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Thomas Hengelbrock und das Balthasar-Neumann-Ensemble mit 2 Bach-Kantaten in der Philharmonie Essen


20.03.2011

Das Jahr 2010 war anstrengend, kulturell gesehen. Ich glaube, ich habe erst einmal eine kleine Kultur-Zäsur gebraucht. Nächste Woche werden die Uhren umgestellt, heute scheint die Sonne mit wohltuendem Licht und Wärme, morgen ist Frühlingsanfang und – der Geburtstag des großen Meisters.

Also der richtige Tag für ein Konzert mit zwei großartigen Kantaten, die thematisch gar nicht schlecht gewählt sind für einen Frühlingsanfang-Vorabend, BWV 21 „Ich hatte viel Bekümmernis“ läßt wie der überstandene Winter die allegorische Dunkelheit hinter sich und öffnet den Weg für das Licht. Diese Kantate nimmt in Bachs Schaffen eine Sonderstellung ein, der heutigen Fassung, die 1723 in Leipzig aufgeführt wurde, gingen wohl frühere Fassungen voraus, davon eine, die schon 1714 in Weimar zu hören war, ebenso war sie im Gepäck für die Bewerbung in Hamburg, die ja an Bachs fehlendem „Schmiergeld“ für die Stelle gescheitert ist. BWV 19 „Es erhub sich ein Streit“ , der Streit der Erzengel Michael und Luzifer steht heute für mich für die nun allgegenwärtige Macht des Frühlings über den Winter, im Kirchenjahr liturgisch für das Michaelisfest für den 29. September 1726 komponiert.

 
 
 
 
 

Intendant Johannes Bultmann mit Thomas Hengelbrock

 

Programm:

BWV 21: Ich hatte viel Bekümmernis

BWV 230: Lobet den Herrn, alle Heiden

BWV 19: Es erhub sich ein Streit

Ausführende:

Sopran: Gunta Davidcuka, Sidonie Otto, Katja Stuber

Tenor: Virgil Hartinger, Jakob Pilgram

Bass: Stefan Geyer, Raimonds Spogis 

Balthasar-Neumann-Chor und Ensemble

Thomas Hengelbrock, Leitung

Die Aufstellung des Chores ist unkonventionell, alle Stimmen stehen im Halbkreis angeordnet. Der Chor erhält dadurch eine außergewöhnliche Transparenz, jedes Wort ist auch im größten Melismen-Dschungel zu verstehen, ebenso ist auch jede Stimmgruppe für sich mit jedem Ton aus dem Klang zu selektieren. Einige Fortestellen waren dadurch zwar geringfügig weniger wuchtig, d.h. die Töne konnten sich nun nicht so geballt auf das Auditorium übertragen, aber das gehört warscheinlich zu seiner Klangvorstellung dazu.

Blick von der Philharmonie auf das Aalto Theater und den RWE Tower

BWV 21 ist eine besondere Kantate, weil sie Nummern enthält, die von ähnlichem Kaliber sind, wie vergleichsweise  aus der Matthäus-Passion. Auch sie beschäftigt sich mit der geistigen Aufrichtung, wie die Dunkelheit überwunden werden kann. Der erste Teil verweilt auf der „dunklen Seite“, und erfühlt sie in allen Tiefen („Bäche von gesalznen Zähren“) jedoch nie ohne den Zuhörern einen kleinen Hoffnungsschimmer auf Erlösung mitzugeben. Im zweiten Teil begegnen wir einem Dialog zwischen der Seele, die noch nicht erkennen will, dass ihr Heil schon nahe ist. Bemerkenswert, wie Hengelbrock „Sei nun wieder zufrieden“ gestaltet. Die Solisten treten für den bedeutungsschweren Choral von Georg Neumark in den Hintergrund und lassen Raum für die Melodie „Wer nur den lieben Gott läßt walten“ die Bach mit sehr pragmatischen Textzeilen aus diesem Choral belegt („wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit“). Der Tenor Virgil Hartinger, dem in BWV 21 eine der größten Partien zufällt, trägt mir eine Spur zu dick auf, die Stimme ist kräftig, breit, könnte vom Sitz her etwas mehr vorn sein, so geht doch etwas von der für Bach´sche Stücke erforderlichen Beweglichkeit verloren, so dass er sich stellenweise selbst abbremst und dem Tempo hinterher hechtet. 

Der Abschlusschoral, der ja schon in anderen Sphären spielt, ist so packend und ergreifend, dass man sich wünscht, es würde niemals enden. Irgendwie kommt mir die vorletzte Nummer aus dem Brahms-Requiem (Denn wir haben hier keine bleibende Statt) in den Sinn. Von den Klangfiguren her besteht eine gewisse Ähnlichkeit…

Erstaunlich ist, dass Hengelbrock für Überraschungsmomente sorgt, so stellt er dem Zuhörer immer wieder neue, gedankliche Interpretationskonzepte vor, die dann auch im Detail in aller Konsequenz zu Ende gedacht werden. Besonders prägnant ist mir die Arie „Bleibt, ihr Engel, bleibt bei mir“ in Erinnerung, nicht wie in anderen Interpretationen, die das Verweilen mit den sphärischen Wesen in einem schier zeitlosen, schwebenden Zustand besingen, ist diese Szenerie von Ruhe und Unruhe zugleich getragen. Während der Tenor Jakob Pilgram (phantastisch) eher in der Ruheposition verweilt, scheint das Orchester mit angezogenem Tempo die Engel am Aufbruch zu hindern. Ob Thomas Hengelbrock sich das dabei so gedacht hat, weiss ich nicht, ich hab´s zumindest so verstanden.

Das war nun wieder ein Konzert der Extra-Klasse mit herausragenden Solisten, die auch aus dem Chor requiriert wurden (Aufnahmebedingung ist warscheinlich ein ungewöhnlicher Vorname), Hengelbrock reiht sich mit seinem exzellenten Chor mühelos in die hochrangige Garde derer ein, die sich nachhaltig um die Musik dieses Ausnahmekomponisten verdient gemacht haben.

Bei der Einführung hat er gesagt, „ich empfinde es als eines der großartigsten Geschenke, dass ich diese Musik aufführen kann“, als meine Schwiegereltern (die nicht so Bach-verstrahlt sind wie ich) nach der Pause zu mir sagen, sie hätten beim Schluss von BWV21 weinen müssen, finde ich es noch großartiger, dass man dieses Geschenk auch teilen kann. Nach einem grandiosen „Sanctus“ aus der H-Moll-Messe und „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ aus dem Elias läßt er uns nach Hause schweben.

L´Italiana in Assindia oder Cecilia Bartoli in der Philharmonie Essen 16.11.10


Es gibt Tage, die sind teuer, richtig teuer. Es fing damit an, dass ich zum Gesangsunterricht mit dem Taxi gefahren bin, kurzentschlossen habe ich mich dann entschieden, trotz der horrenden Preise, doch abends zu Cecilia Bartoli in die Philharmonie zu gehen. Also Ruckzuck noch zur Philharmonie und die Karte abgeholt, dabei bin ich dann, aufgrund meines verkehrswidrigen Verhaltens in Sachen Schnell-Parken, nur knapp einem Knöllchen entgangen.

Philharmonie Essen vom Stadtgarteneingang

Im Moment scheint es en Vogue, alte Komponisten des Barock auszugraben, sie zu entstauben und gründlich zu durchlüften, wie sie Simone Kermes mit „Colori d´amore“ oder auch Magdalena Kozena mit „Lettere amorose“, in Ermangelung ansprechender, zeitgenössischer Möglichkeiten, präsentieren. Zu Tage kommen bei allen, höchst virtuose, anspruchsvolle Stücke, die immer noch faszinierend wirken. Cecilia Bartoli hat sich der Thematik der Kastraten angenommen, die im 17. + 18. Jahrhundert teilweise Rockstar-ähnlichen Kultstatus besessen haben. Der Preis, den sie dafür zahlten, war hoch: Wer die stümperhafte Prozedur überlebte, hatte eine äußerst geringe Chance zu Weltruhm aufzusteigen, vielmehr drohten gesellschaftliche Ausgrenzung, physische Entstellung durch Ausprägung weiblicher Körperformen, unnatürliches Längenwachstum und die üblichen Unsicherheiten im Künstlerberuf. Viele entstammten der neapolitanischen Talentschmiede von Nicola Porpora der mit seinem Zögling Carlo Broschi gen. Farinelli das große Los zog.

Empfangshalle der Philharmonie

Der Zeiger rückt näher auf 20.00 Uhr, die Start-Fanfare „Bilder einer Ausstellung“ ruft zum Konzert. Cecilia Bartoli wird heute von dem Kammerorchester Basel unter der Leitung von Julia Schröder begleitet, dessen Konzertmeisterin sie seit 2004 ist. Das Orchester beginnt mit spritzigen Tempi und steigt mit Nicola Porporas „Come nave“ ein, effektvoll inzeniert stürmt Bartoli  in einer Art Bajazzo-Piratenkostüm mit einem wehenden Mantel, ausstaffiert mit rot-glänzendem Innenfutter, die Bühne; es gibt spontanen Szenenapplaus. Die Künstlerin ist in Top-Form, das satte, dunkle Timbre durchdringt den Raum. Das spielfreudige und akzentuiert agierende Orchester bietet dieser Powersängerin das ergänzende Moment.

Auch wenn wir uns heute nicht vorstellen können, wie die großen Kastraten wirklich geklungen haben, bringt doch „Farinella“ zumindest die Ahnung von dem technischen Können dieser Künstler (Männer kann man ja nicht sagen!) nahe. Speziell bei Francesco Araias Arie aus „Berenice“ durchzieht sie das gesamte Spektrum an Turbo-Trillern und riesigen Tonsprüngen, alles wird aneinandergereiht, Schlag auf Schlag, so dass noch nicht einmal nach einer Passage mit der Schwierigkeitsstufe 10, die Möglichkeit zum Luftholen bleibt, denn es verlangt die nächste Stimmung wieder vollste Aufmerksamkeit! Inflationär werden endlose Melismen-Ketten aneinander gereiht. Die unglaublich sinnlichen Stücke wie „Lascia la spina“ (Händel/ Il Trionfo del Tempo e del Disinganno) oder Leonardo Leo´s „Qual Farfalla“ verlangen neben des technischen Anspruchs nach reifer, lebenserfahrener Interpretation, Cecilia Bartoli gelingt dies und läßt die Zuhörer eingewoben in einem Kokon von Faszination für diese Stimme und diese Musik mit wohligen Schauern in einen anderen Raum entschweben. Die Mimik der Augen und die einladenden Gesten des Körpers ziehen das Publikum in den Gefühlssog hinein. Es läßt sich leicht vorstellen, dass viele Komponisten ihren Stars die Stücke buchstäblich in die Kehle komponiert haben. Es finden sich unter diesen Arien natürlich auch Stücke, die der Kunst wegen ihre Existenzberechtigung haben, aber es gibt auch Melodien, die mitnehmen in alltagsferne und intensive Gefühlswelten mit wunderschönen Melodien (Antonio Caldara „Quel buon pastor son io“).

Il Senesino (Bild Wikipedia)

Das Kammerorchester Basel brilliert gleichmaßen in der Interpretation einiger Ouvertüren, so verschwenderisch die barocken Formen, mit ihren Voluten und ihrem Schmuck sind, so verschwenderisch zieht die Musikalität mit fast impressionistischer Prägung vorbei und hinterläßt Spuren der barocken Ideologie, die das Leid und die Freude eng beieinander wähnt; so die Ouvertüren Porporas zu „Il Gedeone“ und „Perdono, amata Nice“.

Es bleibt ja immer die Spannung, beschönt die Technik, sind die Stars ihr Geld wert? Für Cecilia Bartoli kann die letzte Frage klar mit JA beantwortet werden. Das Konzert hat gezeigt, dass auch in der modernen Klassik der Künstler kein Unberührbarer ist, sondern er/sie mit dem Publikum in ständiger Korrenpondenz steht. Nicht zuletzt hat Cecilia Bartoli durch ihr offenes, dem Publikum und den Mitmusizierenden zugewandtem Wesen die Zuhörer mit ihr verschmelzen lassen, aber die ungeheure Technik, die gigantische Luft, mit der sie schiere Ewigkeiten im An- und Abschwellen der Töne verharrt, weisen ihr zurecht den Vesuv (hier nicht der Olymp) der Mezzosorpranösen zu. Dass sie dabei kommerzielles Gespür beweist ist auch völlig in Ordnung, keiner kann nur von der Kunst leben, er muss sich auch zu vermarkten wissen.

Ist es ausgleichende Gerechtigkeit der Natur, dass gerade die Kastraten ihre fehlende Männlichkeit durch größeres Gefühl für Sinnlichkeit und Technikverlagerung vom Hüftbereich in die Kehle kompensierten?

Diese Zeiten sind vorbei, auch wenn heute niemand mehr aufgrund seiner Stimme kastriert wird, bleibt die menschliche Natur doch diesselbe. In einer Zeit, wo junge Menschen sich genauso nach Erfolg und Anerkennung sehnen wie vor 300 Jahren? Wo Talentshows in Scharen die Programme aller Fernsehsender bevölkern und die Bewerber in Kauf nehmen, vor einem Millionenpublikum öffentlich von mediengeilen Gestalten erniedrigt zu werden?

Schlussapplaus

Wo junge Frauen sich bewußt auf Kinder-Kleider-Größen herunter hungern, um dazuzugehören, ist das nicht auch eine Form der Verstümmelung? Welches Motiv steckt dahinter? Ist Erfolg, Schönheit und Reichtum an der Kleidergröße zu messen? Wer sich heute wünscht, ebenso erfolgreich, wohlhabend und talentiert zu sein wie sein Idol, sollte nicht vergessen, auch die Schattenseiten der Popularität zu beleuchten, die oft geprägt sind von harter, konsequenter Arbeit; Perfektionismuswahn; zerrüttetem, sozialem Leben und fehlender Privatsphäre. Die Übergänge zwischen Anbetung, Mittelmaß und Lachnummer sind fliessend.

Encore!

Halten wir es mit dem Zitat von Claude Debussy: „Ich bete jeden Tag zu Bach, damit er mich vor Mittelmäßigkeit bewahre.“

Bach als Opernkomponist hätte mir übrigens auch gefallen.

Grüße, Claudia

PS: In den Programmheften der Philharmonie steht jetzt an jeder Textseite: Bitte leise umblättern!

Biodiversität audio-visuell – 23.10.2010 Missa Gaia in Velbert-Langenberg


Es ist kalt und ungemütlich, regnerisch, richtiges Herbstwetter. Ich will mir heute die Missa Gaia (Gaia griechisch: Erde) in der „alten Kirche“ in Langenberg anhören – oder sollte ich besser sagen, auch ansehen?

Inneres der alten Kirche

Der Komponist Paul Winter (*1939) wurde zu diesem Werk durch eine Trauerfeier für Duke Ellington inspiriert. Er liess sich von liturgischen Werken von Palestrina, Bach, Stravinsky und Britten leiten. Einige Melodien, die die Natur anbietet, werden direkt aus ihr entnommen und in das Geschehen mit eingewoben, so das Kyrie, das dem Ruf einer Polarwölfin entlehnt ist oder das Sanctus, wo ein Buckelwal solistisch-musikalisch in Aktion zu erleben ist. Mehrfach finden sich auch Aspekte aus Franz von Assisis „Sonnengesang“. Nach Wunsch des Komponisten soll sie kein unveränderliches Werk sein, sondern sie bietet auch Freiraum für thematisch verwandte Stücke. Sie ist das ökologische Glaubensbekenntnis einer Erkenntnis, die so komplex und doch so einfach ist:
Alles ist eins.
Christine Heßeler: Sopran; Rüdiger Scheipner: Saxophon; Klaus Georg Hanf: Oboe und Orgel; Tobias Sykora: Violoncello; Yasmin Aevermann: Gitarre
Gospelchor „Colours of Joy“ Velbert, Seniorensingkreis und Kirchenchor der ev. Gemeinde Langenberg
Technik: Margrit Finner, Maik Balnak
Bildpräsentation: Yasmin Aevermann
Leitung, Keyboard, Orgel: Peter Nowitzki
Dirigat: Sigrid Wagner-Schluckebier
Der Eingangschor „Canticle of Brother Sun“ ist fetzig, melodisch eingängig und erinnert an einige Sacro-Pop Songs, der Chor ist noch etwas unsicher, wer darüber hinweg hören möchte, schaut sich einfach die wunderschönen Bilder, die passend zum Text auf die Videoleinwand projeziert werden an und unsere Schöpfung in vielfältiger Weise präsentiert.
Das Kyrie scheint doch einige rythmische Stolperfallen zu beinhalten, dem Ruf des Polarwolfes intervallisch zu folgen bringt die Ausführenden in Zugzwang und so bekommt „Herr, Erbarme Dich“   einen neuen Zugang. Insgesamt wirkte der Chor etwas gehetzt, um „mit den Wölfen zu heulen“
Die Bergpredigt wird nun vertont von der Sopranistin Christine Heßeler gesungen, die ein echtes, junges Talent ist. Stimmtechnisch von der Natur mit solider Begabung für den Musicalbereich ausgestattet, bringt sie diesen Part sicher und ergreifend, dass das Publikum spontan applaudiert.
Interessant auch das nächste Stück, eine Zwiesprache der Vögel und des Cellos vor Sonnenaufgang. Es vermittelt zwischen den Instrumenten und der Natur, die in ihrer Intention und Klang nicht sehr weit entfernt voneinander sind.
Bei dem Stück, „die Erde ist schön“ tritt der Seniorenchor Langenberg unisono auf (der Text stammt übrigens von einem Langenberger). Ok, ich darf das jetzt nicht mit Gardiners Chor vergleichen, aber die betagten Damen und Herren animieren viele der Zuhörer spontan zum Mitsingen und so entwickelt dieses Konzert eine Dynamik, die das Publikum nicht als außenstehende Betrachter passiv beläßt, sondern sie aktiv in das Geschehen verquickt. Als weitere Einlage folgt das „Laudato si“.
Beeindruckend auch das Improvisationsstück für Orgel, Saxophon und Haubentaucher „Return to Gaia“-Rückkehr des Raumschiffes zur Erde. Peter Nowitzky und die Orgel versetzen uns in den Weltraum mit Harmonien, die wirklich außerspärisch klingen, untermalt von phantastischen Bildern ferner Galaxien. Von dem atonalen, scheinbar lebensfeindlichen Weltraum, tauchen wir audio-visuell in die vertraute, harmonische Atmosphäre der Erde ein, bis das Saxophon und die Orgel in Sam Cooks „Wonderful World“ einstimmen. Irre!
Ein weiterer Höhepunkt der Missa ist das Agnus Dei; um den Eskimos das Sinnbild des „Lamm Gottes“ näher zubringen, wurde das Lamm zur Kegelrobbe mit ihrem weissen Fell und ihrer sanften und hilflosen Natur umfunktioniert. Die Musik hierzu und die wundervollen Bilder (man hatte auf echte Grausamkeiten verzichtet) mit kleinen Robben und Kindern trieb mir die Tränen in die Augen.
Ein nachhaltiges Erlebnis, ein Plädoyer für die Schöpfung, ein außergewöhnliches Konzert.
“ Wie Samen, die unter der Schneedecke träumen, träumen eure Herzen vom Frühling. Vertraut diesen Träumen, denn in ihnen verbirgt sich das Tor zur Unendlichkeit“    Khalil Gibran

J.S. Bach-Krimi: Eine tödliche Verschwörung um eine mysteriöse Handschrift


J.S. Bach-Krimi "Eine tödliche Verschwörung um eine mysteriöse Handschrift"

Für den Urlaub gibt es einen J.S. Bach-Krimi, der es in sich hat:

Kurzbeschreibung:

Eine tödliche Verschwörung um eine mysteriöse Handschrift von „Johann Sebastian Bach“

Der Musikwissenschaftler Adrian Fischer wird ermordet. Seine Tochter Gwendolyn, eine erfolgreiche Opernsängerin, hatte wenig Kontakt zu ihrem Vater. Nun muss sie sich aber mit dessen Nachlass befassen und macht eine erschreckende Entdeckung: Ihr Vater hatte ein verschollenes Bach-Manuskript gefunden, in dem das Datum des jüngsten Tags verschlüsselt ist. Gwendolyn erhält kurz darauf einen mysteriösen Anruf: Ein Unbekannter versucht, die Herausgabe der Noten zu erpressen. Und dann entgeht Gwen nur knapp einem Mordanschlag …

..schwer aus der Hand zu legen:
Der Roman „Die fünfte Passion“ dreht sich um das Werk Johann Sebastian Bachs. Wer befürchtet nur staubtrockene musikwissenschaftliche Traktate zu finden wird schnell eines besseren belehrt. Schon auf den ersten Seiten lässt Buslau seine Hauptfigur genau diese Befürchtung entkräften, ihr ist das trocken-theoretische der Musikwissenschaft ebenso zuwider.

Das Buch ist zu beziehen über meine Partner-Seite:

Link:

http://blogjsbachcantatapilgrimage2000.blogspot.com/2010/08/ein-krimi-uber-eine-verschollene.html

Grüße

Volker

RUHR2010 Teil XXI: Musikalische Sterbensgedanken in der Dorfkirche Stiepel (Bochum)


Kleine Kirche-ganz großes Kino
Heute berichte ich von einem Kleinod der Sakralkunst im Ruhrgebiet.  Aufgrund ihrer Geschlossenheit und Ursprünglichkeit ihrer Wandmalereien ist sie in dieser Form nur in ganz wenigen Kirchen Westfalens zu finden. Schon ihr Standort im breiten Ruhrtal zwischen Hattingen und Bochum auf einer kleinen Anhöhe ist von traumhafter Lage. Die Dorfkirche Stiepel hat einen sehr engagierten Kirchenmusiker (Michael Goede) und beschert dem Umland ein vielfältiges und interessantes Kulturprogramm, zu dessen Konzert ich mich am 30.07.10 mit dem Thema „Was Gott tut, das ist wohlgetan“-Musikalische Sterbensgedanken, einfinde.

Dorfkirche Stiepel / Foto: Gemeinde Stiepel (Homepage)

Im Bochumer Stadtteil Stiepel mit einer teilweise heute noch ländlich-dörflichen Umgebung liegt die Dorfkirche idyllisch inmitten eines historischen, baumbestandenen Kirchhofs. Vor 1000 Jahren ließ Imma, Ehefrau des Grafen Liutger aus dem Geschlecht der Billunger und Schwester des Bischofs Meinwerk von Paderborn, auf dem Hof Stiepel eine Eigenkirche bauen. Im 12. Jahrhundert wurde anstelle der Saalkirche eine romanische Basilika errichtet. Sie wurde im 15. Jahrhundert zur heutigen Hallenkirche ausgebaut. Seine besondere Bedeutung über die Grenzen Deutschlands hinaus gewinnt das Kulturdenkmal an der Ruhr durch die vielgestaltige, farbige Ausmalung im Innenraum. Seit der Reformation ist die Stiepeler Dorfkirche evangelisches Gotteshaus.

Foto: Wikipedia
Die Malereien aus dem Hoch- und Spätmittelalter wurden 1698 mit harter weisser Farbe übertüncht, bei Restaurierungsarbeiten 1952 aber wiederentdeckt. Der älteste Teil der Malereien stammt aus der romanischen Erbauungszeit der Basilika 1180/90. Es sind Darstellungen aus Ornamenten und biblischen Szenen (Bethlehemischer Kindermord, Flucht nach Ägypten, der segnende und richtende Christus zwischen Kain und Abel, die Paradiesströme) zu sehen. Aus dem 15. Jahrhundert stammt der Drachenkampf des hl. Georg. Christi Geburt stammt aus dem 16. Jhrt.
Foto: Wikipedia
Das Mauerwerk besteht aus dem für unsere Region typischen Ruhrsandstein, sowie bearbeiteten Bruchsteinen.
Sehenswert ist ausserdem der angegliederte Kirchhof, wo sich noch Grabsteine aus nachreformatorischer Zeit aus Ruhrsandstein finden (1600-1709). Die Grabplatten am Eingang  stammen von 1360-1744 und können trotz der Verwitterung noch den Patronatsherren von Stiepel zugeordnet werden.
Öffnungszeiten täglich (ausser Montag):

Stiepeler Kultursommer 2010 / Freitag, 30.07.10 / 21.00 Uhr

Musikalische Sterbensgedanken

Die Thematik würde normalerweise besser in die Herbstzeit  passen, nicht aber, wenn das Programm barocklastig ist, dessen Komponisten (J.S. Bach, Pachelbel, Georg Böhm, Johann Casper Ferdinand Fischer, Gottfried Kirchhoff, Gottfried Heinrich Stölzel, Silvius Leopold Weiss) und Textdichter den Tod stets als präsent empfanden. Gestaltet wird der Abend von Henning Klocke (Tenor),  Andreas Nachtsheim ( Laute/ Theorbe), Michael Goede (Orgel)

Die Künstler

Eine abwechslungsreiche Darbietung aus Schemellis Gesangbuch, Notenbüchlein für AMB, Choralsätzen und -bearbeitungen, die Erklärung von M. Goede sind anschaulich; der exellente Rahmen durch dieses phantastische Kirchlein verleiht dem Konzert einen intimen Charakter. Gerade bei den zärtlichen, privaten Liebesbekundungen fühle ich mich positiv deplaziert: Das ist nicht für meine Ohren bestimmt gewesen und läßt schon fast zuviel Information aus der Privatsphäre durch.

Ich fand es sehr bewegend und habe mir spontan für die Veranstaltung „La Notte“-Klänge der Nacht, ein Konzert mit Clavichord und Rezitationen von Martin Opitz gekauft. Derzeit sind im Gemeindehaus, im Kirchhof sowie in der Kirche Kunstobjekte von zeitgenössischen Künstlern ausgestellt. Fazit meines Besuches: Sehr sehens- und hörenswert.

Link für weitere Veranstaltungen: http://www.dorfkirche-bochum-stiepel.de/veranstaltungen-2009/

Freitag, 1. Oktober 2010 bis Sonntag, 31. Oktober 2010
Goldberg Zyklus, Ruhr 2010
http://www.dorfkirche-bochum-stiepel.de/ruhr-2010/goldberg-zyklus-2010/

Sonntag, 21. November 2010, 18.00 Uhr
Momente der Ewigkeit, RUHR 2010
J. S. Bach „Wachet auf, ruft uns die Stimme“
http://www.momente-der-ewigkeit.de

Alle Veranstaltungen zum Kultursommer auch unter: http://www.orgellandschaft-ruhr.de

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RUHR2010 Teil XIII: Die Ruhrtriennale und das Klavierfestival Ruhr


Damit auch über den Sommer keine Langeweile oder Kulturdurst aufkommt, gibt es im Ruhrgebiet zwei renommierte große Festivals, die ihre vielfältigen Spielorte (vom Industriedenkmal bis zum Renaissance-Schloß) über die ganze Ruhrregion ausdehnen und mit Künstlern von Weltrang aufwarten.

Die Ruhr - rechts hinter den Bäumen verläuft die B227

Das Klavier-Festival Ruhr – das “weltweit bedeutendste Klavierfestival“ (FonoForum) – präsentiert dieses Jahr vom 08. Mai bis 23. Juli in 70-80 Konzerten herausragende Künstler aus zahlreichen Nationen in einzigartiger Konzentration. Die großen Meister ihres Fachs (darunter Pierre-Laurent Aimard, Martha Argerich, Emanuel Ax, Daniel Barenboim, Tzimon Barto, Elena Bashkirova, Alfred Brendel, Michel Camilo, Chick Corea, Leon Fleisher, Nelson Freire, Irwin Gage, Hélène Grimaud, Herbie Hancock, Abdullah Ibrahim, Keith Jarrett, Katia & Marielle Labèque, Lang Lang, Elisabeth Leonskaja, Robert Levin, Radu Lupu, Gabriela Montero, Ivo Pogorelich, Maurizio Pollini, André Previn, András Schiff, Grigory Sokolov, Jean-Yves Thibaudet, Arcadi Volodos und Krystian Zimerman) folgen regelmäßig der Einladung des Festival-Intendanten Franz Xaver Ohnesorg, um facettenreiche Konzerte zu gestalten. Aber auch viel versprechende Nachwuchspianisten, Wettbewerbssieger und Debütanten, deren Förderung dem Festival ein besonderes Anliegen ist, werden Jahr für Jahr eingeladen.

Klassik und Jazz, Recitals, Kammer- und Orchesterkonzerte, Meisterkurse und Liederabende spiegeln das außerordentlich facettenreiche Konzertangebot des Klavier-Festivals Ruhr, das durch den Initiativkreis Ruhr, eine Vereinigung von rund 60 Unternehmen aus der Metropole Ruhr und den Eintrittsgeldern, getragen wird. Das Festival vergibt in jedem Jahr Kompositionsaufträge, über 60 neue Werke wurden so in den letzten Jahren uraufgeführt.

Schwerpunkte bilden auch die Förderung des Klaviernachwuchses, die „Little Piano School“ für Kinder von 2 bis 6 Jahren, die „Encounters“ (hier vermitteln große Künstler ihre außerordentlichen Fähigkeiten und ihr enormes Wissen an „normale“ Klavierschüler) und die „Discovery Projects“, die die kreativen Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichstem sozialen Hintergrund nachhaltig fördert.

LINK: http://www.klavierfestival.de

Die Ruhrtriennale, ominöser Name, aber was verbirgt sich dahinter?

1999: Die Internationale Bauausstellung Emscher Park (IBA) unter der Leitung von Prof. Karl Ganser endet nach zehnjähriger Entwicklungsarbeit und stellt die Frage nach den Perspektiven der von ihr für die Kultur entdeckten Industriedenkmäler. Gleichzeitig arbeitet die Nordrhein-Westfälische Landesregierung an Plänen, die der nachhaltigen internationalen Profilierung NRWs dienen. Die Diskussion umfasst den wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Strukturwandel. Eine wesentliche Anregung der IBA, ein dezentrales Kunstfest für das Ruhrgebiet zu schaffen, eröffnet die historische Chance: Die faszinierenden, vor dem Verfall geretteten und ins ästhetische Bewusstsein gerückten Hallen, stillgelegten Zechen und Kraftwerke erweisen sich als prädestiniert für neue Formen künstlerischer Auseinandersetzung.

Einer der interessanten Aufführungsort, die Jahrhunderhalle in BO

Gründungsintendant Gerard Mortier stellt die Kreationen ins Zentrum – Produktionen, die spartenübergreifend den Dialog mit ihren Aufführungsorten suchen: Schauspiel, Oper und Tanz verbinden sich mit innovativen Entwicklungen der bildenden Kunst, der Pop- und Konzertmusik, sowie einem hochkarätigen Literaturprogramm.  Das Festival 2010 steht in dieser Saison unter dem Motto Aus der Fremde. Unter der Intendanz von Willy Decker erforscht die Ruhrtriennale das Spannungsfeld zwischen Kunst und Kreativität und dem Urmoment des Religiösen. 2009 richtete sich ihr Blick auf den jüdischen Kulturkreis, 2010 auf die islamische und schließlich 2011 auf die buddhistische Kultur. Die Ruhrtriennale findet dieses Jahr vom 15. August bis zum 10. Oktober 2010 statt.     

2 Highlights habe ich euch mal rausgesucht, natürlich musikalischer Art:

17/18/19. September 2010, Jahrhunderthalle Bochum 20.00 Uhr: Passio-Compassio, Eine musikalische Suche auf den Spuren von J.S. Bach zu der Sufi Musik. Es wird Bach auf orientalischen Instrumenten gespielt.

08/09. Oktober 2010, Gebläsehalle Landschaftspark Duisburg 20.00 Uhr: Amo-Ich bin ein Liebender;  Countertenor Philippe Jaroussky inszeniert eine barocke Jazz-Jam Session, ebenso treffen eine Barock-, eine Jazz- und eine Peru-Harfenistin aufeinander.       

LINK: www.ruhrtriennale.de

Orgelkonzert am 08.05.2010 in der Dreifaltigkeitskirche Wiesbaden


Orgelmusik in der Dreifaltigkeitskirche Wiesbaden

Orgelmusik in der Dreifaltigkeitskirche Wiesbaden

Wiesbaden, die hessische Landeshauptstadt blickt auf eine lang zurückreichende Kulturtradition zurück. Auch die Stadtkirche Wiesbaden steht in der Verantwortung, sich diesem Erbe anzunehmen und es fortzuführen.

Die Dreifaltigkeitskirche ist ideeller Sitz der „Kulturkirche“. Dieser Kirchort bildet schon lange ein Zentrum kulturellen Lebens (Musical, Kabarett, Kunstausstellungen). Für eine dortige Verortung der „Kulturkirche“ spricht die Innenstadtlage der Kirche und ihre gute Verkehrsanbindung (Nähe Hbf.)


Zudem erfreut sich das Dichterviertel großer Attraktivität und kultureller Lebendigkeit. Eine Kulturkirche ist hier sinnvoll verortet. Die Veranstaltungen, die hier stattfinden, dürfen auf Zuspruch hoffen. In der Gemeinde befinden sich zudem viele Interessierte, die das kulturelle Leben der Gemeinde schätzen und unterstützen.

Termin Orgelmusik in der Dreifaltigkeitskirche Wiesbaden:

Orgelkonzert am Samstag, 8. Mai 2010 um 17:30 Uhr in der Dreifaltigkeitskirche Wiesbaden, Frauenlobstr. 5, mit Orgelwerken von J.S. Bach, César Franck und Hermann Schröder. Der Eintritt ist frei – um eine Kollekte am Ausgang wird gebeten.

Es war ein Wunsch der Veranstalter aus Wiesbaden, dieses Orgel-Konzert im „J.S. Bach-Forum“ zu veröffentlichen und möchte allen Orgel-Begeisterten im Umland von Wiesbaden dieses Konzert ans Herz legen.

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Jung-Instrumentalisten begeisterten mit einem Vivaldi-Bach-Programm in Detmold


Martin-Luther-Kirche Detmold


Im Rahmen des Orgelfrühlings 2010 fand in der Matin-Luther-Kirche in Detmold ein vielfältiges Vivaldi-Bach-Programm statt. Ausführende:

Jung-Instrumentalisten von der

Hochschule für Musik Detmold.

Ensemble:

Miriam Barduhn, Julia Parusch, Cordula Haupts (Violinen) Alisa Smith (Viola) Sebastian Escobar (Violincello) Christian Rahöft (Kontrabaß), Organistation: Alexander Toepper.

1. Geige (Konzertmeisterin): Miriam Schmaderer,

Orgel: Christina Raschdorf, Carlo Maria Barile, Alexander Toepper, Jan Croonenbroeck

Harfe: Hanna Rabe, Fagott: Constantin Gerstein.

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Programm: Vivaldi-Bach / zur Vergrößerung reinklicken!

Nach unserer Anfahrt in das Fürstentum Lippe mit seiner schönen Residenzstadt Detmold betraten wir wohlgestimmt die Martin-Luther-Kirche. Was würde uns dort für ein Vivaldi-Bach-Programm geboten, die Ankündigung versprach Großartiges und wurden nicht enttäuscht. Beim Betreten der Kirche waren wir mehr als überrascht, der Zuspruch war immens, die Plätze im Kirchenschiff voll belegt schritten wir gezielt nach vorne und erreichten noch zwei freie Plätze in der zweiten Kirchenbank. Hier hatten wir einen herrlichen Überblick auf das Geschehen und erlebten eine tolle Akustik, da sich alles im Altarraum abspielte und die Entfernung zu den Aufführenden sich als Ideal erwies.

Streichergruppe HfM Detmold im Vordergrund rechts: 1.Violine Miriam Schmaderer

DieProtagonisten betraten den Altarraum und ich traute meinen Augen nicht, ist es ein Jugend-Orchester an diesem Abend, schwer verfehlt, es sind Studierende von der HfM Detmold im blühenden Alter um das 21. Lebensjahr und was dann von ihnen geboten wurde, war mehr als begeisternd. Die 1. Violine mit der großartigen Miriam Schmaderer besetzt, begann mit  dem Violin-Konzert D-Moll; RV 541 für Orgel, Violine und Streicher von Antonio Vivaldi. Am Orgelpositiv die Organistin Christina Raschdorf, erklang eine homogene Klanggemeinschaft, die ein prächtiges Vivaldi-Werk mustergültig vortrugen, es ist eben die Barockzeit, die mich immer erschauern lasst wenn Instrumentalisten so genial die Musik zu Gehör bringen und das vollbrachte die Jung-Garde aus Detmold mit Bravour.

Einleitende Worte von den Studenten zur kommenden Werkswiedergabe im Hintergrund das Orgelpositiv, von links im Bild: Organist/in: Jan Croonenbroeck und Christina Raschdorf

Toll fanden wir die erklärenden und einleitenden Worte der Studenten zum folgenden Werk und die Vorstellung der einzelnen Instrumente wie: Violine, Harfe, Orgel und das Fagott.

Zur Barockzeit gab es noch nicht die heute benutzte Harfe und wurde von Vivaldi dann als eine Komposition für die Laute geschrieben. Dieses Vivaldi-Werk für Laute: RV 93 in D-Dur – wurde in einer Bearbeitung für Harfe vorgetragen und entpuppte sich als ein wahrer Volltreffer.

Instrumentalgruppe der HfM Detmold - rechts im Bild Hanna Rabe (Harfe)

Das war Musik für das seelische Gleichgewicht. Die Instrumental-Gruppe mit der Harfe zelebrierten Traum-Musik die uns unter die Haut ging..!! Viel zu selten ist die Harfe in Konzerten anzutreffen, sie erzeugt überirdische Musik und genau das traf an diesem Abend zu und konnte uns vollends beglücken. Ein herzliches Danke an die Studentenschaft, die dieses Werk uns so vollendet vorgetragen haben.

Bewundernswertes Können von - Hanna Rabe - Harfe

Eine Hörprobe von Vivaldi aus dem Lautenwerk RV 93 leider nur mit Laute, mit der Harfe klingt es überirdisch schöner – nachstehend

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Vorsichtshalber noch der Link zur Hörprobe zum herunterladen:

Vivaldi Konzert für Laute RV 93 Satz 2 Largo

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Die neue Paschen-Orgel von 2009 mit dem BWV 593 Organist: Jan Croonenbroeck

Aus diesem vielseitigen Programm möchte ich das Orgelwerk von J.S. Bach herausgreifen. J.S. Bach verarbeitete das Violin-Konzert für 2 Violinen und BC von Vivaldi: A-Moll op. 3 Nr.8, RV 522 in ein Orgel-Solo, BWV 593.

Der Jung-Organist Jan Croonenbroeck, (Jahrgang 1988) war ein vortrefflicher Interpret für traumhafte Orgelmusik von J.S. Bach. Was er an Registrierung und Interpretation uns zu Gehör brachte, war vom Allerfeinsten. Die Jubelarien auf diesen Nachwuchs-Organisten konnten wir dementsprechend nachvollziehen. Was er an der neuen Paschen-Orgel, erbaut in 2009 – hervorbrachte war mehr als berührend, nun war ich eins mit der von mir so heftig kritisierten neuen Orgel und konnte mich ganz dem Kunstgenuss hingeben. Die Luther-Kirche besitzt ein vortreffliches Instrument mit der Paschen-Orgel und das konnte Jan Croonenbroeck dank seines Spiels entsprechend  unter Beweis stellen und uns mit einem weiteren Highlight tief beeindrucken.

Hörprobe: Orgelkonzert J.S. Bach BWV 593 von YouTube nachstehend:

Das Vivaldi-Konzert C-Dur, RV 554 für Orgel, Violine, Fagott und Streicher, vorgetragen von „Constantin Gerstein“ – Fagott, war der besondere Höhepunkt als Schlussbeitrag. Diese Stimmigkeit durch Orgel – Streicher und dem Fagott war ein Leckerbissen, besser können es die Profis nicht – im Gegenteil, hier wurde die Frische und Freude am Musizieren besonders auffällig, ihre Begeisterung übertrug sich automatisch auf die Besucher und entrückte uns vollständig aus dem Alltag.

In Kurzfassung der bisherige Werdegang der Instrumentalisten HfM Detmold - zur größeren Ansicht ins Bild klicken..!!

Die Gegenüberstellung der Kompositionen von: Antonio Vivaldi (1648-1741) und Johann Sebastian Bach (1685-1750) gelang den Studierenden der HfM Detmold vollends, mit Begeisterung und Hingabe vermittelten sie uns die großartigen Barockwerke dieser zwei Ausnahme-Komponisten. Es war ein faszinierender Konzertabend von den heranwachsenden Nachwuchs-Künstlern, was für ein hohes technisches und musikalisches Potential sie besitzen hat uns alle sehr erfreut. Bewundernswert, mit welcher Freude und Hingabe sie dieses Programm persönlich mit Leben füllten und ihr Können in den Dienst der Musik stellten, persönliche Eitelkeiten kamen erst gar nicht auf, es war eine Musiziergemeinschaft, die alle in den Bann zog.

Instrumentalgruppe HfM Detmold rechts im Bild: Constantion Gerstein - Fagott - mit dem Vivaldi-Konzert C-Dur RV 554

Die voll besetzte Luther-Kirche dankte ihnen für diesen herrlichen Konzertabend mit einem lang anhaltendem und wohlverdienten Applaus, worüber sich die Aufführenden mehr als gefreut haben, die Anspannung fiel aus ihren Gesichtern und strahlten uns mit ihren jugendlichen Gesichtern an das uns sehr berührte. Wir traten mehr als erfüllt den Heimweg an und haben die Gewissheit, oooooh, was besitzen wir für einen hervorragenden Nachwuchs, das sollte man weiterhin pflegen und fördern und wo immer es geht, ihre Auftritte durch einen Besuch als Anerkennung so entsprechend zum Ausdruck bringen und sie ermutigen, den so beschrittenen Weg unbeirrt weiter zu verfolgen, dann werden sie ihr persönlich gestecktes Ziel in ihrer Musik-Laufbahn auch erfolgreich erreichen..!!

Gruß

Volker

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Albert Lortzing’s Oratorium „Himmelfahrt Jesu Christi“ in der Oekerhalle Bielefeld


Albert Lortzing (1801-1851), ein Verkannter? Aufführung von Lortzings – Oratorium „Himmelfahrt Jesu Christi“ durch den Musikverein Bielefeld im 3. Saisonkonzert am

Freitag, 7. Mai 2010, 20 Uhr in der Oetkerhalle-Bielefeld.

Weiteres Werk des Abends ist J.S. Bach’s Himmelfahrts-Oratorium BWV 11.

Bernd Wilden, der den Chor des Musikvereins mit Wolfgang Helbich einstudiert, ist von Lortzings Frühwerk sehr angetan. „Aus jugendlichem Ungestüm heraus charmant“, beschreibt er seinen Eindruck. Ein lohnenswertes „Kuriosum“ nennt Jón Philipp von Linden, Musiktheater-Dramaturg am Stadttheater, das Frühwerk des 27-Jährigen. Es wird erstmals in Bielefeld zu hören sein. Entstanden ist es 1828, kurz nachdem Lortzing mit „Ali Pascha von Janina“ das erste seiner heiteren Singspiele vorgelegt hatte.

Der Komponist, Spross einer Schauspielerfamilie, wirkte zunächst als Schauspieler und Sänger. 1826 nahm er mit seiner ebenfalls schauspielernden Frau ein Engagement in Detmold an.

Albert Lortzing (1801-1851)

Dort schuf er, zwei Jahrzehnte vor seinen bekannten Opern, eine Reihe von Schauspielmusiken für das Detmolder Hoftheater, zwei Orchesterwerke und das Oratorium „Himmelfahrt Christi“. Es wurde 1828 in Münster uraufgeführt.

Oetkerhalle in Bielefeld

„Das Oratorium weist ihn als versierten Komponisten aus“, sagt Wilden. Der erste Teil des zweiteiligen Werks ende mit einer ausladenden Chorfuge, in der Lortzing auf beeindruckende Weise alle Register seines Könnens ziehe. In den Chorsätzen gebe es barocke Reminiszenzen, aber auch Anklänge an Haydn, Beethoven und Mendelssohn. +)

J.S. Bachs Himmelfahrtsoratorium BWV 11, wird den Abend eröffnen. Das Himmelfahrtsoratorium wurde wahrscheinlich im Jahre 1735 komponiert. In der alten Bach-Gesamtausgabe (BGA) war es bei den Kantaten unter dem Namen „Lobet Gott in seinen Reichen“ eingeordnet. Aufgrund seiner biblischen Handlung, eines Evangelisten , Rezitativen und anderen Personen wird es später folgerichtig den Oratorien zugeordnet. Bach selbst bezeichnete es als „Oratorium in Festo Ascensionis“.

Johann Sebastian Bach

Die Texte entnahm Bach den Evangelien von Lukas und Markus sowie der Apostelgeschichte. Die Musik stammt in großen Teilen aus früheren Werken: Die herrliche Altarie z.B. stammt aus der h-Moll-Messe, wo sie im „Agnus Dei“ als „Qui tollis“ zu hören ist; der festliche Eingangschor entstand ursprünglich 1732 zur Einweihung der Thomasschule als „Froher Tag verlangte Stunde“ und ließ sich bestens zur Vertonung der triumphalen Freude über die Himmelfahrt des auferstandenen Christus wieder verwenden.

Susanne Winter (Sopran)

Als Vokalsolisten verpflichtete der Musikverein Susanne Winter (Sopran), Kaja Plessing (Alt), Niklas Vepsä (Tenor), Michael Dahmen (Bariton) und Sebastian Pilgrim (Bass). Es spielen die Bielefelder Philharmoniker. Die Leitung hat Wolfgang Helbich.

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Dirigent Wolfgang Helbich

Wolfgang Helbich, in Berlin geboren, studierte Schul- und Kirchenmusik sowie Dirigieren in Detmold und Berlin. 1971 gründete er das Alsfelder Vokalensemble, dessen ständiger Künstlerischer Leiter er noch heute ist. Seine beruflichen Stationen führten ihn über Alsfeld und Berlin nach Bremen, wo er von 1976 bis 2008 als Leitender Kirchenmusiker am St. Petri Dom tätig war. Zwischenzeitlich betreute Helbich zudem Professuren für Chorleitung an den Hochschulen Bremen und Saarbrücken. Unter Helbichs Leitung entstanden zahlreiche, teilweise preisgekrönte CD-Einspielungen mit dem Alsfelder Vokalensemble Bremen sowie dem Bremer Domchor. Gastdirigate führten zur Zusammenarbeit mit dem NDR-Chor, dem WDR-Chor, dem RIAS-Kammerchor und dem Münchener Bach-Chor. Wolfgang Helbich ist Herausgeber von Chor- und Orgelliteratur und war Professor für Chorleitung an Musikhochschulen in Saarbrücken und Bremen.

Seit 1999 ist Wolfgang Helbich künstlerischer Leiter des „Musikvereins Bielefeld.“

Dirigenten wie Wilhelm Lamping, Michael Schneider von 1951 – 1958 und Martin Stephani von 1959 – 1983 – haben diesen Chor maßgeblich geprägt.

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Jón Philipp von Linden gibt vor dem Konzert am 7. Mai um 19.15 im Kleinen Saal der Oetkerhalle eine Einführung.

Karten für das Konzert sind im Vorverkauf in der Touristinformation im „Neuen Rathaus in Bielefeld“ sowie bei Chormitgliedern erhältlich. Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt.

Eintrittspreise:
10,00 bis 24 Euro

Kartenvorverkauf:

TOURIST-INFORMATION Bielefeld im Neuen RATHAUS

Niederwall 23
33602 Bielefeld

Telefon 0521 / 51-6999
Telefax 0521 / 178811

touristinfo.rathaus@bielefeld.de
www.bielefeld.de

www.musikverein-bielefeld.de

RUDOLF-OETKER-HALLE BIELEFELD

– Bestuhlungsplan

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Eine interessante Gegenüberstellung mit dem Himmelfahrts-Oratorium von: Albert Lortzing zu J.S. Bach, darauf bin ich sehr gespannt. Nach dem Highlight von gestern in Detmold: Vivaldi-Bach, wieder eine interessantes Konzertprogramm in OWL.

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Rezension-Kritik Musikverein Bielefeld, Himmelfahrtsoratorium nachstehend.

Rezension NW Himmelfahrts-Oratorium- Zur Vergrößerung in das Foto klicken..!!

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Schönes Wochenende und Grüße

Volker
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+) Textauszüge-Rezension: © 2010 NW vom 30.4. und 10.5.2010

Geistliche Chormusik u.a. vom Bückeburger Bach – Johann Christoph Friedrich Bach


Bückeburger Bach - Johann Christoph Friedrich Bach

Vorgestern erhielt ich die CD mit „Geistlicher Musik der Bach-Familie“ darin enthalten von dem Bückeburger Bach „Johann Christoph Friedrich Bach“eine Motette es ist eine filigrane CD vom Label: Conventus Musicus – in 1992 veröffentlicht, und möchte sie unbedingt weiterempfehlen.

Auf der CD ist u.a. die dreiteilige Motette: „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ vom Bückeburger Bach  enthalten und entstand im Jahr 1780 oder 1781 in Bückeburg. Es ist eine vierstimmige Motette und entwickelt sich aus dem aufsteigenden Dreiklang des „Wachet auf“ eine kunstvoll-virtuos gearbeitete Introduktion. Den Hauptteil des Satzes bildet eine Choralbearbeitung nach dem Vorbild der alten thüringischen Cantus-firmus-Motette, mit der Liedmelodie im Sopran, bevor am Ende des Satzes die Introduktion in verkürzter Form noch einmal zurückkehrt. Beinahe unverändert übernimmt Johann Christoph Friedrich nun den Schlusschoral im 3. Satz aus der Kantate BWV 140 seines Vaters und führt die Schlußzeile „des sind wir froh…“ in einem eigenen freien Fugato weiter, ohne jedoch die tonale Grundebene noch einmal zu verlassen.

Cover: Bach-Familie Geistliche Musik

CD-Inhalt:

Bach, Johann Christoph (1642-1703) • Sei getreu bis in den Tod
Bach, Joh. Christoph Friedrich (1732-1795) • Wachet auf, ruft uns die Stimme!
Bach, Johann Michael (1648-1694) • Sei, lieber Tag, willkommen (zu Neujahr)
Bach, Johann Michael • Unser Leben währet siebenzig Jahr
Bach, Johann Christoph • Ich lasse dich nicht
Bach, Johann Sebastian (1685-1750) • Kyrie eleison, Christe du Lamm Gottes BWV 233a F-dur
Homilius, Gottfried August (1714-1785) • Der Herr ist mein Hirte
Ich will den Herren loben allezeit • Sehet, welch eine Liebe
Selig sind die Toten • Unser Vater in dem Himmel

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Bestell-Nr.:

CD CM 1030   für  Euro 12,90 zuzüglich 3 Euro für Versand.

Bestellungen bitte direkt an:
Conventus-Musicus
Postfach 68
97335 Dettelbach

Tel.: 09321-9243986

oder per
E-Mail:

cm@conventus-musicus.de

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Symbol für eine Hörprobe

Eine Hörprobe von Johann Christoph Friedrich Bach (Bückeburger Bach) Satz drei „Gloria sei dir gesungen“ aus der Motette: „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ füge ich nachstehend bei:

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Impressionen zur Vokalgruppe „IL CONCERTO PICCOLO München, zur Vergrößerung in das Foto klicken:

Historie zu IL Concerto Piccolo

Besetzungsliste von Il concerto ciccolo München

Ensemble Il concerto piccolo München während der Aufnahme in München

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Ich möchte allen noch einmal zur Erinnerung den Beitrag; „Auf den Spuren des Bückeburger Bach – Johann-Christian-Friedrich Bach“  – hinweisen.

Link:  https://meinhardo.wordpress.com/2009/09/25/auf-den-spuren-des-buckeburger-bach-johann-christoph-friedrich-bach/

Grüße

Volker

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News vom Label: Soli Deo Gloria


News

SDG’s latest release enters specialist classical chart (6 Mar 2010)

SDG’s latest release – Bach Cantatas Volume 2 (SDG 165) – enters the specialist classical chart at number two!

News vom Label SDG vom 9.3.2010

To see the full classical chart, please click here:

Link: http://www.gramophone.co.uk/chart

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Gruß

Volker

Zweimal die Johannes Passion BWV245 in Rotterdam


Diese Woche hörte Ich zweimal die Johannes Passion von J.S. Bach in de Doelen Rotterdam Foto).

Dienstag 30. März 2010 unter der Leitung von Frans Brüggen und am Karfreitag unter der Leitung vom Chefdirigent des Rotterdams Philharmonisches Orchesters, Yannick Nézet-Séguin.
Authentisch und nicht-Authentisch? Mit Yannick sind wir diesen Unterschied vorbei!

Dienstag 30 März
Orkest van de Achttiende Eeuw en Cappella Amsterdam
o.l.v. Frans Brüggen

m.m.v. Marcus Schäfer (Evangelist) – tenor
Thomas Oliemans (Christus) – bariton
Carolyn Sampson – sopraan
Michael Chance – altus
Marcel Beekman – tenor
Peter Kooij – bas

Am Karfreitag 2.4.2010
Rotterdams Philharmonisch Orkest
o.l.v. Yannick Nézet-Séguin
m.m.v. Miah Persson – sopraan
Christianne Stotijn – mezzosopraan
Paul Agnew – tenor
Markus Werba – bariton
Nederlands Kamerkoor

Charakterisierung Konzert Frans Brüggen: hervorragend. Und das kennzeichnet  viellicht was an dieser Aufführung fehlte.

Bei Yannick hörte Ich ein Drama und dass soll die Johannes Passion für mich auch sein: ein heftiges Drama!

Wie ein Gemälde von Caravaggio!

Foto: The Taking of Christ (1602) – National Gallery of Ireland, Dublin.

Die Sänger waren in beider Besetzungen nicht optimal, aber sicher nicht um über sie zu klagen! Bei FB machte gerade der Evangelist Markus Schäfer zu viel Drama, ‚overacting‘, weil der Evangelist eigentlicht nicht mehr tut als eine Geschichte zu  erzählen. Das machte Paul Agnew unter Yannick besser, aber er war weniger Stimme ‚fest‘ .

Marcel Beekman sang schauererregend ‚Erwäge, wie sein blutgefarbten Rücken‘, ein Höhepunkt am Abend unter FB. Carolyn Sampson sang die Arie ‚Es ist vollbracht‘  exemplarisch, aber Miah Persson sang mit tiefer Gefühl, rührend. Michael Chance (FB) war nur gerade in der Fähigkeit seine Arie ‚Von den Stricken meiner Sünden ‚ im fehlerlosen Ton zu halten.  In die Arie ‚Es ist vollbracht‘ machte Christianne Stotijn (und Yannick danach in einem eiskalten lange Stille) mir ‚total loss‘.

Der Dialog von Petrus mit dem Volk war bei Yannick einen Höhepunkt! Und das gehört auch so, denn hier wird über das Los von Jesus entscheidet. In allen Chorparteien bei Yannick hörte Ich fantastische dramatische Variationen. Dann hört man auch Barockmusik!
Selten war Ich so ergriffen vom lezteten Chor ‚Ruht wohl, ihr heiligen Gebeine‘ und der Choral ‚Herr Jesu Christ, erhöre mich. Ich will dich preisen ewiglich!.

Ich glaube fest dass Yannick Nézet-Séguin einen der größten Dirigenten unserer Zeit wird.
Welche nicht in ‚ authentischer Musik‘ spezialisierten Dirigent hat je so eine Passion von Bach dirigiert?

Ich kenne keinen!

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Herreweghe mit Bachs Matthäus-Passion in der Philharmonie Essen


Es gibt Werke, die begleiten uns jahrelang und sie werden umso größer, je mehr sich durch eigene Lebenserfahrung und Reflektionen darin lesen läßt. Anfänglich erscheint sie wie ein übermächtiges, komplexes Konstrukt zu dem man aufschaut wie der mittelalterliche Mensch zu einer gotischen Kathedrale, man staunt, aber es läßt sich nicht durchdringen. Mit der Zeit öffnet sich das Werk, es treten erste Strukturen zu Tage. Einige Teile rühren uns zu Tränen, andere sind in ihrer Machart und Aussage schroff, schonungslos, grausam. Geht es hier nur um das Leiden und Sterben Jesu? Nein, es geht um mehr. Es geht auch uns selbst, um unsere eigene Matthäus Passion, um Bachs eigene erlebte Matthäus Passion, Grundzüge der menschlichen Philosophie, die Auffächerung menschlicher Gefühle mit derartiger Differenziertheit und Präzision, wie ich sie vorher noch nie erlebt und gefühlt habe und für sie auch niemals Worte fände, die ihren Sinn treffen könnten; ein Kosmos voller existenzieller Grundmuster.  Angesichts dieser Größe des Werkes fällt es mir nicht einfach, darüber zu schreiben.

Philharmonie Essen: Collegium Vocale Gent – Herreweghe

Vom 25. zum 26.03.2010 schlafe ich vor Aufregung wieder schlecht, Bach und Herreweghe mit der Matthäus Passion ist eine prickelnde, aufregende Mischung in der Passionszeit, die den Adrenalinspiegel steigen läßt und mich in einen Dauerrauschzustand der Vorfreude versetzt. Am 26. stirbt der Freund meiner Begleitung und ich entgehe um wenige Minuten einem Wildunfall. Das Reh liegt mit abgetrennten Hinterläufen auf der Ruhrallee.

Besetzung:

Solisten Chor 1:

Dorothee Mields, Damien Guillon, Colin Balzer, Stephan MacLeod

Solisten Chor 2:

Hana Blazikova, Robin Blaze, Hans Jörg Mammel, Matthew Brook

Die Philharmonie in Essen ist fast ausverkauft, das Publikum ist überregional. Philippe Herreweghes Chöre stellen sich im Halbkreis auf, in der Mitte der Cantus firmus Chor. Die Solisten sind Teil des Chores, Christus (Simon Kirkbride) und der Evangelist Christoph Prégardien nehmen zwischen Chor 1 und dem Orchester Platz. Philippe Herreweghe selbst ist eher unspektakulär, ohne große Gesten, allerdings mit einer ziemlichen Maestro-Mähne.

Philharmonie Essen: Dirigent Philippe Herreweghe

Der erste Chor „Kommt ihr Töchter, helft mir klagen“ legt den Schalter des Alltags um, seine düstere, sog-artige Stimmung mit Bachs Stereo- und 3 D Effekten wirft uns mitten ins Geschehen, Herreweghe dirigiert seinen Top Chor mühelos durch die unwegsamen Todesabgründe, es klingt fast duftig, samtig, alle Stimmen sind gleichberechtigt, jede Stimmgruppe hat je 3 Sänger, das Tempo während der ganzen Passion niemals überstürzt oder gehetzt, es ist alles von reifer, in sich ruhender Abgeklärtheit. Eine intime Atmosphäre, in der ich es geniesse, in der ersten Reihe zu sitzen. Von Weltklasseformat auch das Gros der Solisten, besonders bemerkenswert die beiden Sopranistinnen Hana Blazikova und Dorothée Mields in den ersten kontemplativen Arien „Blute nur“ und „Ich will Dir mein Herze schenken“. Das Tempo ist langsamer als mir gewohnt, jedoch wunderbar innig gestaltet, Hana Blazikova singt trotz der hohen Lage mit warmen Mezzo-Timbre, Ihre Stimme läuft wie dunkelrotes Blut kontrastierend auf Jesus´totenbleicher Haut (ohne zu gerinnen). Dorothée Mields zelebriert mit der eigentlichen Liebesarie Sex nach Noten ohne Körperkontakt (ihr hättet die Mimik der Sopranistin sehen müssen!) und läßt einen Lichtstrahl in die düsteren Geschehnisse. Ist das Stück überhaupt ursprünglich für die MP konzepiert gewesen oder hat Bach hierfür nur „Heil“ gegen ein anderes Wort getauscht??? Sehr charismatische Stimme mit Brillianz, schlank, ohne körperlos zu wirken. Christoph Prégardien ist ein Spitzenevangelist, der auch in Sachen Gestaltung noch viel Neues zu bieten hat. Leider fällt der Christus-Sprecher etwas ab, ob er einfach indisponiert ist oder generell in der Tiefe nicht so richtig klar kommt, kann ich nicht beurteilen, vielleicht liegt es auch an der Platzierung, der Evangelist wird nur vom Continuo begleitet, während Christus gegen die Streicherbegleitung „ansingen“ muss. Bevor ich es später vergesse, möchte ich hervorheben, dass die beiden Solo-Tenöre Colin Balzer und Hans Jörg Mammel mir sehr gut gefallen haben.

Philharmonie Essen: Collegium Vocale Gent - Herreweghe

Im Garten Gethsemane begegnet uns dann der zweifelnde Jesus. Haben wir das nicht auch schon erlebt? Plötzlich ist man ganz alleine und verlassen, am liebsten würden wir jetzt einen Rückzieher machen. Das Ringen mit dem Für und Wider, welchen Weg gehen wir? Aber um irgendetwas zu erreichen, müssen wir unseren eigenen Weg gehen und uns den Schwierigkeiten stellen. Die Arie mit vorgeschaltetem Rezitativ „Gerne will ich mich bequemen“ ist für mich eines der phänomenalsten Stücke der Matthäus Passion. Es klingt noch sehr trotzig und wenig einsichtig, der gottgewollten Bestimmung zu folgen. Es ist der Punkt, der die Wende aus der mentalen Talsohle markiert.

Was Bach lautmalerich im nächsten Duett „So ist mein Jesus nun gefangen“ mit direkt anschliessendem Chor „Sind Blitze, sind Donner in Wolken verschwunden“ uns an Bildern bietet, ist an Dramatik und Energie kaum zu überbieten. Herreweghes Collegium Vocale singt uns Naturgewalten, die sonst nur das Filmzeitraffa eines Wolkenbruchs am Ende der Trockenzeit einer Wüstenregion festhalten kann. Wir bekommen die Blitze direkt ins Publikum geschleudert und hoffentlich wird dieser Typ hinter mir getroffen, der ständig mit seinem Armband nervig herumklimpert und laut Bonbons auspackt! –  Schade, knapp daneben.

Der 2. Teil beginnt gleich mit einem solistischen Stolperstein, der Arie und Chor „Ach! Nun ist mein Jesus hin“. Der Altus Robin Blaze hat dann doch ein paar Probleme die stimmlichen Fallen zu bewältigen, auch ist alles weniger geschmeidig und klingt etwas blechern, Entschädigung ist jedoch im Anmarsch. Nachdem sich Chor und Solisten in der weiterführenden Handlung einen Schlagabtausch mit Turbaechören, Chorälen, handlungschwangeren Rezitativen und Arien um Petrus´Verrat liefern, gipfelt die Szenerie in „Erbarme Dich“. So schön sphärisch und innig habe ich diese Arie selten gehört, hier passt das Androgyne des Altus Damien Guillon perfekt, es darf aber auf keinen Fall das grandiose Violinsolo unerwähnt bleiben, das ist ein absolutes Endprodukt und läßt sich schon nicht mehr verbessern. Annähernd exemplarischen Charakter hat auch die  Arie “ Komm süßes Kreuz“, phantastisch der Gambist, der mit seinem Solopart auch „ein Kreuz hat“, ich höre bis vorne sein angestrengtes Stöhnen.

Philharmonie Essen: Collegium Vocale Gent - Herreweghe

Die Begeisterung der Wissenschaft für die Arie mit Rezitativ „Jesus hat die Hand“ konnte ich nie nachvollziehen, ich bekam nie Zugang,  ist ziemlich abgehoben, hatte der Meister vielleicht beim Komponieren bewußtseinserweiternde Drogen genommen, weil der gesamte Charakter des Stücks irgendwie nicht zu dem eher menschlich-bodenständigen Rest passen will?  Bei dieser Aufführung habe ich das erste Mal gefühlt, ich erahne die Bedeutung, Jesus könnte bereits in einer Zwischenwelt sein! Nach Jesu Tod hustet jemand leidenschaflich in die kontemplative Stille, so dass sogar das Orchester peinlich berührt herüberschaut.

Der Bass Stephan MacLeod, der bereits den Hohepriester und Judas gesungen hat, war mir stimmlich vorher gar nicht so sehr aufgefallen, aber in Arie und Rezitativ „Mache Dich mein Herze rein“ ist er großartig, alles mutiert zu einem am liebsten niemals endenden Wiegenlied. Alle vorherigen Spannungen fallen ab, das Kämpfen um das irdische Leben weicht einer (scheinbar) unumkehrlichen Tatsache, Jesus ist gestorben. Bach ist aktuell, der Tod Jesu kann für viele Tiefpunkte in unserem Leben stehen, aber in einer Welt, wo jemand den Tod überwindet, da ist alles möglich. Danke für diesen phantastischen Abend Herr Herreweghe. In diesem Sinne:

Per Aspera ad Astra

mit österlichen Grüßen, Claudia

P.S. Die vertonte Version wird morgen, am Karfreitag, 02.04.2010 um 21.00 Uhr aus der Philharmonie Köln auf 3SAT ausgestrahlt, Barbara danke für den Hinweis.

Meine Eindrücke vom wiedereröffneten Bach-Museum Leipzig


Liebe Bach-Freunde!

Eingestimmt durch einen wunderbaren Gottesdienst, der sich wie immer in der Thomaskirche durch eine reichhaltige lutherische Liturgie auszeichnete, konnte ich nach dem Besuch des Bundespräsidenten das neu-alte Bach-Museum endlich erkunden. Doch zuerst wurde noch eine große Geburtstagstorte hereingetragen und es steigerte sich die Spannung auch noch zusätzlich dadurch, dass der Stellvertretender des Thomaskantors im Innenhof einen mehrzeiligen Geburtstagskanon mit uns einübte.

Eröffnung Bach-Museum durch den Bundespräsidenten Horst Köhler

Natürlich konnten die Kuratoren des Museums nicht drumherum, Bach auch ‚interaktiv‘ und ‚medial‘ zu präsentieren und ‚aufzuarbeiten‘. So konnte man im ersten Raum an einem ‚digitalen Wühltisch‘ Bach-Dokumente für sich zusammenstellen, ordnen und vergrößern.  Weiter oben hingen Orgelpfeiffen von der Decke, die beim Berühren mit dem Ohr Bach-Melodien tief in dich hineinsummten. Nebenan konnte man Bach-Choräle in bestimmten Instrumentierungen zum besseren Verständnis herausstreichen.

Und stundenlang konnte man in der Hörbar Bach-Werke aufsuchen und selbst bestimmen, was aus dem gesammten Bach-Werke-Verzeichnis jetzt für mich erklingen sollte. Wie der Titel eines in unserem Blog schon besprochenen Bach-Taschenbuchs konnte ich sagen: „Bach und ich.“ Er entsteht jetzt durch mich neu!!.

Die alte Thomasschule zu J.S. Bach's Zeiten als Modell

Irritiert kehrte ich zurück in die sog.Schatzkammer: Wichtige Orthographe von Bach-Kantaten und Bestallungsurkunde stellten fest: Bach gehört zu den Grundlagen unserer Kultur. Nach drei Stunden konzentriertem Aufnehmens bin ich dann fast ‚bach-trunken‘ auf den Thomas-Kirchhof getorkelt. Auf dem Weg in mein Schlafquartier fragte ich mich: Was hat Dich denn jetzt wirklich berührt?

Gut-, das man Abstand gewinnen kann. Also zunächst zurück zum Gottesdienst für den Sonntag Judika mit dem Thema ‚Maria Verkündigung‘. Bach geht ja in seiner Kantate zu diesem Sonntag BWV 1 mit keinem Ton oder Wort auf die biolgischen Verwirnisse einer Jungfrauengeburt ein. Er konzentriert sich auf das Wunder, das bei Gott alles möglich ist. So will Bach  den hellen Schein des Morgensterns darzustellen. In diesem Licht verändern sich die an den Menschen gebundenen Normalitäten und erleuchten das Wesentliche: Gott geht aus vom Unscheinbaren, Nicht-Verständlichen. Pfr. Wolff hatte diese Botschaft des Predigttexts und der Kantate prägnat und nicht zu lang ausufernd den Hörern vermittelt.

Weiter zurück dann in den Innenhof des Bose-Hauses. Was standen da für merkwürdige weiße Schiebekarren herum. Kinder probierten sich daran und zeigten es uns Erwachsenen: ‚Presto – Largo – Andante … (vgl.Bild) . Bach-Melodien wurden durch die eigene kindliche Schubkraft schneller oder langsamer zum Erklingen gebracht. Mir dämmerte es: Bach selbst, der 14 Kinder sein eigen nannte, mußte doch in seinem Museum des Jahres 2010 auch mit Kinder anregenden ‚Musikmöbeln‘ vertreten sein‘. Und  so hatten es die Kuratoren auch vorgesehen. Der Lernerfolg stelle sich dann bei mir dann so ein:

Im Bach-Museum melodische Kinder-Schubkarren Presto - Largo - Andante

Erst meine eigene Anstrengung ermöglicht es mir, Bach-Töne aufzunehmen und  in mir selbst zu interpretieren uns für mich wirken zu lassen.

Musikalischer Schubkarren im Bach-Museum

Mit diesem ‚Lernerfolg‘ ging ich dann weiter im Museum herum. Beeindruckt hat mich die Rekonstruktion der abgerissenen Thomasschule und eine alte Fotografie der Komponier-Stube des Thomaskantors.

In welchen kümmerliche Verhältnissen mußte sich Bach immer wieder neu auf die wöchentlich neue Aufgabe konzentrieren:  jede Woche ein Meisterwerk!

Altes Foto: Die Komponierstube von J.S. Bach

Zum Schluss: was fehlte an der Bach-Repräsentation? Wie bereits festgestellt, verließ ich ganz ‚bach-trunken‘ das neue Bach-Domiziel. Doch ich merkte:  wenn  man den Bach-Virus nicht in sich trägt, bleiben alle medialen Kunststücke l’art pour l’art. Darum bleibt es unsere Aufgabe, die auch ohne große musikalische Kenntnisse gut nachvollziehbare bachische Sprache und Vorstellungswelt zu vermitteln, die ja versucht, das Unvorstellbare und Geheimnisvolle, aber uns Verheißene  auszudrücken.

Immer wieder werden sich Kinder und Erwachsene danach sehnen, das unbestimmter Gefühl nach Gott und irdischer Ordnung Gestalt werden zu lassen.  Im Leipziger Bach-Haus finden sich dazu vielfältige Anregungen. Gerne war ich bei der Eröffnung dabei.

Gruß

@Wolfgang

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Radio- und TV-Tipps KW10 bis 11


Hallo zusammen,

ein wenig Musik für die nächste Woche. Für die Karwoche gibt es unzählige Angebote an Passionen, auch abseits von Bach. Dazu mehr am nächsten Wochenende.

Samstag, 20.3.2010
Deutschlandfunk

10-11
 Uhr
Klassik-Pop-et cetera
Am Mikrofon: Der Bariton Dietrich Henschel

BBC
CD-Review
Richard Wigmore with a personal recommendation from the available recordings of Bach’s cantata Ich will den Kreuzstab gerne tragen, BWV.56
http://www.bbc.co.uk/programmes/b00rjxvv

BBC
The Early music Show
Catherine Bott presents a programme exploring JS Bach’s „phantom“ setting of the St Mark Passion. According to the catalogue of works in his obituary, Bach composed five Passions, but only two works remain intact, the justly celebrated settings of the Passions by St Matthew and St John. The first performance of the St Mark Passion was probably given on Good Friday – March 23rd – in 1731, but a score of the music has not survived. The text is all that remains, written by the poet Christian Friedrich Henrici or „Picander“, with whom Bach worked on the St Matthew Passion. There is however a lot of evidence to suggest that Bach’s music from the passion exists in other forms, notably in some of Bach’s Cantatas, and so reconstructions of the Passion have been made possible. Catherine Bott recalls the background to Bach’s lost work, and plays music from 3 different reconstructions; by Ton Koopman, Simon Heighes, and from a new recording by Amacord and the Kölner Akademie, based on some 1964 detective work by Diethard Hellmann.
http://www.bbc.co.uk/programmes/b00rjxwc

Sonntag, 21.3.2010
BR klassik
http://www.br-online.de/br/jsp/global/funktion/programmvorschau/programmfahne.jsp;jsessionid=LVI5T2TM2GNMKCSBUKUCM4Q?datum=21.03.2010&programm=B4

Ein Tag mit Bach
darin verteilt in mehreren Folgen
Werkeinführung mit Musikbeispielen
Von Wieland Schmid

WDR3
20-23 Uhr
Die Jahreszeiten
Oratorium, Hob XXI:3 für 3 Solostimmen, Chor und Orchester von Joseph Haydn
Simon, ein Pächter: Andreas Schmidt
Hanne, seine Tochter: Barbara Bonney
Lukas, ein junger Bauer: Anthony Rolfe Johnson
Monteverdi Choir; English Baroque Soloists, Leitung: John Eliot Gardiner
(CD!!!, nicht Live-Aufnahme, tolle Aufnahme!)

Donnerstag, 25.3.2010
HR2
20-21:30
 Uhr
Die Büßer am Grab des Erlösers – I penitenti al sepolcro del Redentore
Passionsoratorium von Jan Dismas Zelenka
Maria Rewerski, Mezzosopran / Eric Stoklassa, Tenor / Jan Martinik, Bass
Collegium 1704
Leitung: Václav Luks
(Aufnahme vom 11. November 2008 aus der Kirche St.Simon und Juda in Prag )

Jan Dismas Zelenka, der böhmische Zeitgenosse Bachs und Händels, hat die längste Zeit seines Lebens in Dresden gelebt und gewirkt. 1710 erhielt er die Stelle eines Kontrabassisten an der Hofkapelle August des Starken. Zwischen 1719 und 1729 vertrat er den kranken Johann David Heinichen als Kapellmeister. Als er nach dessen Tod die Stelle als Nachfolger nicht erhielt, zog sich der weltscheue Choleriker schmollend in die Komponierstube zurück, wo er unter anderem noch sein letztes Oratorium „I Penitenti al sepolcro del Redentore“ (Die Büßer am Grab des Erlösers) schrieb. Am Karfreitag 1736 uraufgeführt bringt es die Heilige Maria Magdalena und den Heiligen Petrus des Neuen Testaments mit König David des Alten Testaments zu einer Meditation am Grab Christi zusammen. hr2-kultur sendet heute Abend Zelenkas Passionsoratorium in einer Aufnahme aus der Kirche St. Simon und Juda in Prag mit dem Prager Barockorchester Collegium 1704 unter der Leitung von Václav Luks.

Samstag, 27.März 2010

Fernsehen: 3sat

3sat, 20.15 Uhr: «Messiah». Oratorium in drei Teilen von Georg Friedrich Händel. Musikalische Leitung: Jean-Christophe Spinosi. Die szenische „Messiah“-Inszenierung des Theaters an der Wien entstand in Koproduktion mit der Opéra National de Lorraine Nancy. Es singen und spielen der Arnold Schoenberg Chor und das Ensemble Matheus unter der Leitung von Jean-Christophe Spinosi..

Sonntag, 28. März 2010

Fernsehen: ARTE

19.15 Uhr

60 Jahre RIAS Kammerchor

Motetten von Johann Sebastian Bach

Interpret: Es spielt die Akademie für Alte Musik Berlin; Leitung: Hans-Christoph Rademann


Montag, 29.3.
2010
Dkultur
20-21:30
 Uhr
Schlosskirche Torgau
Aufzeichnung vom 21.2.10
Georg Philipp Telemann
»Der Tod Jesu«, Passionsoratorium
Siri Karoline Thornhill, Sopran / 
Susanne Krumbiegel, Alt
  / Albrecht Sack, Tenor
 /  Gotthold Schwarz, Bass
 / Bach Consort Leipzig / 
Leitung: Gotthold Schwarz

Dienstag, 30.3.2010
Deutschlandfunk
21-22:50
 Uhr

Johann Sebastian Bach
Köthener Trauermusik, BWV 244a
Erstaufführung in einer Gesamtrekonstruktion von Alexander Ferdinand Grychtolik
»Klagt Kinder, klagt es in aller Welt«
Theatre of Voices
Lautten Compagney Berlin 
Leitung: Wolfgang Katschner 
Aufnahme vom 14.3.10 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal

Eine schöne Woche
Barbara

Renovierung Bach-Museum Leipzig beendet Neueröffnung am 20. März 2010


Hallo Bach-Freunde!

Neueröffnung Bach-Museum Leipzig - (Grafik Gregor Fuchshuber und Partner)

Am 20. und 21. März 2010, dem Wochenende um Bachs 325. Geburtstag, wird das erweiterte und neu gestaltete Bach-Museum Leipzig eröffnet. Das Festwochenende beginnt mit einem großen Publikumstag am Samstag. Angeboten werden Führungen, Konzerte und ein buntes Programm für die ganze Familie. Im Anschluss an einen Festakt im Alten Rathaus übergibt Bundespräsident Horst Köhler am Sonntag, 21. März 2010 das neue Bach-Museum offiziell an die Besucher. An diesem Tag findet auch die traditionelle Geburtstagsfeier für Bach rund um den Thomaskirchhof statt. Mit dem Geburtstagskonzert in der Thomaskirche klingt das Eröffnungswochenende aus.

Samstag, 20. März 2010

Eröffnung des neuen Bach-Museums // Publikumstag

Programm:

10.00 h // Bach-Museum, Foyer
Begrüßung durch Oberbürgermeister Burkhard Jung

10.00–18.00 h // Bach-Museum, Werkstatt
Bastelangebote für kleine und große Bach-Freunde

11.00 h // Bach-Museum, Sommersaal
»BACH – Szenen eines Lebens.« Ein musikalisches Puppenspiel über das Leben Johann Sebastian Bachs mit dem Arche Nova Theater. Uraufführung.

Meike Kreim (Puppenspielerin) und Frank Schenke (Puppenspieler)
11.00–16.00 h // Bach-Archiv, Bibliothek
Tag der offenen Tür

12.00–12.30 h // Thomaskirchhof
Musik mit dem Bläser-Collegium Leipzig vom Erkerfenster des Bach-Museums

12.00 h / 14.00 h // Bach-Archiv, Bibliothek
Zimelienschau in der Bibliothek mit Kostbarkeiten aus der Sammlung

13.00 h / 14.00 h / 15.00 h / 16.00 h / 17.00 h // Bach-Museum, Sommersaal
Musik mit dem Ensemble Noema

13.30 h /14.30 h / 15.30 h / 16.30 h / 17.30 h // Bach-Museum, Sommersaal
Instrumentenvorstellung mit Cornelia Osterwald

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Sonntag, 21.03.2010 | ab 15:00 Uhr | Bach-Museum geöffnet

Eröffnung des neuen Bach-Museums und 325. Bach-Geburtstag

15.00 h // Thomaskirchhof, Bach-Denkmal (bei Regen: Bach-Museum, Foyer)
»Leipzig gratuliert Bach«
Geburtstagsständchen der Leipziger und Tortenanschnitt.

Anschließend ist das neue Bach-Museum bis 18.00 h für Besucher geöffnet.

15.00–18.00 h // Bach-Museum, Werkstatt
Bastelangebote für kleine und große Bach-Freunde

ACHTUNG: Wegen des Besuchs des Bundespräsidenten öffnet das neue Bach-Museum an diesem Tag erst am Nachmittag.

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Das Thomaskonzert am Sonntag, 21. März 2010 um 17 Uhr in der Thomaskirche ist krönender Abschluss des Festwochenendes, an dem das Neue Bach-Museum eröffnet wird und Leipzig Johann Sebastian Bachs 325. Geburtstag feiert.

Hochkarätig besetzt mit dem Thomanerchor Leipzig, dem Leipziger Barockorchester, Knabensolisten des Thomanerchores, Martin Petzold (Tenor) und Gotthold Schwarz (Bass) unter der Leitung von Thomaskantor Georg Christoph Biller erklingen Werke von Bach und Telemann. Die beiden Bach-Kantaten „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ und „Himmelskönig, sei willkommen“ werden umrahmt von Telemanns 71. Psalm „Deus judicium tuum“ und „Jauchzet dem Herrn“ in einer Bachschen Ergänzung. Die besondere Kostbarkeit im Programm ist eine jüngst wiederentdeckte Kantate von Carl Philipp Emanuel Bach: „Ich bin vergnügt mit meinem Stande“, deren originales Aufführungsmaterial von 1725 nun in der Schatzkammer des neuen Bach-Museums ausgestellt ist.

Karten zu 20, 15 und 12 Euro sind im Thomasshop an der Thomaskirche, im Museumsshop des Bach-Museums, an allen – Link: Ticket-Online-Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse erhältlich. Leipzig-Pass-Inhaber erhalten Karten zu 5 Euro an der Abendkasse.

Der Museumsshop des Bach-Museums am Thomaskirchhof 16 hat bereits wieder geöffnet! +)

Informationen: Link: www.bachmuseumleipzig.de

Grüsse

Volker

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+) Text: BachArchiv

CD-Neuerscheinungen J.S. Bach Johannes- und Matthäus Passion


Hallo Bachfreunde,

es wurden wieder CD-Neueinspielungen von J.S. Bach mit der Johannes Passion und Matthäus Passion in 2010 veröffentlicht. Nachstehend stelle ich sie einzeln vor:

J.S. Bach BWV 244 „Matthäus Passion“ Riccardo Chailly, Gewandhaus-Orchester. Tölzer- und Thomaner Chor. Erscheinungsdatum bei j p c am 5. März 2010 für 24,99 € bis zum 15.4.2010. Danach ist der Bezugspreis: 31,99 Euro.

Cover: Riccardo Chailly Matthäus Passion

Riccardo Chailly hatte es sich im vergangenen Jahr zur Aufgabe gemacht, das Oratorium bestmöglich mit großem Ensemble umzusetzen. Zu seinem Team gehörten nicht nur das Gewandhausorchester, der Thomanerchor und der Tölzer Knabenchor, sondern auch brillante Solisten wie der Bass Hanno Müller-Brachmann mit der Partie des Jesus und sein Kollege Thomas Quasthoff als erster Pontifex. Die Aufführung war ein Erfolg, die Aufnahme nun dokumentiert eine rundum faszinierende Interpretation dieses Säulenwerkes der europäischen Musikgeschichte und setzt die Bach-Reihe Riccardo Chaillys fort, die schließlich im Herbst mit dem „Weihnachtsoratorium“ abgeschlossen wird. +)

Riccardo Chailly interessierte sich, neben dem nahezu vibratofreien Spiel seiner Gewandhausstreicher und den ausgezeichneten Solisten (Christina Landshamer, Marie-Claude Chappuis, Johannes Chum, der vielversprechend klare Tenor Maximilian Schmitt, Thomas Quasthoff und der anfänglich zu opernhafte Hanno Müller-Brachmann) vor allem für die Dramatik der Chöre.

Riccardo Chailly konnte mit beiden Klangkonzepten gut arbeiten, und am Ende vermischten sich die Chöre zu überwältigend intensivem Klanggeschehen, ohne dabei ihrer Individualität beraubt zu sein. Allein dies beweist, wie präzise Chailly, von der Bach’schen Partitur ausgehend, die beiden Originalklangspektren in sich ausformen und zueinander führen konnte. Entsprechend tief beeindruckte das Ergebnis.  1)

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zu beziehen 2 CD‘s bei jpc  mit Hörproben

Link: –  h i e r  –  klicken..!!

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Eine weitere Neuveröffentlichung J.S. Bach BWV 245 „Johannes Passion“ Roy Goodman, King’s College Choir, „College Choir“ Cambridge. Erscheinungsdatum bei Amazon am 26. Februar 2010 für 23,99 € für zwei Audio-CD’s.

Cover: Roy Goodman Johannes Passion

Mitwirkende:

John Mark Ainsley: Evangelist
Stephen Richardson: Christus
Catherine Bott: Soprano
Michael Chance: Alto
Paul Agnew: Tenor
Stephen Varcoe: Bass / Pilatus

King’s College Choir, „College Choir“ Cambridge
The Brandenburg Consort. (leader: Roy Goodman)
Stephen Cleobury, conductor

Recorded at: King’s College Chapel, Cambridge.

Zwei Audio-CD’s bei Amazon sind über meine Partnerseite zu beziehen:

Link: –  h i e r  – klicken..!!

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Uns ist der Leiter dieser Aufnahme „Roy Goodman“ aus dem Bach-Konzert in St. Michaelis Hildesheim noch in allerbester Erinnerung, ein Spezialist für die historische Aufführungspraxis und großer Bach-Kenner legt hier eine Einspielung der Johannes Passion, BWV 245 vor, die er mit seinem gegründeten Orchester (The Brandenburg Consort) – eingespielt hat. Sehr bekannte Gesangs-Solisten aus der Gardiner SDG-Riege (Bach Cantata Pilgrimage 2000-Tour):

Michael Chance: Alto
Paul Agnew: Tenor
Stephen Varcoe: Bass

sind hier zu hören und erzielen unter der Mitwirkung des vorzüglichen King’s College Choir, Cambridge, eine hervorragende Einspielung..!!

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Neuveröffentlichung als Cassette ab März 2010 Passionsmusik mit Karl Richter.

Der unvergessene und legendäre Bach-Interpret: „Karl Richter“ wird mit einer Neuveröffentlichung seiner eingespielten Passionsmusik in Erinnerung zurück gerufen:

Cassette: 10 CD's Karl Richter J.S.Bach Passionsmusik

Diese nostalgischen Passions-Einspielungen ( 10 CDs für 20,99 € ) als Cassette bei Amazon können über meine Partnerseite bestellt werden. Hervorragende Gesangs-Solisten während der Richter-Ära sind zu genießen und sind für Nostalgie-Kenner ein Genuss der Einmaligkeit und das zu einem Spitzenpreis..!!

Link:  – h i e r  – klicken..!!

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Herzliche Grüße aus dem verschneiten OWL

Volker



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+) Text: KlassikAkzente

1) Textauszüge: nmz