Georg-Christoph Biller „Der Weg vom Thomaner bis zum Thomaskantor!“
Probe des Thomanerchores unter Leitung von Georg Christoph Biller (2012)
Für die Öffentlichkeit kam Anfang 2015 die Nachricht, dass Georg Christoph Billerals Thomaskantor zurücktritt, überraschend. Der Musiker und Musikpädagoge, der mehr als zwei Jahrzehnte den berühmten Leipziger Thomanerchor leitete, hatte sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Seit 1999 wegen Depressionen in klinischer Behandlung, musste der 16. Thomaskantor nach Johann Sebastian Bach vor drei Jahren beruflich die Notbremse ziehen.
„Depressionen kommen aus heiterem Himmel, machen unfähig zum klaren Denken und systematischen Arbeiten. In solchen Phasen war die Arbeit mit den mir anvertrauten Knaben und jungen Männern besonders schwierig: Wie soll man jemanden motivieren, wenn einem selbst schwer ums Herz ist?“
Pastorensohn als Thomasser
Als Sohn eines Pastors 1955 in Nebra (Burgenlandkreis) geboren, stand in dem kleinen Ort „einer unbeschwerten Kindheit nichts im Wege“, erklärt Biller. „Besonders angetan war ich von Chormusik, weshalb ich schon als Fünfjähriger verkündete, dass ich Thomanerwerden wollte.“
Nachdem ihm das dafür notwendige musikalische Rüstzeug von dem damaligen Naumburger Domkantorvermittelt worden war, konnte sich der junge Georg freuen, 1965 Aufnahme bei den Thomanern zu finden. Die nächsten Jahre verbrachte Biller im „Kasten“ – wie die Sänger bis heute ihr Leipziger Alumnat nennen.
Die Knaben bezeichnen sich nicht als Thomaner, sondern schmissiger als „Thomasser“, und unter ihnen werden die jüngsten Schüler „Sexer“ gerufen. Als solchem sei es Biller anfangs schwergefallen, sich an das Leben in einem Internat zu gewöhnen. Vergeblich hoffte er mit Ausreden die Erlaubnis zu erhalten, nach Hause fahren zu dürfen: Einmal, so erinnert sich Biller, wollte mit dem dringlichen Hinweis dem Leipziger „Kasten“ entfliehen, er müsse im heimatlichen Nebra sein Reh füttern.
Die Thomaner wurden aber nicht nur die künstlerische Heimat Billers, sondern auch der Startpunkt für seine musikalische Karriere. Mit Erhard Mauersberger und Hans-Joachim Rotzscherlebte er zwei als Künstler und Charaktere höchst unterschiedliche Kantoren. 1992 wurde Biller Nachfolger von Rotzsch, der über seine Vergangenheit als IM des MfS stolperte.
Doch ehe es so weit war, waren die Mühen der Ebene zu durchmessen: Nach dem Abitur folgten für Biller 18 Monate bei der Nationalen Volksarmee, die auch für ihn, der in Halle und Weißenfels zu dienen hatte, weit mehr ein Straf- als der von der DDR-Propaganda so bezeichnete „Ehrendienst“ waren. Schon 1980, im letzten Jahr des folgenden Musikstudiums, zum Chordirektor des Leipziger Gewandhauses und zugleich zum Dozenten für Chorleitung an der Kirchenmusikschule in Halle ernannt, standen ihm als Dirigent und Sänger nicht nur die Türen in der DDR offen, sondern bald auch die in den Westen. Bereits in den 1980er Jahren konnte Biller jenseits der Mauer auftreten.
Den schönsten Augenblick seines noch jungen Lebens erlebte Biller jedoch weder in West-Berlin noch in Tokio, sondern in Leipzig, als der Musiker am 9. Oktober 1989 Teil der größten Demonstration war, die Honeckers DDR bis dahin erlebt hatte. „Als wir realisiert hatten, dass nicht geschossen würde, begannen wir spontan zu singen, irgendetwas, was uns gerade einfiel … In diesen Momenten erlebte ich die glücklichsten zehn Minuten meines bisherigen Lebens“, so Biller.
Erfahrungen im Westen
Nach der politischen Wende und der deutschen Einheit musste auch er sich neu orientieren. Zu dem Unterricht an der Kirchenmusikschule Halle kamen 1990 Professuren für Chordirigieren in Frankfurt (Main) und Hochschule für Musik Detmold. Im Westen habe er erstmals erlebt, was ihm aus seiner Tätigkeit in der DDR so nicht bekannt war: „handfeste Intrigen“ unter den Kollegen.
Die deutsch-deutsche Pendelei endete mit Billers Berufung zum Thomaskantor. Dass er sein Amt mit zeitlicher Verzögerung antrat, war eine Folge endloser Autofahrten: Im Juli 1992 vom Sekundenschlaf übermannt, fuhr Biller gegen einen Baum und verletzte sich schwer.
Das Amt des Thomaskantors brachte in der neuen Zeit große Herausforderungen mit sich. Nicht nur die Lehrpläne waren neu zu gestalten, sondern auch die Unterrichtsräume und das Alumnat. Neben den Auftritten in der Thomaskirche standen immer öfter Gastspiele im In- und Ausland auf dem Programm. Auch CD-Produktionen und Fernsehaufnahmen bestimmten die Chor-Arbeit. Die habe Biller gern oft mit Leistungssport verglichen – „und bin dafür mitunter arg gescholten worden“.
Alles in allem aber gelte für den Musiker und Musikpädagogen, der sich in den vergangenen Jahren auf das Komponieren verlegt hat: „Wenn ich aus der Distanz der ersten Jahre nach dem Ausscheiden aus dem Amt zurückblicke, bewegt mich ein Gefühl tiefer Dankbarkeit.“
Die Jungs vom hohen C: Erinnerungen eines Thomaskantors
Johannes Brahms: (* 7. Mai 1833 in Hamburg; † 3. April 1897 in Wien) war ein deutscher Komponist, Pianist und Dirigent. Seine Kompositionen werden vorwiegend der Hochromantik zugeordnet; durch die Einbeziehung barocker und klassischer Formen gehen sie aber über diese hinaus. Brahms gilt als einer der bedeutendsten Komponisten der Musikgeschichte.
Unter einem Requiem versteht man gemeinhin die Liturgie der Totenmesse der katholischen Kirche bzw. kirchenmusikalische Kompositionen zum Totengedenken. Der im evangelisch-lutherischen Hamburg groß gewordene Brahms orientierte sich bei der Auswahl seiner Texte nicht am traditionellen Kanon des Requiems als Totenmesse, sondern wählte aus Texten des Alten und Neuen Testamentes in der Fassung der Lutherbibel vor allem solche aus, in denen der Trost der Hinterbliebenen im Mittelpunkt steht.
Brahms zeigte dabei, wie vertraut er mit den Bibeltexten und Psalmen war, und gestaltete sein Deutsches Requiem nicht als Trauermusik, sondern zum Trost derer, „die da Leid tragen“, also als eine von Ernst, Würde und Zuversicht getragene Musik für die Lebenden. Der kirchenmusikalischen Gattung des Requiems kann und soll das Werk deshalb nicht gerecht werden; von der Anlage – vor allem der Besetzung – her kann man es eher als Oratorium bezeichnen, wenn auch die dramatische Komponente fehlt. In der Textabfolge knüpft es am ehesten an die evangelische Motette früherer Zeiten an. Einer genauen Einordnung in eine musikalische Gattung verschließt sich das Werk, ähnlich wie Händels Messiah, mit dem es auch die Textauswahl zur Auferstehung der Toten gemeinsam hat.
Besetzung:
Gesang: Solo-Sopran, Solo-Bariton und vierstimmiger Chor.
Orchester: zwei Flöten, Piccoloflöte, zwei Oboen, zwei Klarinetten in A und B, zwei Fagotte, Kontrafagott ad libitum, vier Hörner, zwei Trompeten, drei Posaunen, Tuba, Pauken, zwei Harfen (unisono), Streicher, Orgel ad libitum.
Als das Deutsche Requiem am Karfreitag des Jahres 1868 im Bremer Domuraufgeführt wird, ist Johannes Brahms 35 Jahre alt. Die Aufführung wird ein bahnbrechender Erfolg für den jungen Komponisten.
Mit dem Gedanken, eine Trauermusik zu komponieren, trug sich Brahms bereits seit 1859. In dieser Zeit steht er noch unter dem Eindruck des Todes seines väterlichen Freundes und künstlerischen Mentors Robert Schumann, der nach schwerer Geisteskrankheit 1856 in Bonn verstarb. Schumann verkörperte für Brahms das Bild des genialen Künstlers schlechthin. Doch erst der Tod der geliebten Mutter im Jahre 1865 wurde zum direkten Auslöser für die Komposition des Werks.
Doch ist das Deutsche Requiem keine Totenmesse im Sinne der lateinischen kirchenmusikalischen Tradition. Ihm geht es nicht um ein Komponieren entlang der katholischen Liturgie, wie das bei den großen Requiemvertonungen des 19. Jahrhunderts der Fall war, wie etwa bei Verdi oder Dvorak. Brahms nahm sich die Freiheit, die ihm entsprechenden Texte aus dem Alten und Neuen Testament selbst auszuwählen. Einer kirchlichen Dogmatik, auch einer protestantischen, wollte er sich nicht unterwerfen. Brahms verzichtet auf die traditionellen Bilder von der Erlösung durch Christus am Tag des Jüngsten Gerichts. Anstelle dessen setzt er den zentralen Gedanken von Trauer, Trost und Hoffnung – eine Hinwendung zum Diesseits. Es gilt, der Toten zu gedenken und die Lebenden zu trösten. „Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden“ – der erste Satz nach Worten aus der Bergpredigt ist gleichsam das Motto, das über dem ganzen Werk steht.
Nicht zuletzt der Blick des Komponisten über konfessionelle Grenzen hinaus auf den Ernst der letzten Dinge, auf das menschlich Wesentliche, hat bewirkt, dass das Deutsche Requiem seinen Weg in die Herzen der Menschen gefunden hat und einen festen Platz in unserer Musikkultur einnimmt.
Johannes Brahms (born May 7, 1833 in Hamburg, † April 3, 1897 in Vienna) was a German composer, pianist and conductor. His compositions are mainly attributed to the high romantic; but by incorporating baroque and classical forms, they go beyond them. Brahms is considered one of the most important composers in music history.
A requiem is commonly understood to mean the liturgy of the funeral mass of the Catholic Church or church music compositions to commemorate the dead. Brahms, who had grown up in Protestant-Lutheran Hamburg, did not follow the traditional canon of the requiem as the funeral mass when choosing his texts, but selected texts from the Old and New Testaments in the version of the Luther Bible especially those in which the comfort of the bereaved the focus is on.
Brahms showed how familiar he was with the Bible texts and psalms, and designed his German Requiem not as funeral music, but as a consolation for those who „suffer because of it“, that is, a music carried by gravity, dignity and confidence for the living. Therefore, the work can not and should not do justice to the church music genre of the Requiem; From the plant – above all the occupation – one can call it rather oratorio, although the dramatic component is missing. In the text sequence, it most closely resembles the evangelical motet of former times. An exact classification into a musical genre closes the work, similar to Handel’s Messiah, with which it also has the text selection for the resurrection of the dead in common.
Occupation:
Vocals: solo soprano, solo baritone and four-part choir.
Orchestra: two flutes, piccolo, two oboes, two clarinets in A and B, two bassoons, contrabassoon ad libitum, four horns, two trumpets, three trombones, tuba, timpani, two harps (unison), strings, organ ad libitum.
When the German Requiem premieres on Good Friday of 1868 in the Bremen Cathedral, Johannes Brahms is 35 years old. The performance will be a groundbreaking success for the young composer.
Brahms had been involved with the idea of composing a funeral music since 1859. During this time he is still under the impression of the death of his paternal friend and artistic mentor Robert Schumann, who died after severe mental illness in 1856 in Bonn. Schumann embodied for Brahms the image of the ingenious artist par excellence. But it was only the death of her beloved mother in 1865 that became the direct trigger for the composition of the work.
But the German Requiem is not a funeral mass in the sense of the Latin church music tradition. He is not concerned with composing along the Catholic liturgy, as was the case with the great requiem settings of the nineteenth century, such as Verdi or Dvorak. Brahms took the liberty to select the texts corresponding to him from the Old and New Testament. He did not want to submit to ecclesiastical dogmatics, even Protestant ones. Brahms abandons the traditional images of Christ’s redemption on the Day of Judgment. Instead, he sets the central idea of grief, consolation and hope – a turn to this world. It is important to remember the dead and comfort the living. „Blessed are they that bear grief, for they are to be comforted“ – the first sentence of words from the Sermon on the Mount is, as it were, the motto that stands above the whole work.
Last but not least, the composer’s view beyond denominational boundaries to the seriousness of the last things, to the human essentials, has caused the German Requiem to find its way into people’s hearts and occupy a firm place in our musical culture.
Performed by:
Iwona Sobotka (soprano) and Andrè Schuen (baritone).
MDR SINFONIE ORCHESTRA
Conductor Risto Joost
Recording from the Frauenkirche in Dresden on 25.11.2017
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Ex-Thomaskantor Georg Christoph Biller hat seine Memoiren verfasst!
„Die Jungs vom hohen C. Erinnerungen eines Thomaskantors“
Georg Christoph Biller hat beim Mitteldeutschen Verlag seine Memoiren veröffentlicht. Biller, Jahrgang 1955, war von 1992 bis 2015 der 16. Thomaskantor nach Johann Sebastian Bach.
Taschenbuch-Ausgabe 12,00 Euro – Eine Leseprobe ist vorhanden!
Über zwei Jahrzehnte hat der ehemalige Thomaskantor Georg Christoph Biller den Leipziger Thomanerchor geleitet, bevor er das Amt 2015 abgab. Im Ergebnis vieler Gespräche mit dem Autor Thomas Bickelhaupt entstand dieser Erinnerungsband. Darin berichtet der Kirchenmusiker freimütig über Wege und Umwege aus einem mitteldeutschen Pfarrhaus an die Spitze des weltberühmten Knabenchores.
Die Erinnerungen lassen Billers Thomaner-Zeit von 1965 bis 1974 ebenso lebendig werden wie das folgende Studium und die Jahre als Dirigent, Gesangssolist und Chorleiter. Anhand konkreter Beispiele werden die sich aus der staatlichen Kulturpolitik der DDR ergebenden Konsequenzen für damaliges künstlerisches Wirken aufgezeigt.
Die persönlichen Gedanken zur Tätigkeit als 16. Thomaskantor nach Johann Sebastian Bach ab 1992 verbindet Biller wiederum mit kritischen Reflexionen über die besonderen musikalischen und menschlichen Herausforderungen dieses Amtes. Biografische Notizen, eine Diskografie und ein Verzeichnis der Kompositionen von Biller komplettieren den Band.
Es ist das größte klassische Musikereignis der Welt und wird mittlerweile weltweit in über 90 Ländern verfolgt. Am Dirigentenpult steht Riccardo Muti. Er leitet bereits zum fünften Mal dieses prestigeträchtige Event musikalisch.
Die Wiener Philharmoniker präsentieren zum Jahreswechsel wieder ein heiteres und zugleich besinnliches Programm aus dem reichen Repertoire der Strauß-Dynastie und deren Zeitgenossen.
Das Orchester versteht sich als musikalischer Botschafter Österreichs und möchte allen Menschen einen Gruß im Geiste von Hoffnung, Freundschaft und Frieden übermitteln.
Unterstützt werden die Musiker vom Wiener Staatsballett. Zehn Tänzer führen eine Choreografie zu dem Walzer „Rosen aus dem Süden“ vonJohann Straußauf dem Schloss Eckartsau auf. Des Weiteren wird ein Pas de deux zur „Stephanie-Gavotte“ von Alphons Czibulka im Hietzinger Hofpavillon zu sehen sein. Für beide Choreografien zeichnet der italienische Künstler Davide Bombanaverantwortlich.
Riccardo Muti hat im Lauf seiner Karriere mit allen prominenten Orchestern der Welt gearbeitet. Zu den Wiener Philharmonikern besteht jedoch ein besonders enges Verhältnis. Seit 1971 dirigiert Muti die Philharmoniker in Wien, Salzburg und auf der ganzen Welt. Nicht nur die bemerkenswerte Anzahl von nahezu 500 gemeinsamen Konzerten, sondern auch die besondere Qualität der Aufführungen verleiht Maestro Muti einen besonderen Stellenwert in der Geschichte der Wiener Philharmoniker.
Muti bereitet sich sehr intensiv auf die Konzerte vor und legt äußersten Wert auf Details, die ihn zu einem profunden Kenner des spezifischen Klanges der Wiener Philharmoniker machen. Diese enge Verbundenheit wurde vom Orchester honoriert, indem Riccardo Muti 2011, an seinem 70. Geburtstag, in Salzburg zum Ehrenmitglied der Wiener Philharmoniker ernannt wurde.
Der Leipziger Thomanerchor blickt auf mehr als 800 Jahre Geschichte und Tradition zurück. Der international renommierte Chor besteht zurzeit aus 93 Jungen, die in Deutschlands älteste öffentliche Schule gehen. „360° GEO-Reportage“ begleitet drei Schüler und ihre Lehrer in ihrem Alltag bis hin zum festlichen Höhepunkt des Chorjahres – dem Weihnachtsoratorium in der Thomaskirche.
Der Leipziger Thomanerchor ist ein weltberühmter Knabenchor mit einer mehr als 800-jährigen Chortradition. 1212 wurde der Thomaskirche eine Schule angegliedert, auf der Knaben dafür ausgebildet wurden, den musikalischen Gottesdienst anstelle der Chorherren zu übernehmen. Bekanntester Kantor des Chores war Johann Sebastian Bach.
Der Alltag der 93 Thomaner im Alter von neun bis 19 Jahren ist auch heute von Musik und Disziplin geprägt.“360° GEO-Reportage“ begleitet drei Schüler und ihre Lehrer in ihrem Alltag bis hin zum festlichen Höhepunkt des Chorjahres – dem Weihnachtsoratorium in der Thomaskirche. Was macht diesen Chor über Jahrhunderte hinweg bis heute für junge Menschen so attraktiv, dass sie für ihn ins Internat ziehen? Dass sie sich tagtäglich einer strengen musikalischen Disziplin unterwerfen? Dass sie ihm den größten Teil der kostbaren Freizeit und Freiheit opfern? Ist es die Liebe zur Musik und deren Wirkungsmacht? Ist es auch die religiöse Anbindung, die diese jungen Sänger prägt? Wie erlebt ein Neuling, wie der erst 9-jährige Leif sein erstes Jahr im Chor? Wie lebt ein fortgeschrittener Routinier, wie der 12-jährigen Nathanael, die Einrichtung? Und wie schaut einer wie der 17-jährige Jasper zurück auf seine Zeit im Thomanerchor?
Erfolg und Applaus sind den Thomanern jedenfalls sichere Belohnung, wo immer sie mit ihrer Musik die Herzen des Publikums erreichen. Das Jahr der Thomaner findet seinen musikalische Höhepunkt in der Vorweihnachtszeit, wenn, nur wenige Schritte vom Weihnachtsmarkt entfernt, die Thomaner, die Musiker desLeipziger Gewandhausorchesters und die Besucher zur festlichen Aufführung von Bachs Weihnachtsoratorium in die Thomaskirche strömen.
The Leipzig Thomanerchor looks back on more than 800 years of history and tradition. The internationally renowned choir currently consists of 93 boys who go to Germany’s oldest public school. „360 ° GEO Reportage“ accompanies three pupils and their teachers in their everyday life up to the festive highlight of the choir year – the Christmas Oratorio in the Thomaskirche.
The Leipzig Thomaner Choir is a world-famous boys‘ choir with more than 800 years of choral tradition. In 1212, the St. Thomas Church was affiliated with a school where boys were trained to perform the musical service instead of the canons. The best-known cantor of the choir was Johann Sebastian Bach.
The everyday life of the 93 students from the age of nine to 19 years is still marked by music and discipline. „360 ° GEO Reportage“ accompanies three pupils and their teachers in their everyday life up to the festive highlight of the choir year – the Christmas Oratorio in the Thomaskirche , What makes this choir over the centuries so attractive to young people that they go to boarding school for him? That they submit themselves daily to a strict musical discipline? That they sacrifice most of their precious free time and freedom? Is it the love of music and its impact? Is it also the religious connection that shapes these young singers? How does a newcomer, like the only 9-year-old Leif, experience his first year in chorus? How does an advanced veteran like 12-year-old Nathanael live the establishment? And how does one look like the 17-year-old Jasper back to his time in the St. Thomas Choir?
In any case, success and applause are a sure reward for the Thomans wherever they reach the hearts of the audience with their music. The year of the Thomaner finds its musical climax in the pre-Christmas period, when, just a few steps from the Christmas market, the Thomaner, the musicians of the Leipzig Gewandhaus Orchestra and the visitors pour into the Thomaskirche for the festive performance of Bach’s Christmas Oratorio.
Die Neumeister-Sammlung ist eine Zusammenstellung von 82 Choralvorspielen, die in einer von Johann Gottfried Neumeister (1757-1840) entstandenen Handschrift gefunden wurden. Als das Manuskript in den 1980er Jahren an der Yale University wiederentdeckt wurde, enthielt es 31 bisher unbekannte frühe Choralvertonungen von Johann Sebastian Bach , die als Nr. 1090-1120 in den BWV – Katalog aufgenommen und 1985 veröffentlicht wurden.
Einige Zeit nach 1807 ging das Manuskript an Christian Heinrich Rinck (1770-1846), dessen Bibliothek von Lowell Mason im Jahr 1852 gekauft wurde. Nach Masons Tod im Jahr 1873 wurde seine Sammlung von der Yale University in New Haven, Connecticut (USA) erworben. Dort lag der Neumeister-Band als Handschrift LM 4708, bis er Anfang 1984 von den Musikwissenschaftlern Christoph Wolff ( Harvard-Universität ) und Hans-Joachim Schulze ( Bach-Archiv Leipzig ) und Bibliothekar Harold E. Samuel (Yale) entdeckt wurden. Nachdem sie sich davon überzeugt hatten, dass das Manuskript echt sei, gaben sie die Entdeckung im Dezember 1984 bekannt.
‚Lass fahren, war auf Erde, wird lieber selig Werden‘ Mit einem langen, absteigenden Kranz von Noten am Ende des Choral, Illustriert Bach den Refrain des Textes: das Motto ‚wenn das Leben hart war, Heil erwartet im Himmel‘ (in Dur!). Der Priester Simeon, der hier spricht, steht für alle treuen Christen, wenn er erkennt, dass das Kommen Jesu einen entscheidenden Kurswechsel bedeutet. Doch bevor er diesen Punkt erreicht, kombiniert Bach alle möglichen Motive, die er als junger Organist von ihm aufgenommen hat – mit faszinierenden Ergebnissen. Es gibt statische Akkorde, die durch Pausen unterbrochen werden, eine einfache Harmonisierung der ersten Choralphrase und dann eine Wiederholung dieser Phrase, die jetzt von gebrochenen Akkorden begleitet wird. Die Läufe wie Intermezzi erzeugen ein verwirrendes Hörerlebnis. Wenn Bach im Orgelbüchlein, BWV 617, Jahre später wieder dieselbe Melodie verwendet, ist der Effekt viel zusammenhängender – aber vielleicht auch weniger abenteuerlich?
Neumeister kopierte den größeren Teil seiner Sammlung 1790 aus einem viel älteren, verlorenen Manuskript. Ich habe eine Vielzahl von populären Orgelchorälen ausgewählt, die er für gewöhnliche Gottesdienste selbst spielen könnte. Die Mehrzahl sind Werke von zwei von Bachs CousinsJohann Michael Bach (1648-1694) und Johann Christoph Bach (1642-1703) sowie von J.S. Bach selbst.
Unter anderem gibt es Arrangements von Friedrich Wilhelm Zachow(1663-1712) und Johann Pachelbell (1653-1706). So gibt Neumeister in seiner Sammlung eine Vorstellung von dem Repertoire, das J.S. Bach in jungen Jahren kannte. Bachs eigene Kompositionen in der Neumeister-Sammlung sind sehr alt und stammen meist aus der Zeit vor 1708 und wahrscheinlich sogar aus der Zeit um 1700, als Bach etwa fünfzehn Jahre alt war. Später fügte Neumeister weitere fünf Choräle hinzu, die viel jünger waren, geschrieben von seinem eigenen Lehrer Georg Andreas Sorge.
Christoph Eschenbach(* 20. Februar 1940 in Breslau) ist ein deutscher Pianist und Dirigent.
In diesem Satz spiegelt sich die Lebensgeschichte des Dirigenten Christoph Eschenbach. Nach den traumatischen Erlebnissen seiner Kindheit war er verstummt, und erst durch die Musik fand er die Sprache wieder. Für das Porträt kehrte er zurück in seine GeburtsstadtBreslau, an die Orte seiner Kindheit in Schleswig-Holstein und in seine Wahlheimat Paris.
Die erste Erinnerung des Dirigenten Christoph Eschenbach an das Leben ist der Tod. Die Mutter bei seiner Geburt gestorben, der Vater in einem Strafbataillon der Wehrmacht gefallen, strandete der Fünfjährige mit seiner Großmutter in einem Flüchtlingslager, in dem er als Einziger eine Typhusepidemie überlebte. Eschenbachs spätere Adoptivmutter holte ihn aus dem Lager. Monatelang konnte der traumatisierte Junge nicht mehr sprechen. Was ihn rettete, war die Musik. Seine Retterin Wallydore Eschenbach war Pianistin und Sängerin.
Über ihre Musik fand Christoph Eschenbach ins Leben und zur Sprache zurück. Was nach den traumatischen Anfängen folgte, war ein traumhafter Aufstieg: Aufgewachsen in Neustadt in Holstein gewann Eschenbach schon als Zehnjähriger beim Hamburger Steinway-Wettbewerbden ersten Preis. In den 1960er Jahren begann eine erfolgreiche Pianisten- und Dirigentenkarriere, gefördert durch Herbert von Karajanund George Szell.
Von 1999-2002 war Eschenbach Künstlerischer Leiter des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Aber viel wichtiger als die eigenen Erfolge war und ist Eschenbach die Förderung junger Talente. Eines von ihnen ist der Pianist Lang Lang. Für die Dokumentation kehrte Christoph Eschenbach in seinen Geburtsort Breslau und an die Orte seiner Kindheit und Jugend in Schleswig-Holstein zurück. Und er zeigt, warum Paris für ihn zur zweiten Heimat wurde. Einblicke in sein privates Archiv machen deutlich, was ihn geprägt hat und warum es ihm so wichtig ist, dies an die nächste Generation weiterzugeben.
The conductor Christoph Eschenbach – A portrait on his 75th birthday!
„Music means everything!“
Christoph Eschenbach (born February 20, 1940 in Breslau) is a German pianist and conductor.
This sentence reflects the life story of the conductor Christoph Eschenbach. After the traumatic experiences of his childhood, he was silent, and only through the music he found the language again. For the portrait, he returned to his native city of Breslau, to the places of his childhood in Schleswig-Holstein and in his adopted home of Paris.
The first memory of the conductor Christoph Eschenbach to life is death. The mother died at his birth, the father died in a punitive battalion of the Wehrmacht, the five-year-old stranded with his grandmother in a refugee camp, where he was the only one survived a typhus epidemic. Eschenbach’s future adoptive mother brought him out of the camp. For months, the traumatized boy could no longer speak. What saved him was the music. His savior Wallydore Eschenbach was a pianist and singer.
Christoph Eschenbach came back to life and to the language through her music. What followed after the traumatic beginnings was a fantastic ascent: Growing up in Neustadt in Holstein, Eschenbach won the first prize at the Hamburg Steinway Competition as a ten-year-old. In the 1960s began a successful pianist and conductor career, promoted by Herbert von Karajan and George Szell.
From 1999-2002 Eschenbach was Artistic Director of the Schleswig-Holstein Music Festival. But much more important than his own achievements was and is Eschenbach’s promotion of young talents. One of them is the pianist Lang Lang. For the documentation Christoph Eschenbach returned to his birthplace Wroclaw and to the places of his childhood and youth in Schleswig-Holstein. And he shows why Paris became his second home for him. Insights into his private archive make it clear what has shaped him and why it is so important for him to pass this on to the next generation.
Daniel Müller-Schott (* 1976 in München, Deutschland) ist ein deutscher Cellist.
Er studierte bei Walter Nothas, dem österreichischen Cellisten Heinrich Schiff und dem britischen Cellisten Steven Isserlis. Die Geigerin Anne-Sophie Muttercoachte ihn persönlich in ihrer Stiftung, dank der er später ein Jahr bei Mstislav Rostropovichstudieren konnte. Mit 15 Jahren begeisterte er sich für den ersten Preis beim Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb für junge Musiker in Moskau 1992.
Er arbeitete mit weltbekannten Dirigenten wie Vladimir Ashkenazy, Charles Dutoit, Christoph Eschenbach, Kurt Masur, Sakari Oramo und André Previn zusammen. Er nahm die Mozart Klaviertrios 2006 mit Anne-Sophie Mutter und André Previn auf und veröffentlichte sie. Mit Angela Hewitt hat er Beethovens Gesamtwerke für Cello und Klavier aufgenommen.
Aufnahmen:
2000 Johann Sebastian Bach – 6 Suiten für Violoncello solo; Daniel Müller-Schott
2002 Musik für Cello und Klavier – Debussy, Poulenc und Franck Sonaten, Ravel Habanera; Daniel Müller-Schott, Robert Kulek, BBC-Musikmagazin CD des Monats
2003 Haydn – Konzerte Nr. 1 & Nr. 2, Beethoven – Romanzen Nr. 1 & Nr. 2; Daniel Müller-Schott, Australisches Kammerorchester
2004 Joseph Joachim Raff – Konzerte für Violoncello und Orchester Nr. 1 & 2., »Begegnung« – Duo op. 59 für Violoncello und Klavier; Daniel Müller-Schott, Robert Kulek, Bamberger Symphoniker, Hans Stadlmair
2004 Khachaturian – Konzert für Violine, Violoncello und Orchester; Daniel Müller-Schott, Arabella Steinbacher, Sinfonieorchester der Stadt Birmingham, Sakari Oramo
2005 Robert Schumann – Werke für Violoncello und Klavier; Daniel Müller-Schott, Robert Kulek
2006 Elgar, Walton – Cellokonzerte; Daniel Müller-Schott, André Previn, Osloer Philharmoniker, Preis der deutschen Schallplattenkritik, The Times CD der Woche
2006 Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) – Die Klaviertrios 1 & 2; Daniel Müller-Schott, Julia Fischer und Jonathan Gilad über PENTATONE. Choc du Monde de la Musique.
2006 Franz Schubert – Streichquintett D 956, D 87; Daniel Müller-Schott, Vogler Quartett
2006 Wolfgang Amadeus Mozart – Klaviertrios; Daniel Müller-Schott, Anne-Sophie Mutter, André Previn
2007 Johann Sebastian Bach Gambensonaten; Daniel Müller-Schott, Angela Hewitt, Die Grammophon-Redaktion
2007 Johannes Brahms – Doppelkonzert für Violine und Cello in a-Moll, Op. 102, Violinkonzert in D, Op. 77; Daniel Müller-Schott, Julia Fischer, Yakov Kreizberg, Netherlands Philharmonic Orchestra Amsterdam, auf PENTATONE. Gramophone Editor’s Choice, Preis der deutschen Schallplattenkritik.
2008 Dmitri Schostakowitsch Cellokonzerte Nr.1 und 2, Yakov Kreizberg, Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, BBC-Musikmagazin CD des Monats, Deutscher Schallplattenpreis 3/2008
2009 Schumann und Volkmann Cellokonzerte, NDR Sinfonieorchester, Christoph Eschenbach
2010 Mendelssohn Werke für Cello und Klavier, Daniel Müller-Schott, Jonathan Gilad
2011 Britten Die Cello Suiten
2012 Prokfiev / Britten – Die Cello-Sinfonien
2014 Antonín Dvořák – Die Cellowerke
Daniel Muller-Schott – a german-cellist introduces itself !
Daniel Müller-Schott (born 1976 in Munich, Germany) is a German cellist.
He studied with Walter Nothas, Austrian cellist Heinrich Schiff and British cellist Steven Isserlis. Violinist Anne-Sophie Mutter personally coached him in her foundation, thanks to which he could later spend one year studying with Mstislav Rostropovich. Aged 15, he aroused enthusiasm by winning the first prize in the International Tchaikovsky Competition for young musicians in Moskow in 1992.
He plays a cello by Matteo Goffriller, Venice, 1727.
He has worked with world-renowned conductors such as Vladimir Ashkenazy, Charles Dutoit, Christoph Eschenbach, Kurt Masur, Sakari Oramo and André Previn. He recorded and released the Mozart Piano Trios in 2006 with Anne-Sophie Mutter and André Previn. With Angela Hewitt, he has recorded Beethoven’s complete works for cello and piano.
Recordings:
2000 Johann Sebastian Bach – 6 Suiten für Violoncello solo; Daniel Müller-Schott
2002 Music for Cello and Piano – Debussy, Poulenc und Franck Sonaten, Ravel Habanera; Daniel Müller-Schott, Robert Kulek, BBC Music Magazine CD of the Month
2003 Haydn – Konzerte Nr. 1 & Nr. 2, Beethoven – Romanzen Nr. 1 & Nr. 2; Daniel Müller-Schott, Australian Chamber Orchestra
2004 Joseph Joachim Raff – Konzerte für Violoncello und Orchester Nr. 1 & 2., »Begegnung« – Duo op. 59 für Violoncello und Klavier; Daniel Müller-Schott, Robert Kulek, Bamberger Symphoniker, Hans Stadlmair
2004 Khachaturian – Konzert für Violine, Violoncello und Orchester; Daniel Müller-Schott, Arabella Steinbacher, City of Birmingham Symphony Orchestra, Sakari Oramo
2005 Robert Schumann – Werke für Violoncello und Klavier; Daniel Müller-Schott, Robert Kulek
2006 Elgar, Walton – Cello Concertos; Daniel Müller-Schott, André Previn, Oslo Philharmonic Orchestra, Preis der deutschen Schallplattenkritik, The Times CD of the Week
2006 Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) – The Piano Trios 1&2; Daniel Müller-Schott, Julia Fischer, Jonathan Gilad, on PENTATONE. Choc du Monde de La Musique.
2006 Franz Schubert – Streichquintett D 956, D 87; Daniel Müller-Schott, Vogler Quartett
2006 Wolfgang Amadeus Mozart – Klaviertrios; Daniel Müller-Schott, Anne-Sophie Mutter, André Previn
2007 Johann Sebastian Bach Gamba Sonatas; Daniel Müller-Schott, Angela Hewitt, The Gramophone Editor’s Choice
2007 Johannes Brahms – Double Concerto for Violin and Cello in A minor, Op. 102, Violin Concerto in D, Op. 77; Daniel Müller-Schott, Julia Fischer, Yakov Kreizberg, Netherlands Philharmonic Orchestra Amsterdam, on PENTATONE. Gramophone Editor’s Choice, Preis der deutschen Schallplattenkritik.
2008 Dmitri Shostakovich Cello Concertos No.1 and 2, Yakov Kreizberg, Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, BBC Music Magazine CD of the Month, Deutscher Schallplattenpreis 3/2008
2009 Schumann and Volkmann Cello Concertos, NDR Symphony Orchestra, Christoph Eschenbach
2010 Mendelssohn Works for Cello and Piano, Daniel Müller-Schott, Jonathan Gilad
Robert Schumann (* 8. Juni 1810 in Zwickau, Königreich Sachsen; † 29. Juli 1856 in Endenich, Rheinprovinz, heute Ortsteil von Bonn) war ein deutscher Komponist, Musikkritiker und Dirigent. Er wird heute zu den bedeutendsten Komponisten der Romantik gezählt. In der ersten Phase seines Schaffens komponierte er vor allem Klaviermusik. 1840, im Jahr seiner Eheschließung mit der Pianistin Clara Wieck, schrieb er knapp 150 Lieder. In den folgenden Jahren entwickelte sich sein Werk zu großer Vielfalt: Er komponierte von da an auch Orchestermusik (darunter vier Sinfonien), konzertante Werke, Kammermusik, Chormusik und eine Oper.
Das Klavierkonzert a-Moll op. 54 ist ein romantisches Solokonzert für Klavier und Orchester von Robert Schumann. Er vollendete das Konzert 1845 und ließ es im Dezember des Jahres erstmals aufführen. Das Konzert, welches während der Hochromantik entstand, trägt viele Eigenschaften der romantischen Epoche. Ebenso wie einige andere Klavierkonzerte des 19. Jahrhunderts hat das a-Moll-Konzert einen sinfonischen Charakter (siehe Verschmelzungsprinzip). Da das Werk zunächst als Fantasie konzipiert war, steht das gesamte Konzert unter romantisch-phantastischen Eindrücken. Schumann benötigte für die verzögerte Fertigstellung über fünf Jahre. Auf dem Titelblatt des Autographs weist Schumann auf die unterschiedlichen Entstehungszeiten der Sätze hin.
Die Uraufführung des Kopfsatzes (Phantasie) erfolgte am 13. August 1841 im Leipziger Gewandhaus mit der Solistin Clara Schumann. Die vollständige 3-sätzige Fassung wurde in Dresden am 4. Dezember 1845 [4] wiederum mit seiner Frau Clara Schumann am Klavier und dem Widmungsträger Ferdinand Hiller als Dirigent uraufgeführt. Das Konzert wurde anders als viele Klavierkonzerte der Romantik mit Begeisterung aufgenommen. Clara Schumann schrieb nach der Uraufführung: „… wie reich an Erfindung, wie interessant vom Anfang bis zum Ende ist es, wie frisch und welch ein schönes zusammenhängendes Ganze!“
Robert Schumann – Concerto for Piano and Orchestra in A minor op.54
Performed by:
Gewandhaus Orchestra Leipzig
Piano: Martha Argerich
Conductor: Riccardo Chailly
Picture taken in 2006 from the Gewandhaus in Leipzig
Robert Schumann (born June 8, 1810 in Zwickau, Kingdom of Saxony, † July 29, 1856 in Endenich, Rhine Province, today part of Bonn) was a German composer, music critic and conductor. He is now considered one of the most important composers of the Romantic era. In the first phase of his work he mainly composed piano music. In 1840, in the year of his marriage to the pianist Clara Wieck, he wrote almost 150 songs. In the years that followed, his work developed into a great variety: from then on he also composed orchestral music (including four symphonies), concertante works, chamber music, choral music and an opera.
The Piano Concerto in A minor op. 54 is a romantic solo concert for piano and orchestra by Robert Schumann. He completed the concert in 1845 and had it performed for the first time in December of the year. The concert, which was created during the High Romantic period, bears many characteristics of the romantic epoch. Like some other 19th century piano concertos, the A minor Concerto has a symphonic character (see Merging Principle). Since the work was initially conceived as a fantasy, the entire concert is under romantic and fantastic impressions. Schumann needed for the delayed completion over five years. On the title page of the autograph, Schumann points to the different dates of origin of the sentences.
The premiere of the first movement (Fantasy) took place on August 13, 1841 in the Leipzig Gewandhaus with the soloist Clara Schumann. The complete 3-movement version was premiered in Dresden on December 4, 1845 [4] again with his wife Clara Schumann on the piano and the dedicatee Ferdinand Hiller as conductor. Unlike many romantic piano concertos, the concert was received with great enthusiasm. Clara Schumann wrote after the premiere: „… how rich in invention, how interesting from beginning to end, how fresh and what a beautiful coherent whole!“
Warum Bach wahrscheinlich ein bewusst peinliches Ganzes geschaffen hat.
Die hier von Bach arrangierten Worte der Hymne wurden in einem Gefängnis aus dem 16. Jahrhundert von Heinrich Müller geschrieben, der sonst praktisch unbekannt war. Sein Name erscheint an zwei Stellen im Text. Die ersten Buchstaben der dreizehn Verse bilden seinen Namen („HEINRICH MÜLER“) und die letzte Strophe schließt mit der Ankündigung: „Hat Heinrich Müller gesungen, in dem Gefängnis sein“ (so sang Heinrich Müller während seiner Inhaftierung). Dieser Heinrich aus Nürnberg wurde 1526 wegen seiner lutherischen Sympathien vom Herzog von Sachsen inhaftiert und erst 1539 freigelassen.
Müllers Hymne – vielleicht aufgrund seiner Entstehung – war sehr erfolgreich. Luther selbst hat es 1545 in ein Gesangbuch aufgenommen und nur wenige Jahre später in einer niederländischen Übersetzung veröffentlicht. Zu Bachs Zeiten gehörte es zu den bekannteren Kirchenliedern.
Wie es der Organist Bart Jacobs bemerkt, war Bachs Orgelversion wohl ein bewusst peinliches harmonisches und kanonisches Ganzes, mit einer linken Hand, die kapriziös von oben nach unten sucht. Vielleicht dachte Bach auch, dass es nicht so einfach wäre, konstanten Glauben zu wahren, wenn man seit über zehn Jahren für Ihre religiösen Überzeugungen inhaftiert war.
Während seiner Zeit als Hoforganist in Weimar (1708-1714) begann Bach bereits mit der Zusammenstellung seiner ersten Sammlung von Choral-Arrangements lutherischer Kirchenlieder. Laut Inhaltsverzeichnis sollte es sich um eine Sammlung von 164 Kompositionen handeln, am Ende aber nicht mehr als 46. Die Reihenfolge, in Verbindung mit der begrenzten Länge der Stücke, weist darauf hin, dass Bach die Kompilierung eines kompletten Zyklus der Choralvorspiele für die Kirche. Später, in seiner Zeit in Köthen, gab er der Sammlung eine Titelseite, in der es heißt: Orgel-Büchlein, Worinne einen anfahenden Organisten Anleitung gegeben wird, auff Allerhand Arth einen Choral führen … (Kleines Orgelbuch, in dem ein Anfängerorganist gelehrt wird einen Choral auf alle möglichen Arten zu arrangieren …). Er beabsichtigte damals, die Sammlung nur als Lehrbuch zu behandeln, vielleicht um 1722 seine Bewerbung als Kantor an der Thomasschule in Leipzig vorzustellen, die eine wichtige Lehrposition darstellte. Die Schüler mussten es schwer haben, denn die Präludien enthalten die gesamte Palette der barocken Tastaturtechniken.
Das Orgelbüchlein von Johann Sebastian Bach ist eine Sammlung choralgebundener Orgelstücke (Choralvorspiele), die er vor allem während seiner Amtszeit in den Jahren 1712 bis 1717 in Weimar komponierte (BWV 599–644).
Die Einzelsätze der Sammlung verbindet ein hoher künstlerischer Anspruch und der Gedanke der Verwendbarkeit sowohl im Gottesdienst als auch im Instrumental- und Kompositionsunterricht. Kennzeichnend für Bachs Choralsätze im Orgelbüchlein sind laut Christoph Wolff: „Dichte motivische Struktur und kontrapunktisches Raffinement (bis hin zum strengen Kanon) in Verbindung mit einer kühnen und ausdrucksstarken musikalischen Sprache sowie subtiler musikalisch-theologischer Textausdeutung. Jeder Satz erzielt proportionales Gleichgewicht, indem sich Manual- und Pedalstimmen elegant zu einer mustergültigen Orgelpartitur verbinden.“
Johann Christian Bach (* 5. September 1735 in Leipzig; † 1. Januar 1782 in London), der Mailänder oder Londoner Bach, war ein Komponist der Vorklassik aus der Familie Bach. Er hatte großen Einfluss auf den Stil des jungen Mozart.
Johann Christian Bach war der jüngste Sohn Johann Sebastian Bachs und das elfte von dreizehn Kindern aus dessen zweiter Ehe mit Anna Magdalena, geb. Wilcke. Seine ersten musikalischen Unterweisungen geschahen wohl durch seinen Vater, obwohl vermutlich auch Johann Elias Bach daran beteiligt gewesen sein könnte, der von 1738 bis 1743 im Bachschen Haushalt lebte und als Sekretär tätig war. Johann Christian war offensichtlich ein Lieblingssohn seines Vaters und erbte nach dessen Tod Ende Juli 1750 am 11. November 1750 drei Pedalklaviere im geschätzten Wert von je 50 Talern, Wäsche und 38 Taler Bargeld.
1750 ging er nach Berlin zu seinem Halbbruder Carl Philipp Emanuel Bach, der dort als Kammercembalist König Friedrichs II. tätig war. Carl Philipp Emanuel bildete seinen Bruder zu einem vorzüglichen Pianisten aus, der mehrfach mit Beifall in Berlin konzertierte. Starke musikalische Eindrücke empfing Johann Christian auch von den Aufführungen der Berliner Königlichen Oper, die damals unter dem Hofkapellmeister Carl Heinrich Graun ihre Glanzzeit erlebte.
1760 wurde Bach zweiter Organist am Mailänder Dom, nachdem er zuvor zum Katholizismus konvertiert war. (Als Protestant hätte er dieses Amt nicht antreten können.) Carl Philipp Emanuel nahm seinem Bruder diesen Bruch mit der Familientradition sehr übel und soll sich danach nur noch abfällig über ihn geäußert haben. Neben seiner Tätigkeit als Kirchenmusiker knüpfte Bach auch Kontakte zur Opernszene.
Der Erfolg dieser Werke machte Bach auch im Ausland bekannt. In London wurde die britische Königin Sophie Charlotte (geborene Prinzessin zu Mecklenburg-Strelitz) auf ihn aufmerksam und engagierte ihn als ihren persönlichen Musiklehrer. Im Mai 1762 ließ sich Bach vom Mailänder Domkapitel für ein Jahr beurlauben, und obwohl die Stelle für ihn offengehalten wurde, kehrte er nie zurück. Er traf im Sommer 1762 in London ein und begann 1763 mit den sechs Klavierkonzerten op. 1 die Reihe seiner im Druck erschienenen Werke. Der Finalsatz des letzten Konzertes besteht aus Variationen über God save the King, eine Hommage an die Königsfamilie.
Große Erfolge konnte Bach jedoch als Konzertunternehmer verbuchen. Gemeinsam mit dem Komponisten und Gambenvirtuosen Carl Friedrich Abel, mit dem er zeitweilig eine Wohnung teilte, begründete er die „Bach-Abel Concerts“, die ersten Londoner Abonnementskonzerte, die 17 Jahre lang zu den beliebtesten Veranstaltungen im Gesellschaftsleben Londons zählten.
Von besonderer musikhistorischer Bedeutung ist die Begegnung mit Leopold Mozart und Wolfgang Amadeus Mozart, die 1764 und 1765 in London weilten. Im April 1764 musizierten Bach und der 8-jährige Mozart erstmals gemeinsam. Leopold Mozart empfahl seinem Sohn die gefälligen Kompositionen Bachs ausdrücklich zur Nachahmung. Stilistische Einflüsse des Londoner Bachs lassen sich bereits in Mozarts ersten Londoner Sinfonien nachweisen und noch bis in seine reifsten Werke weiterverfolgen. Den Tod Bachs beschrieb Mozart in einem Brief an seinen Vater als „Verlust für die musikalische Welt“.
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Heute sind es zwei Videos mit Orgel & Orchester von
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 01.10.2017 begehen wir den 16. Sonntag nach „Trinitatis“ – „Erntedankfest“
Der 16. Sonntag nach Trinitatis ist geprägt vom Evangelium von der Auferweckung des Lazarus. In dieser Geschichte sowie in den Epistellesungen wird deutlich, dass mit Jesus weit mehr gekommen ist als nur ein großer Prediger. Er hat das Leben in diese Welt gebracht und den Tod besiegt. Dieser Sieg wird schon durch sein Handeln auf Erden sichtbar.
Am 16. Sonntag nach Trinitatis hören wir das Evangelium von der Auferweckung des Lazarus und wir staunen über die Worte Jesu. Diese Worte sprechen in keine alltägliche Situation, sondern sind Trauernden und bedrückten zugesprochen. Wir können getrost sein darüber, dass Gott alles Geschehen in userem Leben kennt und weiß, wann wir seiner besonderen tröstenden Hilfe bedürfen. Es ist gut zu wissen, dass nichts ohne seinen Willen geschieht.
Wochenspruch:
Jesus Christus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium. (2. Tim 1, 10b)
Der Oktober gilt als Rosenkranzmonat. Diese Tradition ist seit dem Mittelalter belegt. Der Rosenkranz ist ein meditatives, sich wiederholendes Gebet, das seit Jahrhunderten gebetet wird.
In ihm werden verschiedene Glaubensgeheimnisse betrachtet, so genannte Mysterien. Deswegen heißen die Rosenkranzsonaten für Violine solo und Generalbass von Heinrich Ignaz Franz Biber auch Mysteriensonaten. Biber vertonte vor mehr als 300 Jahren 15 Mysterien aus dem Leben der Gottesmutter Maria und von Jesus Christus. Er war seinerzeit ein berühmter Komponist und Violinvirtuose. Viele Sonaten für sein Paradeinstrument schrieb Biber. Doch er war als Musiker durchaus vielseitig. So war er Hofkapellmeister in Salzburg und verblüffte auch als Komponist seine Zeitgenossen. Denn er schrieb beispielsweise die monumentale 53stimmige Missa Salisburgensis für den Salzburger Dom, mit der er bis an Grenzen der Mehrstimmigkeit ging. Er schrieb neben dieser Messe auch einiges an geistlicher Musik.
Der Rosenkranz ist ein meditatives, sich wiederholendes Gebet, das seit Jahrhunderten gebetet wird. In ihm werden verschiedene Glaubensgeheimnisse betrachtet, so genannte Mysterien. Deswegen heißen die Rosenkranzsonaten von Heinrich Ignaz Franz Biber auch Mysteriensonaten. Er vertonte 15 Mysterien aus dem Leben der Gottesmutter Maria und von Jesus Christus….
THOMASKANTOR GOTTHOLD SCHWARZ BEKOMMT DAS BUNDESVERDIENSTKREUZ !
Wir gratulieren „Thomaskantor Gotthold Schwarz“ der am 4. Oktober 2017 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verliehen bekommt.
Dem international renommierten Sänger, Chorleiter und Dirigenten ist in besonderem Maße zu verdanken, dass der Thomanerchor – einer der berühmtesten Knabenchöre der Welt und eine der ältesten Kultureinrichtungen in Sachsen – ein kulturelles Aushängeschild für die Bundesrepublik Deutschland ist. Als Stimmbildner hat Gotthold Schwarz von 1979 an wertvolle pädagogische Aufbauarbeit geleistet.
Ab Anfang der 1990er-Jahre ist er immer wieder als Stellvertreter des Thomaskantors eingesprungen und hat dafür oft eigene Engagements als freischaffender Künstler zurückgestellt. Im Jahr 2016 wurde Gotthold Schwarz zum Thomaskantor berufen. Besonders verdient gemacht hat er sich zudem um die Förderung Alter Musik. Gotthold Schwarz zählt zu den herausragenden Sängern der Alten Musik in Deutschland. 1990 rief er die Leipziger Musikgesellschaft ins Leben, die sich Werken der älteren Musikgeschichte widmet und deren künstlerischer Leiter er ist. (Bundespräsidialamt)
Video: Thomanerchor
J. S. Bach – Kantate BWV 166„Wo gehest du hin“
Wo gehest du hin“ (BWV 166) ist eine Kirchen-Kantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie in Leipzig für den vierten Sonntag nach Ostern, für den Sonntag Cantate, und führte sie am 7. Mai 1724 erstmals auf.
Johann Sebastian Bach Kantate – BWV 166 „Wo gehest du hin“ Kantate zum Sonntag Cantate Live-Aufnahme aus der Thomaskirche Leipzig am 8. Mai 2004
Rudolf Lutz– Dirigent und Musikdirektor der JS Bach-Stiftung St. Gallen
J.S. Bach Cantata – BWV 78 „Jesu, der du meine Seele“
Kantate BWV 78 zum 14. Sonntag nach Trinitatis für Sopran, Alt, Tenor und Bass, Vokalensemble, Flauto Traverso, Oboe I+II, Corno, Fagott, Streicher und Continuo
J. S. Bach – Kantate BWV 99“Was Gott tut, das ist wohlgetan“
Kantate zum 15. Sonntag nach Trinitatis für Sopran, Alt, Tenor, Bass, Chor,
Bläser, Streicher und Basso continuo.
„Was Gott tut, das ist wohlgetan“ (BWV 99) ist eine Kirchen-Kantate von Johann Sebastian Bach.
Er komponierte sie 1724 in Leipzig für den 15. Sonntag nach Trinitatis und führte sie am
17. September 1724 erstmals auf. Bach komponierte die Choralkantate 1724 in seinem zweiten Amtsjahr in Leipzig für den 15. Sonntag nach Trinitatis.
Bach und Bach im Vergleich! Eine Rezension vom „Diademus-Festival“
Zweimal an einem Abend das „Magnificat“, jenen Lobgesang, den der Evangelist Lukas der schwangeren Maria in den Mund legte? Zweimal der identisch vertonte Text als Konzertprogramm?
Die Musiker boten den Zuhörern beim Abschlusskonzert des Diademus-Festivals in Roggenburg einen besonderern Vergleich.
Die Idee des Abschlusskonzerts des Diademus-Festivals in Kloster Roggenburgließ staunen – und erwies sich als Volltreffer: Dieser Konzertabend ermöglichte dem Publikum einen direkten und unmittelbaren Vergleich der Beschäftigung von Johann Sebastian Bach und Carl Philipp Emanuel Bach, seinem wohl begabtesten Sohn, mit dem identischen Text – zumal das Konzert auch musikalisch mit außergewöhnlich feinfühlig ausgewählter Besetzung und mit Glanzleistungen von Chor und Orchester aufwartete.
Benno Schachtner, Intendant des jungen Festivals, das sich gerade in Roggenburg als kulturelle Größe etabliert, ist nicht nur ein international gefragter Countertenor; er ist auch studierter Kirchenmusiker und ein leidenschaftlicher Dirigent. Als solchen konnte ihn das Publikum beim Roggenburger Abschlusskonzert erleben: Der in Dietenheim aufgewachsene 32-Jährige dirigiert sehr emotional, er verzichtet auf standardisierte Schlagfiguren und spricht mit seinen Händen und seiner Mimik gleichsam jeden einzelnen der Musiker und Sänger an, lenkt fortlaufend die Stimmung und den Ausdruck des aufgeführten Werkes.
Das bewirkt, dass das Händelfestspielorchester Halle, das mit historischen Instrumenten musiziert, die beiden „Magnificat“-Aufführungen ausgesprochen nuanciert begleitet und Solisten und Chor niemals überlagert. Das bewirkt, dass der Klangkörper der international besetzten „Diademus vocalisten“ eine brillante und differenziert agierende Einheit darstellt, aus der heraus Sängerinnen auch glanzvoll Solo-Rollen übernehmen können, ohne dass ihre Stimmen in den Chor-Partien aus der Homogenität herausfallen würden.
Diademus-Festival in Roggenburg J.S. Bach -Magnificat, C.Ph.E. Bach – Magnificat im Konzertvergleich!
Auffallend gut passen die Stimmen der Solisten zusammen, was sich beispielsweise in den in beiden Vertonungen enthaltenen Duetten Alt/Tenor zeigt. Als Solisten holte Benno Schachtner bekannte Namen nach Roggenburg: die an vielen deutschsprachigen Opernhäusern bekannte Altistin Charlotte Quadt,Tilman Lichdi (Tenor), einen der bedeutendsten Konzert- und Liedinterpreten der Gegenwart weltweit, Mozart-Preisträger Matthias Winckhler (Bass) – und seine Ehefrau, die mit vielen Preisen ausgezeichnete chilenisch-italienische Sopranistin Catalina Bertucci. Dass Catalina Bertucci im neunten Monat schwanger ist, gab gerade ihren hingebungsvoll und mit einem innerlichen Lächeln gesungenen Teilen der beiden Magnificat-Vertonungen einen besonderen Reiz.
Großartig, die Werke nebeneinander zu erleben
Der direkte Vergleich der beiden „Magnificat“-Vertonungen von Vater und Sohn Bach, entstanden in den Jahren 1723 (Johann Sebastian Bach) und 1749 (Carl Philipp Emanuel Bach) zeigte zwar auch die musikalische Nähe beider, er zeigte vor allem aber auch die musikalische Entwicklung des 18. Jahrhunderts: 1749 (Johann Sebastian Bach, der im Jahr darauf starb, war damals bereits schwer krank) war der stringente barocke Stil bereits durch den empfindsamen und viel emotionaleren Stil abgelöst, als einer dessen wichtigster Vertreter Carl Philipp Emanuel Bach gilt…..
Mit seiner Spezialisierung auf Barockmusik und die Aufführung der Werke Johann Sebastian Bachs an den authentischen Bachstätten verfügt das Festival über künstlerische wie touristische Anziehungskraft zugleich – in Thüringen und darüber hinaus.
Ausgangspunkt des Festivals ist ein einzigartiges historisches Potential im Freistaat Thüringen.
Erfurt und Wechmar verfügt Thüringen über die Mehrzahl authentischer Bachorte.
Diese eindrucksvollen Schauplätze sind Podium und bilden den Rahmen für anspruchsvolle Konzerte mit nationalen wie internationalen Solisten und Ensembles.
Eine Video-Dokumentation von den Thüringer Bachwochen
Paukenschlag mit höchster Alarmstufe! Intendanz-Geschäftsführer Steinhilber verlässt das Leipziger Bach-Archiv!
Beitrag von MDR-Kultur!
Ohne Alexander Steinhilber wird das Bachfest 2018 unter neuer Intendanz stattfinden.
Dr. Alexander Steinhilber verlässt nach nur rund eineinhalb Jahren seinen Posten als Geschäftsführer des Bach-Archivs. Steinhilber habe aus persönlichen Gründen um Vertragsauflösung zum 1. September gebeten, teilte das Bach-Archiv am Dienstag mit. Er verlasse Leipzig, um sich „zukünftig anderen beruflichen Herausforderungen zuzuwenden“, hieß es.
Das Bachfest im Juni 2018 wird damit unter neuer geschäftsführender Intendanz stattfinden. Die Stiftung bemühe sich um eine schnellstmögliche Neubesetzung der Position.
Der Stiftungsrat habe die Bitte um Vertragsauflösung „mit Respekt und Bedauern zur Kenntnis genommen und dieser entsprochen“. Steinhilber habe sich mit „großem persönlichen Engagement für die Belange und Ziele der Stiftung eingesetzt“, erklärte Peter Wollny, Direktor des Bach-Archivs Leipzig. Es sei ihm „in der kurzen Zeit seiner Tätigkeit gelungen, wesentliche Impulse zu geben und zukunftsweisende Maßnahmen umzusetzen“. Das letzte Bachfest unter seiner Intendanz habe einen Rekordumsatz erzielt.
Das diesjährige Bachfest in Leipzig, das er künstlerisch und organisatorisch verantwortet hat, war qualitativ hervorragend, sowohl in Sachen Dramaturgie, als auch, was den Zuspruch des Publikums betraf. Und auch für das kommende Jahr, in dem die weltweit erste zyklische Leipziger Aufführung der wichtigsten Bachkantaten stattfinden wird, der sogenannte Leipziger „Kantatenring“ zeichnet sich bereits eine große Nachfrage ab.
Dr. Alexander Steinhilber Bildrechte: Bacharchiv Leipzig/Gert Mothes
Der promovierte Musikwissenschaftler Steinhilber war im Februar 2016 Geschäftsführer des Bach-Archivs geworden. Zuvor hatte er das Musikreferat der Hamburger Kulturbehörde geleitet. Das Bach-Archiv mit dem Bach-Museum ist dem Wirken Johann Sebastian Bachs gewidmet. Es hat seinen Sitz im Bosehaus neben der Leipziger Thomaskirche, in der Bach als Kantor wirkte.
Aus den Leipziger Zeitungen – Stellungnahmen:
Auch wenn die Beteiligten jetzt keine Gründe für das Ende der Amtszeit von Dr. Steinhilber nennen: Alle, denen das Bachfest Leipzig am Herzen liegt, sollten mehr als alarmiert sein. Offensichtlich soll das Bachfest vom Thomaskirchhof auf den Augustusplatz verlagert werden. Das allerdings wäre eine höchst gefährliche Transaktion. Der Oberbürgermeister ist gut beraten, wenn er den Erfolg, den das Bachfest nicht nur in diesem Jahr hatte, und seine Bedingungen noch einmal reflektiert.
Jedenfalls werden er und die Kulturdezernentin sich warm anziehen müssen, wenn sich tatsächlich herausstellen sollte, dass sie im Verein mit dem Präsidenten des Bach-Archivs Leipzigs, Sir John Eliot Gardiner, hinter der Aktion stehen, mit dem Weggang von Dr. Steinhilber das Bachfest zum Schaden der Bachstadt Leipzig in seinem Profil und seiner inhaltlichen Ausrichtung in die Unkenntlichkeit eines allgemeinen Musikfestivals zu führen, sozusagen „Classic closed“.
Weitere Informationen zu diesem Bach-Beben in Leipzig!
Beide Seiten haben vereinbart, nichts über die Gründe zu verlautbaren. Doch wer 1 und 1 zusammenzählen kann, muss nicht lange herumrätseln: Offensichtlich hat Dr. Steinhilber von sich aus die Konsequenzen aus den nicht nachlassenden Versuchen der Stadt Leipzig gezogen, das Profil des Bachfestes zu verwässern …….
Guten Nachwuchs für Leipzigs weltberühmten Thomanerchor zu finden, wird offenbar schwieriger. Thomaskantor Gotthold Schwarz bedauert, dass in vielen Familien kaum noch gesungen werde……
ALL OF BACH veröffentlicht das Orgelwerk BWV 598 „Pedal-Exercitium“ (Fragment)
„Geflügelte Füße dringen in die Ohren der Zuhörer wie ein Blitz.“
Das „Wunder von Leipzig“ (Lipsiae miraculum), wurde von Constantin Bellermann auf den Organisten Johann Sebastian Bach verliehen. Bellermann war der Direktor einer Provinzschule und hatte Bach in einer Kronlektion in Kassel(St. Martins-Kirche) – vermutlich 1732 gehört. Er war eindeutig sehr beeindruckt und sagte: „Wenn dieser Mann so wählt, kann er nur seine Füße (Solo Pedum Ministerio) benutzen, während Seine Finger tun nichts oder tun etwas anderes, um wundersame, schnelle und aufregende Harmonien auf dem kirchlichen Orgel zu produzieren.
Dieses Pedalfragment, das von Bachs Sohn Carl Philipp Emanuel notiert wurde, über dem einer von Johann Sebastians Schülern Pedal Exercitium und „Bach“ in den 1730er Jahren schrieb, passt Bellermanns Beschreibung der Bach-Pedaltechnik perfekt an. Es ist ein Schauplatz von schnellen gebrochenen Akkorden, großen Sprüngen und unerwarteten chromatischen Noten. Eyewitness-Konten wie Bellermann’s auch deutlich machen, dass Vater Bach wirklich diese Art von Passage so schnell wie Blitz spielen könnte.
Zum Beispiel schreibt Bellermann über Bachs Besuch in Kassel, daß er so schnell über die Pedale rannte, daß seine Füße mit einer donnernden Klangfülle geflügelten und die Ohren der Zuhörer wie ein Blitzlicht durchdrangen, und daß er “ Wurde von Prince Frederick van Hessen bewundert. Der Fürst entfernte einen Juwelenring von seiner Hand auf der Stelle und gab ihn Bach. Wenn er das gerade mit der Geschwindigkeit seiner Füße verdient hätte, fragte sich Bellermann, was hätte der Fürst ihm gegeben, wenn auch Bach seine Hände benutzt hätte?
Wir wissen nicht genau, warum Bach dieses Fragment von 33 Takten geschrieben hat. Wie es in der Hand seines Sohnes Carl Philipp Emanuel überlebt hat, könnte es gut sein, dass es eine Übung war, die von Vater Bach für seinen Sohn entworfen wurde.
ALL OF BACH veröffentlicht den Orgel-Choral – BWV 739 „Wie schön leuchtet der Morgenstern“
„Gefüllt mit Optimismus, lässt Bach die Orgel in den höheren Regionen erfreuen.“
‚Schön‘, ’süsse‘, ‚lieblich‘, ‚freundlich‘, ‚herrlich‘, ‚grob‘, ‚ehrlich‘, ‚reich‘, ‚hoch‘ und ‚prächtig‘. Das sind die Worte, die über den Morgenstern im Titel dieser Choräle arrangiert wurden. Dieser Morgenstern bezieht sich gewöhnlich auf die Venus, den Planeten, der kurz vor der Morgendämmerung hell in den Himmel leuchtet. Hier ist natürlich der Morgenstern Jesus Christus.
Die wunderschönen, optimistischen Worte sind hervorragend von der Musik abgestimmt, in der sich die Orgel von Anfang bis Ende in den höheren Regionen freut. Es ist so weit, daß es schwer ist, die ursprüngliche Melodie zu erkennen, die zuerst in langen Tönen im oberen Teil und dann im Pedal erscheint. Nach etwa fünf Minuten ist diese Anordnung auf der langen Seite für ein chorales Präludium, das zu viel Spekulationen geführt hat, worum es bestimmt war. Angesichts der verschiedenen variantenartigen und eigenständigen Dekorationen, die einander folgen, könnte man das eine „freie“ Choralphantasie im Stil von Buxtehude und seinen Zeitgenossen nennen.
Die Papieranalyse hat gezeigt, dass das Stück zwischen 1703 und 1709 notiert worden sein muss. Die Partitur ist das älteste überlebende Manuskript von Bach. Es ist leicht, den geistigen Sprung von diesem Manuskript zu Bachs berühmter Reise nach Norddeutschland im Jahre 1705 zu machen, um den berühmten Organisten Dietrich Buxtehude zu hören. Vielleicht wollte er dieses Stück dem großen Meister zeigen, oder vielleicht ist es eine Komposition, die die Inspiration des jungen Bachs in Lübeck ausdrückt. Es ist klar, dass er auch hier alle seine Beispiele übertroffen hat. „Der jugendliche Überschwang“, schreibt Bach-Biograph Christoph Wolff, „grenzt an Übertreibung hier und da“. Die üppige „Coda“ in den letzten Takten wäre vor allem mit vielen Hörern nicht gut gegangen. Auf jeden Fall war Bach stolz auf diese Choralphantasie, von der er immer eine ordentliche Kopie hielt.
Besondere Hinweise Das Arrangement ist eine der Gruppen von ein paar Dutzend verstreuten Orgelchoranden von Bach, die nicht auf ein Erstellungsdatum oder eine Gelegenheit zurückverfolgt werden können.
Erschreckende Horror-Preise und neue Entwicklungen für das kommende Bachfest 2018 in Leipzig!
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Am Samstag, 10. juni 2017 kündigte das Bach-Archiv schließlich einen Knüller an. Zum Auftakt der nächsten Auflage 2018 werden an drei Tagen die 30 besten Bach-Kantaten zyklisch zu hören sein. Für den Leipziger Kantaten-Ring verpflichteten die Organisatoren einige der profiliertesten Bach-Ensembles unserer Zeit.
Die Karten kosten im Abonnement zwischen 100 und 500 Euro.Ohnehin wird sich das bislang kirchenlastige Bachfest im kommenden Jahr noch stärker in Richtung eines Musikfestivals entwickeln.
Davon zeugen die Aufführungen beider großer Bach-Passionen ebenso wie eine stärkere Einbindung des Gewandhauses als Spielstätte. Passionen, Klavierübung und Wohltemperiertes Klavier werden als Aufführungszyklen angeboten.
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Mitteilung vom Bach-Archiv Leipzig vom 10. Juni 2017
Vorschau auf das Bachfest 2 0 1 8
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Auch wenn das Bachfest Leipzig gerade erst begonnen hat, die Pläne für nächstes Jahr 2018 stehen schon fest.
An zwei Tagen werden in zehn Konzerten 30 Bachkantaten als „Kantatenring“ aufgeführt.
Bachfest Leipzig 2017: Sir John Eliot Gardiner, Praesident des Bach-Archivs Leipzig, spricht zur Eroeffnung in der Leipziger Thomaskirche. (Foto: Jens Schlueter/Bachfest Leipzig 2017)
Damit knüpfen die Veranstalter an den großen Erfolg des Kantatentages im vergangenen Jahr und in diesem Jahr an. „Wir werden als Zyklus ein komplettes Kirchenjahr simulieren vom 1. Advent, bis zum 27. Sonntag nach Trinitatis.“ Ein Kantatenmarathon der Durchhaltevermögen erfordert. Doch besonders Besucher aus dem Ausland interessierten sich für diese kompakten Angebote, sagt Alexander Steinhilber. „Die Menschen kommen nach Leipzig, um Bach an den Original Spielstätten zu erleben und da darf es dann auch gerne mal ein bisschen mehr sein.“
Eroeffnung Bachfest Leipzig 2017: Der Thomanerchor Leipzig, der ThomasSchulChor und das Haendelfestspielorchester Halle musizieren unter der Leitung von Thomaskantor Gotthold Schwarz. Foto: Jens Schlueter/Bachfest Leipzig 2017
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Veröffentlicht am 08.06.2017
Leipzig Ring of Cantatas at Bachfest Leipzig 2018
/ Leipziger Kantatenring im Bachfest Leipzig 2018 8-10 June 2018
The 30 best Bach Cantatas in one Weekend 10 Concerts in Bach’s Leipzig Churches The Best Artists:
Nach seiner Ansprache beim Eröffnungskonzert des Bachfestes Leipzig am 9. Juni 2017 in der Thomaskirche habe ich mich in einem
„Offenen Brief“ an den Präsidenten des Bach-Archivs Leipzig, Sir John Eliot Gardiner, gewandt.
Sie sind ein in aller Welt hoch geschätzter und gern gehörter Interpret insbesondere des umfangreichen geistlichen Werkes von Johann Sebastian Bach. Viele Menschen freuen sich, Ihre Konzerte beim Leipziger Bachfest miterleben zu können. Ihre internationale Reputation hat dazu geführt, dass Ihnen die Stadt Leipzig angetragen hat, Präsident des Bach-Archivs zu werden. In dieser Eigenschaft tragen Sie ein hohes Maß an Verantwortung für die Pflege des Bach‘schen Werkes in der Stadt, in der der große Thomaskantor im 18. Jahrhundert über 27 Jahre gewirkt hat.
Sir John Eliot Gardiner beim Bachfest 2017 im Gewandhaus
Am vergangenen Freitag haben Sie als Präsident des Bach-Archives beim Eröffnungskonzert des Bachfest in der Thomaskirche gesprochen. Im Programm war dazu ausgewiesen „Einführung“. Mit Spannung haben viele Menschen erwartet, was Sie auf dem Hintergrund ihres profunden Wissens und ihres reichen musikalischen Erfahrungsschatzes zum diesjährigen Bachfestmotto „Ein schön new Lied – Musik und Reformation“ und zu den beiden Hauptwerken des Eröffnungskonzertes sagen werden. Doch dazu war leider nichts zu vernehmen. Stattdessen haben Sie – aus welchen Gründen auch immer – auf Ihre Zusammenarbeit mit dem Gewandhaus verwiesen und Ihr eigenes Konzertprogramm im Detail dargestellt. Nach der englischen Übersetzung Ihrer Ansprache haben Sie dann die Thomaskirche mit der Bemerkung verlassen, dass Sie die Werke, die jetzt zu hören sein werden, schon kennen und schließlich selbst im Gewandhaus aufführen werden – nach dem Motto: Ich besuche nur die Konzerte, die ich selbst dirigiere. Kein Wort war aus Ihrem Mund zu hören zur reformatorischen Musiktradition und zur Bachkantate „Ein feste Burg ist unser Gott“ (BWV 80) und zu Mendelssohns „Lobgesang“; kein Wort der Wertschätzung zum Thomanerchor oder zu Thomaskantor Gotthold Schwarz. Nun liegt es mir fern, Ihnen zu unterstellen, dass dies ein unbeabsichtigter Fauxpas war. Dafür sind Sie viel zu versiert.
Also muss jeder davon ausgehen, dass dieser Auftritt so von Ihnen geplant und gewollt war. Das aber macht die Sache zu einem Affront und Politikum. Sie haben damit der Würde des Anlasses wie dem ganzen Bachfest einen Bärendienst erwiesen. Mehr noch: Sie haben die aktiven Musiker/innen schnöde missachtet und sich eitel selbst in den Mittelpunkt gestellt. Man fragt sich: Haben Sie das nötig? Doch frage ich mich auch: Wieso diese Lobhudelei für das Gewandhaus(orchester), die dieses gar nicht nötig haben? Wollten Sie damit dem Ansinnen Tür und Tor öffnen, das Bachfest in Zukunft im Gewandhaus zu eröffnen, möglichst mit einem Ensemble Ihrer Wahl und natürlich unter Ihrer musikalischen Leitung? Wollten Sie zum Ausdruck bringen, dass Sie sich mit einem „Provinzorchester“ aus Halle und einem „Kinderchor“ (Thomaner) nicht abgeben?
Offensichtlich haben Sie immer noch nicht verstanden, dass viele Menschen, vor allem aus dem Ausland, das Leipziger Bachfest deswegen besuchen, weil sie hier die Musik Johann Sebastian Bachs an den Originalspielstätten im Originalformat erleben können, nämlich in der Nikolai- und Thomaskirche in den Gottesdiensten, Metten und Motetten und natürlich auch in den Konzerten. Natürlich: Das allein reicht nicht für ein umfassendes Bachfest. Darum werden auch Sie mit Ihren Ensembles oder Ton Koopman oder Masaaki Suzuki zum Bachfest eingeladen – und viele Menschen freuen sich darauf. Darum auch die umfassende musikalische Darstellung der Traditionen, auf die Bach aufbaute, und der Wirkungen, die seine Musik hatte und hat.
Aber ohne die intensive Pflege der Leipziger Musiktradition geht es nicht. Diese zeichnet sich vor allem durch eine glückliche Verbindung von Professionalität und Demut vor dem Werk und seinem Inhalt aus. Davon aber war bei Ihrem Auf- und Abtritt am Freitagabend in der Thomaskirche nichts zu spüren. Gott sei Dank war dann die Darbietung des Thomanerchores, des ThomasSchulChores, des Händelfestspielorchesters Halle und der Solisten unter Leitung von Thomaskantor Gotthold Schwarz so stark, dass zum einen die Peinlichkeit Ihrer Ansprache noch deutlicher zu Tage trat, sie aber nichts an der Großartigkeit des Musikerlebnisses schmälern konnte.
Dieses Ihnen in aller Offenheit zu schreiben, ist mir ein großes Anliegen. Denn mir ist sehr wohl bewusst, dass diejenigen, die in Ihrer Nähe sind, Ihnen die Unmöglichkeit des Auftritts kaum vermitteln werden, und viele Menschen, die Ihre Ansprache miterlebt haben, wünschen, dass Sie dies erfahren.