Bereits um 7 Uhr morgens, ohne Frühstück, ca.170 km südwestlich ging’s nach Weimar. Gleich fanden wir wieder eine Bäckerei zum Frühstücken. Dann wollte ich mir nochmal das Bild vom ‘Diener John’ ansehen: Goethes treuer Sekretär und Diener John, gemalt in schreibender Aktion in Goethes Schreibstube am Frauenplan. Dazu musste ich aber in die Ausstellung Anna-Amalia-Bibliothek, die ja vom ‘Feuersturm auferstanden’ ist.
Fotos „Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar
Später beim nachfolgenden Stadtrundgang hörte ich plötzlich in der Nähe der Herder Kirche einen Chor proben. Diese Melodien kannte ich doch:
‘Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen’!
Herderkirche Weimar
Ja natürlich: Heute ist ja ein besonderer Tag! Eine überfüllten Kirche, vor dem berühmten Altar-Bild von Lukas Cranachüber die ‘Rechtfertigung allein aus Glauben’, fand ich einen Sitzplatz.
Herderkirche in Weimarmit dem berühmten Altar-Bild vonLukas Cranach
BWV 80„Ein feste Burg ist unser Gott“ die Reformation-Kantate von Bach konnte ich mir einfach nicht entgehen lassen.
Video:BWV 80 „Ein feste Burg ist unser Gott“
Mein Bruder widmete sich in der Zwischen-Zeit Goethe.
Am Abend besuchten wir zusammen eine Vorstellung in einem Weimarer Gewölbe-Theater. Es ging in dem Stück um die ‘klassischen Weimarer Größen’.
Doch mit wieviel Gedankenlosigkeit vernachlässigt Weimar die Ausnahmeerscheinung Johann Sebastian Bach. Bach hat ja zweimal in seinem Leben in Weimar gelebt (1707-1718). Zuerst war er ein kleiner Orchestermusiker in der Hofkapelle des Fürsten. Dann später als Familienvater spielte er in der Hofkapelle eine bedeutende Rolle.
Keine Gedenkstätte und kein Wohnhaus von Bach ist hier erhalten. Doch dank eines rührigen Vereins‘Bach in Weimar’ wird sich das bald ändern.
Hinweis-Tafel zu J.S. Bach in Weimar!
Abends fielen wir wieder in die Betten. Das war aber ein besonderer Reformationstag.
Ganz viel Musik und ganz viel Wort stehen mir also bevor. Gerne will ich wieder im Blog „Volkers Klassikseiten J.S. Bach“ einiges von meinen Eindrücken wiedergeben.
Doch zuerst zu meinem Reisewunsch: BWV 194,5 Sopranarie beschreibt ihn. Dieser Arien-Wunsch steckt in meinem Portmonee. Kann man ihn lesen? Oder hört ihn euch an!
„Höchsterwünschtes Freudenfest“(BWV 194) ist eine Kantate von Johann Sebastian Bach, die anlässlich des Umbaus der Kirche in Störmthal und der damit verbundenen Orgelweihe entstand. Der Text bezieht sich nicht auf die Orgelweihe im Besonderen, sondern auf die zugleich gefeierte Wiedereinweihung der erneuerten Kirche.
Er entfaltet im Hinblick auf „Gotteshäuser“ die theologische Dialektik, die seit Salomos Tempelweihgebet die jüdisch-christliche Tradition bestimmt: dass Gott zwar kein Haus braucht und dass kein Haus ihn fassen kann, dass er aber dort, wo die gläubige Gemeinde ihm Lobgesang und Bittgebet darbringt – „die Farren … unsrer Lieder“ –, den Glanz seiner Gegenwart schenkt. Auffälligerweise ist dabei nicht von den Mitteln dieser Gegenwart die Rede, die für die lutherische Theologie konstitutiv sind, dem verkündeten Wort Gottes und den Sakramenten.
Erster Teil
1. Höchsterwünschtes Freudenfest, Chor (SATB), 3 Oboen, Fagott, Violine I/II, Viola, Basso continuo
2. Unendlich großer Gott, Rezitativ (Bass), Basso continuo
3. Was des Höchsten Glanz erfüllt, Arie (Bass), Oboe I, Violine I/II, Viola, Basso continuo
4. Wie könnte dir, du höchstes Angesicht, Rezitativ (Sopran), Basso continuo 5. Hilf, Gott, dass es uns gelingt, Arie (Sopran), Violine I/II, Viola, Basso continuo *)
6. Heil’ger Geist in’s Himmels Throne, Choral, Oboe I-III, Violine I/II, Viola, Basso continuo
Zweiter Teil
7. Ihr Heiligen, erfreuet euch, Rezitativ (Tenor), Basso continuo
8. Des Höchsten Gegenwart allein, Arie (Tenor), Basso continuo
9. Kann wohl ein Mensch zu Gott im Himmel steigen? / Der Glaube kann den Schöpfer zu ihm neigen. Rezitativ (Duett: Bass, Sopran), Basso continuo
*)Text: Satz 5 aus dem BWV 194 – Arie für Sopran:
Hilf, Gott, daß es uns gelingt, Und dein Feuer in uns dringt, Daß es auch in dieser Stunde Wie in Esaiae Munde Seiner Wirkung Kraft erhält Und uns heilig vor dich stellt.
Ist noch ein ,Bache‘ da? -, fragte man sich einst in Thüringen.
In Jahrhunderten war das eine ,geflügelte Frage‘ , mit der man überall in Thüringen, aber auch im Schloss ,Sans,souci‘ (das Komma ist richtig gesetzt, vgl. Inschrift am Schlossportal) -, sogar im entfernten Bückeburg einen ,Bache‘ suchte, der über Feuersbrunst wacht und Musikinstrumente beherrschte. Jeder Fürst oder Bürgermeistet wollte eine ‚Bache‘. So vermittelte der Vater Johann S. seinen zweitjüngsten Sohn dem Fürsten in Bückeburg.
Schon am ersten Abend kommt mir auch Luther nahe. Denn im Augustiner-Kloster von Gotha, – heute eine Herberge, in der ich schlafen darf, hatte er gepredigt.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 22.10.2017 begehen wir den 19. Sonntag nach „Trinitatis“
Der 19. Sonntag nach Trinitatis hat die ganzheitliche Heilung zum Thema. „Ganzheitlich“ ist ein Schlagwort unserer Zeit, und es wäre hilfreich, wenn eine Verbindung zum heutigen Verständnis von den Predigttexten her abgeleitet werden könnte.
Die Erzählung von der Heilung des Gichtbrüchigen macht uns am heutigen 19. Sonntag nach Trinitatis deutlich, dass der Mensch nicht allein aus dem Leib besteht, der krank werden und sterben kann. Wenn Jesus heilt, so heilt er immer den ganzen Menschen, so dass auch die Seele wieder gesund wird. oder: Krankheit zeigt uns unsere Grenzen. Sie macht uns bewusst, dass wir unseren Körper nicht unendlich belasten können. Zuletzt bereitet sie uns auch auf den Tod vor. Insofern ist Krankheit etwas Gutes. Sie hilft uns, unsere Ziele neu zu stecken und an unsere Grenzen, die uns von Gott gesetzt sind, anzupassen. Sie gibt uns die Möglichkeit, auszuruhen und uns auf das Wesentliche zu besinnen.
Auch die Seele kann nicht unbegrenzt belastet werden. Auch sie braucht Phasen der Ruhe und Entspannung; einer hat es mal so formuliert: die Seele baumeln lassen, das ist es, was wir brauchen. Wenn Gott sich uns mit seiner heilenden Kraft zuwendet, dann immer so, dass er beides meint, unseren Leib und unsere Seele. Das Heil, das er uns schenkt, seine Heilung ist vollkommen und lässt nichts aus.
Wochenspruch:
Heile du mich, Herr, so werde ich heil. Hilf du mir, so ist mir geholfen. (Jer 17, 14)
Wochenlied:
„Nun lasst uns Gott, dem Herren, Dank sagen“ (EG 320)
Der noch keine 36 Jahre alte Wolfgang Amadeus Mozart starb während der Entstehung der Totenmesse. Bis heute ranken sich zahllose Mythen um das Werk – dadurch wird die großartige Musik des Requiems bisweilen zu wenig gewürdigt. Das unvollendet gebliebene Werk ist bis heute die wohl berühmteste Vertonung eines Requiems.
Zudem regen die mysteriösen Umstände der Entstehung der Komposition die Phantasie der Menschen an. Mozarts früher Tod, die Konkurrenz zu Antonio Salieri, Geldprobleme und ein geheimnisvoller grauer Bote sind die Zutaten für eine gute Geschichte. Die moderne Musikwissenschaft hat viele der Mythen um die Entstehung längst entschärft….
J.S. Bach Kantate – BWV 56„Ich will den Kreuzstab gerne tragen“
Kantate für den 19. Sonntag nach Trinitatis!
„Ich will den Kreuzstab gerne tragen“ (BWV 56) ist eine geistliche Solokantate für Bass von Johann Sebastian Bach.
Die Kantate gehört zum dritten Leipziger Kantatenjahrgang. Bach schrieb sie ursprünglich für die Sopranstimme seiner zweiten Ehefrau Anna Magdalena anlässlich des 19. Sonntags nach Trinitatis, der im Entstehungsjahr 1726 auf den 27. Oktober fiel. Die Originalpartitur trägt Bachs handschriftlichen Vermerk Cantata à Voce Sola e Stromenti (Kantate für Solostimme und Instrumente). Es ist eines der wenigen Beispiele, bei denen Bach selbst den musikalischen Gattungsbegriff der Kantate im Autographen verwendet. In den Jahren 1731–1732 adaptierte er das Werk für Alt- beziehungsweise Bassstimme. In letzterer wird es heute üblicherweise aufgeführt.
Rudolf Lutz– Dirigent und Musikdirektor der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen
—————————
Johann Sebastian Bach
Kantate – BWV 96„Herr Christ, der einge Gottessohn“
zum 18. Sonntag nach Trinitatis
„Herr Christ, der einge Gottessohn“ (BWV 96) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie in Leipzig für den 18. Sonntag nach Trinitatis, den 8. Oktober 1724.
Warum Bach wahrscheinlich ein bewusst peinliches Ganzes geschaffen hat.
Die hier von Bach arrangierten Worte der Hymne wurden in einem Gefängnis aus dem 16. Jahrhundert von Heinrich Müller geschrieben, der sonst praktisch unbekannt war. Sein Name erscheint an zwei Stellen im Text. Die ersten Buchstaben der dreizehn Verse bilden seinen Namen („HEINRICH MÜLER“) und die letzte Strophe schließt mit der Ankündigung: „Hat Heinrich Müller gesungen, in dem Gefängnis sein“ (so sang Heinrich Müller während seiner Inhaftierung). Dieser Heinrich aus Nürnberg wurde 1526 wegen seiner lutherischen Sympathien vom Herzog von Sachsen inhaftiert und erst 1539 freigelassen.
Müllers Hymne – vielleicht aufgrund seiner Entstehung – war sehr erfolgreich. Luther selbst hat es 1545 in ein Gesangbuch aufgenommen und nur wenige Jahre später in einer niederländischen Übersetzung veröffentlicht. Zu Bachs Zeiten gehörte es zu den bekannteren Kirchenliedern.
Wie es der Organist Bart Jacobs bemerkt, war Bachs Orgelversion wohl ein bewusst peinliches harmonisches und kanonisches Ganzes, mit einer linken Hand, die kapriziös von oben nach unten sucht. Vielleicht dachte Bach auch, dass es nicht so einfach wäre, konstanten Glauben zu wahren, wenn man seit über zehn Jahren für Ihre religiösen Überzeugungen inhaftiert war.
Während seiner Zeit als Hoforganist in Weimar (1708-1714) begann Bach bereits mit der Zusammenstellung seiner ersten Sammlung von Choral-Arrangements lutherischer Kirchenlieder. Laut Inhaltsverzeichnis sollte es sich um eine Sammlung von 164 Kompositionen handeln, am Ende aber nicht mehr als 46. Die Reihenfolge, in Verbindung mit der begrenzten Länge der Stücke, weist darauf hin, dass Bach die Kompilierung eines kompletten Zyklus der Choralvorspiele für die Kirche. Später, in seiner Zeit in Köthen, gab er der Sammlung eine Titelseite, in der es heißt: Orgel-Büchlein, Worinne einen anfahenden Organisten Anleitung gegeben wird, auff Allerhand Arth einen Choral führen … (Kleines Orgelbuch, in dem ein Anfängerorganist gelehrt wird einen Choral auf alle möglichen Arten zu arrangieren …). Er beabsichtigte damals, die Sammlung nur als Lehrbuch zu behandeln, vielleicht um 1722 seine Bewerbung als Kantor an der Thomasschule in Leipzig vorzustellen, die eine wichtige Lehrposition darstellte. Die Schüler mussten es schwer haben, denn die Präludien enthalten die gesamte Palette der barocken Tastaturtechniken.
Das Orgelbüchlein von Johann Sebastian Bach ist eine Sammlung choralgebundener Orgelstücke (Choralvorspiele), die er vor allem während seiner Amtszeit in den Jahren 1712 bis 1717 in Weimar komponierte (BWV 599–644).
Die Einzelsätze der Sammlung verbindet ein hoher künstlerischer Anspruch und der Gedanke der Verwendbarkeit sowohl im Gottesdienst als auch im Instrumental- und Kompositionsunterricht. Kennzeichnend für Bachs Choralsätze im Orgelbüchlein sind laut Christoph Wolff: „Dichte motivische Struktur und kontrapunktisches Raffinement (bis hin zum strengen Kanon) in Verbindung mit einer kühnen und ausdrucksstarken musikalischen Sprache sowie subtiler musikalisch-theologischer Textausdeutung. Jeder Satz erzielt proportionales Gleichgewicht, indem sich Manual- und Pedalstimmen elegant zu einer mustergültigen Orgelpartitur verbinden.“
Die Suite in d-Moll ist die klassischste der sechs französischen Suiten. Bach hält sich strikt an die übliche Reihenfolge der Tänze: Allemande, Courante, Sarabande, zwei Menuette und eine Gigue. Laut Francesco Corti ist es möglicherweise sogar die archaischste aller Bachs Suiten. Mit anderen Worten, es ist ein ideales Stück, um sich mit dem Genre und den verschiedenen Tanzformen in ihrem reinsten Stil vertraut zu machen. Vielleicht öffnet Bach deshalb die Serie mit diesem Stück. Es ist auch die Suite, die Bach später am wenigsten überarbeitet hat.
Der Kontrapunkt ist makellos und selbst in den scheinbar einfachen kleinen Menuetten gibt es komplexe Polyphonie. Gleiches gilt für die Allemande, die sehr an das Repertoire der Laute erinnert, mit harmonisch aufregenden gebrochenen Akkorden, die fast improvisiert zu sein scheinen.
Die Courante in dieser Suite ist die französische der ganzen Serie. Damals war die französische Courante langsamer und bot große Möglichkeiten für ausdrucksstarke harmonische Ergänzungen. Und natürlich hat Bach diese Gelegenheit eifrig ergriffen. Es gibt verschiedene Manuskripte der französischen Suiten, die verschiedene Stufen der Stücke zeigen. Francesco Corti spielt aus dem Manuskript Heinrich Nicolaus Gerber, einem Schüler Bachs. Gerber notierte sehr viele Ornamente, und diese ganze Verschönerung scheint die Tatsache zu bestätigen, daß das Tempo dieser Courante stabil war, sonst wäre es einfach unmöglich, die Ornamente zu spielen.
Die Sarabande in dieser Suite ist jedoch deutscher Art. Die Struktur wird eher von der harmonischen Entwicklung als von der Melodie bestimmt. Auch hier hat Gerbers Manuskript einige wundervolle Ornamente, die Francesco Corti in den Wiederholungen spielt.
Die Gigue ist in einer ungewöhnlichen und eher altmodischen zweiteiligen Zeit geschrieben, die nur zweimal in Bachs Oeuvre zu sehen ist. Es ist ein Hinweis auf die deutsche Orgel-Tradition früherer Generationen (Johann Jakob Froberger, Georg Böhm und Dietrich Buxtehude).
Wir machten diese Aufnahme im Bartolotti House, in der Herengracht 170 und 172. Das Haus auf der Rückseite von Nr. 170 wurde von Cembalist, Organist und Dirigent Gustav Leonhardt von 1974 bis zu seinem Tod 2012 besetzt.
Leonhardt war einer der Pioniere der Alten Musik in den Niederlanden. Als Lehrer und Performer inspirierte er viele Cembalospieler auf der ganzen Welt.
Es ist eines der beeindruckendsten Gebäude im alten Zentrum von Amsterdam. Es wurde um 1620 als Residenz im Auftrag des wohlhabenden Geschäftsmannes Willem van den Heuvel erbaut, der von einem kinderlosen Onkel, der heiratete, Giovanni Battista Bartolotti, der aus Bologna stammte, viel Geld geerbt hatte. Das niederländische Renaissance-Design wurde wahrscheinlich vom Amsterdamer Stadtarchitekten Hendrick de Keyser entworfen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Haus aufgeteilt und mehrere Modernisierungen durchgemacht. Von den verschiedenen Renovierungsarbeiten können Sie noch viele wundervolle historische Dekorationselemente sehen. Die beiden Teile des Bartolotti-Hauses kamen in den Besitz von Vereniging Hendrick de Keyser, der jetzt sein Büro hat.
Bach komponierte seine „französischen“ Suiten als junger Mann von dreißig Jahren, als er am Köthener Hof arbeitete. Die Suiten haben jedoch nichts mit dem Gericht zu tun. Bach schrieb sie zu Lehrzwecken in seinem eigenen privaten Kreis. Die ersten fünf erscheinen in ihrer ursprünglichen Form in dem kleinen Musikbuch, das er 1722 für seine zweite Frau Anna Magdalena Bach zusammengestellt hat, möglicherweise als Hochzeitsgeschenk. Aber Bach überarbeitete die Stücke weiter. Die späteren Versionen mit dem Zusatz einer sechsten Suite haben dank der vielen Kopien seiner Schüler überlebt. Sie belohnen Übungsstücke, die trotz gewisser kompositorischer Komplexität (schließlich Bach) keine extremen Anforderungen an den Spieler stellen.
Das Epitheton „Französisch“ wurde von Bach selbst nicht gegeben und erscheint zum ersten Mal in einem Text von 1762, zwölf Jahre nach Bachs Tod. Die Stücke sind nicht mehr französisch als seine anderen Keyboard-Suiten, genauso wie die zuvor komponierten ‚englischen‘ Suiten auch nicht besonders englisch sind. Tatsächlich folgen die englischen Suiten mit ihren umfangreichen Präludien in gewissem Maße tatsächlich dem französischen Modell. Aber wie immer verwendet Bach eine kosmopolitische Sprache; eine geniale Synthese verschiedener europäischer Stile.
Die französischen Suiten haben keinen Auftakt, sondern starten direkt in den ersten Tanz: eine Allemande. Darauf folgt die klassische Abfolge von Courante, Sarabande und Gigue mit einer etwas freieren Auswahl an Tänzen zwischen Sarabande und Gigue, vom Menuett über die Gavotte bis hin zum Bourrée und der weniger verbreiteten Loure.
Heinrich Bach(* 16. Septemberjul./ 26. September 1615 in Wechmar; † 10. Juli 1692greg. in Arnstadt)war ein deutscher Organist aus der Familie Bach.
Heinrich Bach ist der Stammvater der so genannten Arnstädter Linie der Musikerfamilie Bach. Nach dem Tod seines Vaters Johannes Bach (1550 oder 1580 bis 1626) übernahm sein ältester Bruder Johann Bach (1604-1673) die weitere Erziehung und unterwies Heinrich Bach im Orgelspiel. Sie sind zeitweilig nach Suhl und Schweinfurt gezogen.
1635 trat Heinrich Bach in die von Johann Bach (1604-1673) geleitete Erfurter Ratsmusikanten-Compagnie ein und war von 1635 bis 1641 Ratsmusikant in Erfurt. Im Jahre 1641 erhielt er das Organistenamt an der Arnstädter Liebfrauen- und Oberkirche, das er bis zu seinem Tode versah. 1642 heiratete er Eva, die jüngere Tochter des Suhler Stadtpfeifers Hoffmann, deren ältere Schwester Barbara die erste Frau Johann Bachs war. Aus der Ehe gingen sechs Kinder, darunter drei musikalisch hoch begabte Söhne, hervor.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 08.10.2017 begehen wir den 17. Sonntag nach „Trinitatis“
Der 17. Sonntag nach Trinitatis befasst sich mit dem Glauben, wobei der bedingungslose Glaube, der dann auch zum „Erfolg“ führt, im Vordergrund steht. Es werden also Geschichten aus den Evangelien erzählt, in denen der Glaube des einzelnen zu einem Wunder geführt hat. Die alttestamentlichen Texte hingegen reden von nicht so sehr vom Glauben, als vielmehr von Gottes Wirken im Leben des Volkes Israel und in Jakobs Leben. Die Episteltexte wiederum reden über den Glauben und stellen dar, wie es zum Glauben kommt bzw. wie der Glaube eine vereinende Funktion wahrnimmt.
Am 17. Sonntag nach Trinitatis hören wir die Geschichte von der kanaanäischen Frau, deren Glaube Jesus zu Handeln bewegt, obgleich sie nicht zu den Schafen Israels gehört. Solcher Glaube macht uns gewiß, dass Jesus auch in unserem Leben grundlegende Veränderungen bewirkt, so dass wir dankbar seinen Namen verkündigen.
Wochenspruch:
Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. (1. Joh 5, 4c)
Sendung: „Cantica“ am Sonntag 06:30 Uhr bis 07:00 Uhr
Wiederholung: um 23:00 – 23:30 Uhr
J.S. Bach Kantate – BWV 26„Ach wie flüchtig, ach wie nichtig“
in der Vorstellung „Wie ein Nebel bald entstehet“
An Bachs Kantate aus dem Jahr 1724 zeigt sich exemplarisch, wie der Thomaskantor den Text in sprechende Musik umsetzt.
Das Flüchtige ist deutlich im Eingangschor zu hören, sehr lautmalerisch stellt Bach den Menschen als flüchtigen Hauch dar, der im Wind des Lebens rasch vergeht. Über 400 dieser geistlichen Werke hat Bach geschrieben. In der Regel dauert eine Kantate etwa 20 Minuten und wurde im Sonntagsgottesdienst in der Leipziger Thomaskirche aufgeführt. Die Besetzung umfasste meistens vier Solo-Sänger, Chor und kleines Orchester.
Die Kantate „Ach, wie flüchtig“ stammt aus dem Jahr 1724 und thematisiert auf einmalige Weise die Vergänglichkeit des Menschen. Textliche Grundlage ist ein gleichnamiges Kirchenlied von Michael Franck:
„Wie ein NEBEL bald entstehet
Und auch wieder bald vergehet,
So ist unser LEBEN, sehet!“
Wo gehest du hin“ (BWV 166) ist eine Kirchen-Kantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie in Leipzig für den vierten Sonntag nach Ostern, für den Sonntag Cantate, und führte sie am 7. Mai 1724 erstmals auf.
Johann Sebastian Bach Kantate – BWV 166 „Wo gehest du hin“ Kantate zum Sonntag Cantate Live-Aufnahme aus der Thomaskirche Leipzig am 8. Mai 2004
Rudolf Lutz– Dirigent und Musikdirektor der JS Bach-Stiftung St. Gallen
Johann Sebastian Bach – Kantate BWV 66 „Erfreut euch, ihr Herzen“
J.S. Bach komponierte die Kantate für den 2. Osterfesttag (Ostermontag) in Leipzig. Sie geht zurück auf eine weltliche Kantate, die er in Köthen für den 10. Dezember 1718 komponiert hatte und deren Musik verschollen ist. Die Osterkantate wurde am 10. April 1724 uraufgeführt.
———————
Video:
J. S. Bach – Kantate BWV 66 „Erfreut euch, ihr Herzen“
Nicolaus (auch: Nikolaus) Bruhns (manchmal Bruhn oder Bruns; * Dezember 1665 in Schwabstedt; † 29. März-jul./ 8. April 1697-greg. in Husum) war ein Komponist der norddeutschen Orgelschule und ein Orgel- und Geigenvirtuose. Sein überliefertes Werk umfasst vier vollständige Orgelwerke sowie zwölf geistliche Kantaten und enthält einige außergewöhnlich originelle Stücke.
Bruhns entstammte einer schleswig-holsteinischen Musikerfamilie. Sein Großvater Paul war Lautenist und Musikmeister in der Kapelle des Gottorper Herzogs. Nicolaus’ Onkel Friedrich Nicolaus Bruhns war Direktor der Hamburger Ratsmusik. Nicolaus’ Vater Paul – möglicherweise ein Schüler von Franz Tunder (1614-1667) – war Organist in Schwabstedt, wo er die Tochter des Vorgängers heiratete.
Der Werdegang von Nicolaus Bruhns ist nur bruchstückhaft überliefert.
Nicolaus erhielt ersten Unterricht vermutlich von seinem Vater. Wie Ernst Ludwig Gerber später in seinem Lexikon der Tonkünstler schrieb, beherrschte er bereits in frühem Alter das Orgelspiel und fertigte „gute“ Kompositionen für Klavier und Stimme an. Wahrscheinlich wirkten auch musikalische Eindrücke aus dem benachbarten Husum, der wohl reichsten Stadt der nordfriesischen Küste, auf ihn ein. Nicolaus bewies genügend Talent, um auf Anraten seines Vaters mit 16 Jahren bei seinem Onkel Peter, Ratsmusiker in Lübeck, Geige und Gambe zu erlernen. Auf diesen Instrumenten erwarb er „eine solche Fähigkeit, dass ihn jeder, wer ihn nur hörte und kennen lernte, bewundern und schätzen musste“ (Gerber). Von allen Lübecker Violinisten – deren Kunstfertigkeit im In- und Ausland bestaunt wurde – war Bruhns der jüngste Vertreter. Außerdem war er der Lieblingsschüler Dietrich Buxtehudes, bei dem er Komposition studierte und sein Orgelspiel vervollkommnete. Laut Matthesons Musiklexikon war Buxtehude Bruhns’ größtes Vorbild.
Bis zu seinem frühen Tod im Alter von 31 Jahren blieb Bruhns weiterhin in Husum. Am 2. April 1697 wurde er zu Grabe getragen, „von jedermann bedauert, dass ein solcher trefflicher Meister in seiner Profession, auch vertragsamer Mann nicht länger hat leben sollen“. Laut dem Kirchenarchiv der Stadt starb Bruhns an der „Schwindsucht“.
Bruhns vereinte Stilelemente zweier entgegengesetzter Musikgattungen, nämlich des von Schütz geprägten geistlichen Konzerts und des bis dahin weitgehend der weltlichen Musik vorbehaltenen Madrigals. Ebenso wie die Kompositionen für Orgel zeugen die Vokalwerke von einem großen Gespür für die Affektwirkung.
Weitere ausführliche Informationen zu Nicolaus Bruhns auf Wikipedia
Ein geistliches Werk von Nicolaus Bruns
Kantate: „Hemmt eure Tränenflut“
Vierstimmiger Chor (Sopran, Alt, Tenor, Bass), vier Einzelstimmen, Streicher und Generalbass.
Textquelle unbekannt
Dieses möglicherweise letzte Werk des Meisters zelebriert das Osterfest. Instrumentale Ritornellos und im Sologesang vorgetragene Strophen wechseln ab. Am Schluss steht ein Amen, das auf dem Choral Christ lag in Todes Banden basiert.
Katharina Gutschi, Birgit Kuchlmaier, Mayumi Shibata, sopran
Marcus Blöchl, Waltraud Grabherr-Hartinger, alt
Ernst Lachinger, Taro Takagi, tenor
Albert Hartinger, Christoph Schöffmann, bass
La Divina Armonia:
Stefano Barneschi, Mayumi Hirasaki, viool
Chiara Zanisi, altviool
Noelia Reverte, viola da gamba
Marco Tesori, cello
Vanni Moretto, violone
Benoît Laurent, hobo
Lorenzo Ghielmi, orgel
Nicolaus Bruhns galt weit über die Stadtgrenzen Husums hinaus als Orgel- und Violinvirtuose. Wie Mattheson berichtet, habe er dann und wann gleichzeitig Geige und an der Orgel mit dem Pedal den Bass gespielt.
Die Orgelwerke weisen typische Merkmale des norddeutschen Orgelstils auf: Kontrast von homophonen und fugierten Abschnitten, Arpeggiound virtuose Pedalpassagen mit Trillern. Auffallend sind die kühne Harmonik und verschachtelte Rhythmik. Bruhns schöpfte alle Freiheiten des Stylus Phantasticus aus, um affektreiche, zuweilen herb und fast „modern“ anmutende Kompositionen zu schaffen. Da die schnellen Läufe der Praeludien klare und präzise Rhythmik – teilweise unter Einsatz des Doppelpedals – erfordern, stellen sie hohe Anforderungen an den Interpreten.
Friedhelm Flamme (* 1963 in Volkmarsen) ist ein deutscher Organist, Chorleiter, Musikwissenschaftler, Musikpädagogeund Hochschullehrer.
Seit seiner Jugend der Kirchenmusik verbunden, war Friedhelm Flamme schon als Jugendlicher als Organist tätig. Er studierte an der Hochschule für Musik Detmold und an der Universität/Gesamthochschule Paderborn Schulmusik, Kirchenmusik, Orgel (Konzertexamen mit Auszeichnung bei Gerhard Weinberger), Dirigieren, Tonsatz, Erziehungswissenschaft und Theologie. Weitere Studien führten ihn zu Guy Bovet, Ewald Kooiman, Jon Laukvik, Thierry Mechler, Josef Mertin, Harald Vogel, Herbert Wulf und Wolfgang Zehrer.
Seit 1991 arbeitet er als Kirchen- und Schulmusiker im Sprengel Göttingenund an der Paul-Gerhardt-Schule Dassel in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. 1991–2004 war er Kantor an der Laurentiuskirche Dassel, von 1991 bis 2007 hatte er die kirchenmusikalische Fachaufsicht im Sprengel Göttingen Nord inne.
1993 wurde er zum Kirchenmusikdirektor ernannt. Seit 2002 ist er Lehrbeauftragter an der Hochschule für Musik Detmold. Er leitete eine Vielzahl von Vokalkonzerten, vor allem zyklische Aufführungen der Bachschen Oratorien mit dem Vokalensemble Südniedersachsen.
Ich wünsche viel Freude mit dieser neuen Veröffentlichung!
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 01.10.2017 begehen wir den 16. Sonntag nach „Trinitatis“ – „Erntedankfest“
Der 16. Sonntag nach Trinitatis ist geprägt vom Evangelium von der Auferweckung des Lazarus. In dieser Geschichte sowie in den Epistellesungen wird deutlich, dass mit Jesus weit mehr gekommen ist als nur ein großer Prediger. Er hat das Leben in diese Welt gebracht und den Tod besiegt. Dieser Sieg wird schon durch sein Handeln auf Erden sichtbar.
Am 16. Sonntag nach Trinitatis hören wir das Evangelium von der Auferweckung des Lazarus und wir staunen über die Worte Jesu. Diese Worte sprechen in keine alltägliche Situation, sondern sind Trauernden und bedrückten zugesprochen. Wir können getrost sein darüber, dass Gott alles Geschehen in userem Leben kennt und weiß, wann wir seiner besonderen tröstenden Hilfe bedürfen. Es ist gut zu wissen, dass nichts ohne seinen Willen geschieht.
Wochenspruch:
Jesus Christus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium. (2. Tim 1, 10b)
Der Oktober gilt als Rosenkranzmonat. Diese Tradition ist seit dem Mittelalter belegt. Der Rosenkranz ist ein meditatives, sich wiederholendes Gebet, das seit Jahrhunderten gebetet wird.
In ihm werden verschiedene Glaubensgeheimnisse betrachtet, so genannte Mysterien. Deswegen heißen die Rosenkranzsonaten für Violine solo und Generalbass von Heinrich Ignaz Franz Biber auch Mysteriensonaten. Biber vertonte vor mehr als 300 Jahren 15 Mysterien aus dem Leben der Gottesmutter Maria und von Jesus Christus. Er war seinerzeit ein berühmter Komponist und Violinvirtuose. Viele Sonaten für sein Paradeinstrument schrieb Biber. Doch er war als Musiker durchaus vielseitig. So war er Hofkapellmeister in Salzburg und verblüffte auch als Komponist seine Zeitgenossen. Denn er schrieb beispielsweise die monumentale 53stimmige Missa Salisburgensis für den Salzburger Dom, mit der er bis an Grenzen der Mehrstimmigkeit ging. Er schrieb neben dieser Messe auch einiges an geistlicher Musik.
Der Rosenkranz ist ein meditatives, sich wiederholendes Gebet, das seit Jahrhunderten gebetet wird. In ihm werden verschiedene Glaubensgeheimnisse betrachtet, so genannte Mysterien. Deswegen heißen die Rosenkranzsonaten von Heinrich Ignaz Franz Biber auch Mysteriensonaten. Er vertonte 15 Mysterien aus dem Leben der Gottesmutter Maria und von Jesus Christus….
THOMASKANTOR GOTTHOLD SCHWARZ BEKOMMT DAS BUNDESVERDIENSTKREUZ !
Wir gratulieren „Thomaskantor Gotthold Schwarz“ der am 4. Oktober 2017 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verliehen bekommt.
Dem international renommierten Sänger, Chorleiter und Dirigenten ist in besonderem Maße zu verdanken, dass der Thomanerchor – einer der berühmtesten Knabenchöre der Welt und eine der ältesten Kultureinrichtungen in Sachsen – ein kulturelles Aushängeschild für die Bundesrepublik Deutschland ist. Als Stimmbildner hat Gotthold Schwarz von 1979 an wertvolle pädagogische Aufbauarbeit geleistet.
Ab Anfang der 1990er-Jahre ist er immer wieder als Stellvertreter des Thomaskantors eingesprungen und hat dafür oft eigene Engagements als freischaffender Künstler zurückgestellt. Im Jahr 2016 wurde Gotthold Schwarz zum Thomaskantor berufen. Besonders verdient gemacht hat er sich zudem um die Förderung Alter Musik. Gotthold Schwarz zählt zu den herausragenden Sängern der Alten Musik in Deutschland. 1990 rief er die Leipziger Musikgesellschaft ins Leben, die sich Werken der älteren Musikgeschichte widmet und deren künstlerischer Leiter er ist. (Bundespräsidialamt)
Video: Thomanerchor
J. S. Bach – Kantate BWV 166„Wo gehest du hin“
Wo gehest du hin“ (BWV 166) ist eine Kirchen-Kantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie in Leipzig für den vierten Sonntag nach Ostern, für den Sonntag Cantate, und führte sie am 7. Mai 1724 erstmals auf.
Johann Sebastian Bach Kantate – BWV 166 „Wo gehest du hin“ Kantate zum Sonntag Cantate Live-Aufnahme aus der Thomaskirche Leipzig am 8. Mai 2004
Rudolf Lutz– Dirigent und Musikdirektor der JS Bach-Stiftung St. Gallen
J.S. Bach Cantata – BWV 78 „Jesu, der du meine Seele“
Kantate BWV 78 zum 14. Sonntag nach Trinitatis für Sopran, Alt, Tenor und Bass, Vokalensemble, Flauto Traverso, Oboe I+II, Corno, Fagott, Streicher und Continuo
J. S. Bach – Kantate BWV 99“Was Gott tut, das ist wohlgetan“
Kantate zum 15. Sonntag nach Trinitatis für Sopran, Alt, Tenor, Bass, Chor,
Bläser, Streicher und Basso continuo.
„Was Gott tut, das ist wohlgetan“ (BWV 99) ist eine Kirchen-Kantate von Johann Sebastian Bach.
Er komponierte sie 1724 in Leipzig für den 15. Sonntag nach Trinitatis und führte sie am
17. September 1724 erstmals auf. Bach komponierte die Choralkantate 1724 in seinem zweiten Amtsjahr in Leipzig für den 15. Sonntag nach Trinitatis.
„Eine Weihnachtshymne in Moll verleiht dem Werk einen vorsichtigen Klang.“
„Vom Himmel kam der Engel Schar“ ist ein von Martin Luther im Jahr 1543 veröffentlichtes Weihnachtslied.
Die musikalische Symbolik hier ist unverwechselbar; Schwärme von Engeln fliessen durch die Alt- und Tenorstimmen, während die himmlische Annoucement in der Sopranistin darüber steigt. In einer inspirierten Komposition verfolgt die Bassstimme die Engel in der Augmentation in (Viertelnoten gegen die Engelsexzehnte). Die Stimme hier beinhaltet Streicher und Chor in die Sopranistin, Orgelflöte stoppt in den inneren Stimmen und Orgelpedal mit akustischem Bass, der im Bass spielt.
Bei der Erstellung seines Orgelbüchleins folgte Bach dem Kirchenkalender. Obwohl für den Organisten nützlich, behaftet sie das Risiko der Monotonie – immer fröhlich zu Weihnachten und immer traurig in der Passionswoche zu sein. So hat Bach gelegentlich einen anderen Klang in den „Weihnachtscluster“ komponiert. Diese Anordnung von „Vom Himmel kam der Engel Schaar“ ist wegen seines freudigen Themas nur gering, um den Ernst des Geheimnisses des Glaubens zu betonen.
Die Worte der von Luther geschriebenen Hymne erzählen von den Verkündigungen an die Hirten Jesu in der Krippe. Die Hymne versichert uns, dass jeder, der an den wahren Gott glaubt, vor Sünde und Tod sicher ist. Bach drückt die Engel aus dem Himmel mit schnellen Läufen in den Alt- und Tenor-Parts und langsam im Bass-Part. Übrigens zeigt Bachs Manuskript eine weitere Überraschung: Die ständig wachsenden Koloraturen, die das Werk charakterisieren, scheinen eine spätere Ergänzung zu sein wie man an den Notizen feststellen kann!
Johann Sebastian Bachs Drittes Brandenburgisches Konzert, BWV 1048, ist eine Komposition für neun Streichinstrumente und Basso Continuo. Bach stellte das Werk mit anderen zu einer Sammlung von sechs Konzerten zusammen, die er im März 1721 unter dem Titel Six Concerts avec plusieurs instruments in Partitur an den Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg-Schwedt sandte. Wie bereits der Titel nahelegt, weisen die einzelnen Werke große Unterschiede in Besetzung, Umfang und Charakter auf.
Bach wählt eine ungewöhnliche Form und Instrumentierung.
Dieses Konzert ist bemerkenswert für seine ungewöhnliche Form und Instrumentierung. Bach komponierte ihn für drei Violinen, drei Violen, drei Cellos und Basso continuo. Mit anderen Worten: 3×3, was eine rationale Wahl ist, die man von einem Moderner wie Pierre Boulez erwarten würde, anstatt ein barocker Komponist wie Bach. Es gibt keinen Unterschied zwischen Solo- und Ensembleinstrumenten: Alle Saiten spielen sowohl Solo als auch Tutti.
Die Frage ist, ob Bach ursprünglich die Instrumentierung so geplant hat. Im letzten Satz haben die Cellos keine individuelle Rolle und entsprechend mit dem Kontinuum. Auch im ersten Satz bilden sie die am wenigsten geteilte Gruppe. Dies kann darauf hindeuten, dass das Konzert auf einer Version mit nur einem Cellostimme basierte.
Das Auffällige an der Form ist das Fehlen einer voll entwickelten, langsamen Mittelbewegung. Die beiden schnellen Bewegungen werden durch ein Adagio einer einzigen Maßnahme getrennt, die einfach aus zwei anhaltenden Akkorden besteht: die harmonische Trittfrequenz, die eher als Brücke und kurze Pause zum Atem zusammengesetzt zu sein scheint. In dieser Aufführung entschied Shunske Sato die mittlere Bewegung zu einer echten Pause zum Atem zu machen und eine kurze Kadenz zu spielen.
Beide schnellen Bewegungen zeichnen sich durch einen starken rhythmischen Antrieb aus. Der erste Satz wird von einem galoppierenden Rhythmus dominiert und der letztere durch schnelle Notizen, die durch die Instrumentalgruppen wie ein Perpetuum Mobile streamen. Als Bach den ersten Satz als die Eröffnungssymphonie der Pfingstkantate (BWV 34) wiederkehrte, fügte er zwei Oboen hinzu, eine Oboe, eine Altoboe (‚taille‘) und Hörner zu den Streichern und ein Fagott zum Continuo .
Im März 1721 schickte Bach ein Manuskript von Köthen nach Berlin mit dem Titel „Sechs Konzerte mit mehreren Instrumenten“, gewidmet Christian Ludwig (1677-1734), Markgraf von Brandenburg-Schwedt. Im Vorwort stellte Bach fest, dass er vor ein paar Jahren für den Markgraf gespielt hatte und versprochen hatte, ihm „einige seiner Kompositionen“ zu schicken. Das war wohl bei einem Besuch in Berlin im März 1719, als Bach in die preußische Hauptstadt gereist war, um ein neues Cembalo für den Hof in Köthen zu erhalten. Die Musik, die er ein paar Jahre später zum Markgraf fühlte (was später als „Brandenburger“ Konzerte bekannt wurde) war Bachs ultimative Sicht auf das bedeutendste großformatige Instrumental Genre seiner Zeit: das Konzert.
Ein Konzert beinhaltet fast immer nur Instrument (oder Kombination von Soloinstrumenten) und ein Ensemble. Die wichtigste Idee ist der Wechsel zwischen einem oder mehreren Solisten und dem ganzen Ensemble, in einer Art von leichtsinniger Konkurrenz. In den sechs „Brandenburger“ Konzerten erforscht Bach jede Facette dieses Genres, sowohl in Bezug auf die Instrumentierung als auch auf die Art und Weise, wie er die Form behandelt. Alle traditionell verwendeten Streich- und Blasinstrumente und das Cembalo erscheinen als Solisten, die musikalischen Formen reichen von Hoftänzen bis hin zu Nah-Fugen, und die Beziehung zwischen den Solos und Tutti-Instrumenten verlagert sich immer. Gemeinsam bilden die sechs Konzerte ein virtuoses Musterblatt des Barockkonzertes.
BWV
1048
Titel
Konzert in G-Dur
„Brandenburg“ Konzert Nr. 3
Genre
Orchesterarbeit (Konzert)
Serie
‚Brandenburg‘ Konzerte
Jahr
1719-20
Stadt
Köthen
Instrumental-Ensemble „ALL OF BACH“
Anlass:
Im Jahre 1721 zum Markgraf Christian Ludwig von Brandenburg gewidmet
Besondere Hinweise:
Bach benutzte den ersten Satz im Jahre 1729 als Symphonie in der Kantate. Ich liebe den Höchsten von ganzem Gemüte, BWV 174.
Im Einklang mit dem unberührten Charakter des Schlüssels von F-Dur, hielt Bach dieses Präludium und Fuge relativ einfach. Es ist ein Schlüssel, der auch für Ursula Dütschler gut geeignet ist, weshalb sie diese beiden kurzen Stücke gewählt hat. Das Präludium ist wie ein leichtfüßiger Spaziergang durch eine Almwiese, sagt der Cembalist der Schweizer Herkunft, der übrigens schon lange in den Niederlanden lebt. Es ist eine geniale Reihe von Arpeggierungen, die sich in einer reibungslosen Bewegung abwechseln. Allerdings gibt es auch Spoilsports: die „dummen Triller“ sowohl in der linken als auch in der rechten Hand. Es ist eine große Herausforderung, sie zu spielen, während die fließende Bewegung in der anderen Hand fortfährt. Das gibt der Arbeit eine leichte Luft eines Übungsstückes, in dem Bach die motorischen und rhythmischen Fähigkeiten des Spielers prüft.
Das Präludium macht einen sehr natürlichen Übergang, in praktisch dem gleichen Tempo, zur dreiteiligen Fuge. Die Fuge ist durch die Skala Passagen, die wie die Arpeggierungen im Präludium sind nahtlos zusammengefasst gekennzeichnet. Aber Bach macht auch hier nichts Verrücktes. Der Bergspaziergang scheint weiter zu laufen, kaum von dem geraden Weg zu verlaufen, da er nicht weiter als d-moll und g-moll vorkommt. Und im Rahmen von F-Dur sind sie nicht das, was man abenteuerliche Modulationen nennen würde.
Es ist alles Teil der Herausforderung. Wenn – wie Bach – du in allen Schlüsseln schreiben willst, wirst du in einer historischen Stimmung irgendwann in Schwierigkeiten geraten. Gerade warum du das tun würdest, ist eine eher technische Geschichte, aber es lässt sich wie folgt zusammenfassen. Um nicht zu viele Kompromisse zu machen, klingen einige Tasten fast perfekt (die meisten verbreitet), viele Tasten klingen sehr angenehm (die harmonischen Exkursionen) und schließlich ein paar Tasten klingen wirklich scharf. Und Bach wusste das natürlich. Beim Erreichen von B-Moll (mit fünf Wohnungen einer der außergewöhnlichen Schlüssel) scheint er einen warmen, gedämpften und bezaubernden Ansatz gewählt zu haben – vielleicht, um die bösen „Fälschungen“ etwas zu erweichen.
„Trouble“ wurde in umgekehrte Kommas oben gesetzt, weil es genau das angespannte Tuning ist, das dieses Paar von Werken macht. In dieser Aufführung ist das Tempo des Präludiums also langsam, so dass Kris Verhelst den manchmal unerwarteten Wendungen viel Spielraum verleihen kann, vor allem für diejenigen, die sorgfältig darauf hinweisen, wie die begleitenden Akkorde konstruiert werden. Der schwankende Rhythmus schafft eine meditative Atmosphäre. Es folgt eine der strengsten Fugen im Wohltemperirte Clavier, zu einem Thema, das bis an die Grenze gedehnt wird. Trotz des großen Sprungs und der straffen Struktur – Bach folgt alle Regeln des frühen Renaissance-Stils – auch hier ist der Oberton eine milde. Hör einfach zu, wie er die Gegenstände so nebeneinander stellt, dass sie zusammenhängende Saiten von Noten zusammenstellen. Kurz vor dem Ende, Bach kertet die Spannung wieder, indem die fünf Teile das Thema noch einmal in rascher Folge spielen.
Das Komponieren von 48 Keyboardstücken in allen 24 Tasten war die Art von Herausforderung, die Bach genossen hat. In jedem der beiden Teile des Wohltemperirte Claviers brachte er das musikalische Paar Vorspiel und Fuge 24 Mal zusammen; Zwölf in kleineren Schlüsseln und zwölf im Dur. In den Präludien gab er seiner Phantasie freien Lauf und zeigte mathematische Touren in den Fugen. Im Gegensatz zu der eisernen Disziplin musste sich Bach auf seine Kirchenkompositionen anwenden, hier konnte er sich in die intellektuelle Spielerei verlassen, ohne sich um die Fristen zu kümmern.
Der erste Teil des Wohltemperirte Clavier stammt aus dem Jahr 1722, obwohl er einige Musik enthält, die in den vorangegangenen fünf Jahren geschrieben wurde. Es gibt weniger Klarheit über die Geschichte von Teil zwei. Bach kompilierte dieses zweite Manuskript nur um 1740, obwohl noch einmal einige der Präludien und Fugen es datiert aus einer viel früheren Periode. Bach beschrieb die Zielgruppe für diese Stücke von Stücken wie folgt: „Für die Erziehung des fleißigen musikalischen Jugendlichen und des Genusses.“ Für die Erziehung des fleißigen musikalischen Jugendlichen und des Genusses Von denen, die in diesem Material vertraut sind).
BWV
856
Titel
Präludium und Fuge in F-Dur
Beiname
Nein. 11 von Das Wohltemperierte Clavier I
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 16.07.2017 begehen wir den 5. Sonntag nach „Trinitatis“
Der 5. Sonntag nach Trinitatis befaßt sich wieder mit der Gemeinde, diesmal ihrer Antwort auf Gottes Ruf. Nachfolge scheint so einfach, so schwierig, so abwegig, weil wir nicht so recht wissen, was Nachfolge ist. Die Lesungen dieses Sonntags wollen uns den Weg leiten.
Am 5. Sonntag nach Trinitatis denken wir darüber nach, warum wir Jesus nachfolgen, und stellen fest, dass es dafür keine vernünftigen Gründe gibt. Der Glaube ist es, der uns an Jesus hält, auch dann, wenn andere, die Beweise sehen wollen, uns auslachen oder verspotten. Das wollen wir gerne ertragen, denn auch unser Herr wurde ausgelacht und verspottet.
Wochenspruch:
Aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es. (Eph 2, 8)
Wochenlied:
„Preis, Lob und Dank sei Gott, dem Herren“ (EG 245
Besonders bekannt ist der alttestamentliche Text durch die lateinischen Anfangsworte „Beatus vir“ (Wohl dem Mann). Thema ist der Segen der Gottesfurcht. Gepriesen wird im Psalm der Mensch, der ein gottgefälliges Leben führt. Den Gottlosen hingegen geht es schlecht. Antonio Vivaldi vertonte den Text im 18. Jahrhundert.
Der Venezianer ist bis heute vor allem für seine schwungvollen Violinkonzerte berühmt, besonders für den Konzertzyklus „Die vier Jahrzeiten“. Zu Lebzeiten war er ein bekannter Violinvirtuose, berühmt für seine Konzerte und Opern, von denen er rund 50 schrieb. Im Bereich des Instrumentalkonzertes komponierte er sogar rund 500 Werke. Daneben schrieb Vivaldi auch einiges an geistlicher Musik…..
Kantaten-Beschreibung: BWV 93 “Wer nur den lieben Gott lässt walten“
Bach war zweiundzwanzig Jahre alt, als er sein zweites offizielles Amt antrat – in Mühlhausen. Er blieb dort nur ein Jahr, von Juni 1707 bis 1708. Alten Gerüchten zufolge hätten ihn die ständigen Streitereien zwischen dem Pietisten Johann Adolf Frohne, der das Pfarramt an der Blasiuskirche versah, wo er selbst angestellt war, und Georg Christian Eilmar, dem orthodox orientierten Pfarrer an St. Marien, der anderen Hauptkirche, aus der Stadt vertrieben. Eher plausibel für seine verfrühte Abreise ist die Erklärung, dass sich ihm die Gelegenheit bot, am Weimarer Hof die neue Orgel einzuweihen, ein Angebot, das er kaum ablehnen konnte, stand doch in Aussicht, in einem anspruchsvollerem Umfeld mit einer Gruppe von Musikern zu arbeiten, die besser ausgebildet waren als jener zusammengewürfelte Haufe aus Nebenberuflern, Dilettanten und Stadtpfeifern, die ihm in Mühlhausen zugeteilt waren.
Doch Mühlhausen war eine freie Reichsstadt wie Lübeck, wo er unlängst erlebt hatte, wie Buxtehude ungehindert schaltete und waltete. Solche Städte waren weitgehend autonom, ihre Stadträte dem Kaiser in Wien direkt verantwortlich, nicht irgendeinem kleinen Landesfürsten der Umgebung, und so muss Mühlhausen für Bach durchaus reizvoll gewesen sein. Und hier formulierte er sein musikalisches Ziel – mit dem ‚Endzweck, nemlich eine regulirte kirchen music zu Gottes Ehren, und Ihren [der Gemeinde] Willen nach’ einzurichten, ein ungeheuer ehrgeiziges Unternehmen, wie seine spätere Leipziger Produktion beweisen würde. Vor seinem Weggang nach Weimar erklärte er in seinem Entlassungsgesuch den Mühlhausener Stadtvätern, ‚dass eine Enderung mir unvermuthet zu handen kommen, darinne ich mich in einer hinlänglicheren subsistence und Erhaltung meines endzweckes wegen der wohlzufaßenden kirchenmusic ohne verdrießlichkeit anderer ersehe’. Gleichwohl blieb Bach der Stadt danach noch viele Jahre in Freundschaft verbunden, kehrte zurück, um weitere ‚Rats-Stücke’ aufzuführen, und behielt wohl auch den Umbau der Blasiusorgel im Auge.
In der ersten seiner beiden Leipziger Kantaten für diesen Sonntag, BWV 93, verlegt sich Bach auf das Rezept, das gesamte Werk auf einen Choral zu gründen, der für den fünften Sonntag nach Trinitatis bestimmt ist und zu seinen deutlichen Favoriten gehört (wie es offensichtlich auch bei Brahms der Fall war, als er sein Deutsches Requiem schrieb): ‚Wer nun den lieben Gott lässt walten’, mit Text und Melodie von Georg Neumark (1641). Obwohl dieses Werk zu seinem zweiten Kantatenjahrgang gehört und die am Anfang stehende Choralfantasie entsprechend anspruchsvoll ist, scheint sich Bach zurück zu den Wurzeln seiner Kindheit zu begeben, nicht nur weil er dieses Lied so liebte, sondern auch in der Manier, wie er es in zweien der Sätze (Nr. 2 und 5) aufgliedert – nach der Frage-und-Antwort- Methode, mit der er seinen Katechismus lernte. Also nimmt er eine Strophe aus Neumarks Choral und sagt sie zeilenweise auf: ‚Was helfen uns die schweren Sorgen?’, ‚Was hilft uns unser Ach und Weh?’, immer vom Solisten ein wenig verziert.
Dann fügt er als freies Rezitativ den Antworttext ein: ‚Sie drücken nur das Herz mit Zentnerpein, mit tausend Angst und Schmerz’, und so weiter, wie bei einem mittelalterlichen Tropus. Das bedeutet, dass wir ständig auf der Hut sein müssen, was er mit Neumarks Choral anstellen wird (der ihm selbst wie auch seiner Gemeinde äußerst vertraut war), wie er ihn auf immer wieder überraschende Weise variiert, ausschmückt, verkürzt oder wiederholt – alles aus Gründen der Rhetorik und zur Steigerung des Ausdrucks. In der einleitenden Fantasie übernehmen die vier vokalen Concertisten paarweise die Führung und singen eine verzierte Version aller sechs Zeilen des Chorals, bevor er ‚sauber und ordentlich’ mit Blockakkorden harmonisiert vom (vollständigen) Chor vorgetragen wird, wobei sich die tiefen Stimmen schließlich zu einem schmückenden Kontrapunkt auffächern. Im mittleren Satz (Nr. 4) dieses symmetrisch gebauten Werkes hebt sich der Choral in seiner reinen Form von der Umgebung ab, wie die goldenen Initialien in einem mittelalterlichen Missale.
Vorgetragen wird er von den Violinen und Bratschen, während sich Sopran und Alt darauf beschränken, eine lyrische Verkürzung der Melodie auszuschmücken. In den beiden Arien ist ihre Verkleidung sogar noch subtiler. Paraphrasiert kehrt sie in der von Streichern begleiteten Tenor-Arie (Nr. 3) wieder. Wenn wir uns fragen, warum die Schritte dieses eleganten Passepieds aller zwei Takte abgebremst werden, so stellt es der Tenor klar: ‚Man halte nur ein wenig stille’ – und höre auf das, was Gott zu sagen hat. In der abschließenden Arie (Nr. 6), ‚Ich will auf den Herren schaun’, werden wir noch einmal zum Narren gehalten. In ihrem unbekümmerten Wortwechsel scheinen uns Sopran und Oboe zu versichern, dass wir uns in der Kantate zum ersten Mal in einer ‚choralfreien’ Zone befinden. Da eilt bei den Worten ‚Er ist der rechte Wundermann’ die Choralmelodie herbei und liefert unverändert den Abgesang. Man fragt sich, ob eine solche Fülle geistreicher und witziger Einfälle von Bachs Hörern goutiert wurde oder auf sie verschwendet war.
Video:J.S. Bach – Kantate BWV 146„Wir müssen durch viel Trübsal“
„Wir müssen durch viel Trübsal“ (BWV 146) ist eine Kirchen-Kantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie in Leipzig für den dritten Sonntag nach Ostern, Jubilate genannt. Der früheste Termin für die erste Aufführung ist der 12. Mai 1726.
an jährlich vier Bach-Wochenenden (Donnerstag, Freitag & Sonntag) und in ergänzenden Sonderkonzerten das gesamte Vokalwerk von Johann Sebastian Bach auf. Die geistlichen Kantaten erklingen dabei im Zusammenhang mit ihrer ursprünglichen Bestimmung im Kirchenjahr.
Auf der Webseite zum Projekt finden Sie alle Informationen rund um Termine, Karten, Künstler:
Professionelle Qualität in Bild und Ton: Jede Woche kommt ein Chorsatz, eine Arie oder ein Choral hinzu! So können Sie mit Bach:vokal verbunden bleiben, auch wenn gerade kein Konzert ansteht.
Unter dem nachstehenden Link sind veröffentlichte Videos auf YouTube einsehbar..!!
Video:J.S. Bach, Kantate BWV 98 „Was Gott tut, das ist wohlgetan“
„Was Gott tut, das ist wohlgetan“ (BWV 98) ist eine Kirchen-Kantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie 1726 in Leipzig für den 21. Sonntag nach Trinitatis und führte sie am 10. November 1726 erstmals auf.
Von Anfang an ist klar, dass dies ein früher Bach ist. Diese Art der schnellen Melodie, die plötzlich auf eine unerwartete Note endet, ist eine typisch wunderliche musikalische Geste, die wir in Bachs anderen frühen Werken sehen. Und was folgt, bestätigt nur diesen ersten Eindruck. Wenn Toccata in d-Moll, BWV 913, ist noch frisch in deinen Ohren, zum Beispiel, dann hörst du sofort alle möglichen Ähnlichkeiten.
Es wurde vorgeschlagen, dass dieses Stück die einzige überlebende Arbeit aus einer Reihe von kurzen Präludien und Fugen für Unterrichtszwecke verwendet werden kann. Auf jeden Fall ist es so, wie es in der frühesten Quelle verwendet wird, die ein Manuskript einer ganzen Reihe von Präludien, Intonationen und Fugen in verschiedenen Schlüsseln ist – alles mehr oder weniger die gleiche Länge. Die anderen Werke sind Komponisten wie Pachelbel, Wecker, Zachow, Krieger und Werckmeister. Das Manuskript wurde am 3. April 1709 vonJohann Christoph Bach (1673-1727) begonnen, ein entfernter Verwandter (also nicht Johann Sebastians Onkel oder Bruder des gleichen Namens), der Kantor und Organist in der kleinen Stadt Gehren im Thüringer Wald war . Dieser Johann Christoph verwendete wahrscheinlich das Stück in seinem eigenen Unterricht.
Obwohl dieses Präludium und die Fuge in a-Moll einen relativ bescheidenen Platz in Bachs Oeuvre einnimmt, steht es in einem solchen Sammlungsmanuskript, auch ohne Bachs Namen, auf. Es ist nur so etwas abenteuerlicher, phantasievoll und geschmackvoller als der Rest. Wie viele Schüler müssen Johann Christoph Bach gesagt haben „Ich möchte mehr Stücke von dem Komponisten dieser Fuge“?
———————–
BWV 895 Titel Prelude und Fuge in a-Moll Genre Tastatur Arbeit Jahr Frühe Arbeit, jedenfalls vor 1725 Stadt unbekannt Uraufführung unbekannt
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programmemit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Der Name dieses Sonntags leitet sich ab von dem Beginn der lateinischen Antiphon: Exaudi, Domine, vocem meam, qua clamavi ad te; miserere mei, et exaudi me! (Ps 27,7;). Der Sonntag ist schon deutlich auf Pfingsten bezogen dadurch, dass er die wartende Haltung der Gemeinde und damit ihre Abhängigkeit vom Heilswirken Gottes herausstreicht, und von daher eigentlich nicht mehr Bestandteil des Osterfestkreises, der mit Christi Himmelfahrt abschloss. Allerdings hat man sich im neuen Evangelischen Gottesdienstbuch nicht dazu durchringen können, als liturgische Farbe violett zu wählen, obgleich diese Farbe sicherlich angemessen wäre.
Der Sonntag Exaudi spiegelt die Spannung wider, in der die Jünger sich befanden, nachdem ihr Herr gen Himmel aufgefahren war. Sie wissen um die Verheißung des Geistes, haben ihn aber noch nicht erfahren. Sie leben in einer kaum erträglichen Spannung, denn das Vergangene hat nun keine Bedeutung mehr, und das Zukünftige hat keine Kraft. Die Gegenwart, in der sie machtlos sind, wird übermächtig und scheint sie zu fesseln.
Am Sonntag Exaudi hören wir die Verheißungen des Geistes und beten, dass dieser Geist unter uns sei und wirke. Wohl wissen wir von Pfingsten her, dass der Geist Gottes schon ausgegossen ist auf alles Fleisch, aber oft erkennen wir unsere eigene Trägheit, die dem Wirken des Geistes keinen Platz gewährt. Aufgrund der Verheißungen aber glauben wir, dass der Geist uns erfüllt und unsere Trägheit von uns nimmt.
Wochenspruch:
Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, will ich alle zu mir ziehen. (Joh 12, 32)
Zum Ende des Marienmonats Mai gibt es in der Sendung „Cantica“ ein Werk aus der Barockzeit. Geschaffen im frühen 18. Jahrhundert von einem Komponisten, der heute nicht zu den bekanntesten Komponisten gehört.
Entstanden ist die „Marienvesper“ von Rupert Ignaz Mayr am Münchener Hof. Es ist ein Werk, das wenn es auch fast 100 Jahre später komponiert wurde, sich einfügt in die Tradition der weltberühmten Marienvesper von Claudio Monteverdi.
Überhaupt sind Einflüsse verschiedener Stile in der Vesper bemerkbar. Geboren wurde Mayr im Jahr 1646 in Schärding am Inn, das heute in Oberösterreich liegt. Bekannt ist, dass er im Alter von 32 Jahren Violinist an der bischöflichen Kapelle in Eichstätt war, danach am bischöflichen Hof in Passau und schließlich ab 1683 in München am Hof von Maximilian II. Emanuel in der dortigen Hofkapelle. Und hier kommt es zum ersten Mal dazu, dass Mayr mit Musik aus anderen Ländern in Kontakt kam. Er wurde nach Paris geschickt. Ziel war seine Violinkünste zu perfektionieren. Dort lernte Mayr die berühmte Geigenkunst des schon damals weit über Paris hinaus bekannten Jean-Baptiste Lully…
Die zwei Leipziger Kantaten, die Bach für Exaudi schrieb, haben den Titel “Sie werden euch in den Bann tun” gemeinsam, Jesu Warnung an seine Jünger aus dem Johannes-Evangelium (16, 2). Beide schildern auf ihre eigene, voneinander unabhängige Weise eine irdische Reise, die mit der Prophezeiung drohender Verfolgung beginnt und für alle die Notwendigkeit beinhaltet, sich dem Heiligen Geist anzuvertrauen. Doch hier hört schon die Ähnlichkeit auf. Bach hatte BWV 44 1724 als Teil seines ersten Leipziger Kantantenjahrgangs komponiert.
Das Werk beginnt mit einem Präludium in g-moll, einer Triosonate für zwei Oboen und Fagott als Continuoinstrument, die als eindringliche Klage angelegt ist und sich zu einem Quintett auffächert, das den Einsatz der Vox Domini enthält. Denn hier, ungewöhnlich für13Bach und eher typisch für Schütz, ist die Stimme Christi für zwei Stimmen (Tenor und Bass) und nicht nur eine bestimmt. In einer Weise, die eher typisch für Telemann ist, leitet sie in einen detonierenden Turba-Chor über: ‚Es kömmt aber die Zeit, dass, wer euch tötet, wird meinen, er tue Gott einen Dienst daran’. Er ist von überwältigender Wucht, unvermittelt leiser werdend bei ‚wer euch tötet’, und mit seinen gerade einmal fünfunddreißig Takten ein gewaltiger Edelstein, eine schockierende Verfolgungsszene, wie sie die Welt seit der Zeit der frühen Christen immer wieder erlebt hat. Mit seiner Figura corta und der Chromatisierung durch Melismen bei dem Wort ‚tötet’ hat dieser Chor eine große Ähnlichkeit mit den ‚Kreuzige’-Chören der Johannes- Passion, die gerade einmal sechs Wochen zuvor uraufgeführt worden war.
Dürr bemerkt, diese Kantate beinhalte in ihrer Disposition und der Art und Weise, wie auf das Leiden der Christen in dieser Welt Nachdruck gelegt wird, Parallelen zu drei anderen nachösterlichen Kantaten des folgenden Jahrgangs (BWV 6, 42 und 85). Daraus ließe sich der Schluss ziehen, dass Bach möglicherweise geplant hatte, diese drei Kantaten gemeinsam mit BWV 44 in seinen ersten Kantatenjahrgang aufzunehmen, sie aber bis zum nächsten Jahr zurückstellen musste, weil er sich mit der Komposition und Vorbereitung der Johannes-Passion im März 1724 übernommen hatte. Weil ihm nicht sehr viel Zeit und Energie für eine neue Komposition für seinen ersten Leipziger Zyklus blieben, griff er auf frühere Kantaten zurück (BWV 131, 12, 172 und 194) und verwertete Material aus weltlichen Werken seiner Köthener Zeit (BWV 66, 134, 104, 173 und 184).Bach lässt auf diesen Eingangschor eine getragene, elegische Arie in c-moll für Alt mit Oboe folgen, ‚Christen müssen auf der Erden Christi wahre Jünger sein’, in der selbst die unvermeidlichen Heimsuchungen ‚Marter, Bann und schwere Pein’ im B-Teil so präsentiert werden, als wären sie von kurzer Dauer und würden bald ‚selig überwunden’.
Danach kehren wir zu einem Choral zurück, dem wir bereits zweimal Anfang Januar begegnet waren, ‚Ach Gott, wie manches Herzeleid’, und der den ‚trübsalvollen, schmalen Weg zum Himmel’ beschreibt. Diesmal wird er vom Tenor vorgetragen, über einer Basslinie, die in der Manier, wie sie sich matt und in Halbtonschritten voranschleppt, möglicherweise nach dem Muster der Orgelchoräle Georg Böhms, Bachs Lehrer in Lüneburg, gearbeitet ist, und doch bewegt sie sich immer noch doppelt so schnell voran wie die vokale Melodie, die sie ankündigt (Nr. 4). Dreh- und Angelpunkt der ganzen Kantate wird das kernige Rezitativ für den Bass (Nr. 5), das die Heimtücke des Antichristen schildert. Es verwendet das in der Barockzeit gängige Bild, das die Christen mit Palmenzweigen vergleicht, ‚die durch die Last nur desto höher steigen’, und leitet über zu einer kunstreich gestalteten Arie für Sopran mit zwei Oboen und Streichern, ‚Es ist und bleibt der Christen Trost’.
Hier verschmilzt Bach Tanz- und Liedelemente miteinander, um mittels einer arkadischen Metapher darzulegen, wie ‚doch nach den Trübsalstürmen die Freudensonne bald gelacht’. Die mit triolisierten Melismen verzierte Gesangslinie weist auf das Gelächter hin, mit dem die Sängerin die ohnmächtige Wut der Elemente quittiert (das Signal, das dräuende Sturmwolken aufziehen lässt, Symbol für die Heimsuchung). Um diese Reise durch die irdische Drangsal zu vollenden, greift Bach im Abschlusschoral noch einmal auf Heinrich Isaacs wunderbare ‚Innsbruck’-Melodie zurück und erinnert daran, dass sie unlängst in der Johannes-Passion zu hören war, wo sie die schmerzerfüllte Reaktion der Christengemeinde auf den ‚Backenstreich’ zum Ausdruck brachte, den Jesus bei seiner Gerichtsverhandlung vor dem Hohen Rat erhielt.
BWV 87 – Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen /
Gardiner Pilgrimage CD 144 Vol. 25 –CD 1
BWV 97 – In allen meinen Taten /
Gardiner Pilgrimage CD 144 Vol. 25 – CD 1
————————————
BWV 44 – Sie werden euch in den Bann tun /
Gardiner Pilgrimage CD 144 Vol. 25 – CD 2
BWV 150 – Nach dir, Herr, verlanget mich /
Gardiner Pilgrimage CD 144 Vol. 25 –CD 2
BWV 183– Sie werden euch in den Bann tun /
Gardiner Pilgrimage CD 144 Vol. 25 – CD 2
Johann Christoph Bach (1642-1703) Motette – Fürchte dich nicht /
Gardiner Pilgrimage CD 144 Vol. 25 – CD 2
——————————————————
Bachfest Leipzig 2017 vom 09.06 – 18.06.2017
Das Bachfest 2017 steht unter dem Motto:
“EIN SCHÖN NEW LIED” – MUSIK UND REFORMATION
Martin Luther sah in „Frau Musica“ eine göttliche Kunst, da sie den Teufeln zuwider sei. Entsprechend stellte er die Musik in eine Reihe mit der Theologie, erhob das deutschsprachige geistliche Lied zu einem festen Bestandteil des reformatorischen Programms und hielt ließ es Eingang in den Gottesdienst finden. Häufig als „schöne newe Lieder“ betitelt, verbreitete sich das neue reformatorische Liedrepertoire rasant….
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2017 beginnt seit dem 14. Oktober 2016.
Documentary recording of a performance in the St. Thomas Church in Leipzig in 1950, on the occasion of the 200th Return of the death of Johann Sebastian Bach.
1. KYRIE – Kyrie eleison
2. KYRIE – Christe eleison
3. KYRIE – Kyrie eleison
11. GLORIA – Cum sancto spiritu
19. CREDO – Confiteor
20. CREDO – Et exspecto
21. SANCTUS – Sanctus
24. AGNUS DEI – Agnus Dei
25. AGNUS DEI – Dona nobis pacem
Der neue von der Firma Accentus Music GmbH produzierte Imagefilm über den Thomanerchor und Thomaskantor Gotthold Schwarz konnte nun fertig gestellt werden. Die Dreharbeiten fanden im Dezember-Februar im Alumnat, in der Thomasschule und in der Thomaskirche statt.
Er ist auf YouTube unter „Thomanerchor Leipzig“ zu finden:
Rudolf Lutz – Dirigent und musikalischer Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen
J.S. Bach – Kantate – BWV 129 „Gelobet sei der Herr, mein Gott„
Kantate BWV 129 zum Trinitatisfest für Sopran, Alt und Bass, Vokalensemble, Tromba I-III, Timpani, Flauto traverso. Oboe I+II, Fagott, Streicher und Continuo.
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
—————————————
YouTube – Video
BWV 129 – 3. Satz – Sopran-Arie:„Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Trost, mein Leben„
J.S. Bach – BWV 35 Kantate „Geist und Seele wird verwirret“
„Geist und Seele wird verwirret“BWV 35, ist eine geistliche Kantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte die Solo-Kantate für Alt 1726 in Leipzig für den 12. Sonntag nach Trinitatis und führte sie am 8. September 1726 zum ersten Mal auf.
Video:J. S. Bach – BWV 35 Kantate „Geist und Seele wird verwirret“
an jährlich vier Bach-Wochenenden (Donnerstag, Freitag & Sonntag) und in ergänzenden Sonderkonzerten das gesamte Vokalwerk von Johann Sebastian Bach auf. Die geistlichen Kantaten erklingen dabei im Zusammenhang mit ihrer ursprünglichen Bestimmung im Kirchenjahr.
Auf der Webseite zum Projekt finden Sie alle Informationen rund um Termine, Karten, Künstler:
Professionelle Qualität in Bild und Ton: Jede Woche kommt ein Chorsatz, eine Arie oder ein Choral hinzu! So können Sie mit Bach:vokal verbunden bleiben, auch wenn gerade kein Konzert ansteht.
Unter dem nachstehenden Link sind veröffentlichte Videos auf YouTube einsehbar..!!
J.S. Bach – Kantate BWV 156 „Ich steh mit einem Fuß im Grabe“
„Ich steh mit Einem Fuß im Grabe“ BWV 156, ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie in Leipzig für den dritten Sonntag nach Epiphanias und führte sie erstmals am 23. Januar 1729 auf.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 25.05.2017 begehen wir den Feiertag: „Himmelfahrt“
Das Fest Christi Himmelfahrt ist als selbständiges Fest erst im 4. Jahrhundert bezeugt, wurde aber schnell zu einem Fest von großem Ansehen, an dem Prozessionen begangen wurden und die Himmelfahrt durch Hochziehen einer Christusfigur veranschaulicht wurde. Später trat noch eine Vigil hinzu und endlich auch eine Oktav.
Die protestantische Kirche übernahm dieses Fest und behielt teilweise die bildliche Darstellung der Himmelfahrt bei. Erst in der Aufklärung wurde das Fest regelrecht gefährdet, aber es kam höchstens zu Verlegungen auf den Sonntag Exaudi, nicht aber zur Abschaffung des Festtages. Das Wort Jesu: “Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott” (Joh 20, 17) ist nun verwirklicht. Er, der Auferstandene, erfüllt mit seiner Herrschaft Himmel und Erde, er umspannt alles Sichtbare und Unsichtbare.
Christi Himmelfahrt ist das Fest der Thronbesteigung Christi. Er tritt seine Herrschaft an zur rechten Hand Gottes, ist einerseits mitten in seiner Kirche, der er sich in Brot und Wein gibt, und andererseits kann er nicht mit der Größe des Weltalls erfaßt werden. Der Tag wird aber erst vollständig mit der Verheißung in Apg 1, 11: “Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.” – Wir sehen nicht hinter dem fortgehenden Jesus her, sondern können und sollen dem kommenden Jesus entgegensehen!
Im Gottesdienst wird die Osterkerze, die Zeichen für die Gegenwart des Auferstandenen unter den Menschen ist, nach der Verlesung der Himmelfahrtsgeschichte gelöscht. Die Jünger verharren ängstlich und unwissend über das Kommende in ihren Behausungen. Sie warten auf den ihnen verheißenen Geist; diese Erwartung wird auch in den Gebeten dieses Tages und des kommenden Sonntags Exaudi ausgesprochen. Noch 10 Tage dauert es, bis diese Erwartung erfüllt wird. Der Feiertag Christi Himmelfahrt ist die Thronbesteigung Jesu und damit ein äußerst großartiges Fest.
Wochenspruch:
Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, will ich alle zu mir ziehen. (Joh 12, 32)
Wochenlied:
Wir danken dir, Herr Jesu Christ, dass du gen Himmel g’fahren bist (EG 121)
Sendung: „Cantica“ am Sonntag 06:30 Uhr bis 07:00 Uhr
Wiederholung: um 23:00 – 23:30 Uhr
Johann Sebastian Bach
BWV 11 „Lobet Gott in seinen Reichen“
(Himmelfahrts-Oratorium“)
„Aus Trauer wird Freude“
Weltberühmt und vielen bekannt ist Bachs Weihnachtsoratorium. Etwas unbekannter ist, dass Bach auch für das Fest Christi Himmelfahrt ein Oratorium geschrieben hat.
Es entstand vermutlich im Jahr 1735 in Leipzig und damit kurz nach dem berühmten Weihnachtsoratorium. In früherer Zeit wurde das gut 30-minütige Werk zu den Kantaten gerechnet, trägt deshalb auch die Nummer 11 im Bach-Werke-Verzeichnis, es steht also zwischen den anderen Bachkantaten. Stil und Anlage des Werkes sind aber eindeutig zu Bachs Oratorien zuzurechnen. Die konsequente Vertonung des bibilischen Texten durch Rezitative gesungen von einem Evangelisten sowie ausdeutende Arien legen das nahe.
Obendrein hat Bach selbst über sein Werk in lateinischer Sprache geschrieben: „Oratorium In Festo Ascensionis“. Der Dichter der ausdeutenden Arien und Rezitative des Werkes ist heute nicht mehr überliefert. Die Experten vermuten aber das Christian Friedrich Henrici Urheber der Texte sein könnte. Das Himmelfahrtsoratorium besteht aus elf Sätzen, in deren Mittelpunkt der biblische Bericht der Himmelfahrt Jesu steht. Grundlage für die Rezitative sind Schilderungen des Lukas-Evangeliums und der Apostelgeschichte……
Martin Luther sah in „Frau Musica“ eine göttliche Kunst, da sie den Teufeln zuwider sei. Entsprechend stellte er die Musik in eine Reihe mit der Theologie, erhob das deutschsprachige geistliche Lied zu einem festen Bestandteil des reformatorischen Programms und hielt ließ es Eingang in den Gottesdienst finden. Häufig als „schöne newe Lieder“ betitelt, verbreitete sich das neue reformatorische Liedrepertoire rasant….
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2017 beginnt seit dem 14. Oktober 2016.
Sopran: Gertrud Birmele, Alt: Eva Fleischer, Tenor: Gert Lutze, Baß: Johannes Oettel
Orgel: Ekkehard Tietze, Cembalo: Karl Richter
Thomanerchor Leipzig
Gewandhausorchester Leipzig
Dirigent: Günther Ramin
Recording:1951
Aktuelle Information vom 24. 05. 2017
NEUER IMAGEFILM THOMANERCHOR LEIPZIG
Der neue von der Firma Accentus Music GmbH produzierte Imagefilm über den Thomanerchor und Thomaskantor Gotthold Schwarz konnte nun fertig gestellt werden. Die Dreharbeiten fanden im Dezember-Februar im Alumnat, in der Thomasschule und in der Thomaskirche statt.
Er ist auf YouTube unter „Thomanerchor Leipzig“ zu finden:
Rudolf Lutz – Dirigent und musikalischer Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen
J.S. Bach Cantata – Kantate – BWV 84 „Ich bin vergnügt mit meinem Glücke“
Kantate BWV 84 zum Sonntag Septuagesimae für Sopran, Oboe, Fagott, Streicher und Continuo.
Dritter Satz (Aria, Solistin: Gerlinde Sämann) aus der Kantate BWV 84 „Ich bin vergnügt mit meinem Glücke „
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
—————————————-
YouTube – Video
BWV 84 – 3. Satz – Alt-Arie: „Ich esse mit Freuden mein weniges Brot„
an jährlich vier Bach-Wochenenden (Donnerstag, Freitag & Sonntag) und in ergänzenden Sonderkonzerten das gesamte Vokalwerk von Johann Sebastian Bach auf. Die geistlichen Kantaten erklingen dabei im Zusammenhang mit ihrer ursprünglichen Bestimmung im Kirchenjahr.
Auf der Webseite zum Projekt finden Sie alle Informationen rund um Termine, Karten, Künstler:
Professionelle Qualität in Bild und Ton: Jede Woche kommt ein Chorsatz, eine Arie oder ein Choral hinzu! So können Sie mit Bach:vokal verbunden bleiben, auch wenn gerade kein Konzert ansteht.
Unter dem nachstehenden Link sind veröffentlichte Videos auf YouTube einsehbar..!!
„Halt im Gedächtnis Jesum Christ“(BWV 67) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er schrieb sie in Leipzig für Quasimodogeniti, den 1. Sonntag nach Ostern, und führte sie am 16. April 1724 zum ersten Mal auf.
Ausführende:
Christian Villiger, Bass | solistenensemble stimmkunst | Stiftsbarock Stuttgart (Konzertmeisterin: Lisa Immer) | Leitung: Kay Johannsen
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programmemit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Der Name dieses Sonntags rührt von den Bittumgängen her, die in vergangener Zeit (und manchenorts noch heute) auf den Feldern für eine gute Ernte vollzogen wurden. Diese Bittumgänge begannen am Sonntag Rogate (= Betet!) und wurden in der damit beginnenden Woche fortgeführt. Der Sonntag Rogate wird in der evangelischen Kirche als Missionssonntag begangen. Mit ihm beginnt die „Missionsopferwoche“.
Der Sonntag Rogate ist der Betsonntag. Dieses Thema wird in den Perikopen vielfach beleuchtet. Auch dieses Thema ist eine Antwort auf das Ostergeschehen: Die Gemeinde ist nun frei durch Jesus Christus, Gott direkt zu bitten, ohne jeglichen Mittler, wie es zuvor notwendig gewesen war. Die Perikopen beleuchten das Thema Gebet nur von dem Aspekt des „Bittens“ her, was wohl angemessen ist. Wir sollten aber nicht vergessen, dass zum Gebet auch Dank gehört!
Am Sonntag Rogate erfahren wir, dass das Gebet eine große Verheißung hat. Dabei sollen wir nicht viele Worte machen, sondern inständig bitten nicht nur für uns, sondern auch für alle Menschen. Das Gebet der gemeinde hat dabei eine besondere Verheißung, aber auch das Gebet des Einzelnen ist für die Gemeinde Gottes wichtig.
Der Wochenspruch:
Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. (Ps 66, 20)
Wie wohl kaum ein zweiter Komponist des 19. Jahrhunderts verband Mendelssohn die kraftvolle Sprache der Psalmen im Alten Testament mit der Aussagekraft der romantischen Musik.
„Wie der Hirsch schreit“ so lautet der Titel von Mendelssohns Vertonung von Psalm 42. Starke menschliche Gefühle wie Sehnsucht, Angst in bedrängten Zeiten und Hoffnung auf Rettung durch Gott beschreibt der Psalm. Mendelssohn setzte all sein kompositorisches Geschick ein, um diese Gefühle musikalisch darzustellen.
Zu seinen Zeiten wurden die Psalmen nicht mehr ausschließlich im Gottesdienst gebetet oder gesungen, sondern in großen Vertonungen mit Chor und Orchester auch in Konzerten aufgeführt. Trotzdem bleibt seine Komposition ein geistliches Werk. Mendelssohn entwirft das Bild eines betenden Menschen, der unruhig und voller Zweifel ist. Er vertonte fast komplett den originalen Text des Psalms. Nur am Ende fügte Mendelssohn einen Lobpreis hinzu, vielleicht um die sich aufhellende Stimmung des Beters gegen Ende des Psalms zu betonen….
Kantaten-Beschreibung: BWV 87 “Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen“
Ob Bachs Gemeinde zu erkennen vermochte, dass Formelemente im Kopfsatz der Kantate BWV 87 Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen bereits im Vorgängerwerk aus dem Jahr zuvor vorhanden waren – das einleitende Zitat der Worte Jesu aus dem Evangelium, vom Bass in einem vierstimmigen, von Oboen verdoppelten Streichersatz vorgetragen, die Art und Weise, wie der Sänger das fugiert angelegte polyphone Wechselspiel der Themen aufgreift –, werden wir nie erfahren. Aber es besteht kein Zweifel, dass Bach die Kantate des vergangenen Jahres als Gedächtnisstütze und zur Orientierung vor Augen hatte. Diesmal scheint er die Absicht zu haben, eine komplexere, differenziertere theologische Botschaft zu vermitteln, auch wenn das bedeuten sollte, dass er den Erwartungen seiner Hörer zuwiderläuft. Die unnachgiebige deklamatorische Kraft der Musik entspricht der sträflichen Vernachlässigung, die der Mensch den verheißungsvollen Worten Jesu entgegenbringt: ‚Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen’ (Johannes 16, 24).
Auch ist nicht gleich die Erlösung in Sicht, stattdessen zieht Bach seine Hörer in den ersten fünf der insgesamt sieben Sätze drei Molltonarten abwärts (d, g, c), all dies in der Absicht, die Welt als ein Jammertal zu brandmarken, oder, wie das zweite Motto aus dem Johannes-Evangelium lautet: ‚In der Welt habt ihr Angst’. Die zweite Hälfte dieses Jesusworts ist es, ‚aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden’ (Johannes 16, 33), mit der die tonale Aufwärtsbewegung zurück zu d-moll beginnt. Dieses Werk ist die dritte von drei aufeinanderfolgenden Kantaten, die Bach 1725 auf Texte von Christiane Mariane von Ziegler für die Sonntage nach Ostern komponiert hat, und alle, wie Eric Chafe bemerkt, befassen sich mit dem ‚Verständnis für das Leiden Jesu in einer Atmosphäre des Triumphes und der Liebe, die als Vorbereitung auf die Himmelfahrt immer wieder deutlich zum Ausdruck bringt, wie die Angst der Welt überwunden wird’.
Im krassen Gegensatz zu der drängenden Dramatik des vorherigen Rezitativs bestimmt eine Atmosphäre der Ehrfurcht und Bußfertigkeit die Arie in d-moll, ‚Vergib, o Vater, unsre Schuld und habe noch mit uns Geduld’. Der wehmütige Klang der paarigen Oboen da caccia verwebt sich mit der Altstimme. Die bei dem Wort ‚vergib’ wiederholten und verschleiften Duolen kontrastieren und wechseln mit den aufsteigenden Arpeggien des Continuos (Fagott), so dass Äußerungen des Grams und flehentlichen Bittens gleichzeitig vernehmbar werden. Das Flehen wird noch eindringlicher im Mittelteil, wo Bach seine Continuoinstrumente über sieben chromatische Stufen (d, e, f, f#, g, g#, a) und anschließend fünf diatonische Intervalle (d, e, f, g, a) nach oben treibt. Hier spiegelt sich der Glaube des reuigen Sünders an eine klare und deutliche Sprache (‚rede nicht mehr sprichwortsweis’), ein Bezug auf Jesu Versprechen: ‚Es kommt aber die Zeit, dass ich nicht mehr durch Sprichwörter mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen werde von meinem Vater’ (Johannes 16, 25). Ziegler und Bach legen hier Nachdruck auf das lutherische Thema, das der Drangsal des Menschen entsprechend inständige Gebet sei das beste Mittel, in einer feindlich gesinnten Welt den Kontakt zu Gott herzustellen und aufrechtzuerhalten.
Dürr äußert die Vermutung, das zweite Rezitativ (Nr. 4), das in Zieglers Druckausgabe (1729) nicht enthalten ist, stamme von Bach selbst. Es mildert den abrupten Übergang zu den ‚tröstenden’ Worten Jesu in Nr. 5, die in einem musikalischen Konzept, das Bach bereits in seiner Mühlhausener Zeit (in BWV 71 und 106) zu entwickeln begonnen hatte, den Wendepunkt darstellen. Durch die begleitenden Streicher gewährleistet Bach, dass das eingeschobene Rezitativ genügend Gewicht erhält, und indem er zur ersten Person wechselt, verlagert er das Schwergewicht auf das Schuldanerkenntnis des einzelnen Gläubigen und weist über den tonalen Aufstieg zurück zu d-moll den Weg, wie diese Schuld und die mit ihr verbundenen Sorgen überwunden werden können.
Genau dort, wo sich ein üppig orchestriertes Versatzstück für die letzten Worte Jesu aus eben diesem Kapitel des Johannes- Evangeliums erwarten ließe, beschloss Bach (und vermutlich auch Ziegler), auf den beschwichtigenden Satz ‚Solches habe ich mit euch geredet, dass ihr in mir Frieden habet’ zu verzichten. Stattdessen reduziert er seine tonale Palette und beschränkt seinen Spruch auf eine Continuobegleitung (Nr. 5): hager, streng und angsterfüllt, in Mustern, die auf einen absteigenden chromatischen Tetrachord hindeuten.
Selbst der Schlüsselsatz ‚ich habe die Welt überwunden’ wird fast erdrückt, verschluckt in einer Aufwärtsbewegung nach es-moll, die gerade einmal neun Takte anhält, bevor sie wieder nach c-moll abfällt. Erst im sechsten Satz, einem ausgedehnten Siciliano in B-dur von unbeschreiblicher Schönheit für Tenor, Streicher und Continuo, wird Bachs Gesamtkonzept deutlich: Er will Sorge und Freude, Moll und Dur so gewichten, dass die Verheißung, der gequälten Seele werde Trost zuteil, nur um den Preis der Passion und Kreuzigung Christi erfüllt werden kann. Die sanfte, lyrische, fast pastorale Stimmung, in der Reue und Akzeptanz geäußert werden, ist daher mit Dornen gespickt, gewürzt mit vereinzelten Dissonanzen bei den Wörtern ‚leiden’, ‚Schmerz’ und ‚verzagen’. Das bestätigt auch der abschließende Choral, der auf dem pietistischen Lied ‚Jesu meine Freude’ basiert und die üblichen ‚Zuckermetaphern’ für den Schmerz enthält – ‚über Honig süße, tausend Zuckerküsse’. Die Rückkehr zu d-moll, so bemerkt Chafe, sei eine Erinnerung daran, dass ‚in der Welt des Leidens notwendigerweise auch die göttliche Liebe vorhanden ist und sie bezwingt’.
BWV 87 – Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen /
Gardiner Pilgrimage CD 144 Vol. 25 – CD 1
BWV 97– In allen meinen Taten /
Gardiner Pilgrimage CD 144 Vol. 25 – CD 1
—————————————
BWV 44 – Sie werden euch in den Bann tun /
Gardiner Pilgrimage CD 144 Vol. 25 – CD 2
BWV 150 – Nach dir, Herr, verlanget mich /
Gardiner Pilgrimage CD 144 Vol. 25 – CD 2
BWV 183 – Sie werden euch in den Bann tun /
Gardiner Pilgrimage CD 144 Vol. 25 – CD 2
Johann Christoph Bach (1642-1703) Motette – Fürchte dich nicht /
Gardiner Pilgrimage CD 144 Vol. 25 – CD 2
—————————————
Bachfest Leipzig 2017 vom 09.06 – 18.06.2017
Das Bachfest 2017 steht unter dem Motto:
“EIN SCHÖN NEW LIED” – MUSIK UND REFORMATION
Martin Luther sah in „Frau Musica“ eine göttliche Kunst, da sie den Teufeln zuwider sei. Entsprechend stellte er die Musik in eine Reihe mit der Theologie, erhob das deutschsprachige geistliche Lied zu einem festen Bestandteil des reformatorischen Programms und hielt ließ es Eingang in den Gottesdienst finden. Häufig als „schöne newe Lieder“ betitelt, verbreitete sich das neue reformatorische Liedrepertoire rasant….
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2017 beginnt seit dem 14. Oktober 2016.
J. S. Bach – Kantate BWV 166„Wo gehest du hin“ Thomanerchor live vom 8. Mai 2004
„Wo gehest du hin“ (BWV 166) ist eine Kirchen-Kantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie in Leipzig für den vierten Sonntag nach Ostern, für den Sonntag Cantate, und führte sie am 7. Mai 1724 erstmals auf.
Ausführende:
Susanne Krumbiegel, Alt / Peter Diebschlag, Tenor
Gotthold Schwarz, Bass
Thomanerchor Leipzig – Gewandhausorchester Leipzig
Leitung: Georg Christoph Biller
Rudolf Lutz – Dirigent und musikalischer Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen
J.S. Bach Cantata
Kantate – BWV 180 „Schmücke dich, o liebe Seele“
Kantate BWV 180 zum zwanzigsten Sonntag nach Trinitatis für Sopran, Alt, Tenor und Bass, Vokalensemble, Blockflöte I + II, Flöte, Oboe, Oboe da caccia, Fagott, Streicher und Basso Continuo.
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
———————————————————————-
YouTube – Video
BWV 180 – 5. Satz – Sopran-Arie:„Ich will an den Himmel denken„
J.S. Bach – Kantate BWV 99‚Was Gott tut, das ist wohlgetan‘
Was Gott tut, das ist wohlgetan (BWV 99) ist eine Kirchen-Kantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie 1724 in Leipzig für den 15. Sonntag nach Trinitatis und führte sie am 17. September 1724 erstmals auf.
an jährlich vier Bach-Wochenenden (Donnerstag, Freitag & Sonntag) und in ergänzenden Sonderkonzerten das gesamte Vokalwerk von Johann Sebastian Bach auf. Die geistlichen Kantaten erklingen dabei im Zusammenhang mit ihrer ursprünglichen Bestimmung im Kirchenjahr.
Auf der Webseite zum Projekt finden Sie alle Informationen rund um Termine, Karten, Künstler:
Professionelle Qualität in Bild und Ton: Jede Woche kommt ein Chorsatz, eine Arie oder ein Choral hinzu! So können Sie mit Bach:vokal verbunden bleiben, auch wenn gerade kein Konzert ansteht.
Unter dem nachstehenden Link sind veröffentlichte Videos auf YouTube einsehbar..!!