nach meiner Spurensuche vom „Bückeburger-Bach“, Johann Christoph Friedrich Bach, gibt es seit Januar 2010 eine Neuerscheinung seiner Symphonien Nr. 15 & 20, eingespielt vom Freiburger Barockorchester unter der Leitung von Gottfried von der Goltz.
Cover: Symphonien 15 & 20 Johann Christoph Friedrich Bach
Ich hoffe, dass von diesem Bückeburger-Komponisten weitere Einspielungen folgen werden.
Eine kleine Hörprobe von der Symphonie Nr. 15 stelle ich zur Verfügung.
Konzerte und Sinfonien vom »Bückeburger« Bach
Mit der Einspielung von Werken von Johann Christoph Friedrich Bach, dem unbekanntesten der vier komponierenden Bach-Söhne, schließt das FBO seine mehrfach ausgezeichnete Reihe „Bachs Söhne“ bei Carus ab. Anders als seine prominenten Brüder Carl Philipp oder Johann Christian ist der „Bückeburger Bach“ nie aus der Provinz herausgekommen und diente als Hofmusiker vierzig Jahre lang an der Residenz der Grafen von Schaumburg-Lippe. Seine Musik ist aber alles andere als provinziell. Souverän bewegt sie sich zwischen den Stilen der beiden Brüder, verbindet sie den kunstvollen Anspruch Carl Philipps mit dem leichten italienischen Tonfall des jüngeren Bruders Johann Christian – und passt so in keine musikalische Schublade.
CD ist zu beziehen bei Amazon Preis ab 14,03 € – h i e r – klicken..!!
heute bekam ich ein Interview mit dem Dirigenten „Enoch zu Guttenberg“ zu lesen, das ungemein spannend und inhaltsreiche Aussagen zum Weihnachtsoratorium und J.S. Bach’s sonstige Werke – beinhaltet. Die Überschrift dieses Beitrages ist ein Zitat aus dem Interview. Weiterhin gibt es weitere Hinweise allgemeiner Art zu der Aufführungsform von Sakralen Werken in – Konzerthalle – Kirche – und der Zugang der Vermittlung zu dem gehörten Werk. Er äußert sich über Verdi – Haydn – Strauß – Harnoncourt u.s.w. Es ist ein Spitzen-Interview, das mich voll angesprochen hat, dafür danke an „kultiversum“ zur Veröffentlichung…!!
—————————-
Dirigent: Enoch zu Guttenberg
Dirigent Enoch zu Guttenberg
Oberster Festspieler auf Herrenchiemsee
Er ist verantwortlich für eine der schönsten Festspielorte in Bayern. Mit enthusiastischer Leidenschaft gestaltet er die Musikfestspiele auf Herrrenchiemsee und macht diese zu einem besonderen Erlebnis. Er ist aber nicht nur Festspielleiter, sondern auch Dirigent vom Orchester der Klangverwaltung-Neubeuern (Bayern), mit dem er zusammen im Oktober diesen Jahres einen ECHO Klassik verliehen bekommen hat. (1+)
Enoch zu Guttenberg ist eine Ausnahmeerscheinung unter den Dirigenten: Als Mitbegründer des BUND, Umweltschützer und Politiker ist er ebenso bekannt wie als Musiker, sein Sohn bekleidet zur Zeit den Ministerposten im Verteidigungsministerium. Dabei machte er durchaus eine „klassische“ Karriere: Nach seinem Kompositions- und Dirigierstudium in München und Salzburg übernahm er 1967 die Leitung der Chorgemeinschaft Neubeuern, die er zu einem weltweit anerkannten Ensemble formte. Auch seine 1997 gegründete KlangVerwaltung zählt inzwischen, mit regelmäßigen Auftritten im Wiener Musikvereinssaal, der Berliner Philharmonie oder dem Festspielhaus Baden-Baden zu den besten deutschen Orchestern. 1999 gründete Guttenberg die Herrenchiemsee Festspiele, wo er für seine Auffassung von Musik ebenso streitet wie in seinen zahlreichen Vorträgen. (+2)
—————————–
Link zum Interview mit – Enoch zu Guttenberg – nachstehend:
Hallo Prof. Weinberger-Fans in OWL – hier ist ein Highlight…!!
Ein Sonder-Konzert mit Prof. Gerhard Weinberger in der HfM in Detmold – Konzerthaus – am Sonntag, 31. Januar 2010 um11:30 Uhr.
Konzerthaus der HfM in Detmold
———————————————————-
Jahrespreis der Schallplattenkritik an Prof. G. Weinberger / Zur Vergößerung Flyer anklicken!!
—————————————————–
Johann Sebastian Bach: Sämtliche Werke für Orgel
Gerhard Weinberger an 23 historischen Orgeln
CDs bei cpo 777 363-2 (22 CDs; Vertrieb: jpc)
Diese Einspielung der Orgelwerke von Johann Sebastian Bach steht in nahezu jeder Hinsicht einzigartig da. Sie umfasst zum einen nicht nur den etablierten Werkkanon, sondern stellt auch zahlreiche Kompositionen „zweifelhafter Echtheit“ erstmals zur Diskussion. Zum zweiten sind nahezu ausschließlich Instrumente aus Bachs Wirkungskreis in Thüringen und Sachsen zu hören – neben den Silbermann-Orgeln in Freiberg und Dresden auch vergessene Kleinode, wie etwa aus Mechterstädt und Büßleben (ergänzt durch Instrumente aus Trondheim, Groningen und Grauhof). Zum dritten ist es die stilistische und aufnahmetechnische Souveränität, mit der Gerhard Weinbergerund das Label cpo in mehr als 12 Jahren eine Referenz-Einspielung für das 21. Jahrhundert geschaffen haben.
Aus diesem Anlass wird Herrn Prof. Gerhard Weinberger der Jahrespreis der „Deutschen Schallplattenkritik 2009“ verliehen.
—————————————-
Video-YouTube:
Johann Sebastian Bach (1685-1750) Chorale Prelude „Erbarm dich mein, o Herre Gott“ BWV 721 Gerhard Weinberger at the Treutmann organ in Grauhof bei Goslar, Germany
—————————————
Sonderkonzert anlässlich der Verleihung des Jahrespreises der „Deutschen Schallplattenkritik 2009“ an Prof. Gerhard Weinberger, Detmold am 31. Januar 2010.
Programm:
Johann Sebastian Bach (1685-1750): Motette „Der Geist hilft unser Schwachheit auf“ BWV 226 für zwei vierstimmige Chöre und Continuo – Vokalsolisten-Ensemble der Barockakademie, Leitung: Gerhard Weinberger
Begrüßung des Rektors – Prof. Martin Christian Vogel
Orgelmusik: Johann Sebastian Bach (1685-1750): Pièce d’Orgue G-Dur BWV 572 / Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Choralbearbeitung „Schmücke dich, o liebe Seele“ à 2 claviers et pédale BWV 654 (aus den „Leipziger Chorälen“) – Gerhard Weinberger (Orgel)
Max Reger (1873-1916): Phantasie und Fuge über B-A-C-H op. 46 – Gerhard Weinberger (Orgel
Preis der Deutschen Schallplattenkritik: Überreichung des Jahrespreises 2009 an Prof. Gerhard Weinberger – Ludolf Baucke (Vorsitzender des Jahresausschusses)
Improvisation über das Thema B-A-C-H – Tomasz Adam Nowak (Orgel) / Johann Sebastian Bach (1685-1750)
J.S. Bach – Motette „Singet dem Herrn ein neues Lied“ BWV 225 für zwei vierstimmige Chöre und Continuo – Vokalsolisten-Ensemble der Barockakademie, Leitung: Gerhard Weinberger
Eintritt frei
——————————————-
Anfahrt zum Konzerthaus der HfM Detmold über Google-Maps
Ich hoffe, dass ich Teilnehmer aus OWL am Sonntag, 31.1.2020 um 11:30 Uhr in Detmold für dieses Highlight antreffen werde und wünsche uns ein schönes Konzert mit Werken von J.S. Bach…!!
ein so ungezwungen geführtes Interview der FT-FINANCIAL TIME mit „Sir J.E. Gardiner“ ist mir nicht bekannt – ich musste oft schmunzeln über die getätigten Aussagen, dafür @Martin, ganz herzlichen Dank.
Sir J.E. Gardiner einmal als Illustration wunderbar gelungen.. (Bildrechte: James Ferguson)
Kurz-Ausschnitt aus dem Interview von Google-Übersetzung in deutsch:
Ein paar Tage, bevor ich den Dirigenten Sir John Eliot Gardiner, eine Kurzmitteilung zu erfüllen gibt mir eine gewisse Vorstellung, was sie erwartet. „Just zu überprüfen, ob etwas gegen Wild-und / oder der Leber haben?Wird ein ganz hausgemachten Mittagessen und wir haben viele Ersatzteile Gummistiefeln. Sie können Schlamm-freundliche Kleidung zu tragen. “
Der Sender wird seine italienische Frau Isabella, der tätig wird, als Vermittler. Für Gardiner, drückte ein Mittagessen mit dem FT in den nächsten Lauf der Proben in London ist offenbar weniger bequem als er mich besuchen die Farm besitzt er in Südwest-England.
Link nachstehend zur Originalseite als PDF von FT-FINANCIAL TIME:
hier ist nun meine angekündigte Nachbetrachtung zu den Radio- und Fernsehsendungen zwischen Weihnachten und Neujahr 2009. Das Angebot war so überwältigend, dass man kaum zum Verschnaufen kam, der Tag hätte mehr als 24 Stunden lang sein müssen, um die Sendungen mithören zu können. Ich beschränkte mich auf die Sendungen des Weihnachtsoratorium und konnte so manch Altes wieder auffrischen und mit neuen WO-Sendungen kofrontriert werden.
Was gab es an Neues zum Thema Weihnachtsoratorium zu entdecken, da fällt einem als erstes die Rundfunkübertragung des WDR mit der Neueinspielung des WO – BWV 248, Kantaten 1 bis 6 – von Hermann Max mit der Rheinischen Kantorei – auf.
Solisten: Veronika Winter, (Sopran) – Wiebke Lehmkuhl, (Alt) – Jan Kobow, (Tenor) – Markus Flaig,
(Bass-Bariton) – Rheinische Kantorei, Das Kleine Konzert, Leitung: Hermann Max.
CD-Cover: Hermann Max BWV 248 Weihnachtsoratorium
Diese Neueinspielung liegt mir ein wenig im Magen und kann mich nicht so recht dafür begeistern. Ich als Trompeten-Fan finde das Trompetenspiel – ob im Eingangs-Satz – Mittelteil oder Schlusssatz total daneben, was gibt es für Trompeten-Größen in Deutschland die das meisterhaft vorführen können. Selbst in Herford, im Januar 2009 – war ein besserer Akteur zugegen.
Die Pauken überlaut und in einem widersprechenden Tempo, was sollte das? Einige Gesangs-Solisten konnten mich auch nicht so recht überzeugen, die Sopranistin Veronika Winter und der Tenor Jan Kobow sind wohltuhend zu benennen. Der Chor schlank und fantastisch – und sang überzeugend in Kammerton-Besetzung. Die Rheinische Kantorei mit historischen Instrumenten bestückt, gibt eine solide Vorstellung. Hermann Max, für Qualität bekannt, ist meiner Meinung nach nur eine durchschnittliche Neueinspielung gelungen..!! Schade, da konnte mehr dabei heraus springen.
————————————————————–
Wie wohltuhend hob sich hier die Rundfunkübertragung des MDR-Figaro mit dem Thomaner Chor ab. Bestückt mit tollen Gesangs-Solisten unter der Leitung von Thomaskantor Georg Christoph Biller – konnte die vorgenannte Neueinspielung von Hermann Max nicht das Wasser reichen. Es handelte sich um einen Mittschnitt vom 13. Dezember 2009 aus der Thomaskirche Leipzig für eine neue CD-Veröffentlichung im Herbst 2010 beim Label „RONDEAU“.
Thomaner Chor
Johann Sebastian Bach: Weihnachtsoratorium BWV 248 (Kantaten 1-6)
Knaben-Sopran: Paul Bernewitz und Friedrich Prätorius, Mitglieder des Thomaner Chores
Dorothea Jansen, Sopran; (erkrankt..!!) Solistenpart durch Thomaner gesungen..!!)
Ingeborg Danz, Alt;
Evangelist: Martin Petzold, Tenor;
Arien: Christoph Genz, Tenor
Panajotis Iconomou, Bass
Thomanerchor Leipzig, Gewandhausorchester Leipzig
Leitung: Georg Christoph Biller
(Aufzeichnung vom 13.12.2009 als Mittschnitt für eine neue CD-Veröffentlichung bei „RONDEAU“ im Herbst 2010,
Aufführungsort: Thomaskirche Leipzig.
Es ist eigentümlich, kaum setzte der Trommelwirbel mit den hervorragend besetzten Trompeten ein, war ich sofort gefesselt von dieser Rundfunkübertragung, liegt es mit an der Bach-Stätte der Thomaskirche, dass der Impuls sofort da ist? Aber das kann nicht nur daran liegen, die Kantaten-Teile 1 bis 6 habe ich mir zweimal angehört und komme zu einem positiven Gesamt-Urteil. Sicherlich sind die Knaben-Soprane: Paul Bernewitz und Friedrich Prätorius – Mitglieder des Thomaner Chores nicht jedermanns Sache, aber diese jugendliche Frische in ihren Stimmen haben mich absolut inspiriert und war davon sehr angetan. Wenn Papa Bach solche Sängerknaben zur Verfügung gestanden hätte, wäre ganz bestimmt keine Perücke von ihm geflogen…!! Es war durchweg eine runde Aufführung zumal mir die übrigen Gesangs-Solisten entschieden angenehmer gefielen als bei der Rheinischen Kantorei. Die Altistin: Ingeborg Danz; superb – der Bassist: Panajotis Iconomou; hat ein angenehmes Timbre und meistert selbst die tiefen Lagen in meisterlicher Manier. (Ich fand ihn an diesem Abend homogener als in der SDG-Einspielung mit Gardiner). Die zwei Tenöre waren ebenfalls Klasse: Martin Petzold und Christoph Genz, dieser ebenfalls ein Bekannter aus der SDG-Riege…!!
Mein Gesamt Fazit zu den 2 Neueinspielungen:
Wer Knaben-Soprane nicht ablehnt, bekommt im Herbst 2010 beim Label:Rondeau eine gelungene CD-Neueinspielung des WO von den Thomanern serviert, leider fällt Hermann Max dagegen ein wenig ab, wird aber sicherlich auch seine Freunde des Kammerchors finden, zumal die Rheinische Kantorei auf historischen Instrumenten agiert und im Gegensatz dazu das Gewandhaus-Orchester bekannter maßen auf modernen Instrumenten spielt, wann damit einmal Schluss sein wird, bleibt wohl ein Rätsel.
—————————————
Angetan war ich von den zwei Fernsehübertragung im BR mit dem Weihnachtsoratorium Kantaten 1-6 mit dem Windsbacher Knabenchor unter der Leitung von Karl Friedrich Beringer.
Ausführende: im Münster in Heilsbronn – Dezember 1999
Münchener Bachsolisten – Windsbacher Knabenchor – Juliane Banse; Sopran – Cornelia Kallisch; Alt – Evangelist: Markus Schäfer; Tenor – Arien: Robert Swensen; Tenor – Thomas Quasthoff; Bass – Leitung: Karl Friedrich Beringer.
WO BWV 248 Windsbacher Knabenchor im Münster Heilsbronn
Das Trompeten – Ensemble „Läubin“ war einfach Spitze, da waren absolute Könner am Werk und war ein Kunstgenuss mit einer 1a Qualität. Eine Eigenwilligkeit Beringers kann nicht unerwähnt bleiben. Der Anfangschor beginnt nicht wie in der Partitur mit: Jauchzet, frohlocket, auf preiset die Tage, sondern übernimmt den Anfang der Vorlage BWV 214 „Tönet ihr Pauken, erschallet, Trompeten“. Die Fernseh-Aufnahmen waren aus dem Jahre 1999 und es war eine gute Bild und Tonqualität. Die Gesangs-Solisten – vorangestellt der hervorragende Bass Thomas Quasthoff – entsprechen den Erwartungen. Der Knabenchor bot eine tolle Gesangskultur und kann es mit den Thomanern durchaus aufnehmen, sie besitzen ein hohes Niveau. Ansonsten fand ich die Kantaten 1-6 von den „Münchener Bachsolisten“ sehr ausgewogen musiziert und vom Windsbacher Knabenchor erfrischend gesungen. Die Aufnahmen stammen aus dem Münster in Heilsbronn und war ein vortrefflich gewählter Aufführungsort.
Hier ein Ausschnitt von YouTube mit dem Eingangssatz aus dem BWV 214 „Tönet ihr Pauken“ das Verwendung gefunden hat anstelle des „Jauchzet frohlocket“ aus der Originalfassung des BWV 248.
Es ist immer wieder interessant festzustellen, wie die einzelnen Interpreten das WO zur Aufführung bringen, der Ausreißer mit dem „Tönet ihr Pauken, erschallet Trompeten“ aus dem BWV 214 durch Beringer ist schon ungewöhnlich.
Grüße
Volker
—————————————————
P.S. Zwei Hörbeispiele WO aus Kantate 3 Eingangs-Satz mit Trompeten: „Herrscher des Himmels“:
Auf YouTube sind neunzehn – n e u e Videos von Sir J.E. Gardiner veröffentlicht worden mit dem Weihnachtsoratorium, BWV 248 – von Johann Sebastian Bach. Die Aufnahmen sind in der Herderkirche Weimar am 23.12.1999 und am 27.12.1999 – zum Start der „Bach Cantata Pilgrimage 2000“ – aufgenommen worden. Es singt der Monteverdi Choir und es spielt das Barockorchester auf historischen Instrumenten: „The Engish Baroque Soloists“.
Link zu YouTube unterhalb der folgenden Textzeile:
Sir Gardiner-EBS-Monteverdi Choir Dezember 1999 mit dem Weihnachtsoratorium in der Herderkirche Weimar:
————————————————————————————————
Link zum Gardiner-Video BWV 248 WO in der Herderkirche Weimar:
Es ist ein 10-jähriges – SDG-Gardiner – J u b i l ä u m , am 23.12.1999 begann der Start der „Bach Cantata Pilgrimage 2000“ ob jemand daran gedacht hat, dass es mittlerweile zehn Jahre her ist dass dieses Bach-Großprojekt gestartet wurde, freuen wir uns auf die letzten SDG-Veröffentlichungen in 2010 – dann wird leider alles vorbei sein…!!
Virtuosi Saxoniae (Mitglieder der sächs. Staatskapelle) Leitung Ludwig Güttler
———————————————————————–
Es ist schon etwas Besonderes, in der Frauenkirche das WO zu hören.
Leider kommen nicht nur musikalisch-weihnachtliche Gefühle auf:
Die schmalen Kirchenbänke sind rückengewöhnungsbedürftig; nach einer halben Stunde war ich steif,
die Eintrittspreise sind nicht gerade zivil,
wir hatten ungünstige Plätze neben einer Eingangstür – sie stand bis zum Konzertbeginn bei -17 Grad (Außentemperatur) offen;
die Akustik in dieser Kuppelkirche ist unberechenbar und hat schon so manches Konzert zum Kippen gebracht.
Fast wäre die Kantate I auch gekippt. Chor und Orchester hatten Schwierigkeiten, gerade beim Eingangschor „Jauchzet, frohlocket“ sich aufeinander einzulassen. Es hat auch eine Weile gedauert, bis beide ihren Platz gefunden hatten. Die Solisten hatten es bei den akustischen Gegebenheiten sehr schwer. Standen sie links vorm Orchester waren sie nicht zu verstehen; standen sie rechts, hatten sie plötzlich großartige Stimmen. Bis ich mich richtig eingehört hatte, waren die Kantaten I und II vorbei und dann kam mein Highlight: „Süßer Trost, mein Jesus kömmt“. Bach hat diese Solokantate BWV 151 1725 für den 3. Weihnachtstag geschrieben, um seine Thomaner zu entlasten. Die Solisten – allen voran Sopran und Tenor – liefen zur Höchstform auf; das Orchester hatte sich den Sänger/innen angepasst und auch Güttler ließ etwas Raum zur freien Gestaltung.
Die Kantate V kam viel zu schnell. Geschmunzelt haben wir, als am Ende der
5. Weihnachtskantate „Jauchzet, frohlocket … „ aus der 1. wiederholt wurde. Aber uns sollte wohl noch mal so richtig eingeheizt werden; bei inzwischen -19 Grad (Außentemperatur) keine schlechte Idee.
nach Bekanntgabe der Rundfunksendungen mit dem Weihnachtsoratorium, BWV 248 – von Johann Sebastian Bach – komplettiere ich die Angaben für das„Fernsehen„ in der Weihnachtswoche 2009.
————————————————
Zur Einstimmung das WO auf YouTube:
———————————————–
Fernseh-Programm WO-BWV 248 J.S. Bach:
Jauchzet, frohlocket!
Bachs Weihnachtsoratorium mit Peter Schreier Schreier
ZDF theater
Sonntag, 20.12.2009 Zeit:
13:59 bis
15:05Uhr (66min)
Bachs Weihnachtsoratorium mit Peter Schreier
Dienstag, 22.12.2009
Zeit: 08:59 bis – 10:05 Uhr
66 min.
ZDF theater
BR – am Freitag, 25.12.2009
Johann Sebastian Bach: Weihnachtsoratorium BWV 248
Kantaten 1-3 – Zeitpunkt: 02:44 – 04:15 Uhr (91min)
MDR – am Freitag 25.12.2009 Johann Sebastian Bach: Weihnachtsoratorium BWV 248
Kantate Nr. 1 – Zeitpunkt: 07:24 – 08:00 Uhr (36min)
BR – am Samstag, 26.12.2009 Johann Sebastian Bach: Weihnachtsoratorium BWV 248
Kantaten 4-6 Zeitpunkt: 02:04 – 03:25 Uhr (81min)
MDR am Samstag, 26.12.2009 Johann Sebastian Bach: Weihnachtsoratorium BWV 248
Kantate Nr. 2 Zeitpunkt: 07:29 – 08:05 Uhr (36min)
MDR am Sonntag, 27.12.2009 Johann Sebastian Bach: Weihnachtsoratorium BWV 248
Kantate Nr. 3 Zeitpunkt: 07:39 – 08:10 Uhr (31min)
Info – Kunst/Kultur
—————————————
Weitere interessante Sendungen für Mozart- und Händel-Interessenten:
Cecilia Bartoli
Die Kunst der Kastraten ARTE am Sonntag, 20.12.2009um 18:59 – 19:50 Uhr (51min)
Info – Dokumentation
Sir Neville Marriner dirigiert Mozart
Ouvertüre in B-Dur und das Konzert für… ARTE am Donnerstag, 24.12.2009 um 05:59 – 06:50 Uhr (51min)
Info – Kunst/Kultur
„Joseph Haydn“ – das verkannte Genie
Mit Leif Ove Andsnes und Thomas… ZDF theater am Freitag, 25.12.2009 um 21:09 – 22:10 Uhr (61min)
Info – Bericht
————————————-
Ich wünsche allen ein frohes Weihnachtsfest mit herrlichen Musikstunden.
pünktlich zu Weihnachten gibt es wieder ein Überangebot an hochinteressanter Musik bei den verschiedenen Radiosendern. Und nicht zu vergessen bei den Fernsehsendern. Ein paar der Highlights für mich in dieser Woche möchte ich Euch vorstellen. Eigentlich könnte mein Recorder 7×24 Stunden durchlaufen, aber bekanntlich ist Bescheidenheit ja eine Zier… Falls Ihr das Weihnachtsoratorium vermisst – dazu erstelle ich einen eigenen Beitrag. Es lohnt sich auch, bei den verschiedenen Sendern die kirchenmusikalischen Sendungen durchzusehen, dort gibt es auch manches relativ unbekannte Weihnachtsoratorium von anderen Komponisten wie Bach.
20.12. Ö1
19:30-21:15
Aus dem Konzertsaal
Wiener Philharmoniker, Dirigent: Sir Simon Rattle;
Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien;
Magdalena Kozená, Mezzosopran; Michael Schade, Tenor; Thomas Quasthoff, Bass.
Edward Elgar: „The Dream of Gerontius“, Oratorium, op.38 (aufgenommen am 6. Dezember im Großen Musikvereinssaal in Wien). Präsentation: Peter Kislinger
(Übertragung in Dolby Digital 5.1 Surround Sound)
21.12.
BBC
6.38am
Bach, Johann Sebastian (1685-1750):
Cantata No 170 (Vergnugte Ruh, beliebte Seelenlust), BWV170 – Leipzig, 1726
Anne Sofie von Otter (mezzo-soprano)
Les Musiciens du Louvre
Marc Minkowski (conductor).
BBC
!!!! Wiederholung des Konzertes von Sommer !!!!
21:15
J.S. Bach:
Komm, Jesu, Komm!, BWV229;
Furchte dich nicht, BWV228;
Jesu, meine Freude, BWV227;
Singet dem Herrn ein neues Lied, BWV225
Monteverdi Choir
English Baroque Soloists
John Eliot Gardiner (conductor)
A late-night Prom in which John Eliot Gardiner and his hand-picked choir and ensemble perform some of Bach’s motets. While Bach’s great Passions languished unheard for almost a century after his death, his motets continued to be sung by the Leipzig choirs for which they were written. The concert features four of them, including Singet dem Herrn ein neues Lied (Sing to the Lord a new song), a work which had even Mozart exclaiming, ‚Now, there’s a piece one can learn from‘.
24.12. MDR
Mal keine Musik, sondern ein Hörspiel:
22-23 Bachs Reiche
Becketts Winterreise durch Hitlers Reich
Von Torsten Enders
(Ursendung)
„Thomaskantor unter Mordverdacht!“ hätte eine berühmte Skandal-Postille vermutlich getitelt, wäre sie vor 275 Jahren schon auf dem Markt gewesen. Der Leipziger „Senior Stadtmusicus“ Gottfried Reiche, Johann Sebastian Bachs Lieblings-Trompeter, war am 6. Oktober im Stadtpfeiffer-Gässchen tot aufgefunden worden. Am Abend zuvor hatte er noch – im Beisein des neuen sächsischen Kurfürsten – Bachs eigens für das Festkonzert komponierte Kantate „Preise dein Glücke, gesegnetes Sachsen“ mit uraufgeführt. Ob Reiche, am Kopf verletzt, durch Sturz oder Schlag zu Tode kam, war nicht ersichtlich. Wohl aber, dass Bach von Reiche in den Tagen vor dem Konzert unablässig neue Proben verlangt hatte. Unzufrieden mit Reiches Leistung, hatte Bach getobt und sein Bild am Dresdner Hof, womöglich seine Stellung und Karriere beschädigt gesehen. Grund genug für einen Streit mit tödlichem Ausgang?
Torsten Enders, geboren 1954 in Altenburg/ Thüringen, nach dem Studium der Theaterwissenschaft seit 1978 Dramaturg beim Rundfunk. Lebt in Berlin. Autor mehrerer Hörspiele und Features („Kein Wort von Einsamkeit“, „Das tonlose Spiel“, „Dorns Tiefland“, „Brückenschlag“), sowie von Filmen („Trutz“) und Theaterstücken („Kanzelkarl“, „Kowatz“). Der MDR produzierte 2001 das Hörspiel „Spenderherz“, das mit dem Hörspiel-Preis der Stiftung Kulturpflege und Kulturförderung der Sparkasse Neuss für das beste regionale Hörspiel ausgezeichnet wurde.
Produktion: MDR 2009
Regie: Judith Lorentz
Otto Sander – Reiche
Thomas Thieme – Bach
Paul Herwig – Bamberg
Berndt Stübner – Friedrich August II
Stefanie Rösner – Rieke
Veit Schubert – Wendestrom
Ernst Jacobi – Schrock
25.12. Nordwestradio
20-22 Weihnachtskonzert am Abend
Wenn sich das Calmus Ensemble Leipzig „Maria durch ein Dornwald ging“ oder „O Tannenbaum“ vornimmt, geraten die schönen alten Lieder in eine schwebende Schräglage, die wunderbar mit dem feinen Stimmengeflecht des Gesualdo Consort Amsterdam harmonisiert.
Eine Nachlese der schönsten Aufnahmen vom Musikfest Bremen 2009, vermischt mit weihnachtlichstimmungsvoller Musik.
Am Mikrofon: Andrea Zschunke
Auch das Fernsehen bietet einiges. Hier 2 Sendungen von ARTE:
Cecilia Bartoli – alle zwei Jahre überrascht sie mit einer musikalischen Sensation. Nach der Ausgrabung Vivaldis, Glucks und Salieris kam verbotene Musik im katholischen Rom, dann eine weitere Reise ins Belcanto auf den Spuren Maria Malibrans. Nun entdeckt Cecilia Bartoli die Welt der Kastraten in ihrer neuen Einspielung unter dem doppeldeutigen Namen „Sacrificium“. Und auch dieses Mal ist es beeindruckend, wie akribisch sie bei ihrer Spurensuche die Musik des 18. Jahrhunderts für heute neu gewinnt. Bei der Virtuosität der Kastraten-Arien, ihren großen Koloraturen und stimmlichen Improvisationen ist sie in ihrem Element.
Cecilia Bartoli ist bekannt dafür, dass sie regelmäßig spannende Entdeckungsreisen in die Welt der Musik unternimmt. Nach der Wiederentdeckung zum Teil unbekannter Werke von Vivaldi, Gluck und Salieri, nach Abstechern ins barocke Rom („Opera proibita“) und das Belcanto-Reich der Maria Malibran hat sie sich nun auf die Spuren der Kastraten begeben.
Damit taucht sie ein, in eine Zeit voller Widersprüche, in der Schönheit und Grausamkeit, schillernde Erotik und sexuelle Ambiguität, Pracht und Elend aufeinanderprallen. Nie zuvor und nie danach wurden im Namen der Musik so viele Opfer gebracht, wurden so viele Knaben verstümmelt, damit einige wenige Kastraten mit einer bis dahin unerhörten Gesangskunst die Opernwelt Europas faszinierten und als Stimmwunder des Barock verehrt wurden.
Die Musik der Kastraten ist für Cecilia Bartoli das bisher anspruchsvollste Projekt mit technisch äußerst schwierigen Arien und Koloraturketten, die speziell den sängerischen Möglichkeiten der Kastraten angepasst waren. Die berühmtesten Kastraten kamen seinerzeit aus Neapel, der erfolgreichste Lehrer war Nicola Porpora, der als bedeutender Opernkomponist seinen Schützlingen – darunter Farinelli und Caffarelli – die Arien direkt auf den Leib schrieb.
Als passendes Ambiente für die Aufführung der Musik der Kastraten hat sich Cecilia Bartoli das barocke Theater und einige prunkvolle Räume des Königspalastes von Caserta in der Nähe Neapels ausgesucht. Neben Werken von Porpora singt sie unter anderem auch Arien von Georg Friedrich Händel, Carl Heinrich Graun und Geminiano Giacomelli.
Begleitet wird sie dabei vom Orchester Il Giardino Armonico unter der Leitung von Giovanni Antonini.
Die CD, auf der diese Sendung basiert, hat mich begeistert. Ich bin gespannt, das Energiebündel Cecilia Bartoli in Aktion zu sehen.
Ich hoffe, der Vorweihnachtstrubel lässt Euch ein wenig Zeit zum zur Besinnung kommen. Was könnte da hilfreicher sein als Musik?!
Barbara
für alle, die eine DVD von der Bach-Cantata-Pilgrimage 2000 mit der Dokumentation: BWV 248 Weihnachtsoratorium „Jauchzet frohlocket“ mit Sir J.E. Gardiner nicht besitzen, sind die ersten 6 Videos dazu bei YouTube abrufbar.
Zu meiner gesamten Playlist bei YouTube nachstehenden Link anklicken:
das Programm des Bach-Festivals in Arnstadt vom 19.3. bis zum 28.3.2010 und Thüringer Bachwoche 2010 stehen fest. Das Bach-Festival wird vom 26. März bis zum 18. April 2010 in Thüringen ausgerichtet. Veranstaltungsorte sind: Bachhaus und Taufkirche in Eisenach, der Traukirche in Dornheim, den frühen Wirkungsstätten in Mühlhausen, Arnstadt und Weimar sowie den Häusern der Vorfahren in Erfurt und Wechmar.
Ein kostenloser Tipp:
Karfreitag, 2. April 2010 Erfurt | Reglerkirche
17:00 Uhr
Johann Sebastian Bach Markuspassion BWV 247 Solisten Regler-Singschar Regler-Instrumentalkreis Johannes Häußler– Leitung
Eintritt frei.
Flyer: Thüringer Bachwochen 2010
Als «herausragend» ist das Eröffnungskonzert mit der Johannespassion BWV 245 mit der Cappella Amsterdam unter der Leitung von Franz Brüggen in Johann Sebastian Bachs Taufkirche (Georgenkirche) in Eisenach am 27. März 2010 um 19:30 Uhr anzusehen. Auftritte des französischen Pianisten David Fray am 10. April 2010, des Organisten Ton Koopman an der Trost-Orgel in Waltershausen am 15. April sowie der Blockflötistin und Echo-Klassik-Preisträgerin Dorothee Oberlinger in Arnstadt am 28. März 2010.
Der Ticketvorverkauf hat seit Montag, 7.12.2009 begonnen.
Weitere Vorverkaufsstellen:
Eintrittskarten sind erhältlich über alle Vorverkaufsstellen des
Ticketshops Thüringen und die Geschäftsstellen der Zeitungsgruppe
Thüringen sowie persönlich und telefonisch bei der
Tourist Information Thüringen
Willy-Brandt-Platz 1 | 99084 Erfurt | + 49 (0) 361 . 37 42-0
Hotline + 49 (0) 361 . 37 42-0 oder + 49 (0) 180 . 505 505 (0,14 €/Min)
Weiterhin sind Tickets in den Stadtinformationen der beteiligten
Städte erhältlich. Karten für die Führungen sind jeweils nur in der
Touristinformation der entsprechenden Stadt zu erwerben.
passend zu Weihnachten erscheint eine Neueinspielung vom amerikanischen Pianisten „Murray Perahia“ mit den Bach-Partitas Nr. 1 – 5- und 6. Perahia galt seit seinem 4. Lebensjahr als Wunderkind und gewann viele Preise. Vor allem die Aufnahme der Goldberg-Variationen von J.S. Bach wird als Referenz-Aufnahme angesehen. Er lebt jetzt in London und hatte oft Probleme mit seiner Entzündung am Daumen, weshalb er öfters seine Karriere unterbrechen musste.
Cover: Pianist Murray Perahia spielt Bach-Partitas 1_5_6
Die Kritiken zu seiner obigen Einspielung sind überwältigend:
Alle seine Einspielungen haben Referenzwert. Sie sind schlicht und ergreifend vorbildlich, durchsichtig elegant, intelligent spritzig und geistvoll, zugleich ausdrucksstark und voller Ruhe….. Perahia gelingt der Spagat zwischen tiefer geistiger Durchdringung der Kompositionen und lebendigem, warmherzigen Musikantentum auf ganz bemerkenswerte Weise…. Diese Einspielung besticht – genau wie ihr Vorgänger mit den Partiten 2 bis 4 – durch ein ungemein sensibles, ja aristokratisches Spiel, das sich in unaufdringlicher Weise voll und ganz dem Werk und den Intentionen des Komponisten unterordnet.
Mich begeistert sein einfühlsames Spiel, nichts wirkt aufgesetzt oder aufdringlich, es erklingt Traum-Klaviermusik von Bach die ich nur wärmstens empfehlen kann.
5.12. TV BR
20:15-23:25 Joseph Haydn: Il mondo della luna
Dramma giocoso in drei Akten
Ecclitico hat es auf Clarice abgesehen und Ernesto liebt deren Schwester Flaminia. Doch Buonafede, Vater der beiden jungen Damen und seinerseits Hobbyastronom, ist strikt gegen diese Verbindungen. Auch die wachsende Zuneigung seines Dieners Cecco gegenüber der Kammerzofe Lisetta beäugt er skeptisch, schließlich hegt er bezüglich Lisetta eigene Interessen. Doch die jungen Liebenden geben sich nicht geschlagen. Mit einer List gaukeln sie dem mondsüchtigen Buonafede vor, es habe ihn auf den Mond verschlagen. Weltraumforschung und Liebesfreuden vermengen sich im heimischen Garten zusehends zu einem aberwitzigen Verwirrspiel. Am Ende winkt eine Trippelhochzeit!
Interpret:
Es spielt das Orchester Concentus Musicus Wien; Leitung: Nikolaus Harnoncourt Darsteller:
Dietrich Henschel (Buonafede),
Bernard Richter (Ecclitico),
Vivica Genaux (Ernesto),
Christina Landshamer (Clarice),
Anja Nina Bahrmann (Flaminia),
Maite Beaumont (Lisetta),
Markus Schäfer (Cecco
BBC The Early Music Show
Giovanni Croce
Robert Hollingworth explores the life and work of Venetian composer Giovanni Croce
6.12. NDR
18-19 Nikolaus Harnoncourt (1/4) und an allen anderen Sonntagen im Dezember
Eine Sendereihe von Margarete Zander
Unzufrieden mit dem Alten:
der Dirigent Nikolaus Harnoncourt
Systematisch hat der Dirigent Nikolaus Harnoncourt sich durch die Musikgeschichte gearbeitet und dabei die Partituren vom Staub befreit. Seine Auffuhrungen wirkten schockierend, wie die Enthullung der Sixtinischen Kapelle nach der Restauration, als die Farben wieder ihre Leuchtkraft entfalteten. Und man hatte doch die Musik so herrlich im Ohr. Wolfgang Hildesheimer schrieb 1983 in seinen „Mitteilungen an Max“, wie er sich die Holle vorstelle: „Jeden Tag ein neunstundiges Passionsspiel. Dazwischen ein Tag Musik angesichts von Tulpen. … Vormittags die Moldau unter Karajan oder etwas auf Originalinstrumenten, handgebastelt und missgestimmt von Harnoncourt.“ Heute gelten die Erkenntnisse der Forschung von Nikolaus Harnoncourt und seiner musizierenden Kollegen als Basiswissen der Interpreten und das Spiel nach historischen Vorbildern ist eine Farbe der Interpretationsmoglichkeiten.
7.12.
HR2 und SR2
20-22:30 Euroradio-Saison 2009/2010: Geistliche Musik von Haydn
Julia Doyle, Sopran
Diane Moore, Mezzosopran
Andrew Kennedy, Tenor
Neal Davies, Bariton
BBC Singers
BBC Philharmonic
Leitung: Gianandrea Noseda
Sinfonie Nr. 90 C-Dur • Szene und Arie „Berenice che fai“ • Madrigal „Der Sturm“ • Te Deum • 12. Messe B-Dur „Theresien-Messe“
(Aufnahme der BBC vom 11. Juni 2009 aus der Bridgewater Hall in Manchester)
Euroradio feiert das Haydn-Jahr 2009 mit einer vierteiligen Konzertreihe, die die Hörerinnen und Hörer nach Manchester, Quebec, Graz und München führt. Vier geistliche Hauptwerke Haydns stehen dabei im Zentrum der Programme: die Theresienmesse, das Stabat Mater, die Harmoniemesse und die Schöpfungsmesse. Hauptwerk des ersten Haydn-Abends aus der Bridgewater-Hall in Manchester ist die Theresienmesse, die der Komponist im Sommer 1799 schrieb. Sie ist von seinen späten Messen die lyrischste und intimste. Den Sängern kommt in dieser Messe eine für Haydn außergewöhnlich große Rolle zu, sowohl für die Solisten als auch im eng miteinander verwobenen Quartett. Wie die Messe zu ihrem Beinamen kam, ist zwar nicht ganz geklärt, es wird aber vermutet, dass sie nach Kaiserin Maria Theresia benannt wurde, der Gemahlin von Kaiser Franz II., die bei einer Aufführung der Messe in der Wiener Hofkapelle die Solosopranpartie gesungen hat. Der Italiener Gianandrea Noseda leitet die BBC Singers und die BBC Philharmonic.
8.12. Deutschlandfunk 21-22:50 Musikforum
»Grundton D« 2009 – Konzert und Denkmalschutz für die östlichen Bundesländer (7)
Johann Sebastian Bach – wiederaufgefunden, wiederhergestellt …
»Alles mit Gott und nichts ohn’ ihn«. Sopranarie zum Geburtstag von Wilhelm Ernst von Sachsen- Weimar, BWV 1127
Konzert für Oboe, 2 Violinen, Viola und Basso continuo, rekonstruiert nach BWV 49, 169 und 1053
»Mein Herze schwimmt im Blut«. Kantate zum 11. Sonntag nach Trinitatis, BWV 199
Konzert für Oboe, Violino concertato, Violino ripieno, Viola und Basso continuo c-moll, rekonstruiert nach BWV 1060
Gabriele Hierdeis, Sopran
Stephen Hammer, Oboe
The Bach Ensemble New York
Leitung: Joshua Rifkin
Aufnahme vom 15.8.09 aus der Oberkirche in Arnstadt/ Thüringen
10.12. SWR2 15-16
für die, die diese Sendung vor einiger Zeit nicht gehört habe – ist ganz interessant SWR2 Thema Musik
Johann Sebastian Bachs Notenbibliothek – ein Puzzle
Von Elke Kamprad
Nicht nur die eigene Musik beschäftigte Johann Sebastian Bach. Im Laufe seines Lebens sammelte er eine eigene Notenbibliothek zusammen, mit Werken aus ganz Europa. Was waren das für Kompositionen, die Bach abschrieb und aufbewahrte? Welche Musikerkollegen hat er besonders geschätzt und aufgeführt? Das Musikfeature von Elke Kamprad berichtet über Bachs Sammeleifer, über die vielen Irrwege, die die Handschriften nach seinem Tod genommen haben, und das große Suchen und Puzzeln heute, in dem Bemühen, die private Notenbibliothek Bachs wieder zu rekonstruieren
@Iris hat mir ein Highlight für alle Freunde der Vokalmusik für OWL (Ostwestfalen-Lippe) genannt. Die „King’s Singers“ und die WDR-Bigband treten am 29. November 2009 um 17:00 Uhr – in der Auferstehungskirche in Bad Oeynhausen – auf.
Auferstehungskirche in Bad Oeynhausen
King's Singers aus England
Am Nachmittag des ersten Adventssonntags, am 29.11.2009 um 17.oo Uhr, sind zwei aktuelle „Grammy“ – Preisträger in Bad Oeynhausen zu Gast und gestalten in der Auferstehungskirche am Kurpark ein gemeinsames Konzert: unter der Leitung von Bill Dobbins bringen die „King’s Singers“ aus England und die „WDR Big Band Köln“ das bekannte Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach in einem neuen musikalischen Gewand zu Gehör.
„Jauchzet, frohlocket!“ Mit dieser unmissverständlichen Aufforderung beginnt ja dieser Klassiker festlicher Weihnachtsmusik. Das lassen sich „The King’s Singers“ aus England, die nach wie vor als das beste Vokalensemble der Welt gelten, und die „WDR Big Band Köln“, eine der führenden Jazzformationen überhaupt, nicht zwei Mal sagen – und bringen die Musik dieses Oratoriums ganz neu zum Klingen und Swingen: in einem etwa 90-minütigen Streifzug durch das monumentale Kantatenwerk werden Arien, Rezitative und Chöre harmonisch nachgewürzt, rhythmisch zugespitzt und auf groovende Bässe gesetzt – und das Ganze mit tiefem Respekt vor dem großen Komponisten Bach und den Inhalten seines großartigen Oratoriums.
Die Eintrittspreise sollen dabei jedenfalls kein Hindernis sein, denn sie sind für ein Konzert dieser Größenordnung ausgesprochen günstig: die Eintrittskarten kosten in der Platzkategorie I 22,oo € (für Schüler/innen, Auszubildende, Studierende und Erwerbslose ermäßigt: 17,00 €), in der Platzkategorie II 16,00 € (ermäßigt: 12,00 €). Die Karten sindab Montag, dem 2. November in folgenden Vorverkaufsstellen erhältlich: im Gemeindebüro der Altstadtgemeinde, im Kreiskirchenamt und der „Tourist-Info – Haus des Gastes“ in Bad Oeynhausen sowie im Kulturamt der Stadt Löhne und in der Buchhandlung „Regenwurm“ in Vlotho.
Für Interessierte, die außerhalb des Kirchenkreises Vlotho wohnen, besteht zudem die Möglichkeit des Kartenversandes (Infos dazu unter der Telefonnummer 05731/105301).
Dieses großartige Ereignis werden sich die Vokal-Freunde in OWL nicht entgehen lassen..!!
wer nach Königslutter im Kaiserdom das Gardiner-Konzert am 7. Mai 2010 um 20:00 Uhr mit der h-moll Messe von J.S. Bach – besuchen möchte, kann bereits Eintrittskarten erwerben. Die Buchung ist über einen Saalplan direkt möglich. Es gibt zwei Veranstalter, die Eintrittskarten ab s o f o r t vergeben. Des weiteren finden Gardiner-Konzerte in 2010 mit der Messe h-Moll, BWV 242 in Dortmund, Frankfurt und Leipzig statt.
Foto: Gardiner im Kaiserdom Königslutter – bei einer Probe…
————————————————
Radio-Tipp:
Der NDR-Kultur zeichnet das Konzert von Gardiner (J.S. Bach – h-moll-Messe) in Königslutter auf und sendet es an Himmelfahrt, 13.5.2010 um 20:00 Uhr.
————————————————
Wie bekannt, cm ticket.de (Konzertbüro Reimann in Berlin) mit moderateren Eintrittspreisen – aber ohne Saalplan-Buchung:
Mit dem Stand vom 10. Januar 2010 ist das Abschlusskonzert mit J.E. Gardiner (h-Moll-Messe) für den 20.6.2010 in der Thomaskirche Leipzig restlos ausverkauft…!!
dieser Tage wurde folgender Kommentar ins Forum gestellt:
Mir würde es gefallen, wenn wir wieder zu unseren Kantaten zurückkehren und eher nach positiven und heilenden Aspekten suchen. Wie vielen Leuten eröffnen Bach’s Kantaten neue Zugänge…..!!
Greife ich diesen Hinweis einmal auf und beginne mit den anstehenden Reformations-Kantaten.
Welche Kantaten sind dafür von J.S. Bach komponiert worden? Weiss es ein jeder auf Anhieb? Mir fällt spontan das BWV 80 „Ein feste Burg ist unser Gott“ – ein. Ein prächtiges monumentales Werk mit einem großartigen Eingangs-Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“. Eine eindeutige Zuordnung als ein Bachwerk – in der heutigen Aufführungspraxis – ist nur bedingt aussagefähig und zweifelhaft geblieben. Bach hat eine Erstfassung 1715 in Weimar – BWV 80a „Alles was von Gott geboren“ als Oculi-Kantate – komponiert und aus mangelnden Zeitgründen 1728 / 1731 in Leipzig überarbeitet als Kantate zum Reformationstag: „Ein feste Burg ist unser Gott“ . Man vermutet, dass Wilhelm Friedemann Bach nach dem Tode des Vaters in Halle a.d.Saale Änderungen an dem BWV 80 vorgenommen hat.
Foto: Der Kirchenturm der Schloss-Kirche Wittenberg mit dem Luther-Text: „Ein feste Burg ist unser Gott“ (Fotorechte: V. Hege)
Dazu ein passendes Foto mit Luthers 95 Thesen an der Kirchentür eingearbeitet
Schloss-Kirche Wittenberg. (Fotorechte: V. Hege)
Bei unserem Besuch 2008 von Wittenberg waren wir beeindruckt von dieser trutzigen Schlosskirche die ehemals zu einer Burg-Schloss-Anlage gehörte. Der in 1768 erneuerten Türflügel wurden zur Erinnerung an den Thesenanschlag 1858 ersetzt durch bronzene Türflügel mit dem Text der 95 Thesen Luthers und mit musizierenden Knaben auf den Türkämpfern.
Schon von weitem ist der beeindruckende Luther-Text am Turm der Schlosskirche zu sehen. Spontan fällt man in das Luther-Lied ein und erlebt einen bewegenden Moment. Wie mag Luther zumute gewesen sein, als er seine Thesen an die Schlosskirchen-Tür anbrachte, er war nicht am Zweifeln, dass es Unrecht war, was er tat. So sehe ich ebenfalls das Kantaten-Werk von Bach und werde immer wieder mit dieser Luther-Tat konfrontiert und eingenommen. Der Cantus firmus in höchster und tiefster Lage ist als Symbol der weltumspannenden Geltung dessen, was gesagt wird zu verstehen: Gottes Machtbereich umfasst den gesamten Kosmos. In Satz sieben ist besonders erwähnenswert die kämpferische Vertonung „Es bleibet unbesiegt und kann die Feinde schlagen“ und wirkt als ein fantastischer Kontrast zu den übrigen anmutigen Abschnitte in dem Duett für Alt und Tenor.
Aufgewühlt und beeindruckt bin ich immer von dem Schluss-Choral „Das Wort sie sollen lassen stahn“ – das lässt sich unmittelbar wunderbar auf die heutige Wirklichkeit der Finanzgebaren und Mauscheleien interpretieren, „lass fahren dahin, sie haben kein‘ Gewinn; das Reich muss uns doch bleiben.“
Es ist das erhebende Werk zum Reformationsfest für uns Protestanten, diese Eindringlichkeit der Worte und kraftvollen Musik kann sich keiner entziehen und verinnerlicht es in der Gewissheit – in der festen Burg wohl geborgen zu sein…..!!
Foto: Luther-Relief in der Schlosskirche Wittenberg (Foto: V. Hege)
——————————————-
Es gibt so hervorragende Einspielungen vom BWV 80, sicherlich ist für mich Gardiner einer der Favoriten, aber verstecken brauchen sich Suzuki, Koopman, Herreweghe, Rilling, Richter, Thomaner unter Rotzsch, Rifkin… etc. nicht, die Auswahl ist gewaltig und das ist das erfreuliche an diesem Bachwerk.
Etwas zu Unrecht im Abseits dazu steht die Bach-Kantate: BWV 79 „Der Herr ist Sonn und Schild“ die ebenfalls durch einen gewaltigen Eingangs-Choral sehr einprägsam imponiert.
Der Eröffnungssatz ist als eine Art feierlicher Aufzug gestaltet – ein bewegendes Bild aufmarschierender Lutheraner. Doch ihr Kampfgeist wirkt in keiner Weise grimmig und verbissen: Die 62-taktige Einleitung schafft eine Atmosphäre geselliger Freude und Gutmütigkeit. Die Fanfaren der hohen Hörner werden von einem beharrlichen Trommelschlag untermauert, der – mit ein bisschen Phantasie interpretiert – das Geräusch des Hammers nachahmt, mit dem Luther seine Thesen an die Eichentür auf der Rückseite der Kirche schlug.
Gardiner sagt dazu in seinem Reisetagebuch:
Gillies Whittaker, der Bachs Kirchenkantaten umfangreiche Analysen gewidmet und alle nach dem Ersten Weltkrieg über mehrere Jahre in Newcastle dirigiert hat, bekannte, er habe „selten eine so überirdische Glückseligkeit empfunden wie beim Dirigieren dieses herrlichen Chores“. Ich selbst erinnere mich, dass ich ungeheuer aufgewühlt war, als ich ihn 1972 dirigierte, aber dieses Mal, hier in Wittenberg, war seine Wirkung überwältigend.“
——————————————————————————————————-
Hörprobe: mp3 BWV 79 Gott der Herr ist Sonne und Schild“
Bei der kleinen dreisätzigen Kantate Nun danket alle Gott BWV 192 besteht die Gefahr, dass sie im Schatten der beiden riesigen Reformations-Kantaten (BWV 79 und 80) verkümmert. Mit ihrer bescheidenen Instrumentierung bietet sie jedoch einen reizvollen Kontrast, eine Möglichkeit, das Fest auf eine alternative und weniger bombastische Weise zu feiern….!!
————————————-
Alle oben genannten Kantaten sind in CD zwei von SDG 110 enthalten.
Ich bin gespannt auf weitere Wortmeldungen zu diesen einprägsamen Reformations-Kantaten und welcher Interpret mag euer Favorit sein, der diese Werke beispielhaft zu interpretieren weiss.
Als wir Dezember 1999 in Weimar unser Auftaktkonzert zu dieser außergewöhnlichen Reise gaben, wusste ich zugegebenermaßen noch nicht sehr viel von Bach und seiner Musik, und so wirkte sich die Erschließung seines Werks im wöchentlichen Rhythmus unmittelbar auf mein Leben aus. Der kirchliche Dienst war mir (zunächst als Tochter eines Vikars, später als Ehefrau eines Organisten) vertraut; entsprechende Faszination hatte es für mich, dem liturgischen Jahreslauf aus dem Blickwinkel des lutheranischen Kirchenmusikers und Thüringers, der Bach war, zu folgen.
Woche für Woche erhielten wir zusammen mit unseren Stimmen auch die Lesung für den betreffenden Sonntag sowie Informationen über den persönlichen Lebenskontext, in dem die betreffenden Kantaten jeweils entstanden waren. So erfuhren wir etwa, dass sich zu einer Zeit ein besonders versierter Trompeter in der Stadt aufhielt, ein anderes Mal hatte Bach gerade den Tod eines seiner Kinder zu verkraften. Als etwas Besonderes fühlte es sich an, in Gebäuden und Städten Musik zu machen, die Bach schon gesehen hatte, und unvergessen blieb unser erster Leipzig-Aufenthalt im Januar 2000, als wir zwei Kantaten aus dem Weihnachtsoratorium in der Nikolaikirche sangen, genau an jener Stelle, wo Teile hieraus erstmals erklungen waren.
Zum Zeitpunkt unserer Rückkehr nach Leipzig im Oktober hatte die Pilgrimage uns mittlerweile nach Eisenach geführt, wo Bach geboren und getauft wurde, nach Arnstadt, Halle, Mülhausen und schließlich Köthen, wo er als Kapellmeister wirkte. Beim Spazieren durch die Straßen Leipzigs erschien vor meinen Augen das Bild eines tüchtigen Kantors, wie er mit fliegender Robe von Kirche zu Kirche eilt, jemand, der einfach seinen Dienst verrichtet. Besonders ergriffen hat mich der Moment, in dem wir um das Grab des Meister versammelt den Sterbebettchoral sangen. In dem Maße, wie das Jahr voranschritt, wuchs auch unsere Vertrautheit mit der musikalischen Sprache Bachs, mit den Tücken und Freuden, die das Deutsche für uns Sänger bereithielt und mit der tiefen Spiritualität und Menschlichkeit dieses außergewöhnlichen Menschen.
für alle Fernsehzuschauer die eine ZDF-Live-Übertragung aus der Semperoper Dresden vom Sonntag 18.10.2009 nicht wahrnehmen konnten besteht die Möglichkeit, bis zum kommenden Sonntag, 25. Oktober 2009, in der ZDF-Mediathek diese Sendung nochmals per Internet aufrufen und ansehen zu können.
ZDF - Echo der Stars - Semperoper Dresden 2009
Blick in die Semperoper Dresden 2009
Ich war und bin immer noch begeistert von diesem Querschnitt aus der Musik-Kultur-Szene. Großartige Ensemble und hochrangige Gesangs- und Instrumental-Solisten prägten diese ZDF-Sendung, hautnah sind die Künstler zu erleben, der Ton ist exzellent und die Bildführung genial gelungen, die eineinhalb Stunden sind ein Erlebnis und vollendeter Kunstgenuss. Möchte es nur wärmstens empfehlen, Internet aufrufen, Link anklicken und sich der Musik hingeben – das ist pure Entspannung…!!
Einige Künstler des Abends:
Wolfgang Bauer-Trompete
Elina Garanca-Mezzosopran
Philippe Jaroussky-Countertenor
Pianist David Fray
Angaben zu der ZDF-Sendung „ECHO Klassik“
Die „Sänger des Jahres“ die lettische Mezzosopranistin Elina Garanca und der deutsche Bariton Christian Gerhaher führen das Feld der Preisträger, die in der Semperoper live aufgetreten sind. Als „Instrumentalisten des Jahres“ wurden ausgezeichnet: der französiche Pianist David Fray, die deutsche Geigerin Anne-Sophie Mutter, der französische Harfenist Xavier de Maistre und der deutsche Trompeter Wolfgang Bauer. Er trat gemeinsam mit dem „Kammermusikensemble des Jahres“ Sax Allemande auf. Das kubanische Quintett in der Besetzung mit der deutschen Flötistin Anette Maiburg, „Classica Cubana„ erhielt einen ECHO in der Kategorie „Klassik ohne Grenzen“, mit dem auch Christina Pluhar und L’Arpeggiata ausgezeichnet wurden.
Der französische Star-Countertenor Philippe Jaroussky begleitet ECHO-Preisträgerin Christina Pluhar.
Die spanische Sopranistin Nuria Rial wurde als „Nachwuchskünstlerin des Jahres“ geehrt, die argentinische Cellistin Sol Gabetta für die „Konzerteinspielung des Jahres“. Der spanische Startenor Plácido Domingo erhielt einen ECHO Klassik für sein Lebenswerk.
Vokalgruppen galten früher in der Konzertszene als ungewöhnlich, fast exotisch. Dass sich das geändert hat, beweist das Calmus Ensemble Leipzig. Für Ihre Einspielung „Lied: gut! – Die schönsten Volkslieder“ wird das fünfköpfige Ensemble von Anja Lipfert (Sopran), Sebastian Krause (Countertenor), Tobias Pöche (Tenor), Ludwig Böhme (Bariton) und Joe Roesler (Bass) mit einem ECHO belohnt.
Orchester des Jahres
Orchester des Abends ist die „Sächsische Staatskapelle Dresden“ unter der Leitung ihres Generalmusikdirektors Fabio Luisi, die außerdem mit einem ECHO Klassik als „Orchester des Jahres“ ausgezeichnet wurden.
Meine Gesangskarriere begann im Chor der Niederländischen Bachvereinigung. In der schönen Naarden-Vesting erlebte ich mit ihm meine erste Aufführung der Bach’schen Matthäuspassion als Chor-Alt. Die in der monumentalen Festungsstadt errichtete Grote Kerk mit dem Weihnamen St. Vitus bietet seit 1922 jeden Karfreitag die Kulisse für eine (abgesehen von einer zweistündigen Mittagspause ganztätig zelebrierte) Matthäuspassionsaufführung, zu der traditionell die niederländische Regierung vollzählig anwesend ist.
Die großartige Akustik und die wunderbar heitere Atmosphäre berührten mich tief und weckten in mir den Wunsch, eines Tages hier als Solistin zurückzukehren. Mit der Solokarriere kamen neue Träume; einer von ihnen war, unter John Eliot singen zu können, dessen Arbeit ich so sehr bewunderte. Wie glücklich ich war, als dieser mich zur Bach Cantata Pilgrimage einlud! Plötzlich war es so weit, ich sah mich in Naarden unter seinem inspirierenden Dirigat eine Bachkantate singen. Was für eine Erfahrung!
Die Interpretation von John Eliot fügte sich mit ihrer Tiefe, Intensität, Inspiration und ihrem Traditionsgeist so gut in die Schönheit der Kirche ein. Alles diente dem Text und der Musik. Und als sollte das noch nicht genug sein, erhielten wir für eine weitere Kantatenaufführung im Londoner St. Giles Cripplegate den Gramophone Record of the Year 2005 – für mich wurde ein Traum wahr.
Für die Freunde Bachscher Instrumentalmusik möchte ich auf die Übertragung eines Lifemitschnitts vom diesjährigen Schleswig-Holstein Musikfestival hinweisen. NDR-Kultur übertragt am Sonntag, den 25.10. ab 11 Uhr das Konzert aus der Konzertscheune Salzau, in dem an einem Abend alle großen Instrumentalkonzerte Bachs mit Violinbeteiligung zu hören waren (das ist wohl sehr selten in dieser Zusammenstellung). Es spielte das junge Festivalorchester unter der Leitung von Frank-Peter Zimmermann, der auch die meisten Soloparts übernahm. Zimmermann ist ja ein ausgezeichneter Bach-Kenner und Interpret. Wir konnten dem Konzert selbst beiwohnen und waren sowohl von Solisten als auch von der excellenten Begleitung des Orchesters begeistert, obwohl nicht auf Originalinstrumenten gespielt wurde. Einige Passagen der Violinkonzerte hatte ich (selbst Geiger und schon mit Laienorchestern diese Konzerte teilweise solistisch gespielt) so noch nie gehört.
NDR-Kultur ist über ASTRA 1H und 1L deutschlandweit zu empfangen.
Den Link zu einer Konzertkritik sowie die Ankündigung aus dem NDR Kultur Programmheft füge ich an.
Konzert d-Moll für 2 Violinen, Streicher und Basso continuo BWV 1043
Konzert d-Moll für Oboe, Violine, Streicher und Basso continuo BWV 1060 R
Violinkonzert E-Dur BWV 1042
Schleswig-Holstein Festival Kammerorchester
Violine und Ltg.: Frank Peter Zimmermann
Aufzeichnung vom 22. August 2009 in der Konzertscheune Salzau
Der Geiger Frank Peter Zimmermann, selbst einleidenschaftlicher Interpret von Johann Sebastian Bachs Violinwerken, erarbeitete in diesem Sommer mit den jungen Musikern des Schleswig-Holstein Festival Kammerorchesters Instrumentalkonzerte des Thomaskantors. Frank Peter Zimmermann leitete das von Musikern aus acht Nationen gebildete Orchester der Schleswig-Holstein Musik Festival-Akademie und war bei allen Werken des Abends als Solist zu hören. Er brillierte im Salzauer Konzert unter dem Motto„Barocke Temperamente“ mit den Bachschen Violinkonzerten E-Dur und a-Moll. Gemeinsam mit dem Oboisten Marc Lachat spielte er das aus dem Doppelkonzert für zwei Cembali BWV 1060 rekonstruierte Doppelkonzert für Violine und Oboe. Außerdem stand Frank Peter Zimmermann bei dem Doppelkonzert für zwei Violinen BWV 1043 mit seinem Sohn, dem jungen Geiger Serge Zimmermann, auf der Bühne. Frank Peter Zimmermann widmet sich neben seinen zahlreichen Orchesterengagements regelmäßig der Kammermusik und ist weltweit auf den großen Bühnen zu hören. Sein Sohn Serge Zimmermann hatte 2007 beim Kissinger Sommer sowie bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern bereits für Aufsehen gesorgt und trat mit dem Münchner Kammerorchester und dem Helsinki Philharmonic Orchestra wiederholte Male auf. Der Franzose Marc Lachat ist ein nicht weniger vielversprechender junger Musiker und zeichnet sich durch einen außergewöhnlich geschmeidigen und weichen, niemals näselnden Oboenton aus.