne Zählzeit der insgesamt neunzehn Takte eine affektive Funktion erfüllt. Diesem folgt eine Arie im galanten Stil für Sopran mit Flöte, zwei Oboen d’amore und Continuo (Nr. 5), in der sich zum ersten Mal in dieser überwältigenden Kantate die gedrückte Stimmung aufhellt – zu einem Text, der auf dem Psalmvers ‚Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten’ basiert. Ein schönes Tenor- Rezitativ leitet zu dem mitreißenden Duett ‚Wie will ich mich freuen’ zwischen Tenor und Bass über, das von Oboen und Streichern begleitet wird und wie ein passepied angelegt ist, jene Art weltlicher Musik, wie sie Bach während seiner Zeit in Köthen so wunderbar komponierte. Das Stück weist einen kräftigen und unwiderstehlichen Schwung auf, der genau zum richtigen Zeitpunkt kommt auf dieser Reise von der Trübsal zur Vorfreude auf die Ewigkeit.

Der abschließende Choral endet mit den Worten: ‚Er ist in der festen Stadt, da Gott seine Wohnung hat; er ist in das Schloss geführet, das kein Unglück nie berühret’. Genau an dieser Stelle während des Konzertes war es, dass Silas Standage, unser junger Organist, und ich Blicke tauschten. Wir schmunzelten beide. Denn kurz bevor er mit dem gewaltigen Orgelsolo zu Anfang dieser Kantate (selbst eine Allegorie auf die weltliche ‚Trübsal’) beginnen wollte, hatte der arme Silas auf dem oberen Manual der berühmten Trost-Orgel einen Heuler entdeckt. Wir waren gezwungen, um eine Unterbrechung zu bitten, um die möglicherweise notwendige Reparatur durchzuführen. Werkzeug wurde ausgepackt, Expertenrat eingeholt, und nach vielen Hämmern und Klopfen konnten wir fortfahren. Ich erinnerte mich an eine Stelle in Bachs Handexemplar der Calov-Bibel, die er unterstrichen hatte: ‚Herr, ich walte meins Ampts – und thuer was du mir besehen hast – und will gerne alles arbeiten und thun – was du haben willt – allein hilff du mir auch haushalten – hilff du mir auch regieren – e.c.’

© John Eliot Gardiner 2007. Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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/ YouTube: BWV 12 „Weinen, Klagen, sorgen, Zagen“


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/ YouTube: BWV 103 „Ihr werdet weinen und heulen“


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  Sir Gardiners weitere Kantaten-Beschreibungen:   h i e r  zum Download als PDF 

  Künstler-Beitrag: Silas John Standage Orgel als PDF

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Link: Bach-Kantaten:

SDG 107 Vol. 24

CDs – SDG 107 – Vol. 24

BWV 12 „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“
Gardiner Pilgrimage CD 107 – Vol.  24 – CD  1

BWV 103 „Ihr werdet weinen und heulen“
Gardiner Pilgrimage CD 107 –  Vol. 24 – CD 1

                           BWV 146 „Wir müssen durch viel Trübsal“
                          / Gardiner Pilgrimage – Vol. 24 – CD 1

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Ich wünschen allen Besuchern einen schönen Bach-Sonntag.

Grüße Volker

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den Sonntag: „Misericordias Domini“



In 1750 erstellt das Volbach Portrait J.S. Bach in seinem Sterbejahr 1750

Liebe Bach-Freunde !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 08.05.2011 begehen wir den Sonntag: „Misericordias Domini“ 

Der Name des Sonntags „Misericordias Domini“ leitet sich vom Beginn der früheren lateinischen Antiphon ab: Misericordias Domini plena est terra. (Ps 33, 5;).
Der Sonntag Misericordias Domini wird durch das Evangelium vom Guten Hirten bestimmt. Der Hirte sorgt für seine Schafe, die ihm treu folgen. Gleichzeitig wird aber auch der Hinweis laut auf die „falschen Hirten“, die nur an ihren eigenen Vorteil denken. Entscheidend ist jedoch die Zusage Jesu, dass er als der gute Hirte sein Leben hingibt für die Schafe. Das bedeutet, dass wir umfassenden Schutz genießen und uns vor nichts zu fürchten brauchen, auch wenn es dunkel um uns wird.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den Sonntag: Misericordias Domini

BWV 85   – „Ich bin ein guter Hirt“
BWV 104 – „Du Hirte Israel, höre“
BWV 112 – „Der Her ist mein getreuer Hirt“
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Im Radio Live: „Bach-Kantate“

WDR3

Sonntag, 08.05.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-Link: http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

Johann Sebastian Bach 

Ich bin ein guter Hirt, BWV 85
Kantate zum Sonntag Misericordias Domini
für Soli, Chor, 2 Oboen, Violoncello piccolo, Streicher und Basso continuo
Gerlinde Sämann, Sopran / Petra Noskaiová, Alt / Christoph Genz, Tenor /
Jan van der Crabben, Bass
La Petite Bande
Leitung: Sigiswald Kuijken
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/ YouTube: BWV 85 – „Ich bin ein guter Hirt“


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Kantaten-Beschreibung zum BWV 85  – BWV 104 und BWV 112 von „Sir John Eliot Gardiner“ ist als PDF-Download nachstehend hinterlegt!

Bach nähert sich 1725 dem gleichen pastoralen Gelände auf einem anderen Weg. BWV 85 Ich bin ein guter Hirt ist die dritte von drei Kantaten an aufeinander folgenden Festtagen (die anderen sind BWV 6 und 42), die eine in sich geschlossene Folge bilden, und jede ist eine neue Antwort auf die wachsende Sorge der Jünger, damals und heute, wie das Leben in einer Welt ohne die körperliche Präsenz Jesu zu bewerkstelligen sei. Allen drei Kantaten liegen zeitgenössische, Themen aus dem Johannesevangelium verarbeitende und vermutlich von einem einzigen Autor stammende Texte zugrunde, die Bach im Jahr zuvor zusammengestellt und für seinen ersten Leipziger Jahrgang 1723/24 vorgesehen hatte.

Diesen Zyklus musste er zurückstellen, vielleicht weil die Vollendung der Johannespassion für Karfreitag 1724 seine Kräfte übermäßig beanspruchte und ihn nötigte, bei einigen der in diesem Jahr für die Zeit nach Ostern bestimmten Kantaten auf bereits vorhandenes Material zurückzugreifen. Die Kantate BWV 85 ist der Höhepunkt dieser Untergruppe, die Jesus als guten Hirten in den Mittelpunkt stellt und die Macht des Beschützers mit der Freundlichkeit des Freundes vereint. ‚Ich bin ein guter Hirte, ein guter Hirt lässt sein Leben für die Schafe’, dieses berühmte Zitat aus dem Johannesevangelium, leitet das Werk ein, als Arioso für Bass gesetzt.

Die vierundvierzig Takte erweitern auf faszinierende Weise zwei im Keim angelegte Themen, die beide im allerersten Takt zu hören sind, und während das eine zu einer versonnenen, lyrisch gestalteten Oboenmelodie erblüht, erscheint das andere zunächst im Continuo, später in der ersten Phrase des Sängers. In der Weise, wie die gehaltene Note der Oboe sich ihrer selbst besinnt und dann aufblüht, die Violinen zu einer Antwort auffordernd, verweisen melodische Gestaltung und Tonart auf den langsamen Satz in Bachs Doppelkonzert BWV 1060 in c-moll. Die vorherrschende Stimmung ist kontemplativ, nicht bukolisch im eigentlichen Sinne, eher die musikalische Entsprechung zu einer Umarmung, doch von Traurigkeit umhaucht.

In der Meditation über Christus als guten Hirten ist das Violoncello piccolo, das Bach als obligates Instrument für die sich anschließende Alt- Arie in g-moll (Nr. 2) vorschreibt, eine geniale Entscheidung. Man wüsste so gern, ob er dieses spezielle, kleinere Cello (mit E als oberster Saite) einsetzte, weil das Instrument und/oder einer seiner besonders talentierten Exponenten zufällig vorhanden war(en), oder ob er selbst die Initiative ergriff und es in voller Absicht als zentralen poetischen Bedeutungsträger seiner Ausdeutung der für dieses Frühjahr 1725 vorgesehenen Kantaten zugrunde legte (er verwendet es fünfmal in den fünfzig Tagen zwischen Ostern und Pfingsten).

Wie es auch immer gewesen sein mag, dieses besondere Instrument scheint mit seinem wehmütigen Tenorklang die Herzen der Hörer so zu bewegen, wie es sonst nur zwei anderen Lieblingsinstrumenten Bachs und in nicht unähnlichen Situationen gelingt, der Viola d’amore und der Oboe da caccia. Man spürt, dass dieser mantraähnliche Klang den ‚Schafen’ die Zuversicht gibt, gegen jeden Viehdieb, Wolf, Fuchs oder Menschen gerüstet zu sein. Wie in BWV 6, das dreizehn Tage zuvor zu hören war, verwendet Bach die viersaitige Version des Violoncello piccolo mit seinem besonderen ‚Schein’, um zwischen Vokalsolisten und Continuo sowohl im Tonbereich als auch harmonisch zu vermitteln. In diesen beiden Kantaten scheint das Instrument die persönliche Beziehung des Gläubigen zu Jesus theologisch auszudeuten, es liefert ein Element der Stabilität in einer Welt zunehmender Dunkelheit (BWV 6) und fungiert als Symbol für die liebenden, schützenden ‚Arme’ des guten Hirten (BWV 85).

Als nächstes folgt eine Choralvertonung des 23. Psalms in der Übersetzung von Cornelius Becker, in der sich die Stimmen zweier Oboen zu einer kunstvoll gestalteten Invention verweben – in der Wirkung die Textur einer Triosonate, da der Continuo die behutsam ornamentierte Melodie des Soprans umfängt. Im einzigen Rezitativ der Kantate (Nr. 4) wendet sich der Tenor an Jesus als den Oberhirten, der eingreifen muss, ‚wenn die Mietlinge schlafen’, um seine Herde zu retten – das Stichwort für abrupte Streicherarpeggien in Gegenbewegung, während der ‚Höllenwolf’ (oder Satan) einzudringen sucht. Es nimmt bereits das Rezitativ der Matthäuspassion vorweg, wo Jesus, mit seinen Jüngern am Ölberg angekommen, an die Prophezeiung erinnert, in der es hieß: ‚Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen’.

Der seelenvollste Satz der Kantate ist die sich anschließende Tenor- Arie in Es, ‚Seht, was die Liebe tut’, ein weiterer Hinweis auf die Matthäuspassion und die wunderbare Alt-Arie ‚Sehet, Jesus hat die Hand’ in der gleichen Tonart, Inbegriff der Liebe des Hirten, die sich am Kreuz offenbart, wenn Jesus mit seinen ausgestreckten Armen den Sündern eine Zuflucht bereithält, um die Gläubigen wie ‚verlass’ne Küchlein’ bei sich aufzunehmen. Mit ihrer reichen, fließenden Melodie und dem sanft wiegenden Rhythmus bietet diese Arie, in der die ersten vier Silben mit einer einzelnen wiederholten Note vom Sänger ‚festgenagelt’ werden, das komplementäre Bild von Schafen, die ‚fest eingeschlossen’ und ‚in zarter Hut’ des Hirten sind, der ‚am Kreuzesstamm für sie vergossen sein teures Blut’.

Diese thematischen Bezüge zur Matthäuspassion sind zu eng, um zufällig zu sein: Ihre Musik, die er zwar nicht rechtzeitig bis Karfreitag vollendete, war in der Vorosterzeit 1725 Bachs Gedanken nie fern, hatte er doch ursprünglich geplant, sie als Juwel in die Mitte seines zweiten Kantatenjahrgangs zu stellen, als Pendant zu seiner Johannespassion des vorangegangenen Jahres.

© John Eliot Gardiner 2007 Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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/ YouTube: BWV 104 – „Du Hirte Israel, höre“


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/ YouTube: BWV 112 – „Der Herr ist mein getreuer Hirt“


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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen:  h i e r  zum Download als PDF 

  Künstler-Beitrag: Katharina Arfken, Oboe  / Künstler-Beitrag Katharina Arfken  als PDF

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Link: Bach-Kantaten:

CDs – SDG 131 Vol. 23

BWV 85 – „Ich bin ein guter Hirt“ Gardiner Pilgrimage CD 131

Vol.  23 – CD  2

BWV 104 – „Du Hirte Israel, höre / Gardiner Pilgrimage CD 131

Vol. 23 – CD 2

BWV 112 – „Der Herr ist mein getreuer Hirt / Gardiner Pilgrimage CD 131

Vol. 23 – CD 2

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Ich wünsche allen Besuchern einen sonnenreichen Sonntag!

Grüsse

Volker

J.S. Bach-Stiftung St. Gallen: Musiker der Woche – Peter Harvey


Liebe Gardiner-Freunde!

Peter Harvey, englischer Bass-Bariton

Nun ist der erste Gesangs-Solist von Sir Gardiner in der Schweiz angekommen und verpflichtet worden und wird in einem Konzert im Mai 2011 bei der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen-Trogen mitwirken. Sein Name ist uns allen wohl bekannt: „Peter Harvey“ englischer Bass-Bariton ist als „Musiker der Woche“ von der J.S. Bach-Stiftung benannt worden.

Dazu heisst es auf der Webseite der J.S. Bach-Stiftung:

http://www.bachstiftung.ch/

MUSIKER DER WOCHE: PETER HARVEY
Der englische Bass Peter Harvey ist im Mai 2011 erstmals in Trogen zu hören.  Als Solist in Gardiners Bach Cantata Pilgrimage und in der künstlerischen Zusammenarbeit mit namhaften Dirigenten hat er sich einen bekannten Namen in der Musik vor allem des Hochbarock erarbeitet.  

Ausbildung / Werdegang

– Oxford University, Magdalen College
– Guildhall School of Music and Drama (Opernkurs)

Musikalische Höhepunkte

– Bach Cantata Pilgrimage 2000 (Sir J.E. Gardiner)
– Aufnahme: Winterreise (Linn Records)

Aktuelle Tätigkeiten

– Dirigent des Magdalena Consorts
– Internationale Auftritte als Bass-Solist mit weltberühmten Originalklang-Ensembles

Tonträger

– Aufnahme von mehr als 100 CDs

Internetseite www.peterharvey.com

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Mittlerweile sind zwei neue Bach-Kantaten von der J.S. Bach-Stiftung auf YouTube veröffentlicht worden und stelle sie hier mit ein und wünsche viel Spass..!!

(Aria duetto e corale) aus der Kantate BWV 185 („Barmherziges Herze der ewigen Liebe „), aufgeführt durch die J. S. Bach-Stiftung St. Gallen. Solisten: Regina Kabis (Sopran) und Jens Weber (Tenor). Musikalischer Leiter: Rudolf Lutz.

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Dritter Satz (aria alto) aus der Kantate BWV 42 („Am Abend aber des selbigen Sabbats“), aufgeführt durch die J. S. Bach-Stiftung St. Gallen. Solistin: Irène Friedli. Musikalischer Leiter: Rudolf Lutz.

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Grüße Volker

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für „Karfreitag“ und „Ostern“


Wirkungsstätte von J.S. Bach "Thomaskirche in Leipzig"

Liebe Bach-Freunde !

Nach den Veröffentlichungen der BWV als PDF-Download im Blog stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung. Die Quellenangaben mit Musikbeispielen auf  “YouTube“ sind sehr ergiebig.

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Am 22.4.2011 Karfreitag am 24. und 25. April 2011 begehen wir das „Osterfest“

Der Karfreitag (früher Parasceve genannt) wurde vermutlich schon von den ersten Christen begangen als ein Tag des Fastens und der Trauer. Er behielt diesen Charakter über die Jahrhunderte bei. Schon Tertullian (Ende des 2. Jahrhunderts) bezeugte die Einhaltung dieses Tages als großen Fastentag.
Die protestantische Kirchen aber haben zunächst nur teilweise den Karfreitag als Feiertag übernommen. Im 17. Jahrhundert erlebte er als Bußtag eine Renaissance, wobei er freilich seinen ursprünglichen Character verlor. Entgegen der früheren Praxis, an diesem Tag (als dem einzigen des Jahres) keinAbendmahl zu feiern, stand nun das Abendmahl im Vordergrund. Heute entwickelt sich die Feier des Tages wieder zu einer dem ursprünglichen Sinn angemessenen Praxis.

Am Karfreitag hören wir, wie der Sohn Gottes gekreuzigt und zu Tode gebracht wurde. Die christliche Gemeinde verstummt, läßt nur noch das Wort Gottes reden. Dies findet seinen Ausdruck darin, dass die Vesper nach der Todesstunde Jesu einzig aus der Lesung besteht, zu der das Psalmgebet tritt.
Am Karfreitag verlöschen die Kerzen, die bis dahin Zeichen für das lebendige Licht, das Jesus Christus selbst ist, gewesen sind, um erst in der Osternacht wieder am Osterlicht entzündet zu werden. Der Karfreitagsgottesdienst wird in der Regel um die Sterbestunde Jesu gefeiert. 

Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. (Joh 3, 16)

Bach-Kantaten entfallen für den Karfreitag. Musik zum Anhören: BWV 244 Matthäus Passion / BWV 245 Johannes Passion.

Fernsehsendung am Karfreitag:

WDR3.Fernsehen:
07:15 – 10:00 Uhr
Johann Sebastian Bach: Matthäus-Passion BWV 244
Aufzeichnung aus der Philharmonie Köln vom 28.03.2010

Radio-Sendungen am Karfreitag:

Link: https://meinhardo.wordpress.com/2011/04/10/radiotipps-mit-passionen-2011/

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Am Ostersonntag freuen wir uns über die Auferstehung Jesu von den Toten. Er ist der Erstling der Auferstehung, dem wir nachfolgen werden, wenn er kommen wird. Aber die Auferweckung gibt uns nicht nur Hoffnung für die Zukunft – auch heute, in unserer Welt, können wir nicht schweigen von unserer Freude und beten, dass das Evangelium unter uns wirksam werde und diese Welt verändere.

Predigttext steht in Johannes 20, Verse 19-23:   Am Abend aber dieses Tages der Woche, als die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch!  Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den HERRN sahen. Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.

Der Ostermontag nimmt Bezug auf die Ereignisse unmittelbar nach der Auferstehung. Die Reaktion der Jünger und die ersten Erscheinungen Jesu stehen nun im Mittellpunkt, wobei auch die Konsequenzen der Auferstehung schon deutlich werden.

Predigttext steht in Lukas 24, Verse 13-35:

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Für  das Osterfest:

Bach-Kantaten:

SDG 128 Vol. 22

BWV 4 – Christ lag in Todesbanden / Gardiner Pilgrimage CD 128 Vol.  22 – CD  1

BWV 6 – Bleib bei uns, denn es will Abend werden / Gardiner Pilgrimage CD 128 Vol. 22 – CD 2

BWV 31 – Der Himmel lacht! die Erde jubilieret / Gardiner Pilgrimage CD 128 Vol. 22 – CD 1 

BWV 66 – Erfreut euch, ihr Herzen / Gardiner Pilgrimage CD 128 Vol. 22 – CD 2

BWV 134 – Ein Herz, das seinen Jesum lebend weiß / Gardiner Pilgrimage CD 128 Vol. 22 – CD 2

BWV 145 – Ich lebe, mein Herze, zu deinem Ergötzen / Gardiner Pilgrimage CD 128 Vol. 22 – CD 2

Wer diese – „Gardiner SDG-CDs Vol. 22“ –  besitzt sollte sie sich unbedingt anhören, diese Bachwerke an historischer Stätte in Eisenach in der Georgenkirche Ostern 2000 aufgenommen, besitzen ein überragendes und emotionales Format.

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Kantaten-Beschreibungen zu den BWV  von „Sir John Eliot Gardiner“ ist als PDF-Download nachstehend hinterlegt!

  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen zu Ostern:  h i e r  zum Download als PDF 

  Künstler-Beitrag: Katharina Arfken, Oboe  / Künstler-Beitrag Katharina Arfken  als PDF
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Radio-Sendungen zum Osterfest:

Link: https://meinhardo.wordpress.com/2011/04/10/radiotipps-mit-passionen-2011/

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D-Radio-Kultur am 24.4.2011 um 06:05 Uhr

Link-Livestream: http://www.dradio.de/streaming/dkultur.m3u

Johann Sebastian Bach
„Der Himmel lacht, die Erde jubilieret“, Kantate für Soli, Chor und Orchester, BWV 31

(Kantate am ersten Osterfesttage, BWV 31)
Paul Esswood, Countertenor
Kurt Equiluz, Tenor
Max van Egmond, Bass
Wiener Sängerknaben
Chorus Viennensis
Concentus musicus Wien
Leitung: Nikolaus Harnoncourt

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WDR3 um 09:05-10:00 Uhr

Johann Sebastian Bach 
Der Himmel lacht, die Erde jubilieret, BWV 31
Kantate zum ersten Osterfesttag
für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo
Monika Frimmer, Sopran
Gerd Türk, Tenor
Peter Kooij, Bass
Bach Collegium Japan
Leitung: Masaaki Suzuki

Live-Stream: http://www.wdr.de/wdrlive/media/wdr3.asx

oder: http://www.wdr.de/wdrlive/media/wdr3.m3u

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Nachstehend Videos von YouTube zur Osterzeit:

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/ YouTube: BWV 4  – „Christ lag in Todesbanden“

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/ YouTube: BWV 6 – „Bleib bei uns, denn es will Abend werden“


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/ YouTube: BWV 31 – „Der Himmel lacht! die Erde jubilieret“


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/ YouTube: BWV 66  – „Erfreut euch, ihr Herzen“


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/ YouTube: BWV 134 – „Ein Herz, das seinen Jesum lebend weiß“

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YouTube: BWV 145 – „Ich lebe, mein Herze, zu deinem Ergötzen“



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            Ich wünsche allen Blog-Mitgliedern

           und Besuchern ein schönes  Osterfest !

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Liebe Oster-Grüße

Volker