Sommerliche Kirchenmusik in 2017 in St. Michaelis Hildesheim
St. Michaelis Hildesheim
Liebe Freunde der Musik an St. Michaelis Hildesheim,
in diesem Jahr feiert die Sommerliche Kirchenmusik in St. Michaelis Hildesheim ihr 50jähriges Bestehen. Ein halbes Jahrhundert lang haben regelmäßig Donnerstags in den Monaten Juni bis August Konzerte stattgefunden, bei denen Gäste und MusikerkollegInnen aus dem In- und Ausland in St. Michael unsere ZuhörerInnengemeinde mit ihrer Musik zu erfreut und begeistert haben.
Die 50. Sommerliche Kirchenmusik im 500. Jahr der Reformation geht natürlich inhaltlich auch auf dieses Thema des Jahres 2017 ein.
So werden zum Beispiel am Freitag, dem 30. Juni um 20 Uhr der jüngst gekürte ThomaskantorGotthold Schwarz mit dem Bach Consort Leipzig und dem Sächsischen Barockorchester Telemann-Kantaten zu Luther-Liedern aufführen.
Zwischen den Kantaten wird Dr. Friedrich Schorlemmer eigene Texte rezitieren. Weitere Highlights und das komplette Programm entnehmen Sie bitte der angehängten Übersicht.
Zum Eröffnungskonzert am 1. Juni (Kantorei und Bläserkreis St. Michael openair) wird auch der Gründer der Reihe, mein geschätzter Vorgänger im Amt KMD i.R. Johannes Baumann anwesend sein.
Die diesjährige Reihe verspricht also in vielerlei Hinsicht eine besondere zu werden.
Ich würde mich freuen, Ihr Interesse geweckt zu haben und hoffe auf Ihren Besuch!
TELEMANN UND LUTHER Kantaten zu Luther-Liedern von Georg Philipp Telemann
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 25.06.2017 begehen wir den 2. Sonntag nach „Trinitatis“
Der 2. Sonntag nach Trinitatis hat „die Einladung“ zum Thema. Es leitet sich ab vom Evangelium vom großen Abendmahl – der Einladung, die von den Wohlhabenden abgelehnt wird, woraufhin die Einladung an die Außenseiter und Ausgestoßenen ergeht, die sie freudig annehmen. Es geht an diesem Sonntag wohl mehr darum, darüber nachzudenken, wo Gottes Einladung an uns ergeht und wie wir darauf antworten. Die übrigen Perikopen nehmen das Thema in vielfältiger Weise auf.
Am 2. Sonntag nach Trinitatis hören wir die Einladung zum großen Abendmahl und danken Gott, dass er uns durch Jesus Christus teilhaben läßt an seinem Reich. Die Freude über die Einladung macht uns selbst zu Einladenden.
Wochenspruch:
Christus spricht: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. (Mt 11,28)
Sendung: „Cantica“ am Sonntag 06:30 Uhr bis 07:00 Uhr
Wiederholung: um 23:00 – 23:30 Uhr
Joseph Haydn
„Cäcilienmesse“ in der Vorstellung
Zwei Messen für Mariazell
Diese Messvertonung gibt es vom Titel her zweimal. 1782 entstand von Haydn die Missa Cellensis, die dem großen Marienwallfahrtsort Mariazell im heutigen Österreich zuzuordnen ist. Diese Komposition ist erheblich kürzer als die zweite Missa Cellensis, um die es in Cantica geht.
Sie ist Haydns umfangreichste Vertonung der Katholischen Messe. Besser bekannt ist sie unter dem Beinamen „Cäcilienmesse“, wobei diese Bezeichnung nicht auf Haydn zurückgeht. Gattungstechnisch ist sie eine so genannte Kantatenmesse. Das heißt, innerhalb eines Messteiles wechselt abschnittsweise die Besetzung.
Kantaten-Beschreibung zum BWV 2 „Ach Gott, vom Himmel sieh darein“
Martin Luthers Choral nach Psalm 12 beklagt, wie sehr sich die Menschen durch ‚eitel falsche List’ in die Irre führen lassen. Er liefert den Rahmen zu Bachs Kantate BWV 2 Ach Gott, vom Himmel sieh darein, während die Kopplungen von Rezitativ und Arie in den mittleren
Strophen den Liedtext paraphrasieren. Gewiss war es dieser grimmige Blick auf die versprengten Häuflein von Gläubigen in einer heidnischen Welt der Verfolgung, der Bach bewog, Luthers Anfangsvers – in deutlichem Gegensatz zu den instrumental ausgefeilten
Choralfantasien, mit denen die Kantaten seines zweiten Leipziger Jahrgangs (1724/25) begannen – als archaische Choralmotette zu vertonen.
In dieser strengen, vokal dominanten Textur sticht der in langen Noten von den Altstimmen gesungene, von zwei Oboen verdoppelte Cantus firmus hervor, die der Choralmelodie besondere Prägnanz und Glanz verleihen. Jeder Textzeile gehen fugierte Einsätze
der übrigen Stimmen voraus, die vom Zinken, drei Posaunen und Streichern verdoppelt werden. Die schrittweise Erhöhung der vokal und instrumental ausgeführten Linien vor jedem neuen Einsatz des Cantus firmus führt in diesem Satz zu einer ‚besonderen strukturell bedingten Dynamik’ (Alfred Dürr).
Wie andere Kantaten im archaischen Motettenstil, zum Beispiel BWV 121 Christum wir sollen loben schon, birgt sie die Faszination eines ritualisierten Gottesdienstes – ein musikalisches Äquivalent zu jenen ernsten, hageren Gesichtern, denen wir auf religiösen Bildern flämischer Maler des 15. Jahrhunderts begegnen. Auf seine eigene Art mildert Bach die Strenge der
ausgedehnten, chromatisch um eine Quarte (passus duriusculus) absteigenden Fuge in d-moll, indem er die Continuolinie in die entgegengesetzte Richtung führt, sie chromatisch ansteigen lässt.
Wie ein Prediger, der sein Thema aus dem vorangegangenen 2 Choral der Gemeinde herausarbeitet, wettert der Tenor gegen die Bande der Götzendiener – ‚Sie lehren eitel falsche List’. Wie zu erwarten, ist das wieder Luther, und es ist dieselbe anonyme
Choralmelodie, die Bach jetzt mit dem Continuo in einen langsamen Kanon setzt. Die Zielscheibe seines Zorns ist hier die ‚törichte Vernunft’, die den Menschen als ‚Kompass’ dient und zu einer wütenden Anprangerung der fruchtlosen Versuche führt, ihre Rettung aufgrund
ihrer eigenen kümmerlichen Bemühungen zu erwarten: ‚Sie gleichen denen Totengräbern / die, ob sie zwar von außen schön, / nur Stank und Moder in sich fassen / und lauter Unflat sehen lassen’.Der abrupte Wechsel in der Alt-Arie mit obligater Violine zum aktuellen konzertanten Stil trifft wie ein Schock, wenngleich das permanente Wüten gegen Ketzer und ‚Rottengeister’ nicht nachlässt –zu hören in den streitlustigen Ketten aus Sechzehnteltriolen im Violinpart, dem trotzigen Staccato des Continuos und in der Weise, wie im ‚B’-Teil der Arie (Takte 56–59) die Choralmelodie wieder zutage gefördert wird.
Der klägliche Appell, den der gequälte Sünder an Gott richtet, findet schließlich dort Gehör, wo sich das zweite Rezitativ (Nr. 4) zum Arioso wandelt. Wir erfahren, wie Gott antwortet: ‚Ich muss ihr Helfer sein! / Ich hab ihr Flehn erhört… / Ich will mich ihrer Not erbarmen’, dies in einer Reihe skalenartig aufsteigender Phrasen, die dem insgesamt absteigenden Klangmuster dieser kurzen Kantate entgegenwirken. Die mächtige Tenor-Arie (Nr. 5) setzt dieses
wiederkehrende Muster aus aufsteigenden Linien in den hohen Streichern und Oboen gegen eine Reihe gegenläufig rotierender Figuren im Continuo. Analog zur reinigenden Wirkung des Feuers –‚durch Feuer wird das Silber wieder rein’ – verweist Bach auf das Kreuz, durch das sich das Wort bewahrheitet und auch der Christ wieder rein wird. Diese Anspielung und die Art, wie Bach fließende Bewegung oder den Fluss des geschmolzenen Metalls andeutet, erinnert nicht einfach nur an sein Interesse an edlen Metallen und Münzen, sondern auch an 3 die zu seiner Zeit emsig betriebene Suche nach dem Stein der Weisen durch Apotheker und Alchemisten, die für August den Starken in Dresden in geheimer Mission unedle Metalle in Gold verwandeln sollten und stattdessen das Geheimnis (Arcanum) des Porzellans entdeckten.
Im Jahre 1529 veröffentlichte Martin Luther seine Übersetzung des 46. Psalms, »Ein feste Burg ist unser Gott«. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich dieser Choral zum Symbollied der Reformation und wurde von vielen Komponisten musikalisch bearbeitet. Auch Johann Sebastian Bach reihte sich in diese Tradition ein und schuf als Leipziger Thomaskantor eine festliche Kantate über »Ein feste Burg ist unser Gott« (BWV 80). Rund ein Jahrhundert später führte der Gewandhaus-Kapellmeister Felix Mendelssohn Bartholdy ebenfalls in Leipzig seine Sinfonie-Kantate »Lobgesang« auf. Mit »Nun danket alle Gott« steht auch hier ein feierlicher Choral im Mittelpunkt des musikalischen Geschehens.
Rudolf Lutz – Dirigent und musikalischer Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen
J. S . Bach Kantate BWV 79 „Gott der Herr ist Sonn und Schild„
Kantate zum Reformationsfest
für Sopran, Alt, Tenor und Bass
Oboe I+II, Corno I+II, Timpani
Streicher und Basso continuo
„Gott der Herr ist Sonn und Schild“ (BWV 79) ist eine Kirchen-Kantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie in Leipzig für das Reformationsfest und führte sie am 31. Oktober 1725 erstmals auf.
Kantate BWV 79 zum Reformationsfest, für Sopran, Alt, Tenor und Bass, Oboe I+II, Corno I+II, Timpani, Streicher und Basso continuo
Hörner und Pauken beschwören im Barock stets die Aura des Festlich-Fürstlichen oder Priesterlich-Hoheitlichen herauf. Und so hat auch Bach seiner wohl 1725 entstandenen und später nicht zufällig grossenteils in die Messen BWV 234 und 236 eingegangenen Reformationskantate «Gott der Herr ist Sonn und Schild» mit einem solchen Bläserchor besonderen Glanz verliehen. Weiträumig und leichtfüssig entfalten der prächtige Psalmchor des Beginns und die in der Kantatenmitte und am Werkschluss angesiedelten Choralsätze das überzeitlich stolze Gotteslob, das von kämpferischen bis flehentlichen Solostücken im Sinne der lutherischen Rechtgläubigkeit und konfessionellen Auserwähltheit präzisiert wird.
1. Tutti
«Gott der Herr ist Sonn und Schild. Der Herr gibt Gnade
und Ehre, er wird kein Gutes mangeln lassen den
Frommen.»
2. Arie — Alt
Gott ist unsre Sonn und Schild!
Darum rühmet dessen Güte
unser dankbares Gemüte,
die er für sein Häuflein hegt.
Denn er will uns ferner schützen,
ob die Feinde Pfeile schnitzen
und ein Lästerhund gleich billt.
3. Choral
Nun danket alle Gott
mit Herzen, Mund und Händen,
der große Dinge tut
an uns und allen Enden,
der uns von Mutterleib
und Kindesbeinen an
unzählig viel zugut
und noch itzund getan.
4. Rezitativ — Bass
Gottlob, wir wissen
den rechten Weg zur Seligkeit;
denn, Jesu, du hast ihn uns durch dein Wort gewiesen,
drum bleibt dein Name jederzeit gepriesen.
Weil aber viele noch
zu dieser Zeit
an fremdem Joch
aus Blindheit ziehen müssen,
ach! so erbarme dich
auch ihrer gnädiglich,
daß sie den rechten Weg erkennen
und dich bloß ihren Mittler nennen.
5. Arie — Duett Sopran, Bass
Gott, ach Gott, verlaß die Deinen
nimmermehr!
Laß dein Wort uns helle scheinen;
obgleich sehr
wider uns die Feinde toben,
so soll unser Mund dich loben.
6. Choral
Erhalt uns in der Wahrheit,
gib ewigliche Freiheit,
zu preisen deinen Namen
durch Jesum Christum. Amen.
Aufnahme vom 6. Mai 2017 auf der Wartburg-Eisenach (500 Jahre Reformation)
Solisten:
Sopran: Miriam Feuersinger
Altus: Markus Forster
Tenor: Daniel Johannsen
Bass: Matthias Helm
Video:J.S. Bach – Kantate BWV 131„Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir“
Es handelt sich bei diesem Werk um eine der ältesten erhaltenen Kantaten Bachs (gemeinsam mit den Kantaten BWV 150, 196, 106 und 4). Aus einem handschriftlichen Vermerk des Komponisten geht hervor, dass das Werk zu seiner Zeit in Mühlhausen 1707 oder 1708 vom Pastor der Marienkirche Georg Christian Eilmar in Auftrag gegeben wurde.
Albert Schweitzer schreibt in seinem Werk Johann Sebastian Bach, dass dieser Geistliche „ein großer Verehrer der Kirchenmusik und ein persönlicher Freund Bachs“ gewesen sei. Der Umstand, dass Bach an dieser Kirche nicht tätig war, gibt der Bachforschung Anlass zu Spekulationen, dass Bachs Vorgesetzter am kompositorischen Schaffen des jungen Organisten kein Interesse hatte. Der Stil und die umfangreiche Beschreibung der Komposition deutet auf eine Entstehung 1707, also zu Beginn von Bachs Amtszeit in Mühlhausen.
an jährlich vier Bach-Wochenenden (Donnerstag, Freitag & Sonntag) und in ergänzenden Sonderkonzerten das gesamte Vokalwerk von Johann Sebastian Bach auf. Die geistlichen Kantaten erklingen dabei im Zusammenhang mit ihrer ursprünglichen Bestimmung im Kirchenjahr.
Auf der Webseite zum Projekt finden Sie alle Informationen rund um Termine, Karten, Künstler:
Professionelle Qualität in Bild und Ton: Jede Woche kommt ein Chorsatz, eine Arie oder ein Choral hinzu! So können Sie mit Bach:vokal verbunden bleiben, auch wenn gerade kein Konzert ansteht.
Unter dem nachstehenden Link sind veröffentlichte Videos auf YouTube einsehbar..!!
Wie Bach eine bekannte Hymne zu einem irdischen Fest macht.
Zu singen oder nicht zu singen? Das ist eine der Schlüsselfragen der Orgelversion der Hymne „Allein Gott in der Höh sei Ehr.“ Dieser Choral war eine wichtige Hymne, die von der ganzen Gemeinde im lutherischen Gottesdienst gesungen wurde. Wie bei allen Chorälen ist die Melodie leicht zu singen und sich zu erinnern. Eine so genannte Kirchenhymne konnte von dem Organisten begleitet werden, der die Melodie harmonisierte und oft eine kurze Instrumentalbrücke zwischen den aufeinanderfolgenden Linien des Chorals spielte – genau wie in BWV 715.
In der Regel, Chorale Arrangements, wo die Gemeinde singt zusammen mit der Melodie nutzen Akkorde, die für den Schlüssel dieser Melodie offensichtlich sind. Doch Bach wäre nicht Bach, wenn er die Musik mit harmonischem Gewürz hier und da nicht bestreut hätte, auch in solchen Fällen. Der Musiktheoretiker Athanasius Kircher traf die Marke, als er schrieb, dass diese Variante leckere Musik sorgt: Schließlich wollen wir nicht immer das gleiche Essen essen.
Aber BWV 715 scheint das musikalische Äquivalent eines irdischen Festes zu sein! Die Melodie ist immer noch die von „Allein Gott in der Höh sei Ehr,“ aber unter fast jeder Note gibt es einen unerwarteten, komplexen Akkord. War es noch die Idee, dazu zu singen? Einige Experten haben ihre Zweifel. Aber wenn du irgendwann allein in der Höh sei Ehr singe (und vermutlich kein musikalischer Experte überhaupt), dann kannst du einfach nur laut und klar über alles singen. Wenn du allein zu Hause bist, drehe die Lautstärke auf und versuche es.
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Am 18.06.2017 begehen wir den 1. Sonntag nach „Trinitatis“
Der 1. Sonntag nach Trinitatis hat die Apostel und Propheten zum Thema. Gott sendet und wählt einzelne Personen, die er mit einem Auftrag ausstattet. Diese Personen sollen Gottes Botschaft weitertragen. Oft ist diese nicht einfach, sondern anstössig, so dass die Personen immer wieder auf Widerstand stoßen. Dennoch oder eher gerade deswegen gehören Apostel und Propheten zum Gesamtbild des christlichen Glaubens, denn sie helfen, sich auf Gottes Willen zu besinnen. Allerdings muss man sich hüten vor „falschen Propheten“, die den Glauben an die Existenz solcher Menschen mißbrauchen und schamlos ausnutzen.
Am 1. Sonntag nach Trinitatis hören wir im Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus den Hinweis auf die Propheten, die die Lebenden zu hören nicht bereit waren und auch heute oft nicht bereit sind. Auch wir verschließen oft unsere Ohren vor den wahren Propheten und neigen sie gern falschen Propheten zu. Aber das Wort Gottes läßt nicht zu, dass wir gänzlich abirren, sondern holt uns zurück und stellt uns in seinen Dienst. So sind auch wir Gesandte (= Apostel) des Herrn.
Wochenspruch:
Christus spricht zu seinen Jüngern: Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich. (Lk 10, 16)
„Er zerschmettert Könige am Tage seines Zorns“ – Psalm 110 zeichnet von Gott das Bild eines Kriegers, der auch vor Gewalt gegenüber seinen Feinden nicht zurückschreckt. Eine besonders eindrucksvolle Vertonung ist Georg Friedrich Händel vor rund 300 Jahren gelungen.
Er schrieb sie in jungen Jahren, zu einer Zeit, als er sich sein Handwerkszeug als Komponist durch Reisen und Studien aneignete. Aus diesem Grund hielt er sich zu dieser Zeit in Italien auf und daher lassen sich viele musikalische Einflüsse des Landes auf den 22jährigen Komponisten in dem Werk erkennen. Die Deutung des Textes durch farbige Musik steht an erster Stelle, Händel probiert viel aus, um den martialischen Text musikalisch zu deuten….
Kantaten-Beschreibungen Kantaten für den 1. Sonntag nach Trinitatis
St. Giles Cripplegate, London am 23 – 26.. Juni 2000
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Kantaten-Beschreibung zum BWV 75„Die Elenden sollen essen“
Als erste offizielle Kantate zu Bachs Amtsantritt in Leipzig wurde BWV 75 „Die Elenden sollen essen“ acht Tage nach der Ankunft mit seiner Familie und zwei Tage vor seiner formalen Ernennung aufgeführt. Der tadellose Zustand der autographen Partitur und das nicht aus Leipzig stammende Papier, auf der sie notiert war, lassen vermuten, dass Bach noch in Köthen mit der Komposition begonnen hatte. Die Kantate besteht aus vierzehn Sätzen (14 war Bachs symbolische Zahl), von denen sich sieben mit Reichtum und Armut unter materiellem Aspekt befassen, während die sieben übrigen die Herausforderung behandeln, der sich die Seele eines Christen zu stellen hat.Bach beginnt mit einer französischen Ouvertüre in langsamem Dreiertakt, mit einem Oboensolo, das sich in rhetorischen Verzierungen ergeht, dem Stil von Händels Concerti grossi op. 3 sehr ähnlich. Der Chor verkündet mit majestätischem Pathos und entsprechendem Ernst:
♪ Cantata BWV 22 „Jesus nahm zu sich die Zwölfe“ (Köthen / Leipzig, 1723)
i. Arioso & Chorus: Jesus nahm zu sich die Zwölfe und sprach
ii. Aria (alto): Mein Jesu, ziehe mich nach dir
iii. Recitativo (bass): Mein Jezu, ziehe mich, so werd ich laufen
iv. Aria (tenor): Mein alles in allem, mein ewiges Gut
v. Chorale: Ertöt uns durch dein Güte
Thomaner Paul Bernewitz, soprano (chorus)
Thomaner Stefan Kahle, alto
Patrick Grahl, tenor
Matthias Weichert, bass
Thomanerchor Leipzig
Gewandhausorchester
Georg Christoph Biller
J.S. Bach –BWV 35 Kantate „Geist und Seele wird verwirret“
Geist und Seele wird verwirret, BWV 35, ist eine geistliche Kantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte die Solo-Kantate für Alt 1726 in Leipzig für den 12. Sonntag nach Trinitatis und führte sie am 8. September 1726 zum ersten Mal auf.
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Video:J. S. Bach – BWV 35 Kantate „Geist und Seele wird verwirret“
an jährlich vier Bach-Wochenenden (Donnerstag, Freitag & Sonntag) und in ergänzenden Sonderkonzerten das gesamte Vokalwerk von Johann Sebastian Bach auf. Die geistlichen Kantaten erklingen dabei im Zusammenhang mit ihrer ursprünglichen Bestimmung im Kirchenjahr.
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O Ewigkeit, du Donnerwort (BWV 20), ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er schrieb sie in Leipzig für den ersten Sonntag nach Trinitatis und führte sie am 11. Juni 1724 zum ersten Mal auf. Sie eröffnete seinen zweiten Leipziger Kantatenjahrgang, der auch als Choralkantatenjahrgang bekannt ist.
Video: J.S. Bach: BWV 20 „O Ewigkeit, du Donnerwort“
Fanie Antonelou, Sopran
Lena Sutor-Wernich, Alt
Daniel Schreiber, Tenor
Matthias Horn, Bass
Stuttgarter Kantorei
Stiftsbarock Stuttgart (Konzertmeisterin: Susanne von Gutzeit)
Leitung: Kay Johannsen
Aufführung im Rahmen des Zyklus‘ Bach:vokal und als Konzert beim Deutschen Evangelischen Kirchentag am 4.6.2015 in der Stiftskirche Stuttgart.
1 Coro: „O Ewigkeit, du Donnerwort“
2 Recitativo (Tenor): „Kein Unglück ist in aller Welt zu finden“
3 Aria (Tenor): „Ewigkeit, du machst mir bange“
4 Recitativo (Bass): „Gesetzt, es dau’rte der Verdammten Qual“
5 Aria (Bass): „Gott ist gerecht in seinen Werken“
6 Aria (Alt): „O Mensch, errette deine Seele“
7 Choral: „Solang ein Gott im Himmel lebt“
8 Aria (Bass): „Wacht auf, wacht auf, verlornen Schafe“
9 Recitativo (Alt): „Verlass, o Mensch, die Wollust dieser Welt“
10 Aria (Alt & Tenor): „O Menschenskind, hör auf geschwind“
11 Choral: „O Ewigkeit, du Donnerwort“
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Ich wünsche allen Besuchern einen schönen Sonntag !
Von Anfang an ist klar, dass dies ein früher Bach ist. Diese Art der schnellen Melodie, die plötzlich auf eine unerwartete Note endet, ist eine typisch wunderliche musikalische Geste, die wir in Bachs anderen frühen Werken sehen. Und was folgt, bestätigt nur diesen ersten Eindruck. Wenn Toccata in d-Moll, BWV 913, ist noch frisch in deinen Ohren, zum Beispiel, dann hörst du sofort alle möglichen Ähnlichkeiten.
Es wurde vorgeschlagen, dass dieses Stück die einzige überlebende Arbeit aus einer Reihe von kurzen Präludien und Fugen für Unterrichtszwecke verwendet werden kann. Auf jeden Fall ist es so, wie es in der frühesten Quelle verwendet wird, die ein Manuskript einer ganzen Reihe von Präludien, Intonationen und Fugen in verschiedenen Schlüsseln ist – alles mehr oder weniger die gleiche Länge. Die anderen Werke sind Komponisten wie Pachelbel, Wecker, Zachow, Krieger und Werckmeister. Das Manuskript wurde am 3. April 1709 vonJohann Christoph Bach (1673-1727) begonnen, ein entfernter Verwandter (also nicht Johann Sebastians Onkel oder Bruder des gleichen Namens), der Kantor und Organist in der kleinen Stadt Gehren im Thüringer Wald war . Dieser Johann Christoph verwendete wahrscheinlich das Stück in seinem eigenen Unterricht.
Obwohl dieses Präludium und die Fuge in a-Moll einen relativ bescheidenen Platz in Bachs Oeuvre einnimmt, steht es in einem solchen Sammlungsmanuskript, auch ohne Bachs Namen, auf. Es ist nur so etwas abenteuerlicher, phantasievoll und geschmackvoller als der Rest. Wie viele Schüler müssen Johann Christoph Bach gesagt haben „Ich möchte mehr Stücke von dem Komponisten dieser Fuge“?
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BWV 895 Titel Prelude und Fuge in a-Moll Genre Tastatur Arbeit Jahr Frühe Arbeit, jedenfalls vor 1725 Stadt unbekannt Uraufführung unbekannt
Erschreckende Horror-Preise und neue Entwicklungen für das kommende Bachfest 2018 in Leipzig!
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Am Samstag, 10. juni 2017 kündigte das Bach-Archiv schließlich einen Knüller an. Zum Auftakt der nächsten Auflage 2018 werden an drei Tagen die 30 besten Bach-Kantaten zyklisch zu hören sein. Für den Leipziger Kantaten-Ring verpflichteten die Organisatoren einige der profiliertesten Bach-Ensembles unserer Zeit.
Die Karten kosten im Abonnement zwischen 100 und 500 Euro.Ohnehin wird sich das bislang kirchenlastige Bachfest im kommenden Jahr noch stärker in Richtung eines Musikfestivals entwickeln.
Davon zeugen die Aufführungen beider großer Bach-Passionen ebenso wie eine stärkere Einbindung des Gewandhauses als Spielstätte. Passionen, Klavierübung und Wohltemperiertes Klavier werden als Aufführungszyklen angeboten.
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Mitteilung vom Bach-Archiv Leipzig vom 10. Juni 2017
Vorschau auf das Bachfest 2 0 1 8
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Auch wenn das Bachfest Leipzig gerade erst begonnen hat, die Pläne für nächstes Jahr 2018 stehen schon fest.
An zwei Tagen werden in zehn Konzerten 30 Bachkantaten als „Kantatenring“ aufgeführt.
Bachfest Leipzig 2017: Sir John Eliot Gardiner, Praesident des Bach-Archivs Leipzig, spricht zur Eroeffnung in der Leipziger Thomaskirche. (Foto: Jens Schlueter/Bachfest Leipzig 2017)
Damit knüpfen die Veranstalter an den großen Erfolg des Kantatentages im vergangenen Jahr und in diesem Jahr an. „Wir werden als Zyklus ein komplettes Kirchenjahr simulieren vom 1. Advent, bis zum 27. Sonntag nach Trinitatis.“ Ein Kantatenmarathon der Durchhaltevermögen erfordert. Doch besonders Besucher aus dem Ausland interessierten sich für diese kompakten Angebote, sagt Alexander Steinhilber. „Die Menschen kommen nach Leipzig, um Bach an den Original Spielstätten zu erleben und da darf es dann auch gerne mal ein bisschen mehr sein.“
Eroeffnung Bachfest Leipzig 2017: Der Thomanerchor Leipzig, der ThomasSchulChor und das Haendelfestspielorchester Halle musizieren unter der Leitung von Thomaskantor Gotthold Schwarz. Foto: Jens Schlueter/Bachfest Leipzig 2017
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Veröffentlicht am 08.06.2017
Leipzig Ring of Cantatas at Bachfest Leipzig 2018
/ Leipziger Kantatenring im Bachfest Leipzig 2018 8-10 June 2018
The 30 best Bach Cantatas in one Weekend 10 Concerts in Bach’s Leipzig Churches The Best Artists:
Nach seiner Ansprache beim Eröffnungskonzert des Bachfestes Leipzig am 9. Juni 2017 in der Thomaskirche habe ich mich in einem
„Offenen Brief“ an den Präsidenten des Bach-Archivs Leipzig, Sir John Eliot Gardiner, gewandt.
Sie sind ein in aller Welt hoch geschätzter und gern gehörter Interpret insbesondere des umfangreichen geistlichen Werkes von Johann Sebastian Bach. Viele Menschen freuen sich, Ihre Konzerte beim Leipziger Bachfest miterleben zu können. Ihre internationale Reputation hat dazu geführt, dass Ihnen die Stadt Leipzig angetragen hat, Präsident des Bach-Archivs zu werden. In dieser Eigenschaft tragen Sie ein hohes Maß an Verantwortung für die Pflege des Bach‘schen Werkes in der Stadt, in der der große Thomaskantor im 18. Jahrhundert über 27 Jahre gewirkt hat.
Sir John Eliot Gardiner beim Bachfest 2017 im Gewandhaus
Am vergangenen Freitag haben Sie als Präsident des Bach-Archives beim Eröffnungskonzert des Bachfest in der Thomaskirche gesprochen. Im Programm war dazu ausgewiesen „Einführung“. Mit Spannung haben viele Menschen erwartet, was Sie auf dem Hintergrund ihres profunden Wissens und ihres reichen musikalischen Erfahrungsschatzes zum diesjährigen Bachfestmotto „Ein schön new Lied – Musik und Reformation“ und zu den beiden Hauptwerken des Eröffnungskonzertes sagen werden. Doch dazu war leider nichts zu vernehmen. Stattdessen haben Sie – aus welchen Gründen auch immer – auf Ihre Zusammenarbeit mit dem Gewandhaus verwiesen und Ihr eigenes Konzertprogramm im Detail dargestellt. Nach der englischen Übersetzung Ihrer Ansprache haben Sie dann die Thomaskirche mit der Bemerkung verlassen, dass Sie die Werke, die jetzt zu hören sein werden, schon kennen und schließlich selbst im Gewandhaus aufführen werden – nach dem Motto: Ich besuche nur die Konzerte, die ich selbst dirigiere. Kein Wort war aus Ihrem Mund zu hören zur reformatorischen Musiktradition und zur Bachkantate „Ein feste Burg ist unser Gott“ (BWV 80) und zu Mendelssohns „Lobgesang“; kein Wort der Wertschätzung zum Thomanerchor oder zu Thomaskantor Gotthold Schwarz. Nun liegt es mir fern, Ihnen zu unterstellen, dass dies ein unbeabsichtigter Fauxpas war. Dafür sind Sie viel zu versiert.
Also muss jeder davon ausgehen, dass dieser Auftritt so von Ihnen geplant und gewollt war. Das aber macht die Sache zu einem Affront und Politikum. Sie haben damit der Würde des Anlasses wie dem ganzen Bachfest einen Bärendienst erwiesen. Mehr noch: Sie haben die aktiven Musiker/innen schnöde missachtet und sich eitel selbst in den Mittelpunkt gestellt. Man fragt sich: Haben Sie das nötig? Doch frage ich mich auch: Wieso diese Lobhudelei für das Gewandhaus(orchester), die dieses gar nicht nötig haben? Wollten Sie damit dem Ansinnen Tür und Tor öffnen, das Bachfest in Zukunft im Gewandhaus zu eröffnen, möglichst mit einem Ensemble Ihrer Wahl und natürlich unter Ihrer musikalischen Leitung? Wollten Sie zum Ausdruck bringen, dass Sie sich mit einem „Provinzorchester“ aus Halle und einem „Kinderchor“ (Thomaner) nicht abgeben?
Offensichtlich haben Sie immer noch nicht verstanden, dass viele Menschen, vor allem aus dem Ausland, das Leipziger Bachfest deswegen besuchen, weil sie hier die Musik Johann Sebastian Bachs an den Originalspielstätten im Originalformat erleben können, nämlich in der Nikolai- und Thomaskirche in den Gottesdiensten, Metten und Motetten und natürlich auch in den Konzerten. Natürlich: Das allein reicht nicht für ein umfassendes Bachfest. Darum werden auch Sie mit Ihren Ensembles oder Ton Koopman oder Masaaki Suzuki zum Bachfest eingeladen – und viele Menschen freuen sich darauf. Darum auch die umfassende musikalische Darstellung der Traditionen, auf die Bach aufbaute, und der Wirkungen, die seine Musik hatte und hat.
Aber ohne die intensive Pflege der Leipziger Musiktradition geht es nicht. Diese zeichnet sich vor allem durch eine glückliche Verbindung von Professionalität und Demut vor dem Werk und seinem Inhalt aus. Davon aber war bei Ihrem Auf- und Abtritt am Freitagabend in der Thomaskirche nichts zu spüren. Gott sei Dank war dann die Darbietung des Thomanerchores, des ThomasSchulChores, des Händelfestspielorchesters Halle und der Solisten unter Leitung von Thomaskantor Gotthold Schwarz so stark, dass zum einen die Peinlichkeit Ihrer Ansprache noch deutlicher zu Tage trat, sie aber nichts an der Großartigkeit des Musikerlebnisses schmälern konnte.
Dieses Ihnen in aller Offenheit zu schreiben, ist mir ein großes Anliegen. Denn mir ist sehr wohl bewusst, dass diejenigen, die in Ihrer Nähe sind, Ihnen die Unmöglichkeit des Auftritts kaum vermitteln werden, und viele Menschen, die Ihre Ansprache miterlebt haben, wünschen, dass Sie dies erfahren.
ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 232 – Messe h-moll
J.S. Bachs Testament
J.S. Bachs „Messe in h-moll“ BWV 232 – könnte als ein großes Konzert Grosso angesehen werden.
Grote Kerk in Naarden (Holland) bei aufgehender Sonne!
Erhabene, extreme und allumfassende … nur Superlative werden tun, um Bachs Messe in h-Moll zu beschreiben. Zwischen einem beeindruckenden Kyrie und dem jubelnden Finale Dona nobis pacem gibt es neun völlig einzigartige Arien und Duette, vierzehn beeindruckende Ensemble-Sektionen für vier, fünf, sechs und sogar acht Stimmen, ein breites Spektrum an Instrumentalsolos und eine unglaubliche Vielfalt Von Stilen Unsere Bewunderung ist gerechtfertigt: Es war mit gutem Grund, dass im Jahre 1748-49 Bach einige der Highlights seiner langen Karriere zusammenbrachte. Die Messe enthält sogar Bachs sehr letzte Seiten der Vokalmusik, die „Et incarnatus est“, direkt neben dem „Crucifixus“, eine schlaues Arrangement aus einer seiner frühesten Kantaten, die 1714 komponiert wurde.
Ein magnum opus
Es gab viel Spekulation über die Frage, warum Bach eine Messe am Ende seines Lebens zusammengestellt hat. Heutzutage wird die Messe in h-Moll allgemein als das Magnum-Opus seiner Vokalwerke angesehen; Gleichbedeutend mit anderen großen Projekten von Bach wie Die Kunst der Fuge und der Clavier-Übungen Serie. Bach hat sich für ein Odem der Messe entschieden, weil es ihm viel Freiheit gab. Es gibt viel Text und es ist nicht diktiert, welche Bewegungen vom Chor gesungen werden sollen und welche Arien es sein sollten. Weder gibt es Regeln über die Anzahl der Bewegungen. Darüber hinaus sind die Worte der Messe – anders als die der Kantaten – eher universell als ein Produkt ihrer Zeit.
Die Messe von 1733
Die Länge der Messe in h-Moll schließt es aus, dass es in einer Gesamtheit in einem Gottesdienst gesungen wird. Doch das bedeutet nicht, dass Bach seine Schöpfung nie wieder aufgenommen haben könnte. Es kann sein, dass es in Teilen über die Jahre aufgeführt wurde. Die meisten Forscher glauben jetzt, dass Bach seine Messe weitgehend aus der vorhandenen Musik zusammensetzte, die überwiegend aus den Kantaten stammte. Die Initiative für die komplette Messe stammt aus dem Jahre 1733, als Bach die Teile für eine Messe in h-Moll dem König August III in Dresden vorstellte. Es war der Beginn einer Reihe von fünf „lutherischen“ Messen, die nur die Kyrie und die Gloria enthielten, die alle in den 1730er Jahren entstanden sind. Während Bachs Text sich von der römisch-katholischen Liturgie etwas unterscheidet, war eine so beschränkte Einstellung der Messe am katholischen Hof von Dresden sehr verbreitet. Darüber hinaus eignet sich die Form sehr gut für den Brauch in Dresden (anstatt in Leipzig); Nämlich eine Messe wie im neapolitanischen Stil von Zelenka. Für die Aufführung konnte Bach das weltberühmte Hoforchester ordern, zu dem auch Stars wie der Violinist Pisendel, die Flötisten Buffardin und Quantz gehörten, und der Oboist Richter, der jeweils ein schönes Solo erhielt (bzw. Laudamus te, Domine Deus und Qui Sedes). Der Effekt muss großartig gewesen sein. Die Vielfalt der Stile ist auch bemerkenswert. Zum Beispiel folgt ein echtes barockes Opernduett, Christe eleison, dem zweiten Kyrie im starken Kontrapunkt.
Perfekte Proportionen
Bach kompilierte nur die letzten fünf Abschnitte der Messe, als er die ganze Arbeit in einer Partitur in 1748-49 notierte. Die Architektur des Credo ist auffallend. Im letzten Augenblick hat Bach sein ursprüngliches Format bewusst verändert, indem er den Et incarnatus est vom Duett Et in unum Dominum trennte und so neun Abschnitte produzierte. Im neuen Format werden die Kernelemente des Glaubens, d.h. die Geburt Jesu als Mensch, sein Tod und sein günstiger Aufstieg, jeden eigenen Mittelpunkt im Credo. Übrigens setzt Bach das Erwartungsfragment des Textes zweimal auf die Musik: zuerst dunkel und gepeinigt am Ende des Confiteors, als ob die Leiche in seinem Sarg für das, was kommen wird, und dann jubelnd, wenn die Auferstehung eine Tatsache ist. Bach entlehnte sich auch für die drei Sanctus-Abschnitte. Er verwendete einen Sanctus von 1724 (in extra festlichen lutherischen Diensten, dieser Text wurde gesondert gesungen, ohne Osanna und Benedictus), die Eröffnung der Kantate Preise dein Glücke von 1730 für das Osanna und ein unbekanntes Original für die Arie Benedictus in einem sehr modischen „Empfindsamen“ Stil des Tages, als wollte Bach sagen, dass er immer noch sehr aktuell war.
Über die Leistung
Jos van Veldhovens Idee für diese Aufführung war es, zwischen den Sängern und den Instrumentalisten so wenig wie möglich zu unterscheiden. Immerhin hat Bach oft Instrumentalmusik in seinen Vokalwerken wiederverwendet. Er versuchte auch, den „klassischen“ Chor-Satz zu vergessen und sich in die beeindruckende und reiche Tradition zu setzen, von der Bach teil war. Das Ergebnis ist eine „neue“ Messe in h-Moll: eine Messe wie ein großes Konzert grosso mit vielen verschiedenen Komponenten. Darüber hinaus wurde Jos van Veldhoven von der Textur der Partitur geleitet, auch im Hinblick auf das Orchester.
BWV 232 Titel Messe in h-Moll Genre Lateinische Kirchenmusik (Messe) Jahr 1733 / 1748-49 Stadt Leipzig Texter Ordinary der lateinischen Messe Gelegenheit unbekannt Uraufführung Nicht in ihrer Gesamtheit durchgeführt
Wartburgsaal – Konzert der J.S. Bachstiftung! Uraufführung Luther-Kantate „Erhalt uns, Herr, bei Deinem Wort“
384. Wartburgkonzert
Festkonzert anlässlich der
Eröffnung der nationalen Sonderausstellung auf der Wartburg ›Luther und die Deutschen‹
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Dichtung und Wahrheit rund um die Luther-Kantate!
Hätte Bach eine Kantate auf ein rundes Reformations- jubiläum komponiert, und könnte das Endprodukt Ähnlichkeiten mit unserer ›Luther-Kantate‹ gehabt haben?
Nun, der erste Teil der Frage ist leicht zu beantworten: Selbstverständlich hätte er! Denn Bach erlebte als Hoforganist des ausgesprochen frommen Lutheraners Herzog Wilhelm Ernst am 31. Oktober 1717 in Weimar die prächtig zelebrierte Zweihundertjahrfeier von Luthers Thesenanschlag. Und gewiss hätte er zur Komponierfeder gegriffen, als es damals galt, die vom örtlichen Hofpoeten Salomo Franck gelieferten Texte der drei Festkantaten – für den Geburtstag des Herzogs am 30 Oktober, für die Zentenarfeier des Thesenanschlags am 31. Oktober und die Nach- feier am 1. November – in Musik zu setzen. Bach war schließlich seit 1714 verpflichtet gewesen, »monatlich neue Stücke«, also Kantaten, für die Hofkapelle zu komponieren; und die beiden Kapell- meister Vater und Sohn Drese konnten beim Wegkomponieren der ansehnlichen Textmenge, die Franck geliefert hatte, jede Hilfe gebrauchen.
Der eifrig gebrauchte Konjunktiv kommt jedoch nicht von ungefähr. Zwar sind die drei damals gedruckten Kantatenlibretti erhaltenen. Jedoch tauchen sie weder in Bachs Œuvre auf, noch lassen sich Parodiebeziehungen zu dessen erhaltenen Werken herstellen. Und dies ist womöglich kein überlieferungsbedingter Umstand, sondern war selbstverschuldet. Warum? Bald nachdem Bach im September 1717 in Dresden beim legendären Tastenduell mit dem Pariser Hoforganisten Louis Marchand den Sieg davon getragen hatte und nahezu zeitgleich vom Köthener Fürsten Leopold als neuer Hofkapellmeister engagiert worden war, scheint er mit stolz geschwellter Brust beim Weimarer Herzog um seine Entlassung gebeten zu haben. Hatte er sich dabei im Ton vergriffen? Oder war er sich seiner Sache zu sicher gewesen. Wir wissen es nicht. Sicher ist nur, dass der Herzog not amused war und Bach am 6. November – wie es in den Akten heißt – »wegen seiner halsstarrigen Bezeügung und zu erzwingender dimission« für ganze vier Wochen in der Landrichterstube unter Arrest setzen ließ (Nr. 4 der Luther-Kantate spielt darauf an).
Am 2. Dezember wurde er dann »mit angezeigter Ungnade« aus Weimarer Diensten ent- lassen und musste in Windeseile aus der Stadt ver- schwinden. Es ist gut möglich, daß die Formulie- rung »halsstarrig Bezeügung« auf eine Art Arbeits- verweigerung anspielt, die Bach an den Tag legte, nachdem der Herzog ihm deutlich gemacht hatte, wer die Spielregeln an seinem Hof bestimmt. Sollte Bachs Frust so stark gewesen sein, dass er deshalb Ende Oktober sogar die Mitarbeit an der musika- lischen Vorbereitung der Reformationsfeier »hals- starrig« verweigert hatte, und wanderte er deshalb in den Bau?
Die Wartburg bei Eisenach
Kantaten auf den Jahrestag des Thesenanschlags hat Bach dennoch komponiert – allerdings erst als Leipziger Thomaskantor und gewissermaßen mit leicht angezogener Handbremse. Die Erklärung für Letzteres liefern die Zeitumstände: Seit der sächsische Kurfürst August der Starke 1697 konvertiert war – die Bedingung, um die Krone in Polen zu erlangen – wurde das Stammland der Reformation von einem Katholiken regiert. Die Sachsen arrangierten sich mit diesem paradoxen Zustand. Es galt ein Nicht- angriffspakt zwischen katholischem Regenten und protestantischem Volk. Die landesherrlichen Behörden ermahnten die Geistlichen regelmäßig (und mit mäßigem Erfolg), in ihren Predigten jeg- lichen »Schimpf und Spott wider die Katholischen« zu vermeiden. Im Gegenzug wurde am Luthertum als inoffizielle Staatsreligion nicht gerührt und durfte das jährliche Reformationsfest weiterhin gefeiert werden – allerdings mit gebotener Zurückhaltung, das hieß musikalisch: ohne Pauken und Trompeten!
Wie die Weimarer Festmusik auf die 200-Jahr-Feier der Reformation ausgesehen hätte, wäre Bach doch als Komponist von Salomo Francks Versen aktiv geworden, ist schwer zu sagen. Dessen Kantaten- text besteht aus freigedichteten Chören in Da-capo- Form, einem Diktum aus Johannes 27, Vers 17 (»Heiliger Vater! Heilige sie in deiner Wahrheit, dein Wort ist die Wahrheit.«) und drei Arien; er enthält, typisch für Franck, keine Rezitative. Merkwürdigerweise nimmt der Text nur indirekt auf Luther Bezug: Vor dem Schlusschor erklingt die zweite Strophe von Luthers Choral ›Komm, heiliger Geist, Herre Gott‹.
Insofern hätte Bach – wie Rudolf Lutz – gute Gründe gehabt, zumindest instrumental den einen oder anderen Luther-Choral in die Arien hineinzuweben; vielleicht sogar ebenfalls das berühmte »Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort«.
Luther jedenfalls wäre sowohl von einer Bachschen Reformationskantate als auch von unserer heutigen Luther-Kantate aus musikalischer Exegese von Bibelworten und Choralzitaten begeistert gewesen. Schon 1524 hatte er in der Vorrede von Johann Walters ›Geistlichem Gesangbüchlein‹ angeregt, er wolle »alle Künste, sonderlich die Musica, gern sehen im Dienst dessen, der sie geben und geschaffen hat. « Ja, »Gottes Wort«, so der Reformator, »will gepredigt und gesungen sein« (Fastenpostille 1525). Denn: »Wer singt, betet doppelt!«
Text: Michael Maul, Bach-Archiv Leipzig
Luther-Kantate „Erhalt uns, Herr, bei Deinem Wort“ (Uraufführung, Auftragswerk von Deutschlandfunk Kultur) Libretto: Carl Graf und Rudolf Lutz
Sätze:
1. Sinfonia 2. Rezitativ (Bass): Im Jahr siebzehnsiebzehn 3. Arie (Tenor): Plant ein Fest 4. Rezitativ (Bass): Der Vorschlag kam 5. Choral: Ach Gott vom Himmel 6. Rezitativ (Sopran, Alt, Tenor, Bass):Die Noth war gross 7. Ouvertüre, Chaconne, Choral: Vater unser im Himmelreich
8. Choral (alle!):Geheiligt werd’ der Name dein 9. Rezitativ (Alt) : Mit Buße 10. Arioso (Sopran):Sie allein lehrt rechten Glauben 11. Rezitativ (Tenor): Zum arg missbrauchten Ablasswesen
12. Choralmotette: Bei dir gilt nichts 13. Arioso (Bass): Wohlan, mein Gott 14. Rezitativ (Sopran): Nun will ich einem solchen Vater 15. Chorfuga: Ein Christenmensch ist ein freier Herr 16. Choral und Tropierungen: Erhalt uns, Herr, bei Deinem Wort 17. Beschluss: Mit unsrer Macht ist nichts getan
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programmemit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Der Name dieses Sonntags leitet sich ab von dem Beginn der lateinischen Antiphon: Exaudi, Domine, vocem meam, qua clamavi ad te; miserere mei, et exaudi me! (Ps 27,7;). Der Sonntag ist schon deutlich auf Pfingsten bezogen dadurch, dass er die wartende Haltung der Gemeinde und damit ihre Abhängigkeit vom Heilswirken Gottes herausstreicht, und von daher eigentlich nicht mehr Bestandteil des Osterfestkreises, der mit Christi Himmelfahrt abschloss. Allerdings hat man sich im neuen Evangelischen Gottesdienstbuch nicht dazu durchringen können, als liturgische Farbe violett zu wählen, obgleich diese Farbe sicherlich angemessen wäre.
Der Sonntag Exaudi spiegelt die Spannung wider, in der die Jünger sich befanden, nachdem ihr Herr gen Himmel aufgefahren war. Sie wissen um die Verheißung des Geistes, haben ihn aber noch nicht erfahren. Sie leben in einer kaum erträglichen Spannung, denn das Vergangene hat nun keine Bedeutung mehr, und das Zukünftige hat keine Kraft. Die Gegenwart, in der sie machtlos sind, wird übermächtig und scheint sie zu fesseln.
Am Sonntag Exaudi hören wir die Verheißungen des Geistes und beten, dass dieser Geist unter uns sei und wirke. Wohl wissen wir von Pfingsten her, dass der Geist Gottes schon ausgegossen ist auf alles Fleisch, aber oft erkennen wir unsere eigene Trägheit, die dem Wirken des Geistes keinen Platz gewährt. Aufgrund der Verheißungen aber glauben wir, dass der Geist uns erfüllt und unsere Trägheit von uns nimmt.
Wochenspruch:
Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, will ich alle zu mir ziehen. (Joh 12, 32)
Zum Ende des Marienmonats Mai gibt es in der Sendung „Cantica“ ein Werk aus der Barockzeit. Geschaffen im frühen 18. Jahrhundert von einem Komponisten, der heute nicht zu den bekanntesten Komponisten gehört.
Entstanden ist die „Marienvesper“ von Rupert Ignaz Mayr am Münchener Hof. Es ist ein Werk, das wenn es auch fast 100 Jahre später komponiert wurde, sich einfügt in die Tradition der weltberühmten Marienvesper von Claudio Monteverdi.
Überhaupt sind Einflüsse verschiedener Stile in der Vesper bemerkbar. Geboren wurde Mayr im Jahr 1646 in Schärding am Inn, das heute in Oberösterreich liegt. Bekannt ist, dass er im Alter von 32 Jahren Violinist an der bischöflichen Kapelle in Eichstätt war, danach am bischöflichen Hof in Passau und schließlich ab 1683 in München am Hof von Maximilian II. Emanuel in der dortigen Hofkapelle. Und hier kommt es zum ersten Mal dazu, dass Mayr mit Musik aus anderen Ländern in Kontakt kam. Er wurde nach Paris geschickt. Ziel war seine Violinkünste zu perfektionieren. Dort lernte Mayr die berühmte Geigenkunst des schon damals weit über Paris hinaus bekannten Jean-Baptiste Lully…
Die zwei Leipziger Kantaten, die Bach für Exaudi schrieb, haben den Titel “Sie werden euch in den Bann tun” gemeinsam, Jesu Warnung an seine Jünger aus dem Johannes-Evangelium (16, 2). Beide schildern auf ihre eigene, voneinander unabhängige Weise eine irdische Reise, die mit der Prophezeiung drohender Verfolgung beginnt und für alle die Notwendigkeit beinhaltet, sich dem Heiligen Geist anzuvertrauen. Doch hier hört schon die Ähnlichkeit auf. Bach hatte BWV 44 1724 als Teil seines ersten Leipziger Kantantenjahrgangs komponiert.
Das Werk beginnt mit einem Präludium in g-moll, einer Triosonate für zwei Oboen und Fagott als Continuoinstrument, die als eindringliche Klage angelegt ist und sich zu einem Quintett auffächert, das den Einsatz der Vox Domini enthält. Denn hier, ungewöhnlich für13Bach und eher typisch für Schütz, ist die Stimme Christi für zwei Stimmen (Tenor und Bass) und nicht nur eine bestimmt. In einer Weise, die eher typisch für Telemann ist, leitet sie in einen detonierenden Turba-Chor über: ‚Es kömmt aber die Zeit, dass, wer euch tötet, wird meinen, er tue Gott einen Dienst daran’. Er ist von überwältigender Wucht, unvermittelt leiser werdend bei ‚wer euch tötet’, und mit seinen gerade einmal fünfunddreißig Takten ein gewaltiger Edelstein, eine schockierende Verfolgungsszene, wie sie die Welt seit der Zeit der frühen Christen immer wieder erlebt hat. Mit seiner Figura corta und der Chromatisierung durch Melismen bei dem Wort ‚tötet’ hat dieser Chor eine große Ähnlichkeit mit den ‚Kreuzige’-Chören der Johannes- Passion, die gerade einmal sechs Wochen zuvor uraufgeführt worden war.
Dürr bemerkt, diese Kantate beinhalte in ihrer Disposition und der Art und Weise, wie auf das Leiden der Christen in dieser Welt Nachdruck gelegt wird, Parallelen zu drei anderen nachösterlichen Kantaten des folgenden Jahrgangs (BWV 6, 42 und 85). Daraus ließe sich der Schluss ziehen, dass Bach möglicherweise geplant hatte, diese drei Kantaten gemeinsam mit BWV 44 in seinen ersten Kantatenjahrgang aufzunehmen, sie aber bis zum nächsten Jahr zurückstellen musste, weil er sich mit der Komposition und Vorbereitung der Johannes-Passion im März 1724 übernommen hatte. Weil ihm nicht sehr viel Zeit und Energie für eine neue Komposition für seinen ersten Leipziger Zyklus blieben, griff er auf frühere Kantaten zurück (BWV 131, 12, 172 und 194) und verwertete Material aus weltlichen Werken seiner Köthener Zeit (BWV 66, 134, 104, 173 und 184).Bach lässt auf diesen Eingangschor eine getragene, elegische Arie in c-moll für Alt mit Oboe folgen, ‚Christen müssen auf der Erden Christi wahre Jünger sein’, in der selbst die unvermeidlichen Heimsuchungen ‚Marter, Bann und schwere Pein’ im B-Teil so präsentiert werden, als wären sie von kurzer Dauer und würden bald ‚selig überwunden’.
Danach kehren wir zu einem Choral zurück, dem wir bereits zweimal Anfang Januar begegnet waren, ‚Ach Gott, wie manches Herzeleid’, und der den ‚trübsalvollen, schmalen Weg zum Himmel’ beschreibt. Diesmal wird er vom Tenor vorgetragen, über einer Basslinie, die in der Manier, wie sie sich matt und in Halbtonschritten voranschleppt, möglicherweise nach dem Muster der Orgelchoräle Georg Böhms, Bachs Lehrer in Lüneburg, gearbeitet ist, und doch bewegt sie sich immer noch doppelt so schnell voran wie die vokale Melodie, die sie ankündigt (Nr. 4). Dreh- und Angelpunkt der ganzen Kantate wird das kernige Rezitativ für den Bass (Nr. 5), das die Heimtücke des Antichristen schildert. Es verwendet das in der Barockzeit gängige Bild, das die Christen mit Palmenzweigen vergleicht, ‚die durch die Last nur desto höher steigen’, und leitet über zu einer kunstreich gestalteten Arie für Sopran mit zwei Oboen und Streichern, ‚Es ist und bleibt der Christen Trost’.
Hier verschmilzt Bach Tanz- und Liedelemente miteinander, um mittels einer arkadischen Metapher darzulegen, wie ‚doch nach den Trübsalstürmen die Freudensonne bald gelacht’. Die mit triolisierten Melismen verzierte Gesangslinie weist auf das Gelächter hin, mit dem die Sängerin die ohnmächtige Wut der Elemente quittiert (das Signal, das dräuende Sturmwolken aufziehen lässt, Symbol für die Heimsuchung). Um diese Reise durch die irdische Drangsal zu vollenden, greift Bach im Abschlusschoral noch einmal auf Heinrich Isaacs wunderbare ‚Innsbruck’-Melodie zurück und erinnert daran, dass sie unlängst in der Johannes-Passion zu hören war, wo sie die schmerzerfüllte Reaktion der Christengemeinde auf den ‚Backenstreich’ zum Ausdruck brachte, den Jesus bei seiner Gerichtsverhandlung vor dem Hohen Rat erhielt.
BWV 87 – Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen /
Gardiner Pilgrimage CD 144 Vol. 25 –CD 1
BWV 97 – In allen meinen Taten /
Gardiner Pilgrimage CD 144 Vol. 25 – CD 1
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BWV 44 – Sie werden euch in den Bann tun /
Gardiner Pilgrimage CD 144 Vol. 25 – CD 2
BWV 150 – Nach dir, Herr, verlanget mich /
Gardiner Pilgrimage CD 144 Vol. 25 –CD 2
BWV 183– Sie werden euch in den Bann tun /
Gardiner Pilgrimage CD 144 Vol. 25 – CD 2
Johann Christoph Bach (1642-1703) Motette – Fürchte dich nicht /
Gardiner Pilgrimage CD 144 Vol. 25 – CD 2
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Bachfest Leipzig 2017 vom 09.06 – 18.06.2017
Das Bachfest 2017 steht unter dem Motto:
“EIN SCHÖN NEW LIED” – MUSIK UND REFORMATION
Martin Luther sah in „Frau Musica“ eine göttliche Kunst, da sie den Teufeln zuwider sei. Entsprechend stellte er die Musik in eine Reihe mit der Theologie, erhob das deutschsprachige geistliche Lied zu einem festen Bestandteil des reformatorischen Programms und hielt ließ es Eingang in den Gottesdienst finden. Häufig als „schöne newe Lieder“ betitelt, verbreitete sich das neue reformatorische Liedrepertoire rasant….
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2017 beginnt seit dem 14. Oktober 2016.
Documentary recording of a performance in the St. Thomas Church in Leipzig in 1950, on the occasion of the 200th Return of the death of Johann Sebastian Bach.
1. KYRIE – Kyrie eleison
2. KYRIE – Christe eleison
3. KYRIE – Kyrie eleison
11. GLORIA – Cum sancto spiritu
19. CREDO – Confiteor
20. CREDO – Et exspecto
21. SANCTUS – Sanctus
24. AGNUS DEI – Agnus Dei
25. AGNUS DEI – Dona nobis pacem
Der neue von der Firma Accentus Music GmbH produzierte Imagefilm über den Thomanerchor und Thomaskantor Gotthold Schwarz konnte nun fertig gestellt werden. Die Dreharbeiten fanden im Dezember-Februar im Alumnat, in der Thomasschule und in der Thomaskirche statt.
Er ist auf YouTube unter „Thomanerchor Leipzig“ zu finden:
Rudolf Lutz – Dirigent und musikalischer Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen
J.S. Bach – Kantate – BWV 129 „Gelobet sei der Herr, mein Gott„
Kantate BWV 129 zum Trinitatisfest für Sopran, Alt und Bass, Vokalensemble, Tromba I-III, Timpani, Flauto traverso. Oboe I+II, Fagott, Streicher und Continuo.
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
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YouTube – Video
BWV 129 – 3. Satz – Sopran-Arie:„Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Trost, mein Leben„
J.S. Bach – BWV 35 Kantate „Geist und Seele wird verwirret“
„Geist und Seele wird verwirret“BWV 35, ist eine geistliche Kantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte die Solo-Kantate für Alt 1726 in Leipzig für den 12. Sonntag nach Trinitatis und führte sie am 8. September 1726 zum ersten Mal auf.
Video:J. S. Bach – BWV 35 Kantate „Geist und Seele wird verwirret“
an jährlich vier Bach-Wochenenden (Donnerstag, Freitag & Sonntag) und in ergänzenden Sonderkonzerten das gesamte Vokalwerk von Johann Sebastian Bach auf. Die geistlichen Kantaten erklingen dabei im Zusammenhang mit ihrer ursprünglichen Bestimmung im Kirchenjahr.
Auf der Webseite zum Projekt finden Sie alle Informationen rund um Termine, Karten, Künstler:
Professionelle Qualität in Bild und Ton: Jede Woche kommt ein Chorsatz, eine Arie oder ein Choral hinzu! So können Sie mit Bach:vokal verbunden bleiben, auch wenn gerade kein Konzert ansteht.
Unter dem nachstehenden Link sind veröffentlichte Videos auf YouTube einsehbar..!!
J.S. Bach – Kantate BWV 156 „Ich steh mit einem Fuß im Grabe“
„Ich steh mit Einem Fuß im Grabe“ BWV 156, ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie in Leipzig für den dritten Sonntag nach Epiphanias und führte sie erstmals am 23. Januar 1729 auf.
ALL OF BACH veröffentlicht die Motette von J.S. Bach – BWV 226 „Der Geist hilft unser Schwachheit auf“
Bachs Original Manuskript gibt Antworten … und wirft neue Fragen auf.
Wenn wir die genauen Umstände dieser Motette nicht kennen, könnte man leicht denken, daß Bach es für einen fröhlichen Pfingstdienst komponiert hat. Es ist schwer zu sagen, während der leichtsinnigen passepierten Rhythmus und die jubelnden Ausrufe von ‚Der Geist hilft!‘. Darüber hinaus gibt es die dekorativen Notenstränge, mit denen der Heilige Geist traditionell seinen Auftritt besitzt und einen tröstlichen Vers aus Luthers Pfingstchoral „Komm, heiliger Geist“ besitzt. Aber es war kein festlicher Anlass, der Bach dazu veranlasste, in Aktion zu kommen. Im Gegenteil, „Der Geist hilft unser Schwachheit auf“ wurde für eine feierliche Gedenkfeier komponiert und wurde vermutlich in Zusammenarbeit mit dem Sterbenden selbst, dem Thomasschulleiter Johann Heinrich Ernesti (1652-1729), sorgfältig vorbereitet.
Es ist außergewöhnlich, dass wir noch fast alle Originale haben: sowohl Bachs Arbeitsnote als auch die Gesangs- und Instrumentalteile, die zu Hause mit Hilfe von Anna Magdalena und Carl Philipp Emanuel geschrieben wurden. Diese Quellen geben uns einen Einblick in Bachs Arbeitsprozess, wie den Unterschied zwischen dem Komponieren und dem Schreiben einer „ordentlichen“ Kopie. Aber hat er ältere Musik wiedergeboren – zum Beispiel ein Sopran-Duett für den Eröffnungsbereich? War der Choral vielleicht (in den Teilen anstatt in der Partitur) nicht gleichzeitig mit den anderen Teilen zu hören? Hat Ernesti früher als erwartet gestanden und damit zu einem Rush-Job gemacht? Es wäre ein Wunder, wenn Bach es geschafft hat, eine so komplexe Arbeit auf Papier zu machen und für ein hohes Gesellschaftsereignis wie dieses in nur wenigen Tagen zu proben. Die Geschichte ihrer Schöpfung bleibt rätselhaft.
Die Bedeutung dieser Motette ist jedoch kristallklar. Die Worte legen den Schwerpunkt auf Flehen und Gebet und auf Gottes Behaglichkeit und Fürsprache, so dass sie der Beerdigungsrede, die von der Hilfe des Heiligen Geistes in unseren letzten Stunden sprach, in der Hoffnung auf das ewige Leben kamen. Bach akzentuierte alle möglichen schönen Details: scharfe Dissonanten, da zwei Stimmen auf ‚Schwachheit‘ kreuzen, große Sprünge auf ‚hilft auf‘, seufzende Motive auf ‚unaussprechlichem Seufzen‘ oder die temperamentvolle Doppelfuge mit separaten Themen für ‚Der aber sterben Herze forschet „(streng im alten Stil) und „denn er vertritt die Heiligen „(leichter und barocker). Der Choral, zu einer Melodie vor der Reformation, löst dann die ganze Spannung, mit dem Blick, der zuversichtlich in den Himmel gerichtet ist.
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BWV
226
Titel
Der Geist hilft unsrer Schwachheit auf
Genre
Motette
Jahr
1729
Stadt
Leipzig
Text
Römer 8: 26-27 und Chor von Martin Luther (1525)
Gelegenheit
Beerdigung des Schulleiters der Thomasschule: Johann Heinrich Ernesti
Uraufführung
20. Oktober 1729
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Aufnahmedatum
14. Mai 2016
Veröffentlichungsdatum
26. Mai 2018 Stadt Grote Kerk, Naarden Dirigent Stephan MacLeod
Sopran
Orlanda Velez Isidro, Klaartje van Veldhoven, Griet de Geyter, Aleksandra Lewandowska, Marjon Strijk, Hilde van Ruymbeke, Stephanie Pfeffer, Marta Paklar
Alt
Barabás Hegyi, Gemma Jansen, Elena Pozhidaeva, Bernadett Nagy, Marine Freiburg, Victoria Cassano McDonald
Tenor
Adriaan de Koster, Wolfgang Frisch, Guy Cutting, Diederik Rooker, Immo Schröder, Ronald Threels
Bass
Matthew Baker, Sebastian Myrus, Pierre-Guy Le Gall Weiß, Martijn de Graaf Bierbrauwer, Michiel Meijer, Jelle Draijer
Geige
Shunske Sato, Sayuri Yamagata
Viola
Staas Swierstra
Cello
Lucia Swarts
Kontrabass
Robert Franenberg
Oboe
Martin Stadler, Peter Frankenberg
Alto Oboe
Yongcheon Shin
Fagott
Benny Aghassi
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 25.05.2017 begehen wir den Feiertag: „Himmelfahrt“
Das Fest Christi Himmelfahrt ist als selbständiges Fest erst im 4. Jahrhundert bezeugt, wurde aber schnell zu einem Fest von großem Ansehen, an dem Prozessionen begangen wurden und die Himmelfahrt durch Hochziehen einer Christusfigur veranschaulicht wurde. Später trat noch eine Vigil hinzu und endlich auch eine Oktav.
Die protestantische Kirche übernahm dieses Fest und behielt teilweise die bildliche Darstellung der Himmelfahrt bei. Erst in der Aufklärung wurde das Fest regelrecht gefährdet, aber es kam höchstens zu Verlegungen auf den Sonntag Exaudi, nicht aber zur Abschaffung des Festtages. Das Wort Jesu: “Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott” (Joh 20, 17) ist nun verwirklicht. Er, der Auferstandene, erfüllt mit seiner Herrschaft Himmel und Erde, er umspannt alles Sichtbare und Unsichtbare.
Christi Himmelfahrt ist das Fest der Thronbesteigung Christi. Er tritt seine Herrschaft an zur rechten Hand Gottes, ist einerseits mitten in seiner Kirche, der er sich in Brot und Wein gibt, und andererseits kann er nicht mit der Größe des Weltalls erfaßt werden. Der Tag wird aber erst vollständig mit der Verheißung in Apg 1, 11: “Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.” – Wir sehen nicht hinter dem fortgehenden Jesus her, sondern können und sollen dem kommenden Jesus entgegensehen!
Im Gottesdienst wird die Osterkerze, die Zeichen für die Gegenwart des Auferstandenen unter den Menschen ist, nach der Verlesung der Himmelfahrtsgeschichte gelöscht. Die Jünger verharren ängstlich und unwissend über das Kommende in ihren Behausungen. Sie warten auf den ihnen verheißenen Geist; diese Erwartung wird auch in den Gebeten dieses Tages und des kommenden Sonntags Exaudi ausgesprochen. Noch 10 Tage dauert es, bis diese Erwartung erfüllt wird. Der Feiertag Christi Himmelfahrt ist die Thronbesteigung Jesu und damit ein äußerst großartiges Fest.
Wochenspruch:
Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, will ich alle zu mir ziehen. (Joh 12, 32)
Wochenlied:
Wir danken dir, Herr Jesu Christ, dass du gen Himmel g’fahren bist (EG 121)
Sendung: „Cantica“ am Sonntag 06:30 Uhr bis 07:00 Uhr
Wiederholung: um 23:00 – 23:30 Uhr
Johann Sebastian Bach
BWV 11 „Lobet Gott in seinen Reichen“
(Himmelfahrts-Oratorium“)
„Aus Trauer wird Freude“
Weltberühmt und vielen bekannt ist Bachs Weihnachtsoratorium. Etwas unbekannter ist, dass Bach auch für das Fest Christi Himmelfahrt ein Oratorium geschrieben hat.
Es entstand vermutlich im Jahr 1735 in Leipzig und damit kurz nach dem berühmten Weihnachtsoratorium. In früherer Zeit wurde das gut 30-minütige Werk zu den Kantaten gerechnet, trägt deshalb auch die Nummer 11 im Bach-Werke-Verzeichnis, es steht also zwischen den anderen Bachkantaten. Stil und Anlage des Werkes sind aber eindeutig zu Bachs Oratorien zuzurechnen. Die konsequente Vertonung des bibilischen Texten durch Rezitative gesungen von einem Evangelisten sowie ausdeutende Arien legen das nahe.
Obendrein hat Bach selbst über sein Werk in lateinischer Sprache geschrieben: „Oratorium In Festo Ascensionis“. Der Dichter der ausdeutenden Arien und Rezitative des Werkes ist heute nicht mehr überliefert. Die Experten vermuten aber das Christian Friedrich Henrici Urheber der Texte sein könnte. Das Himmelfahrtsoratorium besteht aus elf Sätzen, in deren Mittelpunkt der biblische Bericht der Himmelfahrt Jesu steht. Grundlage für die Rezitative sind Schilderungen des Lukas-Evangeliums und der Apostelgeschichte……
Martin Luther sah in „Frau Musica“ eine göttliche Kunst, da sie den Teufeln zuwider sei. Entsprechend stellte er die Musik in eine Reihe mit der Theologie, erhob das deutschsprachige geistliche Lied zu einem festen Bestandteil des reformatorischen Programms und hielt ließ es Eingang in den Gottesdienst finden. Häufig als „schöne newe Lieder“ betitelt, verbreitete sich das neue reformatorische Liedrepertoire rasant….
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2017 beginnt seit dem 14. Oktober 2016.
Sopran: Gertrud Birmele, Alt: Eva Fleischer, Tenor: Gert Lutze, Baß: Johannes Oettel
Orgel: Ekkehard Tietze, Cembalo: Karl Richter
Thomanerchor Leipzig
Gewandhausorchester Leipzig
Dirigent: Günther Ramin
Recording:1951
Aktuelle Information vom 24. 05. 2017
NEUER IMAGEFILM THOMANERCHOR LEIPZIG
Der neue von der Firma Accentus Music GmbH produzierte Imagefilm über den Thomanerchor und Thomaskantor Gotthold Schwarz konnte nun fertig gestellt werden. Die Dreharbeiten fanden im Dezember-Februar im Alumnat, in der Thomasschule und in der Thomaskirche statt.
Er ist auf YouTube unter „Thomanerchor Leipzig“ zu finden:
Rudolf Lutz – Dirigent und musikalischer Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen
J.S. Bach Cantata – Kantate – BWV 84 „Ich bin vergnügt mit meinem Glücke“
Kantate BWV 84 zum Sonntag Septuagesimae für Sopran, Oboe, Fagott, Streicher und Continuo.
Dritter Satz (Aria, Solistin: Gerlinde Sämann) aus der Kantate BWV 84 „Ich bin vergnügt mit meinem Glücke „
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
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YouTube – Video
BWV 84 – 3. Satz – Alt-Arie: „Ich esse mit Freuden mein weniges Brot„
an jährlich vier Bach-Wochenenden (Donnerstag, Freitag & Sonntag) und in ergänzenden Sonderkonzerten das gesamte Vokalwerk von Johann Sebastian Bach auf. Die geistlichen Kantaten erklingen dabei im Zusammenhang mit ihrer ursprünglichen Bestimmung im Kirchenjahr.
Auf der Webseite zum Projekt finden Sie alle Informationen rund um Termine, Karten, Künstler:
Professionelle Qualität in Bild und Ton: Jede Woche kommt ein Chorsatz, eine Arie oder ein Choral hinzu! So können Sie mit Bach:vokal verbunden bleiben, auch wenn gerade kein Konzert ansteht.
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„Halt im Gedächtnis Jesum Christ“(BWV 67) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er schrieb sie in Leipzig für Quasimodogeniti, den 1. Sonntag nach Ostern, und führte sie am 16. April 1724 zum ersten Mal auf.
Ausführende:
Christian Villiger, Bass | solistenensemble stimmkunst | Stiftsbarock Stuttgart (Konzertmeisterin: Lisa Immer) | Leitung: Kay Johannsen
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programmemit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Der Name dieses Sonntags rührt von den Bittumgängen her, die in vergangener Zeit (und manchenorts noch heute) auf den Feldern für eine gute Ernte vollzogen wurden. Diese Bittumgänge begannen am Sonntag Rogate (= Betet!) und wurden in der damit beginnenden Woche fortgeführt. Der Sonntag Rogate wird in der evangelischen Kirche als Missionssonntag begangen. Mit ihm beginnt die „Missionsopferwoche“.
Der Sonntag Rogate ist der Betsonntag. Dieses Thema wird in den Perikopen vielfach beleuchtet. Auch dieses Thema ist eine Antwort auf das Ostergeschehen: Die Gemeinde ist nun frei durch Jesus Christus, Gott direkt zu bitten, ohne jeglichen Mittler, wie es zuvor notwendig gewesen war. Die Perikopen beleuchten das Thema Gebet nur von dem Aspekt des „Bittens“ her, was wohl angemessen ist. Wir sollten aber nicht vergessen, dass zum Gebet auch Dank gehört!
Am Sonntag Rogate erfahren wir, dass das Gebet eine große Verheißung hat. Dabei sollen wir nicht viele Worte machen, sondern inständig bitten nicht nur für uns, sondern auch für alle Menschen. Das Gebet der gemeinde hat dabei eine besondere Verheißung, aber auch das Gebet des Einzelnen ist für die Gemeinde Gottes wichtig.
Der Wochenspruch:
Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. (Ps 66, 20)
Wie wohl kaum ein zweiter Komponist des 19. Jahrhunderts verband Mendelssohn die kraftvolle Sprache der Psalmen im Alten Testament mit der Aussagekraft der romantischen Musik.
„Wie der Hirsch schreit“ so lautet der Titel von Mendelssohns Vertonung von Psalm 42. Starke menschliche Gefühle wie Sehnsucht, Angst in bedrängten Zeiten und Hoffnung auf Rettung durch Gott beschreibt der Psalm. Mendelssohn setzte all sein kompositorisches Geschick ein, um diese Gefühle musikalisch darzustellen.
Zu seinen Zeiten wurden die Psalmen nicht mehr ausschließlich im Gottesdienst gebetet oder gesungen, sondern in großen Vertonungen mit Chor und Orchester auch in Konzerten aufgeführt. Trotzdem bleibt seine Komposition ein geistliches Werk. Mendelssohn entwirft das Bild eines betenden Menschen, der unruhig und voller Zweifel ist. Er vertonte fast komplett den originalen Text des Psalms. Nur am Ende fügte Mendelssohn einen Lobpreis hinzu, vielleicht um die sich aufhellende Stimmung des Beters gegen Ende des Psalms zu betonen….
Kantaten-Beschreibung: BWV 87 “Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen“
Ob Bachs Gemeinde zu erkennen vermochte, dass Formelemente im Kopfsatz der Kantate BWV 87 Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen bereits im Vorgängerwerk aus dem Jahr zuvor vorhanden waren – das einleitende Zitat der Worte Jesu aus dem Evangelium, vom Bass in einem vierstimmigen, von Oboen verdoppelten Streichersatz vorgetragen, die Art und Weise, wie der Sänger das fugiert angelegte polyphone Wechselspiel der Themen aufgreift –, werden wir nie erfahren. Aber es besteht kein Zweifel, dass Bach die Kantate des vergangenen Jahres als Gedächtnisstütze und zur Orientierung vor Augen hatte. Diesmal scheint er die Absicht zu haben, eine komplexere, differenziertere theologische Botschaft zu vermitteln, auch wenn das bedeuten sollte, dass er den Erwartungen seiner Hörer zuwiderläuft. Die unnachgiebige deklamatorische Kraft der Musik entspricht der sträflichen Vernachlässigung, die der Mensch den verheißungsvollen Worten Jesu entgegenbringt: ‚Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen’ (Johannes 16, 24).
Auch ist nicht gleich die Erlösung in Sicht, stattdessen zieht Bach seine Hörer in den ersten fünf der insgesamt sieben Sätze drei Molltonarten abwärts (d, g, c), all dies in der Absicht, die Welt als ein Jammertal zu brandmarken, oder, wie das zweite Motto aus dem Johannes-Evangelium lautet: ‚In der Welt habt ihr Angst’. Die zweite Hälfte dieses Jesusworts ist es, ‚aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden’ (Johannes 16, 33), mit der die tonale Aufwärtsbewegung zurück zu d-moll beginnt. Dieses Werk ist die dritte von drei aufeinanderfolgenden Kantaten, die Bach 1725 auf Texte von Christiane Mariane von Ziegler für die Sonntage nach Ostern komponiert hat, und alle, wie Eric Chafe bemerkt, befassen sich mit dem ‚Verständnis für das Leiden Jesu in einer Atmosphäre des Triumphes und der Liebe, die als Vorbereitung auf die Himmelfahrt immer wieder deutlich zum Ausdruck bringt, wie die Angst der Welt überwunden wird’.
Im krassen Gegensatz zu der drängenden Dramatik des vorherigen Rezitativs bestimmt eine Atmosphäre der Ehrfurcht und Bußfertigkeit die Arie in d-moll, ‚Vergib, o Vater, unsre Schuld und habe noch mit uns Geduld’. Der wehmütige Klang der paarigen Oboen da caccia verwebt sich mit der Altstimme. Die bei dem Wort ‚vergib’ wiederholten und verschleiften Duolen kontrastieren und wechseln mit den aufsteigenden Arpeggien des Continuos (Fagott), so dass Äußerungen des Grams und flehentlichen Bittens gleichzeitig vernehmbar werden. Das Flehen wird noch eindringlicher im Mittelteil, wo Bach seine Continuoinstrumente über sieben chromatische Stufen (d, e, f, f#, g, g#, a) und anschließend fünf diatonische Intervalle (d, e, f, g, a) nach oben treibt. Hier spiegelt sich der Glaube des reuigen Sünders an eine klare und deutliche Sprache (‚rede nicht mehr sprichwortsweis’), ein Bezug auf Jesu Versprechen: ‚Es kommt aber die Zeit, dass ich nicht mehr durch Sprichwörter mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen werde von meinem Vater’ (Johannes 16, 25). Ziegler und Bach legen hier Nachdruck auf das lutherische Thema, das der Drangsal des Menschen entsprechend inständige Gebet sei das beste Mittel, in einer feindlich gesinnten Welt den Kontakt zu Gott herzustellen und aufrechtzuerhalten.
Dürr äußert die Vermutung, das zweite Rezitativ (Nr. 4), das in Zieglers Druckausgabe (1729) nicht enthalten ist, stamme von Bach selbst. Es mildert den abrupten Übergang zu den ‚tröstenden’ Worten Jesu in Nr. 5, die in einem musikalischen Konzept, das Bach bereits in seiner Mühlhausener Zeit (in BWV 71 und 106) zu entwickeln begonnen hatte, den Wendepunkt darstellen. Durch die begleitenden Streicher gewährleistet Bach, dass das eingeschobene Rezitativ genügend Gewicht erhält, und indem er zur ersten Person wechselt, verlagert er das Schwergewicht auf das Schuldanerkenntnis des einzelnen Gläubigen und weist über den tonalen Aufstieg zurück zu d-moll den Weg, wie diese Schuld und die mit ihr verbundenen Sorgen überwunden werden können.
Genau dort, wo sich ein üppig orchestriertes Versatzstück für die letzten Worte Jesu aus eben diesem Kapitel des Johannes- Evangeliums erwarten ließe, beschloss Bach (und vermutlich auch Ziegler), auf den beschwichtigenden Satz ‚Solches habe ich mit euch geredet, dass ihr in mir Frieden habet’ zu verzichten. Stattdessen reduziert er seine tonale Palette und beschränkt seinen Spruch auf eine Continuobegleitung (Nr. 5): hager, streng und angsterfüllt, in Mustern, die auf einen absteigenden chromatischen Tetrachord hindeuten.
Selbst der Schlüsselsatz ‚ich habe die Welt überwunden’ wird fast erdrückt, verschluckt in einer Aufwärtsbewegung nach es-moll, die gerade einmal neun Takte anhält, bevor sie wieder nach c-moll abfällt. Erst im sechsten Satz, einem ausgedehnten Siciliano in B-dur von unbeschreiblicher Schönheit für Tenor, Streicher und Continuo, wird Bachs Gesamtkonzept deutlich: Er will Sorge und Freude, Moll und Dur so gewichten, dass die Verheißung, der gequälten Seele werde Trost zuteil, nur um den Preis der Passion und Kreuzigung Christi erfüllt werden kann. Die sanfte, lyrische, fast pastorale Stimmung, in der Reue und Akzeptanz geäußert werden, ist daher mit Dornen gespickt, gewürzt mit vereinzelten Dissonanzen bei den Wörtern ‚leiden’, ‚Schmerz’ und ‚verzagen’. Das bestätigt auch der abschließende Choral, der auf dem pietistischen Lied ‚Jesu meine Freude’ basiert und die üblichen ‚Zuckermetaphern’ für den Schmerz enthält – ‚über Honig süße, tausend Zuckerküsse’. Die Rückkehr zu d-moll, so bemerkt Chafe, sei eine Erinnerung daran, dass ‚in der Welt des Leidens notwendigerweise auch die göttliche Liebe vorhanden ist und sie bezwingt’.
BWV 87 – Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen /
Gardiner Pilgrimage CD 144 Vol. 25 – CD 1
BWV 97– In allen meinen Taten /
Gardiner Pilgrimage CD 144 Vol. 25 – CD 1
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BWV 44 – Sie werden euch in den Bann tun /
Gardiner Pilgrimage CD 144 Vol. 25 – CD 2
BWV 150 – Nach dir, Herr, verlanget mich /
Gardiner Pilgrimage CD 144 Vol. 25 – CD 2
BWV 183 – Sie werden euch in den Bann tun /
Gardiner Pilgrimage CD 144 Vol. 25 – CD 2
Johann Christoph Bach (1642-1703) Motette – Fürchte dich nicht /
Gardiner Pilgrimage CD 144 Vol. 25 – CD 2
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Bachfest Leipzig 2017 vom 09.06 – 18.06.2017
Das Bachfest 2017 steht unter dem Motto:
“EIN SCHÖN NEW LIED” – MUSIK UND REFORMATION
Martin Luther sah in „Frau Musica“ eine göttliche Kunst, da sie den Teufeln zuwider sei. Entsprechend stellte er die Musik in eine Reihe mit der Theologie, erhob das deutschsprachige geistliche Lied zu einem festen Bestandteil des reformatorischen Programms und hielt ließ es Eingang in den Gottesdienst finden. Häufig als „schöne newe Lieder“ betitelt, verbreitete sich das neue reformatorische Liedrepertoire rasant….
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2017 beginnt seit dem 14. Oktober 2016.
J. S. Bach – Kantate BWV 166„Wo gehest du hin“ Thomanerchor live vom 8. Mai 2004
„Wo gehest du hin“ (BWV 166) ist eine Kirchen-Kantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie in Leipzig für den vierten Sonntag nach Ostern, für den Sonntag Cantate, und führte sie am 7. Mai 1724 erstmals auf.
Ausführende:
Susanne Krumbiegel, Alt / Peter Diebschlag, Tenor
Gotthold Schwarz, Bass
Thomanerchor Leipzig – Gewandhausorchester Leipzig
Leitung: Georg Christoph Biller
Rudolf Lutz – Dirigent und musikalischer Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen
J.S. Bach Cantata
Kantate – BWV 180 „Schmücke dich, o liebe Seele“
Kantate BWV 180 zum zwanzigsten Sonntag nach Trinitatis für Sopran, Alt, Tenor und Bass, Vokalensemble, Blockflöte I + II, Flöte, Oboe, Oboe da caccia, Fagott, Streicher und Basso Continuo.
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
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BWV 180 – 5. Satz – Sopran-Arie:„Ich will an den Himmel denken„
J.S. Bach – Kantate BWV 99‚Was Gott tut, das ist wohlgetan‘
Was Gott tut, das ist wohlgetan (BWV 99) ist eine Kirchen-Kantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie 1724 in Leipzig für den 15. Sonntag nach Trinitatis und führte sie am 17. September 1724 erstmals auf.
an jährlich vier Bach-Wochenenden (Donnerstag, Freitag & Sonntag) und in ergänzenden Sonderkonzerten das gesamte Vokalwerk von Johann Sebastian Bach auf. Die geistlichen Kantaten erklingen dabei im Zusammenhang mit ihrer ursprünglichen Bestimmung im Kirchenjahr.
Auf der Webseite zum Projekt finden Sie alle Informationen rund um Termine, Karten, Künstler:
Professionelle Qualität in Bild und Ton: Jede Woche kommt ein Chorsatz, eine Arie oder ein Choral hinzu! So können Sie mit Bach:vokal verbunden bleiben, auch wenn gerade kein Konzert ansteht.
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Es ist eine gute Chance, dass Bach zum ersten Mal in der Paulinerkirche in Leipzig dieses beeindruckende Stück gespielt hat. Das war am 17. Oktober 1727, als die Universität einen Gedenkgottesdienst für die kürzlich verstorbene Christiane Eberhardine – Ehegattin von August dem Starken, gehalten hat. Wer ist die Kurfürstin von Sachsen und Königin von Polen. Zu diesem Anlass schrieb Bach die ‚Trauermusik im italienischen Stil‘: die Kantate „Lasst, Fürstin, lass Noch ein Strahl“ – BWV 198. Während der Zeremonie hat Bach die Orgel selbst gespielt. Er komponierte mit dem Präludium und Fuge ein Werk, das niemand kann beweisen, ob es in dieser Form das erste Mal gewesen war. Es strahlt die gleiche Atmosphäre aus, wie die Trauermusik und wird in der gleichen Tonart h-Moll geschrieben. In jenen Tagen war B-Moll beschrieben worden als, lustlos und melancholisch. Und Bach benutzte es für stattliche und häufiger traurigen Gelegenheiten, wie zum Beispiel die Arie aus der Matthäus-Passion: ‚Erbarme dich‘.
Die Verzweiflung ist fast greifbar im Vorspiel. Bach kommt direkt auf den Punkt mit einem melancholischen beklagen, die durch große Sprünge im Pedal, sich wiederholende und stur befolgt wird, als wenn man sich daran zu erinnern hat, zu halten, was passiert ist. Das ganze Stück ist mit einer großen Rührung gefüllt. Die Fuge, logisch, ist mehr rational, aber genial. Bachs inspirierte Möglichkeit jeden relativ leicht, das Thema singen zu können. Bach hat ein zweites Element hinzugefügt – noch einmal mit relativ großen Sprüngen – und so endet das Werk mit Aussicht auf ein hoffnungsvolles Ende.
Die Versuchung, die eigentümliche Thematik der Fuge (ziel- und ruheloses Wandern, dann machtvoller Einsatz, Eingriff aus der Höhe) symbolisch-theologisch zu deuten, besonders auch im Zusammenhang mit der vorangegangenen, beredten Klage des Präludiums, übt einen starken Sog aus. Doch wenn etwas an Orgelmusik aus sich selbst heraus sprechen kann, dann ist es dieses hervorragende Werk!
BWV 544
Titel
Präludium und Fuge in h-Moll
Genre
Orgelwerk
Jahr
1725-1736
Stadt
Leipzig
Prof. Gerhard Weinberger spielt am Samstag die Orgeln des Domes in der dritten MittagsMusik dieser Saison. Im Programm erklingt u.a. Max Regers Phantasie und Fuge d-moll, op. 135b.
Der Eintritt ist frei. Der Spendenerlös kommt in voller Höhe der Finanzierung und Weiterführung dieser Reihe zugute.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Der Name des Sonntags Kantate leitet sich vom Beginn der lateinischen Antiphon ab: Cantate Domino canticum novum, quia mirabilia fecit!. (Ps 98, 1a;).
Der Sonntag Kantate ist der Singesonntag, was allerdings nicht durch das Evangelium deutlich wird. Andere Perikopen gehen schon eher auf die singende Antwort der Gemeinde auf Gottes Taten ein, d.h. sie berichten vom Lobpreis der Gemeinde. Der Sonntag Kantate befasst sich, so wie schon der Sonntag Jubilate, mit einer Form der Antwort der Gemeinde, was im Gottesdienst dann auch zum Tragen kommen soll.
Am Sonntag Kantate erfahren wir, dass das Lied wesentlicher Bestandteil des gemeindlichen Lebens ist. Das lobpreisende Lied kann nicht nur die Herzen fröhlich machen, sondern auch Türen aufschließen; das Klagelied hilft nicht nur, Not und Sorgen abzulegen, sondern vermag auch neue Hoffnung zu geben. Der Liederschatz der Kirche ist unermüdlich groß, und es ist gut, dass das „Gesangbuch“ des jüdischen Volkes, der Psalter, darin eine wichtige Rolle spielt, denn die Psalmen sprechen wie nur wenige andere Lieder tief aus dem Herzen des Beters.
Der Wochenspruch:
Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder! (Ps 98, 1a)
Welche Komposition von Ludwig van Beethoven war eigentlich seine Beste? Beethovens eigene Wahl fällt ausgerechnet auf eine Messvertonung und nicht auf eine seiner meisterhaften Sinfonien oder Klaviersonaten.
Die Missa solemnis in D-dur opus 123 sei sein größte Werk, sagte der gebürtige Bonner. Diese Einschätzung überrascht etwas, denn Beethoven wird doch allgemein vor allem als Komponist für Sinfonien oder Klaviermusik wahrgenommen. Doch mit der Ausarbeitung der Missa Solemnis setze sich Beethoven lange auseinander, erst wenige Jahre vor seine Tod wurde sie fertig und sie war ihm ein wahres Herzensanliegen.
Einen offiziellen Auftraggeber hatte die Missa solemnis nicht, Beethoven widmete sie Erzherzog Rudolph von Österreich, der nicht nur ein begabter Komponistenschüler und finanzieller Förderer Beethovens war, sondern auch ein guter Freund…..
Johann Christoph Bach (getauft 8. Dezemberg/ 18. Dezember 1642 greg. in Arnstadt; † in Eisenach), der älteste Sohn von Heinrich Bach, war ein deutscher Komponist. Er gilt als bedeutendster Komponist seiner Generation innerhalb der Familie Bach.
Bach war seit 1663 Organist der Schlosskapelle Arnstadt und seit 1665 an der Georgenkirche in Eisenach, wo er daneben als Cembalist der Hofkapelle wirkte.
Von Johann Christoph Bach sind nur wenige Werke überliefert, die meisten im altbachischen Archiv.
Video:Johann Christoph Bach
Lamento: „Wie bist du denn, o Gott“
Monteverdi Choir & The English Baroque Soloists dir. John Eliot Gardiner Matthew Brook, bass Kati Debretzeni, violin solo
Kantaten-Beschreibung:BWV 108 – „Es ist euch gut, dass ich hingehe„
Wenn wir uns aus Bachs erstem Kantatenzyklus in seinen zweiten Leipziger Jahrgang begeben, die sich beide dem gleichen theologischen Grundgedanken widmen, sind wir inzwischen nur zu sehr daran gewöhnt, in der Art und Weise, wie er sich seinem Thema nähert und die Metaphorik einsetzt, erstaunlichen Gegensätzen zu begegnen.
Darum trifft es uns wie ein Schock, wenn wir nun feststellen müssen, dass er zweimal hintereinander das gleiche formale Gerüst verwendet. Ich möchte wetten, dass aufgeschlagen auf seinem Notenpult, als er sich im April 1725 hinsetzte, um BWV 108 “Es ist euch gut, dass ich hingehe” zu komponieren, Wo gehest du hin? aus dem Vorjahr lag: Die Ähnlichkeiten zwischen den beiden Kantaten sind einfach zu groß, um zufällig sein zu können. Beide beginnen nicht mit dem üblichen Chor, sondern mit einem Bass-Solo (vox Christi) und sparen den Chor für das Ende (BWV 166) oder die Mitte und das Ende (BWV 108) auf. Keines der beiden Werke enthält ein Sopran-Solo (kann es sein, dass die Knaben in zwei aufeinander folgenden Jahren an Windpocken erkrankt waren, oder hatte es irgendeinen unerfindlichen theologischen Grund?). Beide Kantaten haben als zweiten Satz eine gewichtige Tenorarie, jede mit einer ausgehaltenen Note, die besonders betont wird: ‚stehe’ in BWV 166, ‚glaube’ in BWV 108. Beide Werke sind auf einer Art arpeggierten Tonleitertreppe errichtet, deren Stufen darauf hindeuten, dass der Heilige Geist zu Pfingsten herabsteigen wird (in BWV 166 abwärts führend von B nach g, c, D, B und g, in BWV 108 von A nach fis, D nach h). Es ist bezeichnend, dass sich BWV 108 der zentralen Frage, die in BWV 166 knapp abgehandelt wurde, ausführlicher widmet. ‚Wo gehest du hin?’ bringt im folgenden Jahr eine Erklärung: ‚Es ist euch gut, dass ich hingehe…’.
Zu den Sätzen, die auf mich den tiefsten Eindruck gemacht haben, gehört zunächst einmal die Tenor-Arie mit obligater Violine, ‚Mich kann kein Zweifel stören’ (Nr. 2) – eine mächtige Nummer, die recht verschachtelt angelegt, aber wunderbar ausgearbeitet ist und ein bisschen an Brahms’ ungarische Zigeunerweisen erinnert; dann die strenge Chorpolyphonie von Nr. 4, ‚Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird’ – drei dicht gedrängte Fugen im Motettenstil. Sie wirken widerspenstig auf dem Papier, bringen jedoch in der Aufführung ihren Geist überzeugend zur Geltung. Und schließlich die herrliche 6/8-Arie für Alt und Streicher, ‚Was mein Herz von dir begehrt’ (Nr. 5), die mit ihrer gebrochenen Melodielinie und ihrem durchscheinenden Satz für die erste Violine eine tiefe Sehnsucht erkennen lässt, wie sie der Psalmist in Psalm 42 besingt: ‚Wie der Hirsch dürstet nach frischem Wasser…’.
Martin Luther sah in „Frau Musica“ eine göttliche Kunst, da sie den Teufeln zuwider sei. Entsprechend stellte er die Musik in eine Reihe mit der Theologie, erhob das deutschsprachige geistliche Lied zu einem festen Bestandteil des reformatorischen Programms und hielt ließ es Eingang in den Gottesdienst finden. Häufig als „schöne newe Lieder“ betitelt, verbreitete sich das neue reformatorische Liedrepertoire rasant….
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2017 beginnt seit dem 14. Oktober 2016.
Rudolf Lutz – Dirigent und musikalischer Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen
J.S. Bach Cantata – Kantate für Kantate – BWV 166 „Wo gehest du hin?“
Kantate BWV 166 für den vierten Sonntag nach Ostern für Sopran, Alt, Tenor und Bass, Oboe, Streicher und Basso continuo.
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
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BWV 166 – 2. Satz – Tenor-Arie: „Ich will an den Himmel denken„
Wir danken dir, Gott, wir danken dir (BWV 29) ist eine geistliche Kantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie 1731 in Leipzig für die Ratswahl. Den Eingangschor arbeitete er später zum Gratias und Dona nobis pacem seiner h-Moll-Messe um.
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Auf der Webseite zum Projekt finden Sie alle Informationen rund um Termine, Karten, Künstler:
J.S. Bach – Kantate BWV 144„Nimm, was dein ist, und gehe hin“
Ausführende: solistenensemble stimmkunst | Stiftsbarock Stuttgart | Leitung: Kay Johannsen
Nimm, was dein ist, und gehe hin (BWV 144) ist eine Kirchen-Kantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie in Leipzig für den Sonntag Septuagesimae und führte sie erstmals am 6. Februar 1724 auf.