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Gotthold Schwarz erlebt seine Premiere als 17. Thomaskantor mit dem Weihnachtsoratorium – BWV 248 und dem Thomanerchor in Leipzig!


Gotthold Schwarz hat das Weihnachtsoratorium, BWV 248 mit den Thomanern schon öfter dirigiert, dennoch war es für ihn eine Premiere als 17. Thomaskantor nach J.S. Bach.

Lassen die Kantaten prachtvoll glänzen: Die Thomaner unter der Leitung von Thomaskantor Gotthold Schwarz. Foto: André Kempner

Lassen die Kantaten prachtvoll glänzen:
Die Thomaner unter der Leitung von Thomaskantor Gotthold Schwarz. Foto: André Kempner

Er hat das Weihnachtsoratorium, BWV 248 mit den Thomanern schon öfter dirigiert, dennoch war es für Gotthold Schwarz am Wochenende eine Premiere.

Drei Mal dirigierte er seine Thomaner in der restlos ausverkauften Leipziger Thomaskirche – als Thomaskantor. Mit ausgiebigem Beifall begleitet, teilweise euphorisch bejubelt wurden am Ende die Leistungen aller Beteiligten.

… Es ist eine Tradition, die jedes Jahr aufs Neue mit Leben gefüllt werden will – und eine, die sich aus einer Paradoxie speist. Denn nichts Anderes ist das Weihnachtsfest genau genommen. Hier der über die Dunkelheit triumphierende heidnische sol invictus, die unbesiegbare Sonne, dort das armselige Kind in der Krippe. „Näher, niedriger, heimlicher kann kein Blick in die Höhe umgebrochen werden“, hat Ernst Bloch in seinem Prinzip Hoffnung die Geburt im Stall interpretiert.

Von solchen inneren Spannungen legt in der abendländischen Weihnachtsmusik kein Werk wahrhaftiger klingend Zeugnis ab als Bachs Weihnachtsoratorium. Hier die schwärmerische Seele, die ihrer Erlösung im Göttlichen entgegenstrebt, dort die im Eingangschor vollzogene ekstatische Verherrlichung des in die Welt gekommenen Gottes mit den sprichwörtlich gewordenen Pauken und Trompeten. Eine mystische Schau mit Mitteln, wie nur die Musik sie bereitzustellen im Stande ist – und sich dabei herzlich wenig schert um theologische Spiegelfechtereien welcher Fraktion auch immer……..

Zum ganzen Artikel der LVZ nachstehend:

thomanerchor-dez-2016-wo-bwv-248

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Video: WO BWV 248

J.S. Bach Weihnachtsoratorium BWV 248 Teil 1 bis 3 und 6 Thomanerchor 2012 Leipzig, Thomaskirche.
Leitung: Georg Christoph Biller
Gewandhaus Orchester


Herzliche Grüße

Volker

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John Eliot Gardiner : im Interview mit DIE ZEIT „Diese Musik durchglüht mich“


Sir J.E. Gardiner

              Foto:  Sir J.E. Gardiner

John Eliot Gardiner

„Diese Musik durchglüht mich“

John Eliot Gardiner hat ein wunderbares Buch über Johann Sebastian Bach geschrieben. Ein Gespräch mit dem Dirigenten über seine Passion für den großen Komponisten. (J.S. Bach)

Interview: Wolfram Goertz

8. Dezember 2016 – DIE ZEIT Nr. 49 / 2016, 24. November 2016

INHALT

Seite 1 — „Diese Musik durchglüht mich“
Seite 2 — „Herr, das bin ich, mehr kann ich nicht“
Seite 3 — „Ohne ihn wäre es entsetzlich öde“

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DIE ZEIT: Sir John, haben Sie …

John Eliot Gardiner: … Entschuldigung, bevor Sie mich etwas fragen, möchte ich Sie etwas fragen. Hat Richard Barth das Buch gut aus dem Englischen übersetzt?

ZEIT: Sehr gut sogar. Fachlich präzise und doch unterhaltsam, gelegentlich sogar derb.

Gardiner: Aaah! Wunderbar. So sollte es sein.

ZEIT: Weil Bachs Musik für Sie zwar eine feste Burg ist, aber keine Bußübung?

Gardiner: Genau. Bachs Musik ist so lebensfroh. Dieser Mann war kein Griesgram und hat viel gelacht, wenn er sich auch oft geärgert hat. Und zugleich war er unglaublich fromm.

ZEIT: Bach, das sanguinische und doch gottesfürchtige Gemüt?

Gardiner: Diese beiden Pole sind ganz wichtig bei Bach.

ZEIT: Ihr Buch heißt im Untertitel: Musik für die Himmelsburg. Wann kam Ihnen die Idee, Bach in einem Buch als genialen Komponisten geistlicher Musik zu porträtieren?

Gardiner: Ich kreise ja schon mein ganzes Leben lang in der Umlaufbahn des Planeten Bach und habe viele, viele Eindrücke gesammelt, manche sehr scharf wie mit dem Fernrohr. Anderes erkennt man, wenn man sozusagen den großen Überblick hat. Im Jahr 2000 hat sich dann alles verdichtet.

ZEIT: Damals waren Sie mit Bachs Kantaten auf großer Wander- und Pilgerschaft.

Gardiner: Ja, ich habe in 60 europäischen Kirchen fast alle 200 Kirchenkantaten Bachs aufgeführt – in Leipzig und in London und Rom, sogar in Santiago de Compostela. Mit meinem Monteverdi Choir bin ich bis nach New York geflogen. Und irgendwann auf diesen Reisen reifte in mir die Idee, diese gewaltigen Erfahrungen mit meinem lebenslangen Hausheiligen in ein Buch zu gießen.

ZEIT: Musiker schreiben eher selten über Bach. Meistens sind es Musikwissenschaftler, für die auch Kleinigkeiten wichtig sind, wenn sie einen Klagebrief von Bachs Vater finden über die miserable Hygiene in Thüringen.

Gardiner: Vielleicht muss man für solch ein Buch tatsächlich Generalist sein. In jedem Fall sollte man viel Ahnung haben, wenn man Bachs Kirchenmusik aufführen will; ich habe mir etliches ja auch beibringen lassen. Der Thomaskantor braucht einen Allrounder, der viel von Darmsaiten und lutherischer Theologie, von ventillosen Trompeten und Wasserzeichen, von Orgelstimmungen und verminderten Septakkorden versteht.

ZEIT: Wissen Sie, wie oft Sie Bachs Werke schon aufgeführt haben, etwa die beiden Passionen, die h-Moll-Messe, die Motetten, das Weihnachtsoratorium?

Gardiner: Was ich wann wo dirigiert habe – ich weiß es nicht. Das liegt auch daran, dass es jedes Mal eine neue, fast jungfräuliche Aufführung ist, die mich begeistert. Ja, Bach enthusiasmiert mich in ungeheurem Maß. Dabei sind gerade auch die Kantaten wichtig. Sie ziehen sich ja wie ein Lebens- und vielleicht auch Schicksalsfaden durch Bachs musikalisches Schaffen. Und sie sind alle hinreißend.

ZEIT: Wie erklären Sie es sich, dass Bachs kompositorisches Niveau zu allen Zeiten – also von den frühen Kantaten in Mühlhausen um 1708 über die Weimarer Weihnachtskantaten von 1714 bis hin zu den späten Leipziger Werken in den 1740er Jahren – so unglaublich hoch war?

Gardiner: Es war sein Anspruch, er konnte nicht anders. Trotzdem merkt man, dass gute Texte – etwa als Libretti seiner Kantaten – Steilvorlagen für seine Inspiration waren.

ZEIT: War es da nicht bitter für Bach, dass die Zeitgenossen, vor allem in Leipzig, für seine Kunst keine Antennen hatten?

Gardiner: Wenn man sich anschaut, wer vor und wer nach Bach Thomaskantor in Leipzig war, kann man kaum glauben, dass der dortige Rat als Dienstvorgesetzter Ahnung von Kunst hatte. Bach war ja, als er 1723 in Leipzig anfing, auch gar nicht erste Wahl gewesen, sondern die vierte. Das haben sie ihn immer spüren lassen, man hat ihn getriezt, seine Arbeitsbedingungen fortwährend verschlechtert. Leipzig hat ihm das Blaue vom Himmel versprochen und nur wenig gehalten.

ZEIT: Glaubte Bach anfangs, in Leipzig seinen Traumjob gefunden zu haben?

Gardiner: Könnte sein. Gewiss waren andere Stellen in anderen Städten lukrativer, prominenter, leuchtender. Aber ihm ging es um die Kirchenmusik, er wollte sich und der Welt beweisen, wie man das herrlichste Gotteslob mit allen Mitteln der Kunst gestalten kann.

ZEIT: Deshalb dieses von niemandem bestellte Engagement für die Kantaten?

Gardiner: Unbedingt. In seinen ersten Leipziger Jahren hat Bach Woche für Woche eine Kantate komponiert, ohne Pause, bei Fieber und Nackenschmerzen, mit plärrenden Kindern im Rücken. Seine Wohnung grenzte mit ihren dünnen Wänden ja direkt an den großen Schlafsaal der Thomasschule mit Horden von Halbwüchsigen.

ZEIT: Waren diese 55 Thomaner-Jungs mit manchen Werken Bachs wegen deren unerhörtem Komplexitätsgrad nicht überfordert?………..

weiter zum ganzen Interview in DIE ZEIT..!!


Zur Buchveröffentlichung von J.E. Gardiner !

Eine Bach-Biografie von John Eliot Gardiner – 
Große Bereicherung
Buchkritik vom 5.10.2016

Seit mehr als 40 Jahren zählt Sir John Eliot Gardiner zu den führenden Bach-Interpreten. Mit seinem Monteverdi Choir hat er weltweit konzertiert und erregte im Bach-Jahr 2000 großes Aufsehen mit seiner „Bach-Pilgerreise“, als er sämtliche 198 Kirchenkantaten Bachs in 59 Konzerten innerhalb eines Jahres aufführte. Parallel zu dieser praktischen Beschäftigung mit Bachs Kompositionen hat sich Gardiner immer auch für den Kontext der Musik interessiert: Er studierte die Autografe, las zeitgenössische Quellen und beobachtete die neuesten Forschungsergebnisse. Seine Erkenntnisse über Johann Sebastian Bach hat Gardiner nun in einem opulenten Buch zusammengefasst. Vor drei Jahren erschien die englische Erstausgabe, nun liegt die deutsche Übersetzung vor, unter dem Titel „Musik für die Himmelsburg“.

Buch-Cover Bach

BUCHVERÖFFENTLICHUNG in Deutsch: John Eliot Gardiner BACH.

„Musik für die Himmelsburg“

über Amazon:
Preis:
34,00 €
Link zur Buchbestellung bei Amazon
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Das Buch beginnt mit einer kleinen Provokation: John Eliot Gardiner schreibt über Bach, er sei zwar als Musiker unbestritten ein Genie gewesen, als Mensch aber nur sehr schwer zu fassen. Die spärlichen Dokumente, die über Bach erhalten sind, zeichnen eher das Bild einer enttäuschend durchschnittlichen Person. – Für seine Annäherung an Bach wählt Gardiner daher eine andere, viel näherliegende Quelle: die Musik selbst. Sie ist für Gardiner die Essenz, aus der sich die vielschichtigen Charakterzüge des Thomaskantors erschließen.

„Musik für die Himmelsburg“ – so hat John Eliot Gardiner sein Buch überschrieben und möchte diesen Titel doppeldeutig verstanden wissen: zum einen als realen Ort – „Himmelsburg“ nannte man die extrem hohe Weimarer Schlosskapelle, in der Bach seine ersten Kantaten-Serien aufführte. Zum anderen steht „Himmelsburg“ aber auch als Metapher für alle religiös inspirierte Musik Bachs, mit der Gardiner durch die jahrzehntelange praktische Erfahrung genauestens vertraut ist. Knapp die Hälfte des Bandes enthält denn auch Betrachtungen der geistlichen Kantaten, Motetten, Passionen und Messen von Bach.

Dem Autor gelingt hierbei eine eindrucksvolle Synthese: Er schreibt weder anstrengende wissenschaftliche Analysen noch pathetische Exegesen. Stattdessen erhält der Leser eine schlüssige Gesamtschau über das Vokalschaffen Bachs: Gardiner benennt musikalische Höhepunkte, deckt Querbezüge zwischen den Werken auf und stellt Überlegungen zu Bachs Arbeitsweise und Intentionen an. Gardiners Sprache ist hier so plastisch, dass er keine Notenbeispiele zur Unterstützung benötigt; und noch mehr: Seine Ausführungen etwa zu Bachs erstem Leipziger Kantaten-Jahrgang gleichen einer spannenden Geschichte von einem hochmotivierten Kantor, der austestet, wie seine Musik im Laufe des Kirchenjahres auf die Zuhörer wirkt, dabei aber auch unter unglaublichem Zeitdruck steht und sich mit vielen Unwägsamkeiten auseinandersetzen. – Gardiner weiß, wovon er schreibt, und fügt immer wieder geschickt eigene Interpretationserfahrungen ein.

Abseits der Werkbetrachtungen widmet sich Gardiner dem Kontext der Musik. Gleich zu Beginn schildert er seine ganz persönliche Beziehung zu Bach, die schon in frühester Kindheit mit dem Singen von Chorälen begann und über die Gründung des Monteverdi Choir bis hin zur Aufführung sämtlicher Kirchenkantaten führte. Weiterhin zeichnet Gardiner ein faktenreiches Bild von Bachs Lebensumständen in der mitteldeutschen Region an der Schwelle zur Aufklärung und wirft einen Blick auf Bachs komponierende Vorfahren. Ebenfalls sehr originell ist Gardiners Idee, den Werdegang Bachs mit fünf nahezu gleichaltrigen Komponisten zu vergleichen. Händel, Mattheson, Rameau, Telemann und Domenico Scarlatti sind die Auserwählten, deren jeweilige Stärken der Autor treffend hervorhebt. Schließlich nimmt Gardiner auch noch den Starrkopf Bach unter die Lupe, der sich häufig mit Vorgesetzten anlegte und danach beim Musizieren mit seinem Collegium musicum im Café Zimmermann entspannte.

John Eliot Gardiners Buch „Musik für die Himmelsburg“ ist in der Fülle der Bach-Literatur eine große Bereicherung. Der Fokus liegt hier nicht auf einer vollständigen Chronologie oder Werkdarstellung. So finden sich kaum Hinweise etwa auf Bachs Köthener Zeit, auf seine Claviermusik oder seine Orgelwerke. Umso stärker aber werden die Vokalkompositionen beleuchtet und als Kronzeugen für eine Darstellung des Menschen Bach verwendet. Der erscheint beim Lesen immer deutlicher als tief religiös und verwurzelt im mitteldeutschen Luthertum, voller musikalischer Ideen und Eingebungen, aber auch als ehrgeizig und unnachgiebig, kurz: als musikalisch vollkommen und menschlich sympathisch unvollkommen.

Die knapp 700 Seiten sind stets profund, aber doch angenehm leichtfüßig geschrieben. Immer wieder finden Gardiner und sein Übersetzer Richard Barth passende Metaphern, wenn etwa Bachs Arbeitsweise mit der Weitsichtigkeit eines Schachgroßmeisters oder die Betriebsamkeit der ersten Leipziger Jahre mit der hektischen Arbeit an einem Filmset verglichen werden. – Dank Gardiners Bach-Buch kann man dem oft rätselhaften Johann Sebastian Bach wieder ein Stückchen näher kommen.

Buchkritik vom 5.10.2016 aus der Sendung „SWR2 Cluster“

ALL OF BACH veröffentlichte das BWV 191 „GLORIA IN EXCELSIS DEO“


Liebe Bachfreunde!

ALL OF BACH hat heute, am Freitag, 09. Dezember 2016, eine wunderschöne Kantate zu Weihnachten veröffentlicht. BWV 191 „Gloria in Excelsis Deo.

BWV 191 "Gloria in Excelsis Deo.

BWV 191 „Gloria in Excelsis Deo.

                  Link zum Video:    http://allofbach.com/en/bwv/bwv-191/

J. S. Bach Kantate BWV 191 „GLORIA IN EXCELSIS DEO“

Gloria in excelsis Deo („Ehre sei Gott in der Höhe“) (BWV 191) ist eine Festmusik von Johann Sebastian Bach. Er komponierte die Weihnachtskantate 1742 in Leipzig. Er bearbeitete dabei Musik, die er 1733 in einem Gloria für den Dresdner Hof komponiert hatte und die er später als Gloria seiner h-Moll-Messe verwendete.

Bach komponierte die Musik zur Umrahmung einer akademischen Rede bei einer Universitätsfeier, die am 1. Weihnachtsfeiertag 1742 in der Paulinerkirche stattfand. Er bearbeitete dabei Musik, die er 1733 in Kyrie und Gloria für den Dresdner Hof komponiert hatte und die er später seiner h-Moll-Messe eingliederte. Sie ist einzigartig unter seinen Kantaten, weil sie aus vorgenanntem Zusammenhang in lateinischer Sprache abgefasst und für fünfstimmigen Chor gesetzt ist. Zudem ist sie mit einer Aufführungsdauer von nur etwa 15 Minuten wesentlich kürzer als vergleichbare Werke. Die Kantate bezieht sich auf den in der Festrede behandelten Bibelabschnitt aus der Weihnachtsgeschichte des Evangelisten Lukas (Lk 2,14 

Die Kantate ist festlich besetzt mit zwei Vokalsolisten (Sopran und Tenor), fünfstimmigem Chor mit zwei Sopranstimmen, drei Trompeten, Pauken, zwei flauto traverso, zwei Oboen, zwei Violinen, Viola und Basso continuo. Das autographe Titelblatt trägt die Aufschrift „J.J. Festo Nativit: Xsti. Gloria in excelsis Deo. à 5 Voci. 3 Trombe Tymp. 2 Trav 2 Hautb. 2 Violini Viola e Cont. Di J.S.B.“.

1. Coro: Gloria in excelsis Deo

post orationem (nach der Predigt)
2. Duetto (soprano, tenor): Gloria Patri et Filio et Spiritui sancto
3. Coro: Sicut erat in principio
Der erste Satz (Gloria) stimmt fast vollständig mit dem entsprechenden Satz der Messkomposition überein, während der zweite und dritte Satz eng an ihr Vorbild angelehnt sind. Die Doxologie beginnt mit dem Duett Gloria Patri et Filio et Spiritui sancto, das Bach aus dem Domine Deus der Messe entwickelte, der Schlusschor Sicut erat in principio beruht auf Cum sancto spiritu. Einzelne Stimmen, zum Beispiel der fugierte Teil Sicut erat in principio, sind in der Kantate von Instrumenten verstärkt. Bach übernahm diese Änderungen jedoch nicht in die gültige Abschrift der h-Moll-Messe, und überließ es damit der Spekulation, ob er sie als Verbesserungen ansah.

EXTREM FLEXIBEL
Bach scheute nicht, seine eigenen Notizen wiederzuverwenden und tat es auf eine Vielzahl von Wegen.

Leipzig hatte Glück. Diese festliche Gloria war tatsächlich Teil einer kurzen Messe, die Bach dem Kurfürsten von Dresden als Geschenk präsentierte. So war die Musik nicht für Leipzig gedacht und sollte dort nicht aufgeführt werden. Schade, und vielleicht dachte Bach das auch. Wir wissen nicht genau, warum und wann er die Gloria aus der Masse als Kantate umschrieb. Es ist bemerkenswert, daß Bach auch für sein Leipziger Arrangement einen lateinischen Text gebrauchte, da die lateinische Kirchenmusik auch am Weihnachtstag nicht in Leipzig üblich war. Aber offenbar fand sich ein Anlass, und Leipzig konnte so Weihnachtsmusik im königlichen Stil genießen. Das Stück ist für fünf Teile geschrieben, wie es in Dresden üblich war. Die Instrumentierung ist auch real – eine Vielzahl von Farben wurden dem Orchester hinzugefügt: Oboe, Flöten und Fagott, sowie Trompeten und Pauken.

Es ist interessant zu sehen, wie kreativ Bach sich mit seiner eigenen Komposition beschäftigt. Die Worte und die Musik des ersten Satzes sind fast genau die gleichen wie die der Masse. So passt es wie ein Handschuh. Der Gesang der tanzenden Engel ist himmlisch, und im „Et in terra pax“ kommen wir friedlich zur Erde.

Im Duo für Tenor und Sopran, obwohl er seine eigenen Notizen kopierte, stellte Bach ihnen neue Worte. Anstatt die „Domine Deus“, die in der Gloria einer Masse folgt, hören wir „Gloria Patri“ – der Beginn der Doxologie; Eine Formel, mit der Psalmen abgerundet werden. Er schob den zweiten Teil des Duetts aus.

Bach hatte viel strengere Arbeit im dritten Satz und ersetzte den ursprünglichen ‚Cum Sancto Spiritu in Gloria Dei Patris, amen‘ mit ‚Sicut erat in principio et nunc et semper et in secula seculorum, amen‘. Da dies zu viele Silben hatte, fügte Bach zusätzliche sechs Balken Musik hinzu. Er gab auch den Flöten ein viel unabhängigeres Teil, sowie andere Änderungen an der Instrumentierung.

Unbewusst gab Bach so eine Art Demonstration, wie flexibel er mit seinen eigenen Partituren umgehen konnte. Er scheute nicht, seine eigenen Notizen wiederzuverwenden. Manchmal hätte ihm dies – wie im ersten Satz hier – Zeit gelassen, aber der dritte Satz hätte ihn vielleicht mehr Energie beim Umschreiben der vorhandenen Musik auf die neuen Worte gekostet.


Ausführende: 

RELEASE DATE 9 December 2016
RECORDING DATE 17 December 2015
LOCATION Grote Kerk, Naarden
CONDUCTOR Jos van Veldhoven
SOPRANO I Maria Keohane
SOPRANO II Michaela Riener
ALTO Alex Potter
TENOR Charles Daniels
BASS Matthias Winckhler
RIPIENO SOPRANO I Lucie Chartin, Marijke van der Harst
RIPIENO SOPRANO II Marie Heeschen
RIPIENO ALTO Elsbeth Gerritsen
RIPIENO TENOR Yves van Handenhove, Immo Schröder
RIPIENO BAS Michiel Meijer, Jelle Draijer
VIOLIN 1 Shunske Sato, Annelies van der Vegt, Anneke van Haaften, Lidewij van der Voort
VIOLIN 2 Sayuri Yamagata, Anneke van Haaften, Paulien Kostense
VIOLA Staas Swierstra, Jan Willem Vis
CELLO Lucia Swarts, Richte van der Meer
VIOLONE Robert Franenberg
TRAVERSO 1 Frank Theuns
TRAVERSO 2 Doretthe Janssens
OBOE 1 Martin Stadler
OBOE 2 Peter Frankenberg
TRUMPET 1 Robert Vanryne
TRUMPET 2 Stephen Keavy
TRUMPET 3 Mark Geelen
TIMPANI Luuk Nagtegaal
HARPSICHORD Siebe Henstra
ORGAN Pieter-Jan Belder

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Ich wünsche allen Bachfreunden viel Freude mit diesem Video und einen schönen 3. Advent.

Grüße sommerk

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Kantatengottesdienst mit dem Herforder Münsterchor am Sonntag, 27.11.2016 – BWV 186a „Ärgre dich, o Seele, nicht“


Kantatengottesdienst des Herforder Münsterchors

Mit sicherer Hand: Münsterkantor Stefan Kagl leitet das philharmonische Bachorchester und den Münsterchor. Foto: © Tenta

Mit sicherer Hand: Münsterkantor Stefan Kagl leitet das philharmonische Bachorchester und den Münsterchor. Foto: © Tenta

Julia Borchert trat als Solistin auf !

Herford. Vor genau 300 Jahren komponierte Johann Sebastian Bach die Adventskantate BWV 186aÄrgre dich, o Seele, nicht“ über einen Text von Salomon Franck. In seiner Zeit als Thomaskantor hat Bach dieses Werk noch erweitert. Münsterkantor Stefan Kagl hat sich, zusammen mit dem Herforder Münsterchor, der seltener zu hörenden Urfassung dieses Werks angenommen.

Für die vier Soloarien konnten vier exzellente Solisten gewonnen werden. Dieter Goffing überzeugte mit seiner Bass-Arie, schlicht aber eindringlich begleitet von tiefen Instrumenten. Besondere Freude bereitete die Gelegenheit, Julia Borchert in Herford erneut hören zu können. Die heute deutschlandweit gefragte Sopranistin hatte als Schülerin in Herford erste kirchenmusikalische Erfahrungen gewonnen. Ihr Mitwirken bei dieser Aufführung war auch als Dank an ihre damalige Chorleiterin, Annette Lindenkamp zu verstehen, der mit diesem Festgottesdienst für ihr jahrzehntelanges Engagement für das Musikleben in Herford gedankt wurde (die NW berichtete).

 

Stefan Kagl führte den Münsterchor und das philharmonische Bachorchester mit sicherer Hand durch die anspruchsvolle Komposition. Der Chor schien schwerelos zu singen, getragen von einfühlsamen, kompetenten Instrumentalisten.

Pfarrer Hans-Detlef Hoffmann ging in seiner anschließenden Predigt auf die zuvor gehörte Kantate ein. Mit theologischer Gelehrsamkeit und musikalischer Sachkenntnis wurde Bachs selten gehörtes Werk noch einmal lebendig gemacht. Manche Gottesdienstbesucher haben sich sicher im Anschluss gewünscht die Kantate ein zweites Mal, mit neu gewonnener Erkenntnis erleben zu können.

Münsterkantor Stefan Kagl war an diesem Sonntag nicht nur als Dirigent, sondern auch als Organist zu erleben. Als Begleiter der Kirchenlieder begnügt er sich nicht damit die Gemeinde hinter sich her zu ziehen, sondern nützt diese Aufgabe zur kreativen Gestaltung. Mit dem von ihm vorgetragenen Orgelnachspiel von Heathcote Statham, konnte ein in Deutschland selten zu hörender Komponist entdeckt werden. Während Stathams Orgelspiel war 1938 die Orgel der Norwich Kathedrale in Flammen geraten. Kagls Interpretation der Fantasie über „Veni Emmanuel“ war hingegen, gottlob „nur“ herzerwärmend.

Copyright © Neue Westfälische 2016

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Zum Video: J.S. Bach Adventskantate BWV 186a „Ärgre dich, o Seele, nicht“

J.S. Bach – Kantate BWV186a „Ärgere dich, o Seele, nicht“ (Musik verschollen)

Eine Rekonstruktion der Kantate wurde 1963 von Diethard Hellmann veröffentlicht.

Besetzung Soli: S A T B, Coro: S A T B, Oboe I/II, Taille, Fagotto, Violino I/II:, Viola, Continuo
Entstehungszeit: 1716 Weimar
Text: Salomo Franck 1717
Bemerkungen: Musik verschollen aber in wesentlichen Teilen in BWV 186 erhalten.
Anlass: 3. Adventssonntag

1. Coro Oboe I/II, Taille, Fagotto, Violino I/II, Viola, Continuo

Ärgre dich, o Seele, nicht,
Dass das allerhöchste Licht,
Gottes Glanz und Ebenbild,
Sich in Knechtsgestalt verhüllt.
Ärgre dich, o Seele, nicht!

2. Aria B Continuo

Bist du, der da kommen soll,
Seelenfreund im Kirchengarten?
Mein Gemüt ist zweifelsvoll,
Soll ich eines andern warten?
Doch, o Seele, zweifle nicht.
Lass Vernunft dich nicht verstricken,
Deinen Schild, o Jakobs Licht,
Kannst du in der Schrift erblicken!

3. Aria T Viola, Continuo

Messias lässt sich merken
Aus seinen Gnadenwerken,
Unreine werden rein.
Die geistlich Lahme gehen,
Die geistlich Blinde sehen
Den hellen Gnadenschein.

4. Aria S Violino I/II, Continuo

Die Armen will der Herr umarmen
Mit Gnaden hier und dort!
Er schenket ihnen aus Erbarmen
Den höchsten Schatz, des Lebens Wort!

5. Aria S A Oboe I/II, Violino I/II, Viola, Continuo

Lass, Seele, kein Leiden
Von Jesu dich scheiden,
Sei, Seele, getreu!
Dir bleibet die Krone
Aus Gnaden zu Lohne,
Wenn du von Banden des Leibes nun frei.

6. Choral Oboe I/II, Violino I/II, Viola, Fagotto, Continuo

Darum, ob ich schon dulde
Hie Widerwärtigkeit,
Wie ich auch wohl verschulde,
Kommt doch die Ewigkeit,
Ist aller Freuden voll,
Dieselb ohn einigs Ende,
Dieweil ich Christum kennt,
Mir widerfahren soll.
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Die Kantate basiert auf einem Kantatentext von Salomo Franck für den Dritten Adventssonntag, der 1717 in den Evangelischen Sonn- und Fest-Tages-Andachten erschienen ist. Seine Texte enthalten die Sätze 1, 3, 5, 8, 10 des späteren Werkes und einen anderen Schlusschoral von Ludwig Helmbold. J.S. Bach komponierte die Musik, BWV 186a, 1716 in Weimar, wo sie zum ersten Mal am 13. Dezember 1716 aufgeführt wurde.

Ensemble: Ton Koopman

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Herzliche Adventgrüße

Volker

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Neu von ALL OF BACH – veröffentlicht am 02.12.2016 – Motette BWV 228 „Fürchte dich nicht“


ALL OF BACH – veröffentlicht am 02.12.2016 – Motette BWV 228 „Fürchte dich nicht“

„Fürchte dich nicht“, BWV 228, ist eine Motette für eine Beerdigung von Johann Sebastian Bach, Satz für Doppelchor. Die Arbeit in zwei Sätzen zieht ihren Text aus dem Buch Jesaja und eine Hymne von Paul Gerhardt. Gelehrte sind nicht einverstanden über die Kompositionszeit und den Ort, der traditionsgemäß 1726 in Leipzig geglaubt wurde, während die neuere Stipendium aus stilistischen Gründen nahelegt, dass sie bereits in der Weimarer Zeit komponiert wurde.

Bach komponierte die Arbeit für eine Beerdigung. Seine Motetten wurden in der Tradition der Evangelienmotetten des 17. Jahrhunderts von Komponisten wie Melchior Franck, Melchior Vulpius und Heinrich Schütz geschrieben. Als er seine Motetten, Werke ohne zeitgenössische Poesie und ohne eigenständiges Orchester komponierte, war das Genre schon aus der Mode gekommen. Allerdings gab es offensichtlich eine Nachfrage nach solchen Arbeiten bei Beerdigungen, eine Zeremonie, für die mindestens einige von Bachs anderen Motetten geschrieben wurden.

Da die Originalpartitur nicht überlebt hat, kann die Arbeit nicht mit Sicherheit datiert werden. Traditionsgemäß glaubten die Gelehrten, dass Bach für eine Beerdigung in Leipzig im Jahre 1726 komponiert. Stilistischer Vergleich mit anderen Arbeiten wie Ich lasse dich nicht, BWV Anh. 159, schlägt vor, dass Bach es bereits in seiner Weimarer Zeit (1708-1717) schrieb.

Der Text enthält keine zeitgenössische Poesie, wie viele seiner Kantaten und Leidenschaften, sondern rein biblische Zitate und Choral, wie in anderen Motetten von Bach und seinen Modellen. Der Text besteht aus zwei Versen von Jesaja 41:10 und Jesaja 43: 1, die beide mit „Fürchte dich nicht“ beginnen. Der zweite Vers wird mit zwei Strophen von Paul Gerhardts Hymne „Warum sollt ich mich denn Grämen“ kombiniert.  Bach kennt eine Motette des ersten Verses von Jesaja, komponiert von Johann Christoph Bach.

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DAS KANN ICH BESSER !

Motette BWV 228 „Fürchte dich nicht“

Überprüft Bach hier seinen Schwiegervater?

Es wäre natürlich schön, wenn wir bestätigen könnten, dass Bach diese Motette 1726 zur Beerdigung der Frau von Stadthauptmann Winckler komponierte. Dann könnte diese Arbeit für den Doppelchor zu den anderen Motetten hinzugefügt werden, die Bach in Leipzig komponierte, oft auf Provision von Privatpersonen. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass Fürchtes nicht viel früher geschrieben wurde. Es hat eine starke Ähnlichkeit mit einer anderen Motette von Bach, Ich lasse dich nicht, BWV Anh159, die von 1712-13 datiert.

Darüber hinaus zeigt die Struktur von Fürchte dich nicht starke Ähnlichkeiten mit einer Motette von Johann Michael Bach, dem Vater von Bachs erster Frau und dem führenden Motettspezialisten seiner Zeit. Seine Weihnachts-Motette für den Doppelchor mit dem Titel Fürchtet euch nicht ist in zwei Teile geteilt, genau wie Bachs „Fürchte dich nicht“. Jedes Stück öffnet sich mit Doppelchor und mit einem Text aus der Bibel. Auf halbem Weg durch beide Motetten kommen die Chöre zusammen, woraufhin die Sopranistin in einen ganz anderen Text wechselt und auf einer fugenartigen Basis schwingt, die über die drei unteren Stimmen verteilt ist und die biblischen Worte fortsetzt.

Der große Unterschied ist, dass Johann Michael in seiner ruhigen Motette (die Worte zu den Hirten, die aus dem Lukasevangelium entnommen sind: „Fürchte dich nicht, denn ich bringe große Liebesbriefe mitbringe“), Johann Michael verbindet die jubelnde Weihnachtsbotschaft mit dem ebenso fröhlichen lutherischen Choral ‚Gelobet seist du, Jesu Christ‘. Johann Sebastian hingegen entscheidet sich für eine viel größere Komplexität in seinem Fürchtigen nicht. Im biblischen Text, genommen von Jesaja, betont er die Zweifel und Ängste der Gläubigen. Demgegenüber stehen die tröstlichen Worte von Paul Gerhardts Chor „Warum solt ich mich denn grämen“, gesungen von der Sopranistin, noch stärker heraus.

Ende 1707 heiratete Bach Johann Michael Bachs Tochter Maria Barbara. In dieser Zeit war er immer noch stark geleitet von dem, was seine Vorgänger geschrieben hatten – vorzugsweise versuchen, sie mit einem kompositorischen Meisterwerk zu schachteln. Natürlich können wir es nicht genau wissen, aber es wäre genauso wie der junge Bach, eine wunderbare Motette als etwas zweifelhaftes Tribut an seinen neuen Schwiegervater zu schreiben.

Motetten, BWV 225-231, 118 und Anh. 159
Kantaten waren Bachs tägliches Brot und ein regelmäßiger Teil seiner wöchentlichen Aufgaben als Kantor von St. Thomas. Seine Motetten waren ganz anders. Abgesehen von der Kantate wurde in Leipzig kaum neue Musik gespielt (Musik wurde stattdessen aus der Motettsammlung Florilegium Portense ausgewählt). Dies gab Bach Raum für schriftliche Auftragsarbeiten für private Anlässe, oft Beerdigungen. Leider sind vermutlich Dutzende dieser Arbeiten verloren gegangen. Die Stücke, die überlebt haben, blieben im Repertoire seit ihrer Komposition im Gegensatz zu Bachs anderen Vokalwerken.

Die überlebenden authentischen Motetten – neun Werke, obwohl die Forschung weiter – bauen auf ein Genre mit einem beeindruckenden Pedigree. Vor dem Hintergrund der strengen Renaissance-Polyphonie entlehnte die Generation von Schütz (1585-1672) Elemente der opulenten, polychoristischen Werke von Giovanni Gabrieli und gab ihnen eine mitteldeutsche, lutherische Torsion. Auch im Fall Bachs konzentrierte sich der Inhalt auf Choräle und biblische Passagen, wobei der weltliche Madrigalismus (oder einfach: Darstellung der Worte) nur dazu dienen sollte, den Ausdruck des religiösen Genres zu verstärken.

(Text: ALL OF BACH)

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Video: Motette BWV 228 „Fürchte dich nicht“

all-of-bach-bwv-228

Zum Anhören in das Foto oder diesen Text anklicken! 


Ich wünsche allen eine schönen 2. Advent!

Grüße sommerk

Konzert-Termine 2016 in Deutschland – J.S. Bach Weihnachtsoratorium – Link-Angaben und Eintrittskarten-Online!


WeihnachtsoratoriumLiebe Bachfreunde(innen)

Wer in Deutschland einen Termin in 2016 für das Weihnachtsoratorium von J. S. Bach sucht, kann unter dem nachstehenden Link exzellente Angaben mit Eintrittskarten bekommen.

J.S.Bach – Weihnachtsoratorium
TICKETS, KONZERTKARTEN & EINTRITTSKARTEN
J.S.Bach – Weihnachtsoratorium Tickets jetzt im Vorverkauf sichern. Karten für Johann Sebastian Bach – Weihnachtsoratorium Termine live für 2016/Anfang 2017.

Eine sofortige Gesamt-Darstellung der Termine ist für Deutschland vorhanden.

Einige Angaben  werden von reservix angeboten..!!

Link: zu reservix


Angaben teilweise von reservix für Ostwestfalen-Lippe 

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                                           ab 10,00 €  Tickets – Online

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Zweites Konzert in Lemgo

Lemgo:  Sa. 14.01.2017 um 18:00 Uhr

Johann Sebastian Bach: Weihnachtsoratorium 4-6 – Kantaten 4 bis 6 – Leitung: KMD Friedemann Engelbert


440px-herforder_muenster_turm_imgp2599_wpHerford:  J.S. Bach: WEIHNACHTSORATORIUM Münsterkirche Herford

18. Dezember 2016 um 19:00 – 20:30 Uhr

Eintritt: 13 € – 25 €

Kantaten 1, 4 – 6

Katharina Leyhe, Sopran; Eike Tiedemann, Alt

                                                 Christoph Rösel, Tenor; Roland Hartmann, Bass

                           Kinderchöre am Herforder Münster,

                         Herforder Münsterchor, Orchester „La Réjouissance“, Leitung: Stefan Kagl

                        Kategorie B (auch im Vorverkauf, Restkarten an der Abendkasse):

Eintritt: Euro 13,– 20,– 25,– (Ermäßigung für Schüler/Studenten / Schwerbeh. um 5 €, Rentner um 3 €)

Vorverkauf im Ev.-Luth. Kirchengemeindebüro Herford-Mitte 

E-Mail: buero@herfordmitte.de
Münsterkirchplatz 2, 32052 HerfordTel: 05221 / 15819, Fax 109031und bei der
Buchhandlung Erich Otto, Herford, Höckerstraße 6,Tel: 05221 / 53179

(hier zzgl. 10% VVK-Gebühr)

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bielefeld_rudolf-oetker-halleBielefeld: Rudolf-Oetker-Halle
Lampingstraße 16, 33615 Bielefeld  
am 23.12.2016 um 20:00 Uhr
„Jauchzet, frohlocket”: Am Tag vor Heiligabend sorgt der Musikverein der Stadt Bielefeld mit der Aufführung von Johann Sebastian Bachs „Weihnachtsoratorium” für einen besinnlichen Jahresausklang. Unter der Leitung von Bernd Wilden und unter der Mitwirkung des Philharmonischen Orchesters.
                                           Kantaten I bis III sowie VI 
                          Preise: € 27,00/ € 23,00/ € 19,00/ € 12,00

                             Erm. Preis für Schüler und Studenten

                                            Online: Karten bestellen
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Überörtliche Konzerte:
Mariendom HildesheimHildesheim: Freitag, 9. Dezember 2016, 20 Uhr, Mariendom

Johann Sebastian Bach: Weihnachtsoratorium

Kantaten I bis III

Michaela Ische (Sopran), Anne Bierwirth (Alt), Christoph Rosenbaum (Tenor), Torsten Gödde (Bass); Sinfonietta Hildesheim
Concentus juvenum
Domchor
Leitung: Thomas Viezens und Tobias Meyer

Eintritt: 11,50 € bis 19,50 € /  Online-Karten: zur Buchung

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st-andreaskirche-hildesheimHildesheim Reservix Saalplanbuchung   St.-Andreas-Kirche   

Freitag, 06.01.2017 um 20:00 Uhr

Johann Sebastian Bach: Weihnachtsoratorium (Teile 4-6) und Telemann: Weihnachtsoratorium

Bach und Telemann: Weihnachtsoratorium

TICKETS & Infos

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marktkirche-hannoverHannover: J.S.Bach: Weihnachtsoratorium Kantaten: I-IV

Veranstaltungsort: Marktkirche Hannover

Ania Vegry, Sopran
Ursula Eittinger, Alt
Andreas Post, Tenor
Wolfgang Newerla, Bass
Bachchor Hannover und Bachorchester
Ltg. Jörg Straube

                                      Karten-VVK und Abendkasse: 6,- € bis 39,- €


Hannover Kuppelsaal, am 15.12.16 um 19.30 Uhr

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Weihnachtliche Stimmung erwartet Sie am 15.12.16 um 19.30 Uhr im

Kuppelsaal Hannover. Das Amsterdam Baroque Orchestra & Choir spielt

unter der Leitung von Ton Koopmannunter anderem die I. und III. Kantate aus

dem berühmten Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach.

Programm: Johann Sebastian Bach „

Jauchzet, frohlocket, auf preiset die Tage“ Kantate I aus dem „Weihnachts-Oratorium“ BWV 248
„Dazu ist erschienen der Sohn Gottes“ Kantate BWV 40 
„Sie werden aus Saba alle kommen“ Kantate BWV 65
„Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen“ Kantate III aus dem „Weihnachts-Oratorium“ BWV 248

Ticket hier zu beziehen Online


 

Ich wünsche allen Besuchern ein wunderbares Konzerterlebnis !

 

ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 599 Orgel-Choralvorspiel: „Nun komm der Heiden Heiland“


Liebe Bachfreunde!

Heute, am Freitag, 25.11.2016 hat ALL OF BACH (Bachprojekt in Holland) ein neues Video veröffentlicht !

Neu von ALL OF BACH vom 25.11.2016

Info: J. S. Bach – Orgelchoral-Vorspiel: BWV 599 „Nun komm, der Heiden Heiland“

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Orgelbüchlein, BWV 599-644

Während seiner Zeit als Hoforganist in Weimar (1708-1714) begann Bach bereits seine erste Sammlung choralischer Arrangements lutherischer Kirchenlieder zu komponieren. Nach dem Inhaltsverzeichnis sollte es sich um eine Sammlung von 164 Kompositionen handeln, letztlich aber nicht mehr als 46. Die Reihenfolge, verbunden mit der begrenzten Länge der Stücke, deutet darauf hin, dass Bach eine Komposition kompilieren wollte Zyklus der Choralvorspiele für die Kirche. Später, in seiner Zeit in Köthen, gab er der Sammlung eine Titelseite, die lautet: Orgel-Büchlein, Worinne ein anfahenden Orgel-Arrangement, auf dem ein Anfängerorganist gelehrt wird Einen Choral in vielerlei Hinsicht zu arrangieren …). So beabsichtigte er damals die Sammlung als Lehrbuch, vielleicht 1722 für die Kantorenkonferenz an der Thomasschule Leipzig, die eine wichtige Lehraufgabe darstellte. Die Schüler müssen es schwer haben, denn die Präludien enthalten das komplette Spektrum der barocken Orgeltechniken auf den Punkt gebracht.

Die Einzelsätze der Sammlung verbindet ein hoher künstlerischer Anspruch und der Gedanke der Verwendbarkeit sowohl im Gottesdienst als auch im Instrumental- und Kompositionsunterricht. Kennzeichnend für Bachs Choralsätze im Orgelbüchlein sind laut Christoph Wolff: „Dichte motivische Struktur und kontrapunktisches Raffinement (bis hin zum strengen Kanon) in Verbindung mit einer kühnen und ausdrucksstarken musikalischen Sprache sowie subtiler musikalisch-theologischer Textausdeutung. Jeder Satz erzielt proportionales Gleichgewicht, indem sich Manual- und Pedalstimmen elegant zu einer mustergültigen Orgelpartitur verbinden.“

Den ersten Teil, von Weihnachten bis Ostern, füllte er fast vollständig, danach treten allmählich immer größere Lücken auf – offenbar ist das doch sehr ehrgeizige Projekt nach und nach in den Hintergrund getreten, so dass er nach 1726 nur noch eine einzige vollständige Vertonung hinzufügte. Damit umfasst das Orgelbüchlein heute „46 ausgeführte Choralvorspiele“, wie ein unbekannter Schreiber zu Bachs Titel ergänzte.

Bach setzte den Titel erst um 1720 hinzu; er lautet:

Orgel = Büchlein

Worinne einem anfahenden Organisten

Anleitung gegeben wird, auff allerhand

Arth einen Choral durchzuführen, an-

bey auch sich im Pedal studio zu habi-

litiren, indem in solchen darinne

befindlichen Choralen das Pedal

gantz obligat tractiret wird.

1739, zur Zeit der Entstehung des Dritten Teils der Clavierübung, waren diese Sätze offenbar schon zu historisch, um darauf noch einmal zurückzugreifen; Bachs Choralbearbeitungen aus der späteren Zeit haben auch meist einen wesentlich größeren Umfang.

EIN POETISCHER START:

Bach öffnet sein Orgelbüchlein mit einer überraschend zarten Adventshymne.

Wie Blätter im Wind, fallen die unteren Teile sanft zur Erde. Dieses Choralvorspiel ist voll von schwankenden, winkenden Motiven, als ob jeder der fünf Teile ständig „Nonne komm, nonne komm“ sagen möchte. Jedenfalls waren in der Barockzeit der punktierte (springende) Rhythmus im Bass und Sinkflug oft symbolisch für das „Leben“, was natürlich für diese Advent-Hymne ideal geeignet ist. Gleichzeitig ähnelt der Rhythmus dem einer französischen Ouvertüre – Musik, die für den Eingang des Königs gespielt wurde – so auch sehr passend. Die absteigenden Linien weisen auch auf die Ankunft Jesu auf Erden hin, obwohl die Worte des Chorales dieses Wunder nicht berühren.

Die Frage bleibt, warum Bach die Melodie im Eröffnungsstück seines berühmten Orgelbüchleins verbergen wollte. Es scheint nicht mehr als eine dünne Hintergrundidee für ein komplexes Zusammenspiel von Linien zu sein, die das Klangbild mit subtilen Dissonanzen dominieren. Die dichterische, gebrochene Art, in der die Akkorde aus den verschiedenen Theilen hervorgehen, mag Bach von der französischen Orgelschule abgeleitet haben; Etwa von Marchand oder Couperin, die wiederum einen großen Einfluß auf Komponisten wie Froberger hatten. Und der gebrochene Akkord in der Eröffnungsrede erinnert an die Toccaten von Frescobaldi, zum Beispiel, wie Organist Dorien Schouten im Interview erklärt.


Video: J. S. Bach – Orgelchoral: BWV 599 „Nun komm, der Heiden Heiland“

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Zum Anhören in das Foto oder in diesen Text klicken!

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Biographie: Dorien Schouten (Organistin) All of Bach

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Ich wünsche allen Bachfreunden viel Freude mit diesem Video und ein schönes Advent-Wochenende.

Grüße sommerk

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Meine Beobachtungen zu J.E. Gardiners Bach-Biografie, die in Deutsch veröffentlicht wurde!


Meine Beobachtungen zu der Bach-Biographie von John Eliot Gardiner folgen nach den Angaben zu der Buch-Veröffentlichung in Deutsch.

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Eine Bach-Biografie von John Eliot Gardiner 

„BACH Musik für die Himmelsburg“

Eine große Bereicherung
Buchkritik vom 5.10.2016

Seit mehr als 40 Jahren zählt Sir John Eliot Gardiner zu den führenden Bach-Interpreten. Mit seinem Monteverdi Choir hat er weltweit konzertiert und erregte im Bach-Jahr 2000 großes Aufsehen mit seiner „Bach-Pilgerreise“, als er sämtliche 198 Kirchenkantaten Bachs in 59 Konzerten innerhalb eines Jahres aufführte. Parallel zu dieser praktischen Beschäftigung mit Bachs Kompositionen hat sich Gardiner immer auch für den Kontext der Musik interessiert: Er studierte die Autografe, las zeitgenössische Quellen und beobachtete die neuesten Forschungsergebnisse. Seine Erkenntnisse über Johann Sebastian Bach hat Gardiner nun in einem opulenten Buch zusammengefasst. Vor drei Jahren erschien die englische Erstausgabe, nun liegt die deutsche Übersetzung vor, unter dem Titel

„BACH Musik für die Himmelsburg“

Buch-Cover Bach

BUCHVERÖFFENTLICHUNG in Deutsch: von John Eliot Gardiner.

BACH „Musik für die Himmelsburg“

über Amazon:
Preis:
34,00 €
Link zur Buchbestellung bei Amazon
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Statt einer Rezension nur zwei entscheidende Beobachtungen im Bach-Buch von Sir Gardiner
Schade, das meiner Meinung nach grundlegende Stilmittel, das Sir Gardiner in der Bach’schen Vokalmusik treffend herausgearbeitet hat, dem ‚Welt-Rezensent‘ nicht aufgefallen ist.
Was ist also meiner Meinung nach ‚Bach’s Geheimrezept‘, das Sir Gardiner treffsicher analysiert? Schauen wir nochmal genau hin. ……

auf die Seiten 186 + 187:

Sir Gardiner zitiert dazu 2 Musiktheoretiker aus dem späten 16.Jahrhundert.

Johannes Susenbrotus (1484(85?) – 1542) und Henry Peacham d.Ä. (1546–1634)

Bach hatte ganz bestimmt von den beiden nie was gehört oder gelesen, aber es gelingt Bach aufzunehmen:

Die a) Rhetorisch-musikalische Figur der HYPOTYPOSIS

Den b) Ausdruck des Textes als PATHOPOEIA

a) meint: musikalische Themen werden eher ‚gesehen und vor Augen gestellt als gelesen oder gehört‘. Nicht nur laut-malerisch wird ein Thema interpretiert, sondern es geht tiefer in den Hörer hinein, es erscheint ihm plastisch vor Augen.

b) meint: ein Text oder eine Redeweise wird so intensiv gestaltet, daß im Hörer ‚eine heftige Gefühlerregung (Entrüstung, Angst, Hoffnung, Freude, Heiterkeit, Lachen u.a. erregt wird.
Keiner bleibt also mit a)+b) vom affektischen Aufnehmen unberührt‘.Bach’s Musik ist also mehr als Lautmalerei. Sie will so intensiv in den Hörer eingreifen, das mit mir etwas ‚passiert‘.
Sir Gardiner zieht als Vergleich die Aufführungen mittelalterlicher Mysterienspiele heran-, auch sehr treffend.
Meine Meinung: liegt hier das Geheimrezept des Bach’schen Musik-Kosmos. Damit kann Bach in der Hörerpersönlichkeit subkutan werden (unter die Haut gehen). Natürlich muß auch der Hörer dabei aktiv und sensibilisiert sein.

Ihr und Euer

Adamo
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ALL OF BACH veröffentlichte am 18.11.2016 von J.S. Bach das BWV 849 „Präludium und Fuge cis-Moll“


Info: J.S. Bach BWV 849 „Präludium und Fuge cis-Moll“ (Wohltemperiertes Klavier)

„Präludium und Fuge cis-Moll“, BWV 849, bilden ein Werkpaar im 1. Teil des Wohltemperierten Klaviers, einer Sammlung von Präludien und Fugen für Tasteninstrumente von Johann Sebastian Bach.

Der feierlich-expressive, rezitativische Charakter der melodischen Linie erinnert an Bachs Passionsvertonungen. Eine direkte Beziehung zwischen dem Präludium und der folgenden Fuge ist schwer festzuhalten, es finden sich jedoch einige Andeutungen: der absteigende Halbtonschritt von Cis zu his erscheint schon zu Beginn des Präludiums in der Bassstimme, und die Tonfolge gis-fis-a-gis im abschließenden Takt 39 könnte als Vorwegnahme des Fugenthemas verstanden werden.

Das Hauptmotiv des Präludiums enthält einen aufsteigenden Oktavsprung, der sich durch das ganze Stück hinzieht, in Takt 9/10 zu einer None und in Takt 33 sogar zu einer Dezime gesteigert wird. Eine Abschrift des Präludiums ist im Clavier-Büchlein für Wilhelm Friedemann Bach überliefert.

Mit 115 Takten ist dies eine von Bachs längsten und am meisten und dichtesten ausgearbeiteten Fugen. Sie enthält drei Themen; es ist jedoch strittig, ob sie als Tripelfuge oder als Fuge mit zwei obligaten Kontrapunkten bezeichnet werden soll. Die Fünfstimmigkeit erscheint zu Beginn der Fuge in aufsteigender Reihenfolge, beginnend mit der Bassstimme.

Sie wird jedoch bald nach dem fünften Themeneinsatz in der Sopranstimme aufgegeben, im Mittelteil zu einer Dreistimmigkeit reduziert und erscheint erst wieder im Schlussteil ab Takt 99, hervorgehoben durch einen Passus duriusculus (absteigende Halbtöne) von cis2 nach gis1. Die Fuge weist zahlreiche Engführungen auf, enthält jedoch keine themenfremden Zwischenspiele.

Das erste Thema cis-His-e-dis ist ein Kreuzmotiv in halben und ganzen Noten, mit ähnlichen Tonschritten wie B-A-C-H. Das zweite Thema erscheint als lebhafte, rhythmisch kontrastierende Achtelbewegung, erstmals in der Oberstimme ab Takt 36. Es wird ab Takt 49 mit dem dritten Thema kombiniert, einer einfachen Kadenzformel. Als abschließende Krönung erscheint in den letzten zwölf Takten eine ausgedehnte Kadenzierung, wobei die überraschende Dissonanz.


Info von ALL OF BACH zum BWV 849

Es gibt unzählige Analysen und Interpretationen von Bachs Wohltemperirte Clavier. Je weiter wir von unseren rationalen Zeiten zu romantischeren verlaufen, desto schöner sind die Beschreibungen. So nennt der Kommentator des neunzehnten Jahrhunderts Hugo Riemann dieses Werk in cis-moll das »heilige Allerheilig«, gefüllt mit »Würde, Inspiration und edlen Gefühlen«. Das Vorspiel mit seinen ausgezogenen Linien sollte als »die Sehnsucht eines großen Herzens« gehört werden, während die Fuge wie eine »mächtige Kathedrale« steht. So viel Mystik klingt uns heute fremd.

Leicht und sinnlich:

Wie sollen wir nun diese Arbeit lesen? Bertrand Cuiller entscheidet sich für eine leichte, sinnliche Annäherung, besonders im Vorspiel. Gezogene Feierlichkeiten und elegante Arpeggien schaffen eine edle Atmosphäre, während die Spannung durch den großen Sprung in das Thema und eine Reihe von nicht-recht-Kadenz-Linien in der Mitte Abschnitt zur Verfügung gestellt wird. Der sanft rollende Siciliano-Tanzrhythmus verdeckt ein rastloses harmonisches Spiel – einige Sätze wiederholen sich mit Präzision in der Fuge – so ist das Stück nicht so sorglos, wie es erscheint.

Es ist bemerkenswert, dass die komplexe Fuge das kürzeste Thema in der ganzen Sammlung hat. Die fünf Töne enthalten auch eines der zehnten Intervalle – ein vermindertes 4.. Wenn Sie auf ein solches destilliertes Thema aufbauen, kommen Sie bald in einen harmonischen Morast – und zu viele Töne passen nicht mehr in die barocke Ästhetik. Also betrog Bach etwas (obwohl er die Regeln befolgte). Intervalle eines Halbtones werden manchmal ein ganzer Ton und der verminderte 4. wird sogar hier und da perfekt – alles zu guter Wirkung. Die fünf Teile betreten ordnungsgemäß von niedrig nach hoch, worauf das Thema nicht weniger als 24 mal zurückkehrt, oft direkt am Anfang oder ganz unten im Bau. Aber es gibt noch zwei andere Themen: eine lange Reihe von verdrehten Ornamenten und eine kurze von hartnäckigen Wiederholungen. Es braucht einen scharfen Sinn, um dieses mentale Puzzle zu entwirren.

Das Wohltemperirte Clavier, BWV 846-893

Das Komponieren von 48 Tastenstücken in allen 24 Tasten war die Art von Herausforderung, die Bach genoss. In jedem der beiden Teile des Wohltemperirten Klaviers brachte er das musikalische Paar Präludium und Fuge 24 mal zusammen; Zwölf in Moll-Tasten und zwölf in Dur. In den Präludien gab er seiner Phantasie freien Lauf und zeigte mathematische Touren in den Fugen. Im Gegensatz zu der eisernen Disziplin musste sich Bach auf seine kirchlichen Kompositionen anwenden, hier konnte er sich auf die intellektuelle Spielerei verlassen, ohne sich um Fristen zu kümmern.

Der erste Teil des Wohltemperirten Claviers stammt aus dem Jahre 1722, obwohl er einige Musik enthält, die in den letzten fünf Jahren geschrieben wurde. Es gibt weniger Klarheit über die Geschichte des zweiten Teils. Bach kompilierte diese zweite Manuskript nur um 1740, obwohl wieder einmal einige der Präludien und Fugen es enthält Datum aus einer viel früheren Zeit. Bach beschrieb die Zielgruppe für diese Stücksammlung wie folgt: „Zum Nutzen und Gebrauch der Lehr-Begierigen Musikalischen Jugend, auch hier in diesem Studio schon habil seyenden besonderem ZeitVertreib“ (Für die Ausbildung des fleißigen musikalischen Jugendlichen und des Genusses Von denen, die in diesem Material vertraut sind).

RELEASE DATE 18 November 2016
RECORDING DATE 15 September 2016
LOCATION Bois le Roi, France
HARPSICHORDIST Bertrand Cuiller

Video von ALL OF BACH – J.S. Bach BWV 849 „Präludium und Fuge cis-Moll“

all-of-bach-bwv-849

 

Zum starten des Videos in das Foto oder diesen Text anklicken!

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Ich wünsche viel Freude mit dem Video von ALL OF BACH !

Grüße

sommerk

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ALL OF BACH präsentiert von J.S. Bach – BWV 1049 „Brandenburgische Konzert No: 4“


Info:  Die Brandenburgischen Konzerte

Die Brandenburgischen Konzerte sind eine Gruppe von sechs Instrumentalkonzerten von Johann Sebastian Bach (BWV 1046–1051). Die erhaltene Partitur von 1721 ist dem Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg-Schwedt (1677–1734) gewidmet, den Bach im Winter 1718/1719 in Berlin kennengelernt hatte.

Der Titel Brandenburgische Konzerte wurde von Philipp Spitta in seiner 1873–1879 verfassten Bach-Biografie geprägt und hat sich heute allgemein durchgesetzt. Bachs Originaltitel lautet „Sechs Konzerte mit mehreren Instrumenten“, auf französisch:

Six Concerts Avec plusieurs Instruments.
Dediées A Son Altesse Royalle Monsigneur
CRETIEN LOUIS. Marggraf de Brandenbourg &c:&c:&c:
par Son tres-humble & tres obeissant Serviteur
Jean Sebastien Bach, Maitre de Chapelle de S. A. S.
Prince regnant d’Anhalt-Coethen.

Auf der Rückseite des Titelblatts folgt eine Widmung an den Markgrafen, ebenfalls in französischer Sprache.

Die sechs Konzerte weisen eine hohe stilistische und strukturelle Vielfalt auf. In ihrer Mischung der verschiedenen historischen und zukunftsweisenden Elemente bilden sie eine persönliche und trotzdem allgemeingültige Ausdrucksform.

Als Bach 1721 die Partitur der sechs Konzerte an den Markgrafen von Brandenburg-Schwedt schickte, hatte er die Werke zu diesem Anlass nicht eigens komponiert. Vielmehr hatte Bach die Sammlung aus Kompositionen zusammengestellt, die nicht alle erst in Köthen, sondern zum Teil wohl bereits in seiner Weimarer Amtszeit (1708–1717) entstanden waren.

Neben dem Widmungsexemplar besaß Bach von den einzelnen Konzerten auch Kompositionspartituren, die er in einigen Fällen für spätere Fassungen, etwa als Einleitungssinfonien in Kantaten, nutzte. Keine dieser Kompositionspartituren ist erhalten. Indizien sprechen dafür, dass sein Sohn Carl Philipp Emanuelvon einigen Konzerten Abschriften besaß und diese Musik in Berlin bekannt machte.

Die Widmungspartitur lag zunächst bis 1850 unentdeckt in der Bibliothek des Markgrafen von Brandenburg-Schwedt und dann in der Königlichen Bibliothek in Berlin. Sie wurde erst bei Erscheinen der Bach-Gesamtausgabe allgemein bekannt.

Das zweite und vierte Konzert stellen eine kleine Gruppe von Soloinstrumenten einem Streichorchester gegenüber und repräsentieren damit die moderne Form eines Konzerts für mehrere Soloinstrumente; hier sind die Schlusssätze immer mehr oder weniger voll ausgebaute Fugen. Auffällig ist, dass jeweils das Instrument, das die Ecksätze dominiert (Trompete im zweiten, Violine im vierten Konzert), im Mittelsatz ganz schweigt oder auf eine rein begleitende Funktion reduziert ist; Bach legte offenbar noch andere Maßstäbe an als eine aus heutiger Sicht saubere Trennung instrumentaler Funktionen. Das zweite und vierte Konzert dürften aus heutiger Sicht die jüngsten der Sammlung sein, dies legt bereits die geringe Zahl an Korrekturen in der Widmungspartitur nahe.

Informationen von ALL OF BACH

Genießen Sie diese Vorstellung von Bachs Brandenburgischem Konzert Nr. 4 bei der niederländischen Bach-Gesellschaft.

Alle Werke von Bach werden kostenlos auf Allofbach.com veröffentlicht. Die Seite für Liebhaber von Bachs Musik!

Jeden Freitag finden Sie eine neue Aufnahme kostenlos unter:

http://www.allofbach.com

Was ist Bach?
Im September 2013 haben wir begonnen, alle Werke Bachs aufzuführen und aufzunehmen. Die ersten Aufnahmen wurden auf dieser Seite am 2. Mai 2014 veröffentlicht, gefolgt von einer neuen Bach-Aufnahme jeden Freitag. Jedes Musikstück von Bach verfügt über eine eigene Seite, auf der Besucher der Website wählen können:

Aufnahmen, Interviews, Hintergrundinformationen oder Publikumsreaktionen. Sie können sehen und hören Sie jedes einzelne Stück in seiner Gesamtheit. Musiker werden darüber reden, was die Musik für sie tut.

Hintergrundinformationen für jede Arbeit und alle Fakten über die Aufnahme sind kompakt zusammengefasst Der öffentliche Teil der Website bietet Raum für Reaktionen von Zuhörern.

Über diese Aufnahme:

AUFNAHME DATUM
19. Mai 2015
LAGE
Felix Meritis, Amsterdam
VIOLINE UND RICHTUNG
Shunske Sato
RECORDER
Heiko ter Schegget, Benny Aghassi
VIOLINE 1
Lucia Giraudo
VIOLINE 2
Pieter Affourtit
VIOLA
Anneke van Haaften
CELLO
Lucia Swarts kaufen
KONTRABASS
James Munro
CEMBALO
Siebe Henstra

FILMDIREKTOR UND EDITOR
Lucas van Woerkum

MUSIKAUFNAHME
Guido Tichelman, Bastiaan Kuijt

KAMERA
Robert Berger, Simon Aarden, Maarten van Rossem
gaffer
Zen Bloot, Patrick Galvin

KONZERTPRODUKTION
Erik van Lith
HERSTELLER
Jessie Verbrugh

Video von ALL OF BACH – Brandenburgisches Konzert Nr. 4


Ich wünsche viel Freude mit dem Video von ALL OF BACH !

Grüße

sommerk

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ALL OF BACH – begeistert mit einer jungen Orgel-Interpretin, J.S. Bach Orgelwerk: BWV 578 „Fuge in g-Moll“


Eine junge Orgel-Interpretin – Organistin Dorien Schouten

aus Holland begeistert die Fachwelt!

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Organistin Dorien Schouten

       Organistin Dorien Schouten

biographie-dorien-schouten

Info:  J.S. Bach BWV 578 – Fuge in g-moll – Orgelwerk    – JAHR 1703-1707 – Stadt Arnstadt / Weimar

J.S. Bach, Orgelwerk: Fuge in g-Moll, BWV 578, bekannt als kleine Fuge, ist ein Stück Orgelmusik von Johann Sebastian Bach während seiner Jahre in Arnstadt (1703-1707) geschrieben. Es ist eine von Bachs bekanntesten Fugen und wurde für andere Stimmen arrangiert, darunter eine orchestrale Version von Leopold Stokowski.

Frühe Redakteure von Bachs Werk legten diesen Titel an, um ihn von der späteren großen Fantasie und Fuge in g-Moll, BWV 542, zu unterscheiden, die länger dauert.

Das Vier-und-ein-Hälfte-Thema der Fuge ist eine der bekanntesten Melodien von Bach. Die Fuge ist in vier Stimmen. Während der Episoden verwendet Bach eine der bekanntesten Techniken von Arcangelo Corelli: Nachahmung zwischen zwei Stimmen auf einer achten Note, die zuerst einen vierten schlägt und dann einen Schritt zurückfällt.

Etwa 100 Jahre nach seinem Tod wurde es nicht weniger als vier Mal in rascher Folge veröffentlicht. Bachs Schüler Johann Georg Schübler fand das Thema so erfolgreich, dass er selbst eine Fuge daraus machte. So war es ein ungemein populäres Stück. Es ist nicht verwunderlich, wie die Musik mit Freude platzt. Es beschwört ein Bild von Bach, das enthusiastisch schreibt und sein eigenes Thema beim Komponieren genießt. Es ist, als ob er nicht genug davon bekommen kann, denn es ist eine relativ lange Zeit, bevor der zweite Eingang erscheint.

Das Stück als Ganzes hat ein italienisches Gefühl zu ihm und die Öffnung erinnert an eine Violinenmelodie, die handlich ist, mit einer geöffneten D-Schnur zu spielen. Obwohl es viele andere Musik gibt, die einen Komponisten, der seine eigenen Ideen genießt, eindeutig zeigen, ist er gewöhnlich hauptsächlich als Kompositionsspiel interessant. Dieses Stück war jedoch nicht nur ein Spiel für den Komponisten, sondern macht auch Spaß, zuzuhören und zu spielen. Wenn also Organisten sich auf dieses Stück als das „Kleine“ beziehen, so ist es nicht gemeint, verunglimpft zu werden, sondern nur, um Verwechslungen mit Bachs anderer, längerer Fuge in g-Moll, BWV 542, dem „Großen“, zu vermeiden.


all-of-bach-bwv-578

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Zum Anhören in das Foto oder in den Text klicken !


Wünsche allen viel Freude mit dieser jungen Organistin aus Holland.

Grüße

sommerk

ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 233 „Lutherische Messe F-Dur“


Liebe Bachfreunde!

Ich möchte meinen ersten Beitrag in Volkers Blog präsentieren und wünsche, dass es allen gefallen wird.

Neu von ALL OF BACH vom 21.10.2016

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                  Link zum Video:    http://allofbach.com/en/bwv/bwv-233/

J. S. Bach Kantate BWV 233 „Lutherische Messe F-Dur“

Als Johann Sebastian Bachs Lutherische Messen oder Kleine Messen bezeichnet man seine vier Kyrie-Gloria-Messen in F-Dur, A-Dur, g-Moll und G-Dur, BWV 233 bis 236. Sie vertonen das Kyrie und Gloria der Lateinischen Messe und werden daher auch Missa brevis genannt. Zur selben Gattung zählt auch die Missa aus Kyrie und Gloria, die Bach 1733 komponierte und die er später zur h-Moll-Messe erweiterte.

Die vollständige Vertonung aller Teile der Messe („Missa tota“) besteht aus fünf Teilen: Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus mit Hosanna und Benedictus sowie Agnus Dei. Demgegenüber wird die Komposition von Kyrie und Gloria als „Missa brevis“ (Plural: Missae breves) und in der protestantischen Kirchenmusik auch als „lutherische Messe“ bezeichnet. Eine einheitliche Deutsche Messe konnte sich im Protestantismus nicht durchsetzen; weder war die Sprache noch der genaue Umfang festgelegt.

Der Name „Lutherische Messen“ knüpft zum einen an diese protestantische Tradition an, vorzugsweise Kyrie und Gloria zu vertonen. Kyrie-Gloria-Messen waren im 18. Jahrhundert „in Italien wie auch in Deutschland durchaus gebräuchlich“ und wurden „choraliter oder still zu Ende geführt“. In der protestantischen Kirchenmusik ist bereits früh eine Beschränkung auf die Vertonung von Kyrie und Gloria zu verzeichnen. Zum anderen bringt der Name zum Ausdruck, dass Bachs lateinische Messkompositionen für den lutherischen Gottesdienst konzipiert worden sind.

Dem Bachforscher Christoph Wolff zufolge hat Bach die Figuralmessen für hohe kirchliche Feiertage in den Leipziger Gottesdiensten komponiert, möglicherweise auch für den protestantischen Hofgottesdienst in Dresden. Insbesondere seit der Urtextausgabe der Neuen Bach-Ausgabe, der wissenschaftlichen Standardedition des Johann-Sebastian-Bach-Instituts Göttingen und des Bach-Archivs Leipzig, ist der Name „Lutherische Messen“ in der Musikwissenschaft und bei CD-Einspielungen nahezu zu einem Synonym für Bachs lateinische Messen BWV 233–236 geworden: „Da für die protestantische Messe, die lediglich aus den beiden Teilen Kyrie und Gloria besteht, ein verbindlicher Begriff fehlt, hat sich – sowohl im deutschen als auch im englischen Sprachgebrauch – der Begriff ‚lutherisch‘ eingebürgert.“

Der Begriff „Lutherische Messen“ kann missverständlich sein, da es sich bei Bachs Werken um Kompositionen in lateinischer Sprache handelt. Zum anderen wurden während Bachs Kantorat in Leipzig auch andere Teile des Ordinariums wie das Credo gesungen. Als Alternative wurde deshalb von Konrad Küsterdie Bezeichnung „Kyrie-Gloria-Messen“ vorgeschlagen, die deskriptiv den Umfang der Messen angibt. „Missa brevis“ erscheint für Bachs Kompositionen weniger passend, weil hiermit in katholischer Tradition in der Regel kurze Vertonungen des vollständigen Ordinariums Missae verstanden werden, „anstatt der, wie hier, sehr ausführlichen Vertonung nur des Kyrie und des Gloria, die man im lutherischen Bereich ebenfalls als „Missae“ bezeichnet (deshalb auch so die Titel der 4 Messen)“.

Die Lutherischen Messen sind wahrscheinlich einige Jahre nach der Missa für den Hof zu Dresden (1733), später Kyrie und Gloria der h-Moll-Messe, entstanden und werden heute spätestens um 1738/39 datiert. Arnold Schering vertrat die heute als überholt geltende These, dass Graf Franz Anton von Sporck der Auftraggeber von Bachs lateinischen Messen war und sie von diesem in Böhmen aufgeführt wurden.

Das Kyrie ist in diesen Kurzmessen jeweils ein einsätziger, dreiteiliger Chorsatz, der Gloria-Text ist jedoch in fünf Sätze aufgeteilt, mit Chorsätzen zu Beginn und Schluss und dazwischen eingeschobenen Soloarien. Die Gesamtdauer entspricht etwa der einer durchschnittlichen Kantate, – das lässt auf den praktischen Gebrauch im Gottesdienst schließen.

Ähnlich wie die h-Moll-Messe bestehen die Kleinen Messen fast ausschließlich aus Parodien, also Überarbeitungen von bereits vorhandenen Chören und Arien. Die herangezogenen Kantaten stammen überwiegend aus Bachs Zeit in Leipzig. Dazu waren Neufassungen der Singstimmenpartien notwendig, um den ursprünglichen deutschen Kantatentext durch lateinische Prosa zu ersetzen.

Diese Arbeiten lassen sich als Beleg für Bachs Bestreben in seinen späteren Jahren deuten, Werke, die ihm besonders wertvoll erschienen, in einen zeitenthobenen Zusammenhang zu stellen.

Messe F-Dur BWV 233

1 Kyrie eleison – Christe, Christe eleison – Kyrie eleison Chor ¢ F-Dur Frühform als BWV 233a

2 Gloria in excelsis Chor 6/8 F-Dur

3 Domine Deus Bassarie 3/8 C-Dur Möglicherweise aus BWV Anh. 18

4 Qui tollis Sopranarie (Adagio) c g-Moll Aus Kantate BWV 102

5 Quoniam tu solus Altarie (Vivace) 3/4 d-Moll Aus Kantate BWV 102

6 Cum sancto Spiritu Chor (Presto) ¢ F-Dur Aus Kantate BWV 40


Ich wünsche allen Bachfreunden viel Freude mit diesem Video und ein schönes Wochenende.

Grüße sommerk

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J.E. Gardiner hat die Bach-Biografie in Deutschland veröffentlicht ! „Musik für die Himmelsburg“


Eine Bach-Biografie von John Eliot Gardiner – 

Große Bereicherung

Buchkritik vom 5.10.2016

Seit mehr als 40 Jahren zählt Sir John Eliot Gardiner zu den führenden Bach-Interpreten. Mit seinem Monteverdi Choir hat er weltweit konzertiert und erregte im Bach-Jahr 2000 großes Aufsehen mit seiner „Bach-Pilgerreise“, als er sämtliche 198 Kirchenkantaten Bachs in 59 Konzerten innerhalb eines Jahres aufführte. Parallel zu dieser praktischen Beschäftigung mit Bachs Kompositionen hat sich Gardiner immer auch für den Kontext der Musik interessiert: Er studierte die Autografe, las zeitgenössische Quellen und beobachtete die neuesten Forschungsergebnisse. Seine Erkenntnisse über Johann Sebastian Bach hat Gardiner nun in einem opulenten Buch zusammengefasst. Vor drei Jahren erschien die englische Erstausgabe, nun liegt die deutsche Übersetzung vor, unter dem Titel „Musik für die Himmelsburg“.

Buch-Cover Bach

BUCHVERÖFFENTLICHUNG in Deutsch: John Eliot Gardiner BACH.

„Musik für die Himmelsburg“

über Amazon:
Preis:
34,00 €
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Das Buch beginnt mit einer kleinen Provokation: John Eliot Gardiner schreibt über Bach, er sei zwar als Musiker unbestritten ein Genie gewesen, als Mensch aber nur sehr schwer zu fassen. Die spärlichen Dokumente, die über Bach erhalten sind, zeichnen eher das Bild einer enttäuschend durchschnittlichen Person. – Für seine Annäherung an Bach wählt Gardiner daher eine andere, viel näherliegende Quelle: die Musik selbst. Sie ist für Gardiner die Essenz, aus der sich die vielschichtigen Charakterzüge des Thomaskantors erschließen.

„Musik für die Himmelsburg“ – so hat John Eliot Gardiner sein Buch überschrieben und möchte diesen Titel doppeldeutig verstanden wissen: zum einen als realen Ort – „Himmelsburg“ nannte man die extrem hohe Weimarer Schlosskapelle, in der Bach seine ersten Kantaten-Serien aufführte. Zum anderen steht „Himmelsburg“ aber auch als Metapher für alle religiös inspirierte Musik Bachs, mit der Gardiner durch die jahrzehntelange praktische Erfahrung genauestens vertraut ist. Knapp die Hälfte des Bandes enthält denn auch Betrachtungen der geistlichen Kantaten, Motetten, Passionen und Messen von Bach.

Dem Autor gelingt hierbei eine eindrucksvolle Synthese: Er schreibt weder anstrengende wissenschaftliche Analysen noch pathetische Exegesen. Stattdessen erhält der Leser eine schlüssige Gesamtschau über das Vokalschaffen Bachs: Gardiner benennt musikalische Höhepunkte, deckt Querbezüge zwischen den Werken auf und stellt Überlegungen zu Bachs Arbeitsweise und Intentionen an. Gardiners Sprache ist hier so plastisch, dass er keine Notenbeispiele zur Unterstützung benötigt; und noch mehr: Seine Ausführungen etwa zu Bachs erstem Leipziger Kantaten-Jahrgang gleichen einer spannenden Geschichte von einem hochmotivierten Kantor, der austestet, wie seine Musik im Laufe des Kirchenjahres auf die Zuhörer wirkt, dabei aber auch unter unglaublichem Zeitdruck steht und sich mit vielen Unwägsamkeiten auseinandersetzen. – Gardiner weiß, wovon er schreibt, und fügt immer wieder geschickt eigene Interpretationserfahrungen ein.

Abseits der Werkbetrachtungen widmet sich Gardiner dem Kontext der Musik. Gleich zu Beginn schildert er seine ganz persönliche Beziehung zu Bach, die schon in frühester Kindheit mit dem Singen von Chorälen begann und über die Gründung des Monteverdi Choir bis hin zur Aufführung sämtlicher Kirchenkantaten führte. Weiterhin zeichnet Gardiner ein faktenreiches Bild von Bachs Lebensumständen in der mitteldeutschen Region an der Schwelle zur Aufklärung und wirft einen Blick auf Bachs komponierende Vorfahren. Ebenfalls sehr originell ist Gardiners Idee, den Werdegang Bachs mit fünf nahezu gleichaltrigen Komponisten zu vergleichen. Händel, Mattheson, Rameau, Telemann und Domenico Scarlatti sind die Auserwählten, deren jeweilige Stärken der Autor treffend hervorhebt. Schließlich nimmt Gardiner auch noch den Starrkopf Bach unter die Lupe, der sich häufig mit Vorgesetzten anlegte und danach beim Musizieren mit seinem Collegium musicum im Café Zimmermann entspannte.

John Eliot Gardiners Buch „Musik für die Himmelsburg“ ist in der Fülle der Bach-Literatur eine große Bereicherung. Der Fokus liegt hier nicht auf einer vollständigen Chronologie oder Werkdarstellung. So finden sich kaum Hinweise etwa auf Bachs Köthener Zeit, auf seine Claviermusik oder seine Orgelwerke. Umso stärker aber werden die Vokalkompositionen beleuchtet und als Kronzeugen für eine Darstellung des Menschen Bach verwendet. Der erscheint beim Lesen immer deutlicher als tief religiös und verwurzelt im mitteldeutschen Luthertum, voller musikalischer Ideen und Eingebungen, aber auch als ehrgeizig und unnachgiebig, kurz: als musikalisch vollkommen und menschlich sympathisch unvollkommen.

Die knapp 700 Seiten sind stets profund, aber doch angenehm leichtfüßig geschrieben. Immer wieder finden Gardiner und sein Übersetzer Richard Barth passende Metaphern, wenn etwa Bachs Arbeitsweise mit der Weitsichtigkeit eines Schachgroßmeisters oder die Betriebsamkeit der ersten Leipziger Jahre mit der hektischen Arbeit an einem Filmset verglichen werden. – Dank Gardiners Bach-Buch kann man dem oft rätselhaften Johann Sebastian Bach wieder ein Stückchen näher kommen.

Buchkritik vom 5.10.2016 aus der Sendung „SWR2 Cluster“

Zum Nachhören:

Bach-Biografie von John Eliot Gardiner

Große Bereicherung

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5.10. | 15.05 Uhr | SWR2

Internationale Orgelkonzerte 2016 mit Prof. Gerhard Weinberger in Paderborn


Internationale Orgelkonzerte 2016

Termin:
Freitag, 28.10.2016
Beginn:
19:30 Uhr
Veranstaltungsort:
Hoher Dom zu Paderborn
Veranstalter:
Paderborner Dommusik
Buchung:
Derzeit ist noch keine Buchung möglich.

Gerhard Weinberger

aus München gilt nicht nur als einer der führenden Organisten seiner Generation, sondern prägte auch als Professor für Orgel an der Musikhochschule in Detmold eine ganze Organistengeneration. Als bedeutender Regerinterpret widmet er sein Programm, anlässlich des 100. Todestag Max Reger, dem bedeutenden Romantiker und seinem Umfeld. 

Programm: Max Reger (1873-1916) Dankpsalm op. 145/Nr. 2 Consolation op. 65/Nr. 4 Peter Wittrich (*1959) Concerto II “Hymnen” (G. Weinberger gewidmet) Jaromír Weinberger (1896-1967), Schüler M. Regers Dedications – Five Preludes Max Reger Symphonische Phantasie und Fuge d–Moll op. 57 („Inferno“)

..
PROF. GERHARD WEINBERGER (München) studierte an der Hochschule für Musik München in den Fächern Orgel (bei Prof. Franz Lehrndorfer), Kirchen – und Schulmusik. 1971 war er zweiter Preisträger im Fach Orgel im internationalen Musikwettbewerb der deutschen Rundfunkanstalten (ARD), der zu den renommiertesten Musikwettbewerben der Welt gehört. Nach einer dreijährigen Tätigkeit als Chordirektor an der Basilika St. Lorenz in Kempten wurde er 1974 als Dozent für Orgel und Kirchenmusik an die Hochschule für Musik in München berufen. Bereits mit 29 Jahren erhielt er1977 dort eine Professur für Orgel.

Von 1983–2011 hatte er die ordentliche Professur für Orgel an der Hochschule für Musik in Detmold inne und leitete die Abteilung Kirchenmusik, außerdem das Vokalsolisten-Ensemble der Barockakademie. Er ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste und des Direktoriums der Neuen Bachgesellschaft Leipzig. Als Organist genießt Weinberger seit vielen Jahren internationales Ansehen. In seinem umfangreichen Repertoire nehmen die Werke Bachs und Max Regers einen besonderen Stellenwert ein.

Zahlreiche Konzerte in fast allen europäischen Ländern, in Korea, Japan, USA und Südamerika. Im Jahr 2000 mehrmals zyklische Gesamtaufführung des Bachschen Orgelwerkes. Ca. 50 CD – Aufnahmen , Schallplattenpreise, Jurytätigkeit, internationale Meisterkurse, zahlreiche Editionen von Orgel – und geistlicher Chormusik (darunter das gesamte Orgelwerk von Johann Ludwig Krebs und Robert Schumann).

Organisten-Ehepaar Beatrice-Maria und Gerhard Weinberger

Organisten-Ehepaar Beatrice-Maria und Gerhard Weinberger

Mit seiner Frau Beatrice-Maria Weinberger konzertiert der Künstler regelmäßig auch mit vierhändiger Orgelmusik. Mehrere Komponisten schrieben für das Orgelduo Weinberger Orgelwerke, die von ihm uraufgeführt wurden.

Für seine Gesamteinspielung der Orgelwerke von J. S. Bach auf historischen Instrumenten (22 CD’s) erhielt Gerhard Weinberger den renommierten Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik 2009.

CD-Link für die Gesamt-Einspielungen von J.S. Bach, Gerhard Weinberger

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Video:  Gerhard Weinberger plays Bach on the Treutmann organ in Goslar.

J.S. Bach BWV 721 „Erbarm dich mein, o Herre Gott“


Herzliche Grüße

Volker

J.S. Bachs Welt: Die Familiengeschichte eines Genies (Kindle Edition)


J. S. Bachs Welt: Die Familiengeschichte eines Genies (Kindle Edition)

Autor: Volker Hagedorn

Es ist nun mal so: nur wenige biografische Details sind von Bach überliefert. Daher muß man andere historische und musiklogische Fakten heranziehen und als Quellen auswerten, gewürzt mit eigenen Erlebnissen an den Bach-Orten vor Ort-, kenntnisgenau und nachprüfbar (vgl Quellenangaben im Anhang),. Bach in’s Heute geholt !!.

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Witzig und spritzig ist dies dem praktizierenden Musiker Volker Hagedorn gelungen. Pressburg, Wechmar, Ohrdruf, Arnstadt,Dornheim, Mühlhausen, Erfurt , Weimar, Schweinfurt u.a.werden als Bach-Orte lebendig. Und die Entdeckung des Alt-Bachisches Archiv kann keiner besser bewerten, als ein Praktiker. Auch für mich, der alle Bach-Orte ‚abgeradelt‘ hat (Bach by bike) und die Bach Werke gut kennt, war die Lektüre erfrischend. Begleitend kann man über Facebook die passende Musik hören. So wird das Familienbild der ‚Bache‘ abgerundet.

Bild: Adamo vor Schloß Wiederau.vgl.BWV 30a

adamo ruft:

5.0 von 5 Amazon Sternen –Spritzig, witzig, kenntnisgenau-, eben authentisch

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Video BWV 30a Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Cantate – Kantate –
BWV 30a – Angenehmes Wiederau, freue dich in deinen Auen!

Dramma per musica
Hommage (Johann Christian von Hennicke)

Première audition – Uraufführung – First perfomance
Wiederau – 28.09.1737

00:00 1. Chœur
Angenehmes Wiederau, freue dich in deinen Auen!
03:30 2. Récitatif (Basse, Soprano, Alto, Ténor)
So ziehen wir in diesem Hause hier
04:25 3. Aria (Basse)
Willkommen im Heil, willkommen in Freuden
09:05 4. Récitatif (Alto)
Da heute dir, gepriesner Hennicke
09:41 5. Aria (Alto)
Was die Seele kann ergötzen
14:10 6. Récitatif (Basse)
Und wie ich jederzeit bedacht
14:45 7. Aria (Basse)
Ich will dich halten und mit dir walten
20:13 8. Récitatif (Soprano)
Und obwohl sonst der Unbestand
21:04 9. Aria (Soprano)
Eilt, ihr Stunden, wie ihr wollt
25:08 10. Récitatif (Ténor)
So recht! ihr seid mir werte Gäste
25:50 11. Aria (Ténor)
So, wie ich die Tropfen zolle
28:18 12. Récitatif (Soprano, Basse, Alto)
Drum, angenehmes Wiederau
29:24 13. Chœur
Angenehmes Wiederau, prange nun in deinen Auen!

Soprano – Sopran – Soprano
Sandrine Piau

Alto – Alt – Alto
Bogna Bartosz

Ténor – Tenor – Tenor
Christoph Prégardien

Basse – Baß – Bass
Klaus Mertens

Amsterdam Baroque Orchestra & Choir – Ton Koopman

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Grüße

Adamo

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Deutschlandfunk Kultur am 30.06.2016 um 20:03 Uhr – Bachfest Leipzig mit dem Thomanerchor


Bachfest Leipzig mit dem Thomanerchor
Anfang und Ende aller Musik
Aufzeichnung aus der Thomaskirche vom 17. Juni 2016 

Deutschlandfunk-Kultur um 20:03 Uhr am Donnerstag, 30.06.2016 /

Link: Zum Internetradio

Bachfest Leipzig Thomaner Rege-Bach

Foto: Der Thomanerchor und das Gewandhausorchester unter Leitung von Gotthold Schwarz in der Leipziger Thomaskirche (Gert Mothes/Bachfest Leipzig)
Kaum ein Komponist hat so viel getan für die Verbreitung von Bachs Musik wie Max Reger. Anlässlich des Reger-Gedenkjahres steht sein Schaffen im Mittelpunkt des Bachfests Leipzig, auch in diesem Konzert des Thomanerchores mit der Staatskapelle Weimar.

Max Reger war Organist, Komponist, Universitätsmusikdirektor und Chorleiter. In diesem Jahr begeht die Musikwelt seinen 100. Todestag. Leipzig ist mit dabei, denn Reger hat vielschichtige Spuren in dieser Stadt hinterlassen, auch im Zusammenhang mit dem Werk Bachs.
Das Gewandhausorchester Leipzig hat so manches Werk von Max Reger aus der Taufe gehoben. Karl Straube, seit 1902 Thomasorganist, später auch Thomaskantor und lebenslanger Freund Regers, war ein idealer Interpret für Regers Orgelwerke. Durch sein Engagement wurden diese Kompositionen in ganz Deutschland bekannt. Straube war es auch, der dem Freund zu gesellschaftlicher Anerkennung verhalf. Schließlich wurde Reger 1907 zum Musikdirektor der Leipziger Universität berufen. Wenig später erhielt er eine Professur am Königlichen Konservatorium der Musikstadt, die er bis zu seinem Tod innehatte. Max Regers Geist umweht also viele Orte in Leipzig. Dieser Komponist, der einen ganz eigenen Weg zwischen Tradition und Moderne gewählt hat, ist hier eine feste Größe.
„Es gibt nichts so Kompliziertes in unserer modernen Harmonik, was nicht der alte Bach längst vorweg genommen hätte“, so beschrieb Max Reger sein musikalisches Vorbild Bach. Reger bewunderte die „Geheimnisse der Harmonie“ in Bachs Werken und dessen Fugentechnik, die er als Basis allen Komponierens verstand: „Sebastian Bach ist für mich Anfang und Ende aller Musik; auf ihm ruht und fußt jeder wahre Fortschritt“.

Auch das Bachfest Leipzig ehrt Max Reger in diesem Jahr. „Trauer und Trost“‘ war der Titel eines Konzerts in der Thomaskirche am 17. Juni mit Kantaten, Gesängen und einem Requiem. Neben Max Regers Stücken wurden auch Werke seiner kompositorischen Vorbilder Johannes Brahms und Johann Sebastian Bach aufgeführt. Geleitet wurde der Abend vom neuen Thomaskantor Gotthold Schwarz.

Mehr als ein Jahr lang suchte Leipzig einen Nachfolger für Georg Christoph Biller. Ende Mai fiel die Entscheidung – überraschend – für Gotthold Schwarz.
Der Sänger und Dirigent, für kurze Zeit selbst Mitglied des Thomanerchores, leitete den Knabenchor im vergangenen Jahr schon kommissarisch. Da keiner der insgesamt 40 anderen Kandidaten das Wahlgremium überzeugen konnte, wurde der Interimskantor nun offizieller Leiter des weltberühmten Knabenchores.
Im Interview in der Konzertpause spricht Gotthold Schwarz über das Programm des Konzertabends und über seinen alten-neuen Job.

Bachfest Leipzig
Thomaskirche
Aufzeichnung vom 17. Juni 2016

Max Reger
„Der Mensch lebt und bestehet“ für achtstimmigen gemischten Chor op. 138 Nr. 1

Johannes Brahms
„Begräbnisgesang“ für gemischten Chor, zwölf Blasinstrumente und Pauken op. 13

Max Reger
„O Tod, wie bitter bist du“, Motette für fünfstimmigen gemischten Chor op. 110 Nr. 3
Requiem für Bariton, gemischten Chor und Orchester op. 144b

Johann Sebastian Bach
Kantate „Ich hatte viel Bekümmernis“ BWV 21
(Einrichtung von Robert Franz)

Julia Sophie Wagner, Sopran
Nicole Pieper, Mezzosopran
Martin Lattke, Tenor
Henryk Böhm, Bariton
Thomanerchor Leipzig
Staatskapelle Weimar
Leitung: Gotthold Schwarz


 

Deutschlandfunk-Kultur um 20:03 Uhr am Donnerstag, 30.06.2016 /

Link: Zum Internetradio

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Gotthold Schwarz – am 10.6.2016 zum 17. Thomaskantor vom Leipziger Stadtrat ernannt !!


Beschluss im Leipziger Stadtrat vom 10. Juni 2016

Gotthold Schwarz zum Thomaskantor ernannt !!

Gotthold Schwarz zum 17.Thomaskantor ernannt !!

                                Gotthold Schwarz zum 17.Thomaskantor ernannt !!

Gotthold Schwarz ist der neue Leiter des Thomanerchores Leipzig. Das hat der Stadtrat Leipzig heute in einer Sondersitzung mit großer Mehrheit beschlossen. Der 63-Jährige war nach dem krankheitsbedingten Rücktritt von Georg Christoph Biller schon als Interimskantor tätig.17. Thomaskantor nach Bach.

Eine Überraschung ist der Beschluss des Stadtrates nicht. Denn Schwarz war der Vorschlag der Findungskommission, die sich unter anderem aus Vertretern der Stadt, des Fachausschusses Kultur, des Thomanerchores, der evangelisch-lutherischen Landeskirche Sachsen und des Bach-Archivs zusammensetzt. Das monatelange Auswahlverfahren wurde damit vor knapp zwei Wochen beendet; alle renommierten Bewerber wurden abgelehnt. Bis zu diesem Zeitpunkt war Schwarz für das Amt nicht im Gespräch gewesen.

Insgesamt gab es 42 Bewerber für das Amt des Thomaskantors; vier wurden zu Probedirigaten und Auftritten eingeladen. Im Finale standen schließlich Clemens Flämig und Markus Teutschbein. Nun tritt Gotthold Schwarz das Amt des 17. Thomaskantors nach Johann Sebastian Bach (1685-1750) an, der das Thomaskantorat 27 Jahre innehatte.

Thomaskantor mit Solistenerfahrung

Gotthold Schwarz wurde 1952 in Zwickau geboren und sang als Kind selbst für kurze Zeit im Thomanerchor. Seine musikalische Ausbildung erhielt er in Dresden und Leipzig, wo er Kirchenmusik, Gesang und Dirigieren studierte. Ab 1979 war Schwarz als Stimmbildner bei den Thomanern tätig. Außerdem sammelte er zahlreiche Erfahrungen als Chor- und Orchesterleiter und Solist. Als Oratorien- und Liedsänger machte er sich international einen Namen. Mehrfach vertrat er in den 1990er-Jahren den künstlerischen Leiter des Thomanerchores zu Leipzig und übernahm im Februar 2015 nach dem Rücktritt von Georg Christoph Biller die Proben und Konzerte des Chores.

(Textquelle: mdr)

Zum Abschied des Thomaskantors Georg Christoph Biller – Leipziger Kirchenmusiken des 18. und 21. Jahrhunderts
MDR FIGARO im Konzert 19.06.2015
Bachfest Leipzig 2015

Johann Sebastian Bach:
– „Wer mich liebet, der wird mein Wort halten“, BWV 74
– „Herr Jesu Christ, wahr` Mensch und Gott“, BWV 127
– „Gelobet sei der Herr, mein Gott“, BWV 129

Stephan König: „Haddock“, Chorkantate op. 205 (UA)

»Haddock« wird musiziert von der Leipziger Cantorey und der Staatskapelle Weimar unter der Leitung von Alt-Thomaskantor Georg Christoph Biller.

Cornelia Samuelis (Sopran), Susanne Langner (Alt), Tobias Hunger (Tenor), Matthias Vieweg (Bass), Leipziger Cantorey, Leitung: Alt-Thomaskantor Georg Christoph Biller, Thomanerchor Leipzig, Staatskapelle Weimar, Stefan Altner (Continuo-Cembalo), Cornelia Osterwald (Continuo-Orgel), Leitung: Gotthold Schwarz

Aufnahme vom 17.06.2015, Thomaskirche, Leipzig

Ich finde es großartig, dass der Entschluss endlich verwirklicht wurde, dass ein verdienstvoller Chorleiter und Pädagoge zum 17. Thomaskantor offiziell ernannt worden ist. Von dieser Seite meinen „Herzlichen Glückwunsch“ und weiterhin ein gedeihliches Wirken mit dem Thomanerchor.

Herzliche Grüße

Volker

News aus der Klassikszene – J.S. Bach der größte Musikaufklärer – Neue CD BacHasse, Gegensätze ziehen sich an


Die wahre Revolution der Musikgeschichte !

Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750)

 Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750) (Foto:picturealliance/dpa)

Musik war einst „eine Sprache ohne Vokale“. Dann kamen Johann Sebastian Bach und weitere Aufklärer und veränderten die Geschichte. Sie verhalfen der Dienerin Musik, ihre Autonomie zu erlangen.

Johann Sebastian Bach, der frommste aller Komponisten, war zugleich einer der größten Aufklärer der Musikgeschichte. Sein „Wohltemperiertes Klavier“ ist ein Denkmal fürs pythagoreische Komma, das ihm zu bürgerlicher Emanzipation verhalf.

Diese kleine Abweichung von der reinen Stimmung ermöglichte es erst, zwölf Quinten zu einer Oktave zu schließen. Seitdem kann man ohne Misston von Es-Dur nach G-Dur modulieren. Und es gibt Präludien und Fugen in cis-moll…….

Zum ganzen ArtikelDIE WELT

http://www.welt.de/debatte/kolumnen/ueber-den-clouds/article154809835/Die-wahre-Revolution-der-Musikgeschichte.html


Alte Musik
BacHasse: Gegensätze ziehen sich an

Neue CD BacHasse

         Neue CD BacHasse – Benno Schachtner (Altus) & Stefan Temmingh (Blockflöte)

Johann Sebastian Bach und Johann Adolf Hasse  (1699 -1783) – diese beiden Zeitgenossen waren wirklich zwei völlig unterschiedliche Musikerpersönlichkeiten. Das Projekt „Bach-Hasse – Gegensätze ziehen sich an“ von Stefan Temmingh und Benno Schachtner (Altus) hat nun eine CD mit den Werken beider Komponisten herausgebracht.

J.S. Bach und Hasse – diese beiden Zeitgenossen waren wirklich zwei völlig unterschiedliche Musikerpersönlichkeiten:

Johann Sebastian Bach stammt aus der mitteldeutschen Kantoreitradition und arbeitete sich über verschiedene Organisten- und Kapellmeisterpositionen hoch zum Thomaskantor in Leipzig. Das war zwar eine der angesehendsten Kantorenstellen im protestantischen Deutschland, Bachs Wirken war aber auch ganz auf die Stadt Leipzig konzentriert. Von größeren Reisen, etwa nach Italien oder England, konnte Bach angesichts seiner vielen Aufgaben nur träumen. Seine großartigen Kirchenkantaten erklangen ausschließlich in den Leipziger Hauptkirchen, überregionale Ausstrahlung besaßen allenfalls seine Clavierwerke.

Johann Adolf Hasse dagegen war zu Lebzeiten ein in ganz Europa bekannter Musiker. Er feierte Opernerfolge in Neapel und Venedig, bekleidete von 1733 bis 1763 das Amt des Dresdner Hofkapellmeisters und trat in Wien, Warschau, Berlin, Paris sowie weiteren Metropolen auf. Gekoppelt an diese Popularität waren gewaltige finanzielle Einkünfte und große künstlerische Freiheiten, die einem städtisch Angestellten wie Bach nie zugekommen wären.

Trotz dieser Gegensätze haben sich Bach und Hasse persönlich offenbar sehr geschätzt, mehrfache Treffen sowohl in Dresden als auch in Leipzig sind zu vermuten. Sicher haben die Musiker dabei ihre Erfahrungen und aktuellen Musikalien ausgetauscht.

In diesem Sinne ist auch das Projekt „Bach-Hasse – Gegensätze ziehen sich an“ von Stefan Temmingh und Benno Schachtner angelegt. Auf dieser CD sind bunt gemischt weltliche und geistliche Werke von Bach und Hasse vereint. So erklingen zwei Solokantaten und eine Flötensonate von Hasse, während Bach mit drei Arien aus Kirchenkantaten vertreten ist, die jeweils durch kurze Solowerke intoniert werden. Das Konzept geht sehr gut auf, denn in ihrem Einfallsreichtum und ihrer Ausdruckspalette kommen sich die beiden Komponisten trotz unterschiedlicher Stile sehr nahe.

Stefan Temmingh beeindruckt einmal mehr mit seinem differenzierten Blockflötenspiel. Wie er schon in seinen letzten Einspielungen eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat, verfügt er auch hier über einen facettenreichen Ton, der von klagenden, melancholischen Klängen (etwa in Bachs Arie „Leget euch dem Heiland unter“) bis zu unbändig-artistischer Virtuosität reicht (besonders in der Hasse-Sonate). Zu diesem warmen Flötenklang passt hervorragend die Alt-Stimme von Benno Schachtner, der 2012 als erster Countertenor Bachpreisträger in Leipzig wurde. Er singt rein und intonationssicher und bewältigt auch die rasantesten Koloraturen Hasses spielend. Hinzu kommen Wiebke Weidanz an den Tasteninstrumenten (darunter auch ein selten zu hörendes Lautenklavier) und Domen Marinčič als Cellist und Gambist. Bach und Hasse hätten da wohl beide gern zugehört.

(Bernhard Schrammek, kulturradio)

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Die CD ist bei Amazon erhältlich !   <————   (den nebenstehenden Text anklicken)

 


Herzliche Grüße

Volker

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Thomaskantornachfolge – Zwei Kandidaten in der engeren Auswahl, das Findungsverfahren bleibt weiterhin ergebnisoffen


Thomaskantornachfolge – Zwei Kandidaten in der engeren Auswahl

Datum: 19.04.2016, Bürgerservice und Verwaltung, Kunst und Kultur, Musik

Die beiden Kandidaten Clemens Flämig und Markus Teutschbein haben dem weiteren Verfahren zugestimmt. Das Findungsverfahren bleibt weiterhin ergebnisoffen und ist noch nicht beendet.

v.l.: Clemens Flämig und Markus Teutschbein sind für die Thomaskantornachfolge in der engeren Auswahl

 

Vier Kandidaten für das Amt des Thomaskantors haben in den vergangenen Monaten in Proben und Aufführungen ihr Können unter Beweis gestellt. Alle vier Kandidaten haben als starke musikalische Persönlichkeiten ein sehr hohes Leistungsniveau mit bemerkenswert unterschiedlichen musikalischen, klanglichen Ergebnissen vorstellen können, so dass die Auswahl nicht leicht fiel.

Zum weiteren Verfahren

Im Ergebnis der intensiven Diskussionen um die Nachbesetzung einer der wichtigsten musikalischen Positionen in Leipzig und der Musikwelt folgte die Findungskommission einvernehmlich folgendem Vorschlag der Auswahlkommission zum weiteren Verfahren:

  • Zwei der in die engere Wahl gekommenen Kandidaten werden gebeten, sich in den kommenden Wochen der großen Findungskommission unter der Leitung von Oberbürgermeister Burkhard Jung in einem Gespräch vorzustellen und darüber hinaus in einer nichtöffentlichen Probe die jeweils selben Werke von Johann Sebastian Bach im Beisein der Mitglieder der Findungskommission einzustudieren.
  • Die beiden eingeladenen Kandidaten sind: Clemens Flämig und Markus Teutschbein. Beide haben dem weiteren Verfahren zugestimmt. Das Findungsverfahren bleibt weiterhin ergebnisoffen und ist noch nicht beendet.

Zum bisherigen Verfahren

Am gestrigen Montag, 18. April 2016, war die Findungskommission zur Nachfolge im Thomaskantorenamt unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister Burkhard Jung zu einer Sitzung zusammen gekommen, nachdem am Sonntag, 17. April 2016, die letzte Probewoche der vier Kandidaten ein erfolgreiches Ende gefunden hatte.

Die Auswahlkommission unter der Leitung von Professor Jörg-Peter Weigle beschrieb der Findungskommission die Erfahrungen und Ergebnisse der Kandidatenwochen. Die intensive, musikalisch anspruchsvolle Probenarbeit mit dem Thomanerchor, dem Gewandhausorchester, Solisten und dem Thomasorganisten, wie auch die Erfahrungen aus den zahlreichen Gesprächen mit den Kandidaten und vor allem die Aufführungen in der Thomaskirche wurden detailliert und umfassend erläutert.

In die daran anschließende Empfehlung der Auswahlkommission sind die transparent vorgetragenen Voten der am Findungsverfahren Beteiligten eingeflossen, wie die der Mitglieder des Thomanerchores, der Musikerinnen und Musiker des Gewandhausorchesters, des Kirchenvorstandes der Thomaskirche, der Eltern der Thomaner, der pädagogisch, musikalisch und in der Verwaltung wirkenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Thomanerchores.

Hintergrund

Die vier Kandidaten, die zu einer Probewoche nach Leipzig eingeladen waren, sind Markus Teutschbein aus Basel, Clemens Flämig aus Halle/Saale, KMD Prof. Dr. h.c. Markus Johannes Langer aus Rostock und Matthias Jung aus Dresden.

Zusammensetzung der Findungskommission

  • Oberbürgermeister Burkhard Jung, Stadt Leipzig
  • Kulturbürgermeister Michael Faber, Stadt Leipzig / Dezernat Kultur
  • Annette Körner, Vorsitzende des Fachausschusses Kultur
  • Andrea Niermann, Fachausschuss Kultur
  • Dr. Skadi Jennicke, Fachausschuss Kultur
  • Dr. Stefan Altner, Geschäftsführer des Thomanerchores Leipzig
  • Britta Taddiken, Pfarrerin an der Thomaskirche zu Leipzig
  • Prof. Andreas Schulz, Direktor des Gewandhauses zu Leipzig
  • Tobias Haupt, Gewandhaus zu Leipzig, Vorsitzender des Orchestervorstandes
  • Prof. Dr. Peter Wollny, Direktor des Bach-Archives Leipzig
  • Markus Leidenberger, Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen, Landeskirchenmusikdirektor
  • Kathleen-Christina Kormann, Schulleiterin der Thomasschule zu Leipzig (Gymnasium)
  • Prof. Jörg-Peter Weigle, Professor für Dirigieren/Chorleitung in Berlin, Fachexperte

Auswahlkommission

  • Prof. Jörg-Peter Weigle, Professor für Dirigieren/Chorleitung in Berlin, Fachexperte
  • Tobias Haupt, Gewandhaus zu Leipzig, Vorsitzender des Orchestervorstandes
  • Britta Taddiken, Pfarrerin an der Thomaskirche zu Leipzig
  • Dr. Stefan Altner, Geschäftsführer des Thomanerchores Leipzig

(Textquelle Stadt Leipzig)

Kirchenmusik Bergkirchen (OWL) Eröffnung der Reihe „Musik für Spaziergänger“ am 6.3.2016 um 16:30 Uhr


Kirchenmusik Bergkirchen (OWL) Eröffnung der Reihe „Musik für Spaziergänger“ 2016

Am Sonntag,, wird um 16.30 Uhr die Reihe „Musik für Spaziergänger“ 2016 mit einem Konzert für Querflöte und Marimbaphon in der Kirche zu Bergkirchen eröffnet.

Zu Gast sind die ungarischen Musiker Anita Farkas, Querflöte und Miklós Vitkóczy, Marimbaphon (großes Xylophon mit 5 2/3 Oktaven Tonumfang und 3 m Länge). Anita Farkas schloss ihr Studium 2011 an der Hochschule für Musik Detmold mit dem Konzertexamen ab. Hier lernte die junge, vielfach preisgekrönte Ungarin auch ihren Duo-Partner Miklós Vitkóczy kennen, der in der Klasse von Professor Prommel Schlagzeug studiert. Unter dem Titel „Tango trifft Neue Musik“ sind südamerikanische und klassische Werke von Josh Gottry „Foundations“, Bela Bartok „6 Rumänische Volkstänze“, Astor Piazzolla „Histoire du Tango“, Carl Philipp Emanuel Bach Sonate a-moll, Alfred Schnittke „Suite in Old Style“ und von Ney Rosauro „Two pieces for flute and Marimba“ zu hören.

Der Titel des Programms verspricht ein außergewöhnliches musikalisches Erlebnis. Die international bekannten Musiker spielen Werke, die in die temperamentvolle, rhythmische und leidenschaftliche Welt der Musik entführen. Der sanfte, tiefe Klang des Marimbaphons trifft hier auf den brillanten, eleganten Ton der Querflöte; eine faszinierende und wunderschöne Klangmischung.

Anstelle von Eintrittskarten wird eine Kollekte gesammelt.

Ab 15 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen im Gemeindehaus.

Weitere Informationen erhält man unter:

www.bergkirchen.net, E-Mail: musik@bergkirchen.net

Anita Farkas 2Anita Farkas gehört zweifellos zu den herausragenden Flötistinnen ihrer Generation. Fachjournalisten bescheinigen der jungen, vielfach preisgekrönten Ungarin „enorme Virtuosität und Klangvielfalt“.Anita Farkas wurde in Budapest in eine Musikerfamilie hineingeboren und siedelte schon im Kindesalter mit ihren Eltern in die Türkei um. Dort studierte sie am Konservatorium der Anadolu Universität und anschließend an der Musikakademie. Im Jahr 2004 wechselte sie in die Flötenklasse von Prof. János Bálint an die Hochschule für Musik Detmold, wo sie 2008 ihr Studium mit dem künstlerischen Diplom abschloss. 2012 legte sie ihr Konzertexamen mit Auszeichnung ab.

Anita Farkas erspielte sich bereits während ihres Studiums in der Türkei den 1. Preis beim Anadolu Universitätswettbewerb in der Solowertung. 2008 bekam sie beim 4. Internationalen Flötenwettbewerb in Krakau einen 2. Preis (der 1. Preis wurde nicht vergeben), ein Jahr später wurde sie mit dem 1. Preis des DAAD-Wettbewerbs ausgezeichnet. Ebenfalls 2009 ehrte sie der deutsche Richard-Wagner-Verband mit einem Stipendium und 2011 wurde ihr der GWK-Förderpreis Musik der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit zugesprochen.

Die Flötistin konzertiert vielfach als Solistin mit internationalen Orchestern, u.a. spielte sie mit dem Mahler Chamber Orchestra (MCO), den Dortmunder Philharmonikern, dem Sinfonieorchester Münster, der Budapester Staatsoper, dem BM Duna Sinfonieorchester, Ungarn, dem Wroclaw Chamber Orchestra, Polen, dem Bratislava Kammerorchester und dem Prager Symphonieorchester. Bei zahlreichen CD-Produktionen, Rundfunk- und Fernsehaufnahmen wirkte sie als Solistin und Orchestermusikerin mit. Konzertauftritte führten sie durch Deutschland, Frankreich, Italien, Ungarn, Polen, Schweiz, Türkei, USA, Chile, Peru und Taiwan.

Anita Farkas spielt seit 2008 mit dem Gitarristen Juan Carlos Arancibia im Arie Duo und im Duo Lumière mit der Harfenistin Jasmin-Isabel Kühne. Im Herbst 2010 zeichnete der Westdeutsche Rundfunk das Arie Duo in seinen „Open Auditions“ aus. Seine erste CD „Café“, die das Magazin des Bundes Deutscher Zupfmusiker als „absolut hörenswert“ empfahl, legte das Arie Duo 2012 vor. 2013 gewann es den 3. Preis beim Gerhard-Vogt-Wettbewerb  „Gitarre plus 1“ und den 2. Preis beim Leopold Bellan Kammermusikwettbewerb in Paris. Zum Duo Lumière schlossen sich Jasmin-Isabel Kühne und Anita Farkas 2013 zusammen. Seitdem konzertieren die beiden deutschlandweit.

Anita Farkas unterrichtet seit mehreren Jahren in Deutschland und ist seit 2013 Jurorin beim Wettbewerb „Jugend musiziert“. Sie gibt Meisterkurse u.a beim Beigang International Music Festival in Taiwan, in Chile und Peru. Seit 2015 spielt die junge Künstlerin mit dem One Earth Orchestra.

Miklos Vitkoczy 1Miklós Vitkóczi ist 1991 in Budapest (Ungarn) geboren. Mit dem Schlagzeugspiel begann er im Alter von 12 Jahren. Er nahm an diversen Wettbewerben Ungarns erfolgreich teil, und gewann beim nationalen Wettbewerb ungarischer Musikschulen den 1. Preis. Auf einer gemeinsamen Konzerttournee im Jahre 2008 nach China und Indonesien im Vienna Symphony Orchestra konnte er an der Seite seines ehemaligen Lehrers wertvolle Orchestererfahrungen sammeln.

2010 wurde Miklós Vitkóczy für herausragende musikalische Leistungen mit der Ferenc Farkas-Auszeichnung der gleichnamigen Musikschule besonders geehrt. Mit den Donauer Symphonikern (Ungarn) spielte er 2011 das Marimba Solokonzert von Ney Rosauro. 2010 begann Miklós Vitkóczy sein Bachelor Studium an der Hochschule für Musik Detmold in der Klasse von Herrn Prof. Prommel. Nach erfolgreichem Abschluss setzt er nun sein Masterstudium fort. Neben solistischen Aktivitäten konzertiert er mit verschiedenen Kammermusik-Ensembles und namhaften deutschen Orchestern wie der Musica Assoluta, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, der Philharmonie Südwestfahlen und dem Detmolder Kammerorchester. 2012 gründete Miklós Vitkóczi mit der Flötistin Anita Farkas ein Duo.

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